„Nun mach doch endlich und küss mich“

Neulich schaute ich etwas fernsehen und ein Paar berichtete über seinen ersten Kuss.

Sie schilderte es als etwas, bei dem er ewig brauchte und viel zu vorsichtig war. Sie habe schon gedacht er traut sich nie.

Er sagt, dass er sich unsicher war, wie sie reagiert, also habe er erst einmal vorsichtig mit seiner Nase ihre Nase berührt und geprüft wie sie reagiert. Dann habe er ihr einen Kuss auf die Wange gegeben und als sie dann nicht negativ reagiert habe, da habe er dann gedacht, dass er sie ja dann auch küssen könne.

Es wird auf sie zurückgeblendet und sie wirft noch ein, dass sie es etwas komisch fand mit der Nase, und das er dann ewig gebraucht habe, aber als er sie dann endlich endlich geküsst habe, da wäre es zum einen auch Zeit gewesen und dann sehr schön.

Eine banale Geschichte, wie sie sich wahrscheinlich immer wieder ergibt. Der Mann ist derjenige, der aktiv sein muss. Die Frau meint ihm tausende von Zeichen gegeben zu haben, für sie ist alles ganz klar, sie sieht, auf was es hinaus läuft und wundert sich, dass er es dann nicht einfach macht, denn sie sitzt doch ganz passend da. Sie findet seine Untätigkeit geradezu anstrengend, aber wird auch selbst nicht aktiv.

Theoretisch verhält er sich sehr vorsichtig, tastet sich heran, weil er eben Ablehnung fürchtet und sie nicht beleidigen will bzw eine Szene vermeiden will. Weil er aktiv sein muss fällt es ihm wesentlich schwerer als ihr, die eben nichts riskiert, obwohl im Zweifelsfall wahrscheinlich eh die Frau das größere Hindernis ist und sie es leichter hätte.

Es erinnert mich immer an eine Szene von Coupling:

Susan: You know you’re a lot more fun when you’re relaxed. Not as funny, but a lot more fun.
Steve: Thank you.
Susan: I mean what is about men? I mean, you’re supposed to be the confident ones. You’re supposed to be chasing us! It’d take some of the excitement away if we keep having to shout “Hurry up!”
Steve: Oh, hang on. First dates are more stressful for men. For us it’s the unknown.
Susan: Well, for us too.
Steve: Uh-uh. You know one more thing than we do.
Susan: What?
Steve: Well, you know.
Susan: *laughs* I don’t.
Steve: Okay, um, on a date, right? Any date, I’m not saying this date in particular, um, the guy’s wondering if he’s gonna get lucky… or not. That’s what he’s thinking.
Susan: *nods in agreement* True.
Steve: And the woman, she already knows.
Susan: Also true.
Steve: Now, so you see, we’re dealing with the unknown. *takes goblet for a drink*
Susan: I always thought it was because you were worried about your equipment.
Steve: *sputters his wine in his goblet* M-my what?
Susan: Well, you know, *looks in Steve’s groin’s direction* if he’s gonna fire off too soon or something.
Steve: You uh, you really are upfront, aren’t you? *they laugh* I mean I, personally, never had any worries about premature… *gestures with his hand* firing.
Susan: Just about the unknown.
Steve: Exactly.
Susan: Steve.
Steve: Yeah?
Susan: You’re definitely getting lucky tonight. *Steve is dumbstruck* Just to take the pressure off.

Eine solche Ankündigung würde ich persönlich sehr sexy finden und jedenfalls auch sehr zeitsparend, sie wird aber selten kommen. Meist wollen Frauen weitaus eher, dass der Mann die Führung übernimmt. Es wird aber in der Tat einfacher, wenn man sich etwas mit den passenden Zeichen beschäftigt und auch, wenn man bereits früher etwas „eskaliert“ und harmlose Berührungen versucht, statt damit erst dann anzufangen, wenn man zum Kuss kommen will.

 

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46 Gedanken zu “„Nun mach doch endlich und küss mich“

  1. Coupling ist generell grandios, aber diese Szene besonders. Es wird aber auch schön klar, dass ihre Ankündigung ihn nicht wirklich entspannter macht.

  2. Ich habe genug Frauen abgelehnt die mit mir ins Bett wollten. Bei mir kann keine Frau wirklich sicher sein ob ich sie will, von daher erhöht das die Spannung, da ich es die Frauen auch wissen lasse.
    Wenn der richtige Moment für einen Kuss ist, bekommst du aus dem vorspiel mit. Wenn man wie ich hunderte Frauen gedatet und geküsst (und gefickt) hat, dann weiß man ziemlich genau ob was geht oder nicht und wie man rangehen muss, um zu wissen ob sie will.

    • Das Alter hilft in dem Zusammenhang schon sehr viel.
      1. Hat man das Spielchen nun schon oft genug gesehen um effektiv mitzuspielen
      2. Als Mann >30 bist du aufgrund deines Erfolges eher gefragt. Oder kurz: SMV ist gestiegen.

      Ich versteh was du meinst, und in retrospektive ergibt auch für mich alles mehr Sinn.

  3. „Susan: You know you’re a lot more fun when you’re relaxed. Not as funny, but a lot more fun.“

    Nach so nem Satz wär bei mir schon Ende.

  4. Ich persönlich erinnere mich an unseren ersten Kuss gar nicht mehr so richtig… weiß nur, dass ich mich da schon in sein Bett vorgekämpft hatte. An den mit first love erinnere ich mich sogar überhaupt nicht mehr. Aber z.B. meinen aller-ersten Kuss hab ich noch bildlich vor Augen: in seinem Bett, ich oben, und er ging von mir aus, weil ich echt keinen Bock mehr hatte drauf zu warten, ob er sich noch überwindet… er war aber nicht unglücklich darüber und ging auch richtig gut mit^^ (und ca. zwei Minuten später musste ich auch schon flüchten, weil seine Mutter überraschend nach Hause kam und meine Anwesenheit wohl nicht toleriert worden wäre)

    Wo ich so drüber nachdenke: die Ex-Fernbeziehung war dann wohl der einzige Langzeitpartner, der entschieden meinen Kopf zu sich hinzog für den ersten Kuss – allerdings waren wir da auch schon im Bett, wenn auch nicht allein… gut möglich, dass ich seinen Schwanz vor seiner Zunge im Mund hatte… ja, ich glaub so war es wohl^^

    • na, ich korrigiere: first love wird mich auch proaktiv geküsst haben. Seltsam, dass ich das genaue Szenario vergessen habe… war es auch im Bett? Dann hätten wir ja ein Muster hier^^

      • Ach, jetzt weiß ich warum… es war tatsächlich in seinem Bett und zwar nachdem ich mich obenrum frei gemacht hatte, was ihn – wie er mir später sagte – kurz in einen Schockzustand versetzte.

          • Ach findest Du?^^
            Ich habe jedenfalls immer deutlich signalisiert, wenn ich interessiert war.
            Und wenn ich denn entschieden hatte, dass es los gehen sollte, dann sollte es aber auch mal endlich losgehen, damn it!

          • Ich habe jedenfalls immer deutlich signalisiert, wenn ich interessiert war.

            Genau das ist der springende Punkt. Als Frau glaubst du, du hättest etwas deutlich signalisiert.

          • Also blank ziehen (im Bett bzw. Schlafzimmer) ist nun wirklich schon sehr sehr deutliches signaling, manche würden sogar sagen: zu aufdringlich – für eine Frau. Nech?

            In PU-Terminologie hört die entsprechende (im richtigen Setting eingesetzt gar nicht wenig erfolgversprechende) Taktik übrigens auf den Namen „naked man“.
            Schonmal probiert, irgendwer hier?

    • Also, nach ein paar weiteren Minuten des Revue passieren lassens kann ich festhalten: jede außerhalb eines Bettes von dem jeweiligen Mann gestartete Knutscherei blieb in meinem Fall ziemlich genau das.
      Ja, ich weiß: ungewöhnlich…

        • Erzählt werden eigentlich immer nur diejenigen Erfolgs-Beziehungskisten, wo der männliche Part den ersten Kuss forcierte, von Frauen initiierte geben wohl keine so gute Story ab… mag sich denn sonst noch jemand in der Richtung outen?^^

          • Also so ne reine Knutscherei hat schon auch was… ein netter Ego-Push für zwischendurch, wenns jemand „Fremdes“ ist, ne Art erweitertes Vorspiel in Partnerschaften.

          • Ein Ego-Push ist das aber doch für beide Seiten…
            Im Grunde reiner Zufall, dass meine Statistik so ausfällt. Glaubste nicht?

        • True. Ich hab schon als Teenager Gleichaltrige kennengelernt, die mehr Männer in einem Jahr geküsst hatten als ich in meinem ganzen Leben…
          Für mich galt: die, die forsch rangingen, waren nicht diejenigen, mit denen ich mir mehr hätte vorstellen können. Ich steh auf zivilisierte Männer^^

    • „Frauen möchten vergewaltigt werden“

      Wenn du die feministische Definition zu Grunde legst: Ja, natürlich, da steckt der Sinn.
      Wenn du allerdings die vor 60 Jahren gültige Definition annimmst: Nein, nicht wirklich.

      • Vor 60 Jahren wurde weibliche Sexualität noch als Commodity gesehen. Daher ergibt dein Statement nur nur über die Bande Sinn.

        (Männliche Sexualität wird immernoch als Commoditiy gesehen, falls sich jemand beschweren möchte)

          • Deinen Strohmann, ob absichtlich oder aus versehen, darfst behalten.
            Guck halt die Worte nach.
            Dann wird sich Dir der Sinn schon noch erschließen.
            Es ging ja um ‚commodity‘.

          • commodity |kəˈmɒdɪti|
            noun (pl.commodities)
            a raw material or primary agricultural product that can be bought and sold, such as copper or coffee. commodities such as copper and coffee. [ as modifier ] : a commodities broker. commodity markets.
            • a useful or valuable thing: water is a precious commodity.

            Wo kommt da das Stroh her?

            Zur Referenz:

            rape 1 |reɪp|
            noun [ mass noun ]
            1 the crime of forcing another person to have sexual intercourse with the offender against their will:
            • archaic the abduction of a woman, especially for the purpose of having sexual intercourse with her: the Rape of the Sabine Women.

            Vergleiche zwecks Strohfindung das Gefettete mit Adrians Aussage „Frauen möchten vergewaltigt werden“.

            Frauen wollen, gegen ihren Willen, vergewaltigt werden.

            Klar doch.

            Ich melde mich dann freiwillig, unfreiwillig noch weiter in die Tiefe zu gehen.

          • Ja, wir schreiben aneinander vorbei …

            Bei dem schönen Wetter würde ich sagen: Pflücket den Tag und defloriert was die Latten hergeben.
            Die Dame rät uns ja auch zum Vergewohltätigen. =)

          • Ich glaub‘, Sander meint, die *Jungfräulichkeit* einer Jungfrau wäre eine „commodity“ (also nicht ihre Sexualität im Allgemeinen). Und ein Mann, der mit so einer Jungfrau schläft, der raubt ihr diese Jungfräulichkeit aka commodity sozusagen.

            „to rape“ heißt ja auch so viel wie: plündern. So gesehen, könnte es Sinn machen …

          • Ich habe nach wie vor keine Ahnung, was Benji meinte.

            Vergewaltigung, in der prä-feministischen Bedeutung, gehört zu den Urängsten der Frau. Es ist völliger Unsinn in jeder Hinsicht, zu sagen, dass es das sei, was Frauen sich wünschen.

            Auch wenn man sich sogenannte Rape-Fantasies anschaut, was passiert da?
            Ein attraktiver Mann ist von ihrer Erotik so überwältigt, dass er sich nicht beherrschen kann und entgegen jeder Vernunft Sex mit ihr hat.

            Wer diese Phantasie in den selben Begriffssack steckt wie „Ein stinkendes, fettes Arschloch schlägt und würgt sie, während er seinen ungewaschenen Schwanz in ihr trockenes Loch steckt, aus Rache oder weil er sonst keine abkriegt“, der hat nicht alle Latten am Zaun.

            Und damit sind wir zurück bei Adrians Ausgangspost. Der ist Unsinn.

            So sehr ich Adrians Polemik in der Regel zu schätzen weiß, gibt es m.E. Dinge, die Widerspruch brauchen. Dies gehört dazu.

  5. Er: „Hi, lass uns zu uns gehn und vögeln!“
    Sie: „Aber wir treffen uns grade erst zum ersten Date!?!“

    Richtig so?

  6. Finde ich gut dass du auch mal wieder ein wenig PU-Wissen einbringst. Kann sein das es nur mein Eindruck ist, aber es kommt mir so vor als wäre das Thema in letzter Zeit zu kurz gekommen.

    Klar, man kann ein recht abgegrenztes Thema auch nur so oft besprechen, aber PU-Themen finde ich immernoch am angenehmsten zu lesen.

  7. Genau die Szene aus Coupling hatte ich auch im Kopf^^

    Hatte auch schon oft das Problem mit dem IOI lesen in Hinsicht auf den ersten Kuss. Aber anscheinend kapieren auch manche Frauen einfach nicht, welche Macht sie in dieser Hinsicht haben und wie schwer es heutzutage einem Mann manchmal fällt, eine Frau einfach zu küssen! In Zeiten von überblähten Aufschrei-Kampagnen meine ich jetzt.

  8. Mein erster Kuss kam von der Frau. Wqr ich fast 24. Sie hat mir im Nachhinein sehr eindrutige Signale gegeben.
    Sie hing quasi in meinem Gesicht und wollte, dass ich mache.
    Da ich aber bis dahin immer für weit weniger in der Belästigungsschiene war, kam von mir nichts. Der Spaß ging ca 10 min, bis sie es dann gemacht hat. Erster Sex war dann nach nem halben Jahr.

  9. Zeichen eindeutig zu lesen oder zu interpretieren ist reine Illusion. Die Zeichen werden immer, oder oft und insbesondere unterbewusst mehrdeutig zu deuten sein. Denn der Zweck ist die Kontrolle zu behalten. Jede Eskalationsstufe weiterführen oder anhalten zu können.
    Einen Bezug zu den Kosten lässt sich sicher evolutionär ableiten. Ich erinnere mich an eine Studie bei dem der Stresslevel und gleichzeitig der Endopegel der einen Bezug zur Kontrollfähigkeit darstellen sollte ziemlich eindeutig war. Kann jetzt leider nicht die Referenz finden.

  10. Sowohl der „erste Kuss“ als auch das „Anbahnen in Form von Anlehnen oder Händchenhalten“ – bei mir haben wirklich immer die Frauen damit angefangen.

    Dabei bin ich echt nicht schüchtern, wahrscheinlich brauche ich nur ein Bisschen länger, bis eine Situation für mich wirklich eindeutig ist.

    Ich bin allerdings häufig ungefragt begrabbelt und abgeknutscht worden. Zwar waren die (meist waren es) Frauen durchweg attraktiv, aber die Grenze zur sexuellen Belästigung wurde dabei trotzdem eindeutig überschritten. Wobei man als Mann natürlich den Vorteil der kräftemäßigen Überlegenheit hat: Es war eben höchstens lästig, deswegen „Belästigung“ – manchmal war’s richtig lustig, mit etwas Situationskomik und Sponaeität konnten beide Seiten drüber lachen. Es war aber nie bedrohlich. Bis auf ein Mal – in dem Fall ein Mann, und der war beängstigend hochdosiert auf Speed (und wahrscheinlich Koks).

    • „Zwar waren die (meist waren es) Frauen durchweg attraktiv, aber die Grenze zur sexuellen Belästigung wurde dabei trotzdem eindeutig überschritten.“

      Könntest Du ein, zwei solcher Beispiele näher schildern?

      Gern außerdem auch noch die schönste Annäherung, die Dir vergönnt war passiv zu erleben.

      • Die „Belästigungen“ – allesamt in Party-Situationen passiert (Technoszene) …

        Bisschen Gedränge. Da zieht mir eine (die ich vorher noch nie gesehen habe) mein T-Shirt hoch, umarmt mich dabei, zieht mich an sich ran, streichelt mir über die nun entblößte Haut und sagt zu ihrer Freundin, so als ob sie eine Wette gewonnen hätte: „Sag ich doch. Je schlabberiger die Hose, desto waschbretter der Bauch“. [Baggy-Pants, ich gebe es zu] Okay … Irgendwie war ich einerseits überrumpelt, andererseits ein Bisschen erfreut – aber hätte das mal ein Mann mit einer Frau gemacht …

        Oder … Eingang zum Club ging die Treppe hoch … oben hat wohl irgendwer geschubst, gedrängelt, Menschenmassen sind träge, auf Treppenstufen ist das Gefährlich. Fällt mir eine entgegen, ich kann sie und mich gerade noch so auffangen, dass es da keinen Domino-Effekt nach unten gegeben hat. Irgendwas so Richtung „Danke, dass Du mich aufgefangen hast“ (oder so). Ich hab so ganz trocken gesagt „Och, ich wollt‘ Dir gar nicht helfen, ich wollte Dich nur ein Bisschen begrabbeln“ – „Begrabbeln geht aber anders!“ – sie langt mir volle Möhr in den Schritt, ich so ausgewichen … „Tu doch nicht so schüchtern!“ – „Ich bin gar nicht schüchtern. Mir machen bloß selbstbewusste Frauen Angst. Die kann man so schlecht unterdrücken“ <-[Das war ein Beispiel für "wurde dann irgendwie lustig", das ging dann nur so hin und her. Wobei die ganzen Anpack- und naturgemäß auch die "Titten-am-Gegenüber-Reib-Aktionen" (hab ja selbst keine) von ihr ausgingen.

        Oder … um die Ecke gelaufen (manchmal sieht man vor lauter Bodennebel und Stroboskob irgendwie gar nichts) – frontal mit nem Mädel zusammengekracht. Frauen sind ja meistens kleiner als Männer, also wahren auch ihre Knie etwas tiefer als meine. Ich hab ihre Kniescheibe irgendwie genau auf irgendeine empfindliche Stelle am Knie gekriegt, da muss wohl der Kniesehnenreflex sitzen, etwas weiter innen, etwas weiter unten. Boah! Sollbruchstelle im menschlichen Körper? Keine Ahnung, war ganz mies, jedenfalls. Es hat nicht so "Aua-Quiek!" weh getan, das war so eher dieser "Ffffff!"-Schmerz, wo einem einfach die Luft rausgeht, und ich musste mich an der Wand festhalten. Gut, kann passieren. Ob ich's denn überleben würde? "Mir ist schon Schlimmeres passiert, als mit Titten zu kollidieren." – "Wa …?!" – "Naja. Ohne die zusammengeknallten Knie hätte es richtig schön sein können" – "Dann probieren wir das noch mal ohne Knie!" <- Bamm. Sie hat mich noch mal angerempelt, Oberkörper voran. Fand ich dann auch ziemlich witzig.

        Oder … patscht mir eine auf den Arsch. Hat nicht getroffen [Baggy-Pants]. Ich drehe mich um "Na, Sie! Hören Sie mal, Sie! Viel zu tief. Ich hab da doch gar keinen Arsch!" – Ne andere "Willst Du meinen haben?" – Rums! – Hm … also wenigstens einen dummen Spruch von mir hätte sie abwarten dürfen.

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        Kommentarlos umarmt werden etc., da hab ich kein Problem mit. Kommentarlos Zungenkuss aufgedrückt bekommen – finde ich nicht so lustig. Ist mir aber auch schon diverse Male passiert. Da gibt's nur keine putzigen Punch-Lines, an die man sich gut erinnert.

        Whatever – Ich habe mich (fast) nie bedroht gefühlt. Und alles in Party-Laune. Die und andere Geschichten mit umgekehrtem Vorzeichen wären aber (das verstehe ich auch absolut) sehr unbequem für die Frauen. Wobei ich denke, dass sehr viel, was von Frauen mit einem Wink oder einem frechen Spruch komplikationsfrei neutralisiert werden konnte, in die "ich wurde belästigt"-Statistik eingeht, während Männer sich bloß denken "Och, war doch an sich ein ganz putziger Abend".

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        Schönste Annäherung? Weiß nicht, an was ich mich erinnern werde, wenn ich komplett alt und verkalkt bin und nicht mehr alleine aufs Klo kann … Die schönsten Annäherungen sind dann wohl die Geschichten, aus denen dann echte Beziehungen wurden. Wo man dann nach dem letzten "normalen" Abschied nachts lange wach gelegen ist, sich gefragt hat, wann man die wieder sieht und sich irgendwann mal eingestanden hat "DIE muss es sein". Das ist nichts, was man anekdotisch erzählen kann, das ist (jedenfalls bei mir) immer irgendetwas, das irgendwie zusammen gewachsen ist <-[Wir reden da im meinem Fall von 5 "echten", mehrjährigen Beziehungen] – also Romantik, quasi. Aber auch da bin ICH geküsst worden. Preisklasse "Hätte sie nicht angefangen, ne halbe Stunde später hätte ich ja … nee, wirklich. Hätte ich. Ganz bestimmt hätte ich das".

        "Schönste" Annäherung? Nee, nicht auf diesem Bildschirm

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        Lustigste Annährung [zu keiner Sekunde Belästigung] – da habe ich auch noch einen … wieder mal Technoszene. Ich warte an der Bar auf mein Getränk und bemerke etwas irritiert, dass ich immer wieder von irgendwas getroffen werde. Aha. Da wirft irgendjemand irgendwas auf mich. Aha. Gummibärchen! Klar. Das war ja überhaupt meine Idee. Ne Minitüte Gummibärchen für alle, die passend zahlen konnten (Ich war beim Veranstalter-Team mit im Boot, von denen hatte es der Zuständige an dem Freitag aber nicht mehr rechtzeitig zur Bank geschafft, um genug Kleingeld für die Kasse zu holen, die umliegenden Tankstellen waren in Sachen "Wechseln" natürlich auch nicht mehr kooperativ. Also haben wir mit Gummibärchen das Wechselgeldproblem elegant etwas entschärfen können, denn jeder hat nochmal nachgeschaut, ob nicht doch noch Kleingeld übrig gewesen ist …) Naja. Ich werde also mit Gummibärchen beworfen. Wer macht denn sowas? Ah, erwischt. Ich gehe zu ihr hin, zeige mit hochgezogenen Augenbrauen auf das Tütchen in ihrer Hand und schimpfe mit schlecht gespielter Entrüstung "KIND! Was … was TUST du da?!" – Sie ganz trocken: "Flirten." … Yes. Genau mein Sinn für Humor. Wir hatten einen tollen Abend, super viel gelacht, super viel getanzt … ohne das etwas "passiert" ist. Wollte auch keiner von uns, es war einfach zu lustig. Sie ist sogar mit zu mir nach Hause gefahren, wir haben Kaffee getrunken, wir haben (nacheinander) geduscht, frische Socken und ein frisches (natürlich zu großes) T-Shirt hab ich ihr geschenkt, dann sind wir zusammen noch zu einer Afterhour gefahren … Sowas kann auch toll sein. "Ja, der's nett" – "Ja, die's nett" – Aber nix für's Bett.

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