16 Gedanken zu “Political Correctness Debate ft. Stephen Fry, Jordan Peterson, Michael Dyson, Michelle Goldberg

  1. Dieser Redeschwall der Goldberg zur Eröffnung war ja ein Paradebeispiel für viel geredet aber nichts gesagt. Und ich bin ja nun Muttersprachler.
    Was mir auffällt, und nicht nur hier, ist dieses Muster von „es ist ja nur…“. Da hat Jordan Peterson Recht, das ist ein stückchenweises vorarbeiten, und am Ende hat man viel mehr nachgegeben, als man in einem Stück bereit wäre.

    Und trotzdem geht es immer um ein „wir gegen die“, und daß „die anderen nicht gewinnen“. Ganz schweres Geschütz ist „die Zukunft“ (zur Not des ganzen Planeten) oder „unsere Kinder“. Wer will schon eine düstere Zukunft? Wer will nicht, daß es unseren Kindern schlechter geht?

  2. Mit Jordan Peterson und Stephen Fry stehen hier auf der Gegenseite zwei brilliante Rhetoriker im Ring. Es ist so gesehen klar, dass die Proponenten der „Pro“-Seite ein bisschen wie trotzige Kinder wirken.
    So gesehen ist es erstaunlich, wie verhältnismäßig „gut“ sich die Pro-Seite verkauft, zum Teil auch auf Grund einiger recht seltsamer Vorkommnisse.
    1. Der Pro-Seite wird zugestanden, ein Stimmungsbild zu malen, das in der Form einfach lächerlich ist und sich außerdem mit Fakten leicht aushebeln lässt. „Weil es vor 150 Jahren schwarze Sklaven gab, haben schwarze Jugendliche quasi heutzutage gar keine Wahl, als kriminell zu werden“ – das kann man doch nicht ernsthaft behaupten. Der Aufstieg der Asiaten zur wirtschaftlich erfolgreichsten sozialen Klasse in der USA widerspricht diesem systemischen pro-weißen Rassismus ebenso wie der Erfolg anderer traditionell ausgegrenzter Gruppen (wie Juden oder Armenier). Dieser Opfermythos ist unhaltbar und Begründung für die Doppelmoral von PC, aber weder Fry noch Peterson machen sich die Mühe, hier nachzubohren.
    2. Petersons Frage nach dem Punkt, ab dem die Linke den Verfassungsbogen verlässt, ist (leider) eine klassische „continuum fallacy“. Er wünscht sich vermutlich, damit etwas zu kreieren wie ein Pendant des Rassismus für die Linke, und eine vernünftlige Antwort wäre dementsprechend wohl so etwas wie „Wenn eine politische Ideologie gruppenbezogenen Hass schürt, wird sie untragbar“. Goldberg und Dyson sind viel zu sehr auf Krawall gebürstet, um sich auf die Diskussion einzulassen.
    3. Auch Fry erlaubt sich einen Schnitzer, indem er auf das Stimmungsbild unter seinen Kollegen verweist – dass sich niemand traut, gegen PC zu sprechen. Es erlaubt Goldberg den billigen Trick, dass all das für die Opfer noch viel schlimmer sei yada yada.
    4.Die Diskussion bricht – aus Zeitgründen – mehrmals an genau der Stelle ab, an der sie interessant werden sollte. Dyson erzählt von der Allgegenwart von Rassismus, und niemand stellt ihn dafür zur Rede und verlangt Details. Goldberg behauptet, #metoo, die „Shitty media men list“ und andere Femegerichte hätten eh nur für nachgewiesen übelste Sexisten Konsequenzen gehabt – und man lässt sie mit derartig maßlosen Lügen einfach gewähren.
    5. Ich denke, der Zeitpunkt, an dem Dyson Peterson persönlich angreift, ist der Tiefpunkt der Debatte und der Punkt, an dem sie die Pro-Seite verliert. Dyson’s unverfrorener Sarkasmus kommt beim Publikum recht gut an, aber das war dann offenbar doch zu viel.

  3. Leider ging die Debatte am Thema vorbei.
    Identity Politics statt Political Correctness.
    Aber sind ja auch Akademiker, da wollen wir mal keine hohen Ansprüche stellen.

  4. Pingback: Political Correctness, das Individuum und Identitätstheorie | Alles Evolution

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