Selbermach Samstag 190 (02.06.2018)

Welche Themen interessieren euch, welche Studien fandet ihr besonders interessant in der Woche, welche Neuigkeiten gibt es, die interessant für eine Diskussion wären und was beschäftigt euch gerade?

Welche interessanten Artikel gibt es auf euren Blogs? (Schamlose Eigenwerbung ist gerne gesehen!)

Welche Artikel fandet ihr in anderen Blogs besonders lesenswert?

Welches Thema sollte noch im Blog diskutiert werden?

Für das Flüchtlingsthema gibt es andere Blogs

Ich erinnere auch noch mal an Alles Evolution auf Twitter und auf Facebook.

Es wäre nett, wenn ihr Artikel auf den sozialen Netzwerken verbreiten würdet.

Wer mal einen Gastartikel schreiben möchte, der ist dazu herzlich eingeladen.

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Missy Magazin trägt sich finanziell nicht selbst und könnte pleite gehen (wird es aber eher nicht)

Wie Arne auch schon berichtet hat scheint die Missy pleite zu sein.

Doch im zehnten Jahr des Bestehens befindet sich das Magazin in der finanziellen Krise. »Es ist bei Missy so wie bei vielen anderen Printmedien: Die Anzeigen sind weniger geworden«, berichtet Caren Miesenberger. Sie ist Projektmanagerin der #10UndMehrMissy-Crowdfunding-Kampagne und freie Autorin des Magazins. Miesenberger berichtet von einem »großen Umsatzrückgang, bis zu 17 Prozent«. Ein finanzielles Loch habe sich aufgetan, so die Autorin weiter.

Dies soll nun durch die Crowdfunding-Kampagne gestopft werden. Auf der Seite  kann man sich bereits ab einem Beitrag von zehn Euro an der Rettungskampagne beteiligen und erhält je nach Spendenbetrag bei erfolgreichem Abschluss ein Dankeschön. Das erste Ziel sind 15.000 Euro: Damit wäre das Magazin für das nächste Jahr gerettet, bei 35.000 Euro wären zwei Jahre sicher. Nach wenigen Tagen sind bereits rund 7.000 Euro eingegangen. Die Kampagne endet am 30. Juni.

Ein großer Umsatzrückgang ist ja erst einmal interessant. Es wäre interessant über welchen Zeitraum und wie die Finanzen von Missy überhaupt so sind.

Ein Einzelheft kostet 5.50 €.

Folgendes ist auf der Seite zu den Preisen im Abo zu finden:

  • Jahresabo Papier: 6 Ausgaben: 30 €
  • Jahresabo digital: 6 Ausgaben: 10 €
  • Sugar Mama Abo: 6 Ausgaben: 78 €

dazu kommt auch noch Werbung:

missy magazin

missy magazin

missy online Werbung

missy online Werbung

Zur Auflage heißt es in dem Artikel oben:

Erstmals erschien sie 2008 mit einer Auflage von 15.000 Exemplaren, die mittlerweile auf eine Druckauflage von 25.000 gesteigert wurde.

Sie drucken als 25.000  Stück, es wäre interessant, wie viele sie davon tatsächlich verkaufen. Mir scheint diesbezügliche Daten werden nicht veröffentlicht, ich konnte jedenfalls keine finden.

Die Daten der Emma sind da interessant:

  • Druckauflage: 44.174
  • Verbreitet: 30.144
  • Verkauft: 28.041
  • Davon im Abo: 21.052

Anscheinend stellt man wesentlich mehr her, als man verkauft, etwa 68% werden nur verbreitet. Übertragen auf die Missy wären das so etwa 17.000 Exemplare. Nimmt man das Verhältnis der Abozahlen zu verkauften Exemplaren der Emma und überträgt es, dann wären es etwa 13.000 verkaufte Exemplare.

Für das Missy Magazin habe ich entsprechendes nicht gefunden. Es findet sich nur das hier (Seite 3):

— 10.000 Abonnent*innen, Tendenz steigend — Online-Netzwerke auf Facebook, Twitter und Instagram
(rund 38 .000 Facebook-Freunde, im Durchschnitt
435.000 Beitragsaufrufe monatlich)
— Auflage auf 30.000 Hefte gesteigert — Erfolgreichster Magazinstart 2008/2009 des Deutschen
Presse Vertriebs
— Kontinuierliches Presseecho ab der ersten Ausgabe

10.000 Abonnenten wären etwa die Hälfte der Emma, 435.000 Beitragsabrufe monatlich wären nur etwa das 3.5 fache meiner Aufrufe pro Monat trotz 38.000 Facebookfreunden. Das kommt mir sehr wenig vor.

Hier waren einige Daten der inzwischen bestehendenMissy Magazine Verlags UG & Co KG zu finden:

Bilanzsumme:

Gewinn:

16.000 Euro Gewinn im Jahr sind jetzt nicht die Welt, aber Stefanie Lohhaus und Christina Klöver als Geschäftsführer werden sich auch noch ein Gehalt zahlen, welches dann für sie auch noch dabei rausspringt, ebenso wie die Gehälter für die Autoren und sonstigen Mitarbeiter. Die Zahlen sind zudem leider nicht sehr aktuell, die Bilanz für 2017 wird noch nicht eingestellt sein.

Auf der Crowdfundingseite heißt es:

  • Fundingziel: 15.000 €
  • 2. Fundingziel35.000 €
Mit 15.000 Euro schaffen wir es, euch für ein ganzes Jahr mit feministischem Journalismus zu versorgen – online und im Print.
Mit 35.000 Euro schaffen wir es, für zwei Jahre so weiter zu arbeiten wie bisher.

Anscheinend brauchen sie also 15.000 Euro pro Jahr mehr, damit es sich für sie lohnt. Das wären etwa 2.500 € pro Ausgabe oder 1250 € pro Monat.

Es wäre interessant, für was sie das ausgeben. Letzter Stand waren ca. 8500 € in einer Woche bei noch einiger Laufzeit, mal sehen ob es klappt.

Ich habe noch nie in eine Papier-Missy hineingeschaut, wäre interessant, wer da so Werbung macht. Auf der Seite selbst scheinen es mir eher kleinere Werbeträger zu sein, etwa ein Theater etc.

Eine ähnliche Crowdfundingaktion gab es übrigens schon einmal, nämlich 2015. Die ergab immerhin: 48.500 €.  Damit wurden neue Personen angestellt und die Anzahl der Magazine im Jahr erhöht. Ich vermute mal, dass das ein wesentlicher Faktor bei der höheren Bilanzsumme war.

Es soll nicht verschwiegen werden, dass man bei einer Unterstützung mit 300 € einen von 5 Häkelpenissen erhalten konnte, die restlos weggegangen sind:

Häkelpenise

Häkelpenise

Mit der Kraft des Penisses verkauft man eben alles.