Französische Prominente wie Catherine Deneuve wenden sich mit einem Text gegen #MeToo

In Frankreich wurde ein Brief einiger Schauspielerinnen und anderer Prominenter veröffentlicht, der sich gegen #Metoo positioniert

Ich habe ihn unter dem obigen Link nur in Französisch im Volltext gefunden, der Übersetzter hat daraus folgendes gemacht:

Vergewaltigung ist ein Verbrechen. Aber das hartnäckige oder ungeschickte Flirten ist kein Verbrechen, noch ist Galanterie eine Machismo-Aggression.
Als Folge des Weinstein-Falles hat es ein legitimes Bewusstsein für sexuelle Gewalt gegen Frauen gegeben, insbesondere am Arbeitsplatz, wo einige Männer ihre Macht missbrauchen. Es war notwendig. Aber diese Befreiung der Rede kehrt nun zu ihrem Gegenteil zurück: Wir werden angewiesen, ordentlich zu sprechen, zu schweigen, was wütend ist, und diejenigen, die sich weigern, solchen Verfügungen zu gehorchen, werden als verräterische Komplizen angesehen!
Nun ist es typisch für den Puritanismus, sich im Namen eines vermeintlichen Allgemeinwohls Argumente für den Schutz der Frauen und ihre Emanzipation zu leihen, um sie besser mit dem Status ewiger Opfer, armer Kleinigkeiten unter dem Einfluss dämonischer Phallokraten, wie in den guten alten Zeiten der Hexerei, zu verbinden.

Beratungen und Anklagen

Tatsächlich hat #metoo in der Presse und in sozialen Netzwerken zu einer Kampagne öffentlicher Denunziationen und Anklagen von Einzelpersonen geführt, die, ohne die Möglichkeit zu haben, zu reagieren oder sich zu verteidigen, genau auf die gleiche Stufe gestellt wurden wie sexuelle Missbraucher. Diese schnelle Gerechtigkeit hat bereits ihre Opfer, Männer, die in Ausübung ihres Berufes bestraft wurden, zum Rücktritt gezwungen wurden, usw., während sie sich irrten, nur ein Knie berührt zu haben, einen Kuss zu stehlen versuchten, bei einem professionellen Abendessen über „intime“ Dinge zu sprechen oder einer Frau, deren Anziehungskraft nicht gegenseitig war, Botschaften mit sexuellen Konnotationen zu senden.
Dieses Fieber, die „Schweine“ in den Schlachthof zu schicken, ist weit davon entfernt, den Frauen zu helfen, sich selbst zu stärken, und dient tatsächlich den Interessen der Feinde der sexuellen Freiheit, der religiösen Extremisten, der schlimmsten Reaktionäre und derjenigen, die im Namen einer substanziellen Vorstellung von Gut und Sittlichkeit glauben…..

Umgekehrt sind die Menschen aufgerufen, ihre Farben zu zeigen und in den Tiefen ihres retrospektiven Bewusstseins ein „Fehlverhalten“ zu finden, das sie vor zehn, zwanzig oder dreißig Jahren gehabt haben könnten und von dem sie bereuen sollten. Das öffentliche Bekenntnis, das Eindringen selbsternannter Staatsanwälte in die Privatsphäre, ist das, was sich wie ein Klima totalitärer Gesellschaft einstellt.

Die Reinigungswelle scheint keine Grenzen zu kennen. Hier wird ein Akt von Egon Schiele auf einem Plakat zensiert; hier fordert man die Entfernung eines Balthus-Gemäldes aus einem Museum mit der Begründung, es sei eine Entschuldigung für Pädophilie; In der Verwirrung von Mensch und Werk fordern wir ein Verbot der Roman Polanski-Retrospektive in der Cinémathèque und eine Verschiebung derjenigen, die Jean-Claude Brisseau gewidmet ist. Ein Akademiker beurteilt Michelangelo Antonionis Film Blow-Up als „frauenfeindlich“ und „inakzeptabel“. Angesichts dieses Revisionismus führen John Ford (La Prisonnière du désert) und sogar Nicolas Poussin (The Sabine Kidnapping) nicht viele an.

Schon jetzt fordern einige Verlage einige von uns auf, unsere männlichen Charaktere weniger „sexistisch“ zu machen, mit weniger Exzessen über Sexualität und Liebe zu sprechen oder die „Traumata weiblicher Charaktere“ offensichtlicher zu machen! Am Rande des Spottes will ein Gesetzentwurf in Schweden jedem Kandidaten eine ausdrückliche Zustimmung zum Geschlechtsverkehr aufzwingen! Noch einmal, eine Anstrengung und zwei Erwachsene, die miteinander Sex haben wollen, müssen vorher ein Dokument ankreuzen, indem sie eine „App“ auf ihrem Telefon benutzen, in der die Praktiken, die sie akzeptieren und die sie ablehnen, gebührend aufgelistet werden.

Unverzichtbarer Freiraum für Beleidigungen

Der Philosoph Ruwen Ogien verteidigte die Freiheit, das Wesentliche des künstlerischen Schaffens zu verletzen. Ebenso verteidigen wir eine Freiheit zum Ärgernis, die für die sexuelle Freiheit unerlässlich ist. Wir sind jetzt ausreichend informiert, um zuzugeben, dass der Sexualtrieb von Natur aus beleidigend und brutal ist, aber wir sind auch weitsichtig genug, um ungeschicktes Flirten nicht mit sexueller Aggression zu verwechseln.

Wir sind uns vor allem bewusst, dass der Mensch kein Monolith ist: Eine Frau kann am selben Tag ein professionelles Team leiten und es genießen, das sexuelle Objekt eines Mannes zu sein, ohne eine „Schlampe“ oder ein abscheulicher Komplize des Patriarchats zu sein. Sie kann sicherstellen, dass ihr Lohn dem eines Mannes entspricht, aber nicht für immer traumatisiert wird, wenn sich jemand an ihr in der U-Bahn reibt, selbst wenn es als Verbrechen betrachtet wird. Sie kann es sogar als Ausdruck extremen sexuellen Elends oder gar als Nicht-Ereignis betrachten.

Als Frauen erkennen wir uns in diesem Feminismus nicht wieder.

Als Frauen erkennen wir uns selbst nicht in diesem Feminismus wieder, der über die Verurteilung von Machtmissbrauch hinaus das Gesicht eines Hasses auf Männer und Sexualität annimmt. Wir sind der Meinung, dass die Freiheit, Nein zu einem sexuellen Vorschlag zu sagen, nicht ohne die Freiheit ist, sich zu ärgern. Und wir sind der Meinung, dass wir in der Lage sein müssen, auf diese Freiheit zu reagieren, indem wir uns eher über andere ärgern, als uns in der Rolle der Beute zu verschließen.

Für diejenigen von uns, die sich entschieden haben, Kinder zu bekommen, halten wir es für sinnvoller, unsere Töchter so zu erziehen, dass sie informiert und bewusst genug sind, um das Leben in vollen Zügen zu leben, ohne eingeschüchtert zu werden oder sich schuldig zu fühlen.

Unfälle, die sich auf den Körper einer Frau auswirken können, beeinträchtigen nicht unbedingt ihre Würde und sollten sie nicht, so hart sie auch sein mögen, zwangsläufig zu einem ewigen Opfer machen. Weil wir nicht auf unseren Körper reduzierbar sind. Unsere innere Freiheit ist unantastbar. Und diese Freiheit, die wir schätzen, ist nicht ohne Risiken und Verantwortlichkeiten.

Die Herausgeber dieses Textes sind Sarah Chiche (Schriftstellerin, klinische Psychologin und Psychoanalytikerin), Catherine Millet (Kunstkritikerin, Schriftstellerin), Catherine Robbe-Grillet (Schauspielerin und Schriftstellerin), Peggy Sastre (Autorin, Journalistin und Übersetzerin), Abnousse Shalmani (Schriftstellerin und Journalistin).
Halten Sie sich auch an dieses Podium: Kathy Alliou (Kuratorin), Marie-Laure Bernadac (ehrenamtliche Generalkuratorin), Stéphanie Blake (Kinderbuchautorin), Ingrid Caven (Schauspielerin und Sängerin), Catherine Deneuve (Schauspielerin), Gloria Friedmann (Künstlerin), Cécile Guilbert (Schriftstellerin), Brigitte Jaques-Wajeman (Regisseurin), Claudine Junien (Genetikerin)

Übersetzt mit http://www.DeepL.com/Translator

Finde ich einen interessanten Text (wenn ich ihn richtig verstehe, des französisch kundige werden gebeten Fehler der Übersetzung mitzuteilen). Er appelliert daran, dass man dem anderen auch zugesteht, dass er sich irren kann und wendet sich gegen die „Absolute Heiligkeit der weiblichen Sexualität“ die jeden Übergriff als schwerstes Verbrechen behandelt, wenn andere es vielleicht selbst nur als Kleinigkeit sehen. Er wendet sich auch gegen eine Verhältnismäßigkeit der Mittel, bei der ein kleiner Vorfall eben nicht gleich dazu führen muss, dass derjenige zum Aussätzigen wird. Sie wenden sich gegen einen Puritanismus, der jeden Griff ans Knie mit einer Vergewaltigung gleichsetzen möchte und unentschuldbar erscheinen lässt und wollen eine gewisse Lockerheit, in der man sich über das Verhalten anderer ärgert, aber kein Recht hat, ein Leben zu führen, in dem man sich über niemanden mehr ärgern muss.

Es ist damit ein krasses Gegenstück zum feministischen Ansatz, der mit Mikroaggressionen das Feld eher erweitern möchte.

Was sagt ihr?

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49 Gedanken zu “Französische Prominente wie Catherine Deneuve wenden sich mit einem Text gegen #MeToo

  1. Da wurden Frauenknie berührt! Vor 15 Jahren! Von Männern! Und die Überlebende fand das damals und auch heute nicht der Rede wert! Solche Monster Männer dürfen nicht länger Politiker sein! Es ist nur ein kleiner Sieg für die Gerechtigkeit das Fallon seinen Job als Verteidigungsminister deswegen verloren hat.

    Also nee, ich finde diese Hexenjagd, bei der alles was irgendwie mit Frauen und Sex (Berührung, Blicke von Männern, etc.) zu tun hat, dazu benutzt wird um Männer zu Fall zu bringen, nicht übertrieben.

    /sarcasm off

    Ich habe es schon mal gesagt: Frauen sollten mal eine ganze Zeit lang den ersten Schritt machen. Wird nicht passieren, aber dann bekommen doch einige vielleicht einen anderen Blickwinkel.

    • Ich glaube, deine Lösung wird bereits angewandt, führt allerdings nur zu 1,4 Kindern pro Frau und frustrierten Feministinnen.

  2. Das Grundproblem dieser neurotischen Debatte ist der Safe-Space-Feminismus. Da finden sich echte Frauen nicht wieder. Der gesamte Feminismus wird ja von in der Kindheit sexuell traumatisierten Frauen geprägt und angeführt, die daher ein extrem paranoides Verhältnis zur männlichen Sexualität haben.

    Das Opfer Frau soll vor jeder sexuellen Zumutung geschützt werden. Man muß sich immer den tiefenpsychologischen Hintergrund des Feminismus vor Augen führen, um diese paranoide Weltsicht zu verstehen. Porno, vermeintl. Vergewaltigung/Belästigung, Prostitution etc. sind ja zentrale Themen, auch Macht und Sexualisierung (!).

    Hier artikulieren sich unbewußt sexuell mißbrauchte Kinder. Diese Frauen haben kein entspanntes Verhältnis zur natürlichen, unperfekten Sexualität.

    Ihr Trauma-Frame bestimmt die Debatte. Vor solchen Leuten muß sich die Gesellschaft schützen.

    Leider traut sich kaum jemand zu sagen:“Halt’s Maul.“ 🙂

    Also in aller Deutlichkeit diesen Tugendexzeß zurückzuweisen und klarzumachen: Du brauchst ’ne Therapie, das ist dein Problem. Das ist ja auch allgemein das Problem beim Gutmenschentum. Nur wenige trauen sich, diese (etablierte) Moral zurückzuweisen und mit klaren Worten als Schwachsinn zu bezeichnen.

    • Ich denke die Motivation hinter der Kampagne ist vielschichtiger als Trauma allein.

      Die weibliche Sexualität als heilig zu erklären, deckt sich mit der biologischen Strategie des Homo Sapiens Weibchens, ihr wertvollstes biologische Asset, nämlich den Zugang zur Gebärmutter, so teuer wie möglich zu verkaufen.

      Das Aussenden von „mixed signals“ durch die Frau beim Flirten dient dazu, die Männer nach Risikobereitschaft und Durchsetzungsvermögen zu selektieren. Das ganze #metoo Gedöns kann man ja auch einfach als übertriebenes „mixed signal“ sehen.

    • Danke für die Blumen 😉

      deepl und google translate stoßen hier sehr deutlich an ihre Grenzen. Beide Übersetzungen enthalten viele gravierende Fehler, derentwegen man den Text stellenweise überhaupt nicht versteht.

      Dieser Text ist insofern eine besondere Herausforderung, als er ein Eiertanz der Begrifflichkeiten ist. Die Autorinnen haben sicherlich jeden Satz mehrfach durchdacht und Begriffe sehr sorgfältig gewählt, und zwar dahingehend, im Kontext der jüngeren Debatten in Frankreich damitassoziiert wird. Das weiß ich leider auch nicht.

      Die Übersetzung des zentralen Begriffs „liberté d’importuner“ als „Freiraum für Beleidigungen“ ist komplett falsch, noch falscher als „Freiheit zu belästigen“.

      • Danke auch für die Mühe. Ich finde es mal wieder Krass wie unsere Qualitätsmedien kommentieren und werten, ohne den Originaltext zr Verfügung zu stellen. Wahrscheinlich haben die meisten SchreiberlingInnen den Text noch nicht mal mit der Südseite angeschaut, ähnlich wie bei Damore’s Memo.

        „liberté d’importuner“ könnte vielleicht mit „Freiheit lästig zu sein“ am besten getroffen sein. Ich bin übrigens (vor längerer Zeit) dahingehend erzogen worden, dass mir diese Freiheit der Damenwelt gegenüber nicht zusteht. Mit dem Wunsch eine Beziehung zu führen war das Ergebnis dieser Erziehung nicht wirklich kompatibel.

  3. http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/metoo-debatte-catherine-deneuve-kann-gerne-weiter-flirten-kommentar-a-1187142.html

    „Worum es bei Kampagnen wie #MeToo wirklich geht, ist etwas anderes. Hier geht es um Macht und Machtmissbrauch, der sich in sexualisierter Gewalt und permanenten Grenzüberschreitungen manifestiert. Mit Flirten hat das alles nichts zu tun. Oder anders formuliert: Wer so etwas mit einem Flirt verwechselt, der hat ein Problem.“

    Und wo der Flirt aufhört und die Belästigung anfängt, entscheiden Frauen wie die Autorin von den Grünen.
    http://evahorn.de/bilder/
    Der ich nicht abnheme, dass sie Probleme mit sexueller Belästifung hat.

  4. Es ist beruhigend zu lesen, dass immerhin bei manchen Frauen die Denkfähigkeit über „das fühlte sich nicht gut an, mach das weg!“ hinausreicht.

    • Die Abstimmung haben die schlimmen Maskus manipuliert. 🙂

      Da die Redakteure der Lügenpresse auch keine Kommentare lesen, muß man davon ausgehen, daß sie solche Umfragen völlig kaltlassen und sie weiter ihrem linken Gutmenschentum frönen.

  5. Recht guter Kommentar zum Thema in der (ja ziemlich feministischen) Süddeutschen: http://www.sueddeutsche.de/leben/metoo-debatte-in-frankreich-die-kritik-an-der-me-too-debatte-kommt-zur-richtigen-zeit-1.3819887

    …Der Beitrag aus Frankreich ist wichtig dafür, dass die „Me Too“-Debatte eine ernstzunehmende Bewegung bleibt und nicht als einseitige Lobbyarbeit von Frauen gegen Männer wahrgenommen wird.
    […]
    Die Autorinnen erkennen in der „Me Too“-Debatte eine Tendenz, die gefährlich wäre, würde sie sich auswachsen: einen moralischen Totalitarismus, den Verlust der Fähigkeit, zwischen Flirt und sexueller Nötigung zu differenzieren. Dagegen schreiben sie an. Es ist gut und wichtig, dass dieses Argument von Frauen kommt. Denn von Männern wäre es erstens weniger überraschend und zweitens sähe sich derjenige, der es äußert, zu Recht oder zu Unrecht sofort dem Verdacht ausgesetzt, sich seine eigenen Vergehen nicht eingestehen zu wollen. Man kann den Gastbeitrag als Verharmlosung von ekelhaftem Verhalten von Männern gegenüber Frauen interpretieren. Man kann ihn aber auch so lesen, dass er die Frauen ermächtigen will, selbst die Grenzen zu ziehen. Darum geht es den französischen Frauen…

    Im krassen Unterschied dazu der bereits im SMS erwähnte Kommentar der Tagesschau. https://www.tagesschau.de/kommentar/deneuve-anti-metoo-101.html
    Dazu hat mitm hier http://maninthmiddle.blogspot.de/2018/01/deneuve-offener-brief.html#intro ja schon so ziemlich alles gesagt.

    • @Hugor

      „dass die „Me Too“-Debatte eine ernstzunehmende Bewegung bleibt und nicht als einseitige Lobbyarbeit von Frauen gegen Männer wahrgenommen wird.“

      Schön formuliert.
      Denn genau darauf läuft es hinaus, es ist eine *feministische* Lobbyarbeit, basierend auf einer feministischen Kampagne gegen Männer, nur soll sie eben nicht so „wahrgenommen“ werden.

  6. Nötigung zu differenzieren. Dagegen schreiben sie an. Es ist gut und wichtig, dass dieses Argument von Frauen kommt. Denn von Männern wäre es erstens weniger überraschend und zweitens sähe sich derjenige, der es äußert, zu Recht oder zu Unrecht sofort dem Verdacht ausgesetzt, sich seine eigenen Vergehen nicht eingestehen zu wollen. Man kann den Gastbeitrag als Verharmlosung von ekelhaftem Verhalten von Männern gegenüber Frauen interpretieren. Man kann ihn aber auch so lesen, dass er die Frauen ermächtigen will, selbst die Grenzen zu ziehen. Darum geht es den französischen Frauen…

    Im krassen Unterschied dazu der bereits im SMS erwähnte Kommentar der Tagesschau. https://www.tagesschau.de/kommentar/deneuve-anti-metoo-101.html
    Dazu hat mitm hier http://maninthmiddle.blogspot.de/2018/01/deneuve-offener-brief.html#intro ja schon so ziemlich alles gesagt.

  7. Es wäre um einiges leichter wenn Frauen auch mal den ersten Schritt wagen würden.

    Aber Frau Deneuve hat Recht, zum Flirten gehört für den Mann auch eine gewisse Hartnäckigkeit dazu, solange sie in Grenzen bleibt. Nicht weil er es will sondern weil die Frau es so will.

    • Genau, man weiß als Mann wirklich nicht mehr, was man machen soll. Es wird nach wie vor erwartet, dass man den ersten Schritt tut, um eine Frau kennen zu lernen; Frauen tragen ihrerseits höchstens einen aufmunternden Blick dazu bei. Und auch den kann man fehlintepretieren und sich eine Abfuhr holen. OK, damit muss man leben und man lernt es früher oder später auch. Aber wie du ganz richtig sagst, die Frauen erwarten auch, dass man nicht so schnell aufgibt und insistiert. Wie lange darf man insistieren, bis man in den Bereich der Belästigung gerät?

      Wirklich sehr schwierig, das zu wissen; die Entscheidung liegt vollkommen bei der Frau.

      • Mittlerweile bin ich ganz weg gekommen vom Konzept des Flirtens. Ich finde ein sachlich-freundlicher Umgang ist am Besten.

        Ich war auch nie generell ein Freund des ganzen Flirtens, oder des Flirtens als Ziel an sich. Ich würde es am liebsten einer Frau dann direkt sagen wenn ich romantisch interessiert bin. Aber das ist auch wieder nicht optimal.

        Aber es bleibt schwierig. Das Dilemma wird sich nie auflösen, dazu sind Frauen und Männer (im Durchschnitt) einfach evolutionär zu verschieden gestrickt.

        • „Ich würde es am liebsten einer Frau dann direkt sagen wenn ich romantisch interessiert bin. Aber das ist auch wieder nicht optimal.“

          Genau so habe ich mich früher verhalten. Und nein, es ist nicht optimal. 😉

        • Ich bin auch der Meinung, dass das auf nonverbaler Ebene viel besser funktioniert. Muss bekennen, dass ich auch schon Frauen ans Knie oder an den Oberschenkel gefasst habe, ohne vorher um Erlaubnis zu fragen. Die haben es dann entweder geschehen lassen oder mich gar angelächelt; dann hat sich etwas ergeben (oder auch nicht), oder sie haben das Knie weggezogen, dann war alles klar und ich habe nicht weiter insisitiert. Ich hatte nicht den Eindruck, dass auch nur eine der Frauen sich dabei von mir belästigt gefühlt hätte.

          Warum können die sowas heute nicht mehr?

          • „Warum können die sowas heute nicht mehr?“

            Vielleicht hat ihnen jemand weis gemacht, dass sie ANRECHT darauf haben, dass Männer die Welt so schaffen, dass ihnen absolut nichts unangenehmes passiert.

      • das große muster ist der versuch, qua political correctness neue werte in beton zu giessen. die neuen werte mögen gut und schön sein, doch in beton machen sie keinen spaß mehr

  8. Wo wir grad in Frankreich sind:

    In Bobigny in der Nähe von Paris hat ein Richter einen „Vergewaltigungs“-Prozess abgebrochen, mit der inoffiziellen Begründung, dass eine Frau den Prozess leiten sollte.

    Der Artikel ist lesenswert, auch wenn der Autor des Artikels die Motivation des Gerichtspräsidenten nicht versteht:

    Somit sind sie keine dem Körper enthobenen, strenge und distanzierte Wesen mehr, sondern simple kleine Menschen, die unfähig sind, ihre menschliche Verfassung zu überwinden. Sie sind geschlechtliche Wesen, die angesichts von Vergewaltigungen ihre Befangenheit und ihre Grenze eingestehen. Als der Präsident öffentlich zugeben musste, was die Verteidigung zuvor in dem eigentlich geheimen Austausch enthüllt hatte, gestand er ein, dass er weder neutral noch unparteiisch sein könne.

    Es geht sehr wahrscheinlich nicht darum, dass der Präsident kein Vertrauen in seine eigene Unparteilichkeit hat. Es geht darum, dass er sich bereits im Anfang des Prozesses selbst am Pranger stehen fühlt: Sprich das Schwein schuldig, or else!

    • „Es geht darum, dass …“

      Das wäre die optimistische Variante. Die pessimistische Variante wäre, daß der Richter meint, er als Mann – äh, als heterosexueller Mann – habe nicht die notwendige Sensibilität und schon gar nicht das moralische Recht, in einem Fall von solch eminenter Bedeutung und Tragweite (eine FRAU wurde vergewaltigt !!!) einen Prozeß zu leiten oder gar ein Urteil zu fällen. Eine solch verantwortungsvolle Aufgabe ist allein FRAUEN vorbehalten.

      (Siehe diesen ZEIT-Artikel, der vor einigen Wochen hier im Forum besprochen worden ist: Wie kann ich als Mann über die Belästigung von Frauen überhaupt nur nachdenken, geschweige denn reden ???)

      • “ habe nicht die notwendige Sensibilität und schon gar nicht das moralische Recht,“

        Das wäre dann aber wirklich mal ein Fall von internalisierter Misandrie und Feminismus ist MAL WIEDER 98% Projektion.

  9. Ich denke mal eine Konsequenz des Ganzen wird sein dass die schüchternen, sensiblen und nachdenklichen Männer noch weniger sich trauen Frauen anzusprechen, zu flirten etc.
    Während hingegen die „Machos“ dann übrigbleiben.
    Vielleicht ist das auch so gewünscht.

    • „Während hingegen die „Machos“ dann übrigbleiben.“
      Ne, auch die haben immer weniger Lust auf diese Frauen. Das einzige was passieren wird, ist dass bei einem „Männermangel“ die Männer anfangen sich für den Sex mit Frauen bezahlen zu lassen. Kenne bereits 2 Männer die genau das tun und die verdienen dabei nicht schlecht.
      Am Ende werden bestenfalls die Prolls mit einem IQ unter dem eines Toastbrotes es umsonst mit den Frauen treiben.

  10. Oh fein, jetzt sprechen uns wieder ein paar Frauen frei. Was für ein Glück. Dass ein echter Mann seine Selbstdefinition nicht von dem Wohl und Wehe von Frauen abhängig machen sollte wussten bereits die antiken Schriften zu berichten. Heute jedoch scheint es dass fast jeder Mann, egal ob weißer Ritter oder Männerrechtler zu hoffen, dass die Frauen ihn freisprechen, ihn der doch besser ist als die ganzen anderen Männerschweine um ihn herum.

    Boah ist das widerlich. Als Mann ist es mir vollkommen gleich ob ich in den Augen von Frauen ein Held oder ein Schwein bin, mich interessiert die Meinung MEINER Peer-Group und nicht die Meinung irgendwelcher bekloppter Frauen die ohne die männliche Versorgung in Form des Staates nicht mal ihre Möse sauber halten könnten.

    Ich empfehle jedem der die Nase voll von diesem Schwachsinn hat, das Buch „Way of Men“ zu lesen und danach zu handeln.

    • Naja, ein „Freispruch“ ist der offene Brief ja nicht. Eher eine weibliche Kontraposition zu einer weiblichen Position.

      Sprich: Da diskutieren/kritisieren/dissen sich Frauen untereinander. Männer sind da eher nur Deko oder vielleicht Objekte der Diskussion.

      Es handelt sich wohl eher um eine Kampfzone zwischen Egalitätsfeminismus (Frauen sind selber in der Lage für sich zu entscheiden und sich zu schützen, sie sind keine Opfer) und Gynofeminismus (Frauen sind heilige Kühe und müssen gefälligst automatisch und immer als solche behandelt werden)

      • Männer sind da eher nur Deko oder vielleicht Objekte der Diskussion.

        Den Kern der Sache erkannt, Respekt. Es geht hier um einen Streit unter Frauen, und die Verfasserinnen des Briefes sind wohl der Meinung, das die übertriebene metoo Kampagne bei dem unausgesprochenen gemeinsamen Intereße beider Parteien, den Mann zu steuern und zu kontrollieren kontraproduktiv ist, weil sie dem Mann zu deutlich bewusst macht, wie die wahren Verhältnisse sind. Und alle weibliche Macht beruht wesentlich darauf, daß ihm dies nicht bewusst wird.

        im Übrigen aus dem Brief:
        —unsere Töchter so zu erziehen, dass sie informiert und bewusst genug sind, um das Leben in vollen Zügen zu leben, ohne eingeschüchtert zu werden oder sich schuldig zu fühlen.—

        Wäre mal interessant was diese Damen ihren Söhnen denn so für Ratschläge angedeihen lassen würden.

        • Möglicherweise den westlichen Klassiker: „Sohn, alle Frauen sind Schlampen die Dich nur ausnutzen wollen. Außer Mutter natürlich“

          Da haben es Mütter in anderen Kulturkreisen einfacher, da sie tradiert sehr starken Zugriff auf die Schwiegertöchter haben und diese dadurch kontrollieren können…

  11. https://elpais.com/cultura/2018/01/10/actualidad/1515609248_258352.html

    In „El País“ aus Madrid findet sich ein Artikel, der über eine Reaktion französischer Feministinnen berichtet. Darin heißt es:

    „Die Aktivistinnen beklagen, dass diese Frauen (Deneuve u.a.) ihre Medienpräsenz nutzen, um sexuelle Gewalt zu banalisieren. Sie beschuldigen sie, „Millionen Frauen zu verachten, die unter dieser Gewalt leiden oder gelitten haben.“ „Mit diesem Text wollen sie den bleiernen Vorhang wieder zuziehen, den wir grade zu öffnen begonnen haben“, sagt die Feministin Caroline de Haas. … „Es handelt sich nicht um einen graduellen Unterschied zwischen Flirt und Belästigung, sondern um einen Wesensunterschied. Gewalt ist keine Steigerung von Verführung.“ (meine Übersetzung)

    Darin auch ein Link zum französischen Originaltext der Feministinnen:

    https://www.francetvinfo.fr/societe/droits-des-femmes/tribune-les-porcs-et-leurs-allie-e-s-ont-raison-de-sinquieter-caroline-de-haas-et-des-militantes-feministes-repondent-a-la-tribune-publiee-dans-le-monde_2553497.html

    Es gibt also einen Wesensunterschied zwischen Flirt und Belästigung, aber worin der besteht und wie man ihn ermittelt, darüber werden wir weiter in Unkenntnis gelassen. Absicht ist wohl, dass man es erst ganz unterlässt.

    Wenn ich mir übrigens das Foto von Caroline de Haas anschaue, kommt es mir vor, als ob hier ein Zickenkrieg zwischen hübschen und hässlichen Frauen ausgefochten wird.

    • „Es gibt also einen Wesensunterschied zwischen Flirt und Belästigung, aber worin der besteht und wie man ihn ermittelt, darüber werden wir weiter in Unkenntnis gelassen.“

      Wieso, der Unterschied ist doch altbekannt – die exakt selbe Handlung ist ein Flirt, wenn frau den Mann interessant findet, und Belästigung, wenn nicht.
      Ebenso wurde feministischerseits ja nun schon oft genug mitgeteilt, dass, wer nicht erkennen kann, ob die betreffende Frau interessiert ist oder nicht, bitteschön jegliche Annäherungsversuche zu unterlassen hat.

    • „zwischen hübschen und hässlichen“

      Hat eigentlich schon mal jemand das Durchschnittsalter der 100 Frauen ausgerechnet?

      Da scheinen nur sehr wenige junge drunter zu sein.

      • Wahrscheinlich ist die Teilnahme an #metoo weitgehend triebgesteuertes Balzverhalten der Damen. Aussenden von „mixed signals“ und das Stellen von „Shittests“ an die Männer, um die dominantesten und durchsetzungsfähigstens Exemplare selektieren zu können.

        Wir Männer sind in jungen Jahren ja auch desöfteren mal schwanzgesteuert was dann mit zunehmendem Alter nachlässt. Warum sollte das bei Frauen nicht so sein? Da manifestiert sich die Triebhaftigkeit geschlechtsspezifisch nur anders.

        • Meryl Streep ist 68. Du meinst, das lässt im Alter bei der noch nach?

          :-p

          Ansonsten habe ich gegen deine Diagnose kein Gegenargument. Ist eine plausible Erklärung: sexuelle Selektion durch Hürden-aufbauen ist ja nun kein Geheimnis.

          • Gibt ja auch Männer, bei denen in dem Alter die Schwanzsteuerung noch dominiert, z.B. Weinstein himself, im MIttel lässt das aber nach.

  12. Der Drops ist gelutscht! Die Nachwirkungen werden kommen und den endgültigen Gong einleiten.

    Ein Taxifahrer erzählte mir auf einer Heimfahrt von den heulenden Frauen die er Abends nach Hause fährt und wie schön das alles in den 80er gewesen war mit Mann und Frau.

    Finish! Es wird Generationen brauchen um das Vertrauen zwischen Mann und Frau wieder herzustellen. Wer schlau ist oder Familie möchte sollte ans Auswandern denken, ich ziehe nach Prag.

    Cheers!

    • Es gibt zwei Möglichkeiten:

      – Die Frauen heulen, weil sie an dem besagten Abend ein oder zwei für sie interessante Männer gesehen, vielleicht auch kurz gesprochen haben – ein näheres Kennenlernen aber nicht erfolgt ist und zukünftig wohl auch nicht möglich scheint
      – Die Frauen heulen, weil sie auch an diesem Abend – wieder einmal! – keinen interessanten Mann auch nur von Ferne gesehen haben: alles nur Ausschussware, kein Märchenprinz weit und breit.

      Die zweite Variante scheint mir die wahrscheinlichere. Siehe hierzu das Buch „Singlefrau und Märchenprinz. Über die Einsamkeit moderner Frauen“ von Jean-Claude Kaufmann.

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