Franziska Giffey: „Wir brauchen eine Kindergartenpflicht ab dem dritten Lebensjahr und wenn möglich, auch davor“

Verschiedentlich habe ich bei Facebook und Twitter jetzt ein Zitat von Franziska Giffey gelesen, die designierte Familienministerin, gelesen, in dem es um eine Kindergartenpflicht geht. Tatsächlich ist das wohl eher ein Landesthema als ein Bundesthema aber es ist ja dennoch nicht uninteressant.

Als konkreter Punkt findet sich bei Frau Giffey auf ihrer Homepage:

  • Wenn über 60% der Neuköllner Kinder in Klasse 1 mit Entwicklungsverzögerungen und fast 40% mit Sprachstörungen starten, weil sie in ihrem bisherigen jungen Leben nicht die Förderung und Anregung erfahren haben, die für einen guten Schulbeginn notwendig wären, dann sind das Alarmsignale, denen nur mit einer verbindlichen frühen und institutionalisierten Förderung für alle begegnet werden kann.
  • Es ist ein Fehler gewesen, die Vorklassen an den Grundschulen abzuschaffen.
  • Die qualitativ hochwertige Förderung der Kinder durch einen verbindlichen Kitabesuch bleibt eine der wichtigsten Voraussetzungen zur Erlangung der Schulreife. Eine gute Vorbereitung auf den Schulbesuch in der Kita ist zielführender als die frühe Einschulung. Es sind gemeinsame Anstrengungen im Land und in den Bezirken nötig, um ausreichend Kitaplätze und qualifiziertes Personal zur Verfügung zu stellen.
  • Wir brauchen eine Kindergartenpflicht ab dem dritten Lebensjahr und wenn möglich, auch davor. Wir müssen es schaffen, dass 100 Prozent der Kinder mit guten Voraussetzungen in der Schule ankommen. Denn was in der frühkindlichen Förderung versäumt wird, kann nicht mehr aufgeholt werden und setzt sich in Frustration und verfehlten Schulkarrieren fort.

Der Satz:

  • Wir brauchen eine Kindergartenpflicht ab dem dritten Lebensjahr und wenn möglich, auch davor.

ist natürlich interessant. Eine Umsetzung könnte in der Tat bei der Integration sehr hilfreich sein, aber eben auch die Rückkehr von Frauen in den Beruf beschleunigen, wenn es allgemein so durchgesetzt wird, was dann eigentlich auch Regelungen beim Unterhalt nach sich ziehen müsste.

Andere sehen darin wiederum eine Einschränkung der Elternrechte, insbesondere dem Recht sein Kind selbst zu erziehen.

Man kann auch Punkte dagegen halten wie die Bindung an die betreuenden Eltern in diesem besonderen Zeitraum und dafür eben die gleichmäßige Vorbereitung und damit eine Verbesserung der Chancengleichheit für die Kinder, die am besten möglichst früh deutsch sprechen sollten, damit sie überhaupt eine Chance haben.

Die meisten Eltern werden ihre Kinder schon heute in den Kindergarten geben, Kindergrippen hingegen werden wohl einen deutlich niedrigeren Anteil haben.

Was haltet ihr von dem Vorschlag?

Ab welchen Alter wäre eine Pflicht sinnvoll, wenn ihr sie richtig findet?

Ab welchen Alter sollte ein Kind auch abseits einer Pflicht in eine Krippe?

 

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105 Gedanken zu “Franziska Giffey: „Wir brauchen eine Kindergartenpflicht ab dem dritten Lebensjahr und wenn möglich, auch davor“

  1. Ich finde nicht, dass man das pauschal beantworten kann. Es hängt von den Kindern und ihrem Gesundheitszustand und ihrem geistigen Fortschritt ab, von den Eltern und ihrer bisherigen Erziehung und ganz stark von den Kindergärten. Eine Freundin gibt ihren Sohn in eine Betreuung, seit er ein halbes Jahr alt ist. Mit allen Einrichtungen hatte sie Glück, d.h. qualifizierte Leute, sinnvolle Betreuer-Kind-Ratio usw. Von anderen habe ich aber ganz andere Geschichten gehört. Ich würde die geregelte Betreuung ab 4 im Kindergarten generell gut heißen, aber nicht länger als 6 Stunden. Ganztagsbetreuungen finde ich unangemessen. Wichtig ist mir, dass auch die Anzahl der Kinder und die Qualifikation der Betreuer geregelt ist. Kinder irgendwohin abzugeben, wo sie vernachlässigt werden und letztlich weniger lernen als zu Hause, kann nicht die Lösung sein.

    • Sehe ich genau so.

      Vermutlich will Franziska Giffey ihre Kindergartenpflicht vor allem deshalb durchsetzen, damit die Kinder die angeblich Gender-gerechte Umerziehung so früh wie möglich erleiden müssen.

        • Eben… Sollte, ist aber nicht Und ein Mann für alle Kinder, dürfte auch etwas wenig sein.
          Für Männer ist der Job aber nach wie vor nicht zu empfehlen, da man als Mann ohnehin latent als Kinderschänder gilt.
          Türen werden ausgebaut, Eltern beschweren sich, wenn Mann die lieben Kleinen wickeln soll usw.

  2. Natürlich, die Spezialdemokraten. Wer hatte uns noch mal verraten?

    Jetzt kommt eine qualifikationsfreie SPD Tusse, die meint, dass alle Kinder die selbe miserable Bildung bekommen sollen, immerhin gibt es ja noch 40 %, die in der Schule lesen und schreiben können. Bei der Gelegenheit kann man auch gleich die Giffey-Jugend (GJ) eröffnen, damit die Kinder verpflichtend ab dem 3. Lebensjahr antisexistische und antirassistische Jugendgruppen bilden (für den Gender-Endsieg versteht sich). Im weiteren Schritt kann man dann ein Ministerium für Bildungssicherheit aufmachen (BilSi), in dem die erzogenen Kinder ihre Eltern melden können, falls sie unerlaubt Bildung und böse antifeministische Dinge lernen. Schließlich hat der Staat das „Bildung“smonopol. Die gemeldeten Eltern kommen in Kindererziehungszentren (KzZ), dort lernen sie den richtigen Umgang mit Bildung und den Stimmkreuzen.

    Ähnlichkeiten mit dem 3. Reich oder der DDR sind rein zufällig und höchstens von der SPD gewollt.
    Was „wir“ wirklich brauchen, ist eine Intelligenzpflicht für Minister. Wenn die staatliche Bildung nicht (mehr) funktioniert, dann ist die Lösung nicht mehr staatliche Bildung.

  3. Wird genau Null helfen.
    Wer Kindern helfen will, der darf nicht hingehen und die Eltern substituieren, sondern muss den Eltern helfen.
    Das einzig sinnvolle in den Vorschlägen ist die Benutzung des Wortes Kindergarten.
    Warum?
    Weil jede junge Gemüsesorte anders behandelt werden muss.
    Und hier liegt das Problem, die haben so einen mit ihrer Ideologie an der Klatsche, dass schon das zur Explosion im Köpfchen führt.
    Neuköln ist doch schon der erste Euphemismus.
    Und Rückkehr in den Beruf scheint mir da eine besondere Lachnummer zu sein.

    • Da schließe ich mich mal vollständig an.
      Es geht ja nicht um etwas neues, sondern um den alten Kinderkasernierungsplan von Führer Cem Ö.
      Der hat schon 2010 explizit gefordert, daß jedes Kind mit spätestens 3 Jahren per Gesetz fremderzogen werden muß. Und in Berlin wird das schon größtenteils inoffiziell so umgesetzt. Wer es anders macht, hat sehr schnell und leicht eines der Jugendämter am Hals.
      Sein „Argument“ war, daß Eltern nunmal sozial nix taugen und man den Kindern eine Art „soziale Grundbildung“ dort andrillen müßte ( so nach der Methode „gemeinsames Absingen der bunten Diversityhymne vor Unterrichtsbeginn auf dem Appelplatz, .. äh Schulhof, unter der Genderfahne“ ).

      Nun, die Wissenschaft ist sich zwar weltweit recht einig, daß es tatsächlich eine soziale Grundbildung gibt, dieselbe ohne Naht oder abgrenzbaren Übergang aus dem Bindungserleben resultiert und das nunmal schlichtweg nicht geschult werden kann, sondern sich interaktiv im Elternkontakt entwickelt, aber seit wann interessieren sich Faschos, die auf Wahlviehnachzucht scharf sind, schon für sowas profanes wie Wissenschaft?

      Kurz: die Schwarzblock-SA reicht nicht, um sämtliche verstandsbegabten Leute in Schach zu halten, es braucht schon sowas wie Jungpioniere ( oder wie der Stasinachwuchs hieß ) oder noch besser eine neue HJ und einen BDM.

      Merke: Nur wo von klein auf an in Gleichaltrigenzügen exerziert wird, finden die Erwachsenen das ( nach rund einer Generation ) auch „normal“ und „alternativlos“.

      Sage ich übrigens schon seit jetzt schlapp 8 Jahren ( oder so ), selbst ein sehr großer Teil der „Männerrechtler“ geht da mit den Militaristen ziemlich konform, dank unreflektierter politischer Medienberieselung.

  4. Wenn ein Eingriff in die Grundrechte der Eltern gefordert wird, erwarte ich schon eine Verhältnismäßigkeitsüberprüfung. In der Argumentation fehlen Ausführungen zur Erforderlichkeit (milderes Mittel ?) und Angemessenheit (z.B.Abwägung mit Nachteilen zur Eltern-Kind Bindung).

    Auch würde ich gerne wissen, wieviele trotz vorheriger Kindergartenbetreuung Entwicklungsverzögerungen und Sprachstörungen in der ersten Klasse zeigen.

    Wer eine Pflicht insbesondere für Kinder unter 4 Jahren fordert, sollte erst mildere Mittel zur Erreichung des Ziels (z.B. Betreuungsschlüssel verbessern; Platzgarantie) ausprobiert haben.

    Der Nanny-Staat mischt sich gerne in die Persönlichkeitsrechte seiner Bürger ein, sobald er einen legitimen Zweck erspäht hat, da er sich sicher ist, die selbst gesetzten Ziele (Ergebnisgleichheit) besser erreichen zu können, als alle seiner Bürger.

    • Auch würde ich gerne wissen, wieviele trotz vorheriger Kindergartenbetreuung Entwicklungsverzögerungen und Sprachstörungen in der ersten Klasse zeigen.

      In der Tat müsste erstmal belegt werden, dass ein (früher) Kindergartenbesuch positive Auswirkungen hat.

      Vielleicht wäre es auch zielführender, die Qualität der Kindergärten zu verbessern.

      • Nö.
        Wenn die Kinder bis zum Zehnten des Monats mit Kinderbueno oder wie der Crap heißt als Frühstück ankommen und danach komplett ohne, dafür aber durchgängig übernächtigt, weil die bis elf Uhr in der Bude rumgekaspert haben und dabei noch vollgequalmt wurden, dann kann der Kindergarten nicht mehr viel retten.
        Ist auch nicht seine Aufgabe.
        Sind so die Dinge, die Kindergärtnerinnen aus genau den Vierteln erzählen, in die die Polizei nicht unter drei Mannschaftsbussen reinfährt und dabei trotzdem noch mit Steinwürfen begrüßt wird.
        Was helfen könnte, wäre den Kindergärtnerinnen den Maulkorb zu nehmen.
        Das wird aber nicht passieren.

      • In der Tat müsste erstmal belegt werden, dass ein (früher) Kindergartenbesuch positive Auswirkungen hat.

        Für Kinder aus fremdsprachigen Elternhaus ist der Vorteil offensichtlich: Sie lernen deutsch. Der frühe Kindergartenbesuch wäre insbesondere für Immigrantenkinder wichtig, weil sie bei Schuleintritt etwa das Niveau von deutschsprachigen Kindern vorweisen würden.
        Aber klar, die Libertären hier werden das Schreckgespenst des totalitären Staates, der die Kinder von klein indoktriniert an die Wand malen. Sind die Immigrantenkinder bei Schuleintritt dann schon hoffnungslos wegen mangelnder Sprachkenntnisse im Rückstand und das schulische Versagen vorgezeichnet, wird wieder das Elend der nichtgelingenden Integration gesungen.

        • Es ist ja gar nicht gesagt, dass die genannten rückständigen Kinder den Kindergarten versäumt haben. Das müsste man schon genauer wissen.

        • Das sinnvollste waere, die fremdsprachigen Eltern, die weder sich selbst noch ihre Kinder in der BRD integrieren wollen, dementsprechend zu behandeln. Die sollten weder ein Daueraufenthaltsrecht, noch die Staatsbuergerschaft geschenkt bekommen. Wenn die das Land so Scheisse finden, dass ihre eigenen Kinder nicht mal die Sprache lernen, sollen sie wieder abhauen. Egal wohin.

          Das ganze ist nur wieder ein trojanisches Pferd. Aussen steht „Integration“ drauf, drinnen ist der „neue Mensch“, den die Marxisten/Sozialisten immer brauchen, weil ihre Scheissideologie nie funktioniert.

        • Die Dame möchte eine Pflicht für alle (! „wenn möglich“ für U 3-jährige ) und begründet das mit Entwicklungsverzögerung und Sprachstörungen, was sie aber nicht zum Tatbestandsmerkmal des Gesetzes machen möchte.

          Das halte ich für einen gesetzgeberischen Fehler und auch für unehrlich.

    • „Wenn ein Eingriff in die Grundrechte der Eltern gefordert wird“
      Äh…, ja? Sind die Grundrechte der Eltern wichtiger als die der Kinder?

      „Auch würde ich gerne wissen, wieviele trotz vorheriger Kindergartenbetreuung Entwicklungsverzögerungen und Sprachstörungen in der ersten Klasse zeigen.“
      Wieso „trotz“? Eher doch wohl „wegen“, das dürfte das interssantere Ergebnis liefern. Besonders bei Vollzeitfremderziehung. Ach? Dazu gibt es schon einige Erkenntnisse? Zu kriminellen Karrieren gar?
      Ist bestimmt gar nicht wichtig, hmm ?

      „Wer eine Pflicht insbesondere für Kinder unter 4 Jahren fordert, sollte erst mildere Mittel zur Erreichung des Ziels (z.B. Betreuungsschlüssel verbessern; Platzgarantie) ausprobiert haben.“
      Warum? Vielleicht sollte er sich erstmal ein wenig in die Thematik einlesen, bevor er menschenverachtenden Dummscheiß zur Forderung erhebt?

      „Der Nanny-Staat mischt sich gerne in die Persönlichkeitsrechte seiner Bürger ein, sobald er einen legitimen Zweck erspäht hat, da er sich sicher ist, die selbst gesetzten Ziele “
      Fast! Nur, warum sollte es „legitim“ sein, kleine Kinder zu Partei-Soldaten heranzuzüchten?

      Nur mal so ganz kurz:
      Die Kinderrechte nach UNkrk ist DAS ranghöchste niedergeschriebene Individual-Rechtswerk dieses Planeten!
      Eine der Basisregeln darin ist das Recht des Kindes auf seine Eltern.
      Selbst unser BVerfG hat ( als es manchmal noch funktionierte ) unmißverständlich festgestellt, daß die krk im GG verankert ist, im Range eines einfachen Bundesgesetzes steht und VORRANGIG vor den Grundrechten adulter Bürger zu beachten ist.

      Eines der wesentlichen, schon vorher ( also hier konkret vor 1989 ) etablierten Rechte, ist das auf Bildung.
      I.V.m. Art 6(2)GG besagt das, daß die Eltern verpflichtet und auch zuvörderst berechtigt sind, dem Kind dieselbe adäquat zu ermöglichen. Schon die „moderne“ Rechtsauffassung es gebe in D. eine grundrechtlich abgesegnete Schulpflicht, ist somit reiner Bullshit ( wiewohl vermutlich auch hier nicht nur unser kleiner Chrissy diesen Unfug für sakrosakten Glaubeninhalt hält ).

      Aber selbst wenn man diesem Wahn anhängt, kann sich das allerhöchstens auf die formelle Ausbildung beziehen ( und wäre dann schon schlimm genug, es sind schon Eltern deswegen in den knast oder lieber mit der ganzen Familie ausgewandert ).

      Mit der Fremderziehungspflicht – und um nix anderes geht es hier – wird die Grenze zum Absolutismus offiziell niedergerissen!

  5. Mit anderen Worten:

    Als totalitäres Regime brauchen wir möglichst frühen Zugriff auf alle Kinder, bevor Eltern ihnen so etwas mittelalterliches wie ein Familienleben vermitteln können.

    Übrigens brauchen wir noch dringend ein positiv klingendes Akronym für dieses Konzept. Bisherige Namensvorschläge HJ (Heimbetreute Jugend) und FDJ (Fremdbetreute Deutsche Jugend) konnten sich nicht durchsetzen.

    • Mich erinnern die Vorschläge auch eher an die feuchten Träume eines Diktators, um die ideologische Indoktrinierung sicherzustellen und die Eltern auszuschalten.
      Die Grundrechte bzw. Freiheiten der Menschen existieren zunehmend nur noch theoretisch auf dem Papier. Welche Freiheiten haben die Bürger denn tatsächlich noch, wenn inzwischen faktisch alles überwacht und für ihn geregelt werden darf, er also quasi nur noch die „Freiheit“ besitzt, so zu leben, wie der Staat es in engsten Bahnen vorschreibt.
      Je mehr Pflichten der Staat vorschreibt, desto wertloser wird das Grundgesetz. Aber der Staat und die Gesellschaft sind meiner Meinung nach ohnehin totgeweiht und nicht mehr zu retten. Wenn man Frauen zu viel Macht gibt, gehen die Dinge gewöhnlich den Bach runter.
      Das wird einen schönen Showdown geben. Auf der einen Seite die bunte nicht mehr geregelt steuerbare Gesellschaft und auf der anderen Seite ein feminisierter auf Totalerziehung und Bevormundung ausgebauter Staat. Das kann nur im großen Knall und der Katastrophe enden. Dafür braucht man kein Prophet sein.

  6. hm. Gegen einen Kindergartenbesuch ab 3 ist nichts einzuwenden. Waren meine zwei auch.. Aber was heißt Pflicht? Mit festen Zeiten wie die Schule? Womöglich gar verpflichtend ganztags (da wär ich raus… wir haben unsere beiden Töchter nicht bekommen, um sie fremderziehen zu lassen..)
    Dann.. unser Kindergarten war, pädagogisch gesehen, einfach nur scheisse. Die Peergroup war uns für die Kinder wichtig, Bildung gab es da quasi nichts. Wenn man sich dann noch anschaut, wie die Förderstunden an den Schulen zusammengestrichen wurden (an der Grundschule meiner Frau gibt es für die ganze Schule 2 Förderstunden pro Woche. Sie haben 8 klassen, dass heißt einmal in 4 Jahren hat eine Klasse die Möglichkeit, eine Förderstunde zu bekommen). Da könnte man relativ einfach ansetzen um Kindern die Chance zu geben, ihre Schwächen aufzuholen.
    Es ist auch ein frommer Wunsch zu glauben, dass Mütter oder Väter schneller in den Beruf zurückkehren, wenn die Kinder verpflichtend betreut werden. In meinem Mittelstandsghetto waren alle Kids im Kindergarten, trotzdem haben die wenigsten Mütter mehr als Teilzeit gearbeitet. Und entgegen der politischen Meinung wurde das als Privileg gesehen.
    Ich halte davon wenig. Macht die Kindergärten kostenfrei, dann kann jeder entscheiden. Gleiches für die Kernzeitbetreuung in den Schulen.
    Spannend wäre, wie das bei einer Pflicht aussehen soll. Bleiben die Gebühren dann? In unserem städtischen Kindergarten (BW) kostet ein Ganztagesplatz für unter dreijährige satte 341 Euro, addiert man dazu eventuelle Hartz4 Bezüge hinzu, muss man schon nen recht gut bezahlten Job finden, dass sich das rechnet.

    • Du kannst mal sicher sein, dass eine Pflicht mit Kostenfreiheit verbunden sein wird.

      „Und entgegen der politischen Meinung wurde das als Privileg gesehen.“

      Die Politik ist mittlerweile auf einem ganz anderen Planeten am Umherwandeln 😀

    • Okay, ein KiGa-Platz kostet also bspw. rund 340€ monatlich zusätzlich den ca. 700€, die der Steuerzahler sowieso schon zuschießt.
      Macht bei „Kostenfreiheit“ dann deutlich über 1000€ im Monat.
      Wieviel verdient die Halbtagsmama im Schnitt?

      Macht das Sinn?
      Aber natürlich, denn der ganze Scheiß muß ja umfangreich propagiert, verwaltet und administriert werden. Keine Ahnung was das kostet, gibt es ja seltsamerweise keine Erhebungen zu.
      Aber, daß es sich um eine AB-Maßnahme für sozialschwache“Bildungsbürger“ handelt, wird wohl kaum ein vernünftig rechnender Normalmensch bestreiten wollen, oder?
      Von den extrem dissozialen Auswirkungen dieser Machtpolitik mal ganz abgesehen …

      • Fiete, so sehr ich oft mit Dir konform gehen, hier verrennst Du Dich.

        Kinder lernen schon ziemlich früh Sozialkompetenz mehr im Umgang untereinander, als im Dialog mit einer fast zu Tode gelangweilten Mutter im elterlichen Kinderzimmer.

        Wir haben längst nicht mehr genug Kinderdichte in einer Siedlung, als dass sie sich wie weiland zu meiner Kindheit morgens nach dem Frühstück vor dem Haus treffen könnten, um dann gemeinsam auf der nahen Wiese was zu unternehmen.
        Heutige Grundstücke sind lächerlich klein und bieten kaum mehr Platz als für die 1m² große Plastik-Sandkiste aus dem Baumarkt und der dazugehörigen Kleinkinder-Normschaukel.
        Die Straßen, auf denen wir damals spielten, sind von den Autos erobert – Kinder haben einen hohen Blutzoll dafür geleistet.
        Sollen Kinder Sprach- und Sozialkompetenz lernen, dann bleibt – fern jeder Ideologie – nur noch der Kindergarten.
        Die Einrichtung ist sicher verbesserungsbedürftig und -fähig, aber sie aus ideologischen Gründen komplett abzulehnen, dient nicht unseren Kindern.

        Allerdings sehe auch ich keine GG-konforme Anwendung eines Kindergartenzwangsgesetzes, das ich genau wie Du entschieden ablehne.

        • @ Carnofis:
          Wie kommst Du darauf, daß ich mich verrenne? Ist es vielleicht so, daß Du ggü. einer selffullfilling prophecy abgestumpft bist? Nach der Methode: Können wir nix mehr machen, müssen wir mit leben?

          Ich zerlege mal:
          „Kinder lernen schon ziemlich früh Sozialkompetenz mehr im Umgang untereinander, als im Dialog mit einer fast zu Tode gelangweilten Mutter im elterlichen Kinderzimmer.“
          Sorry, aber das ist nebulöses Wischi-Waschi, plus Extrembeispiel, wie man es NICHT machen sollte.
          Etwas, das man nie gelernt hat, kann man selbst unter späteren Idealbedingungen kaum verbessern. Isso.
          Sozialkompetenz ist, wie hier schon dutzendmal angeführt, Resultat der sozialen Grundbildung, die sich aus dem Bindungserleben entwickelt und nicht effektiv schulbar.
          Zuerst lernt das Kind nahezu ausnahmslos triangulär im Elternkontakt ( abgucken, nachmachen ). Dann kommen Geschwister, Großeltern, Nachbarn, Freunde hinzu ( da probiert es dann die eigenen Fähigkeiten im erweiterten Rahmen aus ).
          Okay, ich verstehe Deinen Punkt ja und gebe zu, davon gibt es immer weniger, aber ist die Extremisierung dieses Wahns ein Allheilmittel dagegen?
          Ich behaupte nein.
          Im Gegentum wird das soziale Niveau dadurch immer schneller und stärker abgesenkt.
          Sei es durch die Rundumdieuhrabschiebung oder durch die RTL-retardierte Prenzlbergmutter.

          Kinder müssen eine halbwegs brauchbare Angebotsbandbreite haben!

          Also zu Menschen beider Geschlechter und aller möglichen Altersgruppen, und Verwandschaftsgrade!

          Und dafür gibt es nunmal bis heute kein selbstregelndes, vorschreibbares und umsetzbares Modell ( außer meiner ollen Vision von allgemeinen unabhängigen Sozialzentren auf höchstens Dorf- o. Stadtteilebene, aber wer nimmt schon solche Typen wie mich ernst? ).

          „Wir haben längst nicht mehr genug Kinderdichte in einer Siedlung, als dass sie sich wie weiland zu meiner Kindheit morgens nach dem Frühstück vor dem Haus treffen könnten, um dann gemeinsam auf der nahen Wiese was zu unternehmen.“
          Kinder sind mobiler, als Du denkst. Und der Hauptgrund ist nicht die Kinderdichte, sondern die Kindergartendichte i.V.m. dem sinkenden Lohnniveau.
          Wo keine Eltern sind, sind keine Kinder, außer man steckt sie dahin, wo man auch die anderen fehlenden Kinder hingesteckt hat. So einfach ist das.
          Man lässt die Kinder einfach nicht mehr ihr eigenes Leben führen.

          „Heutige Grundstücke sind lächerlich klein und bieten kaum mehr Platz als für die 1m² große Plastik-Sandkiste aus dem Baumarkt und der dazugehörigen Kleinkinder-Normschaukel.“
          Und? Wo ist das Problem? Ich wurde im 5. Stock geboren, zum nächsten kleinen Park mußte ich schon locker 70-80 Meter laufen. Und die knapp 1m²-Sandkiste, die ich meiner Tochter gebaut habe, wurde von den Kindern der Gegend höchstens mal kurzfristig benutzt, wenn gerade nix interessanteres möglich war, z.B. weil die anderen gerade mal nicht da waren, oder sonstwie keine Zeit hatten.

          „Die Straßen, auf denen wir damals spielten, sind von den Autos erobert – Kinder haben einen hohen Blutzoll dafür geleistet.“
          Das war früher nicht anders und wir haben es fast alle überlebt. Und?
          Ich habe als Kind auch mal ein Auto angerempelt, war selbst schuld. Und derzeit wurde noch schneller gefahren, es gab kein ABS und Besoffene und Halbstarke waren auch noch unterwegs. Ich habe daraus gelernt. Und die Pilotin der Blechschachtel auch. Übrigens auch ein Teil der Sozialkompetenz.

          „Sollen Kinder Sprach- und Sozialkompetenz lernen, dann bleibt – fern jeder Ideologie – nur noch der Kindergarten.“
          Falsch. Wie hier schon lang ausgewalzt, kann ein Kindergarten derartiges überhaupt nicht leisten. Das IST Ideologie, solches zu Glauben.
          Ein Kindergarten ist ein Platz, wo man seine Kinder aufbewahren lässt, wenn man keine Zeit für sie hat.
          Er kann versuchen, ein zusätzliches Angebot zu sein, wo das Kind noch ein paar Gleichaltrige mehr kennenlernen kann. Meist ist es damit aber schon überfordert. Denn anstatt die volle Breite an Bildungsbedarf abzudecken, geht es da praktisch ausschließlich um die Integration in genormte und angeführte Kleingruppen, mit sehr engen und festen Grenzen. Das sind äußerst schlechte Lernbedingungen, besonders für ( kleine ) Kinder.

          „Die Einrichtung ist sicher verbesserungsbedürftig und -fähig, aber sie aus ideologischen Gründen komplett abzulehnen, dient nicht unseren Kindern.“
          „Die Einrichtung“ gab es nie und daran wird sich auch mit der genormten Pflicht hoffentlich nicht allzu schnell etwas ändern. Allerdings wird die Frühfremdbebildungsideologie damit zur Staatsreligion erhoben.
          Ich lehne Kindergärten keineswegs ab. Aber man sollte sie nicht zu Allheilmitteln erklären, an etwas, das sie jetzt schon im völlig durchgeknallten politischen Maß selbst aktiv produzieren.
          Ich selbst war einige Jahre zwangsläufig Kindergartenkind, da Mutter großteils alleinstehend und in Vollzeitarbeit. Als Schüler später Schlüsselkind.
          Kenne mich also auch aus Erfahrung ein wenig mit der Materie aus, zumal ich auch einige andere Modelle beobachten konnte, die eher auf Individual- u. Familienmodelle abhoben. Und die scheinen mir heute noch die weitaus besseren gewesen zu sein.

    • Doch. Die Sprache und die Gewöhnung an die Schule.
      Diese Diskussion hier ist kaum rational, sondern hochgradig emotional, etwas, dass unser aller Christian sonst immer als Geschlechterunterschied anführt, soll heissen, Männer in der Tendenz rational, Frauen eher emotional. Naja …

      • „Doch. Die Sprache und die Gewöhnung an die Schule.“
        Meinst Du das ernst, @Piotr?
        Die Gendersprache und die Gewöhnung an Gleichaltrigenzüge, die von dafür speziell gedrillten Zugführern geschleift werden.
        Wo ist da eine natürlich sich entwickelnde Menschheit?
        Was hat das mit „sozial“, „frei“, „demokratisch“ u.s.w. zu tun?

        Sprachen kann man hervorragend in Sprachkursen lernen!
        In gemischten ( also verschiedener Altergruppen ) vermutlich eher noch besser als in Ghettogruppen, die durch die KiGa-Pflicht erzwungen werden.

        Und das Interesse an Bildung wird durch das jetzt schon ähnlich dämlich strukturierte Schulsystem erheblich behindert.
        Weil Kinder nämlich deutlich besser lernen, wenn sie es freiwillig und nach individueller Interessenlage tun. Möglichst in gewachsenen Strukturen.

    • China hat eine Impfpflicht und angeblich eine Durchimpfungsquote von 99 %, ausgerottet sind die Masern bspw. dort dennoch mitnichten.

      Was wurde eigentlich aus folgenden Plänen, hat das jemand im Auge?

      „Wer seine Kinder in der Kita nicht impfen lässt, der wird prompt von den Erziehern beim Gesundheitsamt gemeldet. Die Eltern sollen dann bei „hartnäckiger Verweigerung“ abgestraft werden – und müssen Bußgelder zahlen. Das bestätigte das Ministerium jetzt gegenüber der „Ärzte Zeitung“.

      Im Sommer soll die neue Regelung bereits in Kraft treten. Im Jahr 2015 wurden schon erste Anstrengungen in Richtung Impfprävention unternommen. Damals wurde das Präventionsgesetz verabschiedet, das Eltern dazu veranlasst, ihre Kinder vor der Aufnahme in eine Kita zu einer ärztlichen Impfberatung zu schicken. …

      Auch wenn nach diesen Schritten eine baldige Impfpflicht für Kleinkinder denkbar wäre, hält sich das Bundesministerium zu weiteren Plänen noch bedeckt. Doch wenn es nach Gröhe ginge, wäre es vielleicht bald möglich, ungeimpfte Kinder oder Erwachsene von der Kita oder der Schule auszuschließen.“

      https://www.merkur.de/leben/gesundheit/keine-impfung-keine-kita-fies-werden-eltern-gedraengt-zr-8247474.html

      Ich hab übrigens gelernt, dass ich als Mutter, die u.a. die Masern noch selbst durchlebt hat, meinen Kindern die ersten zehn Monate nach der Geburt noch Nestschutz mitgebe, der eine Ansteckung zu diesem frühen Zeitpunkt (mit entsprechendem Risiko für ihre langfristige Gesundheit) zuverlässig verhindert. Säuglinge von nur-geimpften Müttern haben eine deutlich größere Chance sich während dieser Zeit (bevor sie selbst geimpft werden können) anzustecken.

      Ergo: im Nebeneffekt wurde durch die Impfung eine neue (Hoch-)Risikogruppe erst erschaffen.

  7. Warum erst mit 3 Jahren? Die Kinder gehören nach der Entbindung in staatliche Erziehungskasernen. Die Eltern bekommen ein 14-tägiges Besuchsrecht und dann ist es auch gut. Es gibt soviel kinderlose Frauen, denen darf man das Recht auf Erziehung doch nicht vorenthalten!
    *Sarkasmus aus*
    Vielleicht sollte man erstmal dafür sorgen, dass alle, die es wollen, ein Recht auf Kinderbetreuung bekommen, bevor man von Pflicht spricht.

  8. Sollte es Ausnahmen geben z.B. für besonders introvertierte Kinder? Kinder mit Asperger-Syndrom machen genau in dem Alter die meisten Schwierigkeiten.

  9. Danke für den Artikel, werde Giffeys Homepage noch mal genauer betrachten. Spontan diese Stellungnahme:

    Die Entwicklung eines Kindes resultiert nicht aus Bildung, sondern aus Erziehung. (Die Unterscheidung lernt jeder Pädagoge beim Studium.) Für die kleinkindliche Erziehung ist nicht KiTa zuständig, sondern die Familie.

    (Der Grund für KiTa hat nichts mit Erziehung, dagegen sehr viel mit Berufstätigkeit zu tun, genauer mit Zwang zu dieser, noch genauer mit vergeigter Sozial- und Familienpolitik).

    Einen kindliche Sprachstörung (nicht zu verwechseln mit Wortschatz!) ist ebenfalls eine Störung der kleinkindlichen Entwicklung, siehe oben.

    Giffey hat nach ihrer Ausbildung eher mit Verwaltung zu tun gehabt als mit Erziehung.

    • Man muss sich allerdings fragen, was in den Familien falsch läuft.

      Wenn man annimmt, dass vor allem Kinder mit muslimischen Hintergrund betroffen sind, dann liegt es vielleicht weniger an einem gestörten Familienleben.

      • Von den Moslems spreche ich gerade nicht, sondern von den Deutschen. Also von denen, die am Überaltern und Aussterben sind.

        Thama Moslems, meine Exfrau hat in Studienzeiten (SozPäd) ein Zubrot verdient mit Betreuung von türkischen Familien. War in Köln. Die Väter arbeiteten bei Ford, die Frauen besorgten den Haushalt. Einmal war ich mit zu Besuch. Die Frau des Hauses war dermaßen gastfreundlich und regelrecht süß!

        Allerdings sprach sie kein Wort Deutsch.

        • Es wäre auch unverantwortlich, wenn der Riese Deutschland im Herzen Europas auf eine Bevölkerungsdichte wie die Frankreichs schrumpft.

      • @ FS:
        „Man muss sich allerdings fragen, was in den Familien falsch läuft.“
        Zunächst sollte man vielleicht erstmal fragen, ob überhaupt etwas „falsch“ läuft und dann in welchen Familien das so sein könte, bevor man fragt was genau es ist?
        Ich behaupte einfach mal, daß dort, wo es noch Familien gibt, die möglw. sogar besser denn je funktionieren. Nur, daß das eben gezwungenermaßen immer weniger werden.

  10. In Amerika gab es mal ein Projekt Head Start: https://de.wikipedia.org/wiki/Head_Start
    Evaluationen zeigen, dass dies was bringt und nachhaltige Erfolge zeigt.
    Allerdings geht es hier um die frühen Ansätze der 60er. Die heutige Umsetzung ist umstritten.
    Ich vermute, das liegt daran, dass die ersten Läufe wirklich noch von echten Wissenschaftlern mit echtem Interesse an der Wirksamkeit und Umsetzung durchgeführt wurden.
    Die späteren Ansätze wurden dann noch teurer, professionalisiert und nur noch von mittelmäßigen Personal betreut.
    Das beobachtet man in der Realität leider häufig.
    Interessanterweise sind für die Kinder wirklich fähige und begeisterte Pädagogen, die mit Herzblut bei der Sache sind, wirkungsvoller als die Ausstattung und die Umwelt. Ich schaue da gerne nach Finland, wo angehende Lehrer vor einer Kommission Rechenschaft ablegen müssen, warum gerade sie gute Lehrer sein werden. Wer da sagt, ich möchte gerne was mit Kindern machen, habe gerne viel Ferien usw. kann sich woanders nach einem neuen Job umsehen.

    Bei der Idee bin ich zwiegespalten, denn die Forschung gibt der frühen Förderung definitiv Recht.
    Aber:
    Zum einen wird in Deutschland nicht das Geld für eine ordentliche Umsetzung locker gemacht.
    Wir haben bei weitem nicht das Personal, dass dies leisten könnte.
    Und ich vermute hinter dem Vorstoß ideologische Motive, jede Kirche möchte so früh wie möglich in die Köpfe der Kinder.

    • „Bei der Idee bin ich zwiegespalten, denn die Forschung gibt der frühen Förderung definitiv Recht.“
      Frühe Förderung in was denn?
      Im Gleichschrittmarschieren, klar, hilft gewaltig.

      Logischerweise ist Förderung ein Teil des Sechsergespanns Kindesunterhalt ( also praktisch umgesetzte Sorge, als da wäre: Beherbergung, Bekleidung, Ernährung, Anleitung, FÖRDERUNG und Begrenzung ) ). Und damit Elternpflicht!
      Und als solche auch unersetzbar, sagt die Wissenschaft.
      DA gibt die Forschung der „Frühförderung“ ( durch Bindung und soziale Grundbildung ) definitiv Recht!

      • Wir beide sprechen einander vorbei. Unter Förderung, wie die von Head Start, verstehe ich, die Nachteile, die mit einem geringen SES oder durch mangelnde Wertschätzung von Schulbildung in einem bestimmten Teil der Bevölkerung entstehen, entgegenzuwirken.

        Elternpflicht, gutes Stichwort, was ist mit denen, die ihrer nicht nachkommen?
        Gleichschritt? Dazu habe ich oben nichts lesen können.
        Was für Kinder gut ist, ist das eine, sagt die Wissenschaft, was für die Bildung gut, eine andere, sagt auch die Wissenschaft. Auf welche Untersuchungen beziehst Du Dich?

  11. Weil das in den Kommentaren verschiedentlich anklang – ich glaube nicht, dass es Frau Giffey auf eine frühkindliche Indoktrinierung ankommt. Im Gegensatz zu vielen anderen Politikerinnen ist Giffey wohl nicht auf der Gender/Feminismus-Schiene. Ihr dürfte es tatsächlich um die Probleme gehen, die sich in einem Bezirk wie Neukölln mit großem Anteil von Migranten und bildungsfernen Schichten ergeben.

    • Das BMFSFJ hat bisher jede Ministerin auf diese Schiene gebracht. Und die, die das nicht wollen (zB Kristina Schröder), biegt man sich schon zurecht.
      Die Ministerin führt zwar das Ministerium, aber die Strippen ziehen ganz andere Leute im Hintergrund.

    • „Ihr dürfte es tatsächlich um die Probleme gehen, die sich in einem Bezirk wie Neukölln mit großem Anteil von Migranten und bildungsfernen Schichten ergeben.“

      Oh, diese *street credibility*, sagenhaft.

      Nein, der geht es nicht um „Neukölln“, sondern darum *alle* Kinder möglichst früh für einen KiTa zwangseinzuziehen.

    • Ersten ist es völlig wurscht, worum es einer Frau Giffey geht.
      Zweitens, warum sollte man die Kleinkinder zwangsweise zu Sozialsiensten heranziehen?
      Dadurch wird kein voll durchghettoisierter Stadtteil lebenswerter. Eher wohl im Gegenteil.
      Das soziale Bildungsniveau wird dadurch sicherlich erheblich absinken.

  12. Meiner Meinung nach ist das Thema viel zu komplex, um zu einer pauschalen Zustimmung oder Ablehnung zu kommen. Es gibt sicherlich Milieus, wo es für die Kinder ein Segen wäre, wenn sie möglichst viel fremdbetreut würden. Damit meine ich nicht nur die üblichen Verdächtigen, sondern z.B. auch z.B. gewisse evangelikale Kreise und andere Extremisten. Und es kommt natürlich auch auf die Kinder an, denn jedes Kind ist schließlich anders.

    Aber es steht und fällt halt mit der Qualität: Meine Kinder waren erst in einem wirklich guten evangelischen Halbtags – Kindergarten und nach dem Umzug in einem privaten Ganztagskindergarten. Letzterer war auf dem Papier ungleich besser aufgestellt: U.A. tolle Räume mit super Ausstattung und ein üppiger Betreuungsschlüssel. Die Leiterin konnte auch prächtige pädagogische Vorträge halten und streute den Eltern damit kräftig Sand in die Augen. Denn wie wir herausfanden, war sie nicht nur unfähig, sondern auch noch stinkend faul. Sprich: Die Kinder hatten „freies Spiel“ und die Erzieherinnen tranken Kaffee.

  13. Ihr dürfte es tatsächlich um die Probleme gehen, die sich in einem Bezirk wie Neukölln mit großem Anteil von Migranten und bildungsfernen Schichten ergeben.

    Das heisst, wir haben hier mal eine, die nicht ideologisch daherplaudert, sondern ihre Schlüsse aus gemachten Erfahrungen herleitet. Gibt es viel zu selten in der Politik.

  14. Auf was es Frau Giffey ankommt ist aber nicht relevant, sondern das was als Ergebnis rauskommt ist wichtig. Dazu ist festzustellen, dass dieser Vorschlag daherkommt als sei nichts. Es geht wieder so wie nach Köln: statt die Wirklichkeit zu benennen kam da der Satz was willst du rechter Nazisack, alle Männer sind doch Vergewaltiger, weißt du das nicht? (Ein gewisser Grüner namens Quatsch oder so ähnlich tat sich neben vielen anderen Verneblern besonders hervor, um solch Dämliches zu verbreiten.) Jetzt wieder so, anstatt zu benennen wer die Gruppen sind, die diese Defizite zeigen und zu definieren was wir diesen Gruppen vorschreiben müssen, um diese Defizite zu beseitigen, Kindergartenpflicht für alle. Vorschreiberitis für alle auch wenn sie diese Defizite in Sprache, Verhalten, Ingegration gar nicht aufweisen, vielleicht durch die Anstrengungen ihrer Elter1 und Elter2 (sprachlich korrekt?) niemals die Gefahr bestand, dass Defizite auftreten. Und diese Art der Vorschreiberitis hat nur eine Ursache: man will unter allen Umständen vermeiden, den Elefanten zu benennen der da im Raum steht. Man betrachtet es bereits als Diskrimminierung, wenn für Defizitäre Angebote bereitgestellt werden, um ihre Defizite auszugleichen. Wo kämen wir denn hin, wenn wir Kindern, die solche Defizite aufweisen durch Vorschrift zum Beispiel einen zusätzlichen vorschulischen Spracherwerb ermöglichten? Das wäre doch schlimm, das wäre doch traumatisch, das wäre doch böse. Das würde doch des Sultans Nichtintegrations-Vorschrift konterkarieren, der da vom Verbrechen der Assimilation faselte. Und es würde doch völlig überflüssigerweise helfen können, kleine Mädchen von der Entwicklung zum freiwilligen Kopftuchtragen (wie ich hörte eine vollemanzipatorische Persönlichkeitsentwicklung, die inzwischen reichlich bereits vor der Pupertät beginnt) abzuhalten. Da ist es dann doch besser, die Tochter dieser ewiggestrigen in heterosexeller Ehe lebenden und dieses Kind bis zum sechsten Lebenjahr selbst erziehenden sowie mit vollem Spracherwerb ausstattenden, vielleicht auch noch Herdprämie kassierenden Ätz-Land-Niederbayerin gesetzlich in die Kindergartenpflicht zu überführen am besten auch in den Ferien, der Zeit also wo ihre Kameradinnen gern zur Beschneiung oder Anbahnung der Zwangsverheiratung mit 10 ins Ausland gebracht werden.
    Wir sollten alles daransetzen, dass unsere Politikerinnen, die wir zum Teil haben, weil unsere Politik weiblicher, also nicht besser werden muss, exakt benennen was sie vorhaben und genauso exakt zum Ausdruck bringen auf welcher genauen Beobachtung der Wirklichkeit sie meinen etwas vorhaben zu müssen. Wer mit drei nicht deutsch kann, bekommt 3 Jahre Deutschförderung, wer mit drei nicht gelernt hat Frauen gegenüber respektlos zu sein, darf dieses Fehlverhalten nicht über die Laufzeit seiner gesamten Schulkarriere praktizieren. Auch der bekommt drei Jahre Integrationsförderung. Dafür muss Geld bereitstehen (unsere Steuern!) aber mit guten Leuten (nicht Gutmenschen) diese kurzen drei Jahre nutzen um die Ziele zu erreichen. Das geht nur wenn wir auch fordern, dass Teile dieser knappen Zeit keinesfalls für die Umsetzung von Konzepten der Hohenpriesterinnen Tuider und Co herausgeschnitten werden, was ich befürchte das wirkliche Ziel der Kindergartenpflicht für alle zu sein. Dann nämlich wäre das Geld besser gleich zum Fenster rausgeworfen.
    Giffey wurde vorschussmäßig in vielen Medien Realitätssinn attestiert. Möge sie den in diesem dem Realitätsinn so fremden MInisterium beweisen. Das Aufdecken der unsichtbar im Raum stehenden Elefanten wäre ein veritabler Anfang.

    • Ich muss echt schmunzeln, was für ein Geschwurbel, aber in der Sache gebe ich Dir Recht.
      Und ich zwar in so ziemlich jedem Punkt.

  15. Es geht hier darum den Staat möglichst früh Zugriff auf die Kinder zwecks Indoktrinierung zu ermöglichen. Die Förderung der frühkindlichen Entwicklung und der Integration ist schlicht nur ein Vorwand. Sollte eigentlich keiner darauf hereinfallen.

    • Mir sind allerdings Fälle von religiösen Extremisten erinnerlich, die ihre Kinder zwangsweise sogar von der Schule fernhielten, weil sie da so gottloses wie die Evolutionstheorie beigebracht bekommen und Jungen und Mädchen zusammen unterrichtet werden.

      Solchen Leuten sollte man entgegen wirken.

      • Hier in D. ist es eher so, daß man Eltern in den Knast und die Kinder in’s Heim steckt, weil die Eltern die Kinder nicht zu Genderpflicht gezwungen haben.
        Da kommt das Problem mit Integration und Toleranz zum Tragen, sowie die ( per se anzweifelbare ) staatliche Schulpflicht. In dem Punkte gebe ich sogar den Sektenmitgliedern teilweise Recht, die in den USA Asyl beantragt UND bekommen haben, weil sie in D. eine verfolgte Minderheit sind.
        Solange deren Kinder eine unauffällige Sozialdiagnose haben und in Punkto formeller Bildung auf Stand des Jahrgangs sind, ist es falsch ihre Familien zu zerstören, nur um ein Exempel der Macht zu statuieren.

      • Der Staat hat nicht das Recht über die richtige Erziehung der Kinder zu entscheiden. Das ist das Merkmal einen totalitären Staates. Er darf allerhöchstens massiven Misshandlungen entgegenwirken und dazu gehört eine religiöse Erziehung sicher nicht.

  16. Vielleicht muss man Giffey richtig lesen.

    60% der Kinder mit Entwicklungsverzögerung (gemeint: Wissen nicht, was ein Puff ist. Haben ein von der heteronormativen Kleinfamilie geprägtes Gesellschaftsbild.)

    40% mit Sprachstörungen (gemeint: Verwenden sexistische Sprache. Sprechen weder türkisch noch arabisch.)

  17. Kindergarten finde ich sehr, sehr wichtig für Kinder. Ich weiß nun nicht, wie Kindergarten (bzw. KiTa) heutzutage in Deutschland ist – aber den Umgang mit Gleichaltrigen kann man meiner Meinung nach nicht früh genug lernen. Für Einzelkinder ist es eh klar – aber auch für Kinder mit Geschwistern gilt das, denn Geschwister sind ja üblicherweise mindestens 9 Monate auseinander, im Kindergartenalter macht das eine Menge aus.

    Wir wurden im Kindergarten auch Stück für Stück an die Schule herangeführt, es fing schon damit an, Lieder auswendig zu lernen, dass man still sein soll, wenn in der Gruppe vorgelesen wird, erste Schreibübungen, Unterscheiden geometrischer Formen, auch das Alphabet haben wir gelernt. Ohne Druck natürlich, aber zur Einschulung war das ein ziemlicher Vorteil. Wobei ich da aber eh längst absolut flüssig lesen konnte.

    Mein Bruder arbeitet im diplomatischen Dienst, war in Ramallah, New York, Bahrain etc., aktuell im Sudan – Seine Kinder waren dann natürlich in internationalen Kindergärten, dort wurde hauptsächlich Englisch geredet, meine Nichten und Neffen konnten alle schon mit 4 einfache Worte entziffern, haben liebend gerne ihre Bilder beschriftet, da wurde dann zwar aus „Opa Hans“ gerne der „Opa Huns“ (englische Aussprache eben), und wir hatten ein Bisschen Sorge, dass die nachher nicht „umschalten“ können, aber das hat prima geklappt. Seine Frau arbeitet nicht – aber das, was der „Kindergarden“ den kleinen gegeben hat, das kann man auch mit noch so viel Zeit zu Hause schlichtweg nicht hinkriegen.

    Ich habe auch miterlebt, wie der zweitgeborene erst im Kindergarten so richtig aufgeblüht ist. Die Älteste ist zwar keineswegs ein Tyrann, aber eben die „Chefin“, das „Vorbild“. Sie hat ihm aus lauter Liebe zu viel abgenommen, auch das Sprechen und Wünsche äußern. Jetzt kann er das ganz alleine. Ist eben wichtig, auch mal aus dem familiären Umfeld und den gewachsenen Strukturen herauszukommen.

    Und auch mir selbst ging’s so, ich schätze mal, dass ich (ziemlich verträumt, sehr friedfertig) ohne meine Vorerfahrungen im Kindergarten an der Grundschule total untergegangen wäre.

    Alles in Allem finde ich die Idee einer Kindergartenpflicht in Ordnung. Jedenfalls halbtags. Ich befürchte nur, dass das alles in einer angemessenen Qualität sehr schwer umzusetzen ist. Früher (ich bin „Baujahr“ 75) war’s anscheinend kein Problem. Als ich eingeschult worden bin, gab’s kaum jemanden, den ich nicht bereits aus dem Kindergarten kannte. Und die, die ich noch nicht kannte, waren vorher im anderen der beiden Kindergärten meiner Kleinstadt.

    Damals war’s außerdem eine Seltenheit, wenn die Mutter arbeiten gegangen ist. Zeit für Kinderbetreuung in Eigenregie wäre also massig da gewesen, man hat sich aber allgemein bewusst für den Kindergarten entschieden. Ich kann jetzt nicht einschätzen, ob das passiert ist, damit man in Ruhe den Haushalt machen und ohne quängelnde Kinder einkaufen gehen kann – oder weil man seinen Kindern die Erfahrung mit auf den Weg geben wollte. Ich denke mal … hm … naja, so ne Mischung eben.

  18. Ein Punkt der bislang nicht auftauchte ist, dass damit Hunderttausende Stellen geschaffen werden die vollkommen von (immer weiter steigenden ) Sozialausgaben abhängig sind.

  19. Pingback: Von der Exekution des Kindeswohls | man tau

  20. Als DDR-sozialisierter geht man, glaube ich, etwas entspannter mit dem Thema um. Ich persönlich mit erfahrungsbedingten Einschränkungen.
    Ich würde meinen Nachwuchs nicht vor dem 2. Lebensjahr in den Kindergarten geben. Meiner war damals etwas drunter. Aus heutiger Sicht etwas zu früh. Ab 3 ist okay. Ab 4 zu spät. Wichtig ist, dass das Kind zwischen 2 und 4 nicht länger als 6-7h im Kindergarten ist. Dann ist es ein Gewinn und der Einfluss der Eltern überwiegt. Letztlich ist die Möglichkeit der Fremdbetreuung für die Mehrheit der Eltern ein Segen. Wir hätten niemals das leisten können, was der Kindergarten geboten hat. Musikalische Früherziehung, Kindersport. Verkehrserziehung. Jeden Tag bei fast jedem Wetter 3-4h im Freien im großen Garten spielen. Entspannter Mittagsschlaf. Feste Essenszeiten. In der Gruppe Programme lernen, Sozialisation in der Peergroup etc.
    Nicht zu vergessen das Training des Immunsystems. Das hat zwar genervt…
    Es hängt viel vom Personal ab. Wenn das Elternhaus stimmt, kompensiert das aber miese Erzieher. Miese „Chefs“ gehören halt zum Leben dazu. So lange es keine Quälereien gibt…
    Männer fehlen. Die „Helden“ in „unserem“ Kindergarten waren der Hausmeister und sein zeitweiliger Helfer. Der hat den Garten gemacht. Der war Schwarzafrikaner und 1-Euro-Jobber.

    In der DDR gab es die Kinderkrippen von 6 Wochen bis zum 3. Lebensjahr. Dann den Kindergarten von 4 bis 6 bzw. 7 Jahren.
    Es gab keine(!) Pflicht diese zu besuchen.
    Krippenerzieherin war ein medizinischer Beruf der am medizinischen Fachschulen ausgebildet wurde. Das war ein Fachschulstudium. Kindergartenerzieher wurde man auch durch ein dreijähriges Fachschulstudium an einer pädagogischen Fachschule. Übrigens wurde man bevorzugt zur Ausbildung zugelassen, wenn man ein Instrument spielen konnte. Die Ausbildungen waren damit 1 Jahr länger als die normalen Berufsausbildungen in der DDR und standen damit zwischen Gesellenberufen und Hochschulstudium, am ehesten mit dem heutigen Bachelor vergleichbar.

    Ich kann die Intention von Frau Giffey schon nachvollziehen.
    Das Problem in Neukölln ist aber ein ethnisches. Ich befürchte der Zug ist dort abgefahren.

    • Je mehr ich hier lese, desto mehr fällt mir auch wieder ein, was u.a. meine Mutter (ehemalige Grundschullehrerin) berichtet hat. Die war zwischendrin recht lange komplett aus dem Schuldienst raus und hat alles Mögliche gearbeitet (bin Scheidungskind). Egal. Jedenfalls hat sie Ende 80er Anfang 90er wieder angefangen und war entsprechend entsetzt. Hamburg hatte sich innerhalb von 20 Jahren drastisch verändert. Kinder, die keine Vorwärtsrolle konnten, die nicht auf einem Bein stehen konnten, die vom Stuhl gefallen sind, einfach so. Kinder (kein Migrationshintergrund), die schlichtweg kein Deutsch konnten, und zwar mal so gar nicht. Finden ein verwaistes Kleidungsstück und krähen mitten im Unterricht „Eeeey! Wer hört dem Handschuh?!“ …

      Irgendwas läuft jedenfalls aktuell total schief.

      Fängt schon mit der (ach so tollen) Methode „Schreiben nach Gehör“ an – die Kinder lernen es einfach nicht. Wir haben in der Grundschule schon echte deutsche Grammatik gelernt. Fing damit an, zwischen „Namenwörtern“, „Wiewörten“ und „Tuwörten“ zu unterscheiden, daraus wurden dann „Nomen“, „Adjektive“ und „Verben“. Ich war ganz stolz, dass ich lateinische Wörter konnte. Nomen mussten rot unterstrichen werden, Adjektive grün, Verben blau. Weiter ging’s dann mit den Fällen. „Wer-oder-was“ – Nominativ, „Wessen“ – Genitiv und so weiter … Akkusativ war jedenfalls grün.

      Alles noch in der Grundschule. Guckt man sich das Drama heute an, wird einem ganz anders. „LOL“, „ROFL“, „FTW“ … toll. Kompetenzen trainieren. Toll. Quadrat von Raute nicht unterscheiden können, aber K-Swiss von Adidas. Toll.

      Der ganze Scheiß wird uns noch so richtig um die Ohren fliegen.

      Die Ursache für diese sich immer weiter Bahn brechende Katastrophe – Keine Ahnung. Koinzident jedenfalls damit, dass wir kaum noch männliche Grundschullehrer haben. Frauen machen ja alles besser? Glaube nicht, dass das allein daran liegt. Liegt vielmehr daran, dass die Grundschulen die vorher längst vorhandenen Defizite bei den Kindern (auch mit Männern) nicht mehr auffangen können.

      Von daher halte ich es für absolut sinnvoll, mit einem verpflichtenden Kindergartenbesuch gegenzusteuern. Wird teuer, aber funktionale Analphabeten kosten auf Dauer mit Sicherheit mehr.

  21. @ pufaxx und Radaffe

    Ich dachte schon, ich stehe hier allein auf weiter Flur gegen diese ganzen haltlosen ideologisch motivierten Pauschalen gegen den Kindergarten.

    Wir haben das Thema schon öfter diskutiert und landen immer wieder bei dieser Pseudo-Romantik, schon immer hätten die Mütter die Kinder allein erzogen.
    Das ist geschichtlich schlicht falsch. Nichts in der Entwicklung der Menschheit war unnatürlicher, als unsere heutige 24h-Individualbespaßung eines einzelnen Kindes durch seine Mutter, isoliert vom Rest der Welt.
    Diverse Arten von Kindergärten dagegen findet man in allen ursprünglichen „naturnahen“ Stämmen, die mir so einfallen.
    Ich kann nicht verstehen, wie man seine eigene verbohrte politische Überzeugung über die Kinder stellen kann.

    • „gegen diese ganzen haltlosen ideologisch motivierten Pauschalen gegen den Kindergarten.“

      Es geht sicher nur um die *Verpflichtung* zum Kindergarten, zum *Zwang* sein Kind alsbald dort abzugeben. Niemand hätte was gegen die *freiwillige* Möglichkeit zum Kindergarten. Und ja, es gibt auch diese positiven Aspekte, so what?

      • Hm … „Verpflichtung“ klingt immer erst mal hart – aber gegen die Schulpflicht gab’s ja auch so einige Widerstände.

        Apropos: Meine Mutter (inzwischen längst im Ruhestand) war Grundschullehrerin. Aus Erzählungen habe ich da so Einiges mitgekriegt. Tenor war jedenfalls, dass grundsätzlich sofort erkennbar war, wer Einzelkind ist und wer nicht – und wer vor der Einschulung in der Kita gewesen ist und wer nicht. Und gerade die Eltern, die sich gekümmert haben, hatten ihre Kleinen in der Kita. Die anderen hatten ihre Kinder vorm Fernseher [Problemviertel in Hamburg, übrigens].

        Aus meinem Bekanntenkreis kenne ich jedenfalls niemanden, der sein Kind NICHT in die Kita gegeben hat, auch wenn eine Betreuung zu Hause problemlos möglich gewesen wäre. Da wurden mitunter auch große Wege in Kauf genommen, um das möglich zu machen.

        Die Gefahr, dass die Kita scheiße ist, besteht natürlich immer. Aber wer sich um sein Kind kümmert, wird das schon merken und drauf reagieren.

        • „Hm … „Verpflichtung“ klingt immer erst mal hart – aber gegen die Schulpflicht gab’s ja auch so einige Widerstände. “

          Tu das nicht ab! Es ist keine Freiwilligkeit. Was bei der Schule in Ordnung ist, schliesslich sind 6-jährige eben alt genug zu lernen verpflichtet zu werden. Aber das früher schon zu verordnen ist keine Lappalie an Eingriff in die Freiheit!

          Das ist der Zugriff des Staates auf die Kinder, möge sich das als derzeit als Wohltat anfühlen. Das kann sich aber gravierend ändern und das Gesetz ist da.

          Es ist auch nicht unbedingt Vertrauen erweckend, dass Problempolitik, die Problembezirke geschaffen hat wegen verfehlter Politik, dass diese Loserpolitik auch noch Bundespolitik machen muss, per Gesetz und Zwang. Das ist keine freiheitliche Politik.

          Ausserdem ist es eine Frechheit bei dem ganzen Kindergarten-Unterangebot oder -Kosten, die die Gemeinden sich ohnehin nicht leisten können, wie so viel anderes, noch eine Schippe draufzulegen. Wieviele Kindergärtnerinnen müssten da noch eingestellt werden?!?

          Völlig irre! Das ist Utopismus und typisch diese Regierung, fertig wie Flasche leer 😀

        • Trotzdem hat Alex recht. Niemand verurteilt hier pauschal Kindergärten.

          O-Ton Carnofis: und landen immer wieder bei dieser Pseudo-Romantik, schon immer hätten die Mütter die Kinder allein erzogen.

          Ist mir in diesem Thread vielleicht etwas entgangen? Hier werden werden die Mütter romantisiert, „immer wieder“? Wir „landen“ „immer wieder“ bei den ach so tollen Müttern? Echt jetzt?

          • „Ist mir in diesem Thread vielleicht etwas entgangen? Hier werden werden die Mütter romantisiert, „immer wieder“? Wir „landen“ „immer wieder“ bei den ach so tollen Müttern? Echt jetzt?“

            In diesem Thread ausnahmsweise nicht. Aber in vergangenen wurde von Frauen sehr wohl gefordert, bei Kinderwunsch auf Beruf und Karriere zu verzichten, weil es eine Art „natürliche“ Aufgabe und Pflicht der Mutter sei, die Kinder vollzeit zu bespaßen.
            Was – und das geht einfach nicht in die Schädel dieser Sozialromantiker rein – im Umkehrschluss bedeutet, dass dann auch die „natürliche“ Aufgabe und PFLICHT des Vaters ist, dafür zu arbeiten, dass die Mutter ihrer Pflicht nachkommen kann. Und weiter bedeutet, dass er die Mutter bis zu ihrem Tod unterstützt, selbst dann, wenn die Ehe/Beziehung schon vor Jahrzehnten gescheitert ist und er/sie längst in einer neuen Beziehung – vielleicht wieder mit Kindern – lebt.

            In Sachen „natürliche“ Aufgabe von Müttern kann ich noch nicht einmal komplett widersprechen, weil Kinderbetreuung tatsächlich in allen – zumindest mir bekannten – Kulturen Funktion und Aufgabe der Mütter war.
            Das ändert nicht daran, dass es eine Einzelkindbespaßung nie in der Menschheitsgeschichte gegeben hat und wir auch nicht mehr in einer Jäger-Sammler-Gesellschaft leben.
            Die Großfamilie, auf die Fiete weiter oben verweist, gibt es de facto nicht mehr. Meine eigene große Familie ist relativ reiseunlustig und trotzdem inzwischen auf ganz Deutschland verteilt. Bei Ausfall einer Mutter ist eine Aushilfe aus dem Kreis der eigenen Familie nahezu ausgeschlossen.
            Hinzu kommt, dass die Globalisierung – die wir meinetwegen auch beklagen mögen – ein Fakt ist, den man nicht ignorieren kann und der von heutigen Arbeitnehmern – auch von uns Deutschen – eine bisher nicht gekannte Mobilität verlangt. Da lassen sich nur schwer dauerhafte Netzwerke knüpfen, die eine häusliche Kinderbetreuung möglich macht.

            Mir wäre die alte Großfamilie, in der ich selbst aufgewachsen bin und die ich toll fand, für Kinder auch 100x lieber, als ein Kindergarten. Aber das Letzte, was ich einem Kind wünsche, ist die besagte Einzelkindbespaßung.
            Und ich selbst möchte mich nicht lebenslang mit meiner gesamten Arbeitskraft an eine Frau ketten müssen, mit der ich vielleicht in jungen Jahren ein Kind gezeugt hatte, an deren Namen ich mich heute aber erst nach kurzem Grübeln erinnern kann.

    • … offene Türen. Über das Eintrittsalter und die „Stunden pro Tag“ kann man ja diskutieren. Und generell über das „wie“. Aber viele Kinder lernen eben erst außerhalb der eigenen vier Wände Dinge kennen, die sie sonst nie gemacht hätten. Basteln. Mit Materialien, die „für Daheim“ zu teuer, zu kompliziert sind oder eine zu hohe Verschmutzungsgefahr aufweisen. Dass man sich vorm Malen mit Fingerfarben eine Schürze anzieht … Bei uns waren das übrigens immer alte, kaputte Hemden oder Blusen irgendeines Elternteils, wir haben bei der Gelegenheit auch gerne „Heute bin ich die Mama, morgen der Papa“ gespielt (die Genderfraktion wäre begeistert) … toben und rumschreien dürfen, ohne das jemand schimpft oder der Nachbar an die Tür klopft … im Matsch und in der Sandkiste spielen … wir hatten alle auch „ne olle Hose“ bzw. „Rutsch-Hose“ von zu Hause, die wurde vor solchen Aktionen angezogen (und dann ging die so alle ein bis zwei Wochen wieder mit zurück, wenn die allzu verdreckt war) … Zähneputzen lernen … das war zu meiner Zeit ein echtes Thema, viele haben damals vorm Kindergarten nur den ekeligen Fenchel-Kindertee gekannt, die ersten Zähne kamen dann als schwarze Trümmer raus (Zugegebenermaßen haben einige voreinander damit angegeben, wer die meisten Plomben hatte, im Kindergartenalter!! Milchzähne! Weia …)

      Nach und nach kommen immer mehr Erinnerungen. Und auch Erinnerungen an Konflikte, mit anderen Kindern, die das ein paar Sachen auch damals schon zu Hause überhaupt nie gelernt hatten. Dass man nicht beißt, dass man nicht tritt, dass man keine Beine stellt. Dass man sich vorm Essen die Finger wäscht. Dass man auch mal die Klappe halten kann. Dass man auch kauen kann, ohne der ganzen Welt dabei seinen Mundinhalt zu präsentieren. Wie man eine Mandarine pellt. Eine Banane schält. Kakao umrührt, ohne den Tisch in einen See zu verwandeln.

      Gut, Vieles geht sicherlich auch zu Hause, bei gutem Vorbild. Aber Vieles verfestigt sich doch erst mit praktischer Erfahrung in freier Wildbahn.

  22. Welche Forderung kommt als nächstes? Kindergebärspflicht?

    Warum werden die Problemfälle zum Massstab aller gemacht? Das ist das Pferd von hinten her aufzusatteln.

  23. Eine interessante Personalie im BMFSFJ, die die Handlungen Giffey’s wahrscheinlich stark beeinflussen wird:

    „Die bisherige Bundesgeschäftsführerin Nancy Böhning soll nach SPIEGEL-Informationen neue Anti-Diskriminierungsbeauftragte des Bundes werden. Das Amt ist beim Familienministerium angesiedelt, das künftig von der Sozialdemokratin Franziska Giffey geführt wird. Giffey habe Böhning vor einigen Tagen gebeten, die Aufgabe zu übernehmen, heißt es in SPD-Kreisen.“

    http://www.spiegel.de/politik/deutschland/spd-andrea-nahles-will-vertrauten-ins-willy-brandt-haus-holen-a-1197942.html

    https://de.wikipedia.org/wiki/Nancy_B%C3%B6hning

  24. Pingback: Autokorso zu Merkels Vereidigung? | inge09

  25. Wer gegen eine Kindergartenpflicht ist, weil er in ihr eine rechtswidrige Beschneidung des grundgesetzlichen Elternrechts und der allgemeinen Handlungsfreiheit sieht; sollte aus eben diesen Gründen auch die Schulpflicht ablehnen. Wo soll der Unterschied sein?

    • Der Altersunterschied. Mit 6 sind Kinder reif für die Schule, für das Lernen *für ihr eigenes Leben*.

      Warum sollten also Kinder zum Besuch von Kindergärten gezwungen werden, wenn sie nichts wirklich davon haben?

      Nur wenn der Besuch *freiwillig* sein kann, kann man aber nichts dagegen haben.

      • ich versteh deine Argumente nicht. Der altersunterschied ist hier doch egal. Es geht doch darum, dass die Eltern entrechtet werden; sowohl durch Kindergartenpflicht, als auch durch Schulpflicht. Und Kinder sind mit über 6 Jahren auch nicht reif für ein eigenes Leben sondern noch extrem von Erwachsenen abhängig.

        Und warum sollten Konder zum Besuch der Schule gezwungen werden?

        • @Jonas
          Nach deiner Argumentation könnte man alles mögliche verpflichten machen: Chorbesuch, Reitunterricht, Theatergruppe, Pfadfinder …

          Wenn man das ablehnt, muss man Schule ja auch ablehnen.

          • „Nach deiner Argumentation könnte man alles mögliche verpflichten machen:“

            ja eben. deshalb bin ich ja auch gegen die Schulpflicht. Denn nach der Logik der Schulpflicht kann man eben noch ganz andere Dinge rechtfertigen

        • @Jonas
          „Und warum sollten Kinder zum Besuch der Schule gezwungen werden?“

          Weil das zu ihrem eigenen Interesse ist! Ich versuche hier den Anwalt für die Kinder abzugeben. Und ob die Kinder nun im Kindergarten oder zuhaus spielen – das kann keine mit der Schule vergleichbare Frage sein, also kann es hier keinen Zwang geben.
          Weiterhin sind Kinder mit 6 von einer gewissen Reife, um das Alter hat die Individuation in aller Regel stattgefunden und genau deshalb ist es auch das „Schulalter“.

          Giffey kann nicht hergehen und sagen: es ist besser für Immigratenkinder im Kindergarten schon integriert zu werden und deshalb einen Zwang für alle einzufordern. Sorry, das sieht für mich klar nach Vorwand aus, eine proto-totalitäre Politik zu implementieren — und die greift als erstes immer nach den Kindern.
          Ist ja auch ein ziemlicher no-brainer von einer SPD-Frau, die solchen Typen wie Schwesig nahesteht, eine totalitäre Agenda zu erwarten.

          • „Weil das zu ihrem eigenen Interesse ist!“

            nein, nicht unbedingt.
            Erstens entscheiden die Eltern, was im Interesse der Kinder ist und was nicht. Solange sie dabei nicht grob fahrlässig vorgehen, also die Kinder misshandeln und vernachlässigen.

            Zweitens hat die staatliche Schule in unserer Gesellschaft schon immer die Funktion gehabt Kinder im Sinne des Staates zu erziehen (Umerziehung oder Indoktrinierung genannt). Außerdem ist die Schule eine Kaserne der gesetzlichen und organisierten Misshandlung und Verblödung der Kinder, denn sie ist nicht kindgerecht. Wenn dies dann verpflichtend wird, sind wir, wie du so völlig richtig sagst, bei einer „proto-totalitären Politik“, die „immer nach den Kindern greift“.

            Also weg mit der Schulpflicht. GG-widrig dürfte sie obendrein sein.

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