Fragen zu Pickup

Mir wurden in den Kommentaren von Rolf einige Fragen zu Pickup gestellt, die ich noch beantworten möchte:

* Wie lang hast du gebraucht vom ahnungslosen Mann, bis du die ersten Erfolge bei Frauen hattest?

Ich verweise zunächst erst einmal auf diese Schilderungen hier, in denen ich meinen Einstieg in Pickup bereits beschrieben hatte:

Ich hatte auch vor meinem Kontakt mit Pickup Freundinnen. Insofern wäre „ahnungslos“ vielleicht eine etwas falsche Vorstellung. Ich habe Pickup nicht als etwas gesehen, was einen kompletten Neubeginn darstellt, sondern eher als etwas, was ein System erkennbarer macht, Verbesserungen möglich macht und Fehler aufzeigt. Ich startete ja auch nicht bei Null, ich war eh schon dabei zu flirten und hatte einen entsprechenden Bekanntenkreis, aus denen sich Bekanntschaften ergeben haben. Aus meiner Sicht hat sich mein Flirten recht schnell verbessert, weil ich es recht einfach fand etwas frecher zu sein und Frauen etwas zu provozieren, insbesondere weil Frauen eben eine deutlich positive Reaktion zeigten. Was nicht bedeutet, dass ich nicht noch genug falsch machte oder eben auch Sachen vollkommen falsch angegangen bin.

Der wesentliche Vorteil war, dass ich jetzt weitaus eher wusste, was ich falsch machte und einen gewissen Weg sah, wie das ganze laufen konnte, der auch wesentlich produktiver war.

* Wie lang hast du gebraucht, bis du reproduzierbare Erfolge bei Frauen hattest? Also keine Anfängerfehler mehr, und mehr Erfolge durch Pickup als durch reines Glück.

Das hängt natürlich stark davon ab, was man als Erfolg sieht. Ich habe kein Hardcore-Pickup betrieben, bei dem ich massenhaft „cold approaches“ gemacht habe. Ich habe eher „Social Circle Game“ betrieben, bei dem man anders vorgeht, weil man die Leute eben im weiteren Umkreis hat. Es ist natürlich auch schwer abzugrenzen, wie der Anteil von Pickup und reinem Glück ist. Ich würde sagen, dass alle Erfolge mit Pickup zu tun hatten, weil ich die positive Resonanz darauf deutlich gemerkt habe. Aber vielleicht hätten auch Frauen, die mich nicht interessant fanden mich im früher interessant gefunden oder Frauen, die mich dann interessant fanden hätten mich auch anders interessant gefunden. Und natürlich fanden mich weiterhin Frauen doof oder Sachen nicht lustig. Ich hab auch immer wieder neues gelesen oder gehört, was mir Sachen klarer machte.

* Wie anstrengend (frustrierend) war es.

Es war überhaupt nicht frustrierend. Im Gegenteil, es war eine wesentliche Verbesserung und Motivation. Natürlich waren einige Erlebnisse frustrierend. Aber ich war mir immer sicher, dass sie besser gelaufen sind als zuvor oder ich konnte zumindest einordnen, was schief gelaufen war.

* Wie lang hat es gedauert, bis du Spaß am Flirten bekommen hat anstatt von Frust durch unerklärliche Körbe immer wieder demotiviert zu werden?

Ich hatte vorher Spass am Flirten, ich hatte noch mehr Spass am Flirten als es besser lief.

Und ich fand es vorher auch weit unerklärlicher, wenn ich einen Korb bekommen habe. Jetzt wusste ich zumindest, was ich falsch gemacht hatte. Pickup zwingt dich zu nichts. Es erklärt dir aber besser, was funktioniert. Natürlich wirst du bei Pickup auch sehr sehr viele Absagen bekommen, wenn du es nutzen willst, um einfach nur immer wieder mit sehr vielen verschiedenen Frauen zu schlafen, weil das Frauen abseits sehr hübscher Männer oder sehr berühmter Männer meist nicht interessiert und sie dafür meist ein gewisses Vertrauen etc brauchen, welches bei einer vollkommen Unbekannten schwer herzustellen ist. Pickup ist da keine Zauberstab, der einen plötzlich in einen überaus attraktiven Mann verwandelt, dem keine Frau widerstehen kann und bei dem sie willenlos wird. Wer diesen Weg gehen will, der wird sicherlich eine harte Lernzeit vor sich haben, in der es auch darum geht, sich soweit abzuhärten, bis einem solche Absagen nichts mehr ausmachen und man damit auf die Frauen lockerer und weniger creepy wirkt. Aber das muss man gar nicht. Wann immer man sonst „konventionell“ geflirtet hätte kann man einfach sein „Zusatzwissen“ aktivieren. Der Flirt wird dann in der Regel etwas besser laufen.

Natürlich ist das auch eine Frage der Sichtweise: Ich fand es interessant, dass man jetzt weitaus mehr Möglichkeiten hatte, Fehler zu analysieren und nach Lösungen zu suchen. Mir war auch häufig klar, was falsch gelaufen war und ich nahm mir vor, beim nächsten Mal dies oder das zu verändern oder gestand mir ein, dass bestimmte Sachen für mich nicht klappen. Andere haben vielleicht diesen Ansatz nicht und sind frustriert, wenn eine Sache, über die sie etwas gelesen haben, bei ihnen nicht passt und wollen sich dann gar nicht damit beschäftigen, warum es bei ihnen nicht passt oder verstehen nicht, was sie falsch gemacht haben, sondern nehmen schlicht an, dass es einfach nicht funktioniert.

Sicherlich ist es auch die Frage, mit welchen Voraussetzungen man startet und wo man landen will. Vom absoluten Beginner zum Casanova ist es sicherlich schwerer als von jemanden, der auch vorher Beziehungen hatte zum besseren Flirten.

Solange man den Prozess als interessante Reise sieht und als etwas, was man ja sonst auch machen würde, ist es denke ich nicht frustrierend. Man sieht dann, dass man jedesmal einen neuen Schritt gemacht hat.

14 Gedanken zu “Fragen zu Pickup

  1. Pick up oder MGTOW ?

    Auch ein wenig als Nachtrag zu der Diskussion zu MGTOW möchte ich auf eine recht interessante Diskussion zu dem Thema in katholischen Kreisen aufmerksam machen, wieder in der Hoffnung nicht Eulen nach Athen zu tragen:
    https://www.thecathwalk.de/2018/03/08/mgtow-geschlecht-charakter/

    Aus biologischer Sicht ist Pick up ja nichts anderes als das eigene Werbungs- und Eroberungsverhalten möglichst optimal an die Erwartungen und Verhaltensmuster des anderen Geschlechtes anzupassen.
    Die interessanten Fragen dabei für mich:. Inwieweit sind diese Verhaltensmuster kulturell überprägt oder überhaupt wandelbar ?
    Sind eher Männer als Frauen in der Lage ihr Verhalten plastisch an das des anderen Geschlechtes, anzupassen ? Dies insbesondere dann, wenn im speziellen Einzelfall der Partner vielleicht ein unerwartetes oder untypisches Verhalten zeigt.
    Und letztendlich, ist es möglich oder sinnvoll eine Frau für eine längere Beziehung zu erobern, wenn man dazu Methoden anwenden muss, die nicht dem eigenen innersten Wesen entsprechen. Das muss ja nicht ganz ausgeschlossen sein, denn es (pig app 😉 ) dient ja sozusagen nur der Überwindung der weiblichen Potentialschwelle, der Bereitstellung der nötigen Aktivierungsenergie, um es mal physikalisch auszudrücken.

    • „Und letztendlich, ist es möglich oder sinnvoll eine Frau für eine längere Beziehung zu erobern, wenn man dazu Methoden anwenden muss, die nicht dem eigenen innersten Wesen entsprechen. Das muss ja nicht ganz “
      Ja, deswegen halten viele MGTOW die Pickuper auch für Fotzenknechte die letztlich den Frauen nur besser in den Arsch kriechen als es die Pudel machen.
      Ich kann dieser Auffassung nicht komplett widersprechen aber letztlich stellt sich halt hier auch die Frage „Was will man“.
      Der eine will Sex um jeden Preis, der andere will seine Ruhe haben und keinen Stress mit Frauen. Das ist, denke ich, der große Unterschied und deshalb sind diese beiden Bewegungen auch so verschieden selbst wenn manche Methoden ähnlich sein sollten. Ein Fleischer und ein Chirurg sind schließlich auch nicht das gleiche obwohl beide Knochensägen und Messer benutzen.

      Ich selbst will eigentlich eher meine Ruhe haben. Hatte genügen Frauen und genügend perversen Sex weswegen ich diesem Kram nicht mehr hinterherjagen muss. Eine lockere Freundschaft + ohne Verpflichtungen meinerseits sehe ich daher inzwischen als das Ideal – ab und zu Sex und bisschen Zeit verbringen aber darüber hinaus keine emotionalen oder finanziellen Verpflichtungen.

  2. Mal wine Frage. Ist man mit 26 eigentlich zu alt? Kann man da noch was machen?
    Oder ist das eher für junge Männer?

    Zweite Frage: Geht das echt? Also dass es etwas hilft ok. Aber da labern Männer Frauen einfach im Alltag auf der Straße voll. Klappt sowas oder ist das Übertreibung. Ich meine diese Reiniger im Teleshopping sind gut, aber können mit einem Wisch kein verkrustetes Fett entfernen.

  3. One-Night-Stands (also Sex mit einer Unbekannten oder Sex mit einer Frau die man z.B nur vom Sehen kennt) ist, sofern man nicht wie beschrieben High-Status, extrem extrovertiert oder sehr gutaussehend ist, fast unmöglich meiner Erfahrung nach.
    Zum Anfang meines „Mannesalters“ dachte ich auch das sei fast problemlos möglich wenn man z.B. in einem Platz wie einer Uni etc. ist.. Vll. hat man da durch die Medien ein falsches Bild.

    Allerdings dürfte das beim Großteil der Männer der Wunsch sein wenn man sich an das Thema Pick-Up wagt.

    Die Strategie mit dem „Social Circle Game“ halte ich auch für realistischer. Gerade wenn jemand vom „Absolute Beginner“, wo ja oft eine starke Schüchternheit etc. der Hintergrund ist, sich in die Pick-Up Welt begiebt.

    • Das Bild geben die meisten Pickup Lehrer ja leider selbst in ihrem Werbematerial. Es ist natürlich eine legitime Werbestrategie, vermittelt dem Rest der Welt aber ein schlechtes Bild der Community(die Feministen haben womöglich ein ähnliches Problem)

      Insofern schöner Artikel, wo man mal etwas liest von jemandem, der einem nichts verkaufen will.

  4. Vielen Dank, dass du meine Fragen beantwortet hast. Dein Werdegang ist für mich gut nachvollziehbar. Es ist jedoch kein Wunder, dass du durch PU gute Fortschritte machtest und Spaß hattest, wenn du vorher schon Erfolge bei Frauen hattest und dein Verhalten „nur noch“ etwas optimieren musstest.
    Ich suche jmd., der vom Absolute Beginner durch PU zu Erfolg gekommen ist. Das wäre mit meiner Position vergleichbar und klingt eher nach harter Arbeit als nach Spaß. Meine bescheidenen Erfolge beruhen fast nur auf reinem passive game, was m.E. durchaus wichtig ist.

  5. Pick-Up ist für mich nicht nur ein System was erkennbarer macht was bei Frauen funktioniert – sondern unabhängig davon – pures Kommunikationstraining. Auch Männern schaue ich mehr in die Augen und fasse sie mehr an – das ist zwar kein Flirt – habe ich aber von Pick Up übernommen und sorgt für eine flüssigere Interaktion mit Menschen im Allgemeinen.

      • kommt sicher sehr auf konkrete Situation und Person an. Sicher wirkt es aber komisch, wenn jemand sein bisheriges Verhalten plötzlich ändert.

        • „Stößt so ein getatsche nicht ab? Ist vollkommen ernst gemeint“

          MEIN „Getatsche“ nicht (: Weil es eben kein Getatsche IST, sondern da wirklich mit Feingefühl und im richtigen Kontext Körperkontakt von mir hergestellt wird. Also auch mit dem richtigen Gespür für Distanz. In dem Wort Getatsche steckt also von Anfang an eine Pauschalisierung und eine negative Wertung drin , wo man überhaupt gar nicht mehr zwischen gesundem Körperkontakt und sinnlosem Grabschen differenziert. Das ist das Selbe als wenn ich sagen würde „Ich habe gestern ein Klavierkonzert gegeben und die Leute waren sehr berührt und ich habe großen Applaus bekommen“ und nun antwortet jemand darauf: „Stößt so ein nerviges Rumgeklimper nicht ab?“ . Merkst du was ich meine? Nerviges Rumgeklimper stößt natürlich ab, es WAR aber ein schönes Klavierstück und kein Rumgeklimper (: Eine sinnvolle Differenzierung wäre hier also VIEL besser gewesen um den Sachverhalt auch vernünftig zu analysieren. Übrigens: Wenn ich schreibe „Es sorgt für eine flüssigere Kommunikation“ meine ich damit dass es eben wirklich funktioniert – auf andere abstoßend zu wirken, passt da nicht so ganz rein, oder? (:

          Liebe Grüße, Thomas

          „kommt sicher sehr auf konkrete Situation und Person an. Sicher wirkt es aber komisch, wenn jemand sein bisheriges Verhalten plötzlich ändert“

          Das wäre für mich persönlich eher eine wunderbare Ausrede um nicht an sich zu arbeiten. Das geht dann so:

          A: Ich würde mich gerne ändern, aber die anderen würden das merken (stimmt sogar!)
          B: „Und wenn die anderen das an mir bemerken, würden die mich alle bestimmt komisch angucken, warum ich auf einmal anders bin“ – Hier liegt der Trugschluss vor. Denn „anders“ ist eben nicht unbedingt schlechter!

          Beispiel: Wenn ich Menschen ständig ins Wort falle und nicht ausreden lasse, dann wären die meisten SEHR dankbar, wenn ich dieses Verhalten an mir ändern würde. Dass eine Veränderung der Persönlichkeit konsequent in „Unauthentizität“ mündet und die Leute das wittern und komisch reagieren ist schlichtweg also nur eine bequeme Theorie die auch noch obendrein zur „Zustimmung“ einlädt, in der Praxis aber nachweislich oft völlig unberechtigt ist!. Dass man auf andere auch positiver wirken kann, lockerer, gelassener etc. ist KEIN bisschen auf dem Radar. Sicherlich wird man eher noch Neider ernten, die einem die positive Entwicklung nicht gönnen – aber in all den Jahren in denen ich mich veränderte, konnte ich KEINE Tendenz an negativen Reaktionen feststellen. Natürlich kann man sich auch zu einem „peinlichen Checker“ entwickeln, der ständig richtig „krampfthaft-cool“ sein will – und seine Persönlichkeit damit eher verschlimmbessert, aber das ist damit natürlich nicht gemeint. (:

          Liebe Grüße, Thomas

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