Frauenvolksbegehren in Österreich

In Österreich wird gerade für ein „Frauenvolksbegehren“ beworben:

Es ist Zeit
Wir erheben unsere Stimmen!
Für unsere Großmütter und Mütter.
Für uns.
Für unsere Kinder und Enkelkinder.
Für alle, die nach uns kommen.
Wir sind stark.
Wir fordern gleiche Chancen für alle Menschen.
Ungeachtet von Status, Bekenntnis und Herkunft.
Unabhängig von Beeinträchtigungen.
Solidarisch mit jenen, die Diskriminierungen
und Mehrfachdiskriminierungen erfahren.
Wir halten zusammen.
Es ist Zeit, sich zu lösen.

Wir wollen frei entscheiden, wie wir leben.
Selbstbestimmt wählen, wen wir lieben.
Ohne Geschlechterrollen und Klischees.
Gelöst von gesellschaftlichen Normen.
Für eine Welt voller Vielfalt.
Es ist Zeit, zu kämpfen.
Wir fordern Sichtbarkeit und Mitsprache.
Für alle Bevölkerungsgruppen.
In Politik, Wirtschaft, Gesellschaft und Kultur.
In allen Bereichen des Lebens.
Für echte Gleichstellung.
Es ist Zeit, zu handeln.

Wir begehren Veränderung
In Österreich und überall sonst auf der Welt.
Heute für morgen.
Einfach und klar.
Wir sind in Bewegung.
Die Initiatorinnen des Frauen*Volksbegehrens

Wir wissen, dass die Welt vielfältiger ist, als das binäre System es definiert, daher benutzten wir einen inklusiven Frauen*begriff. Mit Frauen* meinen wir daher Cis-Frauen, Trans-Frauen, nicht-binäre Frauen und Interpersonen.

Selbst bestimmen.
Mädchen* und Frauen* sollen aufgeklärt, unabhängig und frei von
Zwängen über ihre Körper und ihre Sexualität bestimmen dürfen.

Daher fordern wir:

• Die Verankerung und Finanzierung von zeitgemäßer Bildung zu den
Themen Sexualität, Verhütung und Schwangerschaft in Schulen und
Bildungseinrichtungen
• Staatlich finanzierte, rechtlich abgesicherte, anonyme und kostenfreie
Beratungsstellen in ausreichender Zahl zu Sexualität, Geschlechtsidentität, Verhütung und Schwangerschaftsabbruch
• Gratis in Beratungsstellen zur Verfügung gestellte Verhütungsmittel
• Die volle Kostenübernahme von Schwangerschaftstests,
Verhütungsmitteln, die eine ärztliche Untersuchung und Beratung
voraussetzen sowie von Schwangerschaftsabbrüchen durch
Krankenkassen
• Angebot und Durchführung von Schwangerschaftsabbrüchen in allen
öffentlichen Krankenanstalten
Gewalt verhindern.

Jede fünfte Frau* über 15 ist in Österreich von körperlicher und/oder sexueller Gewalt betroffen, von sexueller Belästigung sogar nahezu drei Viertel aller Frauen*.

Daher fordern wir:
• Den bundesweiten Ausbau von staatlich finanzierten und rechtlich
abgesicherten, leicht zugänglichen, kostenfreien Einrichtungen für alle
gewaltbetroffenen Frauen* und ihre Kinder
• Den Ausbau der Kooperation zwischen Behörden, Gerichten und
Gewaltschutzzentren
• Verstärkte Sensibilisierungsprogramme in Schulen, der Justiz und der
Polizei sowie Präventionsprogramme und Antigewalttrainings für
Gefährdende

Schutz gewähren.

Auf der Flucht werden insbesondere Mädchen*, Frauen* und
LGBTIQ-Personen Opfer von Menschenhandel und sexueller
Gewalt. Sie sind besonders schutzwürdig.

Daher fordern wir:
• Die gesetzliche Verankerung von frauen- und geschlechtsspezifischen
Fluchtgründen, sowie eine geschlechtersensible Auslegung und
Anwendung von Migrationsrecht (entsprechend internationalen
Standards wie den UNHCR-Richtlinien, der UN-Frauenrechtskonvention
und der Istanbul-Konvention)
• Verpflichtende Weiterbildungs- und Sensibilisierungsmaßnahmen für
Polizei, Dolmetschende sowie behördliche und gerichtliche
Entscheidungsträger*innen
• Sowohl das Recht auf schnelle und sichere Familienzusammenführung
wie auf einen eigenständigen und vom/von der Ehepartner*in
unabhängigen Aufenthaltsstatus
• Die geschlechtergetrennte Unterbringung, spezielle Schutzräume sowie
Zugang staatlich finanzierter, geschlechtsspezifischer, medizinischer und
psychologischer Therapie und Beratung

Einkommensunterschiede beseitigen.

Österreich hat nach wie vor einen der höchsten Einkommensunterschiede der EU. Frauen* mit und ohne Lehrabschluss, als auch Akademikerinnen*, sind davon betroffen.

Daher fordern wir:

• Volle Lohntransparenz durch eine detaillierte Aufgliederung aller
betrieblichen Einkommensberichte in sämtliche Gehaltsbestandteile
• Die verpflichtende Erstellung konkreter Maßnahmenpläne zum Abbau
von Einkommensunterschieden bei gleichwertiger Arbeit aller
Unternehmen, deren Einkommensberichte geschlechterdiskriminierende
Unterschiede aufweisen
• Sozial- und wirtschaftliche Maßnahmen, die eklatante Lohnunterschiede
zwischen verschiedenen Arbeitsmarktsegmenten, Branchen und
betrieblichen Hierarchien eindämmen und zu ausgewogenen
Geschlechterverhältnissen in allen Branchen und auf allen Ebenen
führen
• Pilotprojekte mit Vorbildwirkung im öffentlichen Dienst im Bereich der
objektiven Bewertung von Arbeit
• Die Koppelung von öffentlicher Auftragsvergabe und Förderungen an
Aktivitäten zur Gleichstellung im Betrieb

Arbeit verteilen.

Frauen* stemmen zwei Drittel aller unbezahlten Haus- und Sorgearbeit und werden daher oft in zeitlich befristete und niedrig entlohnte Teilzeitarbeit gedrängt.

Daher fordern wir:
• Eine schrittweise Arbeitszeitverkürzung auf 30 Stunden pro Woche bei
Lohn- und Personalausgleich
• Die staatliche Förderung von kleinen und mittelständischen
Unternehmen, um eventuelle Wettbewerbsnachteile auszugleichen
Wahlfreiheit ermöglichen.

Eltern – vor allem Frauen* – können nach der Geburt oft nicht wieder Vollzeit arbeiten, weil die Möglichkeiten zur Kinderbetreuung fehlen.

Daher fordern wir:
• Den Rechtsanspruch auf kostenlose, qualitativ hochwertige Betreuung
für jedes Kind bis zum 14. Lebensjahr unabhängig vom Alter und
Wohnort des Kindes
• Die Vereinbarkeit der Betreuungseinrichtung mit einer
Vollzeitberufstätigkeit der Eltern, also ganztägige und ganzjährige
Öffnungszeiten sowie leichte Erreichbarkeit
• Vereinheitlichte bundesweite Qualitätsstandards für eine
bedarfsorientierte Betreuung und eine individuelle (Früh-)Förderung

Macht teilen.

Mehr als die Hälfte der Bevölkerung sind Frauen*. Trotzdem
nehmen sie an Entscheidungstischen in Wirtschaft und Politik
nicht die Hälfte der Plätze ein.

Daher fordern wir:
• Die Hälfte aller Plätze für Wahllisten und in Vertretungskörpern auf
Gemeinde-, Landes- und Bundesebene
• Die Hälfte aller Plätze in politischen Interessensvertretungen und der
Sozialpartnerschaft sowie in diversen öffentlichen Beiräten, Gremien,
Kommissionen etc.
• Die Hälfte aller Plätze in Leitungs- und Kontrollgremien von
Kapitalgesellschaften und Genossenschaften unabhängig von der Größe
der Gremien
• Wirksame Sanktionen, wenn die Quoten nicht erfüllt werden

Vielfalt leben.
Werbung, Spielzeug, Schulbücher: Die meisten Medien- und
Kulturprodukte beschreiben Frauen* und Männer* nach wie vor
klischeehaft oder sogar abwertend.

Daher fordern wir:
• Das Verbot von Stereotypen und die Entfaltung beschränkenden
Darstellungen in Text und Bild in Kinder- und Jugendmedien,
insbesondere in Schulen und Kinderbetreuungseinrichtungen
• Gesetzliche Verankerung einer geschlechtersensiblen Ausbildung aller
Pädagog*innen mit bundesweit einheitlichen Standards und
Evaluationsmaßnahmen, sowie staatliche Finanzierung und gesetzliche
Verankerung von Institutionen, die in diesem Bereich Schulungen, Ausund
Weiterbildung anbieten
• Das Verbot von Werbe-, Marketing- und anderen kommerziellen
Medieninhalten, die Menschen in abwertender, klischeehafter oder
sexistischer Weise darstellen
• Einen Presseförderungsbonus für alle Medien, die sich in der Blattlinie zu
einer geschlechtersensiblen, klischeefreien Berichterstattung bekennen

Armut bekämpfen. Das ist gerecht!
300.000 Alleinerziehende – darunter über 90 % Frauen* – leben
mit ihren Kindern in Österreich. Mehr als die Hälfte von ihnen sind
armutsgefährdet.

Daher fordern wir:
• Einen staatlich garantierten Anspruch auf Unterhaltsvorschuss solange
Familienbeihilfe bezogen wird
• Die Anpassung des Betrags an angemessene Regelbedarfssätze
• Entkoppelung der Zahlung von der Leistungsfähigkeit des*der Unterhaltspflichtigen,
gleichzeitige Beibehaltung der Verpflichtung zur Rückzahlung
nach Leistungsfähigkeit

In einem Artikel in der TAZ wird angeführt, dass es alles sehr überzogene und zu teuere Forderungen seien, die damit letztendlich Frauen schaden würden.

Einige Forderungen des Frauenvolksbegehrens sind horrend teuer und in der Folge gerade auch für Frauen kontraproduktiv. Gleichzeitig gibt es die eine oder andere ähnliche Vorstellung, wie die Chancengleichheit für Frauen erhöht werden könnte. Schön wäre, wenn Frauenorganisationen, die im Endeffekt ähnliche Vorschläge machen, jene der Agenda Austria nicht ablehnen, bloß weil ihnen der Absender vielleicht nicht gefällt. Es sollte doch kein Problem sein, in einem bestimmten Bereich an einem Strang zu ziehen, auch wenn die Meinungen über andere Fragen auseinandergehen. Zum Wohle der Frauen.

Eine erste Hürde, nämliche 8400 Stimmen hat das Frauenvolksbegehren bereits genommen, man braucht für die zweite 100.000 Stimmen, damit sich dann die Politik damit beschäftigen muss:

Trotz mancher technischer Probleme in den Gemeinden war es am Dienstag, dem zweiten Tag für die Einleitung fix: In Österreich wird 21 Jahren nach dem ersten Frauenvolksbegehren wieder ein  Frauenvolksbegehren offiziell zur Unterschrift aufliegen.
Die dafür nötigen 8401 Unterschriften als Voraussetzung hatte man nach Angaben der Initiatorinnen schon am Dienstag am frühen Nachmittag beisammen. Die genaue Eintragungswoche wird dann vom Innenministerium festgelegt.„Wir sind überwältigt von dieser Welle an Zuspruch“, erklärte Sprecherin Andrea Hladky ein einer Aussendung.

Noch ist es aber möglich, bis 12. März Unterstützungserklärungen abzugeben. Diese zählen dann auch bereits als Unterschriften für die offizielle Eintragungswoche. In dieser müssen letztlich zumindest 100.000 Unterschriften erreicht werden, damit sich der Nationalrat verpflichtend mit dem Frauenvolksbegehren und dessen Anliegen beschäftigen muss.

Ziel des Frauenvolksbegehrens ist unter anderem eine allgemeine 30-Wochen-Stunde. Weiters wird eine 50-Prozent-Frauenqoute in allen Bereich gefordert. Zu den Anliegen zählt außerdem die kostenlose Abgabe von Verhütungsmitteln. Für das erste Frauenvolksbegehren 1997 gab es insgesamt knapp 650.000 Unterstützungsunterschriften.

Allerdings erscheinen die Forderungen ja recht radikal. Mal sehen, wie viele dort zustimmen.

Advertisements

51 Gedanken zu “Frauenvolksbegehren in Österreich

  1. 30 h pro Wochen, bei vollem Lohnausgleich! Das will ich auch! Meine Firma wird dann wohl ins Ausland abwandern, aber das ist bestimmt kein Problem. Diese Frauen werden sich ja etwas dabei gedacht haben.

  2. Dann wird der „Gender Pay Gap“ bestimmt noch größer – irgendwer muss deren teures Hobby („Fordern, fordern, fordern“) ja schließlich bezahlen …

  3. Sollte so etwas in Deutschland kommen werde ich auch abwandern, bzw. falls ich die Firma verkauft kriege das Geld sichern und mir ein entspanntes Leben machen, wobei ich vermutlich vor allem schwarz tätig sein werde da die Steuern und Sozialabgaben eher steigen dürften um den ganzen Quatsch zu finanzieren.
    Generell zeigt sich aber an solchen Forderungen, dass ein zu stark ausgebautes soziales Netz auch massive Probleme machen kann. Das ist auch einer der Gründe, warum ich den Sozialabbau der bejammert aber nie durchgeführt wird, befürworten würde wenn er denn tatsächlich stattfinden würde.

  4. Und ich fordere, dass jeden Abend vor den Hauptnachrichten im Fernsehen das Märchen vom Fischer und seiner Frau vorgelesen wird, mit Untertiteln. Und zwar so lange, bis jeder Mann im Land auf ein feministisches „ich fordere“ mit einem lauten oder gemurmelten

    „Manntje, Manntje, Timpe Te,
    Buttje, Buttje in der See,
    mine Fru, de Ilsebill,
    will nich so, as ik wol will.“

    antwortet.

    • ›Na, wat will se denn?, säd de Butt. ›Ach,‹ säd he, ›se will warden as de lewe Gott.‹ ›Ga man hen, se sitt all wedder in’n Pisspott.‹
      Door sitten se noch bet up hüüt un düssen Dag.

      De Pisspott scheint das Ziel aller feministischen Bemühungen.

    • Offenbar war das „Gleichberechtigung reicht uns noch lange nicht, wir können den Hals nicht voll genug kriegen“ einer Antje Schrupp doch klassischer, als man denkt.

  5. „Daher fordern wir:
    • Den Rechtsanspruch auf kostenlose, qualitativ hochwertige Betreuung
    für jedes Kind bis zum 14. Lebensjahr unabhängig vom Alter und
    Wohnort des Kindes“

    Aha…und wer soll diese Jobs machen, vor allem kostenlos?

  6. Das ist auch einer der Gründe, warum ich den Sozialabbau der bejammert aber nie durchgeführt wird, befürworten würde wenn er denn tatsächlich stattfinden würde.

    Der Sozialabbau hat längst stattgefunden und ist nach wie vor aktiv.
    Man muss schon einigermaßen realitätsfern sein oder mit Scheuklappen durch die Gegend gehen, wenn man das nicht sieht.
    Aus Unternehmersicht reicht das natürlich noch nicht, schließlich muss man ja dann zumindest theoretisch doch wieder seiner sozialen Verantwortung gerecht werden. Entweder man stellt Leute ein und zahlt anständig oder man zahlt über Transferleistungen. Idealerweise per Lohnkostenzuschuss, wenn man jemanden zu Ausbeuterlohn einstellt. Leider zahlen Unternehmen, wenn überhaupt, ja nur einen Bruchteil.
    Die Sozialabgaben werden ohnehin steigen. Zum Einen wird bspw. Medizin nicht billiger, zum Anderen werden immer mehr Menschen durch die gute „Industrie 4.0“ überflüssig. Und die müssen schließlich auch von etwas leben. Wer soziale Ruhe (typisch deutschen Phlegmatismus, von Frieden kann man kaum sprechen) gewährleisten will, wird als die Überflüssigen zumindest mit Grundsicherung abspeisen müssen.

    Hier zeigt sich dann aber das Perfide am modernen Feminismus. Er ist nicht nur ein (Schein?-)Kampf zwischen Männlein und Weiblein, sondern auch ein Kampf Oben gegen Unten.

    • „zum Anderen werden immer mehr Menschen durch die gute „Industrie 4.0“ überflüssig“

      Zwei Bauern beobachten, wie ein Traktor ein Feld für die Aussaat umpflügt.
      Meint der eine Bauer: „Gäbe es diese Maschine nicht, hätte es Arbeit für zehn Bauern, um das Feld mit dem Spaten umzupflügen.“
      Meint der andere: „Oder Arbeit für tausend Bauern mit Teelöffeln.“

      • Die Frage ist halt, wovon die neunhundertneunundneunzig Bauern leben, wenn man nur einen Traktorfahrer braucht.

        Ach so: »Die haben sich halt nicht genug angestrengt, um einen Job zu finden, Sozialschmarotzer, elende!«

          • „sondern wird irgendwann zur Notwendigkeit“

            Das werden wir dann sehen. Im Moment besteht die Notwendigkeit jedenfalls noch nicht.

            Noch nicht. Aber du kannst natürlich so lange warten, bis es zu spät ist und das erste Blut fließt.

            Ich stimme dir allerdings zu. Ich bin vor zig Jahren (in den Anfängen von Hartz-IV) erwerbslos gewesen und es wurde eine Großdemo in Berlin veranstaltet.
            Wenn man bedenkt, wie viele Erwerbslose allein Berlin hat, sind die ca. 15000-20000 Demonstranten wirklich enttäuschend wenig.
            Das liegt vermutlich zum Teil daran, dass gerade ALG-2-Empfänger häufig resignieren (schon mal aufgefallen, dass die sich am wenigsten beschweren?), zu einem Teil aber auch an der Faulheit und Desinteresse, zu einem weiteren Teil aber sicherlich auch an der berühmt-berüchtigten deutschen Obrigkeitshörigkeit und der Leidensfähigkeit.
            Bis es wirklich knallt, muss schon verdammt viel passieren – und so lange man noch ein paar Obdachlose oder Flüchtlinge hat, auf die man treten kann, ist der Deutsche glücklich. Auch als Hartzer.

        • „Die Frage ist halt, wovon die neunhundertneunundneunzig Bauern leben, wenn man nur einen Traktorfahrer braucht.“

          Tja, vielleicht wie in Deutschland nicht als Traktorfahrer, sonder von irgendwas anderem.

          • Auch in Deutschland gibt es das Problem, dass ~1/5 der Menschen aufgrund mangelnder Fähigkeiten keinen Platz in der Arbeitswelt finden. Gäbe es keine künstlichen Papierschiebejobs für Frauen, wären es noch mehr.

            „Let them eat cakes“ ist keine Antwort

          • @onlyme Mittlerweile habe ich dafür kaum noch Verständnis. Wenn ihnen die Fähigkeiten fehlen… wie wärs wenn sie sich die passenden Fähigkeiten aneignen? Die Arbeitslosenversicherung kann ja gerne für eine Übergangszeit benutzt werden, aber wenn man nicht in die Pötte kommt ist man auch selbst schuld.
            Es ist momentan nicht so, als gäbe es garkeine offenen Stellen. Auch nicht für Nicht-Akademiker.

          • @Benjy. R:

            Konjunkturell geht das mal besser und mal schlechter, und ein paar finden sich immer, bei denen ein Tritt in den Hintern zielführend wäre.

            Aber generell haben wir unsere Gesellschaft immer noch so konstruiert, als könnten wie irgendwann wieder in den Zustand der »Vollbeschäftigung« zurückkehren.

            Und das ist eine Illusion.

          • @benji

            „wie wärs wenn sie sich die passenden Fähigkeiten aneignen? “

            Es gibt KEINE Möglichkeit, den IQ anzuheben.
            Die Jobs, die mit einem IQ unter 80 noch zu schaffen sind, schwinden schneller als die Polkappen.

            Berühmtes Beispiel: Die US Army hat nach gründlichster Prüfung festgestellt, dass es in der gesamten Army keinen Job gibt, den jemand mit IQ< 83 ausfüllen kann.
            Jeder ~Sechste ist nicht klug genug, in der Army zu arbeiten und hat nicht die geringste Chance, daran was zu ändern.

            Was machst du mit diesen 15-20% ?

            Wenn „nichts“… Dir den Kopf einschlagen, um an dein Geld zu kommen, dafür reichts.

          • Es ist momentan nicht so, als gäbe es garkeine offenen Stellen. Auch nicht für Nicht-Akademiker.

            Also ich könnte aus gesundheitlichen Gründen diverse Nicht-Akademiker-Tätigkeiten nicht ausüben.
            Dürfte ich also verhungern, wenn nur noch solche Stellen frei wären, die ich nicht ausüben kann?

          • „Aber generell haben wir unsere Gesellschaft immer noch so konstruiert, als könnten wie irgendwann wieder in den Zustand der »Vollbeschäftigung« zurückkehren.

            Und das ist eine Illusion.“

            Nö, keine Illusion. Im Zweifel muss halt der Staat bestimmte Tätigkeiten (z. B. Pflege) finanziell fördern, um „Vollbeschäftigung“ (muss ja nicht „Vollzeit“ bedeuten) zu erreichen. Das ist jedenfalls besser, als über ein BGE Arbeitslosigkeit zu subventionieren.
            Ansonsten gilt, was only_me geschrieben hat.

          • @JC_Denton:

            » Im Zweifel muss halt der Staat bestimmte Tätigkeiten (z. B. Pflege) finanziell fördern«

            Ja, aber dazu darf man staatliche Eingriffe nicht für Kommunismus halten. Darauf wollte ich hinaus.

          • Nö, keine Illusion. Im Zweifel muss halt der Staat bestimmte Tätigkeiten (z. B. Pflege) finanziell fördern, um „Vollbeschäftigung“ (muss ja nicht „Vollzeit“ bedeuten) zu erreichen.

            Vor gar nicht all zu langer Zeit hat sich jemand über das ausufernde Sozialsystem in diesem Staat beklagt, dass er zu verringern oder gar abzuschaffen wünscht.
            Wer ist denn wohl der Staat und wer zahlt solche Subventionen?

            Richtig – wir alle (und bevorzugt wir Männer)!

            Das BGE fördert zudem keine Arbeitslosigkeit, sondern wird irgendwann zur Notwendigkeit, nämlich dann, wenn sich noch weniger Arbeit auf noch mehr Menschen verteilt. Dann kriegt nämlich nicht jeder genug vom Kuchen ab.
            Außerdem kann man wohl getrost davon ausgehen, dass vor allen Dingen die Gier – und wieder speziell bei Männern die Drang nach Ansehen/Status dafür sorgen wird, dass Menschen trotz Grundeinkommen einer Erwerbstätigkeit nachgehen werden.
            BGE + (x-y) ist nämlich immer noch mehr als BGE.

            PS: Ist schon interessant, wie man vom Thema Frauenpampern abschweifen kann und sich an Verteilungskämpfen festbeist. Unabhängig ob das so gewollt ist, wird es unsere Politiker freuen. So lange man sich gegenseitig die Köpfe einschlägt, hat man keine Zeit, die Politik zu kritisieren. 😉

          • Wobei interessanter Weise die Forderung nach staatlicher Förderung bestimmter (!) Tätigkeiten die autoritäre und staatsdirigistische Lösung ist, wohingegen das BGE auf die Freiheit und Kreativität der Individuen setzt und daher die liberal-individualistische Lösung wäre.

            Warum dann JC für die staatsdirigistische Lösung ist, wundert mich schon…?

          • „Außerdem kann man wohl getrost davon ausgehen, dass vor allen Dingen die Gier – und wieder speziell bei Männern die Drang nach Ansehen/Status dafür sorgen wird, dass Menschen trotz Grundeinkommen einer Erwerbstätigkeit nachgehen werden.
            BGE + (x-y) ist nämlich immer noch mehr als BGE.“

            Aktuell gibt es da ja ein Cap für (Länger/Junge)Arbeitslose welches Zuverdienst uninteressant macht und die Leute zu Schwarzarbeit oder Kriminalität treibt (Dazu kommt, das in der einen Kultur eher der fleiß und damit die Schwarzarbeit innerhalb der Familie als ok angenommen wird und in der anderen die Kriminalität).
            Kombiniert man dies dann am unteren Ende mit der Attraktivität der Bad Boys hat man laut UN Definition mit Schröder und jetzt den offenen Grenzen einen 1a Genozid an allen westlichen/weißen Völkern.

          • „Vor gar nicht all zu langer Zeit hat sich jemand über das ausufernde Sozialsystem in diesem Staat beklagt, dass er zu verringern oder gar abzuschaffen wünscht.“

            Worauf bezieht sich das?

            „Das BGE fördert zudem keine Arbeitslosigkeit“

            Doch, genau das tut es. Je höher, desto mehr.

            „sondern wird irgendwann zur Notwendigkeit“

            Das werden wir dann sehen. Im Moment besteht die Notwendigkeit jedenfalls noch nicht.

            „Außerdem kann man wohl getrost davon ausgehen, dass vor allen Dingen die Gier – und wieder speziell bei Männern die Drang nach Ansehen/Status dafür sorgen wird, dass Menschen trotz Grundeinkommen einer Erwerbstätigkeit nachgehen werden.“

            Das hängt von Höhe/Kaufkraft des BGE ab. Ansehen/Status ist nicht allen gleich wichtig und lässt sich auch außerhalb von Erwerbsarbeit erlangen.

            „Wobei interessanter Weise die Forderung nach staatlicher Förderung bestimmter (!) Tätigkeiten die autoritäre und staatsdirigistische Lösung ist, wohingegen das BGE auf die Freiheit und Kreativität der Individuen setzt und daher die liberal-individualistische Lösung wäre.“

            Das ist die linksliberale/sozialdemokratische Sicht des BGE. Kann man so sehen, Milton Friedman war ja auch BGE-Fan. Ich sehe Sozialleistungen aber eher wie einen Arbeitsvertrag zwischen Staat und Antragsteller, vergleichbar mit dem Bundesfreiwilligendienst. Ein genereller Zuschuss für Geringverdiener wäre allerdings auch okay.

            „Warum dann JC für die staatsdirigistische Lösung ist, wundert mich schon…?“

            Ich halte die staatliche Bezahlung für´s Nichtstun weder für moralisch noch für volkswirtschaftlich sinnvoll. Wer Transferleistungen erhält, sollte dafür auch etwas tun; vorzugsweise etwas wichtiges, was aber keine großartige Qualifikation benötigt (wie z. B. Altenpflege, Kinderbetreuung, Nachbarschaftswache, Bundeswehrreserve, Freiwillige Feuerwehr, oder auch manuelle Stromerzeugung).

          • Der Punkt ist, dass das Geld (oder sagen wir gleich: Nachfrage) irgendwoher kommen muss. Es geht nur noch darum, ob die Notenbanken die Vermögenswerte von wenigen Reichen hochkaufen oder das Geld halbwegs gleich unter die Leute verteilen. Und bei letzterem wird das Verhältnis von Einsatz zu Ertrag (an BIP-Wachstum) wegen der höheren Konsumquote deutlich effektiver sein.

  7. Mal übertragen auf Deutschland: hier gibt es weit über 1 Mio. Kapitalgesellschaften, die meisten sind GmbHs. Und da sollen die Führungs- und Kontrollgremien mit 50% Frauen besetzt werden? Wo sollen die denn herkommen? Bei uns müssten das z.B. tätige Gesellschafter sein, die einen erheblichen Teil ihres Privatvermögens im Betrieb haben. Wer das wirklich will, kann das schon heute machen. In Deutschland stellen jedes Jahr über 3000 gesunde Betriebe die Arbeit ein, weil sie keine neuen Gesellschafter finden (Angabe nach IHK Info).
    Aber wenn ich mich in unserer Branche (baunahe Dienstleistungen) so umsehe, so sind die weiblichen Bauingenieure praktisch alle im öffentlichen Dienst. Ich habe in meinem inzwischen über 25 jährigem Berufsleben nur ein einziges Mal eine BauleiterIN getroffen. Der Frauenanteil in den Bauämtern hingegen beträgt gefühlt 60-90%. Und wer von denen möchte denn wirklich in einem kleinen, mittelständischen Baubetrieb Führungsverantwortung übernehmen?

  8. Ich fordere die Verdoppelung der Löhne bei gleichzeitgiger Halbierung aller Preise! Ausserdem ein grosses Stück Eierkuchen für alle, besonders für Frauen*. Und zwar subito „mit dem Füsschen auf den Boden stampf“.

    • Die Forderungen sind teilweise echt kindisch, überhaupt nicht über das „wie“ nachgedacht. Hauptsache fordern um des forderns Willen.

      • Männer schaffen es seit 15.000 Jahren, das Patriarchat gegen die besten alle Frauen aufrecht zu erhalten. Da werden so kleine Forderungen doch wohl bitte ein Klacks sein!

  9. Wir wissen, dass die Welt vielfältiger ist, als das binäre System es definiert, daher benutzten wir einen inklusiven Frauen*begriff. Mit Frauen* meinen wir daher Cis-Frauen, Trans-Frauen, nicht-binäre Frauen und Interpersonen.

    Jaja, ein schlichtes „alles ausser Männer“ hätte an dieser Stelle vollauf genügt.

  10. Und da haben wir schon das nächste welterschütternde Problem:

    Die deutsche Schauspielerin Anna Brüggemann hat eine neue Internetkampagne mit dem Hashtag #NobodysDoll gestartet. Die Initiative soll Frauen ermuntern, auch bei großen Filmveranstaltungen, wie den Berliner Filmfestspielen, sich nicht mehr an die üblichen Sexyness-Regeln zu halten und sich so zu kleiden, wie man möchte.

    Brüggemann kritisiert, dass Frauen auf dem roten Teppich gezwungen werden, in enge, kurze Kleider zu schlüpfen und unmögliche hohe Absätze zu tragen, um bewertet zu werden, ob sie marktfähig sind. Die Schauspielerin wünscht sich, dass Frauen nicht nur mit ihrem Aussehen Erfolg haben sollen – insbesondere bei Festivals und auf dem roten Teppich. „Wir Frauen tun nach wie vor Dinge, die unbequem für uns sind, unpraktisch, Dinge, von denen wir glauben, dass wir sie machen müssen, um dem unsichtbaren Dritten zu gefallen. Dieser unsichtbare Dritte ist nach wie vor ein Mann. Wir überlassen noch immer die Definitionsmacht, was als attraktiv gilt, dem patriarchalisch geprägten Blick, der inzwischen natürlich geschlechterübergreifend vorhanden ist“, schreibt die 35-Jährige in der Facebook-Community Nobodysdoll.—

    Da habe ich also Frauen immer falsch verstanden, wenn beim Shoppen Glotzi sagt die Schuhe MUSS ich haben, die sind so geil, dann meint sie in Wirklichkeit die kaufe ich nur wegen deiner Definitionsmacht. Aha.

    ..auf dem roten Teppich gezwungen werden, in enge, kurze Kleider zu schlüpfen ..
    Ich stelle mir das so vor. Da steht hinterm Vorhang so eine Art Inquisitor mit einer Truhe, der dann wie der Feldwebel beim Militär aus einer Truhe jeder Frau ein Kleid und Paar Schuhe verpasst und dann brüllt -so passt, weiter, die Nächste.

    Mein Gott, mittlerweile verblöden Frauen schon im Wochentakt, früher waren es ja noch Monate !

    Wie gut haben es da die Männer, die kommen alle völlig zwanglos im Anzugs-Einheitslook wie vom Fließband ausgespuckt.

      • Ich kann zum Glück auf Arbeit kommen wie ich will, wenn ich auch nicht unbedingt meine LARP Sachen anziehe. Als eher Berater bin ich aber auch nicht so ins Geschäftsleben involviert, stehe zum Glück in der Männerpyramide eher neben der Hirarchie als in ihr (Geld reicht trotzdem dicke) Aber wenn ich so die Entscheidungsträger und Macher sehe, die stehen nicht nur hinsichtlich des Erfolges unter Druck, sondern genauso wie Frauen unter einem enormen Druck was das Äußere einschließlich Outfit betrifft. Komisch, daß Frauen das nicht sehen.

        • Also ich hehe nur nach meiner Firma. Die Frauen kommen da im wie sie wollen.
          Also echt keine Übertreibung, die kommen oft im schwarzen Sweatshirt.
          Naja mein Chef denkt, er ist gut gekleidet, wenn er dunkle Polyestersäcke trägt und sich einen Topflappen unwickelt (ist er nicht).
          Ich trage sehr gern Anzüge bzw auch mal Sportsakko und eine nette Hose.
          Stört mich weniger.

  11. Brüggemann kritisiert, dass Frauen auf dem roten Teppich gezwungen werden, in enge, kurze Kleider zu schlüpfen und unmögliche hohe Absätze zu tragen, um bewertet zu werden, ob sie marktfähig sind. Die Schauspielerin wünscht sich, dass Frauen nicht nur mit ihrem Aussehen Erfolg haben sollen…

    Die Schauspielerin wer? Wer ist das?!?
    Ich musste tatsächlich erst mal googeln. Und meiner bescheidenen Meinung nach, liegt sie mit ihrer Forderung goldrichtig. Denn was das Aussehen angeht, hat sie nicht viel zu bieten. Ist aber nur mein persönlicher Geschmack. 😉

    Mich wundert aber kaum, dass sie meint, Forderungen stellen zu können. Schließlich ist ihr Bruder ja der Filmemacher D. Brüggemann, der ihr in drei eigenen Filmen jeweils die Hauptrolle zugeschanzt hat.
    Wenn man mutmaßlich so bevorzugt und anstrengungslos an die (weibliche) Hauptrolle kommt, ist man ja irgendwann gewohnt, ständig bevorzugt und gepampert zu werden.

    Das aktuellste Machwerk dieser Ausnahmeschauspielerin ist übrigens Bilnd & Hässlich. Zufälle gibts… 😉
    In die Kinos gekommen ist der im September 2017. Also an mir ist der vollkommen vorübergegangen.
    War wohl nicht sooo toll.

    • „Denn was das Aussehen angeht, hat sie nicht viel zu bieten.“

      Was so ein wenig Hintergrundwissen ausmacht…

      Auch meine erste Assoziation war: „Ach, hat sie den Eindruck, nicht (mehr) konkurrieren zu können?“

      Und in der Tat, sie ist 37.

  12. Es gibt einen sehr einfachen Grund warum dieses „Aufbegehren“ in all seiner Dummheit aufeinmal auftaucht.

    Zur Abwechslung gab es die Tage mal eine Frauenstimme die berechtigt war, die muss natürlich möglichst dumm und lautstark niedergebrüllt werden.

    Auch auffällig, dass die üblichen Suchmaschinen dies hier nicht finden.

    http://www.120db.info/

    Schande über mich, dass es so lange braucht bis es klick macht.

  13. Pingback: „#NobodysDoll – Die Gleichberechtigung ist auf dem roten Teppich noch nicht angekommen.“ | Feministische Zitate

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.