Stereotype sind sehr häufig zutreffend

18 Gedanken zu “Stereotype sind sehr häufig zutreffend

  1. Psychologists have long assumed – without evidence – that stereotypes are uniformly false.

    Das ist doch ein Strohmann. Die Kritik an Stereotypen zielt in eine völlig andere Richtung, dass nämlich an Stelle einer individuellen Beurteilung das Vorurteil tritt, das mal zutreffen und mal falsch sein kann.

    • Es ist übrigens ein reines Vorurteil, aus dem Stereotypen eines Räubers zu schließen, dass der Gentleman auf der Linken in dieser Szene irgendetwas Unlauteres im Schilde führt.

      Kann man die Chance, den Mann korrekt einzuschätzen, drastisch erhören, indem man Stereotype NICHT als gefährlichen Unsinn ablehnt?
      Selbstverständlich.

      Gibt es eine Restchance, sich zu irren? Ebenfalls selbstverständlich.

      Aber die Chance ist deutlich geringer, als wenn man die Strategie: „Ich weiß absolut nichts über diesen Menschen, also darf ich KEIN voreiliges Urteil fällen“ anwendet. Dann wird man sich viel häufiger irren.

      • Schräges Beispiel. Du schließt aus der Situation, dass der Bewaffnete ein Räuber ist. Was aber wenn es ein Auftragsmörder ist oder ein Amokläufer oder ein Terrorist?

        Aus dem Kurzschluss, er sei ein Räuber könntest Du den riskanten Folgeschluss tätigen: „Ich hab kein Bargeld mit, also kann er bei mir nichts rauben, also bin ich nicht gefährdet“

        Besser wäre es, dem Akteur im Bild kein Stereotyp anzuhängen und sich selber in jedem Fall in Sicherheit zu bringen (Außer Du bist in Texas, dann erschießt Du ihn einfach… 😀 )

        • „Besser wäre es, dem Akteur im Bild kein Stereotyp anzuhängen und sich selber in jedem Fall in Sicherheit zu bringen“

          Hast du den eklatanten Widerspruch in diesem Satz bemerkt?

          Ansonsten: Das ist ein Spiel der Wahrscheinlichkeiten!

          Ist es wirklich so schwer, eine Aussage über Wahrscheinlichkeiten nicht mit „Es könnte aber auch anders sein“ widerlegen zu wollen?

          • Nun, die Wahrscheinlichkeit dass ein Mann eine Frau vergewaltigt ist deutlich höher als die einer Frau die einen Mann vergewaltigt.

            Daraus basteln Feministas dann schnell das Sterotyp „Jeder Mann ist ein potentieller Vergewaltiger“

            Bemerkst Du jetzt, warum Aussagen über Wahrscheinlichkeiten in Verbindung mit dem menschlichen Wunsch nach Simplifizierung (der Antrieb hinter Sterotypen) schnell abdrehen können?

          • “ schnell abdrehen können?“

            Willst du damit argumentieren, dass man gar nicht mit Wahrscheinlichkeiten hantieren darf, weil Menschen keine Intuition für Wahrscheinlichkeiten haben und das deshalb „schnell abdrehen kann“?

            Und dass, obwohl die die Intuition, die Menschen tatsächlich doch in Punkto Wahrscheinlichkeit haben, nämlich Stereotype, ganz erstaunlich gut funktioniert?

          • „Und dass, obwohl die die Intuition, die Menschen tatsächlich doch in Punkto Wahrscheinlichkeit haben, nämlich Stereotype, ganz erstaunlich gut funktioniert?“

            Intuition ist eine andere Ebene als Wahrscheinlichkeiten.

            Ich argumentiere, dass eine Überwertung von Stereotypen – statistisch zutreffend oder nicht – in der realen Umwelt dem Subjekt Handlungsmöglichkeiten nimmt und unterkomplex ist.

          • Ich argumentiere, dass jedes Verstehen in dem Sinne stereotyp ist, dass es ein „Das ist ja wie x“ darstellt.
            Der richtige Umgang mit Stereotypen besteht also nicht in ihrer Vermeidung oder gar Verdammung, sondern im flexiblen Umgang damit.

            Salopp ausgedrückt: Ohne Schubladen kein Denken. Der Trick ist, die Schubladen nicht zuzuschließen.

          • „Ohne Schubladen kein Denken. Der Trick ist, die Schubladen nicht zuzuschließen.“

            Ja, sehe ich auch so. Wobei ich die Schubladen nicht als „Sterotypen“ sondern eine Ebene granularer als „Muster“ bezeichnen würde. Das verbessert durch höhere Kombinationsmöglichkeiten das Erkennen und Verstehen.

            „Der Trick ist, die Schubladen nicht zuzuschließen“

            Was im Kern dann genau dem entspricht:

            „Psychological perspectives once defined stereotypes as inaccurate, casting them as rigid, rationalizations of prejudice, out of touch with reality, and exaggerations based on small “kernels of truth““

      • Es ist übrigens ein reines Vorurteil, aus dem Stereotypen eines Räubers zu schließen, dass der Gentleman auf der Linken in dieser Szene irgendetwas Unlauteres im Schilde führt.

        Das geht ja wohl völlig am Thema vorbei. Da bedroht einer einen anderen mit einer Waffe (wir sehen mal davon ab, dass es eine gestellte Szene ist). Was hat das mit Stereotypen zu tun? Genau, gar nichts.

        • Tja – und ich hätte sofort gedacht:
          „Scheiße, das is doch der lange Cleese! Jetz bloß nicht spontan losgackern, sonst versau ich dem den Gag; und wo is die verdammte Kamera, in die ich jetz auch keinen Fall reingucken darf …“

          So hat jeder sein Scherflein zu tragen …

  2. Immerhin hat dieser Steve Stewart-Williams das Klischee eines Agitators und Provokateurs bestätigt. Denn so wie er schreibt:

    „Psychologists have long assumed – without evidence – that stereotypes are uniformly false.“

    steht das nicht in dem Artikel. Da steht nämlich:

    „Psychological perspectives once defined stereotypes as inaccurate, casting them as rigid, rationalizations of prejudice, out of touch with reality, and exaggerations based on small “kernels of truth”.

  3. Vorurteile sind zweckrational effektive (nicht differenziert effiziente) Reduktionen des Affen, um gegen ihm unbekannte Affen zu überleben, egal ob 1% oder 50% oder 99% der Anderen gefährlich oder sonstwas sind. Stereotype legen einen selbst und andere reduktiv fest. Das ist wie immer im sekundär (aus der Situativität allen lebens herauskonstruierten) verganzheitlichten Leben mit Vor- und Nachteilen behaftet. Und aus meiner philosophischen und ideologischen Pluraler-Genpool Sicht ist es gut, wenn manche sehr reduktiv-sicherheitlich denken und andere differenziert-leichtsinnig-offen.

  4. Interessanter wäre ohnehin die Frage, warum sich mancher so getriggert fühlt, wenn man nicht damit einverstanden ist, dass Stereotype eine ganz tolle Sache sind. Ideologie liegt bleischwer in der Luft. Es geht um alles, mindestens.

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