„Männliche Inkompetenz ist eine subtile Form von Frauenhass“

Bekanntlich kann im Feminismus alles Hass sein, selbst Unfähigkeit. Zumindest wenn sich daraus Hass gegen eine der als unterdrückt anerkannten Gruppen ableiten lässt.

Ein entsprechender feministischer Text, der Unfähigkeit als Hass ansieht:

Have you ever dated a man who ‘can’t cook’?

Do you know a guy who’s rubbish at cleaning or any other kind of domestic chore?

Of course, you do.

It might not be their fault; many men are raised in traditional families where women do all the household tasks, ironing their little prince’s pants and serving up regular, large dishes which his future girlfriend then has to try to replicate.

Male incompetence is tolerated far more than female ineptitude.

Mir fehlt da immer die klassische Gegenprobe: Ein ernsthaftes Nachdenken inwieweit Frauen zugestanden wird, dass sie auf einem Gebiet keine Kompetenzen haben. Man kommt da meiner Meinung nach sehr schnell auf diverse Punkte:

Der einfachste Punkt wären bereits alle Formen von Handwerkerarbeiten. Eine Bohrmaschine in die Hand nehmen? Genug Frauen würden das niemals machen. Die Reifen an einem Auto wechseln? Wofür hat man denn einen Freund/einen Mann? Selbst „durch die Waschanlage fahren“ hatte ich schon als etwas, was vielen Frauen nicht geheuer war.

Weiter geht es mit auch ansonsten vielen technischen Vorgängen, die gerne an Männer verwiesen werden.

Aber genug Frauen haben sich auch schon in die Position begeben, dass sie eben für den Haushalt zuständig sind und das Geldverdienen seine Sache ist.

Our society has a number of loveable buffoons who fool around and are excused from acting like prats because they’re funny. They might be rubbish at most things but as long as their banter is flowing, we put up with it.

Da könnte man gegen halten „Solange die Frauen gut aussehen sehen wir ihnen alles nach“. Wobei ich auch die Grundbewertung angreifen würde: Männern wird Inkompetenz eher weit weniger nachgesehen, sie gelten weitaus eher als Versager und sind damit uninteressant. Und natürlich ist witzig sein durchaus auch ein Talent, weswegen man hoch im Kurs stehen kann.

These types are almost exclusively men. You don’t get hilarious, idiotic women being lorded as icons of our culture. Diane Abbott is dismissed as a cretin while Boris Johnson is a joker.

Ich bin bei ausländischen Politikern wahrlich kein Experte, aber Boris Johnson scheint einiges an Kritik abzubekommen.

 

Which begs the question: is conscious male incompetence a form of misogyny?

If you labour the point that you can’t cook, then chances are that you won’t be made to cook. If you make a hash out of doing the laundry or hoovering, you’re forcing someone else to take over.

Und wenn du kein Ikea-Regal zusammenbauen kannst, dann zwingst du jemanden anderen es zu tun.

Few have the patience to watch someone do a job badly over and over again and so often, they’ll just take it upon themselves to do your chores as well as their own.

Emotional labour is doubled when you’ve got an incompetent clown on your hands.

Die emotionale Arbeit ist auch so ein Schlagwort. Es kann als einfacher Multiplizierer der weiblichen Mühen verwendet werden. Seine emotionale Arbeit kommt dabei gedanklich gar nicht vor. Etwa wenn er zusätzlich zur Erwerbsarbeit noch die Launen seiner Frau aushält, die plötzlich die Arbeitsteilung ändern will, ohne dabei zu sehen, dass sie in vielen Bereichen auch Arbeit auf ihn überträgt.

Genug emotionale Arbeit wird auch in Beziehungen von Männern geleistet. Es ist die Zufriedenheit der Frau, die bestimmt, wie gut die Beziehung läuft, nicht die des Mannes. (A happy wife, a happy life)

 

I was recently listening Semi Circles, a BBC radio comedy starring Paula Wilcox, first broadcast in 1989.

It’s about a housewife who recently wakes up to the fact that she’s spent the past eight years being a slave to her kids and nice-but-emotionally-dim husband.

Part of this awakening is the realisation that she does all the housework because her husband is crap at it.

Left alone, he makes inedible food. He lets the kids stay up well beyond their bedtime. He leaves the house a tip.

He doesn’t even try to do a good job because he fears that if he’s too good at these jobs, his wife will make him do more of them.

Ich bin mir sicher umgekehrt würde sie eher von einer Überforderung ausgehen, bei der er nicht hinreichend berücksichtigt, dass sie durch ihre Geschlechterrolle, die ihr von Kindheit an aufgezwungen wurde, eben gerade solche Arbeiten nicht ausführen durfte. Oder irgend etwas in der Art.

As I spent the evening meal prepping for two and worrying what my partner could have for breakfast, it struck me that not an awful lot has changed over the past 30 years.

While I’ve dated some very domesticated guys who are far better than I at cooking and ironing, I’ve also had relationships with men who don’t even know how to cook porridge.

Is that a result of being de-skilled as a child by overbearing mothers? Or is it a conscious choice not to hone ‘worthless’ skills because they know someone else will do it for them?

Auch dazu müssen sie eben die passenden Frauen finden, die das mitmachen und es gibt genug, die sich gerne auf den Handel einlassen.

Und wieder könnte man es natürlich auch leicht auf Frauen übertragen: Studieren sie bewußt eher Fächer, in denen sie weniger verdienen, weil sie wissen, dass ihnen ein Mann die Erwerbsarbeit abnimmt?

Suchen sie sich bewußt eher Jobs, bei denen man leichter aussetzen kann, damit sie die Erwerbsarbeit um so leichter auf ihren Mann verlagern können?
Suchen sie sich bewußt Partner, die nicht kochen oder putzen können, damit sie einen Grund haben keiner Erwerbstätigkeit nachzugehen?

Es ist wirklich einfach solche Schuldzuweisungen zu konstruieren. Für beide Geschlechter.

I’m inclined to think it’s the latter. Plenty of people are raised in boarding schools or by all-encompassing parents and have the gumption to learn to cook or at least Google how to throw a simple meal together (porridge is literally oats and milk or water – how hard can it be?).

Eine Bohrmaschine ist auch überaus leicht zu bedienen. Und auch das kann man googln. Wie schwer kann das schon sein?

But those who choose to remain ignorant and then ask their girlfriends, wives, partners to do it for them are participating in a very subtle form of misogyny that burdens women with low-level emotional labour.

Wie immer im Feminismus kann man solche Sachen gar nicht hoch genug aufhängen: Es ist Frauenhass, der Frauen zusätzliche Arbeit aufhalst. Nicht weniger.

48 Gedanken zu “„Männliche Inkompetenz ist eine subtile Form von Frauenhass“

  1. Wenn Männer Frauen die Hausarbeiten auch noch immer abnehmen würde, wäre das dann auch wieder irgendwie Frauenhass.

    Ob die Mutter da ihren Kindern wohl gesagt hat das sie nicht mehr ihre Sklavin sein will?

    Manchmal denke ich dass die feministischen Hausfrauen glauben der Mann fährt nur zur Arbeit um nicht denn Haushalt machen zu müssen und das dass was er da macht ansonsten bedeutungslos ist und keinerlei Wert hat.

  2. „Mir fehlt da immer die klassische Gegenprobe“

    Dass das immer noch nicht klar ist…

    Eine Metapher, um diesen Artikel zu verstehen:
    Stell dir eine Gruppe Kinder vor, die Ostereier suchen. Das ist ja schon eine große Gaudi und viele Eier sind auch wirklich schön bunt. Aber wenn man in die Eier reinbeißt, sind einige davon, gerade die buntesten, voller Senf.

    Wer tut denn bitteschön Senf in Ostereier?

    Das kann doch nur einer tun, der Kinder hasst!!?!

  3. Ist das nicht einfach eine Neuauflage des hasserfüllten Feminismus der Achtziger und Neunziger?
    Ist halt reichlich deplaziert, in einer Welt, in der Mensch noch immer einen Mann ruft um einen Herd anzuschließen, aber mittlerweile immer häufiger auch einen, um den Herd zu benutzen.

    • Die Feministen werten Frauen so weit ab, dass immer mehr allein bleiben. (Abwertung durch nutzlos machen. Keine Fähigkeiten, keine Sexualität, kein Support). Lässt sich kein Mann bei klarem Verstand drauf ein. (Heißt >25. Ja die Hormone in U25ern vernebeln den Verstand, glaubt mir)

      Ironischerweise stachelt das noch weiter ihren Hass an, da sie den Männern vorwerfen, dass sie sie allein lassen. Was noch mehr dazu führt, dass Männer Frauen fallen lassen.

      Macht nur so weiter Mädels, euer Ersatz ist schon in Arbeit.

    • Kenne keine einzige Frau unter 40 die einigermaßen gut kochen kann. Da sind Pizza (mit Fertigteig) und Spagetti schon das höchste der Kochkunst. Deswegen komme ich bei Frauen auch so gut an wenn ich mal für Frauen koche.
      Frauen sind heutzutage deutlich schlechter als Männer in den traditionell männlichen Berufen aber sie haben auch ihre Überlegenheit in den traditionell weiblichen Berufen verloren.

    • Und wie ist das nun mit meiner 84jährigen, alleinstehenden Nachbarin?

      Ich check der ihren PC durch, schließe ihren neuen Router für VoIP (Provider hat System gewechselt) an, wechsle die Leuchtröhre in ihrem Bad aus…

      Aber meinen Dick will ich mir von ihr nun wirklich nicht sucken lassen…

  4. Die Zeiten, in denen die Frauen kochen konnten, kochen können mussten, weil es Fertiggerichte und Pizzaservice nicht gab und man sich dies auch nicht hätte leisten können, die sind schon lange vorbei.
    Wenn wir berufstätige Männer mit berufstätigen Frauen mal vergleichen würden, wer also besser kochen kann, dann bin ich mir ganz und gar nicht sicher, dass das die Frauen wären. Ich kenne einige Männer, die ganz gern mal so hobbymässig am Herd was basteln und was Ordentliches hinkriegen. Bei Frauen ist es mittlerweile ein Zeichen ihrer „Emanzipiertheit“, nicht kochen zu können.
    Die Bohrmaschine und die Hausreparaturen ganz generell, sofern von einem Laien behebbar, die sind immer noch Männersache. Handwerk ist auch einigermassen schwierig mit langen lackierten Fingernägeln und wegen des Schweisses, wenn es etwas anstrengend wird, leidet doch der Lidschatten! Muss Mann verstehen.
    Aber aus Feministensicht gilt: Gut, dass wieder mal gejammert wurde.

      • na klar, jammern, nerven zicken, shoppen gehen …… endlos an Fähigkeiten

        Man sollte sie nicht über einen Kamm scheren. Aber der Gesamteindruck stimmt schon, gerade bei Jüngeren breitet sich doch eine gewisse stolze Dummheit aus.
        Muss man aber verstehen, wie sollen sich Menschen entwickeln, denen man rund um die Uhr erzählt, daß sie per se ohne Übung alle besser können und machen als Männer, daß wenn sie mal wo versagen natürlich Männer schuld sind, denen man alles vor den Arsch trägt, die überhaupt alle Prinzessinnen sind die Anspruch auf Wunscherfüllung haben… schwierig.

        Wenn ich von mir aus gehe, ich denke meine Persönlichkeit ist gereift an der Überwindung von Widerständen, Niederlagen, an Selbstzweifeln, an tiefen Krisen, am Alleine sein mit mir in der Natur zur Selbstreflexion usw.

        Fehlt vielen jungen Frauen heute sicher oft. (ihre ständigen Dramen sind jetzt keine wirklichen Probleme, vielleicht eher Ersatz um die innere Leere zu füllen)

      • Hier mal ein Schwank aus meinem Leben. Ich sitze in der Straßenbahn und höre, wie sich zwei junge Frauen darüber unterhalten, wie man Spaghetti zubereitet.

        Frau 1: Also erst mal mußt Du Wasser kochen.
        Frau 2: Wie jetzt – kochen?
        Frau 1: Wa … hä?
        Frau 2: Ja, kochen – kochen … aber wie?
        Frau 1: Wie …?
        Frau 2: Ich meine: im Topf – oder in der Pfanne?

        Man sieht daran aber sehr schön, wie sich Frauen dabei unterstützen, mit alltäglichem Sexismus klarzukommen. Sie wollen einfach überleben … Sowas gibt mir immer wieder Hoffnung.

    • Du hast aber ein ein verdammt negatives Bild von Frauen…
      Ich koche und backe zum Beispiel ziemlich gerne und sicher auch nicht schlecht.
      Und das obwohl meine Mutter sich eher bei den Fertiggerichten bedient hat, aber für mich ist das einfach aus Geschmackagründen nichts.

      Als ich mit meinem Freund zusammen gewohnt habe, haben wir die Wohnung gemeinsam renoviert. Und bei den anderen Dingen ging es dann auch danach, wer etwas besser kann: ich habe gekocht oder Möbel aufgebaut etc. Er war zuständig für Wäsche waschen (ich hatte damals keine Ahnung wie so eine Waschmaschine funktioniert) und Reperaturen an den Autos. Wobei solche Kleinigkeiten wie Reifen oder mal Zündkerzen wechseln hat dann einfach der übernommen, der gerade Zeit hatte.

      Und ich sehe auch nicht, was an einer Aufteilung, die sich daran orientiert, wer etwas besser kann, falsch ist. Warum sollte ich meinen Freund dazu zwingen, zu kochen oder sonst etwas zu tun, wenn ich selbst das doch viel besser kann und umgekehrt ebenso?

      Die von Dir beschriebenen Frauen, die nichts machen, da das Make-up oder Fingernägel beschädigen könnte, sind doch eher die Ausnahme.

      • Die von Dir beschriebenen Frauen, die nichts machen, da das Make-up oder Fingernägel beschädigen könnte, sind doch eher die Ausnahme

        Diese These scheitert an der Prüfung in der Realität.

          • @meta: Die Antwort bezog sich auf ein offensichtliche Missverhältnis deines Beitrags, in dem du deine eigenen persönlichen Erfahrungen umstandslos zu einer These über „die Frauen“ verallgemeinerst. Der Hinweis war vielleicht ein bisschen zu dezent und „hintenherum“.

            Generell scheinst du Schwierigkeiten zu haben die gesellschaftliche Ebene von der persönlichen Erfahrungsebene zu trennen. Da sieht man auch an deiner Antwort auf Pjotr weiter unten, O-Ton: „Ich habe auch schon Männer getroffen…“ Ich glaube dir gern dass du solche Männer kennst, genauso wie dass du eine Affinität zu Technik hast und beim Reifenwechsel tatkräftig mithilfst. An den gesellschaftlichen Verhältnissen ändern solche Einzelbeispiele gar nichts.

            @topic: Frauen, die bei handwerklichen Hausreparaturen und anderen schweißtreibenden technischen Dingen mit vornehmer Zurückhaltung glänzen sind die Regel, nicht die Ausnahme.
            WARUM sie sich da zurückhalten steht auf einem anderen Blatt, die Begründung mit den langen Fingernägeln und verwischten Lidschatten würde ich im Kontext ganz klar als Polemik einordnen (und natürlich genau so wie du ablehnen). DASS sie es tun kann man mit wenig Aufwand feststellen, wenn man mit offenen Augen durchs Leben geht.

      • Du hast aber ein ein verdammt negatives Bild von Frauen…

        Da war etwas Polemik mit dabei. Die grundsätzliche Aussage aber bleibt bestehen: Es ist heutzutage keineswegs so sicher, dass die Frauen die Hausarbeiten (inklusive kochen) beherrschen und die Männer davon keine Ahnung haben, so wie es der Ausgangstext suggeriert. Das war vielleicht mal so.
        Die ganze Dummheit des Feminismus aber zeigt sich in der albernen Auffassung, dass etwas nicht zu können – hier insbesondere Kochen – ein Zeichen der Emanzipation ist. Ältere Frauen, ich denke da an Italien, haben teilweise enormes Wissen und Fertigkeiten, was regionale Küche anbelangt. Das ist teilweise hohe Kunst. Dann kommen irgendwelche einfältige Gendertanten daher, die absolut nichts können ausser gestelzt daher zu labern und glauben, ihr dummes subventioniertes Gelabere sei irgendwie wichtig und ein hohes Kulturgut. Dieser Tanten glauben tatsächlich, sie müssten auf solche Frauen herabschauen.

        • @Piotr:
          „Es ist heutzutage keineswegs so sicher, dass die Frauen die Hausarbeiten (inklusive kochen) beherrschen und die Männer davon keine Ahnung haben, so wie es der Ausgangstext suggeriert.“

          Natürlich nicht, aber den Ausgangstext einfach ins Gegenteil verkehren entspricht ebenso nicht den Tatsachen.

          Ich habe auch schon genug Männer begriffen, die nicht fähig sind, ein Regal aufzubauen oder einen Reifen zu wechseln.

          Und ja, es gibt auch Eine, die ich nicht kann, zB Fensterputzen, dafür wird dann jemand bezahlt und gut ist.
          Wenn ich einen Mann hätte, der darin gut wäre, so könnte er für Aufgabe übernehmen, wenn nicht du gut.

          Man muss sich doch nicht mehr stressen als nötig.

          „Die ganze Dummheit des Feminismus aber zeigt sich in der albernen Auffassung, dass etwas nicht zu können – hier insbesondere Kochen – ein Zeichen der Emanzipation ist.“

          Diese Einstellung ist tatsächlich dumm! Hat aber nichts mit Feminismus per se zu tun, sondern einfach mit dummen Menschen.

          • Diese Einstellung ist tatsächlich dumm! Hat aber nichts mit Feminismus per se zu tun, sondern einfach mit dummen Menschen.

            Wenn es nun dumme Menschen gibt, die ihre Dummheit als einen zentralen Punkt in eine Ideologie einbauen, dann ist diese Ideologie folgerichtig … ?

  5. Es gibt keine emotionale Arbeit. Das wurde von gewissen Gruppen erfunden um zu verschleiern, dass die meiste Arbeit immer noch von Männern gemacht wird.

    Es ist auch nicht weiter verwunderlich, dass „männliche Inkompetenz“ als Angriff auf Frauen verstanden wird. Schließlich ist jeder inkompetente Mann ein potentieller Versorger weniger. Je mehr diese Inkompetenz um sich greift, desto höher die Wahrscheinlichkeit, dass Frau sich selbständig versorgen muss. Für manche sicher keine schöne Vorstellung.

    Hausarbeit wird auch häufig überhöht. Gut genuge Hausarbeit ist für mich, dass ich nicht verhungere und idealerweise nicht in Müll und Staub ertrinke. Alles andere ist nur Beiwerk. Braucht man nicht wirklich.

  6. Spontan kamen mir drei Bohrmaschinen-Anekdoten:

    In der gemeinsamen Wohnung mit first love (als später Teenager also) nutzte ich die Hilti um (allein) den Fliesenspiegel von den Wänden zu kriegen sowie den Wasseranschluss verlegen zu können. Zuerst erinnerte ich mich im Rückblick aber an den Moment (fast) ganz zum Schluss, als die Küche dann schon stand, ich nurnoch eine Hakenleiste anbringen wollte und dabei ein (ganz doof von der Höhe her verlegtes!) Stromkabel traf^^

    Mit Anfang 20 renovierte ich so richtig (mit Mauern einreissen/neu errichten, Stahlträger einziehen, Decken abhängen etc.) – sehr viel allein – und war totalst empört, als mal meine Fernbeziehung mithalf. Ich hatte vielleicht acht Schrauben einzudrehen, und bei der allerletzten drückte er dann von hinten auf meinen Ellebogen – ganz so als ob er glaubte, dass es da doch noch seiner Hilfe bedurfte.

    Und dann vor kurzem halt, als ich meinen Mann rumscheuchte, damit er endlich die neuen Badregale anbringt. „Weißt Du eigentlich überhaupt, wie man die Stelle für ein Loch markiert?“, hab ich da doch glatt gefragt. Ich glaub, ich sollte ihn da besser noch um Entschuldigung für bitten.^^

    • „nutzte ich die Hilti…“

      Damit gehörst Du zu einer lobenswerten Minderheit con ca. 0.1 % aller Frauen….

      Was für eine Hilti war das denn? Weniger als eine 3-kg-Maschine ist eher unpraktisch, wenn man Fliesen herunterschlagen will, sonst dauert das ewig. Hast Du diese Maschine zum Bohren der 5- oder 6mm-Löcher genommen? Ist nicht ohne Risiko…

    • als ich meinen Mann rumscheuchte

      Schön !!
      Das ist nach meiner Beobachtung eine wirkliche Fähigkeit vieler Frauen in Beziehungen, je länger um so mehr. Den Mann rumscheuchen, nerven, damit er ihr ständigen neuen Umbau – und Einrichtungswünsche erfüllt.
      Das geschilderte mit Zupacken ist löblich aber wirklich nicht die Norm, wenn auch sicher häufiger als 0,1 %

      • „Das ist nach meiner Beobachtung eine wirkliche Fähigkeit vieler Frauen in Beziehungen, je länger um so mehr.“

        Das ist keine Fähigkeit, das ist emotionale Arbeit. Mit ein(paar)mal bitten ist es da ja nicht getan…

        • Mit ein(paar)mal bitten ist es da ja nicht getan…

          Einfach selber machen….

          im Übrigen es gibt keine emotionale Arbeit. Ebenso wenig wie es Trauerarbeit gibt, Verdauungsarbeit, Schlafarbeit, Schwitzarbeit, Freudearbeit…..

          Am schlimmsten finde ich das Wort „Trauerarbeit“, das hat für mich so was technisch-kalt inhumanes, einfach unfassbar.
          Kann man Trauer bearbeiten, verarbeiten ? ist sie dann weg ? muss man sie nicht einfach sich austoben, ausbrennen, verlöschen lassen, bis sie irgendwo in der Seele einen Platz gefunden hat , wo sie sich hinkuscheln kann und ihre Ruhe findet ohne zu stören ? wie auch immer ?

          na gut anderes sehr schwieriges Thema lassen wir das.

          • „Einfach selber machen….“

            Laute Sachen in der Schwangerschaft oder auch jetzt aktuell, wo ich täglich stundenlang (noch ohne verlässlichen Rhythmus) stille, will ich (bspw.) doch lieber vermeiden, wenns denn geht.

            Hier aber mal mein ungefähres Programm der wichtigsten, anstehenden Arbeiten:
            – die Waschtischplatte (aus Vollholz) wenn ich Glück habe nur abschleifen und lackieren, wenn ich Pech habe komplett neu zusägen, mit der Fräse behandeln & lackieren
            – im Wintergarten Fliesen legen & tapezieren, die halbe Wohnung außerdem auch streichen (is schon lange wieder überfällig)
            – einen Tisch bauen (gibt’s nicht fertig zu kaufen in den Maßen & dem Design, das ich brauche bzw. will)
            – eine Lampe kreieren, (etwas zu überdimensioniertes) Vorbild: https://i.pinimg.com/564x/b4/ab/73/b4ab7349421dda8d11232e14ff8bc4a3.jpg
            – das bisherige, kleine Gartenhäuschen abbauen (bei einem Freund wieder aufbauen) und ein neues erschaffen (hier werde ich tatsächlich am Wenigsten mithelfen, das wird wohl das drei-Mann-Team, bestehend aus meinem Gatten, meinem Vater und besagtem Freund, erledigen – bestenfalls nächste Woche – und ich dirigiere mehr^^)
            – Kleinigkeiten im Kinderzimmer und der Küche
            – und wenn das Alles erledigt ist, geht’s auch schon langsam in Richtung Ausbau des (zukünftigen) Lofts, das der bald-Teenager irgendwann mal bewohnen soll, angefangen beim Hintereingang, der eine scharfe Glaskonstruktion bekommen soll, danach dann Wasser, Heizung usw.

            Ich hätte den Zeitbedarf (bis zur Loft-Fertigstellung) auf roundabout 5 Jahre geschätzt, aber mein Vater will das (aus gesundheitlichen Gründen bei ihm) innerhalb der Hälfte der Zeit erledigt haben. Womöglich wird das unsere letzte Chance, uns nochmal als Top-Team zu erleben…

  7. Inkompetenz ist weiblich und die wenigen Dinge, die sie einigermaßen fehlerfrei hinkriegen, kann auch der durchschnittliche Mann problemlos. Andersrum wird da nichts draus. Frauen wären ohne Männer hoffnungslos verloren. Ausnahmen sind Anekdoten und bestätigen die Regel.

    • So schauts aus…
      Wobei unser oberschlaues Satzzeichen diese Vermutung sogar selber widerlegt.. 😉

      Zuerst erinnerte ich mich im Rückblick aber an den Moment (fast) ganz zum Schluss, als die Küche dann schon stand, ich nurnoch eine Hakenleiste anbringen wollte und dabei ein (ganz doof von der Höhe her verlegtes!) Stromkabel traf^^

      Ein Mann hätte erst mal nach Leitungen (Strom/Wasser) gesucht.

      • Ach, ich finde schon, dass ; zu den Ausnahmen gehört, wenn ihre Geschichte stimmt. Fehler machen Männer auch. Aber machen ist das Stichwort, nicht – wie üblich – machen lassen.

        • „Fehler machen Männer auch.“

          Mein damaliges Problem wäre ja überhaupt nicht entstanden, wenn da nicht zuerst (höchstwahrscheinlich) ein Mann/Männer einen Fehler gemacht hätte/n. Grundlos sollte man jedenfalls kein Kabel horizontal im Bereich zwischen Brust- und Augenhöhe verlegen („Etwas Material einsparen“ ist dabei kein zulässiger Grund). Und ja, ich weiß, dass es Prüfgeräte gibt. Allerdings habe ich persönlich die – später – auch nicht als sonderlich zuverlässig erlebt.

          „machen ist das Stichwort, nicht – wie üblich – machen lassen“

          Diese Aussage lässt sich doch – noch besser sogar – auf alle regelmäßigen Hausarbeiten übertragen (die im Vergleich zum heimwerken nicht sonderlich anspruchsvoll sind). Kann man jemanden als erwachsene Person respektieren, der die (teilweise) von jemand anderem erledigen lässt? (Wurscht, ob bzw. wie er dafür bezahlt?)

          Ich verstehe im Allgemeinen nicht so richtig, wie (gesunde!) Menschen, die für ihren Privathaushalt eine „Hilfe“ anstellen, noch ihren Selbstrespekt behalten können. (Ich verstehe wohl, dass diese einen durch ihre Existenz disziplinieren kann, siehe das Phänomen vom „schnell noch aufräumen, bevor die Putzfrau kommt“, von dem – wie es sich liest – vorallem Frauen betroffen zu sein scheinen)

          • Es gab eine Zeit, da war eine Putzfrau das Allerletzte.
            „Es ist dein Dreck, den machst du gefälligst selber weg!“
            (Stimmt ja auch!)
            Heute kniet irgendeine Olga über meinem Klo, kratzt meine Kacke weg.
            Es hat ’n bisschen gedauert, aber mittlerweile, mittlerweile
            Schau‘ ich ihr gern dabei zu.

            Unten. Die ist unten.
            Zurecht!
            Und das hat mit Zufall nix zu tun,
            Oder mit Pech.
            Oben, das wissen auch die Vögel,
            Fliegt sich’s einfach viel entspannter.
            Oben, das wissen alle, die mal da waren,
            Laufen die Dinge von selbst.

          • Warum soll man Arbeiten selbst erledigen, auf die man keinen Bock hat, wenn man sich die Putzfrau leisten kann? Dazu sind Dienstleister da. Was hat das mit Selbstrespekt zu tun?

          • „Es gab eine Zeit, da war eine Putzfrau das Allerletzte.
            „Es ist dein Dreck, den machst du gefälligst selber weg!“
            (Stimmt ja auch!)“

            Eben. Weil es (im Allgemeinen) stimmt, müsstest Du Dich doch eher selbst verachten anstatt die Person abzuwerten, die Deine ureigensten Aufgaben (die Dich nicht überfordern dürften) an Deiner statt übernimmt.

            „Unten. Die ist unten.
            Zurecht!
            Und das hat mit Zufall nix zu tun,
            Oder mit Pech.“

            Sie ist eigentlich nur dann wirklich „unten“, wenn sie auch noch schlecht bezahlt wird, keine Umstiegschancen hat(hätte) und selbst unglücklich ist über ihre Tätigkeit.

            Ich hab übrigens mal den Satz bereut: „ohne Schulabschluss kann man doch höchstens putzen gehen“ – weil ich ihn gegenüber jemandem äußerte, deren Partner Gebäudereiniger (konkret: Fensterputzer) war (das ist außerdem einer der Top-„Todesjobs“, soweit ich weiß), was ich erst aufgrund ihrer körperlichen Reaktion wieder erinnerte.

          • „Dazu sind Dienstleister da.“

            Die Nachfrage bestimmt (maßgeblich) das Angebot.
            Weil so viele Menschen ihren alltäglichen, normalen Dreck nichtmal in ihren eigenen vier Wänden selbst beseitigen _wollen_, gibt es eine Klasse von (überwiegend weiblichen) Dienstleistern, auf die wir dann auch noch kollektiv herabblicken.

            Es würde mich nicht wundern, wenn ein Teil der Putzkräfte sich gegenüber neuen Bekanntschaften lieber sogar nur als „Hausfrau“ einstufen ließe. Während auf der anderen Seite sicher (auch) so manche „Hausfrau“ nicht ohne einen gewissen Stolz verkünden dürfte, dass Freitags bei ihr immer die Putze kommt… es ist ja ein Zeichen von „Status“, wenn man sich das leistet, privat zum „Arbeitgeber“ wird.

            „Sozial ist was Arbeit schafft“ – imho einer der falschesten Glaubenssätze der gegenwärtigen Politik überhaupt.

  8. Erstens stimmt es, alles was irgendwie dreckig oder laut ist, ist unter weiblicher Würde.
    Zweitens soll ich jetzt auch schimpfen, weil ich schon immer bei der Erwerbsarbeit mithelfen sollte?
    Mache ich da Frauen verantwortlich, weil ich als Mann da kaum Jugend hatte? Nein.

  9. „Studieren sie bewußt eher Fächer, in denen sie weniger verdienen, weil sie wissen, dass ihnen ein Mann die Erwerbsarbeit abnimmt?“

    Ich hab da btw eine lustige Aufstellung gefunden bezüglich der in Österreich anteilsmäßig am stärksten von Frauen nachgefragten Fächern:

    – Pädagogik
    – Konservierung und Restaurierung
    – Textilgestaltung
    – Ukrainisch
    – Musiktherapie
    – Gender Studies
    – Musik- und Bewegungserziehung
    – Pferdewissenschaften
    – Harfe
    – Musiktheaterregie (100 % Frauenanteil! Es soll demgegenüber kein einziges „Männerfach“ mit 100 % Männeranteil – mehr – geben)

    https://diepresse.com/home/bildung/1356306/Richtig-weiblich_Die-Top-Ten-der-Frauenstudien#slide-1356306-10

    Die Liste der bei Frauen beliebtesten Studiengänge liest sich aber seit langem ungefähr so:

    – Mathematik
    – Psychologie
    – Wirtschaftswissenschaften
    – Biologie
    – Anglistik
    – Pädagogik
    – Rechtswissenschaften
    – Medizin
    – Germanistik
    – BWL

    So, was konkret könnte man Frauen da jetzt „vorwerfen“?
    Die (zu häufige) Wahl von Germanistik, Anglistik und Pädagogik vielleicht?
    Denkt ihr bei Arne Hoffmann und Schoppe denn auch, die hätten ihre Fächer ausgewählt in der Annahme, es fände sich für sie schon noch „ein Versorger“?

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