Auswirkungen kostenloser Kindertagesstätten auf die Erwerbstätigkeit der Frau

Der Spiegel berichtet über eine Studie:

Eine aktuelle Studie des Instituts zur Zukunft der Arbeit (IZA) zeigt: Ob der Kita-Besuch kostenlos ist oder nicht, hat auf die Erwerbstätigkeit von Frauen kaum Einfluss. Frauen arbeiten demnach nicht mehr, wenn sie für den Kita-Besuch ihrer Kinder keine Gebühren zahlen müssen.

Allerdings geben mehr Eltern ihre Kinder zur Betreuung, wenn diese kostenlos ist – vor allem in einkommensschwachen Familien. Messen lässt sich der Effekt allerdings nur für jüngere Kinder: Im letzten Kindergartenjahr bleibt auch mit Gebühren ohnehin kaum noch ein Kind zu Hause.

Für ihre Studie haben die Heidelberger Forscherinnen Anna Busse und Christina Gathmann Daten des Sozio-Oekonomischen Panels (SOEP) von rund 9000 Haushalten aus den Jahren 2010 bis 2015 untersucht. Die Ergebnisse beziehen sich nur auf Westdeutschland und Berlin.

Wenn mehr Eltern ihre Kinder in die Kita stecken, dann hätte man erwartet, dass dann Zeit frei wird,  mit der man wieder in den Beruf einsteigen kann. Anscheinend passiert das aber nicht.

Aus der Studie:

For mothers of younger children, we do not find an effect on labor force participation or working hours on average (see columns (2), (5) and (8)). Yet, we find some effect if we allow the treatment effect to vary across childcare years. Mothers of very young children (2-3 year-old) do not adjust their labor supply though we did find that their children were more likely to attend daycare and less likely to be cared for at home (see table 3). Hence, labor supply of mothers with very young children is highly inelastic to price changes in our context. A comparison with evidence from East Germany reveals that East German women with preschool children have not only higher employment rates than their West German counterparts but are also more responsive to daycare prices – with estimated price elasticities of between -0.1 and -0.2 (Gathmann and Sass, 2018). For children aged between 4 and 5 in turn, we find that the labor force participation of mothers decreases if their child has access to free
daycare. Such an effect is expected if the income effect raises the demand for maternal leisure.
However, the decline is with 2.2 percentage points or 3.9% ((0.01 0.029)*1.18/0.57=0.039) quite modest. Taken together, the provision of free daycare has little effect on daycare choices for older children but reduces their mothers’ labor supply. For very young children in turn, a free daycare
policy encourages earlier entry into public daycare rather than home care; yet, that does not

Der fett gedruckte Satz lautet, wenn ich ihn richtig verstehe:

Für Kinder im Alter zwischen 4 und 5 haben wir festgestellt, dass die Beteiligung der Mütter an der Erwerbsgruppe abnimmt, wenn das Kind Zugang zu freier Betreuung hat. Ein solcher Effekt ist zu erwarten, wenn der Einkommenseffekt den Bedarf für mütterliche Entspannung erhöht.

Ich verstehe es so, dass die kostenlose Betreuung quasi eine Form zusätzliches Einkommen darstellt, die man vorher nicht hatte, bzw dass eben mehr Einkommen zur Verfügung steht und damit die Mutter weniger verdienen muss und die Zeit damit für die mütterliche Entspannung genutzt wird.

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