Geburten außerhalb von Ehen in Europa

Finde ich ganz interessant. In Frankreich dürfte auch der „Pact Civil“ dazu beigetragen haben, Länder wie Griechenland oder die Türkei sind sehr konservativ. Auch die Italiener heiraten eher (die katholische Kirche dürfte ihren Einfluss haben), die Deutschen sind unteres Mittelfeld.

15 Gedanken zu “Geburten außerhalb von Ehen in Europa

  1. Da ich die Balkankultur diesbezüglich ein Leben lang live miterleben durfte: Sollte ein Kind im Anmarsch und die werdenden Eltern noch nicht verheiratet sein, dann wird noch vor Geburt standesamtlich geheiratet. Die kirchliche Trauung erfolgt dann meistens Monate später.

    Solche Fälle kommen vor allem bei Jugendlichen vor.

    Wieso das getan wird und woher diese Praxis kommt, weiß ich nicht.

  2. @Christian @Slavo

    „Auch die Italiener heiraten eher (die katholische Kirche dürfte ihren Einfluss haben), die Deutschen sind unteres Mittelfeld.“
    Na ja.
    Spanien und Portugal sind ebenfalls katholisch und die Kirche hat einen großen Einfluss in diesen Ländern – schau mal auf deren ranking.
    Nach der These müsste Deutschland religiöser sein als diese beiden Länder und auf einer Ebene mit Irland, was ich eher nicht glaube.
    Faszinierende Ausnahme zur „Balkankultur“ wäre jedenfalls Bulgarien.

    Ich finde solche Darstellungen laden geradezu dazu ein zu knobeln, welche Faktoren in welchem Land eine spezielle Rolle spielen.

    • Mit anderen Worten: das ganze ist nichts als kaffeesatzleserei. Man sehe sich nur Slowenien und Kroatien an, direkt aneinander grenzend, eine gemeinsame Geschichte und Kultur, und trotzdem Kroatien 60%, Slowenien aber weniger als 20%.
      Die Karte ist nett anzusehen, bedeutet aber m. M.n nichts.

      • Ach nö, Kaffeesatzleserei würde ich da nicht unterstellen, eher schon gefühlte Halbstatistik ( fas hätte ich jetzt Semiwissenschaftliche Erhebung geschrieben … 😉 ).
        Ich denke, der offizielle Status von Kirchen in Politik und öffentlich zelebrierter Kultur reicht halt nicht aus. Und das finde ich sehr gut, denn es deutet darauf hin, daß u.a. auch wirtschaftliche Aspekte, gesunder Menschenverstand und so was wie private gesellschaftliche Vernunft zu berücksichtigen wären, um es mal bewußt nebulös zu formulieren.

        Portugal z.B. hat mich auch ein wenig übergerascht. Spricht aber m.E. für die Portugiesen an sich, sind möglw. einfach etwas offener und weniger verbissen als die Spaniolos, könnte ich mir so vorstellen, zumindest im Schnitt ….

        Während ich bei D. mit so einem mauen Ergebnis rechnen würde. Die neuen puritanischen Tendenzen, irgendwelche Steuerknebelmodelle, die Furcht vor Kindesverlust bei unehelicher Trennung etc. geben da wahrscheinlich schon einiges an Vertragswilligkeit vor.

  3. Wäre mal ein interessanter Vergleich gewesen, hätte man den Osten in der BRD noch ‚mal separat eingezeichnet und bewertet.
    Im ungläubigsten Fleck auf der ganzen Erde dürfte die Quote nämlich ganz anders ausfallen als im hochkonservativen West Germany, wo man keine gesellschaftliche Tragödie ohne Gottesdienst öffentlich verarbeitet, die Abtreibungsreglung des Ostens ‚mal übernommen werden musste, damit sie überhaupt eine kriegen, (die BRD hatte damals keine und die CDU unter Kohl hätte wahrscheinlich auch keine gewollt) und wo offen zugängliche Informationen, dass ein Arzt überhaupt Abtreibungen vornimmt, bis jetzt immer noch unter Strafe gestellt sind.

  4. „die Abtreibungsreglung des Ostens ‚mal übernommen werden musste, damit sie überhaupt eine kriegen, (die BRD hatte damals keine und die CDU unter Kohl hätte wahrscheinlich auch keine gewollt) …“

    Natürlich gab es eine „Abtreibungsregelung“ in West-D.
    Eingeführt irgendwann in den 70ern unter der SPD und von den Konservativen stillschweigend geduldet.
    Nur die CSU machte den üblichen Zwergenaufstand.

  5. Ich würde mal vermuten, ein wesentlicher Faktor für den prozentualen Anteil von Geburten außerhalb der Ehe ist, wie stark alleinerziehende Mütter vom Staat unterstützt werden (direkt oder indirekt) und wie einfach es für sie ist, diese Unterstützung zu erhalten (Bürokratie).

    Soweit ich mich erinnere, wurde hier im Board mal ein Artikel zur Zukunft der Arbeit besprochen. Und da war eine eher beiläufige Prognose: Mit der Aufwertung von weiblicher Arbeit (inkl. weiblicher „Arbeit“) und der Etablierung / dem Ausbau von Unterstützung und Förderung für Frauen wird die Quote außerehelicher Geburten erheblich zunehmen, und die Quote der Heiraten wird weiter abnehmen.

    Soweit ich das sehe, wird diese Prognose in dem Schaubild oben durch die Skandinavischen Länder bestätigt …? Auch durch Holland und Frankreich – Bulgarien und Portugal passen da nicht so gut rein, es gibt somit wohl noch andere Faktoren.

  6. „Soweit ich das sehe, wird diese Prognose in dem Schaubild oben durch die Skandinavischen Länder bestätigt …?“

    Das Schaubild be- und widerlegt alles. Es ergibt schlicht keinen Sinn.

    Beruhen die Daten tatsächlich auf seriöse Erhebungen, dann kann man für D historisch bedingt allenfalls einen Mittelwert konstatieren.
    Bei näherer Betrachtung dürfte die Farbverteilung im Norden hellgrün, im Osten dunkelgrün, im Westen gelb und im Süden orange sein.

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