Grundeinkommen und der Umgang mit geschenkten Geld ohne Druck oder Aufsicht

Passend zum Tag der Arbeit: Aus einem Interview mit der Leiterin des finnischen Experiments zum Grundeinkommen:

Turunen: Die Untersuchungen des Expertenkomitees zeigen: Menschen einfach Geld zu schenken und zu hoffen, dass es auf alle einen guten Effekt hat, reicht nicht. Menschen sind sehr unterschiedlich: Manche können mit dem geschenkten Geld nicht umgehen, kaufen Alkohol und schließen sich zu Hause ein. Es gibt in Finnland eine große Gruppe von jungen, sozial benachteiligten Männern, über die wir sehr wenig wissen. Nur dass sie keine Arbeit haben. Diesen Menschen einfach Geld zu geben und zu hoffen, dass sie schon das Richtige damit machen, ist nicht sinnvoll. Man muss sie mit Hilfsangeboten unterstützen.

ZEIT ONLINE: Finanzielle Unterstützung wird also an Bedingungen geknüpft werden?

Turunen: Ja, zumindest ist das die Empfehlung der Experten. Wir müssen die Anreize und Sanktionen aber neu denken. Bislang war es ja so, dass die Leistungen von Menschen, die sich etwas dazuverdienen, gekürzt werden. Im schlimmsten Fall wirkt sich ein Zuverdienst also negativ auf das Einkommen aus. Das ist der falsche Anreiz. Möglich wäre es, Menschen, die kleinere Jobs übernehmen oder Weiterbildungen machen, finanziell zu belohnen. Also genau andersherum.

Viele Menschen brauchen eben einen Anreiz und gerade die, die auch sonst schon keinen Job erhalten haben evtl auch eher Probleme in der Richtung und ziehen sich dann gerne zurück.

Das Grundeinkommen unterschätzt, dass Leute faul sind, nicht passend qualifiziert sind für einen Job, der ihnen Spass macht etc

Interessant aber, dass sie da gerade Männer herausgreift.

71 Gedanken zu “Grundeinkommen und der Umgang mit geschenkten Geld ohne Druck oder Aufsicht

  1. „Interessant aber, dass sie da gerade Männer herausgreift“

    Frauen saufen nicht
    Frauen schlucken keine Tabletten
    Frauen verprassen nicht ihr ganzes Geld in Billigmodeläden
    Frauen rennen nicht heerscharenweise zum Psychiater
    Frauen machen keine Probleme

    Wusstest du das nicht?

    • Man muss schon extrem dünnhäutig sein um darauf jetzt so extrem herumzureiten. Das war ein Beispiel von vielen.
      Und ein Blick in die Statistik zeigt, dass was Drogentote angeht Männer tatsächlich in Führung liegen.

      • Die Dünnhäutigkeit verstehe ich, wenn ständig auf einem Rumgehackt wird kann das passieren. Ich halte das für einen transitional state zum Dicken Fell, genau das Gejammer (Männer sind alle böse) interessiert mich nicht mehr

        Das Männer den Großteil der Drogentoten stellen ist nicht überraschend. Men do all the shit. Good and bad. Das die Arbeitsdrohnen einer Spezies eher dazu neigen sich selbst Medizin zu verschreiben, um dem Druck stand zu halten, ist nicht überraschend.

      • „… dass was Drogentote angeht Männer tatsächlich in Führung liegen.“

        Man sollte vielleicht noch einen Blick in andere Statistiken werfen. Bspw. wurde in einer Medizin-Sendung zum Thema Schmerz und Schmerzbehandlung gesagt, daß Frauen rund dreimal soviele Schmerz- und Betäubungsmittel einnehmen wie Männer. Wo diese Zahlen herkommen, wurde nicht verraten.

        Vermutlich sterben die Frauen an ihrem Tablettenkonsum nicht so schnell wie Männer an ihrem Drogen- oder Alkoholkonsum. Aber so einfach unter den Tisch fallen lassen kann man solche Angaben natürlich nicht.

        Ich erlebe das immer wieder auf der Arbeit. Etliche der Kolleginnen nehmen immer wieder irgendwelche Pillen – wegen nichts. Sollen sie machen: ist ihre Privatangelegenheit. Aber so zu tun, als wären Männer das Drogen-gefährdete Geschlecht, das ist schlicht falsch.

        • „Aber so zu tun, als wären Männer das Drogen-gefährdete Geschlecht, das ist schlicht falsch.“
          Habe ich auch nicht gesagt. Meine Aussage gezog sich auf Drogentote. Und diese Aussage ist zu 100% korrekt.

  2. Wenn man über das „Versaufen von Einkommen“ nachdenkt, dann sollte man aber auch all die mituntersuchen, die nach Feierabend ihr selbst erarbeitetes (kleines) Einkommen ebenfalls versaufen. Denen geht es psychologisch nämlich ziemlich ähnlich: Keine sinnvolle Tätigkeit, keine Perspektive, keine Ziele. Nur eben 8 Stunden je (Wochen-)Tag weniger Zeit um zu saufen.

    Das mit den Anreizen und der „sinnvollen Beschäftigung“ der Menschen ist nämlich erheblich komplizierter, als dass es durch einen Mindestlohn-Job irgendwie auch nur halbwegs erfüllt werden könnte.

    • Ich führe das mal weiter aus – und zwar unter Verweis auf Jordan Peterson, der aufgrund seiner Harvard-Forschung an Suchtkranken in dem Bereich wahrscheinlich fachlich am kompetentesten ist:

      Für unser Erleben von Glück, Erfüllung oder Sinn ist das Belohnungszentrum im Gehirn verantwortlich. Dieses belohnt uns für jedes Schrittchen hin zu Erfüllung unserer Ziele. Die Erhaltung eines Status Quo (und entsprechende Anreize) haben nicht denselben Effekt, weil das System zur Abwehr von Gefahren anders funktioniert. Vor Gefahren warnt unser Gehirn durch Ängste und Depressionen. Deshalb wird die Selbsterhaltung und der Zwangs dazu Menschen nie glücklich oder erfüllt machen. Das passiert erst in dem Moment, wo sie über die reine Selbsterhaltung hinaus schauen und nach Verbesserung streben (können).

      Der Trick ist daher nicht, den Druck zu erhöhen für das eigene Überleben selbst zu sorgen. Das macht Leute nur ängstlich und irgendwann depressiv. Es ist kein Wunder, dass die Chrystal Meth Epidemie nicht unter deutschen Sozialhilfeempfängern entsteht, sondern bei den Working Poor in den USA ohne dieses Netz.

      Um den Leuten stattdessen positive Anreize zu bieten, müsste man ihnen Aufstiegs- und Entwicklungschancen bieten. Oder auch Ziele wie „meine Kinder sollen es mal besser haben als ich“. Dann werden die Leute je Menge Härten schlucken und bewältigen und dabei trotzdem noch glücklich und erfüllt sein.

      Und daher geht der Vorwurf an das Bedingungslose Grundeinkommen, es würde den Leuten nicht „das richtige zu tun geben“, völlig ins Leere. Denn die Alternativen tun das auch nicht und das ist auch gar nicht der Zweck des Bedingungslosen Grundeinkommens.

      • Dann ist aber das BG trotz allem verfehlt, weil es eben nicht das bietet was es verspricht. Ich habe nichts gegen Hilfe zur Selbsthilfe, aber es MUSS Selbsthilfe bleiben!

        • Das BG ist die einzige mit bekannte Form der Sozialhilfe, die das Gebot der Monotonie nicht verletzt oder anders gesagt reihenfolgenerhaltend ist. Es ändert die Hierarchie nicht, es staucht nur zusammen.

          Heute sind Geringverdiener in wichtigsten Jobs oft schlechter dran als Arbeitslose. Und deswegen werden die auch nicht mehr gemacht und es herrscht Notstand in Deutschland.

        • Die Hilfe zur Selbsthilfe beim BGE besteht darin, eine Basis an gesellschaftlicher Teilhabe voraussetzungslos zu garantieren, damit die Leute immerhin Möglichkeiten gewinnen, sich anderswo und anderswie positiv zu orientieren, wo die Wirtschaft das für sie nicht (mehr) bieten kann. Damit erkennt man nur an, dass bei der Erhaltung des gesellschaftlichen Minimums ohnehin nichts zu gewinnen ist.

          Und im Übrigen ist es durchaus interessant, wie selektiv auf den normalen, arbeitspflichtigen Mann bezogen solche Bedenken sind. Niemand fragt sich, ob es „gut“ für die Gleichstellungsbeauftragte ist, wenn sie trotz eines „Bachelor of Masturbation“ und keinerlei sinnvoller Tätigkeit Geld dafür bekommt.

      • „Um den Leuten stattdessen positive Anreize zu bieten, müsste man ihnen Aufstiegs- und Entwicklungschancen bieten“

        Was aber nicht unbedingt auf die berufliche Sphäre begrenzt ist.

        Ich musste dabei an diesen Ausschnitt aus Kedi denken:
        http://www.youtube.com/watch?v=KqT5wraYi8o

        Diese Art von Sinn ist allerdings in einer modernen, anonymen Gesellschaft schwer zu finden.

    • Seitdem ich selbst von der arbeitslosen Bürohilfe zum operational Manager in einer Großbank aufgestiegen bin habe ich relativ wenig Verständnis für das Gejammer. (Nehmt einfach hin dass das der Fall ist, ich werde mich hier nicht doxxen)
      Du musst die Veränderung schon selbst herbeiführen, und nicht darauf warten das es jemand anderes für dich tut.
      Auch wenn gerade die Fortbildungsfinanzierungen ein Witz sind (Bafög hängt immernoch in den 70ern), so gibt es weiterhin die Möglichkeit seine persönlichen Ziele unter Einsatz von akzeptablen Risiken zu erreichen.

  3. Es ist erstaunlich wie arbeitsam Leute werden koennen, wenn die Alternative ist zu verhungern. Ich erlebe das jeden Tag quasi vor meiner Haustuer in den Philippinen. Genau die armen Familien, die von philippinischen Expats aus Saudi-Arabien, China, USA, usw. (die Balikbayan) dauerhaft gesponsort werden, sind am ehesten besoffen, verspielen ihr Geld und werden kriminell.

  4. Es ist naiv zu glauben, dass man jedes Problem mit Geld lösen kann. Die sozial Schwachen schichten sind nicht in einer so schlechten Verfassung weil sie arm sind, sondern sie sind arm weil andere Dinge in ihren Leben einfach nicht so hinhauen. Nicht selten liegt es an der eigenen Einstellung. Da hilft kein Scheck von Vater Staat.
    Der einzige mögliche Ausweg ist Eigenverantwortung. Aber das ist auch kein Allheilmittel. Mit manchen spielt das Leben einfach zu übel.

    • Vollkommen richtig würd ich sagen.
      Es gibt ja eine Form des „Bedingungslosen Grundeinkommens“.
      Wohlhabende Eltern.
      Die haben ebenso ihren Anteil missratener Kinder.
      (Können aber viele davon in Heinrich Böll oder Friedrich Ebert Stiftungen nachher unterbringen, ein anderer Abfalleimer der entsprechenden Schichten nennt sich ÖR, deren BG heißt GEZ)

  5. Yeah, etwas Hartz-Bashing am Tag der Arbeit.
    Verkannt wird dabei gerne, dass es beim (BEDINGUNGSLOSEN) Grundeinkommen darum geht, dass Menschen sich über freiwillige und frei wählbare Tätigkeiten verwirklichen können sollen. Eben ohne das ein Einkommen an Bedingungen geknüpft ist.

    Und das kann tatsächlich funktionieren, wenn man dabei die menschlichen Eigenschaften nutzt, dass der Mensch nach Anerkennung und meist auch nach Geld strebt. Der Lohn ist schließlichlich auch eine Form der Anerkennung.

    Leider leben wir aber in einer „Leistungsgesellschaft“, in der teilen und Teilhabe der Zurückgelassen nicht mehr opportun ist. – Bis es einen mal selbst trifft.
    In der Zwischenzeit lässt man die Menschen am liebsten verhungern.

    Letztendlich wird es darauf hinauslaufen, dass immer mehr Menschen auf dem 1. Arbeitsmarkt überflüssig sind. Und da kann sich da dann jeder überlegen, ob er weiter Geld hortet oder dank sozialer Unruhen um sein Leben fürchten muss.
    Wäre ja nicht das erste mal, dass sozial abghängte Menschen „radikal“ wählen.

    • „dass Menschen sich über freiwillige und frei wählbare Tätigkeiten verwirklichen können sollen. Eben ohne das ein Einkommen an Bedingungen geknüpft ist.“

      Warum sollte die arbeitende, produktive Bevölkerung die Nichtproduktiven für lau finanzieren? Was ist daran fair?

      • Nichts, aber sonst werden die nicht-arbeitenden früher oder später zu den Waffen greifen.
        Nicht vergessen: Der Sozialstaat ist dafür da den sozialen Frieden zu wahren.

          • Weil du aktuell die genauso finanzierst, aber durch Hartz 4 gerade kein Anreiz für Arbeit besteht, es bestraft die Vorbildlichen. Da jeder Verdienst und jede Rücklage zwecklos sind.

          • Ich finanziere aktuell aber für Hartzer nur das Notwendigste und nicht deren Selbstverwirklichung.
            Es gibt bereits jetzt viel zu viele Menschen, deren Hobby die Gesellschaft finanziert. Linksradikale, Annette Kahane oder Studenten den Sozialwissenschaften, Politiker, Feministen… um nur einige zu nennen.

      • Diese Trennung kann man so einfach eben nicht machen. Götz Werner versteht immerhin, dass er ohne den Sozialstaat und diese Umverteilung nie so reich geworden wäre. Niemand ist im luftleeren Raum „produktiv“, dafür braucht man immer andere – nicht zuletzt als Konsumenten oder auch als Steuerzahler, die den alles vernichtenden Finanzcrash verhindern. Jeder Wohlstand wird letztlich von der Gesellschaft als Ganzes erarbeitet. Und daher entkommt man der Verteilungsfrage nicht so leicht.

        • „Jeder Wohlstand wird letztlich von der Gesellschaft als Ganzes erarbeitet.“

          Wohlstand entsteht ohne Sozialstaat. Der Sozialstaat ist auf Wohlstand angewiesen, nicht umgekehrt.

          • So etwa 1933 hat die Realität diese Ansicht eines besseren belehrt. Manche brauchen aber anscheinend etwas länger um solche Dinge zu kapieren.

          • Wohlstand entsteht ohne Sozialstaat. Der Sozialstaat ist auf Wohlstand angewiesen, nicht umgekehrt.

            Schlicht und einfach falsch. Nenne mir einen Staat, der ohne soziales Netz auskommt, d.h. ohne Umverteilung und in dem die Menschen in Wohlstand leben. Gibt es nirgends. Die Staaten, die keinerlei soziales Netz kennen sind Armutsstaaten der dritten Welt.

          • Ohne Wohlstand haste schlicht kein Geld, um eine Sozialstaat zu finanzieren.
            Das ist meine Aussage. Und die Geschichte gibt mir recht. Der Sozialstaat wurde immer erst nach Erreichen eine gewissen Wohlstands aufgebaut. Logisch, weil es nicht anders geht.

          • Ohne Wohlstand haste schlicht kein Geld, um eine Sozialstaat zu finanzieren.

            Du verwechselst Wohlstand und Produktivität. Ohne Umverteilung gäbe es Wohlstand einiger weniger. Kapital hat nun mal die Eigenschaft, sich zu akkumulieren. Darum wird es immer Umverteilung geben, entweder friedlich oder gewaltsam. Das soziale Netz wurde nicht geschaffen, weil die Regierenden Philanthropen waren, sondern weil sie erkannten, dass es für die gesellschaftliche Stabilität notwendig war.

      • Warum sollte die arbeitende, produktive Bevölkerung die Nichtproduktiven für lau finanzieren? Was ist daran fair?

        Es gibt nun mal Malocher und Faule. Also finanzieren die Malocher die Faulen, weil es andersrum nicht funktioniert. Ist doch alles in Ordnung. 🙂

      • Was ist daran unfair, wenn jemand einen unproduktiven aber dennoch gesellschaftlich wichtigen Job ehrenamtlich erledigt?
        Und was ist daran unfair, den „Faulen“ durchzufüttern, wenn man selber auch faul sein darf?
        Das ist doch ein hervorragendes Beispiel für Gleichberechtigung.

        Gegenzug frage ich mal den Kapitalismusanhänger unter uns: Was ist denn fair daran, Menschen nicht gegen anständige Bezahlung arbeiten zu lassen? Du bist doch hoffentlich nicht so naiv und glaubst ernsthaft, rund 3-4 Millionen Menschen würden sich deshalb zu Hause den Hintern plattsitzen, weil sie zu faul zum Arbeiten sind.

        Wäre es denn fairer, wenn die Menschen sich das, was sie heben wollen, mit Gewalt golen?
        Passt ja vielleicht besser in dein kapitalistisches Konzept. The survive of the fittest… und so

        • „Du bist doch hoffentlich nicht so naiv und glaubst ernsthaft, rund 3-4 Millionen Menschen würden sich deshalb zu Hause den Hintern plattsitzen, weil sie zu faul zum Arbeiten sind.“

          Also, ich würde das.

          „Wäre es denn fairer, wenn die Menschen sich das, was sie heben wollen, mit Gewalt golen?“

          So wie jetzt bereits, oder wie?

        • „Was ist denn fair daran, Menschen nicht gegen anständige Bezahlung arbeiten zu lassen?“

          Was hat das denn mit einem BGE zu tun?Mit BGE bekommt man doch auch dann etwas, wenn man gar nichts tut .

    • Es gibt zu viele die eben nicht arbeiten wollen, und das können wir uns in einer über Produktivität bestimmten Welt nicht erlauben.

      Ich hab mal ähnlich gedacht wie du, habe aber durch eigene Leistung (und natürlich Unterstützung von der Gesellschaft) selbst etwas aufbauen können.
      Der Gesellschaft gebe ich durch recht hohe Steuersätze und Rückzahlung der Studienfinanzierung ihren Anteil zurück. Komplett fair. Habe ich kein Problem mit.

      Es geht wenn man möchte, man muss nur anfangen. Auf einem persönlichen Level kann jeder zumindest ein bescheidenes Auskommen erarbeiten. Wenn man dann noch halbwegs clever ist kann man sehr gut leben.

      Es gibt aber Leute, die sich so gerne in der Opferrolle sehen, und garnicht daran denken für ihren Anteil zu arbeiten. Und das geht nicht.

      • Das ist schlichtweg dummes Zeug!
        Ich habe selbst mehrfach erlebt, wie sehr sich die angeblich arbeitsscheuen Faulenzer um eine 1€-Stelle gerissen haben. Und ein nicht geringer Teil von denen geht sogar nach solchen Ausbeutungsmaßnahmen noch freiwillig „ehrenamtlich“ arbeiten. Wenn es zu viel von etwas gibt“ dann sind es Leute, die keine Ahnung von der Realität haben aber ziemlich viel dummes Zeug labern.

  6. „Interessant aber, dass sie da gerade Männer herausgreift.“

    Zurecht. Perspektivlose Frauen richten keinen Schaden an. Sie sitzen auf der Couch und schauen Doku-Soaps. Im besten Fall werden sie schwanger.

  7. Es ist nicht wirklich interessant, dass sie gerade Männer herauspicken.
    Männer bauen und warten die Gesellschaft, ohne männliche Arbeitskraft gibt es keine Gesellschaft.
    Daher hat man natürlich ein besonderes Interesse gerade Männer in die Arbeit zu schicken.

    (Man nenne mir bitte eine Gesellschaft, die von Frauen gebaut und gewartet wird, die nicht auf primitivstem Niveau vegetiert)

    • „Daher hat man natürlich ein besonderes Interesse gerade Männer in die Arbeit zu schicken.“

      Sind es nicht gerade auch Männer, die sich besonders dabei hervortun, gegen „Sozialschmarotzer“ zu hetzen und Arbeitslose zur Arbeit anzutreiben? Und ein BGE aus moralischen Gründen ablehnen?

      Würde man die Zustimmung zu einem BGE nach Geschlechtern getrennt erfragen, könnte ich mir vorstellen, daß ein größerer Anteil Frauen einem BGE zustimmen würde als bei Männern.

      • @Bündnis Grundeinkommen

        Man muss sich deinen Satz: „Würde man die Zustimmung zu einem BGE nach Geschlechtern getrennt erfragen, könnte ich mir vorstellen, daß ein größerer Anteil Frauen einem BGE zustimmen würde als bei Männern.“
        auf der Zunge zergehen lassen.

        Deine Idee ist, die Zustimmungsquote von Frauen zum BGE als Maßstab dafür zu nehmen, dass die Idee des BGE *richtig* ist, weil diese aus „moralischen Gründen“ zustimmen.

        Es handelt sich um eine Moral ist die ignoriert, es kann gesellschaftlich nur verteilt werden, was vorher erarbeitet worden ist.
        Das Geld, das Frauen so gerne bereits sind als BGE zu verteilen ist nicht, ich wiederhole NICHT von ihnen erarbeitet worden.
        Frauen stimmen also tatsächlich mit dem BGE zu, das Geld der MÄNNER zu verteilen und WEIL es nicht ihr Geld ist, können sie es umso großzügiger verteilen wollen.

        Nur ist das keine Form von „Moral“, es ist pure Heuchelei.

        • Eine Männersteuer ist bei Linksgrünen ja auch immer wieder mal Thema.

          Aber auch guter Punkt von dir: Nur weil mehr Frauen dafür sind, bedeutet es nicht das es gut ist.

          Man kann die Frauen ja mal fragen wer das ganze finanzieren soll…

          • @Matze

            Wie ich gerne wiederhole: Die „Männersteuer“ war eine Erfindung der CDU, wurde unter dem Namen „Junggesellensteuer“ gehandelt und ist heute als „Steuerklasse 1“ bekannt.
            Die „Linksgrünen“ brauchen nichts zu erfinden, was bereits existiert.
            Leider, leider von den politisch „Falschen“ erfunden, Matze.
            „Gynozentrismus“ hat zwei Parteien und *beide* sind rechts.

            Die dusselige Idee einer *zusätzlichen Männersteuer* beruht auf dem feministischen Märchen, es gäbe haufenweise „unbezahlte Frauenarbeit“, die „Männer“ zu entgelten hätten.
            Wie dumm diese Idee ist, bekommt man als MGTOW/Single mit – da „typische Frauenarbeiten“ in einem MGTOW-Haushalt typische Männerarbeiten sind.
            Es ist irre schwer mich davon zu überzeugen, ich würde eine Frau ausbeuten, die gar nicht existiert.
            Da in Berlin die *Mehrzahl* der Haushalte Single-Haushalte sind wird auch klar, wie anachronistisch die Weltsicht ist, mit der hier hantiert wird.
            Es ist die Ideologie von alten weißen Frauen sozusagen. 😉

            Satz zum mitschreiben: Es muss in irgendeiner Form eine Beziehung vorliegen zwischen einem Mann und einer Frau, damit diese moralinsaure Soße wirkt. Deshalb wird MGTOW auch mit „Frauenhass“ gelabelt. Wäre es „Hass“, handelte es ich um eine Art von emotionaler Beziehung. Da Frauen die Oberhoheit über Beziehungsfragen beanspruchen, wäre „Hass“ zwar das Gegenteil von „Liebe“, aber es wäre eben eine emotionale Beziehung.
            Sie würden eine Störung „diagnostizieren“ und zwar des *Normalfalls*.
            Ein „Ist mir doch egal!“ oder ein offen vorgetragene Ignoranz gegenüber Frauen ist jedoch eine Kränkung in einem frame des gynozentrischen Narzissmus.
            Denn der Normalfall, auf den Frauen das entitlement haben ist: women are wonderful, das Zentrum der Gesellschaft und jedweder Beziehung.

            Um ein aktuelles Beispiel – und zugleich ein Paradebeispiel – zu nennen, hier aus einem Artikel, den Arne selber empfohlen hat, er heißt „Sympathy for the ‘Incel’“ von Mandy Stadtmiller.
            Quasi das Maximum an Empathie, zu dem eine Frau fähig ist:

            „No one is teaching these men how to be men. This doesn’t mean “men” in the sense of men’s rights activists, but a healthy, balanced (not extremist) definition which includes someone who treats women well but also treats himself well by not being afraid to think for himself with opinions that deviate from the loudest, most hateful elements in the community.“
            https://www.thedailybeast.com/sympathy-for-the-incel

            Reihenfolge: 1. Niemand lehrt diese Männer, wie sie Männer sein sollen. 2. Aber ICH (das muss immer dazu gedacht werden), weiß bereits, das ECHTE Männlichkeit nicht die der (extremistischen!!!) MRA sein kann, sondern 3. eine ausgewogene (!) Männlichkeit, die AAA.) Frauen gut behandelt und BBB.) dafür sorgt, sich selbst gut zu behandeln. Man beachte die Reihenfolge NACH „ausgewogen“.

            Diese netten Ratschläge gibt sie ihm, nachdem seine Erfahrung wie folgt war: „Things started to change around the third or fourth grade. It was the first time the girls started making fun of him, he says, saying he was creepy and gross and weird.“

            Weiter: „In the seventh grade, Peterson transferred to three different middle schools all in one year as the bullying followed him everywhere. By the time he reached high school, he says, one young woman started taking photos of him and sharing them with other girls who openly laughed in his face about how ugly he was and why they did not want him near them. He did not finish his freshman year at the Chicago Academy for the Arts, but dropped out after the first semester. His mother never knew the extent of the bullying he experienced.“

            Das „bullying“ hat eine Ursache und ein GESCHLECHT.
            Er ist nicht an abstrakten „Männlichkeitsnormen“ gescheitert, sondern Mädchen und junge Frauen haben ihn tyrannisiert, weil er ihnen nicht entsprochen hat.
            Nicht Männer oder „das Patriarchat“ haben ihn gemobbt, sondern Mädchen und junge Frauen.

            Was FEMINISTISCHE IDEOLOGIE an den Jungs verbricht, die nicht ganz so seelisch stabil sind wie wir: “I didn’t understand it,” he says. “I was told either to ‘act like a man’ or that girls could do no wrong. And yet I was constantly told that men were the cruel, bad ones. None of it made any sense to me. I was just extremely shy. I didn’t talk to them, but the teasing was relentless and made me want to kill myself.”

            Doris Lessing aus dem Jahr 2001: „I was in a class of nine- and 10-year-olds, girls and boys, and this young woman was telling these kids that the reason for wars was the innately violent nature of men.
            „You could see the little girls, fat with complacency and conceit while the little boys sat there crumpled, apologising for their existence, thinking this was going to be the pattern of their lives.“
            Lessing said the teacher tried to „catch my eye, thinking I would approve of this rubbish“.
            She added: „This kind of thing is happening in schools all over the place and no one says a thing.
            „It has become a kind of religion that you can’t criticise because then you become a traitor to the great cause, which I am not.“
            https://www.theguardian.com/uk/2001/aug/14/edinburghfestival2001.edinburghbookfestival2001

            Das sind die Erbinnen ihrer damaligen Beobachtung, einer perversen Religion.
            Die UNMENSCHLICHKEIT dieser Ideologie war die BASIS seiner Behandlung von dummen, ungebildeten und scheußlichen Mädchen und jungen Frauen.
            Gib diesen Monstren genau das Fitzelchen Macht, dass „girls could do no wrong“, hingegen „men were the cruel, bad ones“ und HIER ist das Resultat.
            Es war vor siebzehn Jahren bereits absehbar, worauf das hinauslaufen würde.

            Er hat seine eigenen Tränen, seine eigenen Gedanken an einen Selbstmord als Verstoß gegen den Kodex von – weiblich fantasierter – Männlichkeit verstehen *lernen müssen*, mit dem er ZUGLEICH von eben diesem Abschaum bestraft worden ist, weil er diesem NICHT entsprach.
            Er formuliert das als einen empfundenen Widerspruch, wo es tatsächlich keinen gibt.
            Das weibliche Phantasma männlicher Stärke duldet keine „Boys DO cry“, weil es dann keine weibliche Schwäche und Feigheit mehr gibt, hinter der Frau sich verbergen kann.
            Weil es dann einfach nur WEIBLICHE Schwäche und Feigheit wäre.

            Der MÄNNLICHE Ehrenkodex sagt, man tritt keinen Schwächeren, Kleineren, ohnehin keine Frauen und niemanden, der am Boden liegt.
            Der feministische Kodex hingegen ist eine Einladung, genau DAS zu tun.
            Der weibliche ABSCHAUM hat die feministische Botschaft nicht missverstanden, sondern genau so, wie sie gemeint war.

          • @crumar

            Das Lob von Arne hat mich auch gewundert. Mandy macht sehr deutlich, dass ihr die in Incelkreisen befürchtete Misogynie sehr viel schwerer auf dem Herzen lastet als der Umstand, dass hier Jungs in den Abgrund getrieben werden.

            Aber wenn deine Vermutung stimmt, dass das schon das Maximum an weiblicher Empathie ist, dann MUSS man das loben. Jemand, der sein Bestes gibt, muss man bestärken

          • Habe jetzt nicht alles gelesen, aber:

            „Satz zum mitschreiben: Es muss in irgendeiner Form eine Beziehung vorliegen zwischen einem Mann und einer Frau, damit diese moralinsaure Soße wirkt.“

            Für einige Feministinnen ist das gar nicht nötig. Die argumentieren notfalls damit das Frauen, die schon lange tot sind, in ihrer Vorstellung von Männern, die auch schon lange tot sind, unterdrückt wurden und deshalb müssen die Männer von heute, die keine Frauen unterdrücken, die Frauen von heute, die nicht unterdrückt werden, entschädigen.

            Wer jetzt denkt das ist billiges Shaming, damit Frauen leistungslose bezahlt werden, ist natürlich ein Frauenhass!

            Die Männersteuer wurde, soweit ich weiß, in DE und Schweden zuletzt von Grünen gefordert und die feministische Begründung (Frauenentschädigung für erfundene Diskriminierung) kenne ich dabei auch nur von linksgrün.

          • @ Crumar Wie kann man nur HIER die weibliche Empathiefähigkeit klein- oder wegreden? 😉

        • „Deine Idee ist, die Zustimmungsquote von Frauen zum BGE als Maßstab dafür zu nehmen, dass die Idee des BGE *richtig* ist, weil diese aus „moralischen Gründen“ zustimmen.“

          Nein, das hast Du falsch verstanden. Ich denke vielmehr, daß es klug ist von (einem größeren Anteil von) Frauen, das BGE zu wollen. Sie wollen halt einfach das, was gut für sie ist. Während Männer das nicht tun, sondern sich selbst und anderen dies verweigern wollen, im Namen einer Moral, die alle versklavt. Männer sind einfach dumm, daß sie sich so verhalten.

          Insofern finde ich den Gedanken eines BGE ausschließlich für Frauen nicht dumm: Wenn Männer nicht wollen, gut, dann müssen sie ja kein BGE bekommen, aber wieso sollten deswegen Frauen darauf verzichten?

          • @Bündnis Grundeinkommen: „Insofern finde ich den Gedanken eines BGE ausschließlich für Frauen nicht dumm: Wenn Männer nicht wollen, gut, dann müssen sie ja kein BGE bekommen, aber wieso sollten deswegen Frauen darauf verzichten?“
            Wenn diese BGE nur für Frauen dann auch nur die (alle) Frauen finanzieren, dann finde ich das durchaus ok.

            Aber wie du sagst: Frauen wollen das, was ihnen gut tut. Männer sind oft genug so doof, auch darauf zu schauen, was nicht nur ihnen selber, sondern auch der Gesellschaft, in der sie leben, gut tut.

  8. „Bislang war es ja so, dass die Leistungen von Menschen, die sich etwas dazuverdienen, gekürzt werden. Im schlimmsten Fall wirkt sich ein Zuverdienst also negativ auf das Einkommen aus. Das ist der falsche Anreiz. Möglich wäre es, Menschen, die kleinere Jobs übernehmen oder Weiterbildungen machen, finanziell zu belohnen. Also genau andersherum.“

    Gutes Argument.

    „Interessant aber, dass sie da gerade Männer herausgreift.“

    Antje S. geht ja noch einen Schritt weiter und träumt von einem BGE nur für Frauen. Als Bezahlung für diese „unbezahlte Care-Arbeit“, wie sie es nennt. Da denkt sie dann vermutlich auch an Bezahlung dafür, als Gute-Laune-Deko in den Shopping-Malls und Fuzos des Landes herumzulaufen…

  9. „Es gibt … eine Gruppe von jungen, sozial benachteiligten Männern, über die wir sehr wenig wissen“. Sie lügt perfekt, denn es müsste heißen: über die wir nichts wissen und von denen wir nichts wissen w o l l e n. Eine Lüge der Teddybären-Welcome-Feministen-Liga, die sich vorgenommen hat, die Männer, die schon immer hier leben nach allen Regeln der Kunst zu kujonieren, um sich dann wenn sich keiner mehr interessiert, mit einem edlem Wilden zu vergnügen. Dazu passt, dass man diesen nicht zu nahe treten darf, kein Alter bestimmen, keine Identität, etc. etc. Ersteren aber die Leistungen kürzt, wenn sie feministischen Erwartungen nicht nachkommen. Brave new feministic world.

  10. Die Frage ist doch: Wie wollen wir die Gesellschaft organisieren, wenn die Automatisierungswelle, die jetzt anrollt, durch ist? Diese Welle wird erst einfache Verwaltungstätigkeiten treffen und dann auch komplizierte. Danach wird es einen großen Anteil an nicht benötigten Arbeitskräften in der Bevölkerung geben. Die Frage, wie sich die mit Arbeit gegenüber denen ohne Arbeit positionieren, wird sich zwangsläufig stellen.

  11. Was mir bei der BGE-Debatte immer viel zu kurz kommt (mMn ist das tatsächlich auch Absicht der Verfechter aus dem linken wie dem liberalen Lager) ist die Tatsache, dass es zu dessen Umsetzung entweder massivster Vermögenssteuern bedarf (was die Linken gut fänden) oder aber tatsächlich zu einer Umverteilung von unten nach oben führt (was den Liberalen freuen dürfte).

    Begründung (am Beispiel des Mietmarktes – der Mechanismus griffe auch anderswo, an den Mieten ist er aber am einfachsten zu beschreiben, weil er direkt greift):

    1. Das BGE startet ja nicht aus dem Nirgendwo, in dem alle Bezieher von Null ab starten. Real existieren bereits erhebliche Vermögen in privater Hand.

    2. Stellen wir uns nunmal eine Stadt vor, in der ein moderat wohlhabender Bürger mehrere Wohneinheiten besitzt, d.h. in Betongold angelegt hat.

    3. Wird nun das BGE eingeführt, ändert sich kurz- und mittelfristig an der Wohnraumnachfrage wenig bis nichts, allerdings haben alle potentiellen Mieter nun mehr Geld zur Verfügung. Wenn es mehr Nachfrage als Wohnungen gibt (was in jeder deutschen Großstadt momentan der Fall ist) kann der Wohnungsbesitzer nun auf die Miete einen Großteil des BGE aufschlagen – für den Mieter ändert sich ggü vorher nichts, der Vermieter hat aber nun zusätzlich bis zu N mal mehr Geld auf dem Konto, wobei N die Anzahl seiner vermieteten Wohnungen darstellt…

    4. Um das nun zu verhindern, muss man entweder

    4.1.die Einkommenssteuer so stark anheben, dass bereits ein niedriges ganzzahliges Vielfaches des BGE wegbesteuert wird -> geht nicht, weil sich das auch auf andere Einkommensarten auswirkt, wo man diesen Effekt nicht will

    4.2. speziell Mieteinkünfte hoch versteuern -> geht nicht, weil sonst niemand mehr vermietet, was das Problem verschärft

    4.3. das Vermögen besteuern, d.h. den Substanzwert der Immobilie mit Steuern in der Größenordnung des BGEs belegen

    5. Da die Problematik, die hier anhand der Mieten geschildert wird, bei jeder Form von Produktionskapital greift, wird das BGE zwangsläufig von einer (hohen) Vermögenssteuer begleitet werden müssen, die maximal noch einen Freibetrag in der Größenordnung einer selbst genutzten Eigentumswohnung aufweisen darf, da ohne diese zwingend eine Konzentration des ausgezahlten BGEs bei den Personen (und Gesellschaften) stattfinden wird, die bereits jetzt Investitionsgüter mit unelastischem Angebot besitzen.

    Realitätsscheck: diesen Effekt kann man in Deutschland tatsächlich jetzt schon beobachten, und zwar an einem Instrument, dass dem BGE sehr ähnlich ist, in der Diskussion aber (im Gegensatz zu HartzIV) kaum angesprochen wird: dem BAFöG – dieses wird, parallel zum BGE, mit weit weniger Bedingungen ausgezahlt als Grundsicherung, und betrifft lokal (in den klassischen kleinen und mittleren Unistädten) genug Personen, um spürbare Nachfrageeffekte auszulösen. Als Resultat stellt sich, empirisch z.B. vom deutschen Studentenwerk regelmäßig untersucht, heraus, dass der weitaus größte Teil dieser Förderung direkt in Vermietertaschen landet, und völlig folgerichtig Universitätsstädte in den Mietspiegeln völlig überproportional teuere Mieten aufweisen.

    • Und man muss hier noch hinzufügen, dass der miettreibende Effekt des BAFöG noch mit enormem finanziellen Aufwand von staatlicher Seite bekämpft wird, indem ein hochsubventionierter und abgeschotteter Wohnungsmarkt speziell für Studenten geschaffen wird (d.h. Studentenwohnheime) und deren sonstier Lebensunterhalt subventioniert wird (Mensen, verbilligte Krankenversicherung, Studententarife im ÖPNV usw.)

      Noch einige Quellen:

      Wohnungsmieten: https://interaktiv.morgenpost.de/mieten-grossstaedte-deutschland/

      Mietaufwand der Studenten: https://www.studentenwerke.de/de/content/21-sozialerhebung-kostentreiber-miete-ein

      • Tja, Deutschland halt. Wenn es zuwenig Wohnraum gibt, müssen mehr Wohnungen gebaut werden. Auf die Idee würde echt jeder Fünfjährige kommen.

        • Und jeder Siebenjährige kommt auf die Idee, das Wohnungen nicht aus Luft und Liebe gebaut werden, sondern dass der Bau ordentlich reale Wirtschaftsleistung erfordert (nicht nur Geld, jemand muss physisch die Wohnung errichten) – und die ist eben nicht unendlich verfügbar, genausowenig wie der Raum, auf dem ich die Wohnung errichten kann. Irgendwo sind physische Grenzen gesetzt, von Lebensqualität noch gar nicht zu reden. Hat schon seinen Grund, dass niemand in die „effizient und rational“ gebaute Ossiplatte will.

          • Ich glaube schon, daß die meisten Menschen in effizient und rational gebauten Hochhäusern wohnen wollen, wenn die Alternative ist, wohnungslos zu sein oder sich die Miete nicht leisten zu können.

            Nach dem zweiten Weltkrieg war Deutschland zerstört und Millionen Männer tot, trotzdem wurden nicht nur die zerstörten Städte wiederaufgebaut, sondern auch viele neue Stadtteile und sogar ganze Städte neu errichtet. Dabei galt es, auch für die mehr als 10 Millionen Vertriebene aus den Ostgebieten Wohnraum zu schaffen. Wie haben die das geschafft? (rhetorische Frage)

      • Sehr gut! Exakt das ist das Problem! So verlockend der Gedanke auch sein mag, den Menschen Freiheit zu schenken, damit sie ihren (hoffentlich positiven) Neigungen nachgehen können.

        Ergänzen möchte, wo der Rest vom BGE landen würde: In der Finanz- und Versicherungswirtschaft. Den libertären Extremisten (die auch das BGE befürworten) geht es ja und den „schlanken Staat“. Sprich, wir zahlen das Geld einfach so aus und sparen uns die riesige Bürokratie, die bisher prüft und überwacht. Sprich: Überhaupt kein Sozialstaat mehr. Nur reichen .1000 (oder 1.400) EUR keinesfalls aus, um z.B. selber die Kosten bei schweren Krankheiten oder gar Pflegebedürftigkeit tragen zu können. Also wird das BGE dann entweder von Banken (bei gebildeten Rücklagen) oder Versicherungen abgeschöpft und wir sind wieder am Ausgangspunkt. Nur das es breiten Teilen der Bevölkerung dann noch viel schlechter gehen wird als heute.

        • ‚So verlockend der Gedanke auch sein mag, den Menschen Freiheit zu schenken, damit sie ihren (hoffentlich positiven) Neigungen nachgehen können.‘

          Das BGE schenkt keine Freiheit sondern die Abhängigkeit vom Umverteilungsstaat. Das BGE in der heute angedachten Form erfordert desweiteren ein Gewaltsystem (= Staat), welches notfalls dessen Schlägertruppen ausschickt, um Unbotmässige zur Abgabe eines Teils ihrer Wertschöpfung zu zwingen. In letzter Konsequenz kann der Unbotmässige bei Widerstand getötet werden. Exakt so funktioniert jedes Umverteilungssystem, das auf der Ausübung von Gewalt aufgebaut ist.

          Freiheit hat man von Natur aus, sie wird einem nicht von irgendeiner Obrigkeit geschenkt – allenfalls muss man sich die Freiheit gegen ein (obrigkeitliches) Gewaltsystem erkämpfen, das einem die Freiheit gestohlen hat.

          Genau das ist übrigens die Idee der Verankerung von Freiheitsrechten in der Verfassung: diese Freiheitsrechte werden nicht dem Untertanen von der Obrigkeit geschenkt, sondern der Obrigkeit wird verboten dem Bürger dessen natürlichen Freiheitsrechte wegzunehmen. Leider wurde diese liberale Verfassungsidee inzwischen auf den Kopf gestellt und richtet sich gegen jene, deren verfassungsrechtlich garantierte Freiheit eigentlich vor dem Zugriff der Obrigkeit geschützt werden sollte. Welch eine Ironie!

          Ich schlage deshalb vor, das BGE ausschliesslich über eine fortgesetzte Neuverschuldung des Staates zu finanzieren; d.h. das dazu notwendige Geld soll vollständig aus dem Nichts geschöpft werden. Das ist der einzige Weg, durch den kein Wertschöpfender durch das Gewaltsystem ausgebeutet wird. Desweiteren schlage ich vor, das BGE auf monatlich 10’000 Euro (steuerfrei) festzusetzen. Damit könnten nicht bloss die Grundbedürfnisse gedeckt werden sondern auch ein erheblicher Teil der Ausgaben für die individuellen Selbstverwirklichungswünsche. Niemand braucht dann mehr zu arbeiten, wenn er nicht will. Das Paradies wäre dann endlich erreicht, und die Tyrannei der Arbeit endlich gebrochen. Für Deutschland mit geschätzten 82 Millionen Einwohnern würden die Kosten bei 820 Milliarden pro Monat bzw. etwas weniger als 10 Billionen Euro pro Jahr liegen. Da das dafür notwendige Geld vollständig über den Geldschöpfungsmechanismus der Zentralbank erzeugt würde, wären das aber gar keine Kosten.

          Weshalb die Anhänger des BGE dieses immer über eine Wertschöpfungsumverteilung finanzieren wollen, ist mir schleierhaft. Scheint sich wohl um Kapitalisten zu handeln, die bekanntlich andere stets unterdrücken und ausbeuten wollen…

    • Der Staat hat bereits heute Einnahmen aus Steuern und Abgaben in Höhe von ca. 1.400 € pro Monat und Einwohner. Es bedarf keiner neuer Steuern, bereits heute ist so viel Geld vorhanden, daß daraus ein BGE in beachtlicher Höhe gezahlt werden könnte.

      Pro Einwohner gibt der Staat also jeden Monat 1.400 € aus. Was geschieht mit diesem Geld, wer profitiert davon? Es sollte sich jeder fragen, ob er vom Staat Geldleistungen oder andere Leistungen in diesem Wert vom Staat bekommt. Falls nicht, dann ist das heutige System für ihn ein schlechtes Geschäft und ein BGE würde ihn besser stellen.

      • Aus der Tatsache, dass rein durchschnittlich diese 1400€ vorhanden sein mögen, kann man aber nicht ableiten, dass diese auch ausschüttbar sind – auch in einer BGE-Welt müssen Straßen gebaut, Polizisten, Richter und andere Staatsangestellte bezahlt werden, Ämter müssen betrieben, öffentliche Bauten unterhalten werden usw…

        • Im Prinzip sind sie ausschüttbar. Es stimmt natürlich, daß der Staat von diesem Geld heute Leistungen erbringt. Da muß sich eben jeder fragen, ob diese Leistungen die Summe von 1.400 € pro Monat wert sind.

          • In einem echten solidarischen System verbietet sich genau diese Denkweise eigentlich – der Natur der Sache nach ist so gut wie jeder Mensch am Anfang seines Lebens Netto-Profiteur, dann irgendwann (hoffentlich) mal eine Zeit lang Nettozahler, und dann am Ende wieder Profiteur. Jetzt einfach in der Mitte sagen „Das lohnt sich für mich nicht, ich möchte jetzt nicht zahlen“ ist mit einem System, dass den Gedanken des Generationenvertrags und der Solidarität leben soll, nicht vereinbar.

          • Da muß sich eben jeder fragen, ob diese Leistungen die Summe von 1.400 € pro Monat wert sind.

            Verstehe ich das Richtig: Jeder muss sich fragen, ob er oder sie lieber Polizisten und eine Justiz haben möchte oder 1400 EUR für jeden im Monat? Hat der Fünfjährige, der die Frage mit den Mieten so schnell gelöst hat auch zu Ende gedacht, was mit der Gesellschaft passiert, wenn die Gewaltenteilung zusammenbricht?

            Was ist mit „No Border, no nations“? Gibt es die 1400 EUR für jeden der hier ist? Wie verhindere ich den Preisauftrieb für Lebensmittel oder niedrigpreisige Konsumgüter allgemein? Legen wir da offizielle Preise fest? EVP hieß das in der DDR.

    • Und was soll an dem Nachfrageeffekt anders sein, als bei anderen Nachfrageeffekten wie von Wirtschaftswachstum oder Steuersenkungen? Gibt es im Kapitalismus überhaupt mögliche Maßnahmen, die nicht vor allem den Kapitalisten zu Gute kommen?

      Ein bisschen genauer hinschauen muss man schon, wenn man ernsthafte Argumente machen will.

      • Bei den Steuersenkungen hast du Recht – diese sind per se erstmal reine Umverteilungen.

        Beim Wirtschaftswachstum nicht: hier steht ja ein realer Zuwachs an Produktion dahinter, d.h. es ist tatsächlich mehr da, was verteilt werden kann.

        Sagt dir das Mackenroth-Theorem was? Einfach ausgedrückt: Geld ist immer nur ein Verteilungs- oder Koordinationsmittel, tatsächlich interessant ist nur dessen Warengegenwert. Dieser muss immer vollständig von der arbeitenden Bevölkerung erwirtschaftet werden, und nur diese Produktion kann die Gesellschaft in einer Periode konsumieren. Ich kann zwar Geld sparen (und damit den Konsum über die Zeit hinweg verteilen), nicht aber tatsächliche Produktion.

        • Es ist ja auch ein Grundfehler, wenn rein monetär gedacht wird: nach dem Motto, die Reichen haben ja so viel Geld, das muss man doch nur umverteilen.

          In Wirklichkeit muss man natürlich die „physikalische“ Welt betrachten: Güter, Dienstleistungen, Arbeitsbelastung, Freizeit, Effizienzgewinne durch Automatisierung usw. Wenn jemand ein großes Vermögen in Form von Unternehmensbeteiligungen hat, kann man das nicht einfach umverteilen und Konsumgüter oder Wohnungen draus machen.

          Und die berüchtigte Schere zwischen Arm und Reich öffnet sich nicht deshalb, weil die Reichen immer mehr fressen und immer mehr Autos kaufen. Sie konsumieren nicht so viel, dass eine Umverteilung sich lohnen würde. Die Schere öffnet sich, weil immer aufwendiger produziert wird, weil die Industrialisierung fortschreitet, weil die Umwelt in der wir leben „reicher“ wird. Komischerweise schaut niemand darauf, wie es sich mit dem tatsächlichen Wohlstand aussieht (Konsum von Waren, Inanspruchnahme von Dienstleistungen, Wohnraumgröße usw.). Geht da auch eine Schere auseinander? Das weiß wohl niemand so genau.

          Wenn man den allgemeinen Wohlstand heben will, muss man die allgemeine Arbeitsbelastung anheben (weniger Freizeit, weniger Freiheit der Berufswahl) oder die Produktion effizienter machen.

  12. Ich hab gestern ne kurze Sequenz von „hart aber fair“ mitgekriegt, wo eine Friseurin fragte, wie sie sich denn ausreichend qualifizieren könnte um nicht in die Altersarmut zu rutschen.
    Drauf Christian Lindner: wenn sie Friseurin ist, ist sie bereits qualifiziert.
    So sehr das stimmt, natürlich, das Problem hat er damit ausgeklammert: es gibt (sogar qualifizierte) Jobs, in denen man durchgängig beschäftigt sein könnte (wenn man „Glück hat“…) ohne Rentenansprüche überhalb der Grundsicherung zu erwerben. Laut jüngster OECD-Studie belasten die Sozialabgaben in Deutschland auch vor allem die Einkommen von Geringverdienern und Alleinerziehenden im internationalen Vergleich besonders stark. Das ist leistungsfeindlich und konterkariert den „Sozialstaat“, in dem wir uns wähnen.

    Im genannten Experiment erhält das Testklientel wie man dem Link entnehmen kann übrigens bloß 560 Euro pro Monat (zu gern wüsste ich, wieviel mehr das sein soll als in der Vergleichsgruppe). Macht über den gesamten Testzeitraum von zwei Jahren hinweg sogar weniger als das, was der Bürgermeister in Düsseldorf z.B. monatlich kassiert.

  13. Bleiben wir einfach mal realistisch :

    BGE in Deutschland in Höhe von 1000 Euro wären Kosten in Höhe von 82 Milliarden Euro pro Monat.
    Und damit ist noch keine Schule renoviert, keine Straße gebaut und kein feministisches Projekt finanziert.
    Besonders lustig wird es, wenn wir BGE mit offenen Grenzen und unbegrenzter Einwanderung kombinieren. Deutschland das Schlaraffenland.

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