Selbstmach Samstag 177 (03.03.2018)

Welche Themen interessieren euch, welche Studien fandet ihr besonders interessant in der Woche, welche Neuigkeiten gibt es, die interessant für eine Diskussion wären und was beschäftigt euch gerade?

Welche interessanten Artikel gibt es auf euren Blogs? (Schamlose Eigenwerbung ist gerne gesehen!)

Welche Artikel fandet ihr in anderen Blogs besonders lesenswert?

Welches Thema sollte noch im Blog diskutiert werden?

Für das Flüchtlingsthema gibt es andere Blogs

Ich erinnere auch noch mal an Alles Evolution auf Twitter und auf Facebook.

Es wäre nett, wenn ihr Artikel auf den sozialen Netzwerken verbreiten würdet.

Wer mal einen Gastartikel schreiben möchte, der ist dazu herzlich eingeladen.

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Intrasexuelle Konkurrenz vs. Virtue Signalling bei Germany’s Next Topmodel #gntm

Die OK berichtet über (weitere) Streitigkeiten am Set von Germany’s Next Topmodel. Anlass sind die „Curvy Models“:

Heidi Klum: GNTM-Revolution mit Curvy Models

Mädchen mit Kurven sind jetzt in der Fashion-Industrie gefragt. (…) Das  finde ich natürlich super!,

betont die Model-Mama, der in den vergangenen Jahren immer wieder vorgeworfen wurde, mit ihren dürren GNTM-Models ein falsches Schönheitsideal zu predigen und vor allem junge Zuschauerinnen in den Magerwahn zu treiben. Eigentlich lobenswerte Veränderungen von Heidi und ihrem Team.

OK! erfuhr: Es wird gezickt, gelästert und gemobbt!
Doch ausgerechnet bei den Kandidatinnen soll es überhaupt nicht gut ankommen, dass mit Sarah, 18, und Pia, 22, auch zwei Curvy Models in der Show mitmachen!

Hier die auch in dem Artikel verlinkten Bilder der beiden:

 

Zum Vergleich: Die Gewinnerin vom letzten Jahr:

Weiter im Text:

Wie OK! aus dem Umfeld der Produktion erfuhr, wird hinter den Kulissen ordentlich gezickt, gelästert und gemobbt!

Viele der Mädchen sind eifersüchtig auf Sarah und Pia. Sie haben dasGefühl, dass Heidi die beiden bevorzugt, um der Show ein besseres Image zu verpassen,

berichtet eine Insiderin.

Sie würden es öffentlich zwar nie zugeben, aber die meisten der dünnen Kandidatinnen sind der Meinung, dass so kurvige Mädels nichts bei GNTM zu suchen haben, weil sie im Model-Business ohnehin kaum Chancen hätten.
Leonie packt aus: „Am Set hießen sie Ugly Models“
Und diese Ablehnung kriegen die beiden kurvigen Konkurrentinnen wohl auch deutlich zu spüren. Kandidatin Leonie, 19, deckt auf, wie es Backstage gegen die dralleren Mitstreiterinnen geätzt wird: „Am Set hießen sie Ugly Models“, sagt die inzwischen Ausgeschiedene. Wie bitte?! Der Model-Nachwuchs soll die rundlichere Konkurrenz als hässlich verhöhnt haben? Ja, betont zumindest Leonie: „Das war ein offizieller Begriff.“

Ich denke es ist etwas, was man in dieser Klarheit selten so sieht:

Wenn Leute in einen unfairen Wettbewerb eintreten müssen, in dem sie das Gefühl haben, dass sie Nachteile haben, weil schlechtere Bewerber vorgezogen werden, um „Diversity“ zu erreichen und damit im Endeffekt Virtue Signalling zu betreiben, dann finden sie das unfair und das überträgt sich auch auf diejenigen, die die Vorteile haben.

Und sie haben durchaus Recht damit: Natürlich gibt es auch Bedarf an dickeren Models, weil eben auch Mode für dickere Frauen verkauft wird, aber Topmodel bedeutet eben, dass sie dem allgemeinen Schönheitsideal entspricht. Das ist den anderen Kandidatinnen bekannt, dass ist Heidi bekannt und das ist in der Modeindustrie eben auch eine relativ klare Sache: Mode verkauft man mit Idealisierungen, bei Frauen und bei Männern und der Grund, warum der Blick der Models meist recht kühl und abweisend sein soll ist, dass man damit höheren Status signalisiert und die meisten Designer gerne die Botschaft wollen, dass man in diesen Kleidern an Status gewinnt.

Wie immer sei kurz angemerkt: Niemand würde bei den Male Models auf die Idee kommen, dass sie ruhig etwas dicker sein könnten: Für ein „Dreamday Shooting“ mit männlichen Models war das hier zB einer derjenigen, den sie sich geholt haben:

Max Poschl

Max Poschl

Matt Poschl

Matt Poschl

Sein Körperfettgehalt dürfte eher niedriger als der der meisten Teilnehmerinnen sein.

Set-Insiderin: „Das Verhältnis zwischen dünnen und kurvigen Kandidatinnen stimmt einfach nicht“

Da verwundert es kaum noch, dass Sarah beim Oben-ohne-Shooting wegen ihres Körperbaus in Tränen ausbrach: „Ich finde mich eigentlich schrecklich“, weinte der Wuschelkopf verzweifelt. Angesichts solch krasser Sprüche verständlich. Erst recht, weil die klapperdürre Fraktion extrem in der Überzahl ist!

Wenn man bei GNTM wirklich auch kurvigen Mädchen eine Chance geben will, warum sind es dann nur so wenige. Das Verhältnis zwischen dünnen und kurvigen Kandidatinnen stimmt einfach nicht,
erklärt die Set-Insiderin. „Ich bin mir sicher, dass am Ende ein sehr dünnes Mädchen gewinnen wird.“

Ihr Unwohlsein mit ihrem Körper kommt auch nicht nur von dem Druck der anderen, sondern auch daher, dass sie weiß, dass sie eigentlich den weniger hübschen Körper hat.

In der Tat sollte ein sehr dünnes Mädchen gewinnen. Aber bei jeder Runde, bei der den schlanken Mädels gesagt wird, dass sie mehr an sich arbeiten müssen, um richtig gut auszusehen und die dickeren dies nicht tun müssen, wird man es eben immer ungerechter unter den anderen Kandidaten finden. Als rein politische Maßnahme, nicht als etwas, was den Wettbewerb gerechter macht.

Nun könnte man denken: ist doch nett! Vor allem die häufig unsicher wirkende Sarah hat schließlich etwas Support nötig. Doch: Heidis einseitige Unterstützung beschwört natürlich gleichzeitig den Unmut und Neid der Hungerhaken herauf. Provoziert die 44-Jährige mit dieser Masche ganz bewusst einen Zickenkrieg?

Der plötzliche Kurven-Hype sorgt laut OK!-Insidern nämlich für Verunsicherung bei den Kandidatinnen, denn auf den Dünnen lastet der Figur-Druck weiterhin schwer. Bei vielen dürfte noch Heidis Kritik der letzten Staffeln in den Ohren klingeln: „Deine Hüften sind zu breit“, nörgelte sie. Oder: „Das darf nicht so schwabbelig weich sein, das muss alles tipptopp in shape sein!“ Auch Heidis Gemecker in der ersten Folge, dass ein Busen beim Laufen nicht wackeln dürfte, lässt durchblicken, dass Pölsterchen eben nur bei den Ausnahmefällen en vogue sind.

Da wird dann der doppelte Standard, den so etwas oft mit sich bringt noch einmal ganz deutlich.

Es passt auch gut zu sonstigen Punkten einer typischen Quotendiskussion:

„Sie nehmen euch doch nichts weg, sie wollen nur, was ihnen zusteht“

–> Warum haben sie dann eine Sonderposition im Wettbewerb?

„Es werden nur die mittelmäßigen Anderen ausgesiebt, es wird also besser“

–> Was ändert das daran, dass der Wettbewerb für Mitglieder der anderen Gruppe härter wird und von ihr Leute früher ausscheiden

und so weiter.