„Der Feminismus ist wie eine absurde Schlacht mit Ameisen“

Lucas Schoppe schreibt wie meist interessantes:

So aber sind Gender Studies in dieser Form eben kein Sozialkonstruktivismus, sondern eher ein Anti-Sozialkonstruktivismus. Sie befeuern die Illusion einer irgendwie echten, authentischen, reinen Wirklichkeit, die sich freilegen ließe, wenn die Konstruktionen der allumfassenden Herrschaftsordnung erst einmal hinreichend entlarvt und bewusst gemacht wären.

Das ist ja das fatale an „Dekonstruktion“ und „kritischer Theorie“, sie weigert sich, sich selbst auch kritisch zu betrachten und ist insofern nur darauf ausgerichtet, alles, was nicht ins eigene Weltbild passt, zu kritisieren, niemals aber die eigenen Ideologien.

Dass sich solch eine Reinheitssehnsucht in Reinigungsphatasien niederschlägt, ist ebenso verständlich wie die das irritierend gute Gewissen der Reinigungsunternehmer. (…)

Die vierte Welle, die der dritten gender-feministischen Welle heute folgt, ist noch besser für Reinigungsphantasien geeignet. Der intersektionale Feminismus kombiniert verschiedene Formen der Diskriminierung, hat sich neben dem Geschlechterverhältnis besonders auf rassische Zuschreibungen konzentriert und stellt regelmäßig fest, dass Menschen in einer Hinsicht privilegiert (Mann! Weiß! Hetero! Cis!), in anderer diskriminiert oder marginalisiert sein können.

Das füttert nicht nur die Illusion, soziale Herrschaft könne jederzeit anhand von Gruppenzugehörigkeiten analysiert und jeweils zweifelsfrei zugeordnet werden – es befeuert auch einen unendlichen Diskriminierungswettlauf. Ist eine lesbische weiße Cis-Frau oder ein heterosexueller schwarzer Trans-Mann eher durch Diskriminierungserfahrungen geprägt – also auch weniger durch den Anteil an Herrschaftsstrukturen verunreinigt?

Für eine linke Politik sind solche Reinheitssehnsüchte ganz besonders katastrophal. Da die Gesellschaft flächendeckend von „Herrschaftsstrukturen“ geprägt scheint, sind es zunehmend immer kleinere Gruppen, die noch ein positives Gegenbild entwerfen könnten. Die linken Kämpfe richten sich schließlich so engagiert gegen immer subtilere Unterdrückungsmechanismen, dass sie von außen betrachtet nicht einmal wie ein Kampf gegen Windmühlen, sondern wie eine absurde Schlacht mit Ameisen erscheinen müssen.

Das er sich in immer kleineren Scharmützeln um die noch bessere Sicht, die noch diskriminierungsfreiere Wirklichkeit verlieren muss, ist in der Tat Fluch und Segen der intersektíonalen Theorien:

Fluch, weil er eben zu Kriegen führt, bei denen das tatsächliche Ziel nicht mehr erreicht werden kann, bei dem sich der Kampf fast automatisch auch nach innen richten muss, bei der mehr Hass entsteht ohne das es produktiv wird.

Aber eben auch Segen, weil man immer ein Opfer hat, für das man sich einsetzen kann, immer signallisieren kann, wie viel einem der Kampf bedeutet und wie nachhaltig man ihn führt und in dem man Wetteifern kann und sich über andere erheben kann.

 

90 Gedanken zu “„Der Feminismus ist wie eine absurde Schlacht mit Ameisen“

  1. F“ür eine linke Politik sind solche Reinheitssehnsüchte ganz besonders katastrophal. Da die Gesellschaft flächendeckend von „Herrschaftsstrukturen“ geprägt scheint, sind es zunehmend immer kleinere Gruppen, die noch ein positives Gegenbild entwerfen könnten.“

    Ist aber alles einer logische Folge linker Politik. Herrschaftsstrukturen sind schließlich seit Marx das bestimmende Paradigma linker Philosophie.

    • Adrian, das ist Quark. Marx hätte niemals gesagt, man kann in Herrschaft durch Hautfarbe oder Geschlecht hinein geboren werden. Was glaubst du, warum ich diese Komiker Pseudo-Linke nenne?

      • Die SPD war in ihren besten Zeiten eine einigermassen erfolgreiche Interessenvertretung der Arbeitnehmer und generell der ärmeren Gesellschaftsschichten.
        Mit der Globalisierung und der damit zusammen hängenden Verlegung der Produktion in Billiglohnländer wurde die Linke kastriert, da Sozialstandards erodierten und sich diese global nicht durchsetzen lassen.

        Die kastrierte Linke, die ihren historischen Auftrag nicht mehr erfüllen kann, hat sich, um politische Relevanz zu simulieren, von der Ökonomie verabschiedet und dem Kulturellen zugewandt. Die Linke ist wegen ihrer Unfähigkeit, Sozialstandards zu bewahren, als Interessenvertretung der Arbeitnehmer und der ärmeren Gesellschaftsschichten unglaubwürdig geworden. Ihre Kompensationsbemühungen auf dem Gebiet des Kulturellen wirken zum Teil lächerlich. Ihre liberale Haltung zur Immigration mag ethisch gerechtfertigt sein, ist aber nicht im Interesse ihrer (ehemaligen) Stammwählerschaft, denn es sind vor allem die ärmeren Gesellschaftsschichten, die mit den negativen Auswirkungen der Immigration konfrontiert werden. Sie sind es, die um gering qualifizierte Jobs und um günstigen Wohnraum mit den Immigranten konkurrieren, sie sind es, die den Druck auf die Sozialwerke zu spüren bekommen.

        Die von der Pseudolinken geforderte Solidarität richtet sich primär an die Gesellschaftsschichten, denen die Solidarität aufgekündigt wurde. Diese Linke ist obsolet geworden und sucht ihr Heil in der Substitution der Arbeitnehmerschaft durch „die Frauen“. Eine solche Pseudolinke ist obsolet geworden, weil sie die wirklichen Probleme nicht adressiert.

        Und Adrian? Der will nur etwas rumzicken, wenn er wieder mal Kulturmarxismus in die Diskussion wirft.
        🙂

        • Strukturen? Wurden die Banken und die Produktionsmittel verstaatlicht? Ist die Diktatur des Proletariats errichtet?
          „Struktur“ verweist auf eine äussere Form, nicht auf Inhaltliches. Es soll ja Leute geben, die nach Sendeschluss (gibts das noch) den Bildschirm betrachten und „Strukturen“, d.h, Muster erkennen.

          • „Wurden die Banken und die Produktionsmittel verstaatlicht? Ist die Diktatur des Proletariats errichtet?“

            Immerhin gleichen sich da die Theorien, sie sind ähnlich unterkomplex und beide würden nur in einer Diktatur funktionieren. Selbstverständlich nicht in einer des Proletariats, welches mehrheitlich gar kein Interesse an Politik hat und diese Diktatur auch ständig aushöhlen würden… Nicht umsonst hatten die Ostblockstaaten dann politische Kader, die in der „richtigen“ Weltsicht geschult waren und nichts anderes machten, als dem Proletariat aufs Maul zu schauen und es ihm zu verbieten. Parteikader wurden intensiv gehasst von den meisten Leuten, zumal es ähnlich narzisstische Charaktere waren, wie Maas, Schwesig und Konsorten. Keine Ahnung von nichts, aber selbstgerecht bis zum umfallen.

          • Immerhin gleichen sich da die Theorien, sie sind ähnlich unterkomplex und beide würden nur in einer Diktatur funktionieren.

            Wenn hier immer mal wieder von (marxistischen) Strukturen die Rede ist, dann wird damit auf die Theorie des Klassenkampfs verwiesen und angeführt, dass die Identitätspolitik und deren Kategorisierungen strukturell der marxistischen Theorie des Klassenkampfs entspräche, da einfach andere Klassen definiert würden. Eine solch unterkomplexe Analyse liesse auch das Kollektiv des Arbeitgeberverbandes als marxistische Vereinigung behaupten, da sich diese in einem Klassenkampf gegen die Arbeitnehmer befänden. Jedes organisierte Kollektiv, das gemeinsame Interessen verfolgt, wäre somit eine Klasse und damit „strukturell“ marxistisch. Das ist einfach nur Blödsinn und bedient lediglich das Bedürfnis der Rechten, ihr traditionelles Feindbild zu bewahren.
            Und woher kommt der Blödsinn? Von US-amerikanischen Libertaristen und Anarchokapitalisten, die prinzipiell jeden staatlichen Eingriff als marxistisch labeln. Und in ihrer Fixierung auf ihr Feindbild halten sie jeden Einwand gegen diese Analyse für eine Verteidigung marxistischer Theorie.

          • Du scheinst es nicht zu begreifen. Jede politische Theorie behauptet Interessengegensätze (ob nun treffend oder nicht sei dahingestellt). Es ist somit kein charakteristisches Strukturmerkmal, das dem Marxismus exklusiv vorbehalten ist sondern ein trivialer Befund und Teil aller politischen Theorien.

          • @ Christian

            Kürzlich las ich einen Artikel von einem Autor der Neuen Rechten, in dem dieser von einer „herrschenden politischen Klasse“ sprach, er schien der Ansicht zu sein, dass die Neue Rechte von dieser „herrschenden politischen Klasse“ diskriminiert und ausgegrenzt werde.

            Ist dieser neurechte Autor also nun ein Marxist? Und ist die Neue Rechte in Deutschland nun also eine Strömung des Marxismus?

            Natürlich nicht, denn jede ernsthafte Definition von Marxismus muss sich auf Inhalte beziehen und nicht auf irgendeine Strukturähnlichkeit von Aussagen. Ansonsten wäre kein sinnvolles Sprechen über Marxismus mehr möglich.

            Im Marxismus gibt es ein rationales Kriterium zur Definition und Unterscheidung der von Marxisten gemeinten ökonomischen Klassen, nämlich die Stellung zu den Produktionsmitteln.

            Nehmen wir an, der erwähnte neurechte Autor hätte, bevor er die oben genannte Formulierung verwendete, eine marxistische Schrift gelesen und wäre dadurch zu seiner Formulierung von der „herrschenden politischen Klasse“, von der seiner Ansicht nach die Neue Rechte ausgegrenzt werde, inspiriert worden? Würde er dadurch nun zum Marxisten?

            Natürlich auch dann nicht, es ist völlig wurscht, was ihn zu dieser Formulierung inspiriert hat.

            Was Marxismus ist und was nicht, kann nur nach inhaltlichen Kriterien definiert werden. Strukturähnlichkeiten von Aussagen finden sich, wie Peter zutreffend feststellt, in allen möglichen politischen Richtungen.

          • @leszek

            Natürlich ist ein Gruppenkampf das Merkmal jeder Ideologie. Aber es hat ja seinen Grund, dass die intersektionalen Theorien gerade in der Linken die gegenwärtig wohl wichtigsten Theorien sind. Eben weil sie urtypisch links sind.
            Klassisch links ist daran: Wir machen eine bessere Welt in der alle leben können und gleich sind, und dazu müssen wir alle umerziehen
            Klassisch rechts ist: Wir machen eine bessere Welt, indem wir die schlechte Gruppe absetzen und durch unsere Gruppe ersetzen.

            In der Welt der Linken kann ein Kapitalist, wenn er seines Kapitals beraubt ist, immer noch ein guter Kommunist sein.
            In der Welt der Rechten wird ein Schwarzer niemals ein guter Nazi sein, allenfalls Mittel zum Zweck.
            Oder anders gesagt: Linke Theorien zielen auf Gleichheit. Rechte Theorien auf Überlegenheit einer Gruppe.

            Das macht die intersektionalen Theorien klassisch links. Sie sehen eine machtlose Minderheit und wollen ihre Unterdrückung beenden. Indem andere ihre Privilegien aufgeben, seien diese nun Kaptial oder „privilegien“ allgemein. Natürlich sehen sie auch eine Revolutionsphase, in denen man dann eben statt Kapitalisten weiße, heterosexuelle und Cis-Personen, gerade männliche Umerziehen muss bis diese besser geworden sind.

            Ich sagte im übrigen auch gar nicht, dass sie Marxisten sind. Ich sagte, dass sie die Elemente dieser Theorien übernommen haben und gerade deswegen auch in der Linken sehr verbreitet sind.

          • Auch die stinknormale Pluralismustheorie geht von organisierten Interessen aus, die im öffentlichen Raum um Einfluss und Durchsetzung kämpfen. Da ist nichts „Marxistisches“ dran. Man lese hierzu solche klassischen „Liberalen“ wie Max Weber, Georg Simmel und Ralf Dahrendorf, die sich mit den modernen Gesellschaften als Austragungsort sozialer und politischer Konflikte beschäftigen.
            Das Problem der Identitätspolitiken liegt darin, dass kulturelle Einstellungen und askriptive Merkmale zum Gegenstand gesellschaftlicher Auseinandersetzungen gemacht werden, die über keinen Klassencharakter verfügen und die sozialen Interessen überlagern. Gerade ökonomisch Mächtige sind häufig versucht, die identitätspolitische oder kulturelle Karte zu ziehen, um von sozialen Problemen abzulenken und das Konfliktpotenzial auf für sie ungefährliche Bereiche abzuleiten. Der Niedergang der Linken begann m. E. in den 1980er Jahren, als sie sich von der sozialen Frage abwandte und sich stattdessen verstärkt der kulturellen Differenz widmete. In meinem Fachbereich Geschichte konnte ich verfolgen, wie die Sozialgeschichte durch die Kulturgeschichte zunehmend unter Druck geriet. In der Soziologie dürften ähnliche Beobachtung zu machen sein. Der Schwenk der Linken zum Kulturellen erfolgte zeitgleich mit dem neoliberalen Durchbruch, der die soziale Frage wieder akut werden ließ.

            Die heftiges ökonomischen Klassenkonflikte sind prinzipiell ausgleichbar, da ihnen verhandelbare Interessen zugrundeliegen. Dies ist bei Auseinandersetzungen um identitätspolitische Anliegen und kulturelle Existenzverständnisse nicht der Fall. Denn diese sind grundsätzlich nicht politisch verhandelbar, weil niemand darüber verhandelt, wer er ist und wer er sein soll. Aus diesem Grunde wurden Kulturkämpfe zu allen Zeiten wesentlich härter und mit einer höheren Leidensbereitschaft der Betroffenen ausgefochten als alle noch so intensiven Klassenkämpfe, weil sie mehr umfassten als die „ordinären“ Interessen. Auf der Ebene des Kulturkampfes greift dann auch der Dualismus von „Freund“ und „Feind“ (Carl Schmitt), der jede liberale Konfliktregulierung und Verhandlungsprozedur unmöglich macht.

          • Wir können diese Diskussion an dieser Stelle abschliessen und wieder einmal feststellen, dass die Linke diese Diskussion so etwa – vorsichtig geschätzt – 85:0 gewonnen hat.
            😉

          • @Christian @Friedrich @Adrian

            „Klassisch links ist daran: Wir machen eine bessere Welt in der alle leben können und gleich sind, und dazu müssen wir alle umerziehen“

            Nicht wirklich.
            In der „alle“ leben können und gleich sind, *außer* der männlichen Hälfte der Bevölkerung.
            Es müssen ja nicht alle gleichermaßen umerzogen werden, sondern vorrangig Männer.

            Artikuliert klassisch linke Politik im *Interesse der absoluten Mehrheit der Bevölkerung* Forderungen gegen eine herrschende Klasse (die Besitzer der Produktionsmittel), die wiederum die *Minderheit der Gesellschaft* repräsentiert, agieren die intersektionalen Theorien entgegengesetzt.
            In ersterer Theorie beziehen die Herrschenden auf der ökonomischen Basis des Besitzes der Produktionsmittel ihre Macht.
            Während letztere diese ökonomische Basis völlig ausblendet und auf die Idee kommt, weil die Mehrheit der Produktionsmittel im Besitz von weißen Männern sind, gründet sich Herrschaft auf Geschlecht und Hautfarbe.

            Es ist nicht kulturell, es ist noch nicht einmal „kulturalistisch“, Adrian, das ist knallharter BIOLOGISMUS.
            Niemand hat sich Hautfarbe, Geschlecht und sexuelle Orientierung ausgesucht, wir sind alle in diese hineingeboren worden. Auf *dieser Grundlage* anzuführen, das (gemeint) „BIOLOGISCHE Dasein bestimme das Sein“ ist ein *biologistischer Determinismus*.

            Wie wir gefühlt 1000 mal hier geschrieben haben – und eigentlich alle der gleichen Überzeugung sind – ist diese Theorie falsch, weil die empirische Realität anders ist und genügend machtlose, arme, weiße Männer kennt. Sie ist auch in der abgeschwächten Form falsch, wonach eine bestimmte Hautfarbe Privilegien garantiert. Zumindest, wenn man sich aus dem US-Kontext entfernt und sich fragt, wie relevant eine solche Theorie ist, wenn 90%+ der Menschen eines Landes im Besitz einer weißen Hautfarbe sind.

            Wenn Christian schreibt: „Indem andere ihre Privilegien aufgeben, seien diese nun Kaptial oder „privilegien“ allgemein.“, dann bewegen wir uns auf der Ebene von HIRNGESPINSTEN, nämlich die Forderung nach der Aufgabe von Privilegien, die für 99% aller Männer NICHT EXISTIEREN.
            „Ich fordere dich auf, Christian, endlich einige von deinen Aufsichtsratsposten zu Gunsten von Frauen aufzugeben!“ – so lautet der Appell, wenn man ihn auf die *individuelle Ebene* übersetzt.
            Deshalb funktioniert die feministische „Kollektivschuld-Theorie“ nur SO, weil sie auf der individuellen Ebene erkennbar idiotisch ist.

            Politisch ist der Kampf um eine bessere Welt nicht wirkungsvoller zu erledigen, als wenn man eine Hälfte der Bevölkerung gegen die andere ausspielt.
            Wenn man den Menschen zudem suggeriert, es gäbe keine Gemeinsamkeiten oder Interessen basierend auf ihrer sozialen Situation, sondern nur auf der Basis biologischer Merkmale, wie Hautfarbe und Geschlecht.

            D.h. objektiv wirkt eine solche Theorie spaltend und durch die „Opfer-Olympiade“ angestachelt, entstehen zwangsläufig Politsekten, die sich durch rein biologische (!) Merkmalskombinationen ausersehen fühlen, die Unterdrücktesten der Unterdrückten und damit die natural born Anführer zu sein (s. black lives matter oder transgender).
            Durch die Rechtfertigung eines umgedrehten RASSISMUS und SEXISMUS in diesem Pseudo-Linken Szenario hat man den Rassismus und Sexismus selbstverständlich nicht überwunden, sondern nur einen Rassismus-Sexismus 2.0, der es nämlich WIEDER legitimiert, Menschen auf der Basis von Geschlecht und Hautfarbe zu diskriminieren.
            Was – zur Hölle – soll daran „links“ sein?

            „Gerade ökonomisch Mächtige sind häufig versucht, die identitätspolitische oder kulturelle Karte zu ziehen, um von sozialen Problemen abzulenken und das Konfliktpotenzial auf für sie ungefährliche Bereiche abzuleiten.“
            Das ist der nächste Bonus.
            Und ich möchte die Skepsis nähren, indem ich auf die offensichtliche mediale Kumpanei von *anzeigenfinanzierten Medien* verweise gegenüber einer Bewegung, die sich selbst als geradezu „revolutionär“ charakterisiert.
            Eine „linke“ Bewegung, finanziert von Bertelsmann, DuPont und mit Unterstützung von L´Oreal?
            Wie realistisch ist das?
            Die IG Metall hat 2,3 Millionen Mitglieder, wie präsent ist sie in diesen Medien?
            Wie viel Berichterstattung erfuhr der bisherige Arbeitskampf im Vergleich zu #metoo?
            Welche Sorgen macht sich Lieschen Müller *konkret*, nämlich *jenseits* der Gefahr sexuell belästigt zu werden? Es interessiert keine Sau.

            Denn Lieschen Müller ist so mit internalisierter Frauenfeindlichkeit verseucht, das dumme Huhn, dass man ihr ihre *primäre Sorge* mit dem medialen Dampfhammer verabreichen muss.
            Das ist ein weiterer Bonus: Ein *thematisches Diktat* der drängendsten Probleme von Frauen zu inszenieren, für die dieser Feminismus vorgeblich spricht und Lösungen a la Quoten für Aufsichtsräte in den Vordergrund zu spielen. Die logischerweise Lieschen Müller nicht nützen, aber denjenigen Frauen, die *für sie* sprechen wollen. Eine elitäre, gut organisierte und vernetzte Kaste von Frauen.

            Wenn man den Nutzen dieser Pseudo-Linken bilanziert, dann ist das die allerbeste „Linke“, die man für Geld kaufen kann.

          • Lieber Crumar, vielen herzlichen Dank! Das war vielleicht der beste Kommentar, den ich hier gelesen habe. Vielleicht der beste Kommentar zum Thema überhaupt. Wer Humanist ist, der brauch kein Feminist oder Kommunist zu sein. Wahrscheinlich schließt sich das sogar aus. Empathie für ein Kleinkind in Not, da brauche ich nicht wissen, welches Geschlecht dieses Kind hat.

          • @ crumar

            Eine gewohnt fundierte Analyse – nur leider an den Falschen vergeudet.
            Adrian ist wie ein 10jähriger Junge, der genau weiß, wenn er drei Häuser weiter mit dem Stock an den Gartenzaun schlägt, flippt der dahinter Wache schiebende Rottweiler zuverlässig aus.
            Und immer, wenn er sich langweilt, hüpft Adrian die Straße entlang und haut kräftig gegen die Latten den Rhythmus „Kulturmarxismus“.
            Und hinterm Zaun flippt Rottweiler „Leszek“ aus.

            Das Ganze hat kein besonderes Ziel, sondern nur die Absicht, „Leben“ in die Bude zu bringen.
            Das Beste ist also, auf bestimmte Stichwörter einfach nicht zu reagieren, damit sich möglichst schnell alle wieder dem Thema zuwenden 😀

          • „Adrian ist wie ein 10jähriger Junge, der genau weiß, wenn er drei Häuser weiter mit dem Stock an den Gartenzaun schlägt, flippt der dahinter Wache schiebende Rottweiler zuverlässig aus.“

            Hunde, die diskutieren, beißen nicht.

            Von daher leider ein bisschen billiges Stockschlagen, weil dann regelmäßig danach keine Argumente folgen (also jetzt von Adrians Seite, wie auch, er hat ja die Primärliteratur nicht gelesen) und Leszek seine Argumente nicht weiterentwickeln kann, weil ja keine fundierte Replik kommt.

            Von daher leidet leider nur die Qualität der Debatte in diesem Blog und ich merke das auch an mir selbst, dass ich durch die Debatten in Christians Blog etwas dümmer geworden bin und für schwierige Texte mehr Zeit brauche als früher. 😦

            Die Wichtigkeit der Debatte in einer demokratisch verfassten Gesellschaft betont auch Egon Flaig, den ich hier nochmal verlinke (würde mich besonders interessieren, was @Leszek von Flaigs Argumentation hält, oder habe ich das schon mal gefragt 😕 ?)

  2. @ Christian

    „Das ist ja das fatale an „Dekonstruktion“ und „kritischer Theorie“, sie weigert sich, sich selbst auch kritisch zu betrachten“

    Das ist falsch.

    Lucas Schoppe spricht in den zitierten Textpassagen NICHT von Kritischer Theorie sondern von Gender Studies und politisch korrektem Postmodernismus. Und diese haben ideengeschichtlich und von ihren theoretischen Grundlagen her nichts mit dem zu tun, was in Europa und Deutschland als Kritische Theorie bezeichnet wird (was von mir und Anderen auf diesem Blog im übrigen bereits sehr häufig erklärt und belegt wurde).

    Lucas Schoppe selbst hat etliche Male in Beiträgen und Kommentaren darauf hingewisen, dass Gender Studies bzw. politisch korrekter Postmodernismus etwas sehr anderes ist als die Kritische Theorie.
    Deine Formulierung ist also sicherlich nicht in seinem Sinne.

    Deine Aussage ist auch darüber hinaus falsch. Vertreter der Kritischen Theorie befassen sich sehr wohl mit Kritik an der Kritischen Theorie. In einem lesenswerten Einführungsbuch zum Thema „Kritische Theorie heute“ heißt es schon im Vorwort:

    „Eine Kritik der Kritik, also auch der Kritischen Theorie, sollte jederzeit möglich sein. Denn welchen Wert hätte Kritik, die sich jenseits aller Kritik wähnte oder darauf aus wäre, Gegenkritik im Vorfeld mundtot zu machen? Eine solche Kritik würde bald zum ideologischen Dogma erstarren und das Schicksal des sowjetischen Marxismus teilen, der nach der Revolution von 1917 nur noch die Selbstbestätigung zuließ.
    Wer sich heute weiterhin auf die Kritische Theorie Adornos und Horkheimers oder auf Habermas Theorie des kommunikativen Handelns beruft, der tut gut daran, Bachtin zu folgen und auf Gegenstimmen zu achten: nicht nur auf die Gegenstimmen Karl R. Poppers und Hans Alberts, die zu Recht vor den allen Theorien innewohnenden Immunisierungstendenzen warnen, sondern auch auf zeitgenössische Zwischenrufe, (…)“

    (aus: Rainer Winter & Peter V. Zima (Hg.) – Kritische Theorie heute, Vorwort, S. 9 f.)

    Der Begriff „Dekonstruktion“ ist hingegen ursprünglich die Selbstbezeichnung für die Philosophie des französischen poststrukturalistischen Philosophen Jacques Derrida. Teilaspekte von dessen Philosophie sind tatsächlich für die Gender Studies und die postmoderne Political Correctness instrumentalisiert worden, aber nicht von ihm selbst, sondern von US-amerikanischen Rezipienten.

    Denn Gender Studies und postmoderne Political Correctness sind aus einer einseitigen, selektiven und dogmatischen US-amerikanischen Rezeption des französischen Strukturalismus und Poststrukturalismus (in Verbindung mit einigen US-amerikanischen Quellen) hervorgegangen.

    Der ursprüngliche französische Strukturalismus und Poststrukturalismus waren hingegen nicht politisch korrekt und lehnten Identitätspolitik ab.

    Auch in Bezug auf die Philosophie der Dekonstuktion von Jacques Derrida selbst ist deine Aussage falsch, Derrida hat sich auch mit Kritik an der Dekonstruktion beschäftigt und ist mit Kritikern z.T. sogar in direkten Dialog getreten.

    • @Leszek

      Alles schön und gut, aber das sind doch rein theoretische Ausnahmen.
      Was heute unter kritischer theorie läuft stellt sich keine Kritik bei seinen grundaxionen.
      Alle Studiengänge die „kritische irgendwas“ heißen sind reine Ideologie, oder kennst du da eine Ausnahme?

      • @ Christian

        „Alles schön und gut, aber das sind doch rein theoretische Ausnahmen.“

        Keineswegs. Die Kritische Theorie der Frankfurter Schule ist eine ANDERE Theorietradition als der politisch korrekte Postmodernismus und zeitgenössische Vertreter der Kritischen Theorie befassen sich auch mit Kritik an der Kritischen Theorie, Vertreter der politisch korrekten Variante des Postmodernismus befassen sich hingegen nicht mit Kritik, das ist ein signifikanter Unterschied.

        „Was heute unter kritischer theorie läuft stellt sich keine Kritik bei seinen grundaxionen.“

        Unsinn, gerade heutige Vertreter der Kritischen Theorie beziehen vielfältige Kritiken an den Theorien der ersten Generation der Kritischen Theorie in ihre eigenen Arbeiten ein.

        „Alle Studiengänge die „kritische irgendwas“ heißen sind reine Ideologie, oder kennst du da eine Ausnahme?“

        Die von dir gemeinten Studiengänge haben aber nunmal mit der Kritischen Theorie der Frankfurter Schule nichts zu tun, sondern sind von ihren theoretischen Grundlagen her postmodernistisch.

        Nebenbei bemerkt gibt es aber auch was den Poststrukturalismus/Postmodernismus angeht, AUCH HEUTE NOCH neben dem in den USA entstandenen politisch korrekten Postmodernismus auch bekannte Denker, die in poststrukturalistischer Tradition stehen, die keine Träger der postmodernen Political Correctness sind, sondern sich mit anderen Themen befassen. Und diese nicht-politisch korrekten Poststrukturalisten bzw. poststrukturalistisch beeinflussten Denker beziehen auch Kritiken am Poststrukturalismus in ihre Arbeiten ein.

        • „Die Kritische Theorie der Frankfurter Schule ist eine ANDERE Theorietradition als der politisch korrekte Postmodernismus…“

          Beiden gemein ist jedoch die Methode der Dekonstruktion. Ich habe nichts gegen Dekonstruktion; das machen z.B. Physiker auch, wenn sie versuchen alles in seine kleinsten Einzelteile zu zerlegen, um „der Sache“, „der Welt“ auf den Grund zu gehen. Wirkliche Wissenschaftler schaffen es aber eine (Re-)Konstruktion der Welt zu bewerkstelligen, deren Validitaet an der Realitaet gemessen und geprueft werden kann. Ganz im Gegensatz zu den Soziologen.

          Die ‚kritischen Theoretiker‘ sind allerding schon bei ihrer Dekonstruktion weitestgehend gescheitert, da sie – ausser etwas Freud – Erkenntnisse aus der Biologie und Psychologie nie ernsthaft beruecksichtigt haben. Ausserdem hatten sie von vorne herein das Ziel die Grundlagen fuer eine neue Version des Marxismus zu begruenden, d.h. der Bias war bei ihrer versuchten Rekonstruktion schon eingebaut. Nebenbei kann man ihre Ergebnisse, da sie nicht auf naturwissenschaftlichen Erkenntnissen beruhen (oder wenn, dann fehlerhaften Interpretationen), auch an der Realitaet nicht validieren. Um dem Argument zuvor zu kommen: Nein, soziologische Befragungen sind keine Validierung im wissenschaftlichen Sinne. Die Linken wollen in jeder Variante ihrer Theorien den „neuen Menschen“, weil der reale Mensch ihrer Theorie (leider?) widerspricht.

          Die Postmodernisten wollten vor Beginn an mit der Realitaet nichts zu tun haben. Die dekonstruierten alles bis zum Nihilismus. Daraus kann man dann entweder nichts, oder eben alles Beliebige rekonstruieren. Aus lauter Faulheit und wegen persoenlichem Bias griffen sie dann doch immer wieder auf den Marxismus als Rueckfallposition zu.

          Die den Frankfurtern und Postmodernisten gemeinsame Theorietradition ist also bei der Rekonstruktion gescheitert zu sein. Der kleine Unterschied ist nur, dass die Frankfurter an der Realitaet scheitern, waehrend sich die Postmodernisten einen Dreck um die Realitaet scheren.

        • @ Luisman

          „Beiden gemein ist jedoch die Methode der Dekonstruktion.“

          Du weißt doch gar nicht, was der Begriff Dekonstruktion bedeutet.

          Die erste Generation der Kritischen Theorie der Frankfurter Schule beruhte in erkenntnistheoretischer/wissenschaftstheoretischer Hinsicht auf einer Synthese von empirischer Sozialforschung (sie waren nämlich Pioniere der empirischen Sozialforschung) und der Dialektik als Methode.

          Der französische Poststrukturalismus (der noch nicht politisch korrekt war) beruhte hingegen in wissenschaftstheoretischer Hinsicht auf mehreren geisteswissenschaftlichen Methoden (Diskursanalyse, genealogische Analyse, Dekonstruktion, strukturale Psychoanalyse nach Lacan).

          Alle genannten Methoden sind brauchbar zur Erkenntnisgewinnung, wenn sie ihren spezifischen Geltungsbereich nicht überschreiten und aus einer um Objektivität bemühten Haltung angewendet werden.
          Die entsprechenden Methoden sind also für bestimmte Forschungsfragen in bestimmten Disziplinen brauchbar, für andere hingegen nicht – und daher muss auf ihren jeweiligen Geltungsbereich streng geachtet werden.

          Die kritischen Theoretiker, aber auch die französischen Poststrukturalisten gelten zu Recht als bedeutende Geisteswissenschaftler oder Sozialwissenschaftler.

          Der in den USA entstandene politisch korrekte Postmodernismus bezieht sich überhaupt nicht auf die Dialektik als Methode, verwendet aber – formal – einige der anderen genannten Methoden, nur leider ohne tatsächlich wissenschaftlich damit zu forschen und zu arbeiten. Das liegt aber nicht an den Methoden, sondern an der Entstehung des politisch korrekten Postmodernismus in den USA aus der Institutionalisierung von eigenen universitären Studiengängen und Abteilungen zu spezifischer Diskriminierungsforschung bezüglich Frauen und verschiedenen Minderheiten, die zudem nur mit Personen mit ähnlich politischer Weltsicht besetzt wurden/werden. Das erzeugt gewisse strukturelle Effekte, nämlich dass die Leute, die in diesen Studiengängen und Departments arbeiten, ihre Studiengänge, Abteilungen und Jobs erhalten wollen und daher nie zu einem Punkt kommen „dürfen“, an dem sich Diskriminierungen hinsichtlich ihrer spezifischen Bezugsgruppe tatsächlich signifikant verringert hätten. Es müssen stets alte Diskriminierungen vorhanden bleiben sowie zuvor unbekannte subtilere Diskriminierungen entdeckt werden und neue Maßnahmen zu ihrer Beseitigung „gefunden“ werden, ansonsten haben die entsprechenden Fächer irgendwann keine offizielle Legitimation und Funktion mehr und es droht Verkleinerung, Schließung und Jobverlust.
          Und aus diesem strukturellen Effekt resultiert im Wesentlichen die postmoderne Political Correctness samt ihrer Unwissenschaftlichkeit.

          Die postmoderne PC ist nicht entstanden, weil Foucault, Derrida, Lyotard usw. dies oder das gesagt hätten. Das waren differenziert denkende Personen, niemand wird zum PC-Fanatiker, weil er Foucault, Derrida, Lyotard etc. liest.
          Postmoderne PC entsteht aus einer falsch angelegten Institutionalisierung von Diskriminierungsforschung. Es ist ja nicht zufällig, dass die postmoderne PC in den USA entstanden ist und dass nirgends sonst der französische Poststrukturalismus in dieser spezifischen Weise rezipiert und interpretiert wurde.

          • Ohne Beleidigungen kommst Du wohl nicht mehr aus, was nur zeigt wie schwach Deine Argumentation inzwischen ist.

            Dann kommst Du wieder mit Deinem ueblichen Sermon daher, der nicht wahrer wird je oefter Du ihn wiederholst. Wahrscheinlich hast Du mal wieder ueberhaupt nicht verstanden wovon ich rede. Ich komme aus den Naturwissenschaften mit denen Du offensichtlich auf Kriegsfuss stehst, und halte die sog. Geisteswissenschaften fuer belanglos und immer mehr schaedlich. Was ihr Euch zusammenphantasiert entbehrt meist jeder realen Grundlage und ist meist auch jedem wissenschaftlichen Beweis entzogen.

            „Die kritischen Theoretiker, aber auch die französischen Poststrukturalisten gelten zu Recht als bedeutende Geisteswissenschaftler oder Sozialwissenschaftler.“
            Jede Wette, dass 99% in einer repraesentativen Befragung nicht die leiseste Ahnung haben wer diese Typen sind. Newton und Einstein kennt fast jeder. Unter Sozial“wissenschaftlern“, die sich gegenseitig im Kreis zitieren und das dann fuer einen wissenschaftlichen Beweis halten, moegen die relevant sein. Allen anderen geht das eintoenige Geschwalle glatt am Arsch vorbei, was aber leider ein Fehler ist. Die politische Arbeit gegen diese destruktiven Philosophien waere einfacher, wenn jeder Oberstufenschueler mal ansatzweise was von denen gelesen haette, und zwar unter der Betreuung eines neutralen, nicht eines links-versifften Lehrers. Dann koennten die meisten naemlich die Indoktrination und den ideologischen Mist sofort erkennen, wenn die ueblichen Worthuelsen durch ARD/ZDF/Presse und Politik gezogen werden. Das sofort eintretende Ekelgefuehl wuerde jede Diskussion eruebrigen.

            Ueber PC habe ich gar nichts geschrieben. Eine Diskussion mit Dir kommt mir vor wie J. Peterson vs. C. Newman auf Channel 4. Deine Filterblase steht dem Weg zur Erkenntniss im Weg. PC ging vor 200.000 Jahren im Urwald schon los, als UggaUgga meinte er muesse ab sofort mit „mein Haeuptling“ angesprochen werden. Die postmoderne Variante ist nur raffinierter aber im Grunde nicht anders. Und gerade Du schwitzt PC aus jeder Pore, mit Deinem fortwaehrenden zu Kreuze kriechen vor Deinen Goettern aus Frankfurt und Paris.

          • Philosophen interessieren sich auch für die Dinge (an-sich, für-sich, und für-xy [muss man das gendern? 😉 ) neben der politischen Instrumentalisierung. Daher sind es teilweise Idioten im griechischen Sinne (Idioten = die, die sich nicht für Politik interessieren).

          • @ Alex:
            „Im Allgemeinen sind Philisophen Idioten.“
            Sach ich auch schon mein Leben lang: Die Füsolofen sind die Doofen!
            Allerdings liegt das nicht daran, daß sie Gedankenexperimente machen, was ich gut, richtig und wertvoll finde, sondern daran, daß die meisten jeden Scheiß, den sie sich als dumme Ausrede für irgendwas zurechtgedenkelt haben, auch mit der Brechstange in die Praxis umsetzen wollen.

            Gefühlt tausendmal gehörter Spruch in den 80ern u. 90ern: „Ich habe da eine andere Philosophie“,
            was stets bedeutete, daß man mit Vernunft bei dem so „argumentierenden“ auf Granit stieß.

        • Sorry wenn ich deine Lieblingsideologie beleidige, aber Adrian hat schlichtweg recht.
          Die Feministen gehören zu euch, die Dogmen sind die gleichen wie im Marxismus.

          Anstatt zu leugnen dass dem so ist wäre eine Reflektion darüber, ob Marxismus wirklich so eine dolle Idee ist, eher angebracht. Habe ich getan und habe den Linken den Rücken gekehrt.

          • @ Benjy R.

            „Habe ich getan und habe den Linken den Rücken gekehrt.“

            Finde ich in deinem speziellen Fall auch gut.
            Typen wie dich braucht eine konstruktive Linke genauso wenig, wie sie politisch korrekte Postmodernisten braucht.

          • Ein Artikel von dir „die wahre Lehre linker theorien und warum sie so von vielen in den linken nicht mehr vertreten werden, sondern diese jetzt intersektionale Theorien vertreten und welche Elemente dabei verfälscht übernommen worden“ wäre interessant und würde vielleicht verhindern, dass du immer nach true scotsmen klingst

          • Naja, die Jakobiner haben die Pfaffen derart in den Hintern getreten, so dass die sich 200 Jahre danach noch nicht davon erholt haben. Die haben auch ihre Verdienste!
            🙂

          • Ein Artikel von dir „die wahre Lehre linker theorien und warum sie so von vielen in den linken nicht mehr vertreten werden,

            Es geht um Differenzierung. So ist konservativ nicht gleich faschistisch, auch wenn beides unter dem Label „rechts“ subsummiert wird. Sogar du als Biosoph solltest das verstehen.

          • @Piotr:
            „So ist konservativ nicht gleich faschistisch“
            Oha! Jetzt hast Du aber laut und deutlich JEHOVA desagt!
            Erwarte die Steinigung durch mitlesende Femigenders, Antifa-SA-Anhänger u.w. „Antiklassischtraditionalisten“ u. Antifamilisten ….

        • Du lebst dagegen im Elfenbeinturm deiner Theorien, die außer dir niemanden mehr interessieren und die praktisch keine Relevanz haben.

          In der Realität regieren hingegen die billigsten Ableitungen und Bastarde derselben, die du mit deinen ständigen Zurechtweisungen ihrer Kritiker fatalerweise eher unterstützt, denn schwächst. Geh raus, wenn du dich traust und belehre endlich die Bastarde über die reine Lehre, nicht uns! Uns interessiert es nämlich nicht wirklich, wir wollen uns nur verteidigen.

          • @ Andosch Kubi

            „Du lebst dagegen im Elfenbeinturm deiner Theorien,“

            Das kannst du überhaupt nicht beurteilen.

            „die außer dir niemanden mehr interessieren“

            Wenn dich meine Beiträge nicht interessieren, musst du dich selbstverständlich nicht verpflichtet fühlen, sie zu lesen.
            Ich werde trotzdem meine Meinung sagen.

            „und die praktisch keine Relevanz haben.“

            Wenn es um wissenschaftliche Themen geht, zählt zuerst mal die Wahrheitsorientierung. Darüber hinaus haben einige Theorien, auf die mich beziehe, selbstverständlich auch praktische Relevanz.
            Ich habe ja nicht zufällig immer wieder dafür argumentiert, dass sich die Männerrechtsbewegung des Mittels der gewaltfreien Aktion stärker bedienen sollte.

            „In der Realität regieren hingegen die billigsten Ableitungen und Bastarde derselben, die du mit deinen ständigen Zurechtweisungen ihrer Kritiker fatalerweise eher unterstützt, denn schwächst. Geh raus, wenn du dich traust und belehre endlich die Bastarde über die reine Lehre, nicht uns! Uns interessiert es nämlich nicht wirklich, wir wollen uns nur verteidigen.“

            Ha, ha, geil, ich habe Gender Studies, Gender.Feminismus und postmoderne Political Correctness allerdings schon lange kritisiert, bevor du hier aufgetaucht bist.

            Und wenn dich wahrheitsorientierte Kritik nicht interessiert, dann sagt das nur etwas über dein spezifisches „Kritik“-Verständnis aus, das dann offenbar dem der Genderisten ähnlich ist.

            Ich schreibe und tue, was ich für richtig halte und ich kritisiere falsche Behauptungen, Propagandalügen und manipulative Diskursstrategien auf allen Seiten.
            Wenn dir das nicht gefällt, hast du eben Pech gehabt.

          • „„und die praktisch keine Relevanz haben.““
            Ich denke, das ist der Kernsatz von Androsch’s These.
            Und zeigt das Mißverhältnis deutlich.
            Eine Theorie, besonders eine komplexe politische, ist i.d.R. nicht geeignet, direkt in Gesetzes- o. sonstige Regelform oder praktische Handlungen übertragen zu werden. Einfach da sie nicht automatisch ein auf den alltäglich stattfindenden Einzelfall sauber und „gerecht“ anzuwendendes Dogma ist.

            Als Meßinstrument zur Sortierung und Einschätzung von praktischen Dogmen und daraus sich ableitenden Handlungen und Begründungen eignet sie sich jedoch oftmals sehr gut.

            Kurz gesagt: In der Analyse ist sie sogar von sehr hoher Relevanz!

            ( Btw.: Deshalb lese ich ganz gern Leszek’s Texte, obwohl sie mich tumben Thor oftmals an meine Grenzen treiben. Gelegentlich kann man nämlich einiges daraus lernen, zumindest aber etwas Klarheit gewinnen )

          • @Leszek:

            „Das kannst du überhaupt nicht beurteilen.“

            Nur anhand deiner Kommentare hier. Sie triefen vor Literaturwissen und Einordnungswillen. Davor habe ich Respekt, was mir total fehlt an deinen Positionen, ist Lebensrealität. Zeuge Kinder! Bereise die Welt! Rede mit den Leuten (nicht nur mit Linksradikalen), erforsche deine religiös-spirituelle Seite (falls eine solche existiert), arbeite (richtig, mit Händen und Körper und normalen Menschen). DANN, erst DANN, akzeptiere ich auch deine intellektuellen Literaturinterpratationen (und jede Wette, sie fallen dann ganz anders aus)…

            „Wenn es um wissenschaftliche Themen geht, zählt zuerst mal die Wahrheitsorientierung.“

            Du erschlägst alle mit deinem Literaturwissen und verhinderst gleichzeitig die Begriffsfindung. Wie sollen wir denn die Spinner da draußen (die sich immerhin auf deine Vorbilder beziehen) nennen? Eben! Bekehre gefälligst diejenigen, die deine Vorbilder in den Schmutz ziehen, nicht uns!

            Ich schreibe und tue, was ich für richtig halte und ich kritisiere falsche Behauptungen, Propagandalügen und manipulative Diskursstrategien auf allen Seiten.

            Gut, vielleicht liest es ja jemand. Mir ist es gleich. Es ist so, als ob die Masse Hexen verbrennt, während du mit der Bibel argumentierst, dass jene gar keine echten Christen seien, während du im Besitz der Wahrheit bist. Es hat schlicht keine Relevanz und wirkt lediglich blasiert und hilflos.

            Wir führen einen Krieg, während du uns belehrst. Das ist nichts als lästig und besserwisserisch. Links halt…

          • @ Androsch Kubi

            „Sie triefen vor Literaturwissen und Einordnungswillen.“

            Da du doch nach Eigenaussage Anhänger der Neuen Rechten bist, interessiert es dich vielleicht, dass ich kürzlich „Literaturwissen“ und „Einordungswillen“ auch kurz auf die Neue Rechte angewendet habe, nämlich auf Onyx Blog in diesem Kommentar:

            https://onyxgedankensalat.wordpress.com/2018/01/22/mitrechtenreden/#comment-24288

            Gut, dieser Kommentar wird dich wahrscheinlich auch nicht so begeistern, da er kritisch ist, aber dafür ist meine vorläufige Kategorisierung einigermaßen brauchbar und plausibel, denke ich.

      • Die philisophische Richtung der Genders und Teilen des Feminismus ist mit dem Begriff Radikalkonstruktivismus viel besser beschrieben als mit „kritischer Theorie“ oder gar „Kulturbollschwulis .. aaahm Kulturmarxismus“.

        Der zentrale Gedanke des RK ist, dass das, was wir als Realität wahrnehmen, immer eine Interpretation ist und eine Objektivität, ja sogar das Bemühen darum sinnlos ist. Wahr ist, das ergibt sich unmittelbar aus den Prämissen, was sich im gesellschaftlichen Diskurs durchsetzt, d.h. wer die Macht hat – insbesondere die „Diskurshoheit“ – seine Anschauung gesellschaftlich zu etablieren, der produziert „Wahrheit“. Genau so operieren sie doch, die Genders und Feministen.

        • @ Piotr:
          „Richtung der Genders und Teilen des Feminismus ist mit dem Begriff Radikalkonstruktivismus viel besser beschrieben “ ( ff ).
          Exakt! Mein Reden seit immer!
          Das „Aufbrechen“ dient gerade nicht der Analyse, sondern einzig und allein dem Zweck, vorher schon beschlossenes mit Gewalt durchzusetzen, ungeachtet der Verluste.
          Ungefähr: Füße „hinterfragen“ heißt sie mit der stumpfen Axt abzuhacken, um sie sich dann mittels Superbacke mitten in’s Gesicht zu heften, weil – sagen wir mal – Firestone gesagt hat, das wäre viel gerechter und diverser.
          Hauptsache wilde Bastelei!

      • Kulturmarxismus bleibt Kulturmarxismus.

        Letztlich ist die hier kritisierte gesellschaftspolitische Ideologie keiner philosophischen Strömung klar zuzuordnen und es handelt sich ja auch gar nicht um eine philosophische Denkschule. Auch dafür gäbe es nämlich akademische Standards der Theoriebildung und zur Auseinandersetzung damit.

        Und dann ist „Kulturmarxismus“ in Ermangelung eines anderen (griffigen und akzeptierten) Begriffs gar keine schlechte Bezeichnung.

        • Denk- und Meinungsverbote für Menschen mit bestimmter genetischer Ausstattung, Privilegienzuweisung an Menschen mit der anderen genetischen Ausstattung, das ganze vorangetrieben von Leuten aus dem wohlsituierten Bürgertum.

          Ich erkenne da auch krasse Ähnlichkeiten mit Ideologien, die sich selbst als antimarxistisch bezeichnet haben. Wie man die Soße benennt ist aber nur ein Popanz, der vom eigentlichen Problem ablenkt.

      • „Kulturmarxismus bleibt Kulturmarxismus.“
        Der Spruch ist genauso dämlich wie die Idee einer Rape Culture oder dem 22% Gender Pay Gap.

        Immer wieder interessant wie es eigentlich nicht um die Sache geht (die Vorherschaft der Frau zu brechen), sondern dies immer wieder genutzt wird um die persönliche Agendea durchzusetzen. Als oder die moderne Form der Hypergamie (Feminismus) besser oder schlechter wäre ,als die alte Form der Hypergamie (klassische Ausbeutung des Mannes durch traditionelle Beziehungen).
        Der Unterschied ist nur, dass der Feminismus dem linken Lager und die traditionelle Beziehung dem rechten Lager zugeordnet wird. Dass aber beide Formen scheiße sind, dass raffen beide Seiten nicht.
        Deswegen: dumm bleibt dumm egal ob rechts oder links.

          • „Die klassische Form ist gesellschaftlich aber aktuell vernachlässigbar, da sie keine Deutungshoheit besitzt.“
            Das kann sich aber ganz schnell wieder ändern und im Gegensatz zu mir kannst du dich da ganz schnell auf der falschen Seite der Front wiederfinden. Ich glaube es war sogar mal ein Artikel in deinem eigenen Blog der besagt, dass wenn die Mehrheit es möchte jedes Recht für Schwule sehr schnell verschwinden kann.
            Die traditionelle Familie ist immer noch das vorherrschende Ideal der Mehrheit und in einer solchen Gesellschaft haben Schwule keinen Platz. Denk immer daran, dass die Traditionalisten nicht deine Freunde sind auch wenn ihr vielleicht die gleichen Feinde habt.

          • „Die traditionelle Familie ist immer noch das vorherrschende Ideal der Mehrheit und in einer solchen Gesellschaft haben Schwule keinen Platz“

            Du meinst also, in der jetzigen Gesellschaft haben Schwule keinen Platz?

          • „Du meinst also, in der jetzigen Gesellschaft haben Schwule keinen Platz?“ Gibt genug Leute die genau das denken. Nur der Umstand, dass sie keine politische Macht haben sorgt dafür, dass sie ihre Ideen nicht ausleben können.

          • Adrian:
            „Die klassische Form ist gesellschaftlich aber aktuell vernachlässigbar, da sie keine Deutungshoheit besitzt. “
            Da verwechselt Du jetzt aber „gesellschaftlich“ und „politisch“.
            Denn das gesellschaftliche Übergewicht hat sie immer noch.

        • „… die Vorherschaft der Frau zu brechen …“

          Eine gefährliche Verkürzung.
          Eine „Vorherrschaft der Frau“ ist die gleiche Chimäre, wie das Patriarchat.

          Weibliche Hypergamie begründet keine Vorherrschaft und lässt sich ähnlich erfolgreich bekämpfen, wie der Wunsch der Männer, sich möglichst mit den schönsten Frauen zu paaren.

          Was zu bekämpfen ist, wäre der Feminismus, weil er einen Keil zwischen die Geschlechter treibt und kein einziges soziales Problem angeht, geschweige denn löst.

          • „Eine gefährliche Verkürzung.
            Eine „Vorherrschaft der Frau“ ist die gleiche Chimäre, wie das Patriarchat.“
            ich rede nicht von den biologischen Grundlagen, ich meine tatsächlich die Vorherrschaft in welcher die Frauen von diesem System derartig profitieren, dass ein anderer Ausdruck als „Vorherrschaft“ nicht angebracht ist. Natürlich sind sie nicht alleine dafür verantwortlich denn Legionen von Manginas und Pudeln warten nur darauf Frauen jeden Wunsch von den Augen abzulesen.

            „Was zu bekämpfen ist, wäre der Feminismus, weil er einen Keil zwischen die Geschlechter treibt und kein einziges soziales Problem angeht, geschweige denn löst.“
            Der Feminismus ist ein gar nix. Stell dir einen Straßenschläger vor der einen harmlosen Mann verprügelt. Wenn die Frau (und ihre Manginas) der Straßenschläger ist, dann ist der Feminismus der kleine Brunder des Schlägers der den Verprügelten noch auslacht.
            Wir müssen die biologischen Grundlagen der Geschlechter auf diese Technologiestufe anpassen, sonst werden nicht nur wir als Männer, sondern die gesamte Menschheit scheitern.
            Es geht doch längst nicht mehr um ein paar unzufriedene Männer, eine Geburtenrate die jedes Jahrzehnt weiter sinkt je technologisch fortgeschrittener wir sind ist ein Problem. Die Geburtenrate sinkt in der ganzen Welt. Im Moment ist das eher vorteilhaft aufgrund der Überbevölkerung aber langfristig fährt damit die Menschheit an die Wand. Wenn die Zusammenarbeit zwischen den Geschlechtern nicht wieder hergestellt werden kann wie sie dies vor 1000 Jahren noch war, dann muss eine andere Lösung her. Entweder wir passen den Menschen biotechnologisch an oder wir passen die Technologie an um die Bedürfnisse des Menschen zu befriedigen.
            Ich denke, dass viele hier den Impakt gerade gar nicht bemerken dem wir hier ausgesetzt sind.

          • @Carnofis&P&S:
            Ich vermute mal, daß Ihr beiden eigentlich das Gleiche meint und nur um den Begriff „Vorherrschafft“ hadert.
            Daß die Frauen heutzutage ein wesentlich höheres Machtinstrumentarium als die Männer zur Verfügung haben, dürfte wohl unbestritten sein.
            Allerdings ist DIE Frau nicht dafür verantwortlich o. gar schuldig.
            Sondern eben der Feminismus und ein paar weitere davon Profitierende.
            Die durchschnittliche Frau bemüht sich ( auch Männern ggü ) normal zu sein, so gut sie kann.
            Was nicht heißt, daß sie im Trennungsstreit nicht die gebotenen Waffen benutzt ( Gelegenheit macht Diebe und gezielt aufgehetzt werden sie dann ja auch noch ).

          • „Allerdings ist DIE Frau nicht dafür verantwortlich o. gar schuldig.
            Sondern eben der Feminismus und ein paar weitere davon Profitierende.“
            Schuldig ist erst einmal gar keiner, vielleicht die Natur aber das war es auch.
            Fakt ist, Frauen suchen sich immer den besten verfügbaren Partner aus. Das ist auch gut so, denn es sorgt dafür das ihre Kinder der aktuellen Umwelt entsprechend gut angepasst sind. Das ist bei Fischen so, das ist bei Reptilien so und das ist auch bei Säugetieren und auch bei Menschen so. Dass dabei viele Männer unter die Räder kommen und nie Sex oder gar Kinder haben werden ist auch in der Natur Usus. Das Problem fängt aber nun damit an, dass die Frauen ihren Aufgaben nicht mehr nachkommen und beginnen uns Männer mit unfairen Gesetzen anzugreifen. Und weil die Frau ja in der Natur so eine wichtige Rolle einnimmt kommen die weißen Ritter und heben sie auf ein Podest. Dieses Podest wäre von 200.000 Jahren sogar angemessen gewesen aber heute ist es das nicht mehr und genau das ist das Problem.

          • Sammal. Gibt es eigentlich EINE Feminismus-Bibelschreiberin, die nicht lesbisch ist? Die ueberwiegende Mehrheit ist es auf jeden Fall. Warum lassen sich normale Hetero-Frauen von Lesben Vorgaben ueber Sex, Kinderkriegen und das Familienleben machen? Das ist doch wie der Blinde der von Farben redet. Ich wuerde mich sicher nicht von Adrian beraten lassen, wie ich mit Frau/Freundin und meinen Kindern umgehen soll (auch wenn ich politisch/philosophisch sehr oft seiner Meinung bin), geschweige denn Vorgaben machen lassen.

            Echte Lesben sind eine winzige Minderheit; die koennen gar nichts ausrichten, wenn sie sich nicht an ein Phaenomen der Gesellschaft einklinken, in der etwas schief laeuft. Befragungen zeigen auch, dass max. ca. 20% der Frauen Feministinnen oder Mitlaeufer sind. Mit einer ca. 10% grossen Dauer-Opposition kann die Politik problemlos umgehen, selbst mit 13%, wie man im derzeitigen Bundestag ja sieht. Merkel sieht keinen Grund wg. der AfD auch nur einen Jota nachzugeben. Mit einer ebenso grossen Feministenpartei koennte man genauso ignorant umgehen.

            Erstens:
            Meiner Ansicht hat sich mit der industriellen und spaeter der Haushalts-Automatisierung vor allem fuer Frauen immer mehr Freizeit ergeben. Das wollten immer mehr Frauen nutzen um mehr und selbst Geld mit ausserhaeusiger Arbeit zu verdienen, entweder um vom Mann unabhaengiger zu sein oder um noch mehr Plunder zu kaufen. Dann wurde ihnen die Utopie „you can have it all“ verkauft und die wird (wie bei den Kommunisten) bis zum Zusammenbruch verfolgt.

            Zweitens:
            Die nun arbeitenden Frauen haben gemerkt, dass sie sich in die Kompetenzhierarchien nicht einfuegen koennen oder wollen. Sie koennen nicht, weil sie z.B. Kinder haben die oefter krank werden, weil sie nicht durchsetzungsstark sind oder sich verpflichtet fuehlen Oma zu pflegen. Inzwischen wollen sie auch nicht mehr, weil sie gemerkt haben, dass sie gegen Karrieremaenner regelmaessig verlieren.

            Jetzt haben wir ein echtes Problem: Eine Utopie, die nicht erfuellt werden kann, trotz verzweifeltster Massnahmen, wie Frauenquoten, Frauenfoerderung usw. Glaubt bloss nicht dass die Weiber aufgeben, solange sie noch politische Macht haben.

          • „Das ist doch wie der Blinde der von Farben redet.“

            Vorsicht.
            Diskriminierung.
            🙂

            Es gibt durchaus blinde Künstler, die mit Farbe arbeiten.
            Neulich gab es irgendwo in den ÖR eine Doku über den amerikanischen Fotografen Pete Eckert, der Bildinstallationen macht und sogar als Werbefotograf sein Geld verdient 😀

            http://www.horizont.net/agenturen/nachrichten/Grabarz–Partner-Wie-der-blinde-Fotograf-Pete-Eckert-den-VW-Arteon-inszeniert-159929

            Der Typ hört seine Umgebung, setzt sich daraus ein inneres Bild zusammen und nimmt das dann auf.
            Die Ergebnisse sind beeindruckend.

      • „Kulturmarxismus bleibt Kulturmarxismus.“

        Der große Feind, den die eine Seite als pauschal „Kulturmarxismus“ bezeichnet, wird von der anderen Seite (ich denke so an die Ecke Nachdenkseiten, Wagenknecht etc.) pauschal als „Neoliberalismus“ bezeichnet.

        Gemeint ist dasselbe und die beiden Seiten sind sich in ihrer Analyse nicht so unähnlich, daher auch die Querfrontvorwurf.

        Grob gesagt geht es um Globalismus vs, Nationalismus. Dazwischen verläuft die Frontlinie und wer sich nicht klar zu einer Seite bekennt, läuft derzeit Gefahr, zermalmt zu werden. Leider ist es keine Zeit für Subtilitäten und Differenzierungen 😦

    • Zustimmung, der Poststrukturalismus als u.a. Dekonstruktionsmoment/-aspekt aller Ideologien und ggf. der Postmodernismus als konstruktive Kritik an der Moderne und die Frage nach dem Anspruch der großen Ideologien/Erzählungen auf Unterordnung und Herrschaft sind kritisch genauso gegenüber den verschiedenen feministischen Ideologien.
      @Christian: Das sind keine Ausnahmen, sondern das ist der existenziale Gehalt dieser Theorien und Perspektiven. Dass sich die verschiedenen Ideologien dann selektiv bedienen ist zeitlos und ist ja gerade ein Zeichen der ‚Funktion‘ der Ideologie. Als reduktive nichtobjektive Verkürzung der pluralen widersprüchlichen Welt (wenn sie sekundär verganzheitlicht wird, was ein starker Drang des Menschen ist). Die Festlegung auf eine partikular konstruierte Ordnung, nicht nur von sich selbst (als Lebensphilosophie, Religion, etc.), sondern als ‚das sollen alle befolgen‘ Verganzheitlichung (Totalitäts-Aspekt aller Ideologien). In der, und als auf andere ausgeweitete, Flucht vor, der Kontingenz und Nichtvereinheitlichbarkeit der Existenz.

    • „… spricht in den zitierten Textpassagen NICHT von Kritischer Theorie sondern von Gender Studies“

      Nach meinem Einruck ist hier das Wording suboptimal. Gender Studies ist ein ziemlich überladener Begriff (s. Anteile der Gender Studies). In dieser Textstelle sind nach meinem Verständnis nur bestimmte wissenschaftlich unhaltbare feministische Dogmen, die Basis der Gender Studies sind, gemeint, und zwar nicht im Kontext von (pseudo-) akademischer Wissenschaft, sondern die Wirkung dieser Dogmen auf die Denkwelt und die verzerrte Realitätswahrnehmung der Anhänger dieser Ideologie.

    • Dank an @ Leszek, daß er mal wieder ( diesmal sogar sehr expllizit und präzis ) auf den Unterschied zwischen einem flexiblen philosophischen Experiment und einem starren, selbstverhärtenden Dogmatismus hingewiesen hat.
      Indes, ich befürchte, diese basale ( um nicht zu sagen banale ) Differenzierung ist für manche heutzutage in der Praxis eine glatte Überforderung.

      Tendenziell scheint das auch oben in der von Adrian angeschobenen Auseinandersetzung mit Piotr, Crumar und Androsch ( „et al“ ) Teil der Scheuklappen zu sein.

      Und ja, viele heutige Genderwahnsinnige scheinen der Meinung zu sein aus der „irgendwie marxistischen“ Ecke zu kommen und sich v.dh. auch irgendwelcher theoretischer Strukturen zu bedienen, die ihnen dazu so ungefähr passend scheinen.
      Das zeigt aber doch eher, daß sie zu blöd sind etwas anderes zu tun, als vorgefertigte Schablonen mit anderem Sprengstoff zu befüllen.

      V.dh. schließe ich mit denen an, die sagen: Butter bei die Fische bitte!
      CONTENT! Fuck the Wrapper!

      • „Das zeigt aber doch eher, daß sie zu blöd sind etwas anderes zu tun,“

        Leider sind das auch genau diese Genossen, mit denen du das kommunistische Utopia aufbauen müsstest.

        • Aber da will ich doch garnich hin, @ only ….
          Obwohl ich lokale Gemeinschaften ( i.w.S. „Kommunen“ ) gelegentlich gar nicht so schlecht finde.
          Nur der militante Ismus lässt mich davor grausen. Von wegen Wahlfreiheit und so …

          • Wer auch immer da hin will, muss damit klar kommen, dass die von dir beschriebenen Leute eine laute Stimme in seinem Team sein werden.

  3. „es befeuert auch einen unendlichen Diskriminierungswettlauf.“

    Das erinnert mich an einen Text, der für mich damals (beim ersten Lesen) ein Schlüsselerlebnis war: Rainer Paris: Gleichheit. Merkur, 11.08.2009 http://www.eurozine.com/articles/2009-08-11-paris-de.html bzw. meine Kurzfassung davon: Soziale Ungleichheit und ihre Beseitigung

    Im „unendlichen Diskriminierungswettlauf“ steckt der Begriff Diskriminierung, der wiederum unterstellt einen Wirkmechanismus, der eine soziale Ungleichheit erzeugt, damit wären wir bei der Frage, welche Kategeorie von sozialer Ungleichheit (binär oder graduell) hier vorliegt und, sofern graduell, wie man die Ungleichheit messen kann.

    Für soziale Kämpfe, die graduelle Ungleichheiten adressieren, stellt Paris die gut begründete These auf: „Hier hört der Streit gewissermaßen nie auf.“

    Damit wären wir wieder beim „unendlichen Diskriminierungswettlauf“. Für viele der angeblichen intersektionalen Diskriminierungen („Vorurteile“, „Benachteilung am Arbeitsplatz“, „keine Anerkennung“,…) hat man gar keine Metrik, mit der man die soziale Ungleichheit ausdrücken könnte, geschweige denn zuverlässige Meßverfahren.

    Man darf die Thesen von Paris nicht verabsolutieren, aber in erster Näherung erlauben sie eine Prognose, daß der soziale Unfrieden, den der Intersektionalismus erzeugt, sehr lange dauern wird. Ferner wird das argumentative Defizit klarer, von einer Diskriminierung zu reden, ohne die soziale Ungleichheit und deren Messung zu definieren.

    • Damit wären wir wieder beim „unendlichen Diskriminierungswettlauf“. Für viele der angeblichen intersektionalen Diskriminierungen („Vorurteile“, „Benachteilung am Arbeitsplatz“, „keine Anerkennung“,…) hat man gar keine Metrik, mit der man die soziale Ungleichheit ausdrücken könnte, geschweige denn zuverlässige Meßverfahren.

      In einem kapitalistischen Wirtschaftssystem gäbe es schon ein recht zuverlässiges Messverfahren, nämlich Einkommen und Vermögen. Aus Einkommen und Vermögen resultiert Handlungsfähigkeit und Freiheiten. Die genannten „sekundären Diskriminierungen“ führen, wenn sie wie primäre Diskriminierungen behandelt werden, unweigerlich zum Nannystaat, der willkürlich umverteilt. Typisch für diesen Nannystaat ist das Bemühen einer „linken“ Partei, mehr Frauen in Toppositionen von Politik und Wirtschaft zu befördern. Offensichtlich ist da der Massstab vollständig verloren gegangen.

  4. @Leszek

    Einige Texte der Kritischen Theorie können ohne Probleme als Blaupause für das „kritische Denken!“ des Genderismus genommen werden, z.B. steht unter Kritische Theorie bei Wikipedia:

    Horkheimer kritisiert an der „traditionellen Theorie“ der Fachwissenschaften, dass sie der Dialektik der Aufklärung, das heißt dem Rückfall der Aufklärung in Mythologie, verfalle. Der Grund dafür sei, dass sie die gesellschaftlichen Fakten als Gegebenheiten hinnehme und vergesse, dass diese Fakten keine naturgegebenen Tatsachen, sondern gesellschaftlich Gemachtes seien, in denen sich das Unrecht gesellschaftlicher Herrschaft verberge. Dieses Unrecht könne nur entschlüsselt werden, wenn man die gesellschaftliche Konstitution der sozialen Tatbestände kritisch, das heißt unter dem Gesichtspunkt der besseren Praxis erschließe. Weil die positivistische Fachwissenschaft sich dieser Reflexion verweigere, mache sie sich der Verfestigung des bestehenden gesellschaftlichen Unrechts dienstbar. Sie verschließe sich der Reflexion über die Verflechtung von Wissenschaft und Herrschaft von Grund auf und könne daher ihren theoretischen Anspruch der Werturteilsfreiheit nicht einlösen.

    Ich spiele jetzt mal die Gegenseite:

    Judit Butler kritisiert an der „traditionellen Theorie“ der Fachwissenschaften, dass sie sich der Mythologie bedienen, um die symbolische Ordnung von Geschlecht zu verfestigen. Der Grund dafür sei, dass sie die gesellschaftlichen Fakten als Gegebenheiten hinnehme und vergesse, dass diese Fakten keine naturgegebenen Tatsachen, sondern gesellschaftlich Gemachtes seien, in denen sich das Unrecht gesellschaftlicher Herrschaft verberge. Dieses Unrecht könne nur entschlüsselt werden, wenn man die gesellschaftliche Konstitution der sozialen Tatbestände kritisch, das heißt unter dem Gesichtspunkt der Konstruktion von Geschlecht aufgrund diskursiver Herrschaftsstrukturenerschließe. Weil die positivistische Fachwissenschaft sich dieser Reflexion verweigere, mache sie sich der Verfestigung des bestehenden gesellschaftlichen Unrechts dienstbar. Sie verschließe sich der Reflexion über die Verflechtung von Wissenschaft und Herrschaft von Grund auf und könne daher ihren theoretischen Anspruch der Werturteilsfreiheit nicht einlösen.

    Es macht in meinen Augen keinen Sinn, Strukturähnlichkeit zu leugnen. Sinnvoller ist es, darauf hinzuweisen, dass die mangelnde Wissens- und Charakterbildung von Feministen die Vergewaltigung und völlige Verfremdung von Konzepten der Kritischen Theorie ermöglicht haben. Da Feministen nicht sonderlich klug sind, läuft es darauf hinaus, dass Kritische Theorie nur von sehr klugen Menschen in die Praxis umgesetzt werden darf – sonst gibt es Tote und andere Nebenwirkungen. 🙂

    • @Quellwerk
      Dein Beispiel hat einen Schönheitsfehler, Butler zitiert keinen Vertreter der Kritischen Theorie.
      Sie setzt sich mit traditionell linken Positionen gar nicht, sondern nur über den Umweg der Kritik an Beauvoir auseinander. Die wiederum nichts mit der Kritischen Theorie zu tun hatte.

      • Ich habe hier nichts zur Genealogie der amerikanischen Poststrukturalismusvariante geschrieben, sondern zu Ähnlichkeiten in der Argumentationsstruktur beider Denkrichtungen. Die Entwicklung von Butler geht unter anderem über Hegel – Kojeve – Sartre – Beauvoir – Foucault – Kripke – u.a. Freud ist auch dabei. Interessant ist der Anteil der analytischen Philosophie. Du hast recht. Sie bezieht sich nicht auf die kritische Theorie und mit Marx hat sie auch nicht viel zu tun, weil sie, wie alle Feministen, vom ökonomischen System profitieren will. Kritische Theorie ist mit Hegel und Marx verwoben. Butler wendet sich explizit gegen Hegel, ist aber von ihm geformt. Für den männerrechtlich interessierten Außenstehenden ist es relativ unerheblich, ob eine Kritik von links die Zersetzung des ideologischen bürgerlichen Überbaus mittels Zersetzung von Familie oder die Zersetzung von patriarchaler Diskursherrschaft auch über die Zersetzung der Familie fordert.

    • Es gibt einen Aspekt der Kritischen Theorie, den ich ganz sinnlos finde – nämlich die Überzeugung von der umfassenden Falschheit gesellschaftlicher Verhältnisse. Wer alles als „falsch“ beschreibt, muss stillschweigend eine ganze Menge als „richtig“ voraussetzen – sonst kann er solch eine Beschreibung gar nicht formulieren. Wir hatten darüber schon bei man tau einmal eine Diskussion, da hat denn auch Leszek Adorno gegen diese pragmatische Kritik verteidigt. https://man-tau.com/2016/02/03/wie-hast-dus-mit-dem-feminismus/#comment-5965

      Adorno selbst jedenfalls hätte – da bin ich mir nach dem, was ich von ihm kenne, sicher – die Vorstellung als Kitsch abgetan, es ließe sich eine RICHTIGE Gegenposition gegen die falsche Welt beziehen. Berühmt ist ja sein Satz, dass nach Auschwitz alle Kultur Müll sei, einschließlich der so dringend notwendigen Kritik daran. Das heißt: Auch die Kritik der Falschheit sozialer Verhältnisse ist von dieser Falschheit geprägt.

      Zum Beispiel ist damit auch die gerade bei MeToo immer wieder geäußerte Vorstellung Kitsch, Männer sollten sich auf das Zuhören und Lernen beschränken, während Frauen reden. Die Erfahrungen von Frauen sind nicht privilegiert, ist nicht irgendwie reiner als die von Männern, weil sie irgendwie weniger die patriarchalen Herrschaftsordnungen widerspiegelten. Dasselbe gilt für die Erfahrungen von Transsexuellen gegenüber „Cis“-Sexuellen, oder Schwarzen gegenüber Weißen, etc. ….

      Tatsächlich lässt sich mit Adorno wenig anfangen, wenn jemand eine konsistente politische Position formulieren möchte. Es ist gerade typisch für ihn, dass jeder Versuch, irgendwo festen Boden zu finden, immer in derselben Aussichtslosigkeit endet. Auch im Vergleich mit Antje Schrupp, beispielsweise ( https://man-tau.com/2016/05/24/rechtsstaat-regen-ressentiments/ ), lässt sich zeigen, dass Feministinnen Adorno nur sehr selektiv heranziehen. Das gilt auch für die Gender Theorie.

      Butler distanziert sich deutlich davon, Frauen als politische Subjekte in den Mittelpunkt ihrer Theorie zu stellen. Wer einen Menschen als „Frau“ wahrnehme, vollziehe damit bereits Konstruktionsmuster einer heterosexistischen Gesellschaftsordnung nach und bestätige damit eben gerade die Herrschaftsformen, die doch eigentlich kritisiert werden sollten. Es stimmt – dieses argumentative Manöver hat große Ähnlichkeit mit Argumentationen Adornos, nur eben auf die Geschlechterpolitik projiziert.

      Würde diese Argumentation aber in Adornos Sinn ernst genommen, dann ließen sich darauf kaum Gender Studies in ihrer jetzigen Form aufbauen. Auf welcher Grundlage sollten die denn „forschen“, wenn doch auch alles, was sie tun, nur die Falschheit des Erforschten reproduziert?

      Was Adorno angeht, wird er im heutigen Feminismus, einschließlich feministisch geprägter Gender Studies, ebenso selektiv herangezogen, wie dort auch alles andere selektiv herangezogen wird. Wer die Kritische Theorie dafür verantwortlich machen möchte, verkennt m.E. den Unernst, mit dem sich viele heutige Feministinnen aus der Theorie-Tradition bedienen.

      Damit wird dann wiederum ein „Kulturmarxismus“-Gerede gefördert, das ebenso uninformiert ist. Ein Beitrag zu einer Schlacht mit Schlagwörtern („Kulturmarixmus!“ – „Patriarchat!“ – „cissexistische Strukturen“ etc.).

      • Quellwerk hatte weiter oben ja schon die Nörgelei Butlers über DIE Gesellschaft, DIE Wissenschaft und DIE Geschlechter, jeweils an sich, erwähnt.
        Ich muß da immer ein wenig schmunzeln und frage mich, wie es sein kann, daß ein moderner Mensch so wenig systematisches Denken und Respekt sein eigen nennen kann.

        DIE Gesellschaft, als Schnittmenge aller nennenswerten menschlichen Gesellschaften, ist das größte und bis jetzt am besten ausgeforschte wissenschaftliche Experiment aller Zeiten ( so ungefähr gleich nach den Dinosauriern ). Es wird seit hunderttausenden Jahren im 1:1-Praxis-Trial&Error-Doppelblindversuch gnadenlos betrieben. Davon locker mindestens zehntausend ( eher ein Mehrfaches ) in ganz bewußter und gezielter Exploration und Auswertung.
        Und da kümmt Julchen Butlerin und meint, das wäre sowieso alles total falsch, müßte mit der Flex zerlegt und irgendwie neu zusammengeschraubt werden, ha ha …..
        Was hat die noch gelernt? Bücherlesen und schlau klingend einherschwafeln?

  5. Christian, danke für die Erwähnung des Artikels! Ich hab hier gerade noch einen Kommentar verfasst, der aber leider im WordPress-Nirvana verschwunden ist. Könntest Du bitte mal nachschauen, ob er im Spam-Ordner gelandet ist?

  6. Nachtrag zur Debatte über „Kulturmarxismus“, „kritische Theorie“, „Links“, „Rechts“

    Einen Schritt zurückgetreten und diese Debatte betrachtet: sind die gestellten Fragen (ist Feminismus links, etc.) und deren heftige Diskussion hier nicht geradezu ideal für das Machtspiel des Feminismus?
    Dessen Gegner hier (die sich in dessen schädlichen Konsequenzen und idiotischen Grundlagen durchaus einig sind) verkrallen sich mit wachsender Heftigkeit in die Frage, ob die Linken, die Marxisten etc. „Schuld“ sind am herrschenden Feminismus. Die Unterschiede werden als größer wahrgenommen, als die Gemeinsamkeiten. Jenen, die sich politisch links verorten, wird der Feminismus als inhärente Konsequenz ihres Denkens vorgeworfen. Daß sie dem argumentativ widersprechen, zählt nicht.
    Wenn ich eine schlaue Feministin wäre und diese Diskussion läse: ich würde mir die Hände reiben.
    Divide et impera.

    Und wenn ich „rechts“ wäre – und politisch schlau – ich würde den Feminismus lieben. Denn er unterwandert alle linke Parteien und läßt sie errodieren. Er treibt mir – meiner rechten Partei – langsam aber sicher die Wähler zu.

    Das hat übrigens schon der CIA bei den Postmodernen erkannt: sie spalten und schwächen „links“, sie marginalisieren es, sie verwischen die zentralen Kritikpunkte von links an der (kapitalistischen) Gesellschaft und stabilisieren sie dadurch. Die Postmodernen sind nicht „getarnte Marxisten“, hier irrt der (von mir sehr geschätzte) Jordan Peterson. Sie sind „progressiv“ getarnte Reaktionäre. Detto alles was daraus folgte. In der Kunst genauso wie in der Politik.

    Nein, der heutige Feminismus ist nicht links, er hat linke Parteien und linkes Denken parasitär unterwandert. Ich fürchte: nicht mehr rückgängig zu machen. Zu tief eingedrungen, zu viele Machtpositionen (und zusehr das Denken vermeintlicher Linker) besetzt. Gut für Euch „Rechte“, für Euch „Linkenhasser“.

    Aber, und ich sage das grob: ihr macht in dieser Diskussion den typischen Männerfehler: vor lauter theoretischem Furor (der Kampf von Gedanken, also von Interpretationen) versinkt Euch das konkret Schädliche, Falsche, Gefährliche zur Nebensache. Recht zu haben wird wichtiger, als konkret zu verändern. Verbündete werden zum Gegner.

    Ein Vorschlag
    Könnte man es nicht so betrachten:
    Nehmen wir mal an, es stimmt, daß der Feminismus eine Konsequenz linker (oder marxistischen oder kritischer) Theorie sei. Nehmen wir an, ich lehne links und marxistisch ab.
    Und halte den Feminismus für schädlich und zu bekämpfen.
    Sind für mich dann dessen Gegner aus dem „linken“ Lager nicht überraschenderweise besonders gute Verbündete? Meiner Meinung, obwohl „aus dem andere Lager“.
    Kann man nicht sagen: ich glaube Dir, daß für Dich, obwohl links, der Feminismus deinem Denken widerstrebt. Ich behandle Dich so, als könntest Du darin Recht haben. Wir sind uns in dieser Sache einig, wir haben hier politisch etwas gemeinsam.
    Wir divergieren aber in grundlegenden politischen Ansichten. Lassen wir darin den Feminismus als Argument beiseite: unsere Gemeinsamkeit darin ist praktisch und konkret weitaus größer als unsere Unterschiede.
    Bekämpfen wir diesen gemeinsam
    – und tragen wir unsere politischen Differenzen unabhängig davon aus.

      • Trotzdem ist Kostya’s Besorgnis durchaus schwerwiegend. Es werden hier stunden- manchmal tagelang aufreibende Geplänkel geführt, über Aspekte, die hier letztendlich unklärbar sind, während die ( aller hier ) Gegenseite locker und vollfit vollkommen ungehindert durch sämtliche Institutionen marschiert und jeglichen Überrest von Vernunft einfach gnadenlos plattwalzt.

        Ich denke, die von Dir, @Quellwerk, angeführte „Zusammenarbeit“, gibt es höchsten im privaten Hintergrund, hier bemerke ich davon schlichtweg nichts, was die Bezeichnung rechtfertigen würde.

        Allerdings – und das halte ich für durchaus mindestens erwähnenswert, gibt es sicherlich einige stille Mitleser, die sich hier Ideen und Anregungen, sowie Kritik, indirekt abholen. Ein zwar kaum überprüfbarer, jedoch m.E. nicht zu unterschätzender Effekt.

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