Der Familienausschuß des Bundestages

Was ich immer recht interessant finde ist sich einmal den Familienausschuß anzuschauen, offiziell der Ausschuss für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, es dürfte neben dem Rechtsausschuß der Ausschuß sein, in dem viele der hier behandelten Themen diskutiert werden:

Auf der Seite des Ausschusses heißt es:

Auch wenn meist nur vom Familienausschuss gesprochen wird, beschäftigt sich der Ausschuss doch mit vielen unterschiedlichen gesellschaftspolitisch relevanten Themen. Seine Aktivitäten zielen darauf ab, Familien sowie Kinder und Jugendliche zu stärken, eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu erzielen und die Gleichstellung von Frauen und Männern zu fördern. Vor dem Hintergrund des demografischen Wandels unserer Gesellschaft engagiert sich der Ausschuss besonders dafür, die Rahmenbedingungen für ein weitgehend selbstbestimmtes Leben der älter werdenden Bürgerinnen und Bürger kontinuierlich weiterzuentwickeln und das bürgerschaftliche Engagement aller Generationen zu fördern.

Ich zähle bei den ordentlichen Mitgliedern von 40 insgesamt 23 Frauen, was meine ich ausgewogener ist als bei der letzten Wahl:

Die ordentlichen Ausschußmitglieder der CDU (14)

Deutscher Bundestag Ausschuss für Familie Senioren Frauen und Jugend CDU

Deutscher Bundestag Ausschuss für Familie Senioren Frauen und Jugend CDU

Mir sagen sie nichts, aber vielleicht ja anderen. Auch interessant wäre es mal zu schauen, wer so bei Twitter ist und wen man da mal direkt auf bestimmte Themen ansprechen kann

Die SPD stellt 9 Ausschußmitglieder:

Deutscher Bundestag Ausschuss für Familie Senioren Frauen und Jugend SPD

Deutscher Bundestag Ausschuss für Familie Senioren Frauen und Jugend SPD

Die AFD stellt 5 Mitglieder:

Deutscher Bundestag Ausschuss für Familie Senioren Frauen und Jugend AFD

Deutscher Bundestag Ausschuss für Familie Senioren Frauen und Jugend AFD

Die FDP stellt 4:

Deutscher Bundestag Ausschuss für Familie Senioren Frauen und Jugend FDP

Deutscher Bundestag Ausschuss für Familie Senioren Frauen und Jugend FDP

Die Linke auch 4 Mitglieder und eine davon ist Vorsitzende:

 

Deutscher Bundestag Ausschuss für Familie Senioren Frauen und Jugend Die Linke

Deutscher Bundestag Ausschuss für Familie Senioren Frauen und Jugend Die Linke

Frau Achelwilm schreibt auf den Frauenseiten:

3. Was möchten Sie speziell frauen*politisch erreichen?

„Oh, da gibt es noch sehr viel, was erreicht werden kann und muss. Die Lohnbenachteiligung von Frauen lückenlos beenden. Frauen, egal in welcher Position, in ihrem Selbstbewusstsein und ihren Rechten stärken. Gesetzliches Rückkehrrecht von Teil- in Vollzeit. Ausreichend gute und wohnortnahe Kita-Plätze. Dass die Frauenfrage auch global gedacht wird. Alleinerziehende politisch wertschätzen und unterstützen. „Gläserne Decke“ durchbrechen (warum werden ausreichend qualifizierte Frauen auf jeder nächsthöheren Aufstiegsebene immer weniger?). Sorge- und Pflegeberufe massiv aufwerten. Institutionelle Frauen- und Gleichstellungsstrukturen bedarfsgerecht finanzieren. Den Hebammenberuf stärken. Die Löhne im Einzelhandel hochsetzen, flexiblere Ladenöffnungszeiten und „Arbeit auf Abruf“ unterbinden. Sexismus gesellschaftlich ächten und überwinden.“

4. Was verstehen Sie unter Gleichstellungspolitik?

„Jede Form von struktureller Benachteiligung und Diskriminierung aufgrund einer Geschlechtszugehörigkeit (oder -unzugehörigkeit) transparent zu machen und mit allen Mitteln der Politik zurückzukämpfen. Eine Dauer- und Querschnittsaufgabe.“

5. Wieso sollten Frauen* Ihnen ihre Zweitstimme geben?

„Weil meine Partei konsequent Frauen fördert und nach vorne stellt. Weil das Wahlprogramm der LINKEN im Parteienvergleich am meisten Frauenpolitik beinhaltet (Quelle: Deutscher Frauenrat). Weil ich mich seit vielen Jahren auf verschiedenen Ebenen aktiv mit Gleichstellungs-, Frauen- und Queerpolitik beschäftige und so bald nicht damit aufhöre – auch und erst recht nicht, wenn ich es in den Bundestag schaffe. Weil mein Begriff von Feminismus ein „linker“ ist, sprich: Frauenpolitik darf sich nicht nur um quotierte Aufsichtsratsposten drehen, sondern muss Frauen insbesondere da stärken, wo sie am Ende von Gehaltstabellen stehen; wo sie keine Lobby, Unterstützung oder Vertrauensperson haben; wo sie Schutz gegen Zumutungen brauchen; wo sie über mehr selbstbestimmte Zeit verfügen wollen; wo sie falschen und einschränkenden Rollenerwartungen mutig entgegentreten.“

 

Die Grünen auch 4 Mitglieder und die stellvertretende Vorsitzende

Deutscher Bundestag Ausschuss für Familie Senioren Frauen und Jugend Grüne

Deutscher Bundestag Ausschuss für Familie Senioren Frauen und Jugend Grüne

Frau Schauws schreibt in ihrer Twitter-Bio:

#Grüne Bundestag #Frauen #Feminismus#Queer* #Lesben #LGBTI Niederrhein Krefeld Moers

Frau Dörner schreibt bei der Heinrich Böll Stiftung:

Frauenanteil im Bundestag gesunken
Der Frauenanteil im Deutschen Bundestag beträgt seit Beginn der neuen Wahlperiode nur noch 31 Prozent. 218 der 709 Abgeordneten sind weiblich. Der Anteil an Frauen* im Bundestag ist damit so gering wie seit 1998 nicht mehr. Der geringe Frauenanteil hängt auch mit der AfD zusammen. Seit der Wahl im Herbst 2017 ist sie erstmals im Bundestag vertreten. Nach CDU/CSU und der SPD bildet sie mit 92 Abgeordneten die drittgrößte Fraktion. Nur 10 davon sind weiblich. Damit hat sie mit knapp 11 Prozent den geringsten Frauenanteil aller Fraktionen. Aber auch die FDP-Fraktion hat nur einen Frauenanteil von 24 Prozent und bei der Union ist der Anteil der Frauen von 26 auf 20 Prozent rapide gesunken.

31 Prozent Frauenanteil im Deutschen Bundestag – schon diese Zahl zeigt, wie wichtig Feminismus und das Engagement für die Gleichstellung der Geschlechter weiterhin sind. Der Gender Pay Gap, der Gender Pension Gap und der mit dem 2. Gleichstellungsbericht besonders beleuchtete Gender Care Gap, die alarmierenden Zahlen häuslicher Gewalt gegen Frauen – all dies zeigt, Feminismus ist notwendig und top-aktuell.

(…)

Es ist von zentraler Bedeutung mit den vielen wichtigen Akteur*innen in der Zivilgesellschaft zusammenzuarbeiten. Die vielen engagierten Feminist*innen geben  Hoffnung, dass wir etwas drehen können. Wir sehen einen erstarkten Rechtspopulismus, eine Rechtsverschiebung dessen, was als Meinungsäußerung akzeptiert wird, einen neu erstarkten Hass. Aber wir sehen auch ein neues Dagegenhalten und neue Kraft. Der breite, von so vielen getragene Protest gegen die Anzeige von der Frauenärztin Kristina Hänel, die Infoverweise zum Schwangerschaftsabbruch auf ihrer Website zur Verfügung stellte; die „Schweigenbrecher*innen“ der #meToo-Kampagne, die breit besuchten Demos im vergangenen Jahr vom Internationalen Frauentag bis hin zu den Women’s Marches haben diese Möglichkeit schon mehr als eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Der Antifeminismus der AfD mobilisiert viele. So gab es beispielsweise vor der Bundestagswahl auch die Kampagnenseite „Frauen gegen die AfD“, auf der sich viele Frauen zu Wort gemeldet und deutlich gemacht haben, warum die AfD aus ihrer Sicht frauenfeindlich ist.

Denn die politische Programmatik zeigt alarmierend deutlich, dass die von vielen, auch und gerade jüngeren Frauen und auch Männern als selbstverständlich empfundene Gleichstellung eben nicht selbstverständlich ist, sondern dass es sich lohnt und auch notwendig ist, weiter zu kämpfen. Daran gilt es anzuknüpfen.

Einige Themen werden anscheinend eher im Rechtsausschuss verhandelt, beispielsweise das Wechselmodell, wenn ich es richtig verstanden habe.

Dennoch finde ich es interessant, mal zu schauen, wie die Ausschüsse so besetzt sind. Wenn jemand Informationen zu den anderen Mitgliedern hat oder sich freundlicherweise die Mühe machen möchte da etwas zu suchen, dann würde es mich freuen. Ich denke so bekommt man vielleicht einen interessanten Überblick.