Welche Pflichten haben jetzt lebende Menschen gegenüber kommenden Generationen?

Geoffrey Miller stellt eine interessante Frage:

47 Gedanken zu “Welche Pflichten haben jetzt lebende Menschen gegenüber kommenden Generationen?

  1. Keine.
    „Zukünftige Generationen“ ist einfach zu abstrakt um daraus irgendwelche konkreten Verpflichtungen abzuleiten. Pflichten hat man wenn überhaupt gegenüber der eigenen Familie.

          • Du weist aber nicht ob sich die Uhroma hat einfrieren lassen, geklont wird und wurde oder eine Zeitreise (schnell weg und schnell wiederkommen, soll nach Einstein helfen) sich zur Nachfolgegeneration erschlichen hat.

            Nebenbei hat die Omo immer Schuld am Nachfolgeenkelchen, denn sie hätte auch illegal abtreiben können oder gar sollen?

            Das sind doch wichtige Fragen, oder nicht?

      • Und wenn man keine hat? Ist es dann in Ordnung wen mir die Zukunft scheißegal ist?
        Mich interessiert die Gegenwart – die Zukunft sollen andere gestalten – ob sie da den feministischen Himmel auf Erden oder die Hölle auf Erden für Frauen erschaffen ist mir egal. Ich bin zu nihilistisch um mich an so etwas zu stören.

        • Mich interessiert die Gegenwart – die Zukunft sollen andere gestalten

          Was tust du wenn dich an deiner Gegenwart etwas stört oder du unzufrieden mit der gegenwärtigen Situation bist? Wenn du die Zukunft aus deinen Überlegungen ausschließt, wie willst du dann irgendetwas gestalten oder sogar ändern? Ausschließlich die Gegenwart zu berücksichtigen beraubt einen doch so ziemlich aller Möglichkeiten, oder? Das Wort „Möglichkeit“ an sich verweist ja schon auf die Zukunft…

          • Du missverstehst mich, ich bin kein MRA, ich bin ein MGTOW und Hedonist- ich lebe glücklich in den Tag hinein. Ich will gar keine Veränderungen mehr, genauso wenig wie ich einen Frieden zwischen Männern und Frauen haben möchte. Ich habe mich auf die aktuelle Situation eingeschossen und jede massive Veränderung bedeutet Stress, egal ob sie zum positiven als auch zum negativen ist.

  2. Bestimmen die zukünftigen Generationen etwa über die Pflichten und Gesetze für die aktuelle Generationen? Was bedeutet das zB in Bezug der Rechte des Bundestages?

    Darf eine Frau etwa durch Abreibung über die zukünftige Generationen mitentscheiden?

    Was, wenn sich etwa die Energiewende als Fehler erweist, war das dann eine Pflichtverletzung und wer ist dann in Haftung zu nehmen? Die ganze Energiewendegeneration oder nur die Regierenden dieser Generation?

    • „Nebenbei, welche Generation ist gemeint?“

      Nur die nächste.
      Das würde schon reichen.

      Ist aber leider wohl schon zuviel verlangt.

      • „Nur die nächste.
        Das würde schon reichen.

        Ist aber leider wohl schon zu viel verlangt.!“

        Zuviel ist allerdings schon die nächste!

        Was habe ich mit jungen Leuten zu schaffen, die Feministinnen sind, Grün wählen, Meinungsfreiheit an Unis und auch sonst abschaffen wollen, Wikipedia fälschen gut finden ,,, Die folgenden Generationen können mich persönlich mal! Und die nächst kreuzweise!

        • Ich würde mich allerdings freuen, wenn die jungen Leute eines Tages mal die Scheiße die sie verbockt haben selber essen müssen. Das mit anzusehen ist einer meiner großen Wünsche im Leben.

    • Genau. Ich bin 57 Jahre alt, meine Tochter 26 Jahre alt.
      Meint er nun mich oder meine Tochter?
      Ich verpflichtet gegenüber meiner Tochter oder ich gegenüber meinem eventuellem Enkel.
      Oder meine Tochter verpflichtet ihren eventuellen Kindern?

      Zumindest kann ich mir anrechnen lassen, (zusammen mit anderen) ein Kernkraftwerk Kaiseraugst verhindert zu haben.

  3. Schon mal wer ein wenig intensiver über den Art.6(4.2) GG nachgedacht?

    Und auch sonst ist es kein so verkehrter Zug, wenn ältere Menschen ein wenig von ihren angesammelten Dummheiten ( Vulgo: Erfahrungen ) an jüngere Leute weitergeben.
    Hat immerhin dazu geführt, daß die meisten nicht mehr mit der Keule durch die Gegend rennen und ansonsten in arschkalten Höhlen rumhocken.

    Im übrigen bin ich schon der Meinung, daß man das was man benutzt in einigermaßen brauchbarem Zustand zurückgeben sollte. Warum soll das nicht auch für Planeten gelten?
    Das mit der Einwegkultur ( pay&waste ) halte ich für keine so prickelnde Idee ….

    • Warum sollte man? Die Generation vor uns hat sich auch keinen Kopf darum gemacht wie sie uns die Welt übergibt. Außerdem bin ich ein MGTOW ohne Kinder und ziemlich egoistisch – genau so wie unsere Regierung das wollte das wir sind. Ein wahrer Vertreter des Homo oekonomicus. Im Prinzip bin ich fast so egoistisch wie eine Frau.

  4. Ich würde mich mit dieser Frage leichter tun, wenn ich nicht automatisch nach der Kontonummer neben dem Satz „Spenden Sie hier!!!“ suchen würde.

    So aber schau ch mir die Vertreter der nächsten Generation an, denke „Das sind ja noch deutlich größere Umweltsäue, als ich es jemals war“ gefolgt von „Fuck ’em, lass sie das selbst richten.“

      • Autsch, voll am Punkt vorbei.

        Eine korrekte Analogie wäre, dass mir jemand ein schlechtes Gewissen zu machen versucht, ich soll aus Rücksicht auf mein Kind leise sein, das sei ethisch geboten, während aus dem Zimmer des Kindes 100dB Musik kommt.

        Und jetzt noch mal.

        • So ganz falsch finde ich diesen Einwand von pingpong nicht. Denn die Frage, was wir – oder von mir aus auch bloß ich allein – den Menschen zukünftiger Generationen schuldig bin, bemißt sich nicht daran, wie gut oder schlecht, wie nachhaltig oder verschwenderisch diese Leute sich benehmen.

          Vielleicht mal ein etwas anderes Beispiel: In manchen Familien gibt es einen starken Alkoholiker. Frage: Was sind die Mitglieder dieser Familien diesem Alkoholiker schuldig? Wer jetzt einwendet: „Der säuft sich doch sowieso in den Tod, also gar nichts“, der macht sich das vielleicht doch ein wenig zu leicht.

          Auch selbstzerstörerischen Angehörigen ist man als Familien-Mitglied etwas schuldig. Natürlich bemißt sich die Frage: „Genau was / wieviel?“ auch daran, was dieser Wackelkandidat selber so in die Waagschale wirft. Man kann also nicht verlangen, daß sich die Familien-Mitlglieder bis zum Letzten aufopfern, obwohl der Akoholiker sich von Delirium zu Delirium säuft.

          Noch ein anders Beispiel: In der Kriegslehre der Aufklärung gibt es diese Regel „Führe den Krieg so, daß Du jederzeit in einen Waffenstillstand mit Deinem Gegner eintreten kannst (oder in entsprechende Verhandlungen)“. Man könnte entgegnen: „So ein Schwachsinn – wir führen Krieg, es geht um die Vernichtung des Gegners!“

          Ganz recht, darum geht es *jetzt* – aber niemand weiß, was die Zukunft bringt. Die Zukunft ist offen – so manches Mal wurde aus einem Saulus ein Paulus. Und vielleicht hört der Alkoholiker morgen schon auf zu saufen, vielleicht fangen die nachvolgenden Generationen morgen schon an, ein nachhaltiges, möglicherweise sogar ökologisches Leben zu führen …?

          Das, was ich diesen Leuten schuldig bin, bemißt sich auch an dieser Möglichkeit – zugegenermaßen einer geringen Möglichkeit. Wie ich finde, alles eine sehr schwierige Frage …

          Dein einleitender Punkt – daß diese Frage vielleicht gar nicht um der Sache willen gestellt wird, sondern allein um Betroffenheit zu generieren und Spenden einzuwerben -, dieser Punkt bleibt davon natürlich unberührt.

          • Guter Punkt.
            Ich denke, daß die eigene Verantwortung ggü. irgendetwas nicht danach zu bemessen ist, was andere aus ihrer machen.

          • @Jochen,

            „jemandem etwas schuldig sein“

            Was bedeutet das und wie kommt es dazu?
            Ursprünglich bedeutet es Reziprozität. Ich berücksichtige dich in meinem Handeln und du berücksichtigst mich in deinem Handeln, diese Rücksicht sind wir uns schuldig.

            Das ist augenscheinlich nicht gemeint, wenn es um noch zu erzeugende Generationen geht.

            Also bleiben Schuld-Konzepte, die metaphysischer angelegt sind. So wie der Zehnt, der der Obrigkeit geschuldet ist.
            Oder mein Ressourcenverbrauch als eine Art Erbsünde, von der ich mich reinwaschen muss.

            Und da kommt auch meine Aversion gegen diese Fragestellung her: „Du bist schlecht, tu Buße“ steckt da für mich unauslöschlich zwischen den Zeilen.

            Und dann frage ich mich: Warum stellt mir jemand so eine Aufgabe? Will der sich selbst reinwaschen, indem er moralischen Druck auf mich aufbaut?

            Der wesentliche Punkt aber ist, dass es nicht vollständig klar ist, wie das überhaupt machbar sein soll, mit dem „weniger Umweltsäue sein“.
            Hast du das Debakel mit den Windrädern mitbekommen? Zehntausende Tonnen von Sondermüll fallen in den nächsten Jahren an und keiner hat eine Ahnung, wie die entsorgt werden sollen.

            „Denkt doch an die Kinder“ ist die Kraft die stets das Gute will und stets das Böse schafft.

            Case in Point: Wegen „Denkt doch an die Kinder“ werden grad die Seenotrettungskräfte reduziert:

            Geh mir weg mit „Denk doch an die Kinder“. In 7 von 10 Fällen steckt hinter dem Gestus nichts Gutes.

          • @only:
            Also bleiben Schuld-Konzepte, die metaphysischer angelegt sind. So wie der Zehnt, der der Obrigkeit geschuldet ist.
            Oder mein Ressourcenverbrauch als eine Art Erbsünde, von der ich mich reinwaschen muss.

            Und da kommt auch meine Aversion gegen diese Fragestellung her: „Du bist schlecht, tu Buße“ steckt da für mich unauslöschlich zwischen den Zeilen.

            Ich kann das nachvollziehen, eine solche Erbsünde-Argumentation erzeugt auch in mir Widerwillen.

            ich frage mich aber, ob man das ganze nicht auch anders sehen kann. Man muss die Fragestellung ja nicht ausschließlich unter Schuld-Standpunkt betrachten, man könnte auch sozusagen „positiv formuliert“ die Frage stellen: Was können/sollen wir tun damit es unseren Kindern besser geht? Und zwar nicht deswegen, weil wir es ihnen schulden, sondern weil das ein für mich völlig natürliches und nachvollziehbares Bedürfnis von Eltern ist. Du kannst es als eine Form von Liebe gegenüber deinen Kindern sehen wenn du möchtest.

            Der wesentliche Punkt aber ist, dass es nicht vollständig klar ist, wie das überhaupt machbar sein soll, mit dem „weniger Umweltsäue sein“.
            Hast du das Debakel mit den Windrädern mitbekommen? Zehntausende Tonnen von Sondermüll fallen in den nächsten Jahren an und keiner hat eine Ahnung, wie die entsorgt werden sollen.

            Richtig. Aber folgt daraus dass wir nicht wissen wie es geht automatisch dass wir es gar nicht versuchen sollten? Mir geht es um den prinzipiellen Willen es besser zu machen, dazu gehört auch ein gewisses Maß an Unsicherheit bzw ausprobieren. Wenn man erkennt das ein bestimmter Ansatz nicht wie gewünscht Erfolg bringt, dann kann man ja nachbessern.

            „Denkt doch an die Kinder“ ist die Kraft die stets das Gute will und stets das Böse schafft.

            Im Namen der Kinder wird auch Schindluder betrieben, da hast du bestimmt recht. Aber deshalb gleich prinzipiell den Willen zu Verbesserung über Bord zu werfen ist mir zu fatalistisch.

          • @pingpong

            Es geht überspitzt um die beiden Aussagen:
            „Es ist eine gute Idee, bei der Entwicklung (von Technologien, aber auch allgemeiner) die Auswirkungen auf die bestehenden Systeme im Auge zu behalten“
            und
            „Meine Kinder sollen es mal besser haben, also müssen WIR, insbesondere DU, uns einschränken, ohne genau zu wissen, wie.“

            Da gibt es sicherlich eine Extension, die sich überschneidet. Aber während du aus zweitem in erster Linie ersteres rausliest, sind das für mich zwei sehr, sehr unterschiedliche Aussagen/Forderungen.
            Ersteres unterschreibe ich sofort, zweiteres blocke ich ab.

          • @only:

            Es geht überspitzt um die beiden Aussagen:
            „Es ist eine gute Idee, bei der Entwicklung (von Technologien, aber auch allgemeiner) die Auswirkungen auf die bestehenden Systeme im Auge zu behalten“
            und
            „Meine Kinder sollen es mal besser haben, also müssen WIR, insbesondere DU, uns einschränken, ohne genau zu wissen, wie.“

            Ok, ich sehe was du meinst.
            Ich habe die Frage folgendermaßen verstanden:
            „Meine Kinder sollen es mal besser haben, DESHALB ist es eine gute Idee, bei der Entwicklung (von Technologien, aber auch allgemeiner) die Auswirkungen auf die bestehenden Systeme im Auge zu behalten“
            Dieser Zusammenhang ist für mich offensichtlich. Die Schwierigkeit besteht natürlich darin, dass die zukünftigen Auswirkungen schwer erfassbar sind – wir wissen eben nicht WIE man es besser macht. Ich würde aber schon vermuten, dass ein gewisser Verzicht bzw. Einschränkung dazugehört. Oder, wenn du das Wort „Einschränkung“ nicht magst, eine grundsätzliche Aufmerksamkeit für das rundherum (ich sage absichtlich nicht „Umwelt“). Das kann Verzicht beinhalten, muss aber nicht.
            Fiete hat das oben ja ganz knackig ausgedrückt: „Das mit der Einwegkultur ( pay&waste ) halte ich für keine so prickelnde Idee…“

          • „Ich denke, daß die eigene Verantwortung ggü. irgendetwas nicht danach zu bemessen ist, was andere aus ihrer machen.“

            … sondern danach, ihr (der folgenden Generation z.B.) die Optionen zu erhalten, die auch ich gehabt habe, als ich die Verantwortung von meinen Eltern übernahm.

          • „Was können/sollen wir tun damit es unseren Kindern besser geht?“

            Vielleicht ist das (in den meisten Fällen) schon die falsche Frage.
            Mein Ziel war es nie, danach zu streben, dass es meinen Kindern besser geht. Spätestens ab der Pubertät gehen sie eh immer konsequenter eigene Wege, auf die ich immer weniger Einfluss habe – und die ich vielleicht auch nach meinen Idealvorstellungen missbillige.
            Mir hat es stets gereicht, dass meine Kinder schlicht dieselben Freiheiten haben, die auch ich hatte (gern gehabt hätte).

            Dass Eltern aus Liebe zu ihren Kindern für deren Zukunft Verzicht leisten, halte ich für eine romantische Übertreibung, die meiner Erfahrung nicht entspricht.
            Eltern schützen ihre Kinder auch unter Opferung des eigenen Lebens, ja.
            Aber ihnen durch ein planvolles Verhalten die Zukunft zu sichern, ist zu abstrakt, selbst für einen Menschen. Ein solches Verhalten sehe ich nur in Ausnahmefällen.

            Beispiel: Eltern fahren ihr Kind die 500m zur Schule mit dem Hausfrauenpanzer, um besagtes Kind vor DEM Autoverkehr zu schützen, der nicht existierte, würden sie die Kinder zu Fuß zur Schule schicken.

        • Meine Antwort an only_me ist aus irgendeinem Grund ganz nach unten gerutscht, ich versuchs nochmal.
          ——————————-
          Ok, mag sein dass ich das falsch verstanden habe. Also neuer Versuch 🙂


          Das sind ja noch deutlich größere Umweltsäue, als ich es jemals war

          „Größer als“ ist ein vergleichsoperator, welcher zumindest 2 Dinge benötigt die man vergleichen kann. Auch der Teil „…als ich es jemals war“ deutet darauf hin., dass hier das Verhalten der nächsten Generation mit dem Verhalten von dir in irgendeiner weise verglichen werden soll.
          In deiner korrekten Analogie ist diese vergleichende Qualität aber verschwunden. Hier macht das Kind laut Musik, während die Tatsache ob oder wie laut du selbst bist keine Rolle mehr spielt.

          Gegenvorschlag für die korrekte Analogie: jemand versucht dir ein schlechtes Gewissen zu machen, du sollst aus Rücksicht auf dein Kind leise sein, das sei ethisch geboten. Aus dem Zimmer des Kindes kommt 100dB Musik, währen du selbst mit 80dB hörst. Du denkst dir daraufhin „der Fratz ist ja noch um 20dB lauter als ich, und da soll ICH Rücksicht nehmen? Fuck You!“

          • @pingpong

            Ah, dein Widerspruch hängt daran, dass du den Satz auf die Goldwaage legst?

            Hätte ich statt „Das sind ja noch deutlich größere Umweltsäue, als ich es jemals war“ etwas anders formuliert: „Die zeigen ja selbst nicht die geringste Bereitschaft, sich im Interesse der Umwelt einzuschränken“, dann hättest du keinen Einwand gehabt?

          • @only: Der Kern meines Widerspruchs ist, dass es sich m.M.n. um ein klassisches „Tu quoque“ handelt.

            Ich habe das als „der ist aber noch schlimmer“ formuliert, weil du in deiner ursprünglichen Aussage auch dieses „noch schlimmer“ Element drin hattest.
            Das tu quoque hängt aber nicht daran, ob es jetzt noch schlimmer oder einfach nur gleich schlimm oder weniger schlimm ist, es hängt daran dass du überhaupt auf „die anderen“ verweist. Auch in deiner neuen Formulierung ist das enthalten.

          • @pingpong

            Das „die anderen“ kommt aber.nicht von mir, sondern vom Fragesteller.

            Die Frage ist nicht „Jedes Lebewesen verbraucht Ressourcen. Ab welchem Level ist dieser Verbrauch ethisch nicht mehr zu rechtfertigen?“, sondern „Ist es ethisch geboten, dass du zum Benefit anderer Menschen dein Verhalten änderst?

            Und da bin ich störrisch, die Antwort beinhaltet unbedingt „Das hängt vom Verhalten dieser anderen Menschen ab“.

            Man kann natürlich das Basisprinzip von Reziprozität als tu quoque abbügeln, wenn man will.

          • @only:

            Und da bin ich störrisch, die Antwort beinhaltet unbedingt „Das hängt vom Verhalten dieser anderen Menschen ab“.

            Dann habe ich dich wohl tatsächlich falsch verstanden. Ich wollte nicht darauf hinaus man solle bedingungslos verzichten oder sein Verhalten ändern, nur weil irgendjemand daherkommt und mir ein moralische Schuld einredet.


            Man kann natürlich das Basisprinzip von Reziprozität als tu quoque abbügeln, wenn man will.

            Das war nicht meine Absicht.

            Ich hatte es so verstanden, dass du auf die Frage „Ist es ethisch geboten, dass du zum Benefit anderer Menschen dein Verhalten änderst?“ antwortest: „Nein, weil die anderen…“. Das war ev. ein Missverständnis.

            Die von dir offenbar intendierte Antwort „Kommt drauf an“ finde ich grundvernünftig! 🙂

          • @ only:
            „Hätte ich statt „Das sind ja noch deutlich größere Umweltsäue, als ich es jemals war“ etwas anders formuliert: „Die zeigen ja selbst nicht die geringste Bereitschaft, sich im Interesse der Umwelt einzuschränken“, dann hättest du keinen Einwand gehabt?“

            Ich schon, nämlich denselben.
            Die Grünbrauns haben ja insofern schon Recht mit ihrer „Nachhaltigkeit“, irgendwer muß mit dem Einschränken anfangen.
            Nur machen diese Torfnasen das genaue Gegenteil und initiieren mit ihren Growianen, den E-Fahrzeugen und dazugehörigen Energietransporttechniken u.s.w. eine noch größere sog. „Wachstumsindustrie“ mit ganz neuen Risiken, wie man ja jetzt schon ablesen kann. Das ist also dümmste Spruchkasperei von denen. Am liebsten würden die ja funktionierende Öltechniken sofort gegen das neueste Solarzeugs austauschen, was die Ressourcenverballerei nochmal weiter anheizen würde.Und – falls das vorläufig scheinbar klappt, dürfte das den „wir können es uns ja locker leisten-Faktor“ nochmal erhöhen, ergo die Bevölkerungsexpansion ebenfalls pushen.
            Dazu dann noch deren blöder Spruch „Kinder sind UNSERE Zukunft“, will heißen, alle sollen sich vermehren was das Zeug hält, um die Renten abzusichern. Da können die andererseits noch so laut quaken wir Deutschen sollen endlich aussterben, Menschenmenge und Überzentralisierung werden dadurch weiter gesteigert.
            So ward dat nix. Da kann der beste Planet nicht mit dem Nachproduzieren von Rohmaterialien hinterherkommen.
            Fiktives Blödbeispiel: Wenn man eine tolle neue Technik entwickelt, mit der man doppelt so viel Plastikmüll recyceln kann wie jetzt, dadurch so viel „Wohlstand“ schafft, daß aber viermal so viel Plastikscheiß anfällt, wird die Belastung mit entsprechendem Dreck trotzdem verdoppelt.
            Da braucht man sich nicht mal die Nester mit Vogelgerippen anschauen, in denen noch die Plastikteile herumliegen, an denen sie verreckt sind, da reicht einfachste Milchmädchenmathematrik, um das sicher einzuschätzen.
            Gegenbeispiel: Wer jetzt keine Kinder hat, statt dessen seinen 55er Chevy seit Jahrzehnten restauriert und fährt liegt in der Ökobilanz aber deutlich besser, als der mit vier Rentenkindern drei VW-Käfer, vier bis fünf Golfs und jetzt dem besten Elektrozweitonnerkombi. Und kann dabei höchstwahrscheinlich für seine Rente auf wesentlich mehr selbst verdientes Gemeinschaftskapital zurückgreifen, als der Oberökospinner. Und das obwohl der Chevy nie unter 16L/100Km zu kriegen ist und den doppelten Ölverbrauch hat.
            ( Hat übrigens mal ein Greenpeaceheini in den ca. 80ern aus versehen berechnet ( die Transportmittel. u, Ressourcenbilanz, ohne die „Rentenviehinverstition“ ), als er das Gegenteil, also die bessere Bilanz stets neuester Spartechnologien beweisen wollte … ;-).
            Schon derzeit hat das Chromgebirge aus den 50ern mit riesen Vorsprung gewonnen!
            ( War mir seinerzeit ein innerer Fackelzug, ich mach Ford F1-Trucks, oder 59er El Caminos …. )

          • Wer pro Solar ist ist auch für drastische Erderwärmung oder hat echt simple Physik nicht verstanden.

  5. Ich bin schon seit einem halben Jahr oder mehr ein stiller Leser von dem Blog.
    Zum Thema:
    Man ist nur der Natur verpflichtet. Zurück zur Natur usw. Aber was soll man machen. Der gesunde Menschenverstand scheint ja an den wichtigen Positionen zu fehlen.

    • „Man ist nur der Natur verpflichtet.“

      Um die Natur mach ich mir am allerwenigsten Sorgen. Die können wir nicht beschädigen, geschweige denn, zerstören. Wenn wir es allzu wild weiter treiben, entsorgt sie uns einfach.
      Weit mehr treibt mich also die Sorge um unsere Existenzgrundlage um.

    • „Man ist nur der Natur verpflichtet“
      Wer oder was ist „die Natur“? Und was begründet eine Verpflichtung der Menschen ihr gegenüber?

  6. Ok, mag sein dass ich das falsch verstanden habe. Also neuer Versuch 😉

    Das sind ja noch deutlich größere Umweltsäue, als ich es jemals war

    „Größer als“ ist ein vergleichsoperator, welcher zumindest 2 Dinge benötigt die man vergleichen kann. Auch der Teil „…als ich es jemals war“ deutet darauf hin., dass hier das Verhalten der nächsten Generation mit dem Verhalten von dir in irgendeiner weise verglichen werden soll.
    In deiner korrekten Analogie ist diese vergleichende Qualität aber verschwunden. Hier macht das Kind laut Musik, während die Tatsache ob oder wie laut du selbst bist keine Rolle mehr spielt.

    Gegenvorschlag für die korrekte Analogie: jemand versucht dir ein schlechtes Gewissen zu machen, du sollst aus Rücksicht auf dein Kind leise sein, das sei ethisch geboten. Aus dem Zimmer des Kindes kommt 100dB Musik, währen du selbst mit 80dB hörst. Du denkst dir daraufhin „der Fratz ist ja noch um 20dB lauter als ich, und da soll ICH Rücksicht nehmen? Fuck You!“

    • Oh, das sollten an only_me gehen:
      Autsch, voll am Punkt vorbei.
      Eine korrekte Analogie wäre, dass mir jemand ein schlechtes Gewissen zu machen versucht, ich soll aus Rücksicht auf mein Kind leise sein, das sei ethisch geboten, während aus dem Zimmer des Kindes 100dB Musik kommt.
      Und jetzt noch mal.

  7. ein sehr abstraktes Thema. am ehesten könnte ich noch sagen, daß man so leben sollte, daß man aktuell und auch zukünftig die Lebensmöglichkeiten anderer Wesen so wenig wie möglich beeinträchtigt (und natürlich die eigenen auch nicht)
    Eine rechnerische Größe dazu ist der sogenannte ökologische Fußabdruck. Es entbehrt nicht einer gewissen Ironie, daß der Mann von Frauen als um so sicherer Garant für die Zukunft ihrer Brut angesehen wird, je größer sein ökologischer Fußabdruck ist.
    Wir sehen uns also interessanterweise mit Weibchen konfrontiert, die im Bestreben ihren Nachkommen eine sichere Zukunft zu verschaffen, die Zukunft der Art insgesamt und dazu noch vieler anderer Arten, in hohem Maße gefährden.

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