Alleen, Blumen, Frauen und ein Bewunderer, die alle übermalt werden, weil sie an Belästigung erinnern

Das Gedicht auf Deutsch:

Alleen

Alleen und Blumen

Blumen

Blumen und Frauen

Alleen

Alleen und Frauen

Alleen und Blumen und Frauen

und ein Bewunderer

 

Aus einem Spiegelartikel:

An der Hauswand fristeten sie ein friedliches Dasein, bis sich der Asta der Hochschule im April 2016 über die Bedeutung des Gedichts beschwerte: „Ein Mann, der auf die Straßen schaut und Blumen und Frauen bewundert. Dieses Gedicht reproduziert nicht nur eine klassische patriarchale Kunsttradition, in der Frauen ausschließlich die schönen Musen sind, die männliche Künstler zu kreativen Taten inspirieren“, kritisierten die Studierendenvertreter. „Es erinnert zudem unangenehm an sexuelle Belästigung, der Frauen alltäglich ausgesetzt sind.“ Sie forderten, das Gedicht, das aus dem Jahr 1951 stammt, zu übermalen.

Der Kunstgehalt des Gedichtes finde ich jetzt nicht gerade berauschend.  Auch der Inhalt enthält keine hochtrabenden Gedanken.

Aber das jemand, der Alleen, Blumen und Frauen bewundert gleich an sexuelle Belästigung erinnert erscheint mir doch erschreckend. Al

55 Gedanken zu “Alleen, Blumen, Frauen und ein Bewunderer, die alle übermalt werden, weil sie an Belästigung erinnern

    • Selbstverständlich.
      #NichtGutGenug

      Schlimmer aber ist eigentlich, dass mit „…der Frauen alltäglich ausgesetzt sind“ Transpersons gänzlich unsichtbar gemacht werden.

  1. In
    https://www.berliner-zeitung.de/berlin/alice-salomon-hochschule-ist-das-gedicht-an-der-fassade-frauenfeindlich–28420896
    steht:
    „In seinem Antrag hat der Studentenausschuss Kriterien aufgestellt, dem Vorschläge für die neue Fassadengestaltung genügen müssen: „Das eingereichte Werk darf in keiner Hinsicht diskriminierend sein. Sexistische, rassistische, ableistische, lookistische, klassisistische, ageistische oder sonstige diskriminierende Bezüge werden nicht akzeptiert.“ So klingt es, wenn alle Formen von Benachteiligung auf einmal in den Blick genommen werden. Das Ziel ist die totale Anständigkeit. – Quelle: https://www.berliner-zeitung.de/28420896 ©2018″

    Es gab mal eine Zeit, da galt es geradezu als konstituierendes Merkmal von „echter“ Kunst, unbedingt provozierend und anstößig, also „offensive“ zu sein. Einer solchen Definition würde ich mich zwar nicht anschließen – aber in jedem Fall teile ich die Auffassung, dass eine Kunst, die nicht mehr provozierend und anstößig sein darf, kaum der rede Wert ist – und langweilig und belanglos wird.
    Eine solche Kunst will niemand wirklich haben. Nur die proklamatoren einer solchen pseudokunst finden sie gut. Aber auch die werden sie nicht selbst aufhängen, ansehen oder tatsächlich beachten. Sie dient ihnen nur als bestätigung ihrer eigenen allmachtsphantasien, ales kontrollieren zu können.

      • Die befürworter solcher Aktionen kommentieren das geschehen jedenfalls in aller Anständigkeit und mit der ihnen eigenen eloquenz z.B. so:

          • „Der Höhepunkt dieser Verfolgung war im Mai 1933 die so genannte „Aktion wider den undeutschen Geist“, die vor allem von den deutschen Studenten geplant und durchgeführt wurde.“

            Das sind die Bücherverbrennungen.

            „Warum unterstützten die Studenten die Nationalsozialisten?
            Die deutsche Studentenschaft war schon während der Weimarer Republik stark national eingestellt. Die Republik von Weimar lehnten viele Studenten ab. So hatten die Nationalsozialisten bei den deutschen Studenten nach der Machtübernahme leichtes Spiel, diese für ihre Ziele zu gewinnen und einzuspannen. Es bildeten sich an den Universitäten Kampfausschüsse, die „wider den undeutschen Geist“ kämpften.“

            http://www.zeitklicks.de/nationalsozialismus/zeitklicks/zeit/politik/begriffe/buecherverbrennung/

          • „Die Bücherverbrennung nicht,“

            Naja…

            Anders als oft behauptet wird, wurden die Bücherverbrennungen nicht von der NSDAP oder ihren Unterorganisationen initiiert. Veranstalter war vielmehr die Deutsche Studentenschaft, die sich damit, wie Wissenschaftler mutmaßen, den Nationalsozialisten andienen wollte.
            ( ….)
            Um den Bücherverbrennungen einen besonders feierlichen Anstrich zu geben, begannen sie meist mit einem Fackelzug. Die Studenten – viele von ihnen im Ornat ihrer Verbindungen – machten sich auf dem Weg zu ihrem Scheiterhaufen, nicht selten sammelten sie unterwegs noch die letzten Bücher ein. Beim Scheiterhaufen erwartete die Studenten und die Teilnehmer der Veranstaltung zunächst ein öffentlicher Vortrag, in Berlin wurde er von Joseph Goebbels gehalten, in den anderen Städten von Professoren der jeweiligen Universität. Unter großem Gejohle der Studenten und eines breiten Publikums aus der Stadt wurden zum Abschluss des Abends die Bücher in Brand gesteckt.

            http://www.buecher-wiki.de/index.php/BuecherWiki/Buecherverbrennung1933Deutschland

          • Ich bin mir ganz sicher:
            Sollten die SJW jemals eine echte öffentliche verbrennung politisch unkorrekter Bücher durchführen (zutrauen würde ich es ihnen – insgeheim dürfte das der feuchte Traum von so manchen Kandidaten sein, wenn das thema „Bücherverbrennung halt nur nicht so arg belastet wäre…)
            dann werden wir natürlich auch darüber ausführliche Artikel und Stellungnamen leen können, warum das dann was gaaanz anderes ist und warum irgendwelche verleiche völlig unangebracht sind, weil sie sind ja die Guten.

            Und dann kann sie nochmal schreiben:
            „und wenn noch ein depp „zensur“ schreit und schiefe und geschichtsrevisionistische vergleiche zur bücherverbrennung bemüht, scheiße ich ihm auf den teppich. Nicht bevor ich ihn beim Genderrat angeschwärzt habe.“

          • Tja, die Bücherverbrennungen. Heute wie damals unisono die selbe und intolerante Radikalität derer, die eigentlich nur die übelsten Formen der Zensur Andersdenkender im Kopf haben:

            Heinrich Böll verbrennt jetzt Bücher?

            Nein, natürlich nicht er, der linksintellektuelle Schriftsteller persönlich. Sondern dieses geschieht, seinen Namen missbrauchend, in der gleichnamigen Stiftung und einem angehängten Gunda-Werner-Institut. Eine(s) also, welche sich als „parteinahe Stiftung von Bündnis 90/Die Grünen“ definiert und stolz solche Veranstaltung inszeniert, die sich explizit mit dieser Thematik beschäftigt:

            https://emannzer.wordpress.com/2017/07/24/heinrich-boell-verbrennt-jetzt-buecher/

    • „In seinem Antrag hat der Studentenausschuss Kriterien aufgestellt, dem Vorschläge für die neue Fassadengestaltung genügen müssen: „Das eingereichte Werk darf in keiner Hinsicht diskriminierend sein. Sexistische, rassistische, ableistische, lookistische, klassisistische, ageistische oder sonstige diskriminierende Bezüge werden nicht akzeptiert.“

      Mal im ernst. Ein Gedicht zu schreiben, dass all diese Kriterien vorbehaltlos erfüllt, wäre … öhm … eine Kunst.

      • Wenn das gomringer-Gedicht bereits als sexistisch durchgeht, wird es mit den oben genannten Kriterien jedenfalls sehr Eng für so ziemlich alles, was entfernt an Lyrik erinnern könnte..
        Einzig Dada könnte noch einigermaßen unverfänglich sein.
        Ich kene bislang keine Vorwürfe wegen Sexismus, Rassismus und Diskriminierung gegen Dada, insofern könnte das (noch?) durchgehen für die Fassade.

        Aber das ist auch nur eine Frage der Zeit.
        Wie man leicht nachprüfen kann
        https://de.wikipedia.org/wiki/Dadaismus
        „Dadaismus oder Dada war eine künstlerische und literarische Bewegung, die 1916 von Hugo Ball, Emmy Hennings, Tristan Tzara, Richard Huelsenbeck, Marcel Janco und Hans Arp in Zürich begründet wurde“
        Aha – also wieder mal eine Bewegung alter weißer Männer – und schon allein deshalb rassistisch.

        Es bleibt wohl letzlich nur ein Gedicht, das alte weiße Männer beschimpft. das wäre vermutlich das einzig wirklich unverfängliche.

        • Ps.:
          Nur wer wirklich mal ein Dada-Gedicht laut vorgetragen gehört oder gar (vieleicht in einer Gruppe?) selbst vorgetragen hat, kann nachvollziehen, warum das einfach geil sein kann.
          Auf Papier oder Bildschirm macht das nix her.

          https://de.wikipedia.org/wiki/Gadji_beri_bimba
          gadji beri bimba glandridi laula lonni cadori
          gadjama gramma berida bimbala glandri galassassa laulitalomini
          gadji beri bin blassa glassala laula lonni cadorsu sassala bim
          gadjama tuffm i zimzalla binban gligla wowolimai bin beri ban
          o katalominai rhinozerossola hopsamen laulitalomini hoooo
          gadjama rhinozerossola hopsamen
          bluku terullala blaulala loooo

          zimzim urullala zimzim urullala zimzim zanzibar zimzalla zam
          elifantolim brussala bulomen brussala bulomen tromtata
          velo da bang band affalo purzamai affalo purzamai lengado tor
          gadjama bimbalo glandridi glassala zingtata pimpalo ögrögöööö
          viola laxato viola zimbrabim viola uli paluji malooo

          tuffm im zimbrabim negramai bumbalo negramai bumbalo tuffm i zim
          gadjama bimbala oo beri gadjama gaga di gadjama affalo pinx
          gaga di bumbalo bumbalo gadjamen
          gaga di bling blong
          gaga blung

          • Denkbar wäre noch ein Gedicht aus Emoticons. Das wäre so richtig modern und „schmissig“. Natürlich nur, wenn man die aktuellsten Emoticon-Sets hernimmt. Also die, die auch people of color usw. beinhalten. Da wären vorher aber die Urheberrechte zu klären. Habe gehört, dass Apple ziemlich pissig werden kann, wenn man ihre eingetragenen Marken und Werke nicht respektiert.

          • „Denkbar wäre noch ein Gedicht aus Emoticons“
            Schwierig.
            Emoticons lassen sich ja immer noch Bedeutungen zuweisen.
            Dada sind einfach nur laute ohne eigene Bedeutung. Deshalb kannst du Dada nur noch dadurch diffamieren, indem du seine Autoren selbst angreifst, nicht die Inhalte
            Prinzipiell kannst du ein emoticon-„Gedicht“ über die Zusammensetzung der emoticons angreifen.
            Verhältnis der POC zu non-poc, mänchen zu weibchen. Noch schlimmer natürlich durch die charakterisierung der emoticons: Wodurch wird ein emoticon weiblich? doch nicht etwa durch – (egal was du jetzt hier einsetzt, du hast immer verloren) ZÖPFE? Pfui, toxic gender stereotypes, sexismus !

            Nein, ein emoticon-Gedicht ist auf jeden Fall angreifbar.

          • „gaga di bling blong
            gaga blung“

            In Schulzes Würselen gibt es ne Realschule, da haben besoffene (Ex?)-Schüler Farbbeutel an die Fassade des Gebäudes geworfen und zerplatzen lassen.
            Sah ganz witzig aus. Wäre für die ASH doch auch ne Möglichkeit.
            Könnte dann „Buntes Gedicht ohne Worte“ heißen.

            Und jeder, der vorbeikommt, könnte noch ne „Strophe“ hinzufügen.

            Mich beschleicht zunehmend das Gefühl, dass wir nach dem Verlassen des Zeitalters der Postmoderne in das Zeitalter der Realsatire eintreten.

            Irgendwann klatscht sich irgendjemand auf die Schenkel vor Freude und jubelt: „Reingefallen! Der ganze Feminismus war nur DaDa!“

          • „Irgendwann klatscht sich irgendjemand auf die Schenkel vor Freude und jubelt: „Reingefallen! Der ganze Feminismus war nur DaDa!““

            Dada ist witzig, selbstironisch, macht spaß und nimmt sich selbst nicht al zu Ernst.

            Nein, mit feminismus hat das bestimmt nichts zu tun.

          • „Dada ist witzig, selbstironisch, macht spaß und nimmt sich selbst nicht al zu Ernst.“

            Hurrtz.

            Dadaismus wollte provozieren. Und das heißt, er wollte bei seinen Gegnern schlechte Laune erzeugen, um sie dann öffentlich zu veralbern.

            Und man kann den Feminismus sehr wohl als absurdes Theater ansehen, das eigentlich nach menschlichen Maßstäben von Niemandem ernstgenommen werden KANN.

            Hoffen wir mal, dass es so ist und sich die Geschichte möglichst bald aufklärt, damit sie nicht noch eine wirklich üble Eigendynamik entwickelt 🙂

        • Kunst lebt doch seit jeher davon, zu provozieren. Je lauter die blöken, desto mehr Provokationen wird es geben und die Gegenbewegung entsprechend stark machen.

    • “ „Das eingereichte Werk darf in keiner Hinsicht diskriminierend sein. Sexistische, rassistische, ableistische, lookistische, klassisistische, ageistische oder sonstige diskriminierende Bezüge werden nicht akzeptiert.““
      Tja, da bleibt dann genau gar nichts mehr an Kunst übrig. Denn alles, was vordergründig vielleicht passen könnte, erfüllt die Bedingungen der Bla-Blaistischen Definition und ist somit automatisch unter „sonstige diskriminierende Bezüge“ zu verbuchen. Es beleidigt und diskriminiert qua Definitionem jegliche Vernunft, den gesunden Menschenverstand und jedes engagierte künstlerische Interesse.
      Einfach weil es die relevanten Bedingungen dieser hirnlosen Ansage erfüllt.

  2. https://www.neues-deutschland.de/artikel/1063172.alleen-und-blumen-und-frauen-und-ein-michael.html

    „Im unterfränkischen Lohr gab es in dieser Woche eine kleine Erregung über eine Statue, die von der Stadt vor einer Turnhalle aufgestellt wurde. Die Statue trägt den Namen »Michael« – und dieser Michael ist nackt und mit einem ordentlichen Gemächt ausgestattet. Die Statue müsse verschwinden, denn sie passe nicht in die unmittelbare Nähe eines Kinderspielplatzes und einer Grundschule, empörte sich ein Leser in einem Brief an die Lokalzeitung. “

    Bemerkenswert, dass man sich in Zeiten von Lutz, dem Frühstecher https://emannzer.wordpress.com/2015/05/27/lutz-der-fruhstecher/ über eine nackte Statue aufregen kann.

    Es fällt langsam schon auf, dass sich in den vergangenen Monaten die SJW Angriffe auf Kulturobjekte häufen.
    Wäre es da mal Zeit für eine Bestandsaufnahme?
    Mir fällt da noch auf Anhieb ein :

    Die Beendigung einer Ausstellung im Göttinger Studentenwerk (da steht tatsächlich Studentenwerk – schon ein Skandal an sich )
    http://www.spiegel.de/lebenundlernen/uni/brueste-und-po-studentenwerk-goettingen-beendet-ausstellung-a-1176889.html

    und natürlich noch der Bildersturm in den USA auf mehr oder weniger „republikanische“ Denkmäler
    http://www.zeit.de/2017/35/bildersturm-kulturkampf-rassismus-donald-trump-usa

    Wer kennt weitere Beispiele?

    • Schon etwa länger her ist die Geschichte einer Bibliotheksbereinigung, bei der erst mal die Mitarbeiter alle in Urlaub geschickt wurden und danach der Bibliotheksbestand um ca. 40% „bereinigt“ war – inklusive z.B. „rassistischen“ Kinderbüchern, in denen das N-Wort vorkommt (Pipi Langstrumpf & co?)..
      Es hieß in der Begründung, das „wording“ sei nicht „zeitgemäß“. Heißt also, die Bücher entsprechen nicht dem politisch korrekten neusprech.

      Während Bibliotheksbereinigungen grundsätzlich üblich und häufig sind, war das Verfahren in diesem Fall schon denkwürdig.
      https://www.schwarzwaelder-bote.de/inhalt.bad-duerrheim-saeuberungaktion-entsetzt.a4688027-15c2-4956-8ba3-e8dcec29e0be.html
      https://karstenmende.wordpress.com/2015/08/30/buechervernichtung-im-laendle-fragen-die-gestellt-werden-muessen/

    • @maddes

      Wenn du dir die Liste der Unterzeichnerinnen unter der Deneuve-Petition anschaust, wirst du viele Kuratorinnen finden.
      Die haben sich eingefunden, weil ihnen schwant, worauf der Neo-Puritanismus in Kombination mit radikalem Subjektivismus hinauslaufen wird.

      Wenn jeder „offended“ sein kann und darf, ist natürlich Kunst offen, beliebig subjektiv als „offensive“ *empfunden zu werden*.
      Das altmodische Wort dafür hieß „anstößig“, also etwas, an dem der Spießbürger „Anstoß nahm“, weil es seinen „Anstand“ verletzte oder die „Sittlichkeit“ oder die „öffentliche Moral“.
      In jedem Fall war der Spießbürger selbst ernannter Hüter von „Anstand“ , „Sittlichkeit“ und „öffentlicher Moral“.

      Die neuen Spießbürger nutzen nur neue Begriffe: „Das eingereichte Werk darf in keiner Hinsicht diskriminierend sein. Sexistische, rassistische, ableistische, lookistische, klassisistische, ageistische oder sonstige diskriminierende Bezüge werden nicht akzeptiert.“

      Weil sie die selbsternannten Hüter_Inxen des neo-puritanischen Anstands, der Sitte und der Moral in der Öffentlichkeit sind.
      Selbstverständlich gebührt *nur ihnen* zu urteilen, was unter ihren Bannfluch fällt, was insofern logisch ist, da sie die Verletzung ihres spießbürgerlichen Empfindens auch ganz exklusiv *nur selber* wahrnehmen können.

      In ihrem tief empfundenen, aber immerhin offen gelebten Narzissmus sind sie Legislative, Judikative und Exekutive in einem.
      Ich möchte quasi mit Brecht sagen: „Der Schoß ist furchtbar noch, aus dem das kroch.“ Um so mehr ich mich mit diesen Neo-Spießbürgern und regressiven Pseudo-Linken auseinandersetzen muss, desto eher frage ich mich, ob an der Sozialfaschismus-These nicht doch etwas dran war.

    • Da gibt es doch dieses Werk in Paris, das die Frau als dümmlich grinsendes Mädchen in züchtiger Pose zeigt.
      Also, sowas geht gar nicht mehr in unserer aufgeklärten Zeit, das muss sofort verbrannt werden.

      Wie hieß der Bengel noch?
      Mich…
      Mich…
      ah, … nee,
      das war Leonardo da Vinci.
      Und das Schundwerk hieß „Mona Lisa“, oder so.

      • Michelangelo war der, dessen Frauenakte alle aussehen wie Männerkörper mit angeklebten Halbkugeln.
        Die sixtinische Kapelle ist voll davon und muss übermalt werden, denn es ist ja klar, dass damit das Stereotyp vom Männlichen als Norm perpetuiert wird.

        • Du weißt natürlich, dass die sixtinische Kapelle längst übermalt ist..
          „Kurz vor Michelangelos Tod 1564 wurde der Erlass („Pictura in Cappella Ap[ostoli]ca coopriantur“) verabschiedet, der Übermalungen von als unsittlich empfundenen Ausschnitten vorsah. Die Übermalungen wurden bald begonnen und auch noch viele Jahrzehnte später fortgesetzt. Hiermit beauftragt wurde Daniele da Volterra, was diesem den Spottnamen Braghettone („Hosenmaler“) eintrug.“
          https://de.wikipedia.org/wiki/Sixtinische_Kapelle#Rezeption

          Seit meiner Kindheit und bis vor kurzem fand ich das eher albern und hätte für völlig unmöglich gehalten, dass wir irgendwann gar zu meinen Lebzeiten wieder dahin kommen könnten, dass Leute derartiges gut finden, aber inzwischen stehen die Zeichen der zeit anders.
          Immerhin gut, dass die sixtinische Kapelle im Vatikan steht, und die Kirche ist wohl mittlerweile längst nicht so viktorianisch prüde wie die Genderista.

    • Ist eine Wiederholung, da schon weiter oben zum Thema Bücher gepostet. Aber diese talibanistische Vorgehensweise, auch in diesem Land, die nimmt langsam aber sicher nicht nur absurd groteske Züge an, sondern wirkt sich zensorisch und diktatorisch auf Meinungsfreiheit und Pluralismus aus.

      Woanders sprengt man Kulturgut, teilweise jahrtausendaltes, hierzulande macht man es sanfter – aber dennoch mit ebensolcher Diktion, maddes8cht. Hier nun meine Wiederholung, die schon weiter oben steht:

      Tja, die Bücherverbrennungen. Heute wie damals unisono die selbe und intolerante Radikalität derer, die eigentlich nur die übelsten Formen der Zensur Andersdenkender im Kopf haben. Es geht mir nicht um die Bewerbung meines etwas älteren Artikels, sondern um den kriechend sich anschleichenden Würgegriff bestimmter ‚Fanatiker‘, welche sukzessive zu einer Gefahr für die Meinungsfreiheit werden:

      Heinrich Böll verbrennt jetzt Bücher?

      Nein, natürlich nicht er, der linksintellektuelle Schriftsteller persönlich. Sondern dieses geschieht, seinen Namen missbrauchend, in der gleichnamigen Stiftung und einem angehängten Gunda-Werner-Institut. Eine(s) also, welche sich als „parteinahe Stiftung von Bündnis 90/Die Grünen“ definiert und stolz solche Veranstaltung inszeniert, die sich explizit mit dieser Thematik beschäftigt:

      https://emannzer.wordpress.com/2017/07/24/heinrich-boell-verbrennt-jetzt-buecher/

    • Ist der Beuys eigentlich schon aus sämtlichen Museen und Kunstsammlungen/-ausstellungen entfernt worden?
      Der Kerl hat FETT(!!!)-Ecken gemacht und ist mit einem Einbaum ( Phallussymbol !!! Das stelle man sich nur mal vor …) über den Rhein geschippert. Unglaublich!!Einszweidrölf!!!!

      Oder hat man die Werke von Borchert schon verbrannt? Der hat DIE Elbe ( eindeutig weiblich konnotiert ) mit Suizid und darauf assoziierten Sehnsüchten direkt in Verbindung gebracht, das ist Frauenfeindlich!1!1!!

      Fallada, Picasso, Kästner, Dali ….., ihgitt, das ganz Zeuch MUSS SOFORT vernichtet werden ( hechel, schnauf, schnappatme … ) …

    • Fast vergessen, aber natürlich darf in dieser Sammlung nicht fehlen:
      Die Aufregung letzten Monat um das Balthus -Gemälde „Therese Dreaming“ im New Yorker Metropolitan Museum.
      https://de.sputniknews.com/panorama/20171206318578495-metropolitan-museum-gemaelde-maedchen-balthus/

      „Die Unternehmerin Mia Merrill nahm Anstoß an dem Gemälde und forderte, es zu entfernen.“
      Und natürlich:
      „Sie schlug vor, das Werk des französischen Malers durch jedes andere Gemälde zu ersetzen, das von einer Frau gemalt worden sei.

      Merrill startete eine Online-Petition, die inzwischen von Tausenden Menschen unterzeichnet wurde.“

      Das Metropolitan zeigte allerdings klare Kante, knickte vor dem Mob nicht ein und entfernte das Bild nicht.

      • Das war natürlich ein deutschsprachiger Artikel und ich hab jetzt nicht gesucht, was diese Frau Merrill tatsächlich geschrieben hat, aber:
        „nahm anstoß“ war vermutlich wohl „offended“ – hat hier also auch mal jemand so übersetzt.
        „schlug vor, das Werk[….] durch jedes andere Gemälde zu ersetzen“ ist aber wohl ziemlicher Unfug.
        Da wird durch „any“ anderes gemälde gestanden haben, aber das ist nicht durch „jedes“, sondern durch „irgendein“ anderes zu übersetzen.
        „press any key“ bedeutet ja auch nicht: „drücken sie jede Taste“, sondern „drücken sie irgendeine Taste“

  3. Wobei die Argumentation des AStA in sich durchaus schlüssig ist. Insbesondere mit diesem Passus hier

    „Unsere Forderungen stellen wir nicht nur als Frauen*, sondern vor allem auch als Studierende einer „Hochschule mit emanzipatorischem Anspruch[, die] dem gesellschaftlichen Auftrag Sozialer Gerechtigkeit und kritischer Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen Entwicklungen verpflichtet“ (zit. nach: http://www.ash-berlin.eu/profil/leitbild/) ist.“

    Ja, ich denke auch, dass eine unkritische Bewunderung weiblicher „Schönheit“, die objektiv nicht vorhanden, sondern nur ein als „Schönheit“ maskierter sexualler Trigger ist, nicht zu dieser Selbstverpflichtung passt.

    Vielmehr sollte ein dort angebrachtes Kunstwerk m.M.n. an weibliche Hybris gedenken, die sich zeitgeistig in öffentlichem Rumgezicke, Falschbeschuldigungen und heuchlerischem Gejammer über die Nachteile des Frauseins manifestiert.

    Also wenn schon unbedingt irgendwas mit Weibern an die Fassade soll.

    Gäbe aber noch genug anderes. Eine Hymne auf männliche Kreativität und Schaffenskraft z.B. Oder eine Eloge auf die Harmonie der Natur oder die Schönheit der Mathematik…

    🙂

  4. Gut das der Schandfleck von der Wand ist.
    Ich muss bei Alleen immer an tote Fahranfänger am Straßenrand denken.
    So hat halt jede/r sein Kreuz zu schleppen mit der Poesie.

  5. „Der Kunstgehalt des Gedichtes finde ich jetzt nicht gerade berauschend. Auch der Inhalt enthält keine hochtrabenden Gedanken.“

    🙂

    Erinnert mich an „Deutschlantis“ von Bernd Zeller, mit dem schönen Zitat „Kunst wird daran gemessen, wie sehr sie unter den Nazis verboten worden wäre“.

    Deshalb auch den Alice-Salomon-Preis (eine jüdische Frauenrechtlerin). Ein (mit viel gutem Willen) „Gedicht“ von Blumen und Frauen, was hätte der Führer wohl dazu gesagt?

    Die heutigen Generationen bewerten das offenbar anders und kommen im Ergebnis ihren vermeintlichen Feinden erstaunlich nahe…

  6. Also wenn das „zu sexistisch“ ist, dann sind offenbar ein paar Puritanern die Maßstäbe abhanden gekommen. Das sollte man wohl mal „rekalibrieren“:

    Titten
    Titten und Ärsche
    Ärsche
    Ärsche und Frauen
    Titten
    Titten und Frauen
    Titten und Ärsche und Frauen
    und ein Schwanz
    8==========> – – –

    • Solange Feministinnen am liebsten Gender Studies oder andere Laberfächer studieren und sich keinen Schnurz um echtes IT-Wissen interessieren, solange ist die Versorgung mit Porn und Videospielen sichergestellt. Da mache ich mir keine Sorgen.

      Wie will eine Quotentusse deren IT-Verständnis nicht über die Bedienung von Twitter und Facebook rauskommt es mit IT-Nerds aufnehmen die innerhalb kürzester Zeit Kopierschutzmaßnahmen und Netzsperren aushebeln können?

  7. Die netten nackten Englein aus der Bibel und der Tora,
    Ibsens stolze Nora und Botticellis Flora,
    Salome, Athene, Ntschotschi und Hermine,
    fiktive Fraun vernascht man ohne Schuld und ohne Sühne,

    denn es gibt sie gar nicht wirklich und doch gibts sie irgendwie.
    Es gibt sie hier in mir, hier in meiner Phantasie,
    die für ein paar Sekunden ihren Seelen Leben schenkt.
    Die sind bestimmt sehr dankbar dafür, daß man an sie denkt.

    Ich sags mir immer wieder,
    es hat einfach keinen Zweck.
    Ich schäme mich beim Wichsen,
    ich krieg’s einfach nicht weg.

    Es hat mir nie geschadet und doch immer gut getan.
    Wenns nicht Gottes Wille wäre, käm ich gar nicht dran.
    Ohne könnte keine Frau mehr ausgehn in der Nacht.
    Und jeder andre Mann hier hat es auch schon mal gemacht.

    Ich sags mir immer wieder,
    es hat einfach keinen Zweck.
    Ich schäme mich beim Wichsen,
    ich krieg’s einfach nicht weg.

    Das geht direkt zur Sache ohne Kinoschlange stehn,
    ohne jeden blöden Small-Talk, ohne teuer essen gehn.
    Wenn dabei gestöhnt wird, ist es ohne Zweifel echt.
    Und man macht sichs selber meistens gar nicht mal so schlecht.

    Ich sags mir immer wieder,
    es hat einfach keinen Zweck.
    Ich schäme mich beim Wichsen,
    ich krieg’s einfach nicht weg.

  8. „Aber das jemand, der Alleen, Blumen und Frauen bewundert gleich an sexuelle Belästigung erinnert erscheint mir doch erschreckend.“

    Fritz Nietzsche Zarathustra weiß es zu erklären:

    „’Dem Reinen ist alles rein’ – so spricht das Volk. Ich aber sage euch: den Schweinen wird alles Schwein!“

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