Gräuelpropaganda

Ich folge dem Twitteraccount „Real Scientists DE“ bei dem immer ein anderer Wissenschaftler eine gewisse Zeit den Account übernimmt und dann aus seinem Fachgebiet berichtet. Dieses mal ging es um Gräuelpropaganda („Atrocity propaganda“):

Ich fand dabei vieles sehr interessant:

Gräuelpropaganda baut auf dem einfachen Prinzip auf, dass man zum einen ein „Wir gegen die“ Gefühl erzeugen muss und dann auch noch eine „moralische Richtigkeit“ des Kampfes gegen die andere Seite errichten muss, so dass der einzige richtige Weg die Solidarisierung mit der eigenen Seite und der Kampf gegen die andere Seite ist. Zudem erleichtert das Entmenschlichen des Gegners den Kampf und das Töten des Gegners noch zusätzlich.

„Beschützt die Frauen und Kinder“ ist dabei ein sehr einfaches Bild, welches sehr wirksam ist. Es bedient gleich mehrere Vorstellungen:

  • Die Frauen und Kinder sind in Gefahr
  • Der Andere bedroht die, die du beschützen musst und willst
  •  Frauen wollen, dass du sie verteidigst, wenn du es nicht machst, dann verlierst du an Wert.

Es wäre interessant, aus welcher Richtung die traditionellen Rollenbilder kommen: Verständlicherweise appellieren traditionelle Rollenbilder eher an den Beschützer, aber gefährliche Zeiten machen auch den Versorger und Beschützer für Frauen interessanter.

Zum „Khaki Fever“ habe ich noch das Folgende gefunden:

khaki Fever

khaki Fever

Ob es so etwas wirklich im nennenswerten Umfang gab wäre interessant. Wenn ja, dann wäre es ein klassischer Fall davon, dass Status attraktiv macht: Überall wurde der Soldat gehypt, also waren Soldaten besonders sexy. Wobei Uniformen häufig eine gewisse Wirkung bei Frauen haben.

Wäre es ein kleineres Phänomen als hier dargestellt, dann wäre es auch eine geniale Propaganda: Das junge Frauen unbedingt mit einem schlafen wollen und es so viele sind, dass sie eingesperrt werden müssen, um die armen Soldaten zu schützen – das dürfte gut für die Einschreibungsraten gewesen sein.

Auch das wäre interessant: Gräuelpropaganda stumpft ab. Gerade dann, wenn man merkt, dass sie eben nur Gräuelpropaganda war.

Und natürlich ist auch die Übertreibung klar. Ein möglichst brutales Bild von der anderen Seite zeichnen, diesen Entmenschlichen, als jemanden darstellen, den man zerstören muss, bevor er einen selbst verstört. Das ist das typische an einer Gräuelpropaganda.

Ich kommentierte dort über Twitter:

Es folgte eine kurze Diskussion in der sie davon ausging, dass Feminismus natürlich nur Gleichberechtigung will und insofern keine Gräuelpropaganda betreibt.

Ich finde es aber eigentlich durchaus für den radikalen Feminismus gar nicht so fernliegend:

Er übertreibt bewusst, Frauen sind in allen Lebensbereichen unterdrückt und haben quasi kaum Luft zum atmen in dieser patriarchalen Welt.

Gläserne Decke, Rape Culture, überall müssen Frauen gegen die Männer kämpfen, weswegen man sie aus den Räumen verbannen muss, sie müssen zurückgeschlagen werden, Frauen müssen sich endlich wieder auf die Straße trauen können.

Wenn man dann die eigene Propaganda glaubt, dann hält man Männer nur noch für Mörder, Vergewaltiger etc. Beispiel Nadine Lantzsch bei der Mädchenmannschaft über Hetero-Frauen, die weiterhin Männer nicht vollkommen ausgrenzen:

klar, wer möchte schon zugeben, dass er_sie im herzen dabei ist (literally), welche körper und identitäten als begehrenswert vorgestellt und hergestellt werden oder welche menschen objekte deines creepy fetischs sind?! wer möchte schon gerne zugeben, sich berechtigterweise über typen von mansplainer bis mörder und vergewaltiger und die normalität von patriarchalen gewalt/verhältnissen aufzuregen, aber kein problem damit zu haben typen in unserem leben raum zu geben und ihre existenz in unserem leben mit kackscheiße als feministisch zu verteidigen. aber die rechtfertigung „ich bin halt so“??? wow, stell dir vor, du bist so ignorant, dass deine kognitive dissonanz dir nix anhaben kann.+

Das Bild ist nicht weit weg von dem Tier, dem wilden Affen, der alles zerstören will.

Oder auch direkter:

„Weil das Jetzt schon weiblich ist. Soziale Netzwerke sind weiblich. Das Internet ist weiblich. Digitalisierung ist weiblich. Deswegen bäumen sich ja auch die alten weißen Männer gerade noch mal auf. Wie ein Tier kurz vorm Tod. Sie spüren sehr wohl, dass die Zeit für sie gekommen ist.

Was ist entscheidend dafür, dass Netzwerke gut funktionieren und etwas bewegen können?

„Das man lernt in diesen Netzwerken zu kommunizieren. Narzissmus-frei zu kommunizieren. Im Moment dienen Netzwerke dem Ego. Es ist ein ständiges Monologisieren aneinander. Wir müssen also lernen, auch ohne direktes Gegenüber zuzuhören. Dem anderen zuhören. Und nicht nur uns selbst.“

Was müssen wir jetzt bewegen, damit die Zukunft sich für alle in eine positive Richtung wendet?

„Wir müssen eine feministische Terror-Gruppe gründen und die alten weißen Männer aus dem Weg schaffen.“

(aus der ersten Version, später im letzten Satz um eine „(lacht)“ ergänzt)

Das bedient alles, was Gräuelpropaganda so braucht. Der Gegner wird entmenschlicht, klar gegen die eigene Gruppe abgegrenzt, man muss ihn beseitigen, wenn die Zukunft positiv werden soll.

Natürlich:

Das gibt es auch von der anderen Seite:

Etwa wenn Frauen als zur Liebe unfähige Wesen dargestellt werden, die nur den Mann ausnehmen wollen und die man deswegen so weit wie nur möglich von einem Fernhalten muss.

Das schlimme beim radikalen Feminismus ist eben, dass es kritiklos in Zeitungen abgedruckt werden kann, an Universitäten gelehrt wird und die Politik mit beeinflusst.

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24 Gedanken zu “Gräuelpropaganda

  1. „Das schlimme beim radikalen Feminismus ist eben, dass es kritiklos in Zeitungen abgedruckt werden kann, an Universitäten gelehrt wird und die Politik mit beeinflusst.“

    Wäre mal interessant zu sehen, wie ein Gesellschaftsbild aussehen würde, das zukünftige Historiker rekonstruieren, wenn ihnen nur unsere heutigen Mainstream-Medien überliefert wären: Frauen allüberall gefährdet, unterdrückt, benachteiligt.

    • Das ist sogar zu befürchten, dass die Lügenmedien auf Mikrofich konserviert werden, während das Netz längst weitergewandert ist.

      Alles voller Nazis und Sexisten im 21 Jahrhundert 🙂

      Nur über den Grund für das plötzliche Verschwinden der Medien grübeln die Historiker noch…

  2. stell dir vor, du bist so ignorant, dass deine kognitive dissonanz dir nix anhaben kann.

    Das muss sie sein. Die definitive Definition von Feminismus.

  3. An dem Text finde ich wichtig, die „Gräuelpropaganda“ hat nicht nur die Funktion, die Lagerbildung zu erleichtern, indem ein manichäisches Freund-Feind-Denken etabliert und der Gegner dämonisiert wird.
    Sondern sie richtet sich auch als Kontrolle der Moral und von Handlungen gegen das „eigene“ Lager.
    Wie in dem Text zu „khaki fever“ herausgestellt wird, diente das Schüren von Ängsten um die bedrohte Sexualität junger Mädchen dazu, die Sexualität der Armen zu kontrollieren durch die Etablierung einer „Mittelklasse-Moral“.

    Ich möchte zunächst an die Zeit der Prohibition *nach* dem ersten Weltkrieg in den USA erinnern, eine klarer Erfolg der weiblich/feministisch dominierten Abstinenzbewegung.
    Durchgesetzt wurde die Prohibition mit der Verallgemeinerung der Idee, die trüge dazu bei, „die USA moralisch und körperlich (zu) gesunden“.
    Dabei wurde nicht nur dem Alkoholismus der Kampf angesagt, sondern besonders einem Geschlecht – dem damit nicht nur die *Erkrankung* eingeschrieben worden ist, sondern auch die *Mittel zu seiner Gesundung* – also der Entzug.
    Über die Einhaltung dieser speziellen Moral zu wachen wurde Aufgabe des Staates.
    Wodurch der Staat Garant der Umsetzung moralischer Vorstellungen der weiblich/feministisch dominierten Abstinenzbewegung geworden war, samt ihrer „Mittelklasse-Moral“.

    Kommt euch das nicht irgendwie bekannt vor?

    Die feministische Lesart der Kontrolle der Sexualität ist selbstverständlich die der Kontrolle der Sexualität *aller* Frauen.
    Setzt man jedoch die Klassenbrille auf und fragt sich, warum eine Bewegung der Sexualkontrolle gegen *Frauen allgemein* die *Zustimmung derjenigen Frauen* fand, die Interesse an der Etablierung einer „Mittelklasse-Moral“ hatten merkt man schnell, dass da etwas nicht stimmen kann.
    Denn die Sexualität der Armen zu kontrollieren bezieht sich eindeutig auf die Sexualität der *armen Frauen und Mädchen*.
    Was sich also als eine Frage der allgemeinen Moral tarnt, bezieht sich von der Interessenlage her auf eine spezielle Moral einer speziellen Schicht von Frauen – nicht „aller Frauen“.

    Aus dieser Perspektive ist das legendäre Clinton Zitat: „Women have always been the primary victims of war. Women lose their husbands, their fathers, their sons in combat.“ nicht nur als gynozentrischer Narzissmus zu sehen, sondern in ihm drückt sich die Angst einer sozialen Schicht von Frauen aus.
    Frauen dieser sozialen Schicht verlieren durch den Krieg ihre realen oder potentiellen Ernährer.
    Das macht sie in den eigenen Augen (gynozentrischer Narzissmus) tatsächlich zu den primären Opfern des Todes der Männer.

    Da Krieg staatlich sanktionierter Massenmord an Männern ist, führt die Nachkriegsära immer zu einem relativen Überschuss an Frauen, die auf der Suche nach einem neuen Ernährer sein müssen.
    Proletarische Frauen haben nichts zu vererben, aber eben auch nichts zu verlieren. Demzufolge hat Sexualität auch nicht die Notwendigkeit, mit einem Preisschild versehen zu sein.
    Die erstgenannte Schicht von Frauen kann hingegen ein Sinken des Marktpreises für Sexualität nicht brauchen, welcher sich aber unweigerlich einstellen wird.
    Wird der Markt nicht reguliert, ergo *die intrasexuelle Konkurrenz* ausgeschaltet und ein Moralregime etabliert, in dem sich bürgerliche Frauen als oberste Wächter eben dieser Moral setzten.
    Die sich wiederum sehr klar gegen Männer richtet, welche als moralisch Erziehungsbedürftige gesetzt werden.

    Auch das kommt mir ziemlich bekannt vor.

    • „Votes for women, Chastity for men“

      Die Motivation auf Vulgärdeutsch: „He, ihr Proletenweiber, wenn ihr unsere Männer vögelt, ist unser vornehmer Wohlstand gefährdet.“

      Nicht schlecht. Macht Sinn.

  4. Interessant. Ich muß jedoch gestehen, daß für mich der Zusammenhang zwischen Gräuelpropaganda und dem Alkoholverbot in den USA in den 1920er Jahren nicht unbedingt auf der Hand liegt.

    Noch eine Ergänzung zu Kontrolle der Sexualität von Frauen aus der Unterschicht („Denn die Sexualität der Armen zu kontrollieren bezieht sich eindeutig auf die Sexualität der *armen Frauen und Mädchen*.“):

    Frauen aus der Unterschicht befinden sich in einer materiellen (Not)Lage, die dazu einlädt, die eigene Sexualität zu verkaufen an Männer, die sich das leisten können, also vor allem an bürgerliche Männer. Das wiederum würde den Wert der Sexualität bürgerlicher Frauen schmälern – vor allem in Zeiten, in denen – kriegsbedingt – ohnehin ein Überschuß an weiblichen Frauen besteht.

    (Das sollte vielleicht gesagt werden mit „Proletarische Frauen haben nichts zu vererben, aber eben auch nichts zu verlieren. Demzufolge hat Sexualität auch nicht die Notwendigkeit, mit einem Preisschild versehen zu sein.“)

    • „– vor allem in Zeiten, in denen – kriegsbedingt – ohnehin ein Überschuß an weiblichen Frauen besteht.

      😀 😀 😀 😀

    • @Jochen

      „Ich muß jedoch gestehen, daß für mich der Zusammenhang zwischen Gräuelpropaganda und dem Alkoholverbot in den USA in den 1920er Jahren nicht unbedingt auf der Hand liegt.“

      Ok, ich versuche es mal so herum: Egal welche *politische* Vorstellung du hast, welche *Ursachen* es für den Ausbruch des 1 WK gegeben hat, ist bezeichnend, welche Vorstellungen sich durchsetzen konnten, wie diese Erfahrung zu *verarbeiten* ist.
      Die Vorstellung, es bedürfe der *Prohibition* um „die USA moralisch und körperlich (zu) gesunden“ – das habe ich einer SPON-Überschrift zur Prohibition entnommen, weil die vielsagend ist – verwandelt eine politische Frage in eine *moralische*.

      Es wird die politische Frage, wer an dem Ausbruch des Krieges Verantwortung trägt, moralisierend einem ganzen Geschlecht übereignet.
      Hier wirkt die Moralisierung wiederum anti-individuell.
      Es sind keine Individuen oder Gruppen zu nennen, sondern das ganze Kollektiv *aller* Männer ist verantwortlich.
      Auf diese Art und Weise wird eine politische Frage also moralisiert und einem Geschlecht *kollektiv* aufgehalst – eine ausgesprochen nützliche politische Wendung.
      Wenn alle Männer die Verantwortung tragen, trägt niemand mehr die Verantwortung.

      „Frauen aus der Unterschicht befinden sich in einer materiellen (Not)Lage, die dazu einlädt, die eigene Sexualität zu verkaufen an Männer, die sich das leisten können, also vor allem an bürgerliche Männer. Das wiederum würde den Wert der Sexualität bürgerlicher Frauen schmälern – vor allem in Zeiten, in denen – kriegsbedingt – ohnehin ein Überschuß an weiblichen Frauen besteht.“

      Ja, das ist durchaus ein weiteres Motiv.
      Aber ich möchte darauf hinweisen, dass Frauen aus der Unterschicht ohnehin dazu gezwungen waren, ihre Arbeitskraft zu verkaufen.

      • „Es wird die politische Frage, wer an dem Ausbruch des Krieges Verantwortung trägt, moralisierend einem ganzen Geschlecht übereignet.“

        Genau hier würde meine Frage ansetzen – und es ist wirklich nur eine Frage:

        War für die Anti-Alkohol-Frauen die notwendige Gesundung Amerikas ein Erfordernis, das sich aus der Teilnahme Amerikas an Weltkrieg 1 herleitet? Vertraten diese Frauen, daß Amerika deshalb krank geworden oder kaputt gegangen ist, weil es an Weltkrieg 1 teilgenommen hat?

        Oder sahen diese Anti-Alkohol-Frauen die Krankheit Amerikas z. B. in Dekadenz, Atheismus, allgemeinem Sittenverfall begründet – also ganz unabhängig davon, ob Amerika nun an Weltkrieg 1 teilgenommen hat?

        Wie gesagt: ist einfach eine historische Frage. Wenn Option 1 zutreffen sollte, dann hast Du Recht und der von Dir analysierte Zusammenhang besteht so.

        • @Jochen

          „Oder sahen diese Anti-Alkohol-Frauen die Krankheit Amerikas z. B. in Dekadenz, Atheismus, allgemeinem Sittenverfall begründet – also ganz unabhängig davon, ob Amerika nun an Weltkrieg 1 teilgenommen hat?“

          Berechtigte Frage!
          Die Abstinenzbewegung gab es bereits *vor* dem 1 WK, aber durchsetzen konnten sie sich erst *danach* und ich halte das für keinen Zufall.

          *Vertraten diese Frauen, daß Amerika deshalb krank geworden oder kaputt gegangen ist, weil es an Weltkrieg 1 teilgenommen hat?*

          So direkt kausal funktioniert der Zusammenhang m.E. leider nicht.
          Bekannt ist, dass viele *Kriegsteilnehmer*, also Männer, den Krieg selber in dem Zusammenhang mit dem Kollaps der bisherigen Vorstellungen von gesellschaftlicher Ordnung und auch gesellschaftlichen Moral- und Wertvorstellungen gebracht hatten.
          Die Zeit nach dem 1 WK war nicht umsonst auch die der Revolten und Revolutionen, indem also das Bestehende, das „Alte“ radikal in Frage gestellt und gestürzt worden ist.

          Der Erklärungsansatz hingegen, es läge an „Dekadenz, Atheismus, allgemeinem Sittenverfall“ hat den Charme, eben dieses Alte – nämlich das Maßvolle, die Religion, die guten alten Sitten – *zu retten*.
          Denn damit wird eine idealisierte historische Epoche beschworen (die in der Regel nie existiert hat) und der jetzige gesellschaftliche Zustand definiert sich als *abfallen von diesem Ideal*, zu dem man wieder *zurückkehren* müsse.
          Ohne gesellschaftliche Ursachen für „Dekadenz, Atheismus, allgemeinem Sittenverfall“ – also die diagnostizierte Krankheit – finden zu müssen, sondern es ist eine Frage des persönlichen Willens und Wollens.
          Wenn aber man den „Kollaps der bisherigen Vorstellungen von gesellschaftlicher Ordnung“ als die eigentliche „Krankheit“ ansieht und als *Frage an die Gesellschaft*, dann wird klar erkennbar, dass die *moralische Antwort* und die vorgesehene „Gesundung“ politisch restaurativ sind.

          Das erklärt in meinen Augen, warum diese Bewegung eine solche Unterstützung von oben erfuhr.
          Letztlich sind wir wieder in der Neuzeit angekommen, wo ebenfalls mit – welch ein Zufall – weiblich-feministischer Hilfe politische Fragen in moralische verwandelt werden.
          Und – wie zufällig! – es müssen sich nicht die gesellschaftlichen Verhältnisse ändern, sondern die Männer.

          Wenn wir uns alle zum Feminismus bekennen, die toxische Männlichkeit bereuen und überwinden sowie anerkennen, wir müssen „man up!“ – nämlich ehrbare Frauen nicht belästigen, sondern gefälligst ehelichen – dann, ja dann können wir von „männlicher Dekadenz, Atheismus, allgemeinem männlichen Sittenverfall“ gesunden!
          Halleluja 🙂

    • @Jochen
      „Interessant. Ich muß jedoch gestehen, daß für mich der Zusammenhang zwischen Gräuelpropaganda und dem Alkoholverbot in den USA in den 1920er Jahren nicht unbedingt auf der Hand liegt.“

      Es gab auch gar keine solche Gräuelpropaganda! Jedenfalls nicht wegen Alkohol. Dafür aber eine echte Gräuelpropaganda gegen Marijuana, der Film „reefer madness“ ist diesbezüglich legendär!

      @crumar hat also im Prinzip schon vollkommen recht, brachte nur nicht das angemessene Beispiel.

      Was aber noch viel mehr betont werden muss: die Rolle des weiblichen Puritanismus ist nicht nur in der intrasexuellen Konkurrenz zu sehen, sondern vor allem in der Kontrolle der Männer! Ersteres dient nämlich letzterem! Der weibliche Suprematismus des Feminismus kommt – wen wundert es? – von dieser Position moralischer Überlegenheit her und steckt die Männer mit den abtünnigen Frauen in einen Sack der moralischen Verworfenheit.

  5. Der Begriff „Greuel“ (ich bleibe mal bei der klassischen Rechtschreibung… Greuel hat nichts mit der Farbe grau zu tun, sondern kommt von mittelhochdeutsch „griu“ … wenn etwas greulich ist, ist es nicht unbedingt gräulich!) ist nicht ganz klar. Einige Bilder zeigen in der Tat greuliche Vorgänge, andere zeigen das nicht direkt, sondern appellieren nur diffus daran, sich solche Greuel vorzustellen, z.B. die Suffragetten-Propaganda des Ordens von der Weißen Feder.

    „Ich finde es aber eigentlich durchaus für den radikalen Feminismus gar nicht so fernliegend:…“

    Hier argumentierst Du, daß der Feminismus eigentlich nicht wirklich greuliche Vorgänge zu Greueln hochstilisiert, um die gleiche aufhetzende Wirkung wie echte Greuel zu erzielen. Die klassische Definition dessen, was unmenschlich ist, bleibt hier erhalten. Dieses Argument funktioniert mMn nicht wirklich, denn dieses Hochstilisieren wird leicht durchschaut und kann als Schwachsinn abgetan werden.

    Viel interessanter finde ich die Verschiebung dessen, was moralisch als Greuel bewertet wird, und zwar speziell im Rahmen der Theorien von Mikroaggressionen u.ä.: z.B. der Sachverhalt, irgendwelche nichtbinären Zeitgenossen nicht mit ihrem gewünschten schrulligen Pronomen anzureden oder ein Frau irgendwo zu berühren, wird nicht als das gleiche wie Mord deklariert, sondern für sich selbst als unmenschliche, schwer zu bestrafende Untat. D.h. die moralischen Maßstäbe werden so verschoben, daß früher harmloses Verhalten zu einem Greuel wird.

    In diesem Sinne ist sehr viel mehr feministische Propaganda als Greuelpropaganda anzusehen als nur die durchgeknallte Meinung einer Nadine Lantzsch.

    • „In diesem Sinne ist sehr viel mehr feministische Propaganda als Greuelpropaganda anzusehen …“

      Genau. Und auch dies wieder in beide Richtungen, wie crumar oben gezeigt hat: also einerseits gegen die vermeintlichen Täter gerichtet, aber auch als Konditionierung der angeblichen Opfer.

  6. „Beispiel Nadine Lantzsch bei der Mädchenmannschaft über Hetero-Frauen, die weiterhin Männer nicht vollkommen ausgrenzen“

    Erstmal: Warum ist es Frauenhass wenn man Männer dankbar ist?

    Wie zu erwarten dann:

  7. Muss wohl Gräuelprop von Anti_EU sein….

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