Intrasexuelle Konkurrenz vs. Virtue Signalling bei Germany’s Next Topmodel #gntm

Die OK berichtet über (weitere) Streitigkeiten am Set von Germany’s Next Topmodel. Anlass sind die „Curvy Models“:

Heidi Klum: GNTM-Revolution mit Curvy Models

Mädchen mit Kurven sind jetzt in der Fashion-Industrie gefragt. (…) Das  finde ich natürlich super!,

betont die Model-Mama, der in den vergangenen Jahren immer wieder vorgeworfen wurde, mit ihren dürren GNTM-Models ein falsches Schönheitsideal zu predigen und vor allem junge Zuschauerinnen in den Magerwahn zu treiben. Eigentlich lobenswerte Veränderungen von Heidi und ihrem Team.

OK! erfuhr: Es wird gezickt, gelästert und gemobbt!
Doch ausgerechnet bei den Kandidatinnen soll es überhaupt nicht gut ankommen, dass mit Sarah, 18, und Pia, 22, auch zwei Curvy Models in der Show mitmachen!

Hier die auch in dem Artikel verlinkten Bilder der beiden:

https://instagram.com/p/BfLminphRDT/?utm_source=ig_embed

https://instagram.com/p/Be_QFfBh2nk/?utm_source=ig_embed

 

Zum Vergleich: Die Gewinnerin vom letzten Jahr:

https://www.instagram.com/p/BRJ08VnFfZy/

Weiter im Text:

Wie OK! aus dem Umfeld der Produktion erfuhr, wird hinter den Kulissen ordentlich gezickt, gelästert und gemobbt!

Viele der Mädchen sind eifersüchtig auf Sarah und Pia. Sie haben dasGefühl, dass Heidi die beiden bevorzugt, um der Show ein besseres Image zu verpassen,

berichtet eine Insiderin.

Sie würden es öffentlich zwar nie zugeben, aber die meisten der dünnen Kandidatinnen sind der Meinung, dass so kurvige Mädels nichts bei GNTM zu suchen haben, weil sie im Model-Business ohnehin kaum Chancen hätten.
Leonie packt aus: „Am Set hießen sie Ugly Models“
Und diese Ablehnung kriegen die beiden kurvigen Konkurrentinnen wohl auch deutlich zu spüren. Kandidatin Leonie, 19, deckt auf, wie es Backstage gegen die dralleren Mitstreiterinnen geätzt wird: „Am Set hießen sie Ugly Models“, sagt die inzwischen Ausgeschiedene. Wie bitte?! Der Model-Nachwuchs soll die rundlichere Konkurrenz als hässlich verhöhnt haben? Ja, betont zumindest Leonie: „Das war ein offizieller Begriff.“

Ich denke es ist etwas, was man in dieser Klarheit selten so sieht:

Wenn Leute in einen unfairen Wettbewerb eintreten müssen, in dem sie das Gefühl haben, dass sie Nachteile haben, weil schlechtere Bewerber vorgezogen werden, um „Diversity“ zu erreichen und damit im Endeffekt Virtue Signalling zu betreiben, dann finden sie das unfair und das überträgt sich auch auf diejenigen, die die Vorteile haben.

Und sie haben durchaus Recht damit: Natürlich gibt es auch Bedarf an dickeren Models, weil eben auch Mode für dickere Frauen verkauft wird, aber Topmodel bedeutet eben, dass sie dem allgemeinen Schönheitsideal entspricht. Das ist den anderen Kandidatinnen bekannt, dass ist Heidi bekannt und das ist in der Modeindustrie eben auch eine relativ klare Sache: Mode verkauft man mit Idealisierungen, bei Frauen und bei Männern und der Grund, warum der Blick der Models meist recht kühl und abweisend sein soll ist, dass man damit höheren Status signalisiert und die meisten Designer gerne die Botschaft wollen, dass man in diesen Kleidern an Status gewinnt.

Wie immer sei kurz angemerkt: Niemand würde bei den Male Models auf die Idee kommen, dass sie ruhig etwas dicker sein könnten: Für ein „Dreamday Shooting“ mit männlichen Models war das hier zB einer derjenigen, den sie sich geholt haben:

Max Poschl

Max Poschl

Matt Poschl

Matt Poschl

Sein Körperfettgehalt dürfte eher niedriger als der der meisten Teilnehmerinnen sein.

Set-Insiderin: „Das Verhältnis zwischen dünnen und kurvigen Kandidatinnen stimmt einfach nicht“

Da verwundert es kaum noch, dass Sarah beim Oben-ohne-Shooting wegen ihres Körperbaus in Tränen ausbrach: „Ich finde mich eigentlich schrecklich“, weinte der Wuschelkopf verzweifelt. Angesichts solch krasser Sprüche verständlich. Erst recht, weil die klapperdürre Fraktion extrem in der Überzahl ist!

Wenn man bei GNTM wirklich auch kurvigen Mädchen eine Chance geben will, warum sind es dann nur so wenige. Das Verhältnis zwischen dünnen und kurvigen Kandidatinnen stimmt einfach nicht,
erklärt die Set-Insiderin. „Ich bin mir sicher, dass am Ende ein sehr dünnes Mädchen gewinnen wird.“

Ihr Unwohlsein mit ihrem Körper kommt auch nicht nur von dem Druck der anderen, sondern auch daher, dass sie weiß, dass sie eigentlich den weniger hübschen Körper hat.

In der Tat sollte ein sehr dünnes Mädchen gewinnen. Aber bei jeder Runde, bei der den schlanken Mädels gesagt wird, dass sie mehr an sich arbeiten müssen, um richtig gut auszusehen und die dickeren dies nicht tun müssen, wird man es eben immer ungerechter unter den anderen Kandidaten finden. Als rein politische Maßnahme, nicht als etwas, was den Wettbewerb gerechter macht.

Nun könnte man denken: ist doch nett! Vor allem die häufig unsicher wirkende Sarah hat schließlich etwas Support nötig. Doch: Heidis einseitige Unterstützung beschwört natürlich gleichzeitig den Unmut und Neid der Hungerhaken herauf. Provoziert die 44-Jährige mit dieser Masche ganz bewusst einen Zickenkrieg?

Der plötzliche Kurven-Hype sorgt laut OK!-Insidern nämlich für Verunsicherung bei den Kandidatinnen, denn auf den Dünnen lastet der Figur-Druck weiterhin schwer. Bei vielen dürfte noch Heidis Kritik der letzten Staffeln in den Ohren klingeln: „Deine Hüften sind zu breit“, nörgelte sie. Oder: „Das darf nicht so schwabbelig weich sein, das muss alles tipptopp in shape sein!“ Auch Heidis Gemecker in der ersten Folge, dass ein Busen beim Laufen nicht wackeln dürfte, lässt durchblicken, dass Pölsterchen eben nur bei den Ausnahmefällen en vogue sind.

Da wird dann der doppelte Standard, den so etwas oft mit sich bringt noch einmal ganz deutlich.

Es passt auch gut zu sonstigen Punkten einer typischen Quotendiskussion:

„Sie nehmen euch doch nichts weg, sie wollen nur, was ihnen zusteht“

–> Warum haben sie dann eine Sonderposition im Wettbewerb?

„Es werden nur die mittelmäßigen Anderen ausgesiebt, es wird also besser“

–> Was ändert das daran, dass der Wettbewerb für Mitglieder der anderen Gruppe härter wird und von ihr Leute früher ausscheiden

und so weiter.

 

 

38 Gedanken zu “Intrasexuelle Konkurrenz vs. Virtue Signalling bei Germany’s Next Topmodel #gntm

  1. Wenn man bei der pia auf den Account schaut und sich die Fotos ansieht, dann sind die immer so gemacht, dass ihr speck kaschiert wird 😁

  2. (editiert: bitte so etwas nicht)
    Ein kleiner Preis wenn’s die Verlogenheit der „Diversity riecht streng“ Fraktion vorführt.

  3. wobei bei Männern der Körperfettanteil generell niedriger (und der Muskelanteil höher) ist. Ich würde bei dem abgebildeten Bürschchen mal so auf 10-15% tippen bei, also im grünen Bereich

      • Meine neue Waage behauptet, ich liege bei 30%.

        Ob ich mich mal als „curvy man“ bewerben sollte? Ich könnte sogar wenig Haare bieten 😀

      • ja klar, die Schönheit des männlichen Körpers wird wesentlich durch die harmonische Ausprägung der Muskulatur bestimmt, die Schönheit des weiblichen Körpers durch die harmonische Verteilung des Fettgewebes und eine gleichmäßige Unterhautfettschicht.
        Woran man schön sieht, dass männliche Schönheit immer auch körperliche Leistungsfähigkeit impliziert.

    • Von Frauen, welche dünner sind als sie selbst natürlich, was für eine Frage. Jede individuelle Frau hat stets und zu allen Zeiten ihr Traumgewicht und damit die perfekte Figur. Daraus schließt frau folgerichtig, eine ANDERE Frau welche dünner ist als sie selbst -> Hungerhaken. Eine ANDERE Frau welche dicker ist als sie selbst -> Fettschwabbel.

      Interpersonelle Kriterien sind patriarchale Kackscheiße, Waagen ein Werk des Teufels und überhaupt der Begriff Masse (Gewicht) geht auf Newton zurück, den alten Vergewaltiger!!!

        • Komm mir nicht mit deinem mansplaining und deiner Logik, du sexistisches Schwein!!

          Wenn ein und dieselbe Frau einmal als Hungerhaken und einmal als Fettschwabbel bezeichnet wird, abhängig vom Gewicht der Frau welche diese Bezeichnung ausspricht, dann gibt es da keine wie auch immer gearteten Widersprüche zu beanstanden!!!

  4. Das mit den Männermodels stimmt schon. Sehe das bei mir. Mein Körper ist wie bei dem Kerl, allerdings bin ich weit stämmiger. Als ich circa 5-7kg mehr hatte, war ich immer „zu dick“.
    Ich habe eh das Gefühl, der Druck lastet stärker auf Männern. Da soll man ja so einen Körper neben einem 12h Managerposten haben. Da bleibt nur Christian Grey.

    • Ja, aber bei uns Männern gehen alle davon aus, dass wir selbst die Verantwortung für unser tun in der Hand haben. Bei den Kindern, auch Frauen genannt, ist das anders. Die sind geistig noch nicht so weit, da muss man Rücksicht nehmen.

    • Zum Glück ist es nicht ganz so schlimm, da Aussehen bei Frauen nur ein Aspekt unter vielen ist. Attitüde ist eher das KO-Kriterium. Du kannst noch so gut aussehen, wenn die entsprechende Attitüde fehlt hat man es als Mann sehr schwer. Das scheinen die Feministen zu wissen, und daher greifen sie ja auch regelmäßig das Selbstwergefühl der Männer an. Ihre Low-T „Allys“ (ich weise nochmal auf die Kriegsrhetorik hin) machen es nicht besser.

  5. Also unter Curvy Model hab ich mir immer sowas wie Beth Ditto vorgestellt.
    Die beiden von GNTM sind doch gar nicht fett, im Bevölkerungsdurchschnitt eher normal.

    • „Die beiden von GNTM sind doch gar nicht fett, im Bevölkerungsdurchschnitt eher normal.“

      Normal…bei einem Wettbewerb um die Schönste…

      Wann gibt es Demos gegen Logikmeisterschaften… so a la „Stop Dumbshaming“ oder „Jeder ist intelligent“…

  6. Jaaaa, die Mädels bei GNTM zicken und lästern? Wer hätte das gedacht? Ok, der Anlass ist neu, aber irgendwie nichts, was überrascht.
    (Womit ich genau NICHT sagen möchte, das Typen in der Situation anders wären…)

      • wobei noch eins, dick ist nicht automatisch „curvy“ und dünn nicht automatisch „nicht curvy“ es kommt auf die Proportionen an.

    • Das hat sein gutes, die schaffen sich die eigene Männerknappheit, ohne das wir hier den dritten Weltkrieg führen müssen. Der Tradeoff (Romantik wird geopfert, um Freiheit zu erlangen) ist für Männer garnicht mal so schlecht, auch wenn es sich nicht so anfühlt.

  7. Ich betrachte die Sache mal evolutionsbiologisch: Die curvy models entsprechen perfekt dem Schema einer Frau in den fruchtbarsten Jahren. Wieso aber bevorzugen heterosexuelle Männergehirne Frauen, die etwas jünger und pubertärer aussehen? Weil die Männergehirne auch noch ein weiteres Kriterium anwenden: „Im Zweifelsfalle lieber etwas jünger als etwas älter“. Dieses Kriterium ist besonders dann ganz praktisch, wenn die Individuen leiner Art ängere sexuelle Beziehungen führen. Und die Monogamie als eine mögliche Vermehrungsstrategie gibt es ja bei homo sapiens seit einiger Zeit.
    So lange die Auswahlkriterien der Männergehirne nur in den Männergehirnen steckten, war alles OK. Diese Kriterien haben ihren Job gemacht und Frauen ausgewählt, die diesen Kriterien halbwegs nahe kamen. Selten wurde eine Frau gefunden, die dem Wunschbild zu 100% entspricht – und wenn doch, dann hat der andere Kerle sie abbekommen. Die Genweitergabe war so sichergestellt. Als es aber im Industrie- und Medienzeitalter möglich wurde, die Männerauswahlkriterien in ihrer Reinform zu präsentieren und in der Werbung zu verwenden, wurde es kritisch. Nicht nur die älteren Frauen beklagten sich, dass die Männergehirne nun nur Bilder junger Frauen bekommen und die älteren Frauen nicht mehr anschauen. Es wird den Frauen ein Idealbild präsentiert, dass die meisten Frauen nicht ansatzweise erreichen können, wenn sie die üblichen Dosen Östrogen abbekommen. Dies führt dazu, das Mädchen und junge Frauen dazu gebracht werden, gegen ihre evolutionär sinnvollen östrogengeformten Rundungen anzukämpfen.
    Wie der Widerspruch gut aufzulösen ist, weiß ich auch nicht so richtig. In der Werbung funktionieren pubertäre „Hungerhaken“ besser als östrogene normale Frauen – wegen der auf „lieber zu jung als zu alt“ getunten Männergehirne.
    Das ist wie mit der Werbung für Süßigkeiten. Menschengehirne stehen auf Süßes, weil es früher knapp war (wie junge Frauen). Aber viel Zucker ist ungesund.
    Auch wenn wir wissen, dass die Werbung weiter auf unseren Appetit auf Extra-Süß und Extra-Jung bauen wird, sollten wir uns außerhalb der Werbung Dinge verkneifen, die alles „Extra-Süße“ und alles Extra-Junge = Extra-Dünne“ so hochjubelen. Insofern ist die allgemeine Kritik an GNTM OK. Die Bemühungen, etwas weg vom Extra-Dünn hin zu bekommen, sind auch OK. Besser wäre: GNTM ganz weglassen. Das richtet einfach mehr Schaden an, als es nutzt. Aber wer schaft es, das zu erreichen? Vielleicht der Zuschauer durch Nichtansehen. Männer sollten Pornos ansehen, da gibt es ein ausgewogenes Verhältnis von dünnen und fülligen Frauen. Und Frauen könnten sich GNTM ganz sparen. Tun sie aber nicht. Das wirft die Frage auf: Warum sehen Frauen GNTM an, obwohl es ihnen ein schlechtes Körpergefühl gibt? Aber das diskutiere ich hier nicht.

  8. Pingback: Germany’s next Topmodel Finale 2019 #gntm | Alles Evolution

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