Die Universität Oxford gibt Studenten mehr Zeit für Mathematiktests, weil Frauen besonders anfällig für Zeitprobleme sind (Überschrift aufgrund meines Fehlers korrigiert)

UPDATE: mein Fehler, ich hatte es falsch gelesen, die Zeit wurde für alle verlängert, nicht nur für die Frauen, danke für die Hinweise

Eineinteressante Meldung:

Oxford University has extended time for maths and computer science exams in a bid to help women get better grades.

Undergraduates were given 105 minutes to complete their papers, rather 90.

There was no change in difficulty or the length of questions and female students were said to do better as a result.

Dons trialed the changes to allow women to achieve higher results, with just seven female maths finalists achieving firsts last year compared with 45 men.

Also die Männer schneiden besser ab, deswegen macht man die ansonsten gleichen Tests leichter für die Frauen? Das scheint mir eine Klage wegen Benachteiligung aufgrund des Geschlechts ja geradezu einzuladen.

Mal sehen, was sie zur Begründung anführen:

The proposals were put forward to reduce the ‚undue effects of time pressure‘ which the prestigious university believe effects women more than men, reports the Sunday Times.

Der Zeitdruck soll Frauen also mehr belasten als Männer? Und das nicht etwa im Schnitt, sondern generell? Da würde ich ja gerne die Studien zu sehen.

However, critics have slammed the changes as ’sexist‘ as they believe it suggests that women are the weaker sex.

Frauen sind in dem Bereich eben auch das „schwächere Geschlecht“ im Schnit. Es wäre interessant, worauf die Kritiker die unterschiedlichen Ergebnisse zurückführen. Auch interessant, dass der Artikel niemanden zitiert, der das unfair gegenüber den männlichen Studenten findet

A document obtained by the Times, under Freedom of Information laws, showed that faculty at the university believed the changes could: ‚mitigate the… gender gap that has arisen in recent years, and in any case the exam should be a demonstration of mathematical understanding and not a time trial.‘

Na, dann hebt die Zeit doch für alle an. Wobei eben das Verständnis üblicherweise auch daran deutlich wird, dass man Aufgaben innerhalb einer bestimmten Zeit löst.

While experts suggest there are no gender differences in mathematical ability,

Da sprechen die Ergebnisse der SAT-Tests eine andere Sprache:

mathematische Fähigkeiten Männer Frauen

mathematische Fähigkeiten Männer Frauen

Die Unterschiede bestehen zudem nach meiner Kenntnis mal wieder nur im Schnitt, also eher nach dieser Grafik:

Damore Populationen Normalverteilungen

Damore Populationen Normalverteilungen

 

Und da muss man eben berücksichtigen, dass Mathestudenten bereits eine Spitzenauswahl darstellen, sich also insbesondere in der linken Ecke des oberen Bildes bewegen. Woraus sich der Unterschied ergibt. Einzelne Mathematikerinnen mögen dabei zur Spitzengruppe gehören und es könnte sogar die beste Mathematikerin theoretisch weiblich sein, aber jedenfalls im Schnitt sind so eben die Jungs besser, aber eben auch einzelne Frauen besser als bestimmte Männer.

Sarah Hart, maths professor at Birkbeck, University of London, said she had noticed that female students double-checked their answers before suggesting them in class.

Whereas male students were quicker to answer, but more likely to get them wrong.

Okay, aber warum sollte die eine Strategie belohnt werden? Wäre es nicht effektiver beiden beide Strategien vorzustellen und sie die wählen zu lassen, mit der sie besser zurechtkommen? Das ist ja sonst bei Prüfungen auch so.

 

Oxford University it would continue to ‚monitor exam data carefully‘.

‚The departments are not drawing any firm conclusions from the first year’s data‘, a spokesman said.

‚However, third-year female students did show an improvement on their second-year marks. 

‚While there is clearly more progress to be made, the departments will continue with the longer papers for the foreseeable future, monitoring the exam data carefully.‘

Da darf man gespannt sein. Es wäre eigentlich zu erwarten, dass die Frauen sich verbessern, wenn sie mehr Zeit haben.
Wenn ein Mann da zB weil er knapp durch eine Prüfung fällt, klagt, dann wäre es sehr interessant.

42 Gedanken zu “Die Universität Oxford gibt Studenten mehr Zeit für Mathematiktests, weil Frauen besonders anfällig für Zeitprobleme sind (Überschrift aufgrund meines Fehlers korrigiert)

  1. Behindert.

    „Auch interessant, dass der Artikel niemanden zitiert, der das unfair gegenüber den männlichen Studenten findet.“

    Das interessiert nur niemand. Wie Hendrik schon bemerkte: Wenn man sagt man kämpft für die Menschenrechte von Männern, kommt die Gegenfrage ‚aber was haben Frauen davon?‘

    Aber bestimmt sehe ich das nur falsch und es gibt schon einen anderen Bereich, auch nur einen einzigen, in dem man die Prüfungsbedingungen für Männer vereinfacht hat. 😉

  2. Ich kann in dem verlinkten Artikel keinen Hinweis erkennen, daß diese Verlängerung nur für Frauen gilt – wie kommst Du darauf? Allerdings fehlt jegliche Aussage darüber, wie sich die längere Zeit auf die Ergebnisse von Männern ausgewirkt haben, insofern ist das schon irritierend. Natürlich kann ein Mann, der schon fertig ist (und alles richtig hat), von der längeren Zeit nicht profitieren. Der Beitrag behauptet aber, daß Männer zwar schneller, jedoch häufiger falsch antworten. Da wäre schon interessant, ob sie die zusätzliche Zeit nutzen, ihre Ergebnisse noch mal zu überprüfen.

  3. „Undergraduates were given 105 minutes to complete their papers, rather 90.“

    Wenn das nicht SEHR schlampig formuliert ist, bekommen ALLE Studenten mehr Zeit.

    Dadurch wird riskantes „Wird schon stimmen, schnell die nächste Aufgabe“ Prüfungsverhalten weniger lukrativ. Scheint als Argument nicht völlig abwegig.

    • Es wird hier ein besonderes Prüfungsverhalten unterstellt, ohne Beleg?

      Männer können dann offensichtlich nicht nur besser Mathe, sondern sich auch besser auf sonstige Randbedingungen einstellen? Ist es das was sie aussagen wollen, in Oxford? Na dann, bitte … 🙂

      • @ ddbz:
        „Männer können dann offensichtlich nicht nur besser Mathe, sondern sich auch besser auf sonstige Randbedingungen einstellen?“
        Exakt das ist der Punkt, der Rest ist Schwafelei.
        Es geht also überhaupt nicht um eine Benachteiligung von Männern, schon gar nicht in der Prüfung, sondern um die Absenkung des Niveaus in periperen Aspekten und deren Folgewirkungen!
        Und das ist allerdings fatal!

        Ich kontruiere einfach mal ein völlig irrwitziges Beispiel um das Ganze hübsch anschaulich zu machen.
        Mathematik im Mschinenbau bei der Instandsetzung hochkomplexer Großanlagen Bbpw. wäre das in Erdölraffinerien denkbar, ich nehme mal, bei es so absurd ist wie hübsch passend, einen Flugzeugträger in einer Krisensituation.

        Die Ruderanlage ist ausgefallen, weil die Stellmotoren aufgrund eines nicht entdeckten Produktionsfehlers ( möglw. schon in der Berechnung ) festgegangen sind. Dummerweise treibt der Eimer auf ein Riff zu und Hilfe kann nicht rechtzeitig vor Ort sein. Man hat zwar alle Materialien und Maschinen an Bord, um Ersatz zu basteln der provisorisch helfen könnte, aber es sind komplexe Zusammenhänge zu beachten, z.B. Der Temperatur- und Verschleißverlauf ( erstens soll das Provisorium nicht sofort wieder festgehen, zweitens muß es notfalls bis zum nächsten erreichbaren Hafen halten, drittens sind die Originaltoleranzen der Teile ja die Ursache für die Havarie ).

        Da braucht man Leute, die nicht nur schnell rechnen, sondern u.a. auch flexibel entscheiden können, welches Formelwerk und welcher Wert welchen Platz im Ranking der Prioritäten haben muß, zumal ja extremer Zeitdruck herrscht.

        Eine kleine Opfergenderistin, die sich erstmal eine Krise nimmt, den Psychologen konsultiert und dann doch auf Beruhigungspillen zurückgreifen muß ( weil sie von der Realität ja sooo überfordert und diskriminiert wird ) ist da schlichtweg die absolut falsche Wahl.
        Da muß wer ran, der das vielleicht vor mehr als einem Jahrzehnt gelernte, locker eintippt, pragmatisch entscheidet was jetzt in welcher Reihenfolge mit welcher Genauigkeit zu geschehen hat UND das notfalls auch gleich ausdrucken ( oder an die Maschinen senden ) und mit dem Mechanikerteam in Zerspanung und Montage umsetzen kann.

        Fazit:
        Es geht bei der Erhöhung der Zeitvorgaben nicht um die armen Männer, sondern um zu erwartenden Schäden für die Allgemeinheit!

  4. @Christian

    „Oxford University has extended time for maths and computer science exams in a bid to help women get better grades.“
    Sie haben es wohl für alle verlängert, damit Frauen besser abschneiden können…

    • Sie hatten die Landesweiten Schulprüfungen umgestellt, damit Mädchen besser abschnitten. Die Jungs sind danach demassen abgeschmiert, dass sie die Änderungen zurücknehmen mussten.

      Es geht darum 50/50 zu pushen ohne nach den Gründen zu fragen, weil Frauen. Denn wenn 50/50, dann auch in Bio, Soziologie, Sprachen …

  5. Prüfungen sind dazu da – in einer Zeit X über Stoff Y abgefragt zu werden. Die Diskussion über die Prüfungszeit ist dabei müßig. Wenn es mehr Zeit gibt, gibt es mehr Aufgaben. Außer die Aufgaben werden begrenzt. Dann gehen die Asse nach der Hälfte der Zeit, weil sie alles durch gerechnet und kontrolliert haben.

  6. Als ich heute früh nur die Überschrift gelesen habe, war ich ziemlich aufgebracht, da zusätzliche Zeit eine Beleidigung für die teilnehmenden fähigen Frauen gewesen wäre.
    Ich kam aber nicht gleich dazu, einen Kommentar dazu zu schreiben.

    Da inzwischen aber geklärt ist, dass ALLE mehr Zeit bekommen, gibt’s hier ein Video mit Mr. Bean bei einer Matheprüfung.

    • Es ist auch so eine Beleidigung der fähigen, teilnehmenden Frauen.
      Denn ihnen wird ja nach wie vor unterstellt, sie wären zu blöd, die Prüfung in der bisher vorgegebenen Zeit zu schaffen.
      Dass Männer hier vielleicht auch mal von einer Frauenbevorzugung profitieren könnten, steht auf einem anderen Blatt. Geändert wurde der Prüfungsablauf nicht, um Männern hilfreich unter die Arme zu greifen, sondern um wieder einmal Frauen zu bevorzugen.

      • Es hilft auch Männern, die etwas langsamer und dafür exakter denken. Wenn ich zum Beispiel für die Aufnahme in eine begrenzte weiterführende Gruppe eine „Wettbewerbsklausur“ konzipiere geht das über Schwierigkeit und Menge der Fragen. Wenn eine bestimmte Gewichtung zu einer besseren Durchmischung der Gruppe führt ist das positiv

        • @helamsha

          Deine Ansicht ehrt dich, das war aber nicht ihr Ziel, denn es wurde explizit so bestimmt: „Oxford University has extended time for maths and computer science exams in a bid to help women get better grades.“

          Das Ziel der Maßnahme sind *bessere Noten für Frauen* und ein *nicht intendierter* Nebeneffekt wäre, Männern zu helfen „die etwas langsamer und dafür exakter denken“.
          Dass meine Ansicht zutrifft, kann man auch aus der Art der Evaluierung der Maßnahme ablesen (meine Herv.): „However, third-year FEMALE students did show an improvement on their second-year marks.“

          Das Ziel ist – auch in Deutschland übrigens; hier nachweislich bereits im Schulbereich – Mädchen und junge Frauen auf jeden Fall in die Spitzengruppe zu hieven.
          Dafür werden a. Hürden für sehr gute Zensuren in Mathe gesenkt und b. Jungs bei gleicher Leistung schlechter und c. bei besserer Leistung gleich bewertet (dies fächerübergreifend).
          Der Effekt ist bereits jetzt so, dass die Durchschnitts-/Abiturnoten von Jungen 0,3 Noten schlechter sind als die von Mädchen – bei gleichen Leistungen.
          Ob man im Abi eine 1,7 oder 2,0, eine 1,4 oder 1,7 hat, macht bei einem NC-Fach im Studium einen gewaltigen Unterschied.

          Insgesamt soll damit eine sich selbst erfüllende Prophezeiung weiblicher Exzellenz bewusst hergestellt werden.
          Leider sind hier im Forum zu viele Männer, die sich zu sehr auf den Inhalt einer Sache konzentrieren, statt auf die Form und die Darstellung der Sache.

          In der *Darstellung* Berliner Abiturnoten nach Geschlecht wird sehr gut sichtbar, welcher Eindruck erweckt werden soll: Exzellente Leistungen sind dominant weiblich.
          Narrativ ist: Nun, wo die patriarchale Unterdrückung weggefallen ist, setzt sich eben *das bessere Geschlecht* durch, welches *schon immer* besser war, aber bisher eben unterdrückt worden ist.
          Dass die Vorteile des *besseren Geschlechts* eine soziale Konstruktion sind – sozusagen – und auf der Diskriminierung von Jungen beruhen braucht ja niemand zu wissen.

          Bzw. seit 2010 kann man sogar im „Tagesspiegel“ schreiben, dass Mädchen besser benotet werden als Jungen, als wäre das ein „offenes Geheimnis“.
          Hat sich die Misandrie erst einmal durchgesetzt, ist selbst die Verlautbarung von Diskriminierung und offener Vorteilsnahme keinerlei Problem mehr.

        • @Helansa:
          Du Vermischt zwei Aspekte in unzulässiger Weise.
          Wer langsamer denkt, denkt dadurch nicht exakter, eher ist davon auszugehen, daß jemand der in Ruhe schnell denken kann im Schnitt auch die exaklteren Ergebnisse liefert. Besonders unter Druck.
          Eine Absenkung des Prüfungsniveaus ist immer auch eine Absenkung des Niveaus im späteren Beruf.

          Ausnahmen bestätigen die Regel zwar, bleiben aber Ausnahmen und sind von daher grundsätzlich kein zuverlässig zu bewertender Faktor.

          • @Fiete

            „Wer langsamer denkt, denkt dadurch nicht exakter“ – das ist eine richtige Bemerkung. Aber so funktioniert Feminismus nicht!

            Das feministische Narrativ und ihr Erklärungsansatz zielt darauf ab, dass besonders, insbesondere und vor allem Frauen unter einem *stereotype threat* – einem Vorurteil – leiden, sie könnten kein oder schlecht Mathe.
            Was wiederum ihr Selbstbewusstsein beeinträchtigt, so dass jede Drucksituation schädlich für dieses Selbstbewusstsein ist, „wenn nämlich (…) Angst das Verhalten im Sinne des Vorurteils beeinflusst.“
            Merke: „Insbesondere (sic!!!) in Testsituationen kann sich die Angst leistungsmindernd auswirken.“
            https://de.wikipedia.org/wiki/Bedrohung_durch_Stereotype

            Hingegen haben junge Männer ein – selbstverständlich unterstellt – höheres Selbstbewusstsein und keine (!) Angst in einer Testsituation.
            Das sollten sie jedoch weniger (Selbstbewusstsein) bzw. mehr (Angst) haben, denn wisse: „Sarah Hart, maths professor at Birkbeck, University of London, said she had noticed that female students double-checked their answers before suggesting them in class. Whereas male students were quicker to answer, but more likely to get them wrong.“

            Schnell (männlich) ist eben „more likely“ falsch (männlich) zu sein.
            Hingegen haben die vorbildlich „double-checked“ Resultate (weiblich) den Vorteil „more likely“ richtig (weiblich) zu sein.
            Damit hat man die Behauptung formuliert: „Wer doppelt checkt, denkt dadurch richtiger.“ und „Frauen *müssen* durch ihre internalisierte Verunsicherung alles doppelt checken und sind dadurch langsamer.“

            Ein Test spiegelt also *kein* abrufbares individuelles Wissen wieder, sondern es ist alles eine Frage der Geschlechter-Psychologie, bzw. eine *der patriarchalen Strukturen*, die internalisiert werden.
            Der Feminismus hievt den gesamten Kontext auf eine Meta-Ebene, in dem es gar nicht um die fachliche Ebene geht, sondern um die Frage, welche *psychischen Faktoren* den fachlichen Erfolg sicherstellen oder ver- oder behindern.
            Wobei es nicht um messbare psychische Faktoren geht, sondern um die Durchsetzung feministischer Unterstellungen, wonach Frauen in solchen Situationen prinzipiell benachteiligt werden.

            Demzufolge: *Hätten* die Frauen das (ungerechtfertigte) Selbstbewusstsein der Männer, wären sie auch schneller.
            *Würden* die Tests die internalisierte Verunsicherung der Frauen berücksichtigen, die alles „double-checken“ *müssen*, dann zeigte sich das auch in den Test*resultaten*. Das ist letztlich die These, die zur Verlängerung der Prüfungsdauer geführt hat.

            Die ist wiederum eine Variation des oben von mir angeführten: „Nun, wo die patriarchale Unterdrückung weggefallen ist, setzt sich eben *das bessere Geschlecht* durch, welches *schon immer* besser war, aber bisher eben unterdrückt worden ist.“

            Wenn die Realität nicht so ist, dann muss eben den Frauen geholfen werden „to get better grades“, bzw. es müssen die Bedingungen sich so lange ändern, bis sich diese Resultate herstellen lassen.

          • „Wer langsamer denkt, denkt dadurch nicht exakter“ Ich meinte im Sinne von Pareto-Optimierung. Die letzten Details halten unnötig auf. Es fällt uns leichter10 von 10 Aufgaben zu 80% zu lösen als sieben perfekte Lösungen auszuarbeiten. Ich musste im Physikstudium auch erst lernen, dass man Klausuraufgaben nicht nacheinander abarbeitet

        • Nein, positiv ist das nur, wenn das auch so beabsichtigt ist. Und genau das wage ich zu bezweifeln.
          Ich würde sogar so weit gehen, dass man, wie anfangs von Christian falsch interpretiert, die Anforderungen nur für die Frauen abgesenkt hätte. Allerdings wäre die Bevorzugung bzw. die Benachteiligung dann zu offensichtlich gewesen.

  7. Man bekommt keine nennenswerten Zahlen von Frauen in diese Sektoren ohne die Standards massiv abzusenken. Ist beim Militär so, ist nun auch bei den Naturwissenschaften so. China wird uns zerlegen, dort nimmt man nämlich auf „Gefühle“ keine Rücksicht und die Standards bleiben hoch.

  8. Die Gleichstellungsideologie versucht aktuell (a) Strukturen und Konstrukte die zu angeblichen systematischen Privilegierungen bestimmter Gruppen führen zu identifizieren und abzuschaffen, gleichzeitig gibt es (b) zunehmend Bemühungen „Marginalisierten“ Vorteile zu verschaffen um diesen besseren Zugang an lukrativen Posten zu verschaffen. Punkt „a“ wird in vieler Hinsicht nicht funktionieren und im Laufe der Jahre wird durch „Privilegierung“ bewirkte höhere Befähigung bestimmter Gruppen als normal angesehen und (b) als sozial gerechtes Korrektiv. D.h. dass Männer (besonders asiatische) sich im Schnitt in STEM bessere Leistungen erbringen als schwarze Frauen ist dann akzeptiert, gleichzeitig wird Diversität als kulturell-moralischer Wert nicht angezweifelt. Bis dann irgendwann die vielen Schildkröten auf Zaunpfosten auffallen, diese wieder in ihre alten Biotope gebracht werden und die Gesellschaft geradewegs im 19. Jahrhundert landet

  9. Ist doch mal ein schönes Beispiel für „Feminismus ist für alle gut“. 🙂
    Schließlich gibts auch nicht ganz wenige Männer, die mit mehr Zeit bessere Klausuren schreiben!

    Ihr wollt halt immer nur das Negative bemäkeln, auch wenn eine Veränderung niemanden schadet, sondern sogar allen nutzt.

    • Nun, Leonie, ich möchte aber nicht Opfer Deiner hübschen „alle werden glücklich-gemacht- Ideologie werden.

      Wenn ich in einem OP liege und zwei Ärzte mit langen Sonden in mir herumfummeln, dann möchte ich, daß die ihre Arbeit best- und schnellstmöglich erledigen und mit dabei nicht mit irgendwelchem Dreck infizieren, der dann via Sepsis doch noch zum Tode führt.

      Und genau diese Gefahrensituation habe ich tatsächlich ganz real, life und in Farbe vor gerade mal gut zweieinhalb Jahren in einem Herz- und Gefäßzentrum erlebt.
      Glücklicherweise hat der operiernde Prof. nachdem er die unfähige Assistensärztin rausgeschmissen hatte, der überwachende Radiologie, der als Notbehelf dann mitfummelte, ich anfing das Bewußtsein immer wieder zu verlieren, das nervenaufreibende Gemurksel dann ( im vorläufigen Streit mit mir ) abgebrochen.
      Und Glücklicherweise war der Chefarzt und Klinikleiter, obwohl er schon eine WE- Doppelschicht hinter sich und zwei per Heli eingeflogene Notfälle noch vor sich hatte, nach kurzer heftiger Diskussion ( u.a. auch mit mir ), noch in der Lage, mich Montags morgens wieder so gut zusammenzuflicken, daß ich nicht nur gerade irgendwie so überlebt, sondern auch beide Beine ( und zwar funktionsfähig ) behalten habe.

      Ich mache da die Absenkung des Ausbildungsniveaus an der MHH ( Hannover, die Klink ist Ausbildungsbetrieb ) für verantwortlich.

      Weiteres Beispiel wäre das Hamsterverterinärsyndrom, welches dafür sorgt, daß es zwar in jeder Großstadt jede Menge an Tierärztinnen gibt, die halbtags Wellensittiche liebevoll umsorgen, gern auch mit Homöopathie und Bachblütentropfen, daß aber ein Bauer, dessen Kuh beim Kalben am Sonntag festhängt, die Arschkarte hat. Da kommt dann keiner.

      • @Fiete

        Abgefahrene Geschichte!
        Warst du in der Notaufnahme nach einem Unfall?

        Dann: Es wird sowieso noch lustig, wenn die Mehrzahl der Mediziner inzwischen Medizinerinnen sind, die jedoch nur halbtags arbeiten wollen – faktisch musst du zwei ausbilden, um eine Vollzeitstelle zu besetzten = doppelte Kosten für die Gesellschaft.
        Was übrigens gut begründen würde, warum man Frauen weniger zahlt. 😉
        Dank Mutterschutz usw. ist es außerdem fraglich, wer dann Nachtschichten und Wochendschichten reißen wird…
        Was machen die eigentlich, wenn eine komplette Alterskohorte gleichzeitig schwanger wird???
        Laden dicht?

        • „Es wird sowieso noch lustig, wenn die Mehrzahl der Mediziner inzwischen Medizinerinnen sind …“

          Wir haben diesen Zustand bereits – und er wird sich noch verschärfen. (War mal ein Beitrag bei Arne im Board.)

    • Ich finde die Änderung auch nicht zwangsläufig schlecht. Eine längere Prüfungsdauer muss keine Absenkung der Qualität bedeuten. Eher ist es so, dass bei Prüfungen, die so angelegt sind, dass man sie nur teilweise bearbeiten kann, die Studenten sich nur auf die einfachsten Aufgaben konzentrieren (auch beim Lernen schon) und überhaupt kein Anreiz besteht, sich an die anspruchsvollen Fragen heranzuwagen. Und wer die fachliche Qualifikation nicht mitbringt, wird auch mit noch so viel Zeit die Aufgaben nicht lösen können. Die Befürchtungen zum Prüfungsniveau, die man hier in den Kommentaren so liest, sind m.E. die üblichen maskulistischen Beißreflexe.

      Ich glaube übrigens nicht, dass die neuen Regeln Frauen deutlich bessere Noten bescheren werden.

      • Manche Prüfungen sind aber extra so angelegt, dass auch win zeitlicher Druck aufgebaut wird. Dem müssen bspw. Notfallmediziner nämlich auch gewachsen sein. Insofern nützt eine Absenkung der Prüfungsstandards nichts, sondern schadet.

        • Die Bewertungsskalen von Prüfungen werden ja in der Regel auf eine stabile Bestehensquote kalibriert. Eine Verlängerung der Bearbeitungszeit wird also nicht zu leichteren, sondern zu anderen Prüfungen führen. Vor der Umstellung lag der Fokus eher darauf, die einfachsten Aufgaben zu identifizieren und deren schnelle Bearbeitung zu trainieren. Danach geht es eher darum, auch die harten Nüsse zu knacken, ungeachtet des zusätzlichen Zeitaufwands und es Risikos, dass es vielleicht nicht gelingt.

          In der Medizin mag die Bearbeitungsgeschwindigkeit wichtiger sein, in Mathematik und Informatik, um die es im betrachteten Fall ging, halte ich eine stärkere Fokussierung auf schwierigere Aufgaben für nicht so verkehrt.

          • Die Bewertungsskalen von Prüfungen werden ja in der Regel auf eine stabile Bestehensquote kalibriert. Eine Verlängerung der Bearbeitungszeit wird also nicht zu leichteren, sondern zu anderen Prüfungen führen.

            Ist doch Quatsch, was du da schreibst.
            Natürlich ist eine Prüfung einfacher, wenn der Stressfaktor (hier die Zeit) genommen wird.
            Genau deshalb legt man manche Prüfungen ja so an, dass sie auch einen Zeitdruck beinhalten.

            Aber natürlich werden Prüfungen auf eine „stabile Bestehungsquote“ von Frauen hin kalibriert.
            Anscheinend hast du endlich verstanden, dass und wo die Ungerechtigkeit liegt.

      • „Ich glaube übrigens nicht, dass die neuen Regeln Frauen deutlich bessere Noten bescheren werden.“

        Glaub ich auch nicht.
        Irgendein Zeitdruck bleibt immer. Und wer sich vorher schon davon beeindrucken ließ, den hilft auch eine Verlängerung nicht.
        Unser Physik-Prof lästerte zwar gern: „Manche Aufgaben lösen sich schon durch langes Anstarren“, was aber meiner Erfahrung nach nur selten funzt.
        Langes Anstarren des Aufgabenzettels war in aller Regel ein deutliches Indiz für einen Systemabsturz im Kopf mit folgendem All-Reset.

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