Schlechter Sex

Bei Bento wird schlechter Sex geschildert:

Irgendwann haben sie ein richtiges Date. Das läuft ziemlich schlecht, Robert verhält sich merkwürdig, Margot hat das Gefühl, an der angespannten Stimmung schuld zu sein. Sie will ihm ein besseres Gefühl geben, stellt viele Fragen, schmeichelt ihm, obwohl er sich die ganze Zeit ein wenig über sie lustig macht. Es funktioniert. Und es kommt zum ersten Kuss:

„Er machte eine Art Satz auf sie zu und versenkte seine Zunge in ihrem Hals. Es war ein schrecklicher Kuss, schockierend schlecht.“
Trotzdem löst es in ihr irgendwie ein zärtliches Gefühl für ihn aus: Er ist so tollpatschig und sensibel – da will sie ihm nicht auch noch seine schlechten Kuss-Fähigkeiten zum Vorwurf machen.

Margot schwankt im Laufe des Abends zwischen Ernüchterung und Zuneigung. Und „beim dritten Bier denkt sie darüber nach, wie es wohl wäre, Sex mit Robert zu haben. Vermutlich wäre es wie der schlechte Kuss, unbeholfen und viel zu exzessiv. Aber als sie sich vorstellt, wie aufgeregt er sein würde, wie hungrig er wäre und wie sehr er sie beeindrucken wollen würde – da fühlt sie ein kleines Ziepen der Lust in ihrem Bauch.“

Er will sie nach Hause bringen, doch sie trifft eine Entscheidung: Sie will mit ihm schlafen – und geht mit ihm nach Hause.

Doch leider läuft es auch dort ziemlich bescheiden. Schon als Robert sich auszieht, merkt Margot, wie ihre Lust schwindet: „Als sie ihn so ansah, merkwürdig nach vorne gebeugt, sein Bauch dick und weich, mit Haaren bedeckt, schreckte Margot zurück.“

Aber: „Jetzt zu beenden, was sie eben initiiert hatte, würde viel mehr Taktgefühl und Sensibilität erfordern, als sie gerade aufbringen konnte.“ Also zieht sie es lieber durch, als Roberts Stolz zu verletzen.

Der Sex ist furchtbar.
Robert zieht eine vorgefertigte Choreografie der Stellungen durch, nichts davon ist schön für Margot. Doch bei der kleinsten negativen Regung ihrerseits wird er kühl und distanziert. Also sagt sie nichts. Stattdessen kämpft sie abwechselnd mit Gefühlen der Abneigung und dem Verlangen, über die Absurdität ihrer Situation laut zu lachen.

Hinterher will sie einfach nur nichts mehr mit Robert zu tun haben. Als sie ihm das schreibt, reagiert er zunächst verständnisvoll – bevor er sie mit verletzten Nachrichten bombardiert und als Hure beschimpft.

Die Schilderung ist wohl aus einem Roman entnommen und so wohl auch reichlich unrealistich oder zumindest selten. Einen Mitleidsfick beim ersten Date, da werden die meisten Frauen keine Lust zu haben.

Und es wäre für sie ja auch relativ leicht vermeidbar gewesen.

Im Text heißt es:

Wieder andere sehen die Geschichte als Beispiel dafür, dass wir im Bett viel mehr darauf achten sollten, was unser Gegenüber (oder Drunter/Drüber) eigentlich möchte. Auch hier sehen viele Leute Frauen im Nachteil. Sie würden häufig zurückstecken, während Männer ihr Programm durchziehen – so der Tenor vieler Tweets.

Merkwürdiger Vorwurf, wenn es ja im wesentlichen ein Auswahlverschulden ihrerseits ist, schlicht weil er – auch interessant für das sonst so feministische Bento – einfach nicht den üblichen Schönheitsnormen für Männer entspricht. Der Text in dieser Art ist natürlich dünn, aber mir würden auch schon genug Sachen einfallen, wie sie es hätte besser machen können, eben in dem sie auf ihn eingeht, sagt was sie will, ihn auf Ideen bringt oder selbst die Lage verbessert.

Sie scheint es aber einfach nur durchziehen zu wollen, was für ihn wahrscheinlich auch nicht der beste Sex war (aber immerhin Sex). Er hätte wahrscheinlich mehr Spass gehabt, wenn sie auf ihn zugegangen wäre und er nicht irgendwie das Gefühl gehabt hätte, dass er einfach nicht ankommt.

Auch interessant wäre natürlich die umgekehrte Situation gewesen – er hat nur Sex mit ihr, eher widerwillig, weil sie eher dick ist etc und will danach nichts mehr mit ihr zu tun haben. Wenn sie ihn dann ein Schwein genannt hätte, dann wäre es eben wieder ganz verständlich gewesen. Das seine Gefühle verletzt sind ist hingegen eben klassische toxische Männlichkeit

85 Gedanken zu “Schlechter Sex

  1. Als ich die Geschichte gelesen habe, dachte ich sich erst, war die eine dämliche Frau und checkt die nicht, dass sie den verletzt?!
    Ich glaube aber, ich würde das auch bei umgekehrten Geschlechtern genau gleich sehen!

    Allerdings glaube ich nicht, dass es wie du vermutest am Äußeren liegt, da sie ja schon zu Beginn denkt, dass er sich merkwürdig verhält.

    Insgesamt klingt das für mich so, als wäre die Alte bisschen notgeil, will unbedingt Sex, egal wie es der anderen Person dabei geht – und auch dann noch beschweren…

    • Also für mich klingt das eher wie die RadFem-Variante von Dr. Sommer.
      Und ich denke, genau das ist es auch, eine Art Männerhass-BRAVO-Artikel.
      Tenor: Fickt nicht mit diesen geistig wie körperlich hässlichen, emotional völlig verstümmelten haarigen, fetten, plumpen, primitiven Monstern.
      Wartet auf den weißen Allie-Ritter auf dem fliegenden weißen Glitzer-Doppeleinhorn, oder werdet lesbisch.

      Typisch Bento eben.

    • „… als wäre die Alte bisschen notgeil, will unbedingt Sex, egal wie es der anderen Person dabei geht – und auch dann noch beschweren …“

      Köstlich 😉

      • @Jochen Schmidt

        Danke, war aber tatsächlich mein erster Eindruck. Mich machen solche Leute immer wütend, die ihr von jedem Mitleid und Verständnis für ihre Gefühle wollen, sich aber einen Scheissdreck für die anderer interessieren!

  2. „Die Schilderung ist wohl aus einem Roman entnommen…“

    Ja, der Text beschreibt auch mehr weibliche Angstvorstellungen denn realistische Gegebenheiten. Als solcher hat er immerhin Unterhaltungspotential mit Gruselfaktor für Männlein und Weiblein.

    Wobei der Gruselfaktor für die Jungs dann im redaktionellen Mantel steckt:

    „Über die Art, wie Frauen Sex erleben, wird noch immer nicht genug gesprochen. Dabei herrscht offenbar sehr großer Gesprächsbedarf.“

    Uuuhhahh, ja lasst uns stundenlang darüber sprechen, wie Frauen Sex erleben. Und dann lasst uns erschöpft einschlafen und am nächsten Tag ins Kloster gehen…für immer.

    „Die Autorin Kristen Roupenian sagte in einem Interview:
    Es zeigt die Art, wie viele Frauen – vor allem junge Frauen – sich durch die Welt bewegen: niemanden wütend machen, sich für die Gefühle anderer Menschen verantwortlich fühlen, sich sehr viel Mühe geben, alle um sich herum glücklich zu machen. Es ist ein reflexives und selbstschützendes Verhalten. Und es ist anstrengend.“

    Ja, anstrengend ist das für frau bestimmt wenn es nicht in der geschützten Innenwelt stattfindet. Jede kulturelle Entfremdung vom Naturzustand ist anstrengend. Lohnt es sich? Das muss jede für sich selber entscheiden. Immerhin haben Frauen da eine reale Wahlmöglichkeit. Männer nicht 😉

    BTW, darf ich vorstellen: Kristen Roupenian

    Ohne Worte…

    • Boah sieht die kacke aus. Da müsste ich schon echt besoffen sein um mit die schön zu trinken, vor allem da die vermutlich ihren Femimüll den ganzen Abend ausströmen lässt. Ich muss dazu allerdings auch dazu sagen, dass ich de sehr wählerisch bin, für einen lila Pudel ist sie sicher vollkommen ausreichend.

      Etwas OT:
      Ich frage mich inzwischen, welche Agenda hinter der ganzen Femipropaganda in den Massenmedien steckt. Das ist eine gezielte Aktion, nur frage ich mich wofür. Der Staat kann ja eigentlich kein Interesse daran haben, wenn eine bedeutende Anzahl der Bevölkerung einander so sehr misstraut, dass selbst der Einmarsch einer dritten Macht als kleineres Übel als der Feminismus gesehen wird. Entweder es wird hier über das Ziel hinaus geschossen oder ich übersehe etwas wichtiges.

      • „Das ist eine gezielte Aktion, nur frage ich mich wofür.“

        Glaube ich nicht.

        Man hört von Feministinnen
        • zu 90%, was sie stört
        • zu 10%, wie sie die Welt gern hätten
        • zu 0%, wie sie das Ziel sinnvoll zu erreichen denken

        Die mentale Begründung ist sehr einfach:
        Männer sind schuld daran, dass die Welt scheiße ist, also sind Männer auch verantwortlich dafür, dass die Welt besser wird.
        Die Aufgabe der Feministin (= bürgerliche Frau) besteht ausschließlich darin, dem Mann aufzuzeigen, was er alles falsch macht.

        • „Die mentale Begründung ist sehr einfach:
          Männer sind schuld daran, dass die Welt scheiße ist, also sind Männer auch verantwortlich dafür, dass die Welt besser wird.
          Die Aufgabe der Feministin (= bürgerliche Frau) besteht ausschließlich darin, dem Mann aufzuzeigen, was er alles falsch macht.“

          So einfach ist das nicht, die MM veröffentlichen das ja und das obwohl der Großteil der Menschen diese Ideologie ablehnt, denn trotz der Behauptung, dass die Feministen das Sprachrohr der Frauen sind, lehnt die Mehrheit der Frauen dieses Konzept ab. So ähnlich die NPD proklamiert das Sprachrohr aller Deutschen zu sein.
          Nein, die MM haben eine Agenda mit dem, oder besser gesagt, die Eigentümer der MM welche die ideologische Richtung vorgeben. Es scheint, dass sich unsere Eliten irgendetwas davon versprechen – es ist eine Illusion zu glauben, dass irgendetwas dieser Größenordnung rein „zufällig“ geschieht. Die Frage bleibt daher, was versprechen sich denn unsere Eliten von dieser Zersplitterung der Gesellschaft denn die Nachteile liegen auf der Hand:
          – Es werden weniger Ehen eingegangen und weniger Kinder geboren
          – Weniger Menschen vertrauen dem feministisch angehauchten Staat und den MM
          – Es war abzusehen, dass ein Teil der Männer irgendwann ihren eigenen Weg geht und zum MGTOW gehört auch der Minimalismus denn die Notwendigkeit ganzen Statussymbole fällt weg, was den Umsatz der entsprechenden Unternehmen schmälert
          – traditionelle Parteien verlieren an Zuspruch

          Selbstverständlich ist dafür nicht nur der Feminismus sondern die komplette PC-Kultur bzw. die Minderheitenbevorzugung verantwortlich aber wo ist der Nutzen für unsere Eliten, was haben die am Ende davon.

          • Es ist einfach nur ein harmloses und folgenloses Unterhaltungsprogramm. Jeder kann mitreden, es lenkt und kanalisiert Emotionen. Es bindet mentale Energie und ist dabei folgenlos, weil die Schwanzsteuerung immer dominieren wird (und vice versa die Eitelkeit der Frau begehrt werden zu wollen)

            Es bedient zudem Klischees die am Ende beiden Seiten schmeicheln.

            Es ist herrlich simplifizierbar, während ringsum die Komplexität immer weiter zunimmt.

            Und, last but not least, Sex sells 😉

          • Ah, OK. Die Frage ist also nicht: Was denkt sich die feministische Journalistin? (Bei der ist nicht mehr zu erwarten als ich gesagt hab), sondern: Wieso wird solchen Journalistin freie Hand gegeben?

            Die plausibelste Antwort bisher ist ja, dass das überlaute Frauengejammer effektiv von den eigentlichen Problemen ablenkt.

            Die gleiche Nummer wie bei der Ehe für Alle. Bei all dem Gutmenschgetöse konnte das NetzDG einfach so durchgewinkt werden und keiner hat’s gemerkt.

            Dass dieses Ablenken langfristig destruktiv ist, das kapieren vielleicht auch die Eliten nicht, oder es ist ihnen egal, weil sie jederzeit die Mittel haben, das Land zu verlassen, wenn’s all zu arg wird.

        • Ich denke in politischen Kreisen ist es einfach en vogue geworden feministisch zu sein. Es ist einfach umzusetzen weil niemand kontert und man kann sich (als Politiker) als echten Schotten darstellen. Die feministische Logik und so weiter ist denen völlig egal, darum kommen auch nur Gesetzesänderungen dabei raus, die Frauen eigentlich benachteiligen und auf den Vorurteilen beruhen, die der Feminismus eigentlich gern abschaffen will.(Frauenquoten meine ich)

          Hat man davon, wenn nur linke im Bundestag sitzen. Mit dem Vormarsch der AfD wird das alles in Ordnung kommen.

          • „Hat man davon, wenn nur linke im Bundestag sitzen. Mit dem Vormarsch der AfD wird das alles in Ordnung kommen.“
            Klingt wie der Ratschlag beim Entjungfern. Tut nur am Anfang weh und wird dann schön….

        • „Männer sind schuld daran, dass die Welt scheiße ist, also sind Männer auch verantwortlich dafür, dass die Welt besser wird.
          Die Aufgabe der Feministin (= bürgerliche Frau) besteht ausschließlich darin, dem Mann aufzuzeigen, was er alles falsch macht.“

          Was ja offensichtlich klappt.
          Die Frau als solche fing an zu nörgeln, als sie in der Höhle hockte und das Feuer am Brennen hielt.

          Jetzt sitzt sie im Eigenheim, chattet über männerentwickelte und -gebaute Satelliten mit ihrem Guru in Californien, der Ofen heizt zentral und online gesteuert, die Jagdbeute wird von Amazon geliefert und ein paar hundert weniger glückliche Sklavinnen weben ihr die 9€-Jeans.

          Das alles hätten wir – auch wir Männer – nicht, ohne dieses stetige Aufzeigen der Frau, was der Mann alles falsch macht.

          • Ha, ich hätte an dieser Stelle auf ein Video der niederländischen Variante der Show „Survivor – Men vs Women“ verlinkt, aber dieses Video wurde gelöscht.

            Es zeigt aber sehr schön:

            „Das alles hätten wir – auch wir Männer – nicht, ohne dieses stetige Aufzeigen der Frau, was der Mann alles falsch macht.“

            Die Männer hatten sich sehr schnell eingerichtet und hatten dann eigentlich sowas wie einen ultra-spar Urlaub. Als sie dann einen Mann auf die Fraueninsel schickten, wo die Frauen die Grundversorgung vom Anfang einfach augegessen hatten, ohne sich um Nachschub zu kümmern, hat dieser Mann noch bevor er das Boot ganz verlassen und überhaupt mal begrüßt wurde eine Liste mit Dingen die er für die Frauen erledigen soll in die Hand gedrückt gekriegt. Eine Gegenleistung wurde von den Frauen nicht angeboten.

    • Mal abgesehen davon, dass einzelne Fotos sowieso wenig aussagekräftig sind (Christian hat unten ja auch ein deutlich vorteilhafteres gepostet), wäre das Bild für mich kein Ausschlusskriterium. Mein Toleranzbereich bezüglich des Aussehens ist ziemlich groß,sofern Charakter und persönliche Ausstrahlung stimmen. Leider ist das nur bei wenigen Frauen der Fall, und Frau Roupenian gehört vermutlich nicht dazu.

      • „Mein Toleranzbereich bezüglich des Aussehens ist ziemlich groß, sofern Charakter und persönliche Ausstrahlung stimmen.“

        Empfinde ich auch so.

  3. Unter dem Artikel:

    „strukturelle Probleme“ – You are using that word…

    Die Reaktion scheinen mal wieder zu sein: „Da es Männer stört, ist es richtig und wichtig.“

    • „Die Reaktion scheinen mal wieder zu sein: „Da es Männer stört, ist es richtig und wichtig.““
      Ja, das ist durchaus ein strukturelles Problem und zwar ein von den Femis positiv konnotiertes.

  4. Die Margot lässt sich also herab zu Sex mit dem unbeholfenen, rüpelhaften, sozialkrüppeligen, hässlichen und drittklassigen Beta Robert.
    Weil wenn sich sie sich vorstellt, wie dieser ausgehungerte Loser, der wohl noch nie eine Vagina in echt gesehen hat, ganz gierig auf sie wird, da wird sie feucht.

    So schlechte Romane gibt’s gar nicht!

  5. Ich hatte die Geschichte schon im Original gelesen und war zwiegespalten. Einerseits kenne ich das, was Margot (oder die Autorin) da erlebt hat, sehr gut. Andererseits macht man so etwas ein Mal, man macht es vielleicht ein zweites Mal und spätestens dann setzt ein Lernprozess ein.
    Klar braucht man eine gewisse Chuzpe, direkt nach dem Ausziehen zu signalisieren (oder zu einem anderen Zeitpunkt), dass man doch keine Lust mehr hat. Allerdings sollte man sich in solchen Momenten fragen: Lebe ich mein Leben oder das eines anderen (das des Sexpartners)? Möchte ich nett sein und schlechten Sex haben oder gehe ich nach Hause und schaue mir dort einen schönen Film an? Bei dieser Entscheidung kann einem allerdings niemand helfen.

  6. Klar braucht man eine gewisse Chuzpe, direkt nach dem Ausziehen zu signalisieren (oder zu einem anderen Zeitpunkt), dass man doch keine Lust mehr hat.

    Das ist ja auch nicht schlimm. Die körperliche Form kann man zwar grob trotz Kleidung sehen, das tatsächliche Ergebnis alltäglichen Bierkonsums sieht man aber doch erst, wenn man(n) sich die Plauze freilegt.
    Ja, damit verletzt man dann vielleicht auch mal den anderen Menschen. Ist nicht schön…
    Richtig schlimm ist es aber, wenn es, wie fast immer, wenn Frauen (Feministinnen) etwas thematisieren, eine Einbahnstraße ist.
    Man kann sich doch schon vorsorglich die Ohren zuhalten, wenn man auch nur mal in umgekehrten Vorzeichen denkt. Ein Mann, der einer Frau signalisiert, dass ihr guter, fröhlicher Charakter nicht ausreicht, um die Defizite in der Optik auszugleichen.
    Der #aufschrei würde einem vermutlich das Trommelfell wegblasen.

  7. Endlich einmal konnte ich genug Willenskraft aufbringen, NICHT auf einen bento-Sex Artikel zu klicken, und dann besprichst du ihn hier im Blog. Es scheint kein Entkommen zu geben 😀

  8. @all

    Christian gibt ja bereits die Steilvorlage: „Die Schilderung ist wohl aus einem Roman entnommen und so wohl auch reichlich unrealistich oder zumindest selten. Einen Mitleidsfick beim ersten Date, da werden die meisten Frauen keine Lust zu haben.“

    Richtig, es handelt sich um die freie Erfindung der Autorin, es sind fiktive Figuren also quasi ein HIRNFICK. Zunächst kann man es in Presseorganen wie „bento“/“The New Yorker“ für einen clickbait halten, aber dafür ist die Thematik zu interessant, wenn man die Geschichte einfach Geschichte sein lässt und sich mit dem eigentlichen Ziel dieser Kampagne beschäftigt.

    Dies wird hier thematisiert: „Durch #MeToo sind die Stimmen von Frauen momentan etwas lauter als zuvor, vor allem wenn es um Sexualität geht. Klar: In „Cat Person“ geht es nicht um einen sexuellen Übergriff, alles geschieht einvernehmlich.“

    Das ist natürlich gelogen, denn es geht 1. seit Jahren immer nur das sexuelle Erleben von *Frauen*, (insbesondere UND besonders) und das anti-emanzipatorische Muster ist identisch:
    „Robert zieht eine vorgefertigte Choreografie der Stellungen durch, nichts davon ist schön für Margot. Doch bei der kleinsten negativen Regung ihrerseits wird er kühl und distanziert. Also sagt sie nichts.“

    Die a. weibliche Kritik trifft einen männlichen *Akteur*, dessen performance ex-post aus weiblicher Sicht bewertet wird, ohne dass die Frau in dieser Situation performant werden müsste oder wird.
    Damit ist die Frau objektiv b. in der Position sozialer DOMINANZ, was weder subjektiv, noch feministisch reflektiert wird.
    Die „feministische“ Kritik reproduziert c. damit das Geschlechterstereotyp des aktiven Mannes und der passiven Frau und legitimiert dieses Verhältnis, insofern ex post der feministische Ausredenkalender gezückt wird, um zu begründen, warum die Frau *passiv geblieben* ist, auch wenn die vorgeschobenen Gründe noch so absurd sind.

    Hier z.B. lügt sich die Autorin selber vor: „Es zeigt die Art, wie viele Frauen – vor allem junge Frauen – sich durch die Welt bewegen: niemanden wütend machen, sich für die Gefühle anderer Menschen verantwortlich fühlen, sich sehr viel Mühe geben, alle um sich herum glücklich zu machen. Es ist ein reflexives und selbstschützendes Verhalten. Und es ist anstrengend.“

    Sie hat den Text („viele Frauen“, „junge Frauen“) geschrieben, um ihren fiktiven Liebhaber in denkbar ungünstigstem (unattraktiver, sexueller Versager) Licht darzustellen; wäre es real erlebt, handelte sich m.E. um eine Abrechnung mit klarer Verteilung der Rollen in Sachen Schuld.
    Ihre eigene Verantwortung für gelungenen Sex hat sie ihm aufgehalst, ihn nachher verletzt und ist wirklich, in echt, tatsächlich der Meinung, sie habe sich viel Mühe gegeben, „alle um sich herum glücklich zu machen“. Das ist die Perspektive einer bösartigen Narzisstin.

    Das weiblich-feministische Resultat ist damit 2.: Die *Verantwortung* für den schlechten Sex wird dem Mann übereignet, während die Frau einerseits auf „anwesende Abwesende“ plädiert, die irgendwie beteiligt ist, aber dann doch nicht (weil: Frau).
    Und andererseits stammelt, „dass wir im Bett viel mehr darauf achten sollten, was unser Gegenüber (oder Drunter/Drüber) eigentlich möchte.“, ohne dafür zuständig zu sein (weiblich), die eigenen Bedürfnisse artikulieren zu müssen.
    Denn wisse, Mann, bei einer Frau sollte die „kleinste negative Regung“ beachtet werden – wie auch immer die sich zeigt und wie auch immer die bemerkt werden kann.
    Kleiner Tipp: Im zukünftigen Sexualstrafrecht wird die Unachtsamkeit gegenüber der „kleinsten negativen Regung“ (weiblich und NUR weiblich) eine große Rolle spielen.

    Schließend diesen Satz der Journalistin korrekt übersetzt: „Auch hier sehen viele Leute Frauen im Nachteil.“, nämlich „ICH sehe Frauen, also MICH, im Nachteil.“ und sie fährt fort: „Sie würden häufig zurückstecken, während Männer ihr Programm durchziehen“.
    Was bedeutet, das sexuelle Erleben der Frau sollte *noch* stärker im Mittelpunkt stehen, es sollte ZENTRAL sein. Aber doch bitte nicht dazu führen, dass Frauen etwa SELBER auch nur einen Gedanken an ein „Programm“ für Sex verschwenden oder dieses ggf. praktisch, also AKTIV erproben!

    Dass sie ihre eigene Passivität damit besiegelt kommt ihr überhaupt nicht in den Sinn, denn die Glorifizierung der eigenen Pseudo-Opferrolle, wonach sie nicht etwa „zurücksteckt“, sondern den Mann damit ganz simpel NÖTIGT *machen zu lassen* ist einfach zu verlockend.

    Der gesamte Artikel ist der übliche weiblich-feministische Betrug und Selbstbetrug und stellt den x-ten Versuch dar, komplett traditionelle (bürgerliche) Weiblichkeit als fortschrittlich zu verkaufen.
    Und das im dreifachen Sinne: Frau sollte im Mittelpunkt der Welt stehen, dafür aber nichts tun müssen (vor allen Dingen sich ändern) und diese *traditionellen* Anforderungen mögen gefälligst für fortschrittlich *gehalten werden*.

    Ich danke – wie immer – dem pathologischen Femimimimus für seine nie endenden Bemühungen die „Organisation MGTOW“ groß zu machen! 🙂

    • Es lohnt sich, darauf hinzuweisen, dass die Kurzgeschichte viral ging.

      Millionen von Frauen konnten sich problemlos mit Margot und ihrer Perspektive identifizieren.

      • @only_me

        „Millionen von Frauen konnten sich problemlos mit Margot und ihrer Perspektive identifizieren.“

        Millionen Fliegen….
        Der bento/New Yorker/Cosmopolitan-Feminismus ist haargenau der Feminismus, den diese Frauen brauchen – das meinte ich mit „anschlusskompatibel“.
        Er gibt ihnen das GEFÜHL, dass „Beschwerdeführerin“ eine akzeptable Jobbeschreibung und Identität ist. Nur hat das/ihr Gefühl nichts mit der Realität zu tun.

        Selbstkritik üben ist mühsam, sich ändern ist anstrengend, scheitern an der Realität ist Scheiße, wieder aufstehen nach einer Niederlage beschwerlich. Kurzum: Alles, was Männer als „human doings“ eben ausmacht, ist *nicht* das Ziel *dieses* Feminismus und auch nicht *dieser* Frauen.

        Sie möchten die sich ändernden Geschlechterverhältnisse so verstanden wissen, dass ausschließlich Männer sich zu ändern und den Frauen anzupassen haben, während diese in ihrer bürgerlich-weiblichen Rolle verbleiben können.
        Eigentlich wollen sie „nur“ die *externe Validierung* ihres „Ich will so bleiben, wie ich bin!“ per medialem Diskurs erzwingen.
        Was für mich darauf hinweist, sie haben diese Validierung *nötig*.

        Ich glaube, insgeheim wissen sie, dass das nicht funktionieren kann.
        Diese zutiefst verunsicherten weiblichen Hascherl schaffen es derzeit jedoch bravourös den Diskurs so zu manipulieren, als bestünde der Veränderungsbedarf nur auf der männlichen Seite.
        Ganz im Gegenteil, Mäuschen, ganz im Gegenteil. 😉

    • Nun ja, sie grenzt sich selbst durch das Schreiben dieses Artikel radikal von den von ihr beschriebenen „vielen Frauen“ ab, da der Text nunmal eine einzige Beschimpfung der Männer an sich ist. Da sie zweifelsfrei zu den Torten gehört, die auch behaupten, daß ein Mann unmöglich Frauen ggü. empathisch sein kann ( und sie selbst Männern ggü. ebenso empathieunfähig ist ), führt sie sich selbst und ihre Botschaft „auf die Bedürfnisse … achten usw….“ vollständig ad absurdum.
      Anders gesagt: Eine andere Legitimation als ihre Möse hat sie ( wie weibliche Femis generell ) auch nicht zu bieten.
      Sie meint somit glatt, daß die individuellen Unterschiede völlig unwichtig sind, sonst könnte sie ja nicht so tun, als ob sie auch nur für eine einzige Margot ( die ihr ja diametral entgegengesetzt ist ) sprechen könnte. Daraus folgt, daß Empathie überhaupt nur mit der Muschi funktionieren kann ( v.dh. wundert es mich auch nicht, daß sie auf dem zweiten Bild – dem dick geschminkten und vermutlich gephotoshopten – irgendwie nach typischer Kampflesbe riecht – Penisneid vermutlich ).

      Die hat Angst, daß ihr die Sex-Opfer weglaufen, wenn sie nicht genug Angst ( mindestens, besser noch Hass ) ggü. unbedarften Losern verbreitet. Dazu kann ihr keine Gruselgeschichte absurd genug sein.
      Nicht auszuschließen, daß sich tatsächlich mal so eine Margot ein wenig bei ihr ausgeheult hat, es ihr aber nicht gelungen ist, dieselbe dann auch noch auf ihre Matratze zu zerren. Bei solchen Psychopathen kann das schon mal eine hübsche Projektion auslösen … 😉

  9. Lese ich die Empfehlungen der Frauenzeitungen, scheint mir Mann aus deren Blick eher ein fleischgewordener Dildo, der dafür zuständig ist ihnen einen Orgasmus zu bescheren und danach wieder ausgeschaltet zu werden. – Aus der Sicht eines Mannes ist das ebenso schlechter Sex wie der einfältig geschilderte Mitleidsfick oben.

  10. „Als sie ihn so ansah, merkwürdig nach vorne gebeugt, sein Bauch dick und weich, mit Haaren bedeckt, schreckte Margot zurück.“

    Hmmm, also Feministen haben mir beigebracht, dass jeder Körper schön und Objektivierung böse ist.

    • Hihi, dann waren Feministas wenigstens bei Dir erfolgreich.

      Den Quatsch kaufen denen normalerweise nicht mal die wohlgesonnensten Frauen ab und lästern weiter ungeniert über anderer Frauen Körper (und manchmal auch über die Körper von Männern)…

      • Fatacceptance will nur das fat-shaming gegenüber Frauen beenden.

        Plus size women online want you to know how rough they have it. Whether it’s finding someone who will embrace their “fat pride” or even just the struggles of being queer and fat. It would seem the internet is full of these body positive keyboard warriors. Their latest struggle? Overcoming the “stigma” fat women apparently face when they refuse to settle for overweight men. With modern feminist logic dictating that even the largest ladies should still be able to score themselves a true hottie of a man.

        https://www.lipstickalley.com/threads/new-data-reveals-fat-women-don%E2%80%99t-like-fat-men-and-they-demand-you-be-ok-with-it.1280618/

        • But men have to overcome these social constructed sexist attraction norms for womyn! Every women is beautiful and deserve respect!

          We are women!
          We have double standards to live up to.

        • Das ist doch genau das was evolutionär erwartbar wäre, nech?

          Eine rundlichere Frau besitzt ausreichend Reserven um Schwangerschaft(en) und Stillzeit(en) zu überstehen, plus Männer müssen in ihrer Attraktivitätswahrnehmung einfach flexibel genug angelegt sein um große (Gewichts-)Schwankungen ihrer Partnerin (mit Hinblick auf ihren eigenen Fortpflanzungserfolg) tolerieren zu können.

          Übermäßige Fettreserven bei einem Mann hingegen haben soweit ich sehe überhaupt keine nennbaren Vorteile. Die Toleranz, die demgegenüber viele Frauen real aufgebaut zu haben scheinen, bleibt daher im Kern rätselhaft.

          • „Eine rundlichere Frau besitzt ausreichend Reserven um Schwangerschaft(en) und Stillzeit(en) zu überstehen, plus Männer müssen in ihrer Attraktivitätswahrnehmung einfach flexibel genug angelegt sein um große (Gewichts-)Schwankungen ihrer Partnerin (mit Hinblick auf ihren eigenen Fortpflanzungserfolg) tolerieren zu können.“
            Das heißt also Frauen sind geistig nicht flexibel genug um zu verkraften dass ihr Mann dick werden könnte…
            Es gibt „rundlich“ und es gibt morbid obese… Fatacceptance wurde nicht für Frauen mit BMI 25-30 gemacht sondern für die Walküren mit Wahnvorstellungen die meinen ihnen steht ein Bodybuilder mit 7stelligen Kontostand zu.

            Evolutionär sind die genauso wertvoll wie dicke Männer… als Löwenfutter.

          • Reale Frauen verkraften das ja zu einem gewissen Anteil.

            Persönlich könnte ich das tatsächlich nur schwerlichst. Wenn ich mir die Ausmaße meines Schwiegervaters ansehe, wird mir ja Angst und Bange…
            Persönlich finde ich allerdings auch einen BMI im Bereich bis 30 schon Hammer (erreiche ich nichtmal hochschwanger), bin sicher generell nicht der Fatacceptance-Bewegung zuzurechnen (immerhin kein krasser Doppelstandard).

            Ich hatte einst einen Sexpartner, der Jahre bevor ich ihn kennenlernte richtig dick war. Die verbliebene Wabbeligkeit empfand ich schon auch noch als unattraktiv (sein Fehler aus heutiger Sicht: er hatte Ausdauer-, aber keinen Kraftsport betrieben).

  11. Der einzige Fehler den ich erkennen kann, ist das die beiden sich nicht schon im Restaurant vertraglich auf eine Choreographie geeinigt haben.
    Die kann noch viel von Nutten lernen.

  12. „Er zog sein Programm durch“

    Und die offenbar erfahrenere und (laut Eigenbezeichnung) empathische Margot übernimmt nicht einfach mal das Ruder?!

    Gibt Takt und Stellung vor? Zeigt dem Robert etwas? Holt sich was sie möchte? Redet mit ihm darüber? Und wenn es gar nicht passt, bricht sie eben ab.

    Sorry, das wirkt völlig lebensfremd. Sollte eine Frau wirklich so handeln, dann kann das nur eine krankhafte Narzisstin sein, wie Crumar richtig analysiert.

    Ich habe über das Thema „schlechten Sex“ mit Freundinnen gesprochen. Entweder sie haben sich das geholt was sie wollten (z.B. durch Übernahme der aktiven Position in der Reiterstellung, um das Becken in die beste Position zu bringen) oder eben Abbruch. Denn schlechter Sex passiert meist beim ONS, z.B. durch übermäßigen Alkoholkonsum oder durch falsche Entscheidungen aufgrund von gefühlter Einsamkeit (z.B. nach kürzlicher Trennung oder persönlicher Probleme). Dass eine aber das einfach so erträgt, hat mir noch keine erzählt.

    Aber gut, ich habe auch keine Feministinnen als Freundinnen. Interessant aber, dass so eine bemerkenswert unselbstständige, unreflektierte Frau in einer Geschichte von Twitter-Frauen abgefeiert wird. Feminismus scheint da besser als jedes ausgedachte Patriarchat Frauen zu passivieren. Lächerlich.

    • Und die offenbar erfahrenere und (laut Eigenbezeichnung) empathische Margot übernimmt nicht einfach mal das Ruder?!

      Das ist nicht ganz trivial für Frauen, die nur die „Toter-Käfer-Stellung“ im Repertoire haben…

    • Also in der Geschichte selbst (ich hab sie kurz überflogen) sitzt sie glaub ich auf ihm als er sagt, er habe immer schon mit einer Frau mit hübschen Brüsten Sex haben wollen.
      Wird schlaff und behauptet gleichwohl, sie machen seinen Schwanz so hart.
      Und sagt ihr außerdem, der Sex würde ihr sehr gefallen – wo sie nicht weiß, ob es als Frage oder Befehl gemeint ist.

      „Ich habe über das Thema „schlechten Sex“ mit Freundinnen gesprochen. Entweder sie haben sich das geholt was sie wollten (z.B. durch Übernahme der aktiven Position in der Reiterstellung, um das Becken in die beste Position zu bringen) oder eben Abbruch.“

      „Abbruch“ ist aber doch – wenn man bereits so tief drinsteckt^^ – am leichtesten dadurch zu erreichen, dass er kommt. „Gefakte Orgasmen“ seitens der Frau bspw. dürften hier ihren Ursprung und eigentlichen Zweck haben.

      Wo Frauen in Pornos nach der Penetration einen cum-shot erwarten, tun sie das m.E.n. übrigens sehr oft wahrhaftig sehnsüchtig. Motto: thank god, gleich ist hier endlich Feierabend!

      • @Semikolon

        „Also in der Geschichte selbst (ich hab sie kurz überflogen) sitzt sie glaub ich auf ihm als er sagt, er habe immer schon mit einer Frau mit hübschen Brüsten Sex haben wollen.“

        Sie lässt entweder a. eine Sockenpuppe sagen, was sie selber gerne hören würde oder b. der arme Kerl möchte sich per Autosuggestion selber stimulieren, denn so reagiert sein Körper:
        „Wird schlaff und behauptet gleichwohl, sie machen seinen Schwanz so hart.“

        Wie toll sind Brüste, Semikolon, die spontan zum Zusammenbruch der Erektion führen? 😉
        Es wäre sehr spannend, die ganze Geschichte aus der Perspektive des Mannes zu hören.

        • Persönlich glaube ich ja auch, dass instabile Erektionen nur in den seltensten Fällen bedeutungs- und harmlose Anzeichen sind, die man übergehen oder denen man sogar medikamentös „vorbeugen“ sollte.

          In der zugehörigen Geschichte aus der Perspektive des Mannes könnte es ihm vielleicht „zu schnell“ mit dem GV gegangen sein, k.A.
          Was glaubt Ihr?

          • @Semikolon

            „könnte es ihm vielleicht „zu schnell“ mit dem GV gegangen sein, k.A.“
            Ja, durchaus möglich.
            Er hätte sich dann so unter Druck gesetzt, dass die Erektion in sich zusammenfiel.
            Plausibel.

            Aber wie Miria schon in ihrem Eindruck schrieb: „Insgesamt klingt das für mich so, als wäre die Alte bisschen notgeil, will unbedingt Sex, egal wie es der anderen Person dabei geht – und auch dann noch beschweren…“
            Das darin zum Ausdruck kommende „entitlement“ bzw. der Narzissmus ist es eher das, was mich stört.
            Und was ich in den US-Kommentaren auf Twitter gesehen habe (allerdings durch den „bento“-Filter) bestärkt mich darin.

            Sie schildert lediglich *ihren* Eindruck, *ihre* Wahrnehmung *seiner* Unzulänglichkeiten und was das mit *ihr* macht. Es gibt keinerlei Empfindung dafür, dass eine solche Wahrnehmung bei ihrem Gegenüber auch existieren könnte.
            Bzw. siehe „schöne Brüste“ es gibt nur eine *zulässige* Wahrnehmung ihrer eigenen Person.
            D.h. hier wird der Eindruck generiert und publiziert, eigentlich habe sie sich und ihre Sexualität *unter* ihrem Marktwert verkauft, was ich bezweifele.

            Zurück zum Anfang: Das Problem ist, wenn ein Paar miteinander Sex möchte, ist die emanzipierte Version, sie sind BEIDE für das Gelingen zuständig. Die etablierte und erfolgreiche „Beschwerdekultur“ hingegen reproduziert das traditionelle Muster, der aktive Mann sei dafür verantwortlich, während die passive Frau das Gelingen und/oder Ausmaß des Gelingens bewertet.

            Die modernisierte Variante, die Lust/sexuelle Befriedigung der Frau dabei in den Mittelpunkt zu stellen ändert an der traditionellen Vorstellung kein Jota.
            Neu ist die *veröffentlichte* Version des weiblichen Vorwurfs – der Vorwurf selbst, nämlich „Schlappschwanz“ und nicht „Mann genug“ zu sein, ist uralt.
            Allein, dass diese Vorwürfe existieren sollte Anlass sein, noch einmal über die Existenz der „männlichen Dominanz“ nachzudenken…

            Das ist es ja, was mich generell ankotzt: Unter dem Label „progressiv“ schippern elend traditionelle/reaktionäre Vorstellungen, die niemandem/der Gesellschaft nicht weiter helfen.

          • „Er hätte sich dann so unter Druck gesetzt, dass die Erektion in sich zusammenfiel. Plausibel.“

            Ich möchte ja glauben, dass der Körper Dinge registrieren kann, die das Bewusstsein (mitunter) nicht direkt erreichen, die Botschaft des erschlafften Schwanzes also i.A. lautet: „lass mal lieber gut sein, hier passt die Chemie nicht“ o.ä. (es gibt medizinisch-begründbare Ausnahmen davon).

            Ich jedenfalls hätte es so gedeutet, wenn mir dieses Szenario mal begegnet wäre.

            Mich überrascht aber, dass kulturell für diesen Fall eher „Durchhalten!“-Parolen ausgegeben werden, wir Frauen doch bitte, bitte (bereits im Voraus und ganz allgemein) verstehen lernen sollten, dass sowas dann Nichts über uns bzw. seine tatsächliche Sex-Lust aussagte.

            „D.h. hier wird der Eindruck generiert und publiziert, eigentlich habe sie sich und ihre Sexualität *unter* ihrem Marktwert verkauft, was ich bezweifele.“

            Was er vielleicht als (verfrühte) „Chance“ betrachten wollte, erschien ihr wohl als ihre erwachsene „Pflicht“. Strenggenommen wären beide gleich blöd einem vorgegebenen Skript – in der jeweiligen Ausprägung Mann/Frau – gefolgt. Wobei fast 15 Jahre Altersunterschied zwischen den Protagonisten der Geschichte lag, was für mich durchaus von Bedeutung ist.

            „Das Problem ist, wenn ein Paar miteinander Sex möchte, ist die emanzipierte Version, sie sind BEIDE für das Gelingen zuständig. Die etablierte und erfolgreiche „Beschwerdekultur“ hingegen reproduziert das traditionelle Muster, der aktive Mann sei dafür verantwortlich, während die passive Frau das Gelingen und/oder Ausmaß des Gelingens bewertet.“

            Über (vermeintliche) weibliche Passivität wurde hier ja desöfteren gelästert, z.B. auch, als zuletzt der extrem hohe Grad an körperlicher Befriedigung seitens heterosexueller Männer festgestellt wurde.
            DAS ist so dermaßen absurd!

            Das Problem ist, dass er seine „Chance“ vollauf nutzen und also kommen muss, während sie ihre „Pflicht“ dadurch erst ganz erfüllt sieht, dass er gekommen ist. Bei schlechtem Sex.

          • „Ich möchte ja glauben, dass der Körper Dinge registrieren kann, die das Bewusstsein (mitunter) nicht direkt erreichen, die Botschaft des erschlafften Schwanzes also i.A. lautet: „lass mal lieber gut sein, hier passt die Chemie nicht“ o.ä. (es gibt medizinisch-begründbare Ausnahmen davon).“

            Das ist bestimmt zutreffend – für mich sind Gerüche u.U. ein völliger Lustkiller.
            Biologische Gründe gibt es auch: Im Alter sinken die Testosteronwerte des Mannes sowieso, Körperfett wiederum bindet dieses Testosteron zusätzlich (s. vorliegender Fall).
            Ob eine Erektion prinzipiell funktioniert oder nicht hat allerdings damit zu tun, ob man entspannen kann.

            „Mich überrascht aber, dass kulturell für diesen Fall eher „Durchhalten!“-Parolen ausgegeben werden, wir Frauen doch bitte, bitte (bereits im Voraus und ganz allgemein) verstehen lernen sollten, dass sowas dann Nichts über uns bzw. seine tatsächliche Sex-Lust aussagte.“

            Ist das so? Lustig.
            Ein echtes Patriarchat, also meines, also the TRUE patriarchy hätte natürlich die Botschaft propagiert: „Frau, es ist selbstverständlich alles DEINE SCHULD!“ 😉
            Aber diese wohlwollenden Sexisten erfinden ja immer wieder neue Ausreden für Frauen. 😦

            „Was er vielleicht als (verfrühte) „Chance“ betrachten wollte, erschien ihr wohl als ihre erwachsene „Pflicht“. Strenggenommen wären beide gleich blöd einem vorgegebenen Skript – in der jeweiligen Ausprägung Mann/Frau – gefolgt.“

            Zum ersten Teil möchte ich sagen, sie ist freiwillig mit ihm in SEINE Wohnung gegangen; ich sehe da keine „Verpflichtung“. Zum zweiten Teil wäre es hilfreich, das „Skript“ zu verlassen, zumindest wenn wenigstens einer der Beteiligten merkt, dass da eine Rolle für ihn oder sie festgeschrieben worden ist, die nichts mit den (aktuellen) eigenen Bedürfnissen zu tun hat.
            Was sie jedoch veröffentlicht, ist lediglich IHR Skript.
            Nämlich gesellschaftliche Erwartungen an ihre Rolle – sie fragt sich nicht eine Sekunde, welche ihr Gegenüber in diese Situation trieben.

            Stell dir die Geschlechter vertauscht vor und du wirst bemerken, es funktioniert nicht.
            Natürlich auch, weil das gesellschaftliche Klima so ist, wir würden auf Empörung stoßen mit „body shaming“, aber allgemein würde keine große männliche Solidarität einsetzen, weil die Frage wäre: „Warum hast du dann nicht aufgehört, wenn es keinerlei Spaß gemacht hat? Warum hast du nicht das Maul aufgemacht?“
            Mit der Darstellung „erlernter Hilflosigkeit“ und „alles über sich ergehen lassen“ kommt man als Mann nicht in die Situation Mitleid zu ernten; das ist Frauen vorbehalten.
            Ebenso eine Darstellung von „schlechtem Sex“, welcher eine klare Opfer-Täter-Aufteilung aufweist, in dem die *Frau* klar des schlechten Sexes *schuldig* ist.
            Würde Angesichts des vorherrschenden Klimas nicht funktionieren, sie würde nicht viral gehen und ich erhielte auch keinen hoch dotierten Buchvertrag.

            „Über (vermeintliche) weibliche Passivität wurde hier ja desöfteren gelästert, z.B. auch, als zuletzt der extrem hohe Grad an körperlicher Befriedigung seitens heterosexueller Männer festgestellt wurde.“

            Entgegen der Meinung vieler Frauen rede/te ich mit meinen männlichen Freunden auch über den Grad ihrer Zufriedenheit mit der Sexualität in ihrer Partnerschaft (es gibt durchaus „sprechende Männer“).
            Und ich will mal so sagen, „extrem hoch“ als Bewertung kam *extrem selten* vor.
            Auch in meinen eigenen Beziehungen, Affären usw. war es a. in 90-95% der Fälle ich, der den ersten Schritt gegangen ist (von Kontaktanbahnung bis Sexanbahnung) und b. ist ein „extrem hoher“ Grad sexueller Befriedigung eher selten gewesen.
            Das ist leider kein „lästern“ Semikolon, das ist „lived experience“ als Mann.

            Auch der Text ist m.E. Zeichen einer einsetzenden Re-Traditionalisierung, gerade weil der passiv-aggressive Anteil immer noch existiert, nur lauter und nerviger wird.

            „Das Problem ist, dass er seine „Chance“ vollauf nutzen und also kommen muss, während sie ihre „Pflicht“ dadurch erst ganz erfüllt sieht, dass er gekommen ist. Bei schlechtem Sex.“

            Sie hätten beide die „Chance“ gehabt – oder haben sollen – sich von ihrem jeweiligen Skript zu ENTPFLICHTEN. DESHALB war der Sex schlecht.
            Aus der Perspektive zu fragen, wie es gelingt, a. gemeinsam und b. besseren Sex zu haben ist m.E. zukunftsträchtiger.

          • „Ein echtes Patriarchat, also meines, also the TRUE patriarchy hätte natürlich die Botschaft propagiert: „Frau, es ist selbstverständlich alles DEINE SCHULD!““

            Ich glaube, Frauen empfinden das instinktiv schon so, auf jeden Fall so das Problem in bestehenden Partnerschaften neu-auftritt (gerade dann könnte das allerdings auch gut auf körperliche Ursachen bei ihm hinweisen). Aber wir Alle kennen gleichzeitig auch diese imho tendenziell Lügen, von wegen es läge (gerade bei Männern unter 40) primär an „Versagensängsten“, „fehlender Entspannung“, „erhöhtem Alkoholkonsum“ etc.

            „Aber diese wohlwollenden Sexisten erfinden ja immer wieder neue Ausreden für Frauen.“

            Der jüngste Neuzugang im Ausredenarsenal, der erklären will warum vermehrt auch sehr junge Männer bisweilen rein „präventiv“ zu chemischen Potenzhilfen greifen, heißt ja Porno.

            Natürlich würd ich zustimmen, dass hier u.a. „unrealistischer Erwartungsdruck“ aufgebaut wird, in den meisten Fällen handelt es sich auch um kaum mehr als verbildlichten, schlechten Sex.
            Aber diese Ausreden sollen doch wohl gleichzeitig auch Männer „schützen“ („Schieb mal keine Panik jetzt, das ist ganz „normal“, zum Arzt musst Du deshalb auch nicht – Pillen kriegste auch übers Internet“).

            Keinesfalls – so mein Eindruck – soll das jedenfalls als Anlass verstanden werden die Verpaarung selbst zu überdenken, die sexuelle Annäherung (gerade auch bei Erst-Begegnungen) abzubrechen.
            Als wäre das Schlimmste was man erleben könnte, nicht schlechter Sex, sondern kein Sex…

            Irgendwo hab ich übrigens den Ratschlag gelesen, Frauen sollten so das Problem bekannt wäre besser _nicht_ einen auf Verführung machen (Dessous anziehen, eine sexuelle Atmosphäre schaffen, den ersten Schritt machen) – um ihn „nicht noch mehr unter Druck zu setzen“.

            „Und ich will mal so sagen, „extrem hoch“ als Bewertung kam *extrem selten* vor.
            Auch in meinen eigenen Beziehungen, Affären usw. war es a. in 90-95% der Fälle ich, der den ersten Schritt gegangen ist (von Kontaktanbahnung bis Sexanbahnung) und b. ist ein „extrem hoher“ Grad sexueller Befriedigung eher selten gewesen.
            Das ist leider kein „lästern“ Semikolon, das ist „lived experience“ als Mann.“

            Wer beim Sex mit Partner (fast) immer kommt, hat zunächst mal keinen objektiven Grund mehr sich zu beschweren, bzw. handelt wie die Prinzessin auf der Erbse wenn er es dennoch tut (wenigstens solange der/die Partner/in nicht auch Gleiches behaupten würde).

            Was da von männlicher Seite leicht beklagt wird, ist dann doch wohl auch überwiegend die zu geringe Häufigkeit (bzw. die eher-Lustlosigkeit der Partnerin), nicht die Befriedigung durch den Akt selbst?

            „Lived experience“ als Frau ist, dass Sex in erster Linie der Befriedigung des Mannes dienen soll und dieses Ziel i.A. auch leicht (oft zu leicht) zu erreichen ist.
            Leichter, als sich ein „vorzeitiger“ Abbruch vermitteln lässt.
            Eine Form des Gesichtwahrens für beide.

  13. Die Alte in der Geschichte ist einfach strunzdämlich und verdient haargenau all das, was ihr wiederfahren ist. „Lass mal den hässlichen Macker ficken, der sieht aus wie ein fetter Wookie und küsst wie ein Mongo.“ Klar. Was hat sie denn erwartet? Daß er fickt wie Rocco?

    Die Weiber machen immer so ein tierisches Gewese um ihre Sexualität, aber auf der anderen Seite mit Kerlen schlafen, bei denen nach 10 Sekunden klar ist, daß das im Bett nix wird.

    Dämliches Stück.

  14. Also Leute kommt mal klar!
    Der Autorin feministische Denke schlimmster Art und Weise zu unterstellen, las ich mit viel guten Willen mal durch….dann aber auf billigste Art auf ihrem Aussehen rum zu hacken ist schlicht scheisse, und das sage ich als entschiedener Gegner des Feminismus und all seiner Ableger!
    Ferner ist die fiktive Geschichte, die wohl auf Erfahrungen der Autorin beruht, ein absolutes Textbook-Example des Pickup…ob bewusst oder unbewusst sei dahin gestellt.
    Es wurde grade am Anfang etlich Attractionswitches vom Typen gedrückt. Meiner Meinung nach hat er sogar überzogen.
    Dass sie vom „unvorteilhaften“ Körperbau und z.B. seinem femininen hochtönigen Stöhnen (habt ihr wohl überlesen) total abgeturnt fühlte muss man einfach akzeptieren. Vor allem wirkt die Beschreibungen des Typen wie so ein hipster-sexueller Mausebär….nicht soooo maskulin.
    Den Vogel abschießen tut er aber dadurch dass er dem Mädel rückwirkend recht gibt, indem er trotz beächtlichem souveränem „Game“ am Anfang nach der Vögelei „needy“, also bedürftig wird wie Sau (Hast du mit x oder y oder z gefickt?!) rüber kommt! Absoluter Todesstoß die allerletzte SMS mit dem Text „Whore“…und das mit 34! Das getroffene Hündchen verliert jede Hemmung…

    Ich denke aber auch wie wohl einige hier dass das Mädel jeder Zeit hätte nein sagen können. Am besten hätte sie nach dem bescheidenen Kuss erstmal nen Gang rausgenommen und ihm mit „Shittests“ (Tests der Kongrruenz seiner Person) auf den Zahn gefühlt. Hätte sie meiner Meinung nach sogar eine Pflicht gehabt, wenn sie Angst vor einem potenziellen Mörder hatte (s.Text)
    Anderer seits war sie ja grade mal 20. Wiederum mit 20 sechs Sexpartner zu haben finde ich schon sehr beachtlich…

    Insgesamt sehr interessanter Text der die Gespaltenheit der (jungen) Damen zeigt ohne in die Rapeculture-Hysterie abzudriften…

  15. —denn trotz der Behauptung, dass die Feministen das Sprachrohr der Frauen sind, lehnt die Mehrheit der Frauen dieses Konzept ab. —

    Das nenne ich doch mal eine kühne Theorie.

    Wird wohl eher so sein, das Frauen es nicht toll finden, das er unerwünschte Erkenntnisprozesse bei Männern auslöst, wenn er zu plump daher kommt. Deshalb wird Ablehnung simuliert.

  16. Ich habe da noch ein Textfragment auf meiner Festplatte zwischen den Ohren, das zu dem Thema passen dürfte.

    Das (Textfragment) stammt, glaube ich, aus den 90ern; aus einer Zeitschrift im Wartezimmer eines Arztes, Titel weiss ich leider nicht mehr. Eine Autorin schrieb in der Zeitschrift regelmäßig eine pikante Kolumne (nun ja, Thema Sex im weiteren Sinne).
    Ein Thema war: „Gut im Bett“.
    Die Autorin schrieb, sie hätte mal Freundinnen und gute weibliche Bekannte gefragt, ob sie gut im Bett seien.
    Die häufigste Antwort war nicht:
    „Ja“ oder
    „Nein“ oder
    „Keine Ahnung, weiss nicht“

    sondern die häufigste Antwort war:
    „Warum soll ich gut sein? Hauptsache er ist gut.“

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