Haare als „fundamentaler“ Bestandteil von Schönheit

Emily Ratajkowski hatte einen neuen Werbedeal mit einem Shampoo-Hersteller abgeschlossen und ein Bild von sich mit Betonung auf dem Haar und dem Spruch:

“Hair is a fundamental part of beauty, femininity, and identity. So excited to announce that I am the new face of @kerastase_official!”

Dies war das Bild, der Spruch wurde inzwischen geändert:

Die Reaktionen waren wohl für sie unerwartet harsch:

“Hair is not a ‘fundamental’ part of beauty. There are people with cancer and other illnesses who are unfortunately undergoing treatment that causes them to lose their hair. Saying that hair is a ‘fundamental’ part of beauty is extremely shallow and it gives off the false idea that hair is a necessity,” commented one Instagrammer.

“Where’s the apology????” asked another.

Ratajkowksi quickly went into damage-control mode, updating her Instagram caption to something more palatable to the masses.

Ich finde das Argument, dass Frauen, die eine Chemo machen, und ihr Haar verlieren, dennoch schön sein MÜSSEN und deswegen Haar kein fundamentaler Bestandteil von Schönheit sein kann, denkbar schlecht.

Es ist aus meiner Sicht ein merkwürdiges Verständnis von Schönheit, denn ein Grundsatz, nachdem Leute, die eine Krankheit haben bzw unter den Folgen einer Behandlung leiden, gleichzeitig schön sein müssen, hat nichts mit dem Konzept von Schönheit zu tun.

Das Haare gerade bei Frauen wesentlich Attraktivitätsmerkmale sind liegt eher daran, dass sie einen relativ weiten Blick zurück in die Vergangenheit erlauben:

Beim Haupthaar, dass beim Menschen eine beachtliche Länge im Vergleich zu anderen Tieren erreichen kann, ist zunächst erst einmal anzumerken, dass es sich durchaus als „Costly Signal“ anbietet. Am Haar kann man über den Wuchs, den Glanz, die Pflege vieles über den Ernährungsstand und den Gesundheitszustand des Trägers innerhalb der letzten Monate oder Jahre erkennen. Schönes, gesundes, glänzendes langes Haar wird daher in den meisten Kulturen gerade bei Frauen als Attraktivitätsmerkmal geschätzt.

Natürlich kann man dennoch auch ohne Haare schön sein (siehe auch), aber das ist eher die Ausnahme von der Regel, sucht man nach schönen Frauen, dann werden der allergrößte Teil der Frauen lange Haare haben. Hier die ersten drei Bilder, die mir bei einer Suche nach „beautiful women“ von Google angezeigt werden:

Gal Gadot

Hier sieht man gut, dass die Haare in den Fotos durchaus betont sind und einen wichtigen Part bilden.

Und auch die meisten Krebs-Patientinnen werden es genauso sehen, weswegen für viele der Verlust des Haares auch nicht unbedeutend ist und sie sich schöner fühlen und sie sich nicht selten Perücken zulegen, damit sie sich besser fühlen.

Insofern ist der Angriff auf Emila Ratajkowski unnötig hart, auch weil es von ihr eigentlich eher ein harmloser Spruch ist: Sie ist nicht wegen ihres Haars so bekannt geworden, sie ist bekannt geworden, weil sie einen schlanken, sportlichen Körper mit großen Brüsten hat, und diese in einem Musikvideo zeigte:

Man könnte hier gut sogar anführen, dass sie sich mit dem Hinweis darauf, dass Haare etwas schönes sind, die einem wesentlichen Bestandteil von Schönheit ausmachen, eher zurückhält. Denn schöne Haare sind in der heutigen Zeit ja noch relativ einfach für eine Frau zu erreichen, im Gegensatz zu den sonstigen Merkmalen von Schönheit, die Emily Ratajkowski  für sich anführen könnte.

Aber natürlich darf man in dem Bereich nichts als „festen Bestandteil von Schönheit“ bezeichnen, denn Schönheit darf nichts objektives sein. Es wäre interessant, ob Emily Ratajkowski einen Instinkt, dass abzusprechen, noch eher in einigen Frauen hervorruft, weil sie eben über Nacktheit und große Brüste eine recht offene Sexualität anspricht, die sie vielleicht noch eher als Konkurrenz erscheinen lässt und einen Abwehrreflex anspricht.

 

 

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64 Gedanken zu “Haare als „fundamentaler“ Bestandteil von Schönheit

  1. Einfach ignorieren. Es gab mal ne fette, die erzählt hat das Menschen, wie Wale, eigentlich eine aquatische Spezies sind und daher fett der natürliche Zustand. Somit schön.

  2. Schaut sie Euch genau an, Mädels: Keine Tätowierungen, keine Piercings. Auch das übrigens ein fundamentaler Bestandteil von Schönheit.

  3. Historisch gesehen, waren lange Haare (mindestens im europäischen Kulturraum) ausgehend von den richtig dargelegten Signalwirkungen auch immer ein Zeichen von Macht Ansehen Freiheit des Trägers.
    Daher ja vielleicht auch heute die mehr oder weniger obligatorische Kurzhaartracht für Mainstream – Männer — keine Macht, kein Ansehen, keine Freiheit (?)

    abgesehen von der Außenwirkung haben lange Haare auch eine sinnliche Wirkung auf den Träger selbst, wenn der Wind darin spielt, wenn sie einen sanft streicheln, wenn man selber darin rumspielt, sie um den Finger wickelt…
    Wobei das wohl eher ein weibliches Verhalten ist, ich selbst neige wenig dazu in meinen (langen) Haaren rumzuspielen, während ich es z.B. auf Zugreisen fast ständig beobachte, das besonders junge Frauen dauernd an ihren Haaren rumspielen.
    Es ist eigentlich wie bei vielen Sachen, die eine erotische Wirkung auf das andere Geschlecht haben, sie haben auch eine sinnliche Wirkung auf den Träger selbst.

    • Es hat schon seinen Grund warum ich weiterhin (relativ) lange Haare trage, auch wenn ich in einem stock-konservativen Umfeld arbeite. (Die Arbeit selbst ist deutlich moderner als das Umfeld selbst).

    • „Historisch gesehen, waren lange Haare (mindestens im europäischen Kulturraum) ausgehend von den richtig dargelegten Signalwirkungen auch immer ein Zeichen von Macht Ansehen Freiheit des Trägers.“

      Und das sowohl bei den nordischen Völkern als auch bei den mediterranen. Und weit über 2000 Jahre lang: Lange Haare waren das Privileg der Freien, die Unfreien/Sklaven mussten kurzgeschoren sein.

      „Es ist eigentlich wie bei vielen Sachen, die eine erotische Wirkung auf das andere Geschlecht haben, sie haben auch eine sinnliche Wirkung auf den Träger selbst.“

      Oder umgekehrt 😉

  4. Irgendwo las ich mal das bei einer wissenschaftlichen Schönheitsanalyse der Anteil der Haare bzw. Frisur auf etwa 50 % taxiert wurde.
    Dazu passt auch dass Frauen nur mit Haaränderungen ganz extreme Typveränderungen an sich vornehmen können. Ich staune immer wieder drüber wie ein und dieselbe Frau mit unterschiedlichen Frisuren völlig anders wirken kann. Wie eine Frau auf den ersten Blick langweilig wirken kann, und nur mit einer anderen Frisur plötzlich zum Hingucker wird … und eine andere, sonst attraktive Frau mit anderer Frisur fast ihre gesamte Ausstrahlung verlieren kann.

    Als jemand, der sich gern selbst beobachtet und analysiert, ärgert mich das ein bisschen, dass mein Stammhirn sich so leicht übertölpeln lässt. Ich habe auch mal versucht das zu kompensieren, indem ich eine Frau, die ich davor attraktiv empfand, und mit anderer Frisur dann nicht mehr, durch längere Betrachtung nur des Gesichts wieder genauso attraktiv zu empfinden wie vorher … aber das ging nicht, was mir dann klar machte dass beim Schönheitsempfinden das Großhirn nix zu melden hat. Vermutlich kann nur langes Kennen und Schätzen einer Frau den Effekt abschwächen.

    Und was das Model angeht:
    Wie lange wollen sich die gutbezahlten Schönheiten dieser Welt das eigentlich gefallen lassen, sich von keifenden Hexen niedermachen zu lassen, sich ducken zu müssen für das was sie haben bzw. durch harte Arbeit an sich selbst erst erschaffen haben?
    Es zeigt sich mal wieder, dass die grosse Stärke der Gruppe der Frauen, ihre sehr umfassende Homogenität, gleichzeitig auch eine derbe Schwäche ist. Abweichlerinnen vom Diktat der homogenen Gruppe werden gnadenlos niedergemacht, der starke Zusammenhalt wird plötzlich zum starken Psychoterror, bei dem die betroffene Frau kaum Verbündete findet.
    In der stark heterogenen Männergruppe ist ein solch extremer Gruppendruck nicht durchsetzbar.

    • „Wie lange wollen sich die gutbezahlten Schönheiten dieser Welt das eigentlich gefallen lassen, sich von keifenden Hexen niedermachen zu lassen, sich ducken zu müssen für das was sie haben bzw. durch harte Arbeit an sich selbst erst erschaffen haben?“
      Ich finde das hingegen sehr gut, solange sich die Frauen selbst zerfleischen bin ich total für den Feminismus. Der Grund warum ich Modells wie die abgebildete nicht mag, ist dass sie zusammen mit der Werbeindustrie ganz bewusst die männliche Schwäche für schöne Frauen ausnutzt um für irgendwelche Produkte zu werben (sex sells). Und da viele dieser Methoden extrem unterbewusst ablaufen und ein dagegen wehren anstrengend ist, bin ich auch gegen den Einsatz von „sexistischer“ Werbung und selbstverständlich dafür, dass die Feministen diese Frauen niedermachen-

    • Wie lange wollen sich die gutbezahlten Schönheiten dieser Welt das eigentlich gefallen lassen, sich von keifenden Hexen niedermachen zu lassen, sich ducken zu müssen für das was sie haben bzw. durch harte Arbeit an sich selbst erst erschaffen haben?

      Und ich frage mich, was ist das für eine Geschichte, die einem kleinen Mädchen verspricht, dass es ihre eigene sein wird, und die man fortan in Hollywood erzählen wird? Die Geschichte von der ewigen Jugend und Schönheit? Etwa die von Big Little Lies? Diese TV-Serie wird gerade mit Preisen überhäuft, und wie ich finde durchaus berechtigt, denn die Schauspielerinnen und Schauspieler leisten dort einen wirklich verdammt guten Job. Aber auch in diesem gesellschaftskritisch anmutenden Format, in dem es unter anderem um häusliche Gewalt geht, sieht man lauter wunderschöne Frauen, die wunderschön leiden und wunderschön weinen, wunderschön lieben und von ihren wunderschönen Männern, zwar teilweise sehr gewalttätig, aber leidenschaftlich geliebt werden.

      http://www.zeit.de/kultur/2018-01/feminismus-metoo-schoenheit-hollywood-10nach8

      Erst Mal wird es wohl noch so weitergehen…

  5. Mich erschreckt immer wieder diese totalitäre Frömmigkeit der Gutmenschen. Jedem Unterprivilegierten muss aufgeholfen werden und jeder Privilegierte muss erniedrigt werden. Die Religiosität schlägt (nicht nur) bei den Amis immer noch gesunden Menschenverstand. Haarlose Menschen (Skinheads) sind hässlich und Haare sind ein weibliches Fetischobjekt. (Man sehe sich nur mal den Aufwand an, den afrikanische Frauen betreiben, die haarmäßig unterprivilegiert sind). Die Diktatur der SJW muss aufhören!

    • Nein ernsthaft, lange gesunde Haare lassen Gesichter schmaler und jünger aussehen.

      Wusstet ihr desses dieses Merkmal nur bei Nichtafrikanischstaemmigen gibt,

      Beautttipps Hare glaetten…

    • Gutmenschen sind schlichtweg Verlierer, meist aufgrund eigener Fehler, die sich durch pathologischen Altruismus zu erhöhen versuchen. Ja, es gibt natürlich die „Offiziere“ wie eine Wiczorek, die dadurch Geld machen. Aber die Fußtruppen sind am Ende nichts weiter als Versager, die allen anderen die Schuld geben.

  6. Selbstverständlich sind lange Haare bei Frauen nicht nur schön und attraktiv, sondern auch weiblich.

    Das kann man auch leicht überprüfen:
    Was macht ein Mann, der sich als Frau verkleiden will? Er setzt sich u.a. eine Langhaar-Perücke auf.
    Besonders wenn er sich so gut verkleiden will, dass man ihn für eine echte Frau hält, sind die langen Haare nötig.
    Er könnte sich zwar auch als kurzhaarige Emanze verkleiden, aber dann würde er nur hässlich aussehen und niemand würde ihm abkaufen, dass er eine echte Frau ist.

    • „Er könnte sich zwar auch als kurzhaarige Emanze verkleiden, aber dann würde er nur hässlich aussehen und niemand würde ihm abkaufen, dass er eine echte Frau ist.“
      Frauen sind generell nicht schön, wir empfinden das nur so aufgrund unserer genetischen Programmierung. Was ist schöner? Eine unförmige Kuh oder ein stolzer Stier, ein bunter Erpel oder eine braune Ente? Ein stolzer Hahn oder eine fette Glucke – die meisten Menschen, egal ob Frauen oder Männer, empfinden das Männchen als das schönere, nur bei uns Menschen soll das anders sein? I don’t think so.

      • Zitat: „… nur bei uns Menschen soll das anders sein? I don’t think so.“

        Hat wenig zu sagen, das frühe Klimakterium von Menschenfrauen ist afaik unter Säugern auch ziemlich einmalig.

        Scheint so als ob die moderne Medizin nicht das Leben um 50 Jahre verlängert hat, sondern das Sterben.

      • Ich empfehle diesen Vortrag.

        „Schönheit“ erfüllt einen Zweck, sonst gäbe es das Phänomen nicht. Genau wie „süß“ und „niedlich“.

        Dass weibliche Schönheit diesen Stellenwert hat, setzt voraus, dass es eine sexuelle Selektion durch Männer gibt.

        Erpel selektieren nicht in dem Maße.

        • Enten sind schlicht Tarnfarben, weil sie beim brüten und überhaupt Fressfeinden nicht als Beute ins Auge fallen sollen. Neben der sexuellen Auslese wirken ja überall auch die Gefahren und Imponderablien der Umwelt als Selektionsfaktoren, es würde also die Auslese des Erpels auf rosarot blinkende Entendamen durch Meister Fuchs der diese wegnascht zunichte gemacht werden.
          Die Sondersituation beim Menschen ist, daß bei diesem die Weibchen durch die Gestaltung der Sozialstruktur der Art, wie wohl bei keiner Tierart sonst von diesen Gefahren der belebten und unbelebten Umwelt abgeschirmt werden (durch die Männer). In diesem behüteten Garten konnten sich diese, zumindest aus männlicher Sicht* wunderschönen Geschöpfe entwickeln.
          Man sieht ja bei Naturvölkern, die noch stärker den Umweltgefahren ausgesetzt sind, die also den Schutz der Frauen nicht in dem Maße pflegen können wie höher entwickelte, das hier die modernen Schönheitsideale bei Frauen noch nicht so extrem ausgeprägt sind, da die Frau noch in stärkerem Maße gesellschaftlich nützlich sein müssen. Die Schönheit der modernen Frau, wie sie heute als Ideal da steht, ist im Prinzip als Herauszüchtung eines Luxuswesens zu betrachten, wie etwa Schoßhündchen oder so extreme Goldfischrassen.`
          * Ohne männliche Brille kann es natürlich sein, das Frauen nur als alberne lächerliche Geschöpfe wahrgenommen werden, das kann ich nicht beurteilen, da müsst Adrian mal übernehmen 😉

      • Jepp, „schön“ wird oft und fälschlicherweise als Synonym für „sexuell attraktiv“ verwendet.

        Siehe auch den Vergleich zwischen

        versus

      • Die „unförmige Kuh“ ist ein Ergebnis von Hormongabe und jahrtausendelanger Züchtung durch den Menschen. Eine Büffelkuh, Bisonkuh, ein weibliches Gnu hat kein derartig riesiges Euter. Aber schon beachtlich, dass dein Frauenhass und dein Stolz auf etwas so Unabänderliches, wie dein Y-Chromosom noch nicht mal vor Tieren halt macht.

        Abgesehen davon, ja, bei Menschen ist das etwas anders. Menschenfrauen haben Costly Signals wie Brüste und breite Hüften, volles Kopfhaar und auffälligere Haarfarben (von Blond geht man aus, dass es zuerst bei Frauen auftrat und dann sexuelle Selektion darauf auftrat). Männer, und von denen auch nicht alle, haben nur ein bisschen Gesichtsbehaarung. Alles andere ist rein funktionell (Muskeln und Körpergröße –> größere Körperkraft). Der große Pfauenschwanz ist auch nicht so schön, weil er so funktionell und so symmetrisch ist (wie da unten die Zeichnung von da Vinci – btw. wieso finden dann viele Frauen auch Frauen schöner, als Männer? Wohl nicht, weil sie insgeheim alle hormonell auf Frauen abfahren). Dasselbe ist es mit den Brüsten. Frauen sind das auffällige Geschlecht.

        • Mit den Kühen hast Du schon recht.

          Aber nur, weil er darauf hinweist, dass es eine asexuelle ästhetische Definition von Schönheit gibt, aber der Begriff üblicherweise reduktionistisch als Synonym für „sexuell attraktiv“ verwendet wird, ist er doch nicht gleich ein „Frauenhasser“. Und die Proportionalstudie von da Vinci bildet eben den idealisierten männlichen Körper als beste Annäherung an den goldenen Schnitt ab.

          Finden Frauen andere Frauen wirklich schöner als Männer? Interessante Frage. Wenn man mal die drei egozentrischen Motivlagen solcher Äusserungen (die eine „Wenn Frauen als das schönere Geschlecht gelten, habe auch ich als Frau was davon“, die zweite „Ich frau identifiziere mich lieber mit anderen Frauen, um Männer ab-/ausgrenzen zu können“ und die dritte, die körperfixierte intrasexuelle Konkurrenz unter Frauen und die daraus resultierende Notwendigkeit eines Maßstabs) weglässt, dann bleibt da nicht mehr viel.

          Zu kompliziert?

          • Der Ton macht die Musik. Davon abgesehen ist dieser Beitrag von ihm nicht der einzige, in dem er Frauenhass oder zumindest eine Abneigung gegen sie aus jeder Pore schwitzt. Und euer Überhöhen des männlichen Geschlechts kennt hier langsam einfach keine Grenzen mehr.
            Im Übrigen war daVinci mit ziemlicher Sicherheit schwul. Das mal am Rande. Aber von so einer Zeichnung abzuleiten, dass der männliche Körper „ästhetischer“ ist, als der weibliche ist, mit Verlaub, ziemlich lächerlich. Ebenso wie die hingekritzelte Gegenüberstellung dieser korpulenten, übertriebenen Frauenfigur mit dem daVinci-Bild.

            Ja, jedenfalls hört man es immer wieder. Auch die Tatsache, dass sehr vielen Frauen ein feminineres Männergesicht besser gefällt, als ein sehr maskulines, spricht Bände (dazu gibt es einige Studien).
            Vielleicht denken manche Männer so, wie du es von den Frauen behauptest. Etwa Männer hier, die sich auch ständig mit den Federn fremder Männer schmücken, schlicht weil sie männlich sind. So viel Projektion hier …
            Um mich auf das Niveau von SalzundPfeffers Beitrag zu begeben (ich weise darauf hin, dass im Folgenden SARKASMUS enthalten ist, weil ich mit euren seltsamen Überlegenheitsfantasien eigentlich nichts am Hut habe): im Durchschnitt sind Frauen schöner. Was soll an Männern denn schöner sein? Die Gesichtsbehaarung (die ich für meinen Teil widerlich finde, und viele andere Frauen ebenso)? Die Körperbehaarung? Die Kopfhaare, die innerhalb weniger Jahre schwinden? Die großporige Haut? Oder die runzlige, unförmige Seegurke, die zwischen den Beinen baumelt? Eine Vagina ist sicherlich auch nicht schön, aber immerhin fällt sie im Vergleich zum Penis kaum auf. Junge Mädchen sind wesentlich schöner, als junge Burschen, im Durchschnitt. Auf einen schönen jungen Mann kommen 10 schöne junge Frauen. Viele junge Frauen müssen auch kaum etwas tun, um gut auszusehen. Männer hingegen brauchen ein ordentliches Muskeltraining, um deinen angeblich perfekten Körper zu erreichen.
            Ich bin heterosexuell, und darum finde ich natürlich Männer anziehend, jedenfalls die, die mir optisch gefallen. Aber ohne die Hormone …? (nochmal: hier war SARKASMUS enthalten)

            Ernsthaft: mich wundert, dass der Blogbetreiber diesen Mist von euch so unkommentiert stehen lässt. Ausgerechnet Mr. Allesevo, der doch der fixen Überzeugung sein müsste, dass Frauen evolutionär auf Schönheit selektiert werden, schlicht weil Männer schöne Frauen anziehend finden, und Männer auf Kraft/“Status“.

            Deine letzte Frage kannst du dir getrost schenken.

          • Ich (als Mann) bin bisher ganz selbstverständlich davon ausgegangen, dass das weibliche Geschlecht das schöne Geschlecht ist. Nachdem ich mitbekommen habe, wie aufgeregt sharkathotep doch reagiert, wenn dieser Mythos oder gar Vorurteil hinterfragt wird, kommen mir doch Zweifel. So frage ich mich, welches Geschlecht wohl erheblich mehr investiert in Schönheitsoperationen, Kosmetika, Makeup, Kleidung etc.? Früh im Bad brauche ich vielleicht 5min zum Duschen und ein paar Minuten zum Rasieren und einige Minuten zum Zähneputzen. Das war’s. Meine Frau braucht da deutlich länger. Seltsam, wenn Frauen von Natur aus so viel schöner sein sollen. Menschen mit hohen Körperfettanteil gelten üblicherweise nicht als besonders attraktiv. Frauen haben eine deutlich höheren Körperfettanteil. Achja, da gibt es ja noch das Thema Haut bzw. Cellulite (aus Wikipedia):

            Cellulite ist eine konstitutionell bedingte Veränderung des Fettgewebes. Die dellenförmige Hautoberfläche erinnert an die Oberfläche einer Orange. Die Cellulite kommt fast ausschließlich bei Frauen vor, da Männer eine maskuline Struktur des Bindegewebes besitzen. Bei Übergewicht oder schwachem Bindegewebe kann die Hauterscheinung schon in jungen Jahren auftreten, mit fortschreitendem Alter bekommen Cellulite in unterschiedlichem Ausmaß 80 bis 90 % der Frauen.

            Unser Frauenbild ist heutzutage extrem durch die Medien bestimmt. Für Produktwerbung werden die attraktivsten Modells ausgewählt und diese werden perfekt gestylt. Zusätzlich werden die Bilder noch überarbeitet und z.B. weichgezeichnet. In Filmen treten üblicherweise junge und ebenfalls sehr attraktive Schauspielerinnen auf, die perfekt in Szene gesetzt werden. Die männlichen Schauspieler dagegen sind häufig deutlich älter im Vergleich zu ihren Kolleginnen. Erfolgreiche jüngere Männer, die in den Medien präsentiert werden sind z.B. Sportler. Diese werden dann aber ungeschminkt gezeigt oder sind wie beim Beispiel Rennsport (Formel 1) unter einem Helm versteckt. Das Medienbild hat aber nur wenig mit der Realität zu tun. Insofern verstehe ich das Fazit von Peter Müller, dass da nicht mehr viel bleibt vom Mythos des schönen Geschlecht.

          • sharkathotep,

            das was Du als „sarkastisch“ einrahmst dürfte ganz spaßbefreite Mainstream-Meinung bei Frauen sein. ist ja aber auch nicht schlimm. Wenn die einzige Konfliktlinie zwischen Mann und Frau der Streit wäre „Wer ist schöner“, dann hätte das Thema sicher noch mehr Spaßpotential 😉

            „Mr. Allesevo, der doch der fixen Überzeugung sein müsste, dass Frauen evolutionär auf Schönheit selektiert werden, schlicht weil Männer schöne Frauen anziehend finden, und Männer auf Kraft/“Status“.

            Wenn, dann nicht auf „Schönheit“ sondern auf „sexuell attraktiv“. Allerdings werden Frauen nicht selektiert, sie sind die Selektierenden (wenn die Entscheidungshoheit auf individueller Ebene liegt). Der männliche Geschlechtstrieb ist zu unspezifisch um als Selektor zu funktionieren.

            „Deine letzte Frage kannst du dir getrost schenken.“

            Naja, die Frage ist eine Schlüsselfrage. Aber logisch, dass Du sie ignorieren möchtest 😉

            Kibo,

            stimmt genau. Das Idealfrauenbild ist eine soziokulturelle Konstruktion die durch Massenmedien verbreitet wird.

            Und hierzulande/heutzutage zudem auch eine sehr unterkomplexe Konstruktion, da extrem stark auf Optik eingegrenzt. Modepüppchen halt. Nur, wenn die pupsen, riecht es eben nicht nach Rosen.

            Die daraus resultierenden logischen Brüche und Dissonanzen sind ein Querschnittsthema hier.

  7. Da fällt mir noch die Geschichte von der blonden Business Woman ein (wurde glaube ich auch hier besprochen) die geglaubt hat Blond wäre immer Trumpf, egal ob kurz oder lang.
    Und die dann, als sie mit der neuen feschen Kurzhaarfrisur in die U-Bahn stieg, eines besseren belehrt wurde. Keiner schaute sie mehr an, wie sie entrüstet festellen musste.

  8. Ganz erstaunlich, dass wir Leute, die von Krankheit gezeichnet sind, nicht als schön empfinden…
    und tatsächlich ist der Verlust von Haaren (oder andere degenartionsformen beim Haar) nicht nur seit Chemotherapie kein Zeichen von Gesundheit

    Aber ja, es ist tatsächlich so, dass unser Schönheitsenpfinden darauf ausgerichtet ist, gesunde Menschen und solche, denen es gut geht, körperlich fit sind und daher für entsprechend geunde Nachkommen garantieren dürften, als schön zu empfinden
    Was krank ist, empfinden wir als nicht schön. Das mag nicht schön für von krankheit betroffene Menschen sein, aber lässt sich durch political correctness auch nicht anders erzwingen.

    • Es darf grundsätzlich nichts negatives über Menschen gesagt werden (außer bei den üblichen Verdächtigen), wer hässlich ist, ist halt auf andere Weise schön. Wer keine Beine oder Hände hat ist auch nicht behindert, sondern nur anders begabt, er kann lernen, hervorragend mit dem Mund zu malen.

      Irgendwie sind alle Unterschiede zwischen Menschen eine Zumutung und müssen bekämpft werden. Und sonst ist man so für Diversity….

      • „Irgendwie sind alle Unterschiede zwischen Menschen eine Zumutung …“

        Ich würde es vielleicht anders formulieren: Alle Unterschiede zwischen Menschen werden einer sozialen Hierarchie zugeordnet – so ungefähr: mehr Status vs. weniger Status. Darum muß jeder, der augenfällige Unterschiede zwischen Menschen anspricht, z. B. Übergewicht, Behinderung, Häßlichkeit, sofort ganz ganz deutlich machen, daß damit keine soziale „Erniedrigung“ einhergeht.

        Darum: ja, es gibt Menschen mit Haaren und Menschen ohne Haare, aber die ohne Haare sind auch schön, sogar ganz besonders schön. Ja, es gibt Menschen mit und Menschen ohne Behinderung, aber die mit Behinderung sind nicht minder befähigt, sie sind sogar ganz besonders befähigt. Usw.

    • „Was krank ist, empfinden wir als nicht schön.“

      Vielleicht ein evolutionärer Schutzmechanismus. Krank kann man durch Infektionen sein.
      Ein durch Krankheit Gezeichneter wird von meinem Unterbewusstsein als Gefahr wahrgenommen, bewusst empfinde ich ihn als hässlich, abstoßend.
      Exkremente empfinden wir als unangenehm stinkend, damit wir sie nicht mit Nahrung verwechseln.

      Natürlich bin ich männlich geprägt und empfänglicher für weibliche Schönheit.
      Aber ich schäme mich dessen nicht. Im Gegenteil, ich genieße den Anblick schöner Frauen, wenn ich ihnen im öffentlichen Raum begegne, so, wie ich ein gutes Musikstück genieße, eine schöne Landschaft, einen anregenden Duft, oder ein Gemälde.

      Und nach der Begegnung geht es mir besser, bin ich ausgeglichener, zufriedener.

      Ich bin sicher, dass ich da keine Ausnahme darstelle, und genau deshalb werden die Feministas nichts an der Wirkung schöner Haare ändern.

  9. Ich mochte immer Frauen mit kurzen Haaren, Proportionen und sonstige Ausstrahlung sind mir Faktor 10 mal wichtiger, wenn es ums Aussehen geht. Sie sollte jedenfalls einen gepflegten Eindruck machen (an langen Haaren sieht man das wahrscheinlich schneller, daher die allgemeine Vorliebe).

    Allerdings kann man mit Haaren viel kaschieren und es gibt eindeutig Frauen, die mit langen Haaren doof aussehen, Beispiel:

    Sie hat zwar jetzt keine kurzen Haare, aber immer zurückgekämmt und das macht sie m.E. weitaus attraktiver. Wer es nicht erkannt hat, das ist die hier:

    • Katarina Witt nannte man „das schönste Gesicht des Sozialismus“.
      In Sarah Wagenknecht hat sie eine würdige Nachfolgerin.

      Vorgestern wurde diskutiert, inwieweit Aussehen vorteilhaft für Politik ist. Wagenknecht wurde als herausragende Ikone der Linken genannt.

  10. Das wäre doch ein prima Argument für Glatzköpfe: „Haare sind kein fundamentaler Bestandteil von Schönheit! Das sagen sogar die Feministen. Ich bin auch ohne Haare schön. Listen & believe!“

  11. Klar sind glänzende gesunde fülliger lange Haare das beste, was einer Frau passieren kann. Das ist das erste, was sofort ins Auge sticht. Nicht umsonst ist gerade auch wieder Mode die Haare extra lang extra voll und extra glatt und glänzend zu tragen und auch die WimpernHaare zu verstärken und die Augenbrauen zu betonen. Jedoch kenne ich viele junge Frauen, die feines ja lichtes Haar haben und trotzdem Freund/Ehemann und Kind haben.
    Warum haben sich nicht NUR die schönen Haare (und funktionierende Gebär-Becken) in der Evolution durchgesetzt? Ernste Frage.

    • „Warum haben sich nicht NUR die schönen Haare (und funktionierende Gebär-Becken) in der Evolution durchgesetzt? Ernste Frage.“

      1. Ehrliche Signale müssen teuer sein (costly Signals) sonst sind sie nicht ehrlich. Sexuelle Selektion und natürliche Selektion beeinflussen sich oft gegenseitig, die eine kann der anderen Grenzen setzen
      2. weniger breite Becken haben Vorteile, zB beim Laufen etc. Deswegen haben Männer ja auch weniger breite Becken

      • @ Christian

        Wo ist da die Antwort auf thenonabonas Frage?

        @ thenonabona

        „Warum haben sich nicht NUR die schönen Haare (und funktionierende Gebär-Becken) in der Evolution durchgesetzt?“

        Nun, wir wissen nicht, wie die Haare der Frauen in prähistorischer Zeit aussahen. Vielleicht haben sich schöne Haare ja doch durchgesetzt. Du bewertest dann Haarpracht auf hohem Niveau 😉
        Warum es dennoch so große Unterschied gibt, lässt sich auch problemlos erklären. Zum einen waren die verschiedenen Ethnien bis noch vor nicht einmal 100 Jahren relativ separiert. Da haben sich auch Haare unterschiedlich entwickelt. Typisch für die nordische Frau sind dünne, glatte, wasserstoffblonde Haare, für Afrikanerinnen schwarze, krause, kurze.
        Blond ist rezessiv, deshalb bildet es sich in den letzten Jahrzehnten durch Migrationseffekte massiv zurück. Wenn aber Jahrhunderte (Jahrtausende?) nur dünnes, glattes, blondes Haar ANGEBOTEN wurde, dann orientierten sich natürlich auch die Schönheitsmaßstäbe daran.

        Auch für breite Becken kann ich eine recht simple Begründung liefern. Frauen mit schmaleren Becken haben im Schnitt Geburten häufiger nicht überlebt. So setzten sich breite Becken durch natürliche Selektion durch.

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