Anderes Spielen mit Kindern bei Männern und Frauen

Wir sind bei Freunden mit kleinen Kindern zu Besuch. Die Kinder wollen beschäftigt werden und ich weiß schon aus früheren Besuchen, dass die 5-jährige gerne „Fliegt“ indem ihr Vater sie fast etwas in die Luft wirft, jedenfalls aber an den Armen hoch zieht. Da der Vater dann irgendwann weg muss, weil er zur Arbeit muss,  braucht das Kind einen neuen, der dies übernimmt. Also fliegt es jetzt eben mit mir.

Südländerin schaut etwas besorgt, das Kind jauchzt aber glücklich.

Die Mutter sagt zu Südländerin:

„Das ist auch etwas, was man als Mutter lernen muss. Männer und Frauen spielen anders mit Kindern. Und beide Arten sind okay. Es ist okay, wenn der eine auch mal etwas macht, bei dem man denkt, dass es zu wild ist und man es selbst nicht so machen würde. Es ist gut, wenn die Kinder beide Arten kennen lernen“

(Bei ihr klang es noch etwas besser, aber so dem Grunde nach).

Erinnerte mich etwas an diese Erfahrung, wo auch ein Kind sehr sehr ängstlich war und die Mutter äußerst beschützend. Auch hier gilt natürlich, dass es nur eine Betrachtung über den Schnitt ist und es sicherlich auch genug Mütter gibt, die das anders machen und sicherlich auch Väter, die vorsichtiger sind oder eben zu unvorsichtig.

 ich würde interessieren, wie ihr das seht: Sind Mütter im Schnitt „schützender“ und Väter eher die, die auch mal etwas weiter gehen?

 

36 Gedanken zu “Anderes Spielen mit Kindern bei Männern und Frauen

  1. Wie oft sieht man denn junge Frauen im Fitnesszenter mit der Gewichtsklasse fünfjähriges Flugzeug trainieren? 😉

  2. Wie schwer ist denn so eine 5-Jährige? Um die 20 Kilogramm würde ich schätzen.
    Um solche Spiele, bei denen ein Kinderkörper so herumgewuchtet werden muss, länger durchzuhalten, braucht es auch Körperkraft, die die meisten Frauen nicht aufbringen. Männer schaffen das dagegen meistens ganz locker.

    • Würde uns etwas an unserer ‚wertvollsten‘ Ressource liegen, dann gäbe es Fitnesstests für angehende Kindergärtnerinnen.

    • „Um solche Spiele, bei denen ein Kinderkörper so herumgewuchtet werden muss, länger durchzuhalten, braucht es auch Körperkraft, die die meisten Frauen nicht aufbringen. Männer schaffen das dagegen meistens ganz locker.“

      Ich denke, DAS ist ein ganz wesentlicher Grund, weshalb Frauen solche Schwungspiele seltener machen.
      Um ein Kind in der Luft herumwirbeln zu können, bedarf es nicht unbedingt großer Kraft, wohl aber einer gewissen Kraftreserve, wenn der Schwung zu groß war und das Kind nicht mehr der geplanten Flugbahn folgt.

      Ich erinnere mich noch heute mit Schaudern, wie ich meinen Sohn mal im Kindergarten zur Begrüßung mit Schwung in die Luft geschleudert und dabei an den Händen festgehalten hatte. Er schwebte dann senkrecht über mir, kopfunter – und begann dann seine Rückkehr zu Mutter Erde auf meiner Rückseite. Hätte ich mich jetzt nicht reflexhaft selbst um 180° gedreht, ihn losgelassen und im Fallen wieder an Kopf und Po aufgefangen, um ihn dann wie eine Schiffsschaukel mit hoher Geschwindigkeit durch meine Beine hindurchpendeln zu lassen, er wäre aus 2,5m Höhe mit seinem ganzen Körper auf den Rücken geknallt, wenn nicht Schlimmeres.
      So fand er die Artistikeinlage saugeil und kreischte begeistert: „Nochmal, Papa!“

      Ich kann mir vorstellen, dass auch eine willige Mutter in so einer Situation mangels Kraftreserve und zu geringem Eigengewicht schnell ihre Grenzen überschreiten würde.

      Ich hab danach allerdings auch auf solche Begrüßungseinlagen verzichtet 🙂

      • Ja, es macht viel aus, ausreichende Kraft aufzubringen, um auch einen gtößeren Impuls abfangen zu können.

        Meine Stiefenkelin ist ja auch in diesem Alter. Mein Mann schleudert sie gelegentlich ähnlich herum.
        Mir ist das zu anstrengend. Ich lese ihr lieber etwas vor, oder bringe ihr Stricken bei.

  3. Schönes Beispiel, wie etwas was Frauen nicht können dazu verwendet wird um sie als besonders, besser als Väter, darzustellen – sie sind natürlich „schützender“ und Männer leichtsinniger.
    Feminismus bedeutet halt auch, die – angeblich nicht existierenden – Unterschiede immer als Vorteil der Frau und Nachteil des Mannes darzustellen.

    Vätern liegt der Schutz ihrer Kinder ebenso am Herzen, wie den Müttern. Und wenn sie merken, daß die Kraft nachläßt, dann ist halt nach dem dritten oder vierten „Noch mal!“ auch Schluß.

    Es dürfte wohl weitaus weniger Mütter als Väter geben, die mit den Kleinen „Flugzeug“ o. ä. spielen können, da sie schlicht und einfach nicht die Kraft und Ausdauer dazu haben. Der biologische Unterschied muß letztendlich zwangsläufig dazu führen, daß Mütter und Väter unterschiedlich mit den Kindern spielen.
    Das macht weder den einen besser, noch den anderen schlechter, weder den einen „schützend“, noch den anderen „unvorsichtig“!

  4. Auf den Kleinkindspielplätzen ist diese (klassische) Verteilung auch oft zu sehen: Der Vater versucht zu erklären, wie das Kind auf die Spitze des Kletternetzes kommt und die Mutter versucht in der Tendenz ein ängstliches Kind eher zum Aufgeben zu bewegen und ein wagemutiges zu bremsen.

    Allerdings habe ich bei einem Judo-Turnier auch Mütter erlebt, deren entschiedene Aufforderung nach Aggressivität an ihre Sprößlinge mich echt sprachlos gemacht hat.

    Die Erklärung für den ersten Punkt wäre für mich Risikoaversion. Die ist statistisch nachgewiesen, soweit ich weiß. Der zweite Punkt ist kniffliger.

    • Die wollen denke ich unbedingt, dass ihr Kind gewinnt. Meine (hoffentlich falsche) Erfahrung ist, dass Kinder da sogar zum Brechen der Regeln ermutigt werden und Verletzungen egal sind.

      • Erklärungsansätze für den Einzelfall würden mir auch einfallen. Die Frage, die ich mir stelle, ist die nach geschlechtsspezifischen statistischen Häufungen und deren Erklärung und da finde ich die Sache nicht so offensichtlich.

        • Habe die Erfahrung oft gemacht. Mütter wollen entweder, dass ihr Kind gewinnt oder gar keinen Wettkampf (Fußball ohne Tore).
          Väter wollen da eher Wettkampf und geben dem Kind auch eher mal die Erfahrung einer Niederlage.
          Sorry sollt hierhin

          • Es is natürlich auch so, dass Jungen eher gewinnen wollen und Mädchen eher keinen Wettkampf wollen.
            Bei einem Fußballspiel geht’s eigentlich immer ums Tore schießen und gewinnen. Es ist eine ganz spezfische Eigenart z.B. von Volleyball, das „einfach so“ hin und her spielen zu können, ohne eigentlichen Wettkampf dabei, just for fun. Und Mäüdchen machen das eben lieber.

            Da grade Cheerleading so ein Thema ist:

            Die Männer machen Wettkampf-Sport, die Frauen eben Cheerleading. Und während Cheerleading zweifelos ein richtiger und anspruchsvoller Sport sein kann: Er ist vom Prinzip her kein „Wettkampf“, sondern Performance, bei dem ein Team eine Gemeinschaftsleistung hervorbringt.

          • Maddes8cht nein sehe ich anders. Mütter fördern oft jedes Foul um den Sohn gewinnen zu sehen.
            Hoffe ist nur in meinem Erleben so.

          • Grundsätzlich schien mir das in dem geschilderten Wettkampfszenario bei diesen speziellen Müttern auch so. Bei anderen Wettkämpfen mit weniger Physis (Schach) habe das aber auch schon anders erlebt. Es bleibt die Frage, ab welcher Häufigkeit persönliche Erfahrungen zu belastbaren Kausalitäten werden.

  5. Mir fällt jetzt spontan die Beobachtung ein, dass Väter durchaus sehr „beschützend“ werden können, wen das eigene Töchterchen den ersten männlichen Freund anbringt.
    Auch das ist natürlich ein Klischee, das nicht auf alle zutrifft, aber ganz klar seine Wurzeln in realen Beobachtungen hat.

  6. Habe die Erfahrung oft gemacht. Mütter wollen entweder, dass ihr Kind gewinnt oder gar keinen Wettkampf (Fußball ohne Tore).
    Väter wollen da eher Wettkampf und geben dem Kind auch eher mal die Erfahrung einer Niederlage.

  7. Alles folgende sogenannte „Anekdotische Evidenz“ (oder gar „evidente Anekdoten“?):

    Anno 1998, meine siebenjährige Tochter bei mir zu Besuch (zum ersten Mal seit 5 Jahren getrennter Ehe).
    Waldspaziergang (incl. kraxeln durchs Unterholz und Balancieren auf herumliegenden Baumstämmen.

    Klar – da gibt es dann auch Stecken, die es mit dem Messer zu bearbeiten gilt. Ich pack mein Messer aus,
    https://encrypted-tbn0.gstatic.com/images?q=tbn:ANd9GcQSSSVwiP_Gka9cmMAyS3Q8w6vmmFxmsPtAVLHTzG8xxNab5P-y
    zeig ihr es wie es geht, reiche ihr das Messer mit der Anweisung: „…immer vom Körper weg!“

    Sie darauf: „Das darf ich nicht, das will die Mama bestimmt nicht, Messer sind zu gefährlich!“

    Ich: „Quatsch, als ich so alt war wie du, hat mir mein Papa mein erstes eigenes Messer geschenkt. Hast du keins? Dann kaufen wir heut nachmittag eins.“

    Am Nachmittag bekam sie dann „ihr“ Messer:

    Sie hat den Gebrauch sofort gemeistert, lief alles problemlos ab.

    Am nächsten Tag waren wir beide dann beide zu Besuch bei Bekannten. Sie führt das neue Messer voller Stolz vor – und schneidet sich in die Kuppe ihres Daumens – Blut fliesst. Ich so: „Geil! Du hast dich zum ersten Mal in den eigenen Finger geschnitten!“ Sie zuerst unsicher, sieht dann mein aufmunterndes Lächeln, dreht sich zu den anderen und verkündet voller Stolz: „Hier schaut! Ich hab mich zum ersten Mal in den Finger geschnitten!“

    Pflaster auf die Wunde, und damit war der Vorfall erledigt. Ausser dass sie noch weiteren Personen am Tag danach voller Stolz das Pflaster präsentierte…

    Sie hat sich danach nie mehr mit dem eigenen Messer geschnitten…

      • …dass man den Finger kurzfristig in eine Kerzenflamme/Feuerzeugflamme halten kann, ohne sich zu verbrennen, hab ich ihr auch beigebracht. Inclusive das Löschen einer Kerzenflamme durch Ausdrücken mit den Fingern. Sie fand das spannend… – hat aber gleichzeitig erklärt, das „…besser der Mama nicht zu sagen – die kriegt dann Angst…“

  8. Wenn man mal näher drüber nachdenkt, da ist schon was dran, dass die Väter (aber auch fremde Männer) anders mit den Kindern spielen, als es die Frauen instinktiv tun würden – im Schnitt. Man sieht zumindest seltener eine Mutter ausgiebig mit ihrem Kind herumtrollen oder physische Dinge vormachen als die Väter, obwohl es auch, charakterabhängig und abhängig vom eigenen Alter und der eigenen Statur (Übergewichtige müssen z. B. beim Klettern wesentlich mehr Energie und Kraft aufwenden, teilweise sind manche Dinge auch dadurch unmöglich, weil menschliche Arme eben Probleme kriegen, 100 kg einzeln zu stemmen, ebenfalls traut sich derjenige weniger zu, weil ein Fall mit Übergewicht wesentlich fataler werden kann und die Wendigkeit doch nicht so gegeben ist), das Bild genauso umgedreht vorkommen kann (z. B. aktive Sportlerinnen haben auch ein anderes Verhältnis zu körperlicher Aktivität als.Typ „Hausfrau und Manager“).

    Worin sich aber komischerweise Mütter aller Couleur dann doch in körperlicher Aktivität wieder nicht zu fein sind, ist, wenn das Kind auf dem Spielplatz auf Kommando nicht macht, was es soll, und es dann angebrüllt wird, eventuell ihm sogar noch eine gescheuert wird.
    Da merkt man die körperlich etwas weniger leistungsfähigere Physik von Frauen dann doch wieder nicht. (Aber das liegt wahrscheinlich daran, weil man es mit jemandem zu tun hat, der kleiner ist als man selbst – da ist man immer noch stärker, selbst mit 1,60 m.)

  9. ich würde interessieren, wie ihr das seht: Sind Mütter im Schnitt „schützender“ und Väter eher die, die auch mal etwas weiter gehen?

    Ja, wobei ich auch schon gegenteiliges erlebt habe. Aber im Schnitt stimmt es schon. Und bei Frauen ist es so, wenn die sich auf dem Spielplatz treffen und am „ratschen“ sind, haben sie Null Aufmerksamkeit für die Kinder und die wissen das normalerweise zu nutzen 🙂

  10. „Ja, wobei ich auch schon gegenteiliges erlebt habe.“

    Schützend kann sehr relativ sein.
    Ich habe meine ersten Erfahrungen als Elterngeneration bei einer Freundin gesammelt.
    Wir gingen mit ihrem kleinen Steppke auf einen Spielplatz, wo er zielsicher gleich aufs Klettergerüst zusteuerte.
    Sie setzte sich mit einem Buch auf eine Bank ziemlich weit weg vom besagten Gerüst. Auf meinen erstaunten Blick erklärte sie, dass sie das mit Absicht täte. So würde ihr Sohn sehen, dass sie nicht rechtzeitig bei ihm sein könnte, wenn er sich auf dem Gerüst zuviel zutrauen würde und Hilfe bräuchte. Also würde er gleich von vornherein vorsichtiger sein.
    So habe ich es mit meinen Söhnen auch gehalten.
    Ist doch immer gut, wenn man nicht der Erste beim Wechsel von der Kinder- in die Elterngeneration ist 🙂 .

    • Na, schau: und ich bin so ne Type, die mit ihrem Kleinkind mitläuft und ihm die Räuberleiter macht anstatt es irgendwo hochzuheben wo es hin will. Oft ging ich sogar mit rauf… bei meiner Größe fällt das von weitem bestimmt auch kaum auf^^ Jedenfalls pass ich in vielen Fällen auch ohne Bücken durch die Tunnel, und mitrutschen tu ich anfangs immer. Einfach weil… warum auch nicht?

      Ich schwöre übrigens auf meine Anschubstechnik bei (normalen) Schaukeln. Wenn man sich nämlich VOR statt hinter das Kind stellt, kann man schlicht seine Hände hinhalten und es auffordern, die zu treffen (wo man dann Schwung mitgeben kann). Das verkürzt die Lernzeit doch erheblich, so meine Beobachtung. Und es macht mehr Spaß… den man wenn man diesem Vorschlag folgt sogar intensiver teilen kann, weil man eben Blickkontakt hat.

  11. Na klar, sicher doch! Kindergeburtstag im Kletterwald. wer muss mit rauf?

    Und wie wir auf Mallorca in die Bunker der alten Schiffsgeschützbatterie eingestiegen sind… das war großartig!

    Wüste Bergtouren mit dem Sohn? Mama hat da nicht die Kondition für

    Mit der Tochter 600km in die Schweiz fahren, damit sie ein paar Internet-Freunde in echt kennenlernen kann.

    Feuer machen, Holz hacken etc. –> der Papa

    Blödsinn aller Art? Stets zu Diensten

  12. Meine Cousinen machen sich öfters über mich lustig, weil ich mit kleinen Kindern oft versuche, „vernünftig“ zu reden, aber von den kleinen Kindern hat sich noch keines beschwert.
    Dafür stoßen sie sich bei mir öfter den Kopf…

  13. Jetzt ist mir gerade eingefallen, dass ich mir als Kind mehrmals Gelenke ausgekugelt habe z.B. beim Flieger-Spielen (also in dem was ich so nenne, wo das Kind – in dem Fall ich – nur im Kreis herumwirbelt wird, festgehalten an entweder den Armen, den Füßen oder Arm+Bein).
    Hat das meine Eltern oder mich von diesem Spiel längerfristig abgehalten? Nein, hat es nicht.
    Wieder eingerenkt hat mich in meiner Erinnerung aber immer nur mein Vater…

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