Stärke der Homophobie nach Ländern

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Zwangsvollstreckung in Helbra: Mädchen wird schreiend und heulend aus der Schule geholt

Ein Video macht gerade die Runde:

Aus einem Bericht darüber:

Ein Gerichtsvollzieher hat mit Hilfe der Polizei und Mitarbeitern des Jugendamtes die Entscheidung des Oberlandesgerichtes durchgesetzt, dass ein achtjähriges Mädchen nicht mehr bei dem Kindesvater, sondern in Zukunft bei seiner Mutter aufwachsen soll.

„Sie haben sie mit Gewalt rausgeholt, gegen ihren Willen“, sagt Maik W. (Name geändert), der Vater des Kindes. Er ist entsetzt, wie es abgelaufen ist. Wohlwissend, dass der Gerichtsvollzieher in diesen Tagen zur Schule kommen würde, hält er sich am Montag dort auf.

Als die Vollstreckung beginnt, wird er des Schulgeländes verwiesen. Es gelingt ihm jedoch über eine Mauer hinweg die Vorgänge zu filmen und seiner Tochter zuzurufen

Ein anderer Bericht von der Facebookseite des Vaters, der dort recht leicht zu finden ist:

Helbra Polizei vollstreckt bei schreienden Kind

Helbra Polizei vollstreckt bei schreienden Kind

Natürlich ist die Situation schrecklich, für das Kind erst recht, für den Vater sicherlich auch, aber natürlich auch für die Beamten, die hier ihren Job machen müssen und nun als die Bösen dastehen.

Aus meiner Sicht trägt aber der Vater einen Großteil der Schuld hier. Er hat anscheinend ein Gerichtsverfahren verloren bezüglich der Herausgabe des Kindes. Das ist natürlich hart, aber einer der Gründe war wohl, dass er weniger bereit war Kontakt der Mutter zum Kind zuzulassen. Die Entscheidung selbst und deren Einzelheiten kennt man leider nicht, aber sie vorschnell als Ungerecht abzustempeln, weil der Mann verloren hat, macht die Sache sehr einfach. Sie als ungerecht abzustempeln, weil sie vollstreckt worden ist erst recht.

Nach der Entscheidung hatte der Vater mehrer Monate Gelegenheit sein Kind vorzubereiten und den Umzug einzuleiten. Er hat es anscheinend immer weiter herausgezögert und es spricht vieles dafür, dass er mit einer Entfremdung des Kindes von der Mutter gearbeitet hat, wenn man die Reaktion des Kindes sieht. Solche Reaktionen – lieber ins Heim als zu dem Anderen – sind ein sehr häufiges Zeichen für ein Parental Alienation Syndrome . Wer dies im Umgang und in sonstigen Konstellationen kritisch sieht, der sollte das auch hier kritisch sehen. Ich sage dabei nicht, dass er das bewußt gemacht hat und meine „Diagnose“ beruht auch nur auf dem, was ich dazu gelesen habe, aber es passt sehr gut zu dem, was ich bei anderen Fällen dieser Art gesehen und gelesen habe.

Er hatte also mehrere Monate Zeit, dann gab es noch einmal ein Verfahren, der Gerichtsvollzieher wird ihn vorher auch noch einmal angeschrieben haben und ihm mitgeteilt haben, dass es wesentlich besser für ihn und das Kind ist, wenn er es nicht mit Hilfe des Jugendamtes und der Polizei abholen muss, dann hat man ihm den Termin mitgeteilt und er hat das Kind da hingehen lassen und sich mit einer Kamera „auf die Lauer gelegt“ um es zu filmen? Zynisch möchte man sagen, dass es kein Wunder ist, dass das Kind so schreit, wenn der Vater seine letzte Hoffnung darauf setzt, dass der Abtransport seines Kindes möglichst brutal wird.  Er wird ihr wie man angesichts der Äußerung „Lieber ins Heim als zur Mutter“ schlicht sehr viel Angst gemacht haben und sie in einen argen Loyalitätskonflikt gestürzt haben, bei dem die Verteufelung der Mutter der einzige Weg ist.

Der Gerichtsvollzieher und das Jugendamt konnten hier auch nichts anderes machen als vollstrecken. Sie müssen das Urteil ja umsetzen. Sie dürften sich auch beschissen gefühlt haben als Bühne des Vaters genutzt zu werden.

Natürlich muss man dabei auch beachten, dass dieser sicherlich in einer Ausnahmesituation ist. Er wird sein Kind lieben und keinen anderen Weg gesehen haben.

Ein tragischer Fall also, keine Frage, aber ich finde die Verurteilung etwas einseitig nach dem, was man weiß.