Anne Wizorek „Das Stereotyp der „daueraggressiven, männerhassenden, spaßverderbenden, hässlichen Feministin“ beruht auch darauf, vor allem jungen Frauen abzusprechen, politische Subjekte zu sein“

Anne Wizorek möchte, dass Feministinnen wütend sind zum Frauenkampftag:

Gemeinsam, jeden Tag und auf jede Art und Weise, die uns möglich ist. Der Bösewicht zeigt sich außerdem nicht nur in einer einzelnen Person, sondern in Strukturen und in menschenfeindlichem Denken wie Handeln.

Also wartet nicht auf andere oder gar auf die Erlaubnis von irgendwem, um euch zu engagieren. Aber falls ihr sie braucht, dann gebe ich euch hiermit die Erlaubnis wütend zu sein! Denn ich möchte, dass ihr wütend seid und es bleibt.

Vor allem Frauen, gerade wenn sie of color sind, wird nämlich immer wieder eingetrichtert, dass ihre Wut sich „nicht gehört“ und dass sie unangebracht wäre. Uns wird eingetrichtert, unsere Wut sei das tatsächliche Problem und nicht die Tatsache, dass uns grundlegende Rechte vorenthalten und weggenommen werden – wir damit also allen Grund haben wütend zu sein.

Es ist immer wieder faszinierend, wie im Feminismus Argumente und saubere Argumentation durch Emotionen ersetzt wird. „Wir wollen wütend sein dürfen und man soll uns nicht vorhalten, dass wir deswegen keine Argumente haben“

Der Feminismus ist in der Hinsicht sehr Klischeehaft, die Emotion ist das wichtigste, sie muss gezeigt werden dürfen und beachtet werden. Man könnte es klischeehafter wohl nicht einrichten.

Allein das ganze sexistische Stereotyp der „daueraggressiven, männerhassenden, spaßverderbenden, hässlichen Feministin“ beruht auch darauf, vor allem jungen Frauen abzusprechen, politische Subjekte zu sein deren Stimmen es wert sind gehört zu werden. Es soll Frauen von politischem Engagement abhalten und somit davon, sich ihrer eigentlichen Macht bewusst zu werden.

Oder das Stereotyp kommt daher, dass viele Feministinnen sich untereinander die Erlaubnis geben wütend zu sein und wütende Personen werden als aggressiv wahrgenommen, gerade dann, wenn sie Kleinigkeiten zu Microaggressionen erklären, Männer zum Feind, zumindest über den Umweg der Männlichkeit und Argumente durch Kreischen und Wut ersetzen.