Crazy Stupid Love und männliches Auftreten

Neulich kam „Crazy Stupid Love“ im Fernsehen und ich schaute mal kurz rein:

Die Handlung des Filmes aus der Wikipedia:

Der etwas gesetzte und langweilige Familienvater Cal Weaver wird bei einem romantischen Essen in einem Restaurant von seiner Frau Emily mit der Nachricht überrascht, dass sie einen Geliebten habe und ihn verlassen werde. Er verbringt die folgenden Abende in einer Bar, wo er sich betrinkt und seinen Trennungsschmerz zu erkennen gibt. Der jüngere Aufreißer Jacob nimmt sich seiner an, gibt ihm Flirttipps, kleidet ihn komplett neu ein und besucht mit ihm ein Fitnessstudio. Cal trägt nun andere Kleidung und wird sichtlich schlanker, was ihn schließlich attraktiver erscheinen lässt.

Er entwickelt sich zunehmend zu einem Womanizer, was auch seiner Familie und seinen Bekannten nicht verborgen bleibt.

Es ist ein Film, der Anleihen bei Pickup macht und dabei im ganzen sogar positiv bleibt. Natürlich: Ryan Gosling sieht eh sehr gut aus, es wäre wohl nicht die Vorstellung, die die meisten Frauen von einem „Pickuper“ haben und sie sind eh schon hin und weg, dennoch hat Ryan in der Rolle ein sehr gutes Auftreten:

Interessant die Szene bei 0:25:

Jacob lässt sie mit Cal alleine und verabschiedet sich mit „if he gets handy let me know“

Cal versichert sofort, dass er das niemals machen würde, selbst wenn sein leben davon abhängen würde.

Und wirkt damit erstaunlich creepy, obwohl er ja feministisch korrekt angibt, dass er sie nicht anfassen wird.

Doch all die Affären, die Cal unter anderem auch mit Kate hat, die sich im weiteren Verlauf der Handlung als Lehrerin seines Sohnes herausstellt, lassen ihn seine Liebe zu Emily nicht vergessen.

Robbie, der älteste Sohn der Weavers, ist unsterblich in das vier Jahre ältere Kindermädchen Jessica verliebt. Obwohl sie diese Liebe nicht erwidert, belästigt er sie die ganze Zeit mit Briefen, Nachrichten und Liebesgeständnissen. Jessica wiederum ist heimlich in Robbies Vater Cal verliebt und macht Nacktfotos für ihn, die sie ihm jedoch nicht übergibt.

Cal sucht sich eine eigene Wohnung, seine nun getrennt von ihm lebende Frau Emily bandelt vorsichtig mit ihrem Arbeitskollegen David Lindhagen an, mit dem sie bereits einen One-Night-Stand hatte, der zur Trennung der Ehe führte. Unterdessen lernt Jacob die junge Hannah kennen, die – enttäuscht von der Langeweile ihres Freundes – diesen verlässt. Jacob verliebt sich in sie, und Hannah bringt ihn von seinem Schürzenjäger-Dasein ab.

Auch hier sind viele Szenen sehr interessant. Der Freund verdirbt es sich mit ihr, weil er in einer Szene auf einer Party eine große Ankündigung macht und sie erkennbar und zu recht denkt, er würde ihr einen Heiratsantrag machen. Er erklärt aber nur, dass er ihr eine Arbeitsstelle in der Rechtsanwaltskanzlei anbietet. Sie erklärt, dass sie dachte er macht einen Heiratsantrag, auch wenn sie selbst davon ausging, dass es zu früh wäre und er meint, dass er doch nun wirklich Zeit brauchen würde um zu sehen, ob sie die richtige ist. Es ist eine dieser klassischen Szenen, in der Hollywood eine Trennung herbeiführt, bei der sie nicht Schuld ist, sondern der alte Freund ein Idiot ist (auch wenn er durchaus recht haben mag, aber er bringt es eben vollkommen falsch rüber, was ausreicht. Sie ist daher so sauer, dass sie direkt nach dem Kerl sucht, der sie neulich in der Bar angemacht hat um mit ihm zu schlafen. Sie fällt in dem vollen Wissen, dass er ein Aufreißer ist, in der ersten Szene über ihn her und küsst ihn und sagt er solle sie eben aufreizen, wie die anderen Frauen. Er nimmt sie also mit zu sich und es kommt zu der folgenden Szene:

Ich finde sie sehr lehrreich, weil sie sehr ruhig ist. Obwohl sie erklärt hat, dass er gefälligst mit ihr schlafen soll ist sie erkennbar noch nervös und unsicher. In der klassischen Vorstellung, die sonst von einem Pickupers in Filmen gemacht wird würde er jetzt irgendwie zudringlich werden. Aber dies ist ein Film für Frauen, in dem diese Ryan attraktiv finden sollen, er spielt hier die klassische Rolle des Aufreizers, der sich von der richtigen Frau zähmen lassen wird und für sie von allen anderen Frauen ablässt, also darf er nicht verbrannt werden.

Das gelingt, indem er einige wichtige Punkte rüberbringt:

  • Outcome indifference: Er ist vollkommen entspannt, er hat keine Eile, er sitzt da ganz ruhig, mit überschlagenen Beinen, und strahlt Selbstsicherheit aus- macht ihr erst einen Drink, bedrängt sie nicht und lässt ihr Zeit. Es wirkt so als würde es ihm eben nicht wichtig sein, ob er mit ihr schläft, weil er eben genug Sex mit anderen Frauen hat.
  • Er ist Herr der Situation und führt sie durch den Abend: Typischerweise werden Routinen als etwas dargestellt, was die Frau täuscht, was sie irgendwie dazu bringt mit ihm zu schlafen, auf eine dreckige Art und Weise. Hier fragt sie immer wieder nach, was er sonst so macht, und er stellt es ihr in aller Ruhe dar, wobei einiges unausgesprochen bleibt. Natürlich lebt er in einem tollen Haus, alles sieht hochwertig aus, was zu ihm passt, er hat einen perfekten Körperbau, schon übertrieben gut, wie sie selbst betont und er ist der perfekte Gastgeber: Ein Drink, die richtige Musik. Das Thema auf Dirty Dancing lenken, sagen, dass man die Hebefigur kann und sie es ausprobieren kann, ihr etwas besonderes geben, was Vertrauen aufbaut und gleichzeitig recht natürlich überleitet zu Körperkontakt und bei dem er gleichzeitig seine Stärke darstellen kann. Das es alles „Tricks“ sind wird hier nicht als Manko dargestellt, sondern zeigt um so mehr, dass er Ahnung hat und die ruhige Art lässt es unbedrohlich wirken. Gerade weil sie danach fragt und verführt werden will ist der „Täuschende Charakter“ aufgehoben (wobei viele Frauen bei Ryan Gosling eh nicht daran denken würden, dass man sie täuschen müsste).

Natürlich folgt etwas Drama.

Als sie ihn mit nach Hause nimmt, um ihn ihren Eltern vorzustellen, erkennt Jacob, dass Hannah die Tochter Cals ist. Dieser ist von der neuen Beziehung seiner Tochter alles andere als begeistert, hat er Jacob doch als Aufreißer kennengelernt. Cal ist der Meinung, dass Jacob einerseits zu gefährlich, andererseits nicht gut genug für seine geliebte Tochter ist.

Er will gerne Gut mit Frauen sein, aber er will nicht, dass jemand, der das Gleiche bei Frauen will, bei seiner Tochter landet.

Ein klassischer Konflikt, der hier in dem Film angelegt ist. Der Beta wird etwas mehr Alpha, aber nicht Alpha genug, er kehrt als bessere Version seiner selbst zu seiner Frau zurück. Sein Lehrer stellt gleichzeitig die dunkle Seite dieses Alphaseins dar, was er eben nicht für seine Tochter möchte. Damit es aber insgesamt gut aussieht hat dieser dann bereits der dunklen Seite abgeschworen und meint es wirklich ernst – mit einem Mädel, welches von seinem Verhalten gerade in der obigen „Verführungsszene“ schon fast etwas nervig ist, weil sie es so kompliziert macht, so zurückhaltend ist, was man aber gerade braucht, um Jacob als guten Typen darzustellen, der sie nicht ausnutzt.

Bei diesem unglücklichen Zusammentreffen von Emily und Cal sowie Hannah und Jacob tauchen auch noch das Kindermädchen Jessica und deren Vater Bernie auf. Letzterer hat den Umschlag mit den Nacktfotos entdeckt, auf den Jessica den Namen Cal geschrieben hatte. Er geht irrtümlicherweise davon aus, dass Cal mit ihr ein sexuelles Verhältnis habe, und stellt ihn aufgebracht zur Rede. Zusätzlich erscheint David Lindhagen bei den Weavers im Garten, er möchte Emily ihren – in seinem Auto vergessenen – Pullover vorbeibringen. Es kommt zu einer handfesten Prügelei zwischen Bernie, Cal, Jacob und Lindhagen, bei der schließlich die Polizei schlichten muss.

Wenig später nehmen die Weavers, Jacob und Jessica an der Schulabschlussfeier Robbies teil. Dieser ist ausgewählt worden, die Festrede zu halten. Doch weicht er vom Manuskript ab und macht Jessica vom Rednerpult aus eine Liebeserklärung. Daraufhin tritt auch sein Vater Cal ans Mikrofon, er spricht darüber, dass Liebe mehr sei als ein romantisches Gefühl, Liebende müssten im täglichen Leben viele Bewährungsproben bestehen und an sich arbeiten. Seine Frau Emily, von der er noch offiziell getrennt ist, schaut ihn bewegt an.

Cal und Emily gehen anschließend lächelnd aufeinander zu; ob sie wieder zusammenfinden, bleibt allerdings offen. Doch kann Cal mittlerweile die Beziehung zwischen seiner Tochter Hannah und Jacob akzeptieren. Zum Schluss übergibt Jessica Robbie mit einer freundschaftlichen Geste noch den Umschlag mit ihren Nacktfotos und fügt augenzwinkernd hinzu, dass die Bilder ihn „durch die Highschool bringen sollen“.

Also ein Happy End für alle. Der Beta ist etwas mehr Alpha geworden, der Alpha etwas mehr Beziehungsmensch, selbst der Sohn bekommt noch etwas ab und die Tochter hat eh einen heißen Typen gefunden.

Es ist ein erstaunlich positiver Film über „Pickup“ im weiteren Sinne und über „Männlichkeit beim Flirten“. Auch eben, weil der Hauptdarsteller hübsch genug ist, um die Tricks nicht in den Vordergrund zu stellen. Der lehrnende Vater ist gleichzeitig der, der die Verhaltensänderungen und die daraus gewonnene Attraktivität rüberbringen muss und er ist auch der, bei dem man den Unterschied am Anfang sieht, er ist auch der Comic relief am Anfang und er ist auch der, der vom Skript abweicht und deswegen menschlicher bleibt, wahrscheinlich, weil es eben ein Film für Frauen ist und so romantischer bleibt.

 

 

 

27 Gedanken zu “Crazy Stupid Love und männliches Auftreten

  1. Frage: Wird irgendwie plausibel gemacht, WARUM Jacob für Hannah eine Onitis entwickelt?

    Oder ist sie eine Ally McBeal Jr Gedächtnisfigur: eigentlich irgendwo zwischen durchschnitt und doof und TROTZDEM bändigt sie den Gott der Liebe?

      • Emma Stone ist sicher keine schlechte. Solide 7-8, würde ich sagen.

        Da er eine 10 ist, bräuchte es eigentlich eine Erklärung, warum er ihretwegen sein Leben umkrempelt.

        Aber das käme nicht gut an, beim heutigen weiblichen Publikum.

  2. In der Vorschau habe ich eine Szene gesehen bei dem der Beta kurz davor ist mit einer Frau Sex zu haben und ich glaube sie fragt dann aus welchen Grund oder so. (Komische Frage) Er erklärt dann das er damit seine Ex neidisch machen will. Daraufhin quickt sie ein Mal vor Freude und bespringt ihn.

    Fand ich sehr interessant ^^

    • @Pjotr

      Nein, das ist gebt-den-Frauen-mehr-von-dem-was-sie-gerne-hören-wollen:
      „Der Beta wird etwas mehr Alpha, aber nicht Alpha genug, er kehrt als bessere Version seiner selbst zu seiner Frau zurück.“

      Wäre er nämlich wirklich Alpha geworden, würde er nicht mehr zurückkehren.
      Er hätte die Chance gehabt, die Verbesserung seines Selbst für sich selbst zu nutzen, aber blöderweise würde er dann ja nicht mehr seine Ressourcen einer Frau zur Verfügung stellen.
      Geht also gar nicht!

      „Sein Lehrer stellt gleichzeitig die dunkle Seite dieses Alphaseins dar, was er eben nicht für seine Tochter möchte.“
      Sondern einen Beta.
      Warte mal. Ist er nicht von seiner Frau verlassen worden, weil er ein langweiliger Beta war???
      Don´t give it a second thought.

      „Damit es aber insgesamt gut aussieht hat dieser dann bereits der dunklen Seite abgeschworen und meint es wirklich ernst“ – mit der Preisgabe männlicher Autonomie und der Bereitschaft seine (reichlich vorhandenen) Ressourcen zu teilen.

      Der weibliche Traum vom Alpha, der sich durch sie zähmen, bzw. betaisieren lässt. Wäre er *nicht* zähmbar, wäre er angsteinflößend, ist er *zu* zähmbar, ist er langweilig. Solche Geschichten wollen Frauen hören. Und sie bekommen sie demzufolge reichlich serviert.

      • „Der weibliche Traum vom Alpha, der sich durch sie zähmen, bzw. betaisieren lässt. Wäre er *nicht* zähmbar, wäre er angsteinflößend, ist er *zu* zähmbar, ist er langweilig. Solche Geschichten wollen Frauen hören. Und sie bekommen sie demzufolge reichlich serviert.“

        Die Schöne und das Biest. Psyche und Eros. Die klassischen weiblichen Mythen.
        Mit der Grundfigur dieser Geschichte habe ich eigentlich kein großes Problem. Wenn Mann eine Familie haben will, muss er ein gewisses Maß an Domestizierung akzeptieren. Das ist OK.

        Mein Problem liegt (wie schon oft gesagt) darin, dass es früher Voraussetzungen dafür gab, dass die Frau überhaupt in der Lage ist, das Biest zu zähmen. Sie musste bestimmte Eigenschaften mitbringen oder entwickeln.
        Selbst in den 90ern musste Pretty Woman noch eine scharfe Schnitte mit einem Herz aus Gold sein, um ihr Monster zu zähmen.
        Das fällt heute komplett weg.

        JEDE Frau hat ihren Prinz verdient.
        Voraussetzungslos.

        Frauen haben irgendwie alles einfach so verdient. Gleich viel Geld, gleich viel Repräsentation, gleich viel dies, gleich viel das und überhaupt alles, was sie wollen. Und nachdem sie den Kuchen gegessen hat, soll der immer noch da sein.

        Kein Wunder, dass Frauen immer unglücklicher werden. Scheiß Realität.

          • Männer zahlen auch einen Preis dafür.
            Jede Frau, die das nicht verstanden hat, dass der Prinz auch berechtigte Erwartungshaltungen an sie hat, ist es nicht wert, dass Mann ihr irgendwas opfert.
            Viele Männer, die gern in einer guten Beziehung leben würden, finden keine.

          • Klar gibt es immer zu wenig gute Frauen. Aber es bleibt trotzdem nichts anderes als die schlechten auszusortieren auf das die intelligenten merken, was funktioniert. Das Problem unserer Gesellschaft ist eigentlich nur, dass überall Bilder und Geschichten solcher Frauen < 35 sind und niemand je zeigt, wo das jenseits der 50 endet. Jemand sollte da mal einen Film wie "Wir Kinder vom Bahnhof Zoo" darüber machen.

          • „Viele Männer, die gern in einer guten Beziehung leben würden, finden keine.“

            Was nicht verwunderlich und schon rein logisch belegbar ist.
            Die guten Frauen werden im Schnitt länger in einer Beziehung bleiben, als die schlechten.
            Die Wahrscheinlichkeit, dass sie in einer endgültig stabilen Beziehung bleiben, ist weit höher, als bei den Beziehungskrüppeln.

            Die bleiben am Ende übrig.
            Und der verlassene Single-Mann denkt, alle Frauen seien Schrott, weil er nur die kaputten kennenlernt.

          • Wenn sie mit Anfang 20 etwas mehr Wert darauf gelegt hätte, sich entlang „heteronormativer, sexistischer Schönheitsideale“ zu entwickeln, hätte sie bestimmt mit Mitte 20 einen ganz guten Ehemann abgreifen und ein paar Kinderchen machen können. Dann könnte sie heute in einer ruhigen Vorstadtgegend wohnen, im SUV einkaufen fahren, sich in der Schule ihrer Kinder engagieren und wenn sie wollte, könnte sie sogar Sex haben. Stattdessen schreibt sie Artikel auf Jezebel über ihre Einsamkeit. You go girrrrl! Feminismus ist gut für alle, oder?

          • „Feminismus ist gut für alle, oder?“

            Ich frage mich regelmäßig, wann die Mehrheit der Frauen endlich kapiert, WIE TIEF der Feminismus sie in die Scheiße geritten hat.

          • „Ich frage mich regelmäßig, wann die Mehrheit der Frauen endlich kapiert, WIE TIEF der Feminismus sie in die Scheiße geritten hat.“

            Den Zeitpunkt kann Dir keiner nennen,
            aber eines wird sicher sein, ZU SPÄT 😀

      • @only_me

        „Mein Problem liegt (wie schon oft gesagt) darin, dass es früher Voraussetzungen dafür gab, dass die Frau überhaupt in der Lage ist, das Biest zu zähmen. Sie musste bestimmte Eigenschaften mitbringen oder entwickeln.
        Selbst in den 90ern musste Pretty Woman noch eine scharfe Schnitte mit einem Herz aus Gold sein, um ihr Monster zu zähmen.
        Das fällt heute komplett weg.“

        Pretty Woman war in der gleichen Liga angesiedelt, wie das legendäre „Du vervollständigst!“ mich in Jerry Maguire.
        Gezeigt wurde zunächst der *defizitäre Mann*: Ein workaholic ohne Zugang zu den eigenen Gefühlen, ohne entwickelte Fähigkeit, sein Leben zu genießen, ohne Spontanität, mit einem problematischen Vater-Verhältnis, welches ihn immerhin in psychotherapeutische Behandlung gebracht hatte, mit Phobien usw.
        Umso „verkorkster“ also der Mann, desto plausibler wurde, wie er an Julia Roberts, die immerhin eine Prostituierte spielte, Gefallen finden konnte.
        „Leider“ ist jedoch die Männerrolle nicht mehr real existent.

        Man muss sich vor Augen halten: Jack Urwin veröffentlichte im März 2017 ein Buch mit dem Titel „Boys don’t cry“, Klappentext: „Starre Männlichkeitsbilder beherrschen noch immer die Identifikationsangebote – sei es in Erziehung, Beruf, Werbung oder Mainstream-Medien. Stark, unbesiegbar, wild und immer auf der Gewinnerspur sollen Männer sein, ob sie wollen oder nicht.“
        Der Titel jedoch ist dem – bekannten – Song der Band „The Cure“ entliehen und dieser Titel stammt aus dem Jahr 1984 (!).

        Refrain:
        „So I try to laugh about it
        Cover it all up with lies
        I try to laugh about it
        Hiding the tears in my eyes
        Because boys don’t cry“

        Die Ironie ist, Urwin veröffentlicht 33 Jahre nach dem Erscheinen des Liedes – gesungen von wild geschminkten, androgynen Männern, übrigens – das zum Klassiker geworden ist und eben diese (Selbst-) Kritik am Rollenbild männlicher Stärke thematisiert ein Buch, in dem er behauptet, die Männlichkeitsbilder *und* die Männer hätten sich überhaupt nicht geändert.

        Dein Rückblick, die Frau der 90er „musste bestimmte Eigenschaften mitbringen oder entwickeln“ bezieht sich jedoch auf diesen *Mann der 90er*.
        Du schreibst: „Das fällt heute komplett weg.“ und „JEDE Frau hat ihren Prinz verdient. Voraussetzungslos.“

        Drehen wir doch einmal das Argument: Ist es nur das weibliche entitlement, das dir auf die Nerven geht oder sitzt das Problem nicht ganz woanders?
        *Siehst du dich* als *defizitären Mann*: Einen workaholic ohne Zugang zu den eigenen Gefühlen, ohne entwickelte Fähigkeit, sein Leben zu genießen, ohne Spontanität usw.?
        Denn nur *dann* muss diese Frau BESTIMMTE Eigenschaften haben, die in die Welt der 90er passten und sie dadurch attraktiv machten.
        Meine Frage ist, ob es uns nicht nur so ERSCHEINT, dass jede Frau ihren Prinzen voraussetzungslos verdient hat, weil wir die existierenden weiblichen Eigenschaften *nicht mehr brauchen*?!

        Ich hoffe ich habe mich verständlich genug ausgedrückt – nach meiner These ist die Fallhöhe, mit der wir weibliche Ansprüche heute sehen darin begründet, dass wir das Gefühl haben, in einem Austausch nichts oder wenig zurück zu bekommen.
        Das liegt aber m.E. in erster Linie daran, dass wir nicht bekommen, was wir eigentlich *brauchen*, weil sich diese „weiblichen Eigenschaften“ auf Männer beziehen, die *gar nicht mehr existieren*.
        Ich nenne das – diese weiblichen Eigenschaften – das „alte Textbuch“.
        Nur die Beschwörung des „Defizitwesens Mann“ (nicht umsonst ein feministisches Lieblingsthema) macht jedoch eine männliche Sockenpuppe erforderlich, der den Lieblingssatz aller Frauen formuliert: „Du vervollständigst mich!“.

        Das ist das alte Textbuch: Der durch eine Frau – in ihrem und durch ihr Wesen – ergänzungsbedürftiger Mann, welcher im Grunde zuvor ein halbierter Mensch war.
        D.h. das aktuelle weibliche Angebot trifft auf einen sich verändert habenden Mann, der irritiert ist, Glasperlen zum Tausch angeboten zu bekommen, was die Frau auch irritiert, denn nach dem alten Textbuch waren Glasperlen voll in Ordnung und nachgefragt.
        Aus dieser Perspektive ist es auch verständlich, dass ein Pro-feministischer Mann ein Buch im Jahr 2017 schreibt, welches einen Titel von 1984 trägt: Es ist die Bestärkung von FRAUEN in der Illusion, es habe sich nichts, bzw. der Mann hat sich nicht geändert.
        Das Buch ist also nicht für Männer geschrieben worden, sondern für Frauen.

        Das erste weibliche Problem ist, immer weniger Männer sind so, entsprechen damit diesem alten Textbuch und demzufolge wird es immer weniger nachgefragt. Das zweite weibliche Problem ist, die Gesellschaft und der Feminismus suggeriert ihr, der Änderungsbedarf liege beim Mann – dabei liegt er bei ihr.
        Dieser gesellschaftliche Druck auf die Männer wiederum hat m.E. verhindert, den Geschlechterdeal tatsächlich von *unserer Seite* aus zu betrachten.

        Das eigentliche Problem ist nicht der per se schlechte deal, sondern die Produkte der Angebotsseite sind veraltet und deshalb halten wir nicht nur den Preis für überzogen, sondern den kompletten Tausch für einen Witz.
        Die Enttäuschung trifft zunächst Frauen als Person – aber eigentlich meinen wir die Frauen, die nach dem alten Textbuch verfahren, in dem Männer beschrieben worden sind, die es so nicht mehr gibt.
        Was Frauen, die nichts anderes kennen oder lernen wollen *in der Funktion*, in der sie in diesem Textbuch stehen überflüssig macht.
        „The End Of Men“ – ist eine Projektion dieser Angst.

        Womit ich bei meinen zwei nächsten Thesen wäre, dass unsere Enttäuschung ganz wesentlich daraus resultiert, wir kennen außer dem alten Textbuch kein anderes. Und ein neues muss erst noch geschrieben werden.
        Von uns, selbstverständlich. 😉

        • @crumar,

          wenn ich deine These richtig verstehe: Früher waren Männer (zumindest in den Geschichten) tatsächlich defizitär, also war es auch korrekt, dass eine Frau in der Lage ist, bei ihnen die Lücken zu füllen.

          Heutige Männer, in Zeiten von MGTOW, sind nicht mehr dermaßen defizitär, daher gibt es kaum noch was, was eine Frau einem Mann – außer Sex – bieten könnte.

          Du fasst zusammen mit:

          Womit ich bei meinen zwei nächsten Thesen wäre, dass unsere Enttäuschung ganz wesentlich daraus resultiert, wir kennen außer dem alten Textbuch kein anderes. Und ein neues muss erst noch geschrieben werden.
          Von uns, selbstverständlich.

          Dass es an uns ist, ein neues Textbuch zu schreiben, steht m.E. außer Frage. Ich sehe so gut wie nichts Tragfähiges aus weiblicher Richtung, aus feministischer sowieso schon mal gar nicht. Frauen lesen ja immer noch nichts aktuelleres als 50 Shades of Grey, was letztlich Pretty Woman 2.0 (ohne pretty woman) ist.

          Allerdings: Was du das „alte Textbuch“ nennst, demzufolge Frauen nur Glasperlen anbieten, ist meines Erachtens nach das „50 Jahre alte Textbuch“, das mit der zweiten Welle eingeführt wurde.

          Bleiben wir bei der Illustration durch Filme.


          1965 kam „Das große Rennen“ in die Kinos (den ich kürzlich das erste Mal sah), der als einen Handlungsstrang eine unbeholfene Behandlung des Themas Feminismus hat.
          Natalie Woods Character hat im wesentlichen drei Eigenschaften: Sie ist sexy, sie ist weitgehend inkompetent und absolut nervtötend anspruchsvoll. Die prototypische „Gebt mir!!“ Feministin.
          Tony Curtiss’ Character ist der perfekte Mann. Immer strahlend weiß gekleidet, der Beste in jedem Wettbewerb, ja, als er mitten durch eine Tortenschlacht geht, bekommt er keinen einzigen Klecks auf seinen strahlend weißen Pullover, bis sie ihn ganz am Ende versehentlich trifft.
          Natürlich verliebt er sich am Ende in sie. Keiner weiß, warum.

          Das ist das älteste Beispiel für „Glasperlen müssen reichen (sogar für den Besten von Allen)“, das mir bekannt ist.

          Was gab es vorher?


          Zum Beispiel To Have and Have Not

          Lauren Bacall ist selbstbewusst, intelligent, sexy und Bogart in vielerlei Hinsicht gewachsen.

          Als später dann die Kacke am Dampfen ist, ist sie loyal, zuverlässig, hilfsbereit und respektiert seine Entscheidungen.

          Oder etwas frauenbewegter?


          The Philadelphia Story

          Das Happy End gibt es erst, _nachdem_ sie von ihrem Frauen-sind-die-besseren-Menschen Ross abgestiegen ist und zu einer Frau geworden ist, die neben Selbstbewusstsein auch Demut kennt.

          Oder, mehr oder weniger wahllos rausgegriffen: Roman Holiday

          Hepburn ist entscheidungsfreudig (so fängt der Film schließlich an), voller Lebenslust, ohne Arg, am Ende aber pflichtbewusst: Eine Frau, auf die mann sich verlassen könnte.

          Schlussfolgerung:
          VOR der zweiten Welle gab es ein Frauenideal, das mehr zu bieten hatte als Glasperlen.

          Und selbst WÄHREND der zweiten Welle gab es anfangs interessante Ansätze.

          Muss z.B. diese Paarung gesondert diskutiert werden?

          Mrs. Peel ist in vielerlei Hinsicht sehr kompetent, in mehreren Fachbereichen ist er auf ihre Expertise angewiesen, und insgesamt sind sie ein Team, in dem neidlos jeder den anderen schätzt und respektiert.

          Zurück zu deinen Thesen:
          „wir kennen außer dem alten Textbuch kein anderes.“

          Doch kennen wir.
          Am allgemeingültigsten hat es vielleicht Hägar der Schreckliche ausgedrückt, der einst einen Toast auf seine Frau ausbrachte: „Auf meine geliebte Helga, die mir stets eine gute Frau und immer eine würdige Gegnerin ist“

          Eine Frau, die dich respektiert UND die dir gegebenfalls auf Augenhöhe begegnen kann, ist eine Gute Frau.

          Das setzt NICHT voraus, dass der Mann eklatante Defizite hat. Es reicht, dass er nicht Jesus ist.

          Und daher interpretiere ich meine Enttäuschung aus anderer Perspektive als du:

          Der Beziehungsmarkt hat sich so entwickelt, dass Frauen 80% aller Männer unterdurchschnittlich attraktiv finden. Hierfür spielt es noch nicht unbedingt eine Rolle, ob das an Selbstüberschätzung liegt oder an stinknormaler Hypergamie.
          Aber das mit dem Respekt hat sich schon mal flächendeckend erledigt.

          Bleibt die Augenhöhe. Wie soll dir eine Frau auf Augenhöhe begegnen, die vor lauter Fördermaßnahmen kaum jemals Laufen gelernt hat und vor lauter gynozentrischer Beschallung nie genötigt wurde, jemals einen (selbst-)kritischen Blick auf die Welt zu werfen?

          Womit wir wieder bei den Glasperlen sind. Aber: Dass Frauen glauben, Glasperlen müssten gut genug sein, ist eine kulturell bedingte Folge der letzten ~50 Jahre.

          Das neue Textbuch wird als Voraussetzung haben, dass Mann und Frau sich wieder ebenbürtig sind.

          Wie wir Frauen dazu motivieren können, die Anstrengungen zu unternehmen, einem guten Mann ebenbürtig zu sein, weiß ich nicht.
          Vielleicht, wenn sich je die Einsicht bei Teenagerinnen einstellt: „Ach Sch…, das mit dem reicher-Mann-heiraten kann ich mir abschminken. Ich muss SELBST eine Persönlichkeit eintwickeln.“ (MGTOW rules)

          Dann wiederum: Das ist auch nur Feminismus-1: Frauen müssten mehr so sein wie Männer.

          MaW: Keine Ahnung, welche Alternative es zu der respekt- und liebevollen Aufteilung in Exo- und Endosphäre gibt oder geben könnte.

          Eine Welt mit Frauen, die darauf beharren, in der Exosphäre spielen zu gehen, aber die Männer sollen bitteschön dafür sorgen, dass es da sicher und bequem zugeht, wird jedenfalls kein neues Narrativ zulassen.

          • Bevor auch ich mich in die Heia verabschiede, hier noch zwei Anmerkungen, bevor ich sie bis morgen vergessen habe:

            „Eine Frau, die dich respektiert UND die dir gegebenfalls auf Augenhöhe begegnen kann, ist eine Gute Frau.“

            Eine essentielle Forderung, die selbstverständlich sein sollte, es aber immer weniger ist – dank Feminismus.

            „Der Beziehungsmarkt hat sich so entwickelt, dass Frauen 80% aller Männer unterdurchschnittlich attraktiv finden. Hierfür spielt es noch nicht unbedingt eine Rolle, ob das an Selbstüberschätzung liegt oder an stinknormaler Hypergamie.“

            Es ist die Frage, ob die Verhältnisse nicht schon immer so waren, dass Frauen 80% der Männer unterdurchschnittlich attraktiv fanden. Wenn ja, dann kommt nämlich genau der Punkt „Selbstüberschätzung“ zum Tragen, der bei vielen Frauen zum 2. Vornamen geworden ist.

            Männer würden wahrscheinlich auch – wenn sie die freie Wahl hätten – sich auf vielleicht 10% der Frauen beschränken. Aber sie haben eine weit realistischere Selbsteinschätzung, weshalb sie von vornherein weit mehr Frauen in ihr Attraktivitätsmuster aufnehmen.

          • @ Carnofis

            Das war/ist vielleicht bei Männern ähnlich. Ich jedenfalls gucke auch nicht jeder, nicht einmal jeder vierten, auf den Arsch.

            Aber Männer konnten das immer mit Humor nehmen und sagten sich Dinge wie: „Essen muss ich dreimal am Tag, ficken nur einmal“.

            Das ging auch alles irgendwie auf, solange man konservative Rollenbilder hatte und Monogamie.

            Jetzt mischen wir Polygamie mit Progressivem & extremem Konservatismus.

            Das wird ein toller Bäucheklau.

          • „Der Beziehungsmarkt hat sich so entwickelt, dass Frauen 80% aller Männer unterdurchschnittlich attraktiv finden.“

            Ich habe das immer nur auf das Äußere bezogen, das für Frauen bei Männern ja einen geringeren Stellenwert hat, wie anders herum.

          • „Ich habe das immer nur auf das Äußere bezogen“

            Bei der ursprünglichen OK-Cupid Studie ist das auch so.
            Es deutet aber vieles darauf hin, dass es sich nicht darauf beschränkt.

            Die zugehörigen colttaine Filme hast du in der Linkliste?

        • Wow, das ist ein langer Beitrag, bzw. Antwort und mit den cineastischen Referenzen wird es schwer umzugehen…
          Ich vertage meine Antwort auf morgen! 🙂

        • @only_me Teil 1

          „wenn ich deine These richtig verstehe: Früher waren Männer (zumindest in den Geschichten) tatsächlich defizitär, also war es auch korrekt, dass eine Frau in der Lage ist, bei ihnen die Lücken zu füllen.“

          Jein, auch diese Männer waren in der Überspitzung eine Konstruktion, das hast du ja bereits geschrieben.
          Der Witz bei „Pretty Woman“ ist, dass sich erstens die geschilderten Defizite auf die Sorte von Männern bezog, die aus einer schmalen sozialen Schicht stammen und deshalb weiblicherseits begehrenswert sind.

          Somit ist die Darstellung des Defizits, der „Krankheit“ darauf verwiesen, die Qualitäten hervorzuheben, bei denen „Heilung“ auf „Frau“ hinausläuft.
          Was zweitens heißt, zu jedem Teil der Krankheit gibt es ein Teil Heilung und die ist weiblich.
          Die Volte, nämlich anders herum: Man beschreibt nur die „Krankheiten“ des Mannes *aus weiblicher Sicht*, von denen man weiß, die „Heilung“ ist weiblich.
          Es gibt keine Krankheiten des Mannes, für die „Frau“ nicht die Lösung ist und durch ihr „Sein“ auch keine Lösungsansätze zu bieten hätte.
          Du wirst keinen Mann mit einer diagnostizierten Depression in Frauenfilmen sehen, weil „Frau“ dafür keine Lösung ist und Männer sich DESHALB um diesen „Scheiß“ selber kümmern müssen.

          D.h. man muss – ich weiß, das ist schwer zu verstehen – die Geschichte in Frauenfilmen immer *rückwärts* lesen. Es gibt keine Progression, sondern eine *Konstruktion* hin zu einem frauengefälligen Ende.

          „Heutige Männer, in Zeiten von MGTOW, sind nicht mehr dermaßen defizitär, daher gibt es kaum noch was, was eine Frau einem Mann – außer Sex – bieten könnte.“

          Das hat mit MGTOW überhaupt nicht zu tun.
          Die Kritik der männlichen Rolle haben Männer furios seit den 70er Jahren SELBER erledigt.

          Und wer kennt nicht die Hymne der 80er?

          Die SUGGESTION war lediglich, der Feminismus sei die Lordsiegelbewahrerin der Kritik von Männern und des Geschlechterverhältnisses.
          Das war schon vor 20 Jahren eine LÜGE.

          Ein persönliches Beispiel: Ich habe 16 Monate Zivildienst in der Behindertenbetreuung absolviert. Nun erzählen MIR Feministinnen, care-Arbeit sei ausschließlich weiblich.
          Wann soll ich aufhören zu lachen?
          Ich habe JEDER Frau, mit der ich zusammen war einen BONUS von über einem Jahr voraus, in dem ich mich um hilflose Personen gekümmert habe.
          Feministinnen haben es aber geschafft, einer *kompletten Generation* von Männern, die genauso entschieden und gehandelt haben zu verkaufen, die KONKRETE PRAXIS dieser Männer sei wertlos und die NICHT-PRAXIS von Frauen beweise, sie seien durch ihr Geschlecht benachteiligt/diskriminiert.

          So weit muss man es erst einmal bringen, dass Männern suggeriert wird, was sie *praktisch* unter Beweis gestellt haben ZU TUN ist irrelevant gegenüber dem, was Frauen hypothetisch tun *würden*.
          Das ist die Art von GEHIRNWÄSCHE, durch die linke Männer gegangen sind.
          Die beruht darauf, komplett zu ignorieren, was junge Männer PRAKTISCH getan haben und junge Frauen NICHT, um ein virtuelles Stöckchen zu erzeugen, welches wesentlich höher gehalten wird, als es die KONKRETEN Leistungen von Frauen rechtfertigen würde zu hängen.

          Hier kommen wir dann zu dem Punkt, an dem diese Vorgehensweise des Feminismus solchen Frauen nützt: OHNE dieses Stöckchen würdest du diese Frau *realistisch* nach dem beurteilen, was sie *getan* hat und nicht nach dem was die hypothetisch tun *würde*.
          D.h. die Produktion oder Konstruktion dieser *zukünftigen* „care-Arbeit“ ist die Konstruktion einer Weiblichkeit in der Art eines ungedeckten Schecks.
          Er stellt in Aussicht, was zukünftig sein KÖNNTE.

          Und hier sind wir wieder bei meinem obigen Punkt.
          Lies die Beschwerdeführung nicht so, wie sie sich dir darstellt, sondern lies diese feministische Konstruktion, den gottverdammten Film RÜCKWÄRTS.

          • @lh

            Ja natürlich!

            Sie schmuggeln sich dadurch in das (männliche) Skript.
            „Du vervollständigst mich!“ – was die Sockenpuppe Tom Cruise in seinem Skript stehen hat und abliest verweist auf die „Unvollständigkeit“ des Mannes, der der Frau bedarf, UM sich zu vervollständigen.
            Die „Unvollständigkeit“ beschreibt eine *Leerstelle* und „Vervollständigung“ hat einen *Platzhalter* namens „Frau“.

            Selbes Thema, anderer Film: „… und dann kam Polly“
            Selbes Thema, anderer Film: „50 erste Dates“
            Selbes Thema, anderer Film: „Und täglich grüßt das Murmeltier“
            Selbes Thema, anderer Film: „Der Date Doktor“
            Und die Beispiele kann ich beliebig fortführen.

            Deshalb wird andauernd weiblicherseits die „Bindungsschwäche“ oder „Beziehungslosigkeit“ oder der „Egoismus“ des Mannes attackiert.
            Es geht nicht nicht um ein männliches Unvermögen, sondern um die *Rolle der Frau* in diesem Skript.
            Es geht überhaupt nicht um MGTOW; wir sind nur ein *Symptom* einer Krise. Die Ursache ist tatsächlich, dass ihnen *Männer allgemein* diesen Zusammenhang einfach nicht mehr abkaufen.
            Wieso auch? Wir haben uns viel zu sehr geändert.

            Vor diesem Hintergrund wird verständlich, warum der hype um das „toxische der Maskulinität“ einsetzt – sie wollen uns auf eine Rolle festnageln, die nicht umsonst *mit Sexualität* zu tun hat. Das ist nämlich die Rolle, in der *sie* den Preis für einen Austausch festsetzen, bzw. festgesetzt haben.
            Das letzte Pfund, mit dem sie wuchern, ist aber *Vagina* und nichts anderes.
            Der Witz ist also, sie kommen von selbst auf „sex“ zurück, weil das schon immer die letzte Bastion/fall back option war.

            Damit wird aber auch dem letzten Beta klar, dass es sich um eine Kontrolle der Marktpreise für Sex geht. Und in Sachen Beziehung, der schöne Schein der „Vervollständigung“ fällt und auf dem Austauschverhältnis klebt ein Preisschild, samt Drohung, das Verhältnis als „Gewaltverhältnis“ jederzeit „missverstehen“ zu können – auch im Nachhinein.

            Was jetzt passiert, ist die Demontage des *schönen Scheins* der Kontrolle des Geschlechterverhältnisses *durch Frauen selbst* und der Übergang zu einem offenen Machtkampf.
            Der Satz – korrekt formuliert – für Männer lautet nämlich: „Du vervollständigst meine Ausbeutung!“

            Aber – pschschsch! – wer wird denn so etwas laut aussprechen! 😉

            Subcomandante crumar

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