Fehlendes Interesse an Fächern aus den Gender Studies und in welchen Fächern sind Vorlesungen aus den Gender Studies Pflichtveranstaltungen?

Arne berichtet folgendes:

1. Zwei Wochen lang, berichtet der „Merkurist“, fanden an der Universität Eichstätt die Aktionstage „Gesellschaft macht Geschlecht“ statt. Dort wurden Themen behandelt wie was bedeutet Genderismus, was Anti-Genderismus und wie kann man Gegenmaßnahmen zum Anti-Genderismus entwickeln, also einen Anti-Anti-Genderismus? (Schon die Fragestellung, wie man sich gegen abweichende Argumente „wehren“ könne, sagt einiges.) Die Teilnehmer dieser Veranstaltungen gingen allerdings kaum über die Veranstalter selbst hinaus; in der ersten Woche etwa waren es gerade einmal sechs Besucher.

Louisa Söllner indes, Referentin der Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten, glaubt an ein Interesse der Studenten an feministischen Themen. Dieses Interesse belegt sie damit, dass ihr Seminar „Einführung in Gender Studies“ über 100 Besucher gehabt habe – und lässt ihre Einschätzung keineswegs dadurch trüben, dass es sich für die meisten Besucher um eine Pflichtveranstaltung gehandelt hatte.

Das ist an deutschen Universitäten also Stand der Dinge, wenn wir dem „Merkurist“ in diesem Punkt mal Glauben schenken: Es werden Teilnehmer zwangsweise zu ideologischen Veranstaltungen gekarrt, und die politische Leitungsgruppe nennt die erreichten Zahlen als Beleg für die Begeisterung, mit der ihre Ideologie aufgenommen werde. Bleibt der Zwang allerdings aus, herrscht in den Workshops und Seminaren gähnende Leere.

Das wäre ja erst einmal eine gute Nachricht: Die meisten Studenten scheinen auch kein Interesse an den Gender Studies zu haben. Man muss die Zahlen künstlich durch Pflichtveranstaltungen schönen, damit die Leute die Vorlesungen besuchen.

Mitunter ist es ja so, dass man bestimmte Grundlagenscheine machen muss, man sich aber aussuchen kann, ob man sie aus diesem oder jenen Bereich besucht. Wäre interessant, in welchen Bereichen überhaupt Pflichtveranstaltungen aus dem Bereich vorgeschrieben sind und mit welcher Begründung. Interessant wäre auch, welche Ausweichmöglichkeiten bestehen.

Vielleicht können wir hier ja mal was aus der Richtung zusammentragen.

 

21 Gedanken zu “Fehlendes Interesse an Fächern aus den Gender Studies und in welchen Fächern sind Vorlesungen aus den Gender Studies Pflichtveranstaltungen?

  1. Hatte Arne nicht vor ein paar Tagen auch einen Artikel verlinkt, bei dem es darum ging, das selbst Kleinkinder bei diesem Mist nicht mitmachen wollen?

  2. Ich habe vor Jahren den Bachelor für die öffentliche Verwaltung in BW gemacht. Da gab es eine Gender-Pflichtveranstaltung. Das hat aber niemand wirklich ernstgenommen. Auch die Dozentin war Juristin und nicht „vom Fach“. Sie hat sich den Kram angelesen und unreflektiert wiedergegeben. Sie Gender zb jedes Mal mit hartem G ausgesprochen. Das Zeug war in sich logisch widersprüchlich.

    Es waren billige Punkte zum Ausgleichen, wenn man einfach wiedergegeben hat, was die hören wollte. Das hat viele – auch mich – in dem Modul, das mit „Management“ verknüpft war, gerettet. Management war ein wirrer unstrukturierter Bullshit, den niemand lernen konnte.

    Das war unter anderem der Anlaß, mich mit dem Thema kritisch auseinander zu setzen. Vorher hatte ich mit unbestimmten Bauchschmerzen zwar die herrschende Meinung über Patriarchat, Frauenbenachteiligung usw geglaubt.

    • Das ist ein interessanter Effekt solcher Veranstaltungen, die die Genderfraktion so gar nicht im Blick hat. Das das Zeug Leute zu Kritikern macht die vorher die Einheitsmeinung geglaubt hatten, wenn sie ungeschminkt mit der Unlogik und Doppelmoral des Genderzeugs konfrontiert werden.

      Ging mir genauso. Bei mir war es mein AstA Engagement was mich zum Antifeministen gemacht hatte.

    • Vorher hatte ich mit unbestimmten Bauchschmerzen zwar die herrschende Meinung über Patriarchat, Frauenbenachteiligung usw geglaubt.

      Vor ein paar Jahren gab es noch die Wehrpflicht, von der vermutlich du betroffen gewesen bist.
      Wie kann man da mit Bauchschmerzen an Frauenbenachteiligung glauben?

      Irgendwie sind wir Männer schon ein merkwürdiges Völkchen, so wie wir eigene Benachteiligung vollkommen verdrängen und uns auftischen lassen, (nur) Frauen wären benachteiligt und gefährdet.

  3. Anekdote aus meiner Studizeit in den 90ern, als ich in AstA Kreisen aktiv war (vergebt mir meine Jugendsünden)

    Unsere AstA Feministen hatten die Luise Pusch zu einem Vortrag eingeladen und Megawerbung auf dem Campus gemacht. Überall Poster geklebt, Flugzettel verteilt, Ansprache in den Hörsälen, Topstory im AstA Magazin.

    Gekommen sind 8 Leute, davon waren 7 vom AstA. Also effektiv 1 Besucher im Auditorium. Vollkommenes Desinteresse unter den normalen Studis sich eine Stunde lang feministische Propaganda anzuhören.

    Der Tobsuchtsanfall unseres Topfeministen (ja, war ein Mann) danach war legendär. Nicht das geringste gelernt, Schuld an dem ultrapeinlichen Debakel waren natürlich die sexistisch-patriarchalen Strukturen, oder so…

  4. „Die meisten Studenten scheinen auch kein Interesse an den Gender Studies zu haben.“

    Nicht nur die Studenten nicht – auch sonst keiner.

    Ich warne nicht zufällig schon seit Jahren davor, auf DIE FRAUEN einzuprügeln, nur weil ein paar männerhassende Lesben ihre feministische Sau durchs Dorf/Land treiben.

    Das Thema hätte sich schon vor 20 Jahren erledigt haben können, wenn WIR diesem Popanz nicht die gewollte Aufmerksamkeit schenken würden.
    Erledigung durch Desinteresse.
    Klappt doch sonst auch immer ganz gut.

    • Problem dabei ist bloss daß diese winzige Minderheit sich an den Schaltstellen einnistet und dann die Gesetze entsprechend ändert, genauso das Narrativ in den Medien bestimmt usw.

      Susanne Baer im Verfassungsgericht, überall Gleichstellungsbeauftragte, inszenierte Medienkampagnen wie GinaLisa sind wesentlich gefährlicher als nur ein paar durchgeknallte Lesben.

      Desinteresse unterstützt das indirekt indem es denen freie Bahn lässt.

      In Russland war es auch eine kleine Clique die das Land in die Katastrophe des Kommunismus geführt hat. Das war Grund für Stalins Paranoia, der genau wusste wie einfach eine entschlossene, skrupellose Gruppe die Staatsmacht an sich reissen kann wenn sie es drauf anlegt. Hatte er ja selbst geschafft.

    • So leicht ist das aber auch nicht. Es ist ja nicht unsere Aufmerksamkeit die diesen ganzen Popanz jährlich in (konservativ geschätzt) dreistelliger Millionenhöhe fördert (ich zumindest hätte nicht so viel Geld auf der hohen Kante, um damit eine mir mindestens suspekte Institution zu stützen, nur um an ihr weiterhin ungehindert meinen „Hassfetisch“ austoben zu können).

      Ich gebe dir absolut Recht, dass man hier auf gar keinen Fall auf „die Frauen“ extrapolieren darf. Die meisten Frauen sind, wie die meisten Männer, geistig völlig gesund und haben damit ganz selbstverständlich für derlei offen kontrafaktischen, unlogischen und selbstwidersprüchlichen Mumpitz nichts anderes als Kopfschütteln und Augenrollen über. Das Problem ist nur, dass von dir benanntes Klientel eben sehr gut vernetzt in den entscheidenden Positionen in Politik, Medien und Institutionen vertreten ist. Das begründet, wie es dazu kommt, dass von Regierungen Verordnungen und Gesetze verabschiedet werden, bei denen sich 99,99 % der Bevölkerung die Frage stellt, was dieser Blödsinn denn jetzt bitte soll, während unsere „Leitmedien“ in schiere Jubelextase verfallen und gleichzeitig alle, die sich die Frage stellen, was dieser Blödsinn denn jetzt bitte wieder soll, zu reaktionären, kinderfressenden Meganazis erklären.

      PS: OK, da kam man mir schon zuvor… 🙂

      • @ RW, Billy Coen

        Es stimmt schon, jetzt ist das Kind in den Brunnen gefallen und muss wieder herausgezogen werden.
        Meine Empfehlung zur Ignoranz der Ignorantinnen hätte spätestens vor 20 Jahren greifen müssen.
        Irgendwie haben wir da nicht aufgepasst.
        Die Schwarzgeld-Alice treibt ihr „Emma“-Unwesen schon seit 1977 (ich erinnere mich noch ganz genau an die 1. Ausgabe, die unser Klassensprecher grinsend eines Tages mitbrachte), davor agitierte sie acht Jahre lang unermüdlich für die feministische Weltrevolution – ohne Resonanz irgendwo.
        Irgendwo – Ende der 80er vermute ich – ist uns dann die Kontrolle entglitten und die Durchgeknallten konnten sich in den obengenannten Schlüsselpositionen festsetzen.
        Ich weiß nicht, ob da mit der Einführung der Frauenbeauftragten (später euphemistisch zur „Gleichstellungs“beauftragten umbenannt) ein kausaler Zusammenhang besteht.

      • „Die meisten Frauen sind, wie die meisten Männer, geistig völlig gesund und haben damit ganz selbstverständlich für derlei offen kontrafaktischen, unlogischen und selbstwidersprüchlichen Mumpitz nichts anderes als Kopfschütteln und Augenrollen über.“

        Die meisten Frauen haben allerdings auch überhaupt kein Problem damit, besser als Männer behandelt zu werden.

        • „Die meisten Frauen haben allerdings auch überhaupt kein Problem damit, besser als Männer behandelt zu werden.“

          Das ist aber nichts Neues und seit – mindestens – Jahrhunderten DER Motor für technischen Fortschritt.

          Früher gab es das Agreement, dass er die Kohle ranschafft und sie ihm dafür die Bude sauber hält und was Warmes auf den Tisch bringt.
          Heute gibt es die Erwartung, dass er die Kohle ranschafft und ihr dafür die Bude sauber hält und was Warmes auf den Tisch bringt.

          Das ist eigentlich so ziemlich das Einzige, was vom Feminismus gelegentlich zur normalen Frau überschwappt. Dieses „Ich bin eine Frau und allein schon deshalb verdien ich es!“

          • „Das ist aber nichts Neues und seit – mindestens – Jahrhunderten DER Motor für technischen Fortschritt.“

            Hä?

          • „Hä?“

            Die Zentralheizung wäre nie erfunden worden, wenn nicht ständig irgendwelche Frauen über kalte Füße gejammert hätten 🙂

  5. Komischer Wortdreher bei dieser Veranstaltung. In Wirklichkeit gilt doch bekanntlich „Geschlecht macht Gesellschaft“, also unser Triebleben ist die Ausgangsbasis, und darauf aufbauend versuchen Gesellschaften, die Triebe irgendwie zu zügeln und die Energie in sinnvolle Bahnen zu lenken, sonst wäre hier der Teufel los. 😉

  6. Man beachte den Hinweis auf dem Photo mit der Leinwand!

    Wenn Du mit dem folgenden Inhalt nicht klar kommst, kannst Diu Dich gerne in eine Pseudo-Gebährmutter zurückziehen.

    Stelle Dich NICHT dem Leben!

    Lerne rechtzeitig das MIMIMIMIMIMI!

  7. Zusammenfasselnd festgesteckt:
    Es kommen nur dann Leute, wenn ein Schein erforderlich ist – ansonsten gehen den Leuten diese Verrückten am Arsch vorbei (außer ein paar Spinnerten)

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