„Wir wollen nur Liebe, die wollen Hass“

Ein seit einiger Zeit immer wieder aufzutreffende Figur ist die Darstellung, dass man sich nur gegen Hass richtet und zwar indem man „Liebe“ verbreitet.

Das Motiv fand sich schon bei Aktionen wie „NoHateSpeech“ die auch Angaben, dass sie nur „gegen Hass“ sind und findet auch gerade wieder in dem Hashtag „Liebe statt Hass“ statt.

Es ist natürlich ein altes Schema, den anderen als den Bösen zu framen und sich selbst als den Guten. In diesem Schema lässt sich auch jede Ungerechtigkeit gut verbergen: Man macht ja gar nichts böses, man richtet nur Liebe gegen Hass, stellt aber beispielsweise Listen derjenigen auf, die nach der eigenen Meinung zu der „Hass“-Seite gehören.

Natürlich bedient häufig die Gegenseite ein gleiches Schema: Rechte beispielsweise mögen sich selbst als die Guten sehen, die den „Volkstod“ verhindern und Frauen vor Vergewaltigungen durch Flüchtlinge bewahren.

Linke sehen sich als Beschützer der Schwachen und Entrechteten, die gegen die Mächtigen kämpfen.

Beide übersehen dabei die Fehler in ihrer Argumentation, indem sie Schwarz-Weiß Bilder der Gegenseite und von sich selbst entwerfen.

Das Bild wird natürlich noch verstärkt, wenn man die eigene Seite noch mehr auf Seiten der Guten positionieren kann. Eben indem man angibt, dass man die andere Seite mit „Liebe“ überzeugen will. Dahinter kann aber natürlich genauso Hass stehen, wenn man sich beispielsweise die „No hate Speech“ Kampagne anschaut.

Das soll nicht alle Formen von „passiven bzw gewaltfreien Widerstand“ entwerten, das kann eine sehr effektive Form von Protest sein. Es ist allemal besser als in das gegenteilige Feindbild zu verfallen.  Um so größer aber der Anteil ist, dass man sich damit nur gegen Kritik immunisieren will und nicht mehr bereit ist zu diskutieren, um so mehr es also in totalitäre „Unsere Meinung ist absolut richtig, ohne das wir sie argumentativ vertreten müssen“ um so eher bekommt es einen starken Beigeschmack.

Mir kommt dieses Konzept „Wir wollen ja nur Liebe“ wenn klar ist, dass man die Meinung des Gegners verabscheut und ihn hasst merkwürdig vor. „Wir wollen sachlich und höflich bleiben“ kann ich nachvollziehen, aber Liebe verdeckt dann doch zu viel der eigentlichen Absicht und macht es falsch. Vielleicht weil „ich liebe meinen Gegner“ auch immer eine Infantilisierung des Gegners mit sich bringt „Du bist zu blöd zu verstehen, dass du unrecht hast und deswegen liebe ich dich trotzdem, du kannst ja nichts dafür“

Denn es gibt ja keinen Grund dafür jemanden zu lieben, der eine vollkommen falsche Meinung hat. Und die Care Bear Taktik erscheint mir für das wahre Leben auch wenig effektiv:

Carebears bwz Glücksbärchis

Carebears bwz Glücksbärchis

Die einzige Kraft scheint mir da eher im Virtue Signalling zu liegen und darin, dass man so seine eigene Position weniger angreifbar macht, denn man gibt ja nur Liebe.

40 Gedanken zu “„Wir wollen nur Liebe, die wollen Hass“

    • Das schlimme ist, dass die Linke heute vollkommen ihre eigenen Wurzeln vergessen hat und vollkommen unfähig ist eigene Fehler zu erkennen. Jeder Verweis auf die Literatur, auf Dystopien oder vergangene Idiotien ist vollkommen verschwendet an diese Leute.

      Da hat doch noch nicht mal jemand die Verfilmung gesehen…

      Wenn Dystopien dann doch bitte eine in der Hedonismus gewählt wurde um das Volk auf Linie zu halten. Keusche permanente Vorwurfshaltung und Selbstkasteiung hatten wir schon und das war Scheiße.

      • Michael,
        sei mal nicht so geizig. In aller Regel sind es alle extremen Gruppen die so agieren.
        Die extremen Christen, Muslime oder Juden sind im Besitz der einzig gültigen Wahrheit. Politische Gruppen ob Links, Rechts, Grün oder Schwarz sind im Besitz der einzigen Wahrheit. Die Amerikaner, Russen oder Chinesen haben sie.
        Alle bedienen sich der gleichen Methodik, dem Fingerpointing.

        Oder aber die Feministinnen, die Valerie Solana ein recht zweifelhafte Person als Fundament ihrer Theorien nutzen.

        Der Mensch ist so gestrickt.

      • Ja, hast ja recht. Aber die sind alle nicht so gut darin sich als Opferlämmer („ich liebe doch alle Menschen“ zu generieren)

        Trotzdem bleib ich dabei lieber Brave New World, als 1984.

    • Wir fällt bei sowas ja immer nur dieses Zitat ein:
      „Ich liebe – Ich liebe doch alle – alle Menschen – Na ich liebe doch – Ich setze mich doch dafür ein.“

  1. In der Regel ist diese Form von „Liebe“ nichts weiter als leere Worte hinter welchen man seine tatsächliche Einstellung gegenüber den Gegnern verbergen kann. Wie Matze erwähnt hat besteht die Verbindung zum orwellischen „Ministerium für Liebe“ damit nicht nur im Namen. Wäre die dahinterstehenden wirklich selbst Hassfrei würden sie eher so handeln:
    https://sz-magazin.sueddeutsche.de/wild-wild-west-amerikakolumne/ein-schwarzer-pianist-entmachtet-den-ku-klux-klan-83122

    Ein solches Verhalten erfordert aber oft viel Zeit und ein Erfolg ist nicht sicher, gibt einem dazu leider auch nicht die Befriedigung „Es mal dem Feind mal so zu zeigen!“ oder „Rache“ für Opfer zu üben. Leider ist typisch menschlich, für die meisten ist richtig was sich „Gut“ anfühlt. So entsteht auch viel Doppelmoral. Wenn es den Gegner trifft fühlt es sich gerechtfertig an und man ist zufrieden, wenn es die Leute trifft mit welchen man Sympathie hat ist es falsch. Darum musste ich mir Kritik an Daryl Davis von der gleichen Person anhören die unprovozierte Gewalt als Mittel gegen Rechte usw. zelebriert hat. Sie haben es schlicht nicht verdient mit Anstand behandelt zu werden, weil sie es selbst auch nicht tun, sogar wenn es die Welt insgesamt besser macht. Die auf der anderen Seite sehen das natürlich ziemlich genauso und am Ende verurteilen sich Beide für so das exakt gleiche Verhalten.

    Keine Ahnung ob es diese Einstellung in der Vergangenheit mehr gab, aber in der Gegenwart scheint es an der Einstellung (moralisch) so sehr wie nur irgendwie möglich besser zu sein als sein Gegner zu fehlen.

  2. Deinem Posting stimme ich durchaus zu, werter Christian. Einen wichtigen Aspekt hast Du allerdings unter den Tisch fallen lassen: die Linke dominiert die Massenmedien und insbesondere auch die zwangsfinanzierten Staatsmedien, womit der Kampf links gegen rechts ein asymmetrischer Kampf ist. Die Rechte ist in dieser Konstellation der Underdog, der gegen eine grosse linke Medienmehrheit antreten muss Deswegen sind auch diese linken Hasskampagnen in den Massenmedien möglich, ohne dass sie von deren Trägern als Hass empfunden werden.

    Das Netz gibt nun beiden Seiten gleich lange Spiesse in die Hand, weswegen wir dann solche Gesetze wie das Netzwerkdurchsetzungsgesetz bekommen, welche diese Symmetrie im Netz wieder zu beseitigen versuchen.

    Man könnte auch sagen: linker Hass ist gut, da dem Zweck der politmedialen Mehrheit dienlich; rechter Hass ist schlecht, da nur von den Underdogs getragen. Natürlich ist auch eine hassfreie Auseinandersetzung möglich, scheitert aber in erster Linie an der linken Medien- und Politmacht, die das mehrheitlich nicht will. Wer die Macht hat, hat nunmal auch die Verantwortung.

    Dein Posting versucht die Debatte auf eine sachliche Ebene zu stellen, was löblich ist. Aber die Zeit ist wohl noch nicht reif, aus den Schützengräben herauszukriechen.

  3. Es gibt in Deutschland politische Gruppierungen, die ausschließlich davon leben und leben wollen, US-amerikanische Theorie und Politik zu kopieren, zu plagiieren und zu installieren.
    Ohne dass erkennbar ist, diese Theorie oder Politik träfe auf eine (deutsche) Gesellschaft mit gleicher Geschichte oder Zusammensetzung oder Politik wie diejenige, die sie kopiert und plagiiert.
    Vorzugsweise in Gestalt einer „NGO“, die nichts anderes ist, als durch deutsche Staatsmittel oder EU-Mittel gepamperte Sprechpuppe einer politischen Fraktion oder Gruppe in diesem Staat selbst.

    „Hate speech“ war und ist ein politisches Mittel für die und in den USA, die u.U. unappetitlichen Folgen einer relativ schrankenlosen Meinungsfreiheit politisch bekämpfen soll, indem die Aufstachelung zum bspw. Rassenhass in seiner politischen Funktion entlarvt wird:

    Die permanente Abwertung einer bestimmten Bevölkerungsgruppe auf der Basis eines intensiven Gefühls der Abneigung gegen diese Gruppe, mit dem Ziel der Entmenschlichung dieser Gruppe, welche wiederum das Gefühl der Abneigung und auch aggressive Handlungen gegenüber dieser Gruppe rechtfertigt. Eine zirkuläre, sich selbst verstärkende Logik.
    Dieses politische Mittel tritt *ergänzend* zum dem an, was juristisch in den USA *nicht* durch Beleidigung oder Verleumdung geahndet werden kann.

    Ganz anders in Deutschland, wo bereits der § 130 Volksverhetzung existiert:
    „(1) Wer in einer Weise, die geeignet ist, den öffentlichen Frieden zu stören,
    1. gegen eine nationale, rassische, religiöse oder durch ihre ethnische Herkunft bestimmte Gruppe, gegen Teile der Bevölkerung oder gegen einen Einzelnen wegen seiner Zugehörigkeit zu einer vorbezeichneten Gruppe oder zu einem Teil der Bevölkerung zum Hass aufstachelt, zu Gewalt- oder Willkürmaßnahmen auffordert oder
    2. die Menschenwürde anderer dadurch angreift, dass er eine vorbezeichnete Gruppe, Teile der Bevölkerung oder einen Einzelnen wegen seiner Zugehörigkeit zu einer vorbezeichneten Gruppe oder zu einem Teil der Bevölkerung beschimpft, böswillig verächtlich macht oder verleumdet, wird mit Freiheitsstrafe von drei Monaten bis zu fünf Jahren bestraft.“

    Das ist – wenn man so will – bereits unser „hate speech“-Paragraph.
    Warum tritt dann NEBEN das Mittel der juristischen Verfolgung von Volksverhetzern noch ein weiteres Mittel, nämlich die Verfolgung von „Hass“ mit den Mitteln der NGOs und des „Ministeriums für Liebe“?
    In erster Linie, weil vor dem Gesetz leider *alle gleich sind*.
    Wer die Menschenwürde anderer angreift, eine Gruppe oder einen Einzelnen wegen seiner Zugehörigkeit zu einer Gruppe beschimpft, böswillig verächtlich macht oder verleumdet macht sich strafbar.
    PUNKT

    Die widerwärtigen weißen, heterosexuellen, alten Männer hingegen, die dem Fortschritt der „Menschheit“ im Weg stehen, weil sie die Welt beherrschen, die man im Bestand um 90% reduzieren sollte (lacht), so sie sich nicht selbst entsorgen (scum) als Feindbild zu etablieren, zu kultivieren und zu rechtfertigen gelingt demzufolge nur politisch.

    Dass also eine Gruppe existiert, der ein „intensives Gefühl der Abneigung“ zu Recht gebührt, weil sie dieser Gruppe angehören und eine andere Gruppe, die das „intensive Gefühl der Abneigung“ zu Recht etabliert und kultiviert. D.h. das „Liebesministerium“ besorgt die *politische Rechtfertigung* der Produktion eines Hassobjekts oder Feindbilds, weil das Liebesministerium und seine NGOs sich im Besitz einer Theorie befindet, die das Gute (TM) vom Bösen (TM), die Kräfte des Lichts von denen der Finsternis trefflich zu unterscheiden weiß, weil sie eben die Guten (TM) sind.
    Man kann den Rückfall der Politik auf die Religion und auf die Mobilisierung von Affekten ganz einfach erklären: Weil ihnen gar nichts anderes übrig bleibt.

    Nachdem es gerechtfertigt ist, eine Bevölkerungsgruppe auf der Basis von Geschlecht und Hautfarbe zu hassen, die sich verschworen hat die Welt zu beherrschen und diese mit Unheil zu überziehen, wird es schwer bis unmöglich mit der *politischen* Bekämpfung von Rassismus, Sexismus und antisemitischen Verschwörungstheorien.
    Man kann dem politischen Gegner schlecht vorwerfen, was Mittel der eigenen Politik und Bestandteil der eigenen Theorie ist – Lechts und Rinks kann man dann in der Tat leicht velwechsern.

    Ich kann beides aber noch immer sehr gut unterscheiden. Auch ohne Religion.

    • „Ich kann beides aber noch immer sehr gut unterscheiden. Auch ohne Religion.“

      Dir sind auch zwei wichtige Dinge in die Wiege gelegt worden. Intelligenz und Anstand.
      Auch wenn ich Deinen politischen Ansichten sehr häufig gar nicht zustimmen kann, lese ich Deine Beiträge immer gern. Fundiert und sachlich – so geht Diskussion.

      • @Frank

        Vielen Dank für dein Lob!

        Aber eigentlich schreibe ich in dieser Sache seit Pi mal Daumen 2015 den gleichen Text und finde das traurig.
        Das erst mal als der stellvertretende Chefredakteur von „heise“ am 15.12.2015 mit einem Beitrag namens „Hate Speech. Hassrede. Und freie Meinungsäußerung … ein Kommentar.“ aufschlug.
        https://www.heise.de/newsticker/meldung/Hate-Speech-Hassrede-Und-freie-Meinungsaeusserung-ein-Kommentar-3044035.html

        Ich kommentierte im Forum:

        „1. Es beginnt eine solche Argumentation immer wie folgt:
        „Eigentlich ist Meinungsfreiheit ein hohes Gut.“ und dann folgt zwangsläufig: „Aber!“
        Denn von einigen Bürgern und Bürgerinnen hat der Autor eine vorgefasste Vorstellung über den Inhalt ihrer Meinungen:

        „Es sind die PegidistInnen und die Maskulinisten, die Identitären, Reichsdeutschen und Antifeministen, die „Das wird man doch noch mal sagen dürfen“-BürgerInnen und die Verschwörungstheoretiker, die mit Rassismus, Menschenverachtung, Ausländerfeindlichkeit, Antisemitismus, Frauenfeindlichkeit, Sexismus eine krude Hassblase erzeugen und im Endeffekt alle aus derselben Höhle gekrochen scheinen.“

        Also von denjenigen, die ALLE aus derselben HÖHLE GEKROCHEN kommen.
        Höhlenmenschen eben.
        Der Autor bedient hier im Modus der verfolgenden Unschuld die Strategie des „Das wird man doch mal sagen dürfen!“, die er im gleichen Atemzug anprangert.
        Und lebt anscheinend in einer Filterblase, die ihn das nicht wahrnehmen lässt.
        Einerseits muss die manifeste Doppelmoral kritisiert werden, die sich dahinter verbirgt. Andererseits ist festzustellen, dass sich diese Argumentationsstrategie in der Mainstreampresse inflationär verbreitet hat.

        Nämlich andere Menschen – gegen Zeilenhonorar – massiv abzuwerten und die Empörung, die auf diese Abwertung folgt als Bestätigung der eigenen Meinung zu betrachten, man werde völlig voraussetzungslos persönlich angegriffen.

        2. Dass Herr Kuri jedoch für sich in Anspruch nimmt, mich mit einem Begriff zu belegen, der nur in seiner ideologischen Clique existiert, nämlich „Maskulinist“, statt Maskulist und aus mir einen Rassisten, Antisemiten, Frauenfeind, Ausländerfeind, Sexisten etc. macht, kann auf keinen Fall eines sein: „hate speech“.
        Denn Herr Kuri schreibt auf „heise online“ und das bedeutet: Er kann und er darf das.

        Das Signal, das hier gegeben wird lautet: Wenn die RICHTIGEN beleidigen, herabsetzen und verleumden handelt es sich nicht um „hate speech“.
        Und wer die Machtmittel im Diskurs hat bestimmt, wer die RICHTIGEN sind, die beleidigt, verleumdet und herabgesetzt werden.
        Oder anders herum: Was a. als „hate speech“ jeweils zu gelten hat, wer b. Opfer oder c. Täter von „hate speech“ ist, das bestimmen die RICHTIGEN.

        Das jedoch heißt, man hat sich vom Konzept der „Wahrheit“ oder „Unwahrheit“ eines Vorwurfs bereits verabschiedet. Was als „wahr“ oder „unwahr“ zu gelten hat, bestimmen die mit dem Machtmitteln im Diskurs.
        Herr Kuri, Propaganda bleibt Propaganda.
        Und die Verbreitung von Vorurteilen, Stereotypen, Verleumdungen und Beleidigungen wird nicht dadurch geadelt, dass sie aus der „richtigen Gesinnung“ heraus erfolgt.
        Sie sorgen nur für die völlige Austauschbarkeit von „rechts“ und „links“.“

        https://www.heise.de/forum/heise-online/News-Kommentare/Hate-Speech-Hassrede-Und-freie-Meinungsaeusserung-ein-Kommentar/Ein-paar-Anmerkungen-eines-Maskulisten-zur-Argumentation-des-Artikels/posting-24027427/show/

        • >>Die widerwärtigen weißen, heterosexuellen, alten Männer hingegen, die dem Fortschritt der „Menschheit“ im Weg stehen, weil sie die Welt beherrschen, die man im Bestand um 90%…<<

          Seltsamer Weise wollen aber alle diese Verächter der weißen alten Männer in einer Welt leben, die durch die kulturellen und technischen Errungenschaften eben dieser Männer geprägt ist , wirklich seltsam.

          Aber eigentlich wollte ich etwas anderes anmerken, ich weiß nicht ob die klassischen rechts -links Schemata noch passen, ich registriere eine allgemeine geistig moralische Verwirrung angesichts des immer klarer hervortretenden Endes der Sackgasse, in die sich die Menschheit hineinbewegt. Und diese Verwirrung hat wahrscheinlich eine Ursache darin, daß bis auf einsame Rufer in der Wüste, keiner ob rechts oder links erkennt oder eingestehen will, daß zur Lösung der Probleme endlich mal auch das Hypergame Wesen der Frau* und damit des allgemein menschlichen Verhaltens, mit in die Diskussion gebracht werden muss. Zaghafte Versuche in die Richtung werden meist panisch im Ansatz erstickt.

          * ich weis, das ist eine grobe platte Pauschalisierung, aber ich hoffe es wird erkannt was ich meine, daß viele Probleme, ob Umwelt, Krieg, alles eine wesentliche Ursachenkomponente im geschlechtlichen Verhalten haben, und daß das übliche die Männer (vorzugsweise alt und weiß) sind schuld und verantwortlich eine Verschleierung tatsächlicher Ursachen- und Wirkungszusammenhänge ist, bei deren Erforschung der Aufmerksamkeitsfokus* die handelnde Rolle der Frau scheut*, wie der Teufel das Weihwasser.
          Die Scheu der Frauen besteht aus gutem nachvollziehbarem Grund, die der Männer wahrscheinlich aus Dummheit.

        • „Seltsamer Weise wollen aber alle diese Verächter der weißen alten Männer in einer Welt leben, die durch die kulturellen und technischen Errungenschaften eben dieser Männer geprägt ist , wirklich seltsam.“

          Nein, wollen sie eben nicht.
          Kulturelle und technische Errungenschaften der WHM sind Sklaverei, menschenverachtende Ausbeutung, böswillige Ruinierung der (natürlichen Umwelt), krankmachende Dieselmotoren, also alles Dinge, auf die problemlos verzichtet werden kann.
          Zentralheizung, Handies, Seuchenfreiheit, Sicherheit vor Mord und Totschlag sind natürliche Produkte, die auf Bäumen wachsen – oder eigentlich schon immer da waren, wie die Kiesel am Ufer eines Sees.

        • Crumars Analyse gefällt mir und ist insbesondere in der Ausformulierung textbausteingeeignet.

          Da ich im rechtlichen Bereich tätig bin, denke ich so:

          Aussagender (mitWerten/Eigensch E):
          „ Tatbestandsmerkmal A
          + Person E (mit Werten/Eigensch. E)
          = Positivbewertung

          Tatbestandsmerkmal A
          + Person T (mit Werten/Eigensch. T)
          = Negativbewertung“

          Meine Schlussfolgerung: Tatbestandsmerkmal A ist für die (moralische) Bewertung des Aussagenden ohne Belang (motivierte Argumentation). Der Aussagende bewertet lediglich die Person mit den favorisierten Werten/Eigenschaften.

          Die Werte/Eigenschaften E und T stehen in Konkurrenz zueinander und für mich im Diskurs gleichberechtigt nebeneinander.

          Tatbestandsmerkmal A kann z.B. Hatespeech, Trollen etc. sein.

          Wenn mir diese Form der Argumentation im Gesinnungsjournalismus oder bei sonstigen moralischen Leuchttürmen begegnet, spüre ich eine tiefe Abneigung gegen den Aussagenden und die Institutionen, welche dies unterstützen.

      • Weißt du, explizit zu sagen ein posting präsentiere „Intelligenz und Anstand“ lässt bei mir alle Alarmglocken läuten.
        Das sieht nach einem versuchtem Reframing aus, solche Eigenschaften kommen aus einem Posting selbst hervor, es ist nicht nötig dies herauszustellen.

        Es sei denn man weiß dass die Heraustellungen nicht exisiteren.

        • Kann man so sehen, wenn man will. Ich denke allerdings, wenn jemand sich vorbildlich verhält, kann man es auch mal erwähnen.
          Die Qualität eines Blogs hängt schließlich auch mit Kommentaren zusammen und da gibt es hier im Vergleich doch einige gute Vorbilder.

          • „Ich denke allerdings, wenn jemand sich vorbildlich verhält, kann man es auch mal erwähnen.
            Die Qualität eines Blogs hängt schließlich auch mit Kommentaren zusammen“

            So ist es.
            Und Crumar schreibt regelmäßig herausragende Beiträge. Das hängt sicherlich wesentlich mit Intelligenz und Anstand zusammen, aber ich möchte darauf hinweisen, dass die spezifische Originalität von Crumars Beiträgen zusätzlich dazu auch z.T. mit der kompetenten Anwendung seiner marxistisch-fundierten Analyseperspektive zu tun hat, (eine Analyseperspektive, die z.B. ich, da ich kein Marxist bin, nicht in dieser Weise beherrsche und anwenden kann).

            Es gibt eine Art und Weise soziale Phänomene zu analysieren, die tatsächlich typisch marxistisch ist (Marxisten verwenden dafür manchmal den Begriff „materialistisch“) und Crumar wendet diese oft auf die kritische Analyse von Phänomenen wie z.B. den vorherrschende Feminismus und die postmoderne Political Correctness (und viele andere Dinge) an.

            Ich sage selbstverständlich nicht, dass eine solche materialistische Analyseperspektive die einzige richtige oder die einzige wertvolle Analyseperspektive wäre, es gibt viele weitere Analyseperspektiven, die wertvoll sind und die uns potentiell zu wichtigen Teilwahrheiten führen können, ich sage nur, dass es, je nach Fragestellung, ein Nachteil sein kann, auf die Teilwahrheiten, die uns die marxistisch-materialistische Analyseperspektive potentiell bezüglich sozialer Phänomene ermöglicht, zu verzichten. Für die Männerrechtsbewegung wäre es m.E. ein Nachteil, wenn diese Analyseperspektive fehlte und um dies festzustellen, muss man kein Marxist sein.

            Ich wollte allerdings mal auf diesen Punkt hingewiesen haben, da er meinem Eindruck nach auf diesem Blog manchmal nicht ausreichend gesehen wird, da die Spezifität verschiedener analytischer Perspektiven nicht jedem bewusst ist. Es ist nicht einfach so, dass Crumar einerseits Marxist ist und andererseits regelmäßig gute Analysen schreibt, sondern (neben Intelligenz und Anstand) ist es auch die souveräne Beherrschung der materialistisch-marxistischen Analyseperspektive, die es ihm ermöglicht, jene spezifischen Analysen vorzunehmen, die wir von ihm kennen und die für uns nicht-marxistische Leser oft gewinnbringend und erkenntnisfördernd sind, weil wir diese spezifische (marxistisch-materialistische) Herangehensweise an Dinge eben nicht in dieser Weise beherrschen.

          • @ Leszek
            Ein Marxist kann per Definition keine herausragenden Beiträge aus marxistischer Perspektive schreiben, da er einer Ideologie anhängt, deren mörderische Untauglichkeit mehrere Male erprobt wurde.

        • @ Adrian

          „Ein Marxist kann per Definition keine herausragenden Beiträge aus marxistischer Perspektive schreiben, da er einer Ideologie anhängt, deren mörderische Untauglichkeit mehrere Male erprobt wurde.“

          Das ist erstens falsch, weil es neben den autoritären marxistisch-leninistischen Strömungen stets auch demokratische und humanistische marxistische Stömungen gab:

          https://man-tau.com/2018/05/30/kritik-an-jordan-peterson-antwort-von-leszek-auf-genderama-leserbrief-zu-jordan-peterson-vom-16-mai-2018-eine-kleine-artikelserie-1-teil/#dm123

          Zweitens ist es falsch, da es in meinem obigen Kommentar ja um die spezifische materialistisch-soziologische Analyseperspektive im Marxismus geht (und gar nicht um politische Sichtweisen oder Gesellschaftssysteme). Die materialistische Analyseperspektive lässt sich natürlich auch (wie alle Analyseperspektiven und Methoden) einseitig, falsch und dogmatisch anwenden, aber ausgewogen und methodisch richtig angewendet, führt sie bei vielen sozialen Phänomenen zu interessanten und relevanten Erkenntnissen. Dass es heutzutage in der Soziologie z.B. normal ist bei sozialen Bewegungen (egal welcher Art) stets auch die Klassenzugehörigkeit/Schichtzugehörigkeit der Träger dieser sozialen Bewegungen zu erforschen und in eine umfassendere Analyse einzubeziehen, geht z.B. ideengechichtlich auf die marxistisch-materialistische Analyseperspektive zurück.

          – Und drittens hat der (ökomonische) Liberalismus, darauf hatte ich ja schon mehrfach hingewiesen, ebenfalls gewaltige Leichenberge produziert, die jenen des sogenannten real existierenden Sozialismus (von mir als Staatskapitalismus bezeichnet) in nichts nachstehen, sondern diese wahrscheinlich übertreffen.

          Literatur hierzu:

          1. Domenico Losurdo – Freiheit als Privileg. Eine Gegengeschichte des Liberalismus

          Hier eine kurze Rezension zu dem Buch beim Humanistischen Pressedienst:

          http://hpd.de/node/13383

          2. Robert Kurz – Schwarzbuch Kapitalismus. Ein Abgesang auf die Marktwirtschaft

          Dieses Buch kann vollständig im Netz gelesen werden:

          http://www.exit-online.org/pdf/schwarzbuch.pdf

          3. Noam Chomsky – Wirtschaft und Gewalt. Vom Kolonialismus zur neuen Weltordnung

          https://www.bol.de/shop/home/artikeldetails/ID42827145.html

          4. Mike Davis – Die Geburt der Dritten Welt

          https://www.buecher.de/shop/kolonialgeschichte/die-geburt-der-dritten-welt/davis-mike/products_products/detail/prod_id/10858900/

          Trotzdem wirst du, Adrian, vermutlich der Ansicht sein, dass der Liberalismus, trotz dieser gravierenden Schattenseiten, auch eine andere, humanistische Dimension besitzt, auf deren Teilwahrheiten wir nicht verzichten sollten, oder?

          Die statistischen Tricks, mit denen heute versucht wird, den Eindruck zu erwecken, dass der globale Kapitalismus die Armut in der Welt deutlich verringern würde, beschreibt übrigens der Wirtschaftswissenschaftler und Anthropologe Jason Hickel in einem Kapitel seines Buches „Die Tyrannei des Wachstums. Wie globale Ungleichheit die Welt spaltet und was dagegen zu tun ist“:

          https://www.bol.de/shop/home/artikeldetails/ID87951498.html

  4. Die „wir wollen nur Liebe“-Fraktion krankt daran, dass sie überwiegend aus „Bauchdenkern“ besteht (auch der Grund, warum Frauen und Jüngere dort i.d.R. dominieren). Die glauben das wirklich, weil sie eben oft nicht kausal und logisch denken, sondern empfindungsmässig. Und das in sehr eingeschränkten Empfindungen, weil sie natürlich unangenehme Konfrontationen vermeiden und daher oft scheitern, sich Eskalationssituationen oder unangepasstes Verhalten überhaupt vorzustellen. Das ist auch die Gruppe, die so Sachen sagt wie „Geld darf bei sowas keine Rolle spielen“ (natürlich nur, wenn andere zahlen sollen, sonst fühlt es sich falsch an 😉 usw.

    Meine Frau berichtet regelmässig von einer Richterin, die im Kindergartenbekanntenkreis manchmal zugegen ist und vollkommen auf political correctness getrimmt. Die fährt selbst den Kindern über den Mund, wenn die erzählen, dass die F**chtlings*-Klasse furchtbar laut wäre (wenn Ausfall ist etc., werden die Kinder manchmal dort mit reingesetzt, mittlerweile wurde sie m.W. aufgelöst). Dabei tut Kindermund meist Wahrheit kund, sie schwafelte dann aber was von „Vorurteilen“, gerade so, als ob die Kinder sich das ausgedacht hätten. Sie scheitert einfach daran, sich eine andere Sozialisierung, als ihre eigene, vorzustellen. Dass die dann auch noch Richterin ist, jagt mir einen Schauer den Rücken runter. Die hätte eher eine gute Hausfrau abgegeben.

    Die aktuelle Entwicklung der Gesellschaft lässt mich glauben, dass es nötig sein könnte, in der Schule etwas wie Reflektionsvermögen, Erkennen der eigenen Grenzen, logisches kausales Denken usw. mehr zu trainieren. Ich bezweifle nur, dass das Lehrpersonal dafür in jedem Fall geeignet ist… Zumindest sollte die Fähigkeit dazu bei wichtigen Schlüsselposten vor der Einstellung geprüft werden, Leute die zwar viel wissen, aber intellektuell vollkommen ungeeignet sind, können extremen Schaden anrichten.

    • Eine gewisse Lebenserfahrung ist wohl nötig, um solche Ansichten abzulegen. Als junger Mann habe ich auch so gedacht; entscheidend für den Meingswandel wareb a) meine Erfahrungen an der Uni, wo ich die Linken als extrem intolerant, aggressiv und machtgeil kennen lernte, und b) meine Reisen nach Südamerika. Was ich dort beobachtet, brachte mich zu der Ansicht, dass die Menschen der III. Welt im wesentlichen selber schuld sind an ihrem Elend, bzw. dass sie es jederzeuit beseitigen könnten, wenn sie nur ein wenig Gemeinsinn entwickeln würden und weniger neidisch wären.

      Wenn man sich den Lebenslauf von Feministinnen oder linke Journalisten ansieht, kommen sie i.d.R von der Uni (geistes- oder sozialwisenschaftliches Studium) direkt zu den Medien oder in die Politik. Auslandsaufenthalte meistens nur in Europa oder USA. Da kann man das ganze Leben lang keine Erfahrungen machen, die zum Meinungswechsel fürhen könnten.

    • „Und das in sehr eingeschränkten Empfindungen, weil sie natürlich unangenehme Konfrontationen vermeiden “

      Nicht nur deshalb, sondern weil diese Emfindungen sehr gezielt bestimmte Wesen/Gruppen ein- oder ausschließen. Daher eher eine Karikatur auf das wahre Lieben und Verstehen aller Mitgeschöpfe im urchristlichen Sinne.

      Mit der Frage der Schule hast Du leider nur zu recht.

  5. „… a) meine Erfahrungen an der Uni, wo ich die Linken als extrem intolerant, aggressiv und machtgeil kennen lernte, …“

    Womit sie sich also in Nichts von den Rechten unterscheiden …
    Eine ähnliche Erfahrung hatte ich während des Studiums auch gemacht. Dass sie sich tatsächlich in der Ideologie und den Mitteln, sie durchzusetzen, kaum noch unterscheiden, fiel mir extrem bei einem Gedankenexperiment auf, in dem ich den Halbkreis des Bundesparlaments hinter der Regierungsbank zum Vollkreis schloss und die ganz Rechten und ganz Linken an die jeweils fiktiven Nahtstellen des Kreises hinter dem Regierungschef setzte. Dann verglich ich die Methoden der nun direkt nebeneinander sitzenden Fraktionen und stellte fest, dass man sie auf Demos tatsächlich nicht unterscheiden könnte, würden sie sich nicht durch Fahnen identifizieren.
    Ob Schwarzer Block auf ner Anti-G7-Demo oder faschistische Schwarzhemden des Italien der 20er Jahre, Methoden und Ideologie sind faktisch identisch.

    “ Was ich dort beobachtet, brachte mich zu der Ansicht, dass die Menschen der III. Welt im wesentlichen selber schuld sind an ihrem Elend, bzw. dass sie es jederzeuit beseitigen könnten, wenn sie nur ein wenig Gemeinsinn entwickeln würden und weniger neidisch wären.

    Da bin ich weniger Deiner Meinung. Besonders die Staaten Afrikas sind Produkte europäischer Kolonialzeiten. Die dort durch Landesgrenzen umfriedeten Völker haben oft weder kulturell, noch ethnisch gemeinsame Interessen. Auf der anderen Seite zerschneiden koloniale Landesgrenzen ethnisch zusammengehörige Gebiete. Es gibt also objektiv betrachtet keinen Grund, nationale Interessen im europäischen Sinne zu entwickeln.
    Hinzu kommt leider, dass Dauerkonflikte in Entwicklungsländern für die Industrienationen den Vorteil haben, dass man günstig an die dortigen Rohstofflagerstätten kommt.

    • @Carnofis, @El Mocho:
      Ich habe auch lange das Narrativ geglaubt, dass die „schreckliche Armut auf der Erde“ direkt durch Ausbeutung jener Armen (bzw. armen Nationen) durch den bösen weißen Mann verursacht werde. Habe ich nämlich im Gymnasium so gelernt, und da lernt man ja nix, was falsch ist, oder?

      Nachdem ich das subsaharanische Afrika (früher wohl: „Schwarzafrika“) in einem großen Teil und auch sehr unterschiedliche Gegenden in Südostasien und im Südpazifik bereist habe, hat sich meine Ansicht dazu deutlich geändert.
      Ein weiterer Einfluß auf meinen Ansichtenwandel war die Lektüre von Acemoglu/Robinson („Why nations fail“).

      Zunächst ein Disclaimer: ich halte sowohl die Existenz von Ausbeutung von Entwicklungsländern durch große Corporates als auch die Existenz von geostrategisch motivierten Kriegshandlungen im Interesse kleiner Eliten reicher Nationen für unbestreitbar. Die Ursachen für fortbestehende Armut in solchen Ländern sind aber deutlich komplizierter. Sonst würde ja, könnte man diese beiden Ursachen beseitigen oder deutlich dämpfen, durchaus schnell Wohlstand und demokratischer Rechtsstaat entstehen dort.

      Stattdessen denke ich, dass wesentliche Gründe für die Armut von Entwicklungsländern mit Kultur und gewachsenen, institutionellen Strukturen dort zusammenhängen (das ist das hauptsächliche Argument von Robinson und Acemoglu). Ich denke – über Acemoglu und Robinson hinausgehend – dass außerdem tradierte Kultur bzw. die Ideen menschlichen Zusammenlebens dort eine Änderung der Institutionen hin zu demokratisch-rechtsstaatlichen (also: westlichen(!)) nur sehr schwer bis überhaupt nicht zu realisieren sein würde. Die Demokratische Republik Kongo z.B. (in die zu reisen ich mich damals allerdings nicht getraut habe…) feiert in diesen Jahren gerade ihre fünfzigjährige Unabhängigkeit. In dieser Zeit, in der sie nicht mehr der (auf jeden Fall in den Tagen des Privatbesitzes durch den belgischen König Leopold) menschenverachtend-brutalen und repressiven Ausbeutung ausgeliefert war, wurde nicht etwa die Infrastruktur auf- oder ausgebaut, im Gegenteil befindet sich diese (insbesondere die Bahnlinien) heutzutage auf einem Zustand, der deutlich schlimmer ist als in den 30ern, als sie von den belgischen Kolonialherren errichten wurde. Gleiches gilt für Zambia (eine lokale Bekanntschaft auf der Afrika-Reise meinte: „Maintenance is a European concept!“) oder Vanuatu, wo man sich lieber von Australaid neue Straßen bauen läßt, als die (bereits von Australaid gebauten) vorhandenen Straßen sinnvoll zu erhalten.

      Carnofis schrieb:
      Die dort durch Landesgrenzen umfriedeten Völker haben oft weder kulturell, noch ethnisch gemeinsame Interessen. Auf der anderen Seite zerschneiden koloniale Landesgrenzen ethnisch zusammengehörige Gebiete. „.

      Warum kann man sich nicht einigen, die Landesgrenzen neu zu ziehen? Das ging ja sowohl auf dem Balkan als auch z.B. im Südsudan, Eritrea und in Ost-Timor. Klar, blutig. Das müßte aber ja nicht sein, wenn die Landesgrenzen das wesentlichen Entwicklungshindernis wären, oder doch? Deutschland hat ja die durch die ‚Kolonialmächte‘ gezogene Grenze auch überwinden können….

      Einen anderen Aspekt habe ich noch: Samuel Huntingdon bezeichnet die (westliche) Idee, dass individuelle Freiheit, individuelle Rechte, Demokratie, Rechtsstaat und Marktwirtschaft (also alles Ideen der (westlichen!) Aufklärung) die objektiv besten Werte seien, nach denen man Gesellschaften aufbauen sollte und man sich gar nicht mehr vorstellen kann, dass andere Kulturen das anders sehen und daher ‚alle Kulturen gleich gut oder schlecht seien‘ (der moderne Kulturrelativismus, der vor allem von den Verfechtung des modernen ‚Multikulturalismus‘ vertreten wird), als „Dünkel des Westens“ (conceit of the West). Ich selbst halte die Ideen der Aufklärung zwar tatsächlich für die besten, die die Menschheit hervorgebracht hat. Aber ich werte diese Ideen damit als besser (!) ein, als z.B. Werte der chinesichen Gesellschaft oder die von muslimisch geprägten Gesellschaften. Soweit mein Outing als Kulturchauvinist ;-).

      Aber: man sollte nicht auf den Fehler verfallen, dass alle Menschen aller Kulturen dieser Welt die aufklärerischen Ideen gut oder nachahmenswert fänden. Die Idee, afrikanische Staaten würden sich auf den direkten Weg in den demokratischen Rechtsstaat begeben, würden sie nicht von reichen Industrieländern ausgebeutet (die Industristaaten selbst beuten übrigens sicher nicht aus, Corporates sicher schon), ist nmA tatsächlich eine Art von Imperialismus.

      • Genau das meinte ich. Nigeria oder der Kongo sind reiche Länder; niemand hindert die dortigen Regierungen daran, eine vernünftige Politik zu machen und in Infrastruktur und Bildung zu investieren, aber sie tun es nicht. Weil ihnen so eine Idee wie die Nation oder das Gemeinwohl fremd ist, weil für sie das Wohl des eigenen Stammes bzw. der eigenen Familie wichtiger ist.

        Das war nun in Europa vor ein paar hundert Jahren nicht anders, aber es hat sich geändert, durch Aufklärung und Säkularisierung, und es ist nicht einzusehen, warum sowas nicht auch in Afrika stattfinden könnte. Das können aber nur die Afrikaner selber machen, und die moralisierenden Anklagen gegen die Kultur des Westens leisten dazu einen Bärendienst, genau wie die massenhafte Aufnahme von jungen Afrikanern, die in ihren Ländern gebraucht würden.

    • Ein Wort, und dein Narrativ fällt in sich zusammen: Asien.
      Asien war nicht weniger „kolonial“, und ist trotzdem auf dem Weg die Welt zu dominieren.

      Sorry aber die neue „White Mans burden“ ideologie lehne ich strikt ab.
      Die jetztigen Zustände sind, falls du dich damit besser fühlst, ebenfalls eine Folge der alten „White mans burden“ ideologie.
      (Und wenn man sich mal die Zahlen ansieht hat der Kolonialismus allen Nationen gut getan. Denkst du Indien wäre jetzt so ein Powerhouse ohne die anglisierung? )

  6. Am Montag hatte der Feuerwehrverband den Fragenkatalog auf seiner Website veröffentlicht. Entwickelt wurde er in Zusammenarbeit mit einer Professorin, die an der Fachhochschule Kiel tätig ist. Auf Nachfrage teilte der Feuerwehrverband mit, dass die umstrittenen Fragen aus dem Projekt „Zusammenhalt durch Teilhabe“ der „Mitte Studie Leipzig“ stammen. Dieses sei von der Heinrich-Böll-Stiftung und der Rosa-Luxemburg-Stiftung konzipiert worden.

    http://www.kn-online.de/Nachrichten/Schleswig-Holstein/Innenminister-greift-ein-Feuerwehr-zieht-Gesinnungstest-zurueck

    Die HBS verbreitet auch mal wieder Liebe in dem sie anderen Leuten Hass unterstellt. Wahrscheinlich ist für die HBS schon der hohe Männeranteil bei der FFW verdächtig.

    • „Wahrscheinlich ist für die HBS schon der hohe Männeranteil bei der FFW verdächtig.“

      Dann sollte sie lieber vorschlagen, solange Männer den Eintritt in die FFW zu verweigern, bis (mindestens!) 50% der Feuerwehrleute weiblich sind.
      Heute vorgeschlagen – morgen wäre das Thema Feminismus vom Tisch 😀

      • Die schlimmsten Patriarchen scheinen übrigens die Angler zu sein. Soweit ich weiß, sind 98% aller Mitglieder von deutschen Angelvereinen Männer….

      • Das glaube ich nicht, Tim!
        Äääh… sorry, falscher Film. 😉

        Nein, das wage ich zu bezweifeln. Man würde hier zwar vermutlich wesentlich deutlicher und konkreter die negativen Auswirkungen feststellen können, zumindest nach einer vermutlich relativ kurzen Zeit.
        Im Grunde gibt es aber so etwas ja schon längst. Zum Beispiel bei der Wahl von Göring-Eckardt zur Bundestagsspitzenkandidatin der Grüninnen, wo Wahlen ungültig erklärt werden, wenn zwei Männer gewählt werden.
        Oder aber Männer gefälligst zu schweigen haben, wenn keine Frau mehr politischen Verbalauswurf absondern möchte.
        Vergleiche Manndat e.V – u.a. aus der Champions League des Sexismus.:

        „Redelisten werden getrennt geführt, Frauen und Männer reden abwechselnd. Ist die Redeliste der Frauen erschöpft, ist die Versammlung zu befragen, ob die Debatte fortgesetzt werden soll.“

        Wenn Frauen bevorzugt und Männer (dadurch) benachteiligt werden, herrscht im überwiegenden Teil unserer Gesellschaft immer noch einmütiges Schweigen. Und da wo Feministinnen Arbeit statt Geld wittern, ist Frauenbevorzugung nicht notwendig. Bspw. bei so gefährlichen und anstrengenden Jobs wie bei der Feuerwehr.
        Dürfen dürfen die Frauen ja, ähnlich wie bei der Bundeswehr. Nur müssen müssen sie nicht. 😉

    • Ganz, ganz harte Sache!

      Ist schon ein bisschen wie DDR 2.0

      Wie Maesi schon gesagt hat, es besteht ein Ungleichgewicht. Hier wird das Feindbild der Linken und nicht der Rechten abgefragt, was ein Indiz dafür ist, wer sich in der Position glaubt, politische Gesinnungen abfragen zu dürfen.

  7. Liebe im Sinne von „Ministerium für Liebe“, das Folterzentrum im Roman 1984.
    Kann man immer recht einfach debunken, wenn man denen klar sagt, dass sie ihre Worte redefinieren.

  8. Eine „Pflicht zur Liebe“ ist einfach absurd. Liebe (ob nun Eros oder Agape) ist eine Gefühlsregung, die eine besondere Zuneigung zu einem Menschen betrifft, die nicht jedem zuteil wird, und die auch nicht durch einen moralischen Imperativ erzwungen werden kann. Wozu wir uns moralisch verpflichtet fühlen können, dass ist Achtung und Respekt gegenüber unseren Mitmenschen – auch da, wo wir sie nicht kennen oder wo wir sie sogar nicht leiden können. Hierauf beruhen auch die Menschenrechte, die auch für jene gelten, die wir nicht „lieben“. Achtung und Respekt beruhen auf wechselseitigen Schuldigkeiten, nicht aber auf gegenseitigen Herzensergießungen. Wer die ganze Welt „liebt“, liebt am Ende niemanden.

    Im Namen der „Liebe“ sind in der Vergangenheit schon schlimme Verbrechen begangen worden, wenn es darum ging, andere Menschen vor der Verführung zur „Sünde“ oder vor dem „Unglauben“ zu bewahren. In diesem Sinne war die Heilige Inquisition geradezu eine Institution der „Liebe“. Und dann gibt es den Spruch: „Willst Du nicht mein Bruder sein, dann schlage ich Dir den Schädel ein.“

  9. Genau DAS ist EINS der Themen, warum ich nach 5 Jahren des Zuschauerdaseins hier bei EvoChris aktiv geworden bin. Genau sowas ist gerade auf Youtube abgelaufen mit der ‚Lösch Dich‘-Doku von Rayksadler Anders und Jan Böhmermann’s „Reconquista Internet“ bei ZDFNeo. Schon das Framing von Imp und Dorian als ‚rechts‘ war hart an der Grenze zum §187 i. V. m. §11 (3) StGB.
    MMn war das ein Ablenkungsmanöver der ÖR, um sich einiger der wichtigsten Kritiker zu entledigen, die (außer vielleicht Martin Sellner) eine höhere Reichweite im Netz haben als ‚die Rechten‘.

    Wie sagte doch Herr Böhmermann, unser Bundeshofnarr für Volksaufklärung und SJW-Propaganda?: „Wir werden sie mit LIEBE überschütten“.
    Meine gute Kinderstube verbietet mir zu schreiben, womit ich diesen Mann 24/7 überschütten würde, wenn ich nur dürfte.
    Merke: Wer Rektal-Ambitionen hegt, darf kein Rückgrat haben.

  10. Pingback: Rechtsrutsch und Linksflucht | man tau

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