Iran und die Proteste gegen den Hijabzwang

 

 

19 Gedanken zu “Iran und die Proteste gegen den Hijabzwang

  1. Ich bin alt genug um mich noch gut an die Reaktionen westlicher Feministinnen zu dem Verschleierungszwang im Iran Ende 1970er / Anfang der 1980er zu erinnern.

    Das war damals das aller-aller-aller-aller-letzte. DER Inbegriff schlechthin für Frauenunterdrückung. Was frauenfeindlicheres war fast nicht vorstellbar. Geradezu archetypisch für Patriarchat und ‚alte Männer die Frauen ihre kranken Vorstellungen aufzwingen‘. Vom Islam an sich mal ganz zu schweigen, tiefstes Mittelalter.

    Einer der zahlreichen Fälle wo ich mir eine Zeitmaschine wünsche. Derzeitige feministische Islam- und Hijab-apologetische Blogeinträge und Zeitungsartikel einpacken, zurück in die 80er, den Feministinnen von damals auf den Tisch legen mit den Worten ‚das ist der Feminismus von 2017/18‘, genüßlich zurücklehnen und die kognitiven Dissonanzen geniessen.

    Oder noch besser: Ein paar 3rd-Wave islamfreundliche Feministinnen mit auf die Zeitreise nehmen, und sie mit Feministinnen von damals diskutieren lassen. Obwohl … das sich unweigerlich entwickelnde Blutbad möchte ich mir dann doch lieber nicht ansehen wollen.

    Noch eine kleine Anekdote: Das Thema kam letztens in einer Begegnung mit einem männlichen Feministen kurz auf. Es ging um die Geschichte einer jungen Araberin die in Deutschland am Flughafen ankam, und ihre erste Reaktion war den verhassten Hijab vom Kopf zu reissen. Mein Kommentar war „Unglaublich daß es ernsthaft Feministinnen gibt, die den Hijab als ‚frauenbefreiend‘ anpreisen“. Der Feminist war sehr getriggert und hat mich angeblafft „es geht um das Recht zu wählen und nicht um Zwang!!!!“. Habe dann nicht weiter diskutiert, hätte so wie der Kerl auf 180 war keinen Sinn gemacht, wäre ziemlich sicher dann als AfDler oder Nazi beschimpft worden.

    • „Oder noch besser: Ein paar 3rd-Wave islamfreundliche Feministinnen mit auf die Zeitreise nehmen, und sie mit Feministinnen von damals diskutieren lassen. Obwohl … das sich unweigerlich entwickelnde Blutbad möchte ich mir dann doch lieber nicht ansehen wollen.“

      Die Zeitreise ist ja gar nicht nötig. Die Auseindandersetzung gibt es ja: Alice Schwarzer vs. Twitter-Feministinnen. Ich habe inzwischen einen ziemlichen Respekt vor Schwarzer, weil sie offenbar wirklich zu ihren Überzeugungen steht, auch wenn sie unpopulär sind.

      „Der Feminist war sehr getriggert und hat mich angeblafft „es geht um das Recht zu wählen und nicht um Zwang!!!!“. Habe dann nicht weiter diskutiert, hätte so wie der Kerl auf 180 war keinen Sinn gemacht, wäre ziemlich sicher dann als AfDler oder Nazi beschimpft worden.“

      Und das von einem Typen, der sich wahrscheinlich einen Scheißdreck für andere Kulturen oder Menschen aus anderen Kulturen interessiert. Der könnte mit der genannten Araberin nur dann was anfangen, wenn sie ein narzisstischer Spiegel seiner selbst wäre und bestätigen würde, was er selbst am besten weiss: dass der weiße Mann der Ursprung allen Übels ist und der Islam voll tolerant und feministisch und antirassistisch usw.

  2. Ihr tapferen Perser! Ihr kämpft einen gerechten Kampf, den wir hier leider schon lange verloren haben. Behaltet Eure Frauen besser im Käfig, sonst sehen sie bald auch so aus:

  3. Ja, irgendwann müssen die das im Iran mal ausfechten. Eigentlich warte ich seit Jahren darauf.

    Aktuell ist der Zeitpunkt vermutlich eher ungünstig, man wird das regierungsseitig zweifelsohne als westliche Destabilisierungsversuche wahrnehmen. Wir werden sehen, ob das Regime noch stark genug ist, diese Bemühungen mit Gewalt zu unterdrücken und ob tatsächlich eine Mehrheit der Frauen dahinter steht.

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