Makeapp – Frauen ohne Makeup bzw Schminke

Gerade ein großes Thema, welches auch hier schon in den Kommentaren behandelt worden ist: Makeapp, eine App, die aus den Bildern geschminkter Frauen das Makeup „wegrechnet“.

Hier ein paar Bilder:

Zum Vergleich auch noch einmal die Bilder aus der „Nomakeupbewegung„:

 

Alicia Keys

Alicia Keys

Alicia Keys ohne Makeup

Alicia Keys ohne Makeup

Interessant wäre dabei aus meiner Sicht, was Schminke überhaupt macht. Einer der wichtigsten Aspekte scheint mir das Betonen der Augen zu sein, die durch auffälliger werden und mehr betont werden. Der zweite wichtige Aspekt dürften häufig die Lippen sein und der dritte eine gleichmäßigere Haut mit weiteren Konturen.

Dazu finde ich Übersichten von Schminkseiten wie diesen ganz interessant:

Der Grundsatz ist, dass man alles, was man dunkler macht kleiner wirken lässt, während alles, was heller gemacht wird, besonders hervortritt.

In der Bilderserie auf dem zweiten Contourbild sieht man gut, dass ihre Nasenflügel dadurch schmaler wirken und überhaupt das Gesicht insgesamt schmaler wirkt.

Das Betonen der Augen düfte diese sowohl größer wirken lassen als auch den Rest des Gesichtes dann noch schmaler machen.

Mich würde mal ein Ansatz interessieren, der genau darlegt, was mit den jeweiligen Techniken jeweils erreicht wird und warum dies auf uns attraktiver wirkt.

Ich hatte schon einmal in einem Artikel ausgeführt, warum sexuelle Selektion gerade im Bereich Schönheit Raum für Manipulationen und Verbesserungen lässt:

Ein solches Merkmal erfordert aber, dass die Weibchen Vorlieben für Männer mit schönem Pfauenschwanz eingespeichert haben und diese vererben, da ansonsten der notwendige Prozess zur Entstehung des Pfauenschwanzes nicht entstehen kann. Der Prozess wird nicht nur die natürliche Selektion gesteuert, sondern allein durch das Auswahlverhalten der Weibchen (bzw. bei einem Merkmal, das Weibchen betrifft, durch das Auswahlverhalten von Männchen).

Dabei kann das Merkmal, dass durch sexuelle Selektion entsteht, sogar nachteilig für andere Fähigkeiten sein, also einer „natürlichen Selektion“ gerade entgegenstehen. Ein Pfauenmännchen ohne langen auffälligen Schwanz würde bessere Chancen in nahezu jedem Bereich haben, abgesehen von den Chancen beim anderen Geschlecht. Da aber Gene über die Fortpflanzung weitergegeben werden, bringen diese Vorteile wenig, wenn die Gene der Tiere ohne auffälligen Schwanz nicht weitergegeben werden. Oft stellt der Nachteil hier gerade den Wert des Merkmals für die Partnerwahl dar, da es eine bessere Aussage über die Angepasstheit ermöglicht (vgl. Handicap-Prinzip und Costly Signaling).

Ein weiterer stabilisierender Faktor entstammt der „Sexy Son Theorie“ (die bei umgekehrter Wahl eine „Sexy Daughter Theorie“, die Namensgebung beruht darauf, dass Weibchen im Tierreich ganz überwiegend wählen und daher Zeichen sexueller Selektion weitaus häufiger bei Männchen zu finden sind). Die Theorie erläutert, warum es so schwer ist, sich von einer einmal in Gang gekommenen sexuellen Selektion wieder zu lösen: Eine Pfauenhenne, die den Trend bricht und lieber ein Männchen aussucht, das keinen hochwertigen Pfauenschwanz hat, dafür aber ein leichteres Leben, mischt dessen Gene mit den eigenen und hat daher eine hohe Chance, Söhne zu bekommen, die keinen schönen Pfauenschwanz haben. Diese werden dann aber von den anderen Hennen als unattraktiv bewertet werden. Mit der Wahl eines unattraktiven Partners produziert man damit weniger Nachkommen (sofern der Trend sich nicht allgemein umkehrt), so dass eine Überhöhung des Merkmals und eine Beibehaltung auch für die Weibchen sinnvoll ist. Die Geschlechter produzieren eben einander, die Gene des einen können sich jederzeit in einem Phänotyp des anderen wiederfinden, was genetische Optimierung für beide Geschlechter notwendig macht. Demnach kann sexuelle Selektion ein Merkmal wie den Pfauenschwanz fördern, obwohl dieser so gesehen für das Überleben nachteilhaft ist. Da sich die Pfauenmännchen untereinander in einem Wettrüsten um die Kunst der Weibchen befinden muss jede Generation bei Beachtung nur der sexuellen Selektion ein prächtigers Rad entwickeln um mit den positiven Mutationen innerhalb der Spezies mitzuhalten (Red Queen Race). Irgendwann würden dann aber das Pfauenrad so schwer und Kosten aufwendig werden, dass die Männchen diese Last nicht mehr tragen können und sie entweder zu schwach sind, um sich hinreichend zu ernähren oder nicht mehr vor Feinden fliehen können. Die natürliche Selektion begrenzt hier also irgendwann die sexuelle Selektion.

Die natürliche Selektion hat aber nicht zwangsläufig feste Grenzen. In Gegenden oder Zeiten mit hohem Nahrungsangebot und geringen Beutegreifern können Gene für größere Pfauenschwänze erfolgreich sein als ine Gegenden oder zu Zeiten, in denen ein niedriges Nahrungsangebot oder viele Beutegreifer bestehen. Dies macht Nischenbildung (Gene für schlechte oder sehr schlechte Zeiten bzw. Gene für gute oder sehr gute Zeiten möglich). Dadurch kommt es gerade bei Merkmalen, die auf sexueller Selektion beruhen zu schwankungen. Das bedeutet aber nicht, dass ein bestimmtes Merkmal nicht aus biologischen Gründen von der Mehrzahl als attraktiv angesehen wird.

Auf den Menschen übertragen bedeutet dies, dass beispielsweise große Augen aufgrund einer Übertragung der Schutzbedürftigkeit aus dem Kindchenschema heraus gewisse Vorteile boten und dies im Wege der sexuellen Selektion zu einem Attrkativitätsmerkmal wurde, dass Gene für große Augen förderte. Gleichzeitig steht dem aber die natürliche Selektion entgegen, die Augen auf klares Sehen hin optimiert, sie vielleicht zur Vermeidung einer zu leichten Verwundbarkeit eigentlich kleiner produzieren würde. Das durch sexuelle Selektion bestimmte Maß an Augengröße kann damit von dem durch natürliche Selektion bestimmten Maß an Augengröße abweichen. Die erzielte Größe wird dann irgendwo in der Mitte liegen. Deswegen haben kulturell geschaffene Mittel, die die Augengröße optisch dem Ideal, welches bei alleiniger sexueller Selektion bestehen würde, angleichen, einen Ansatzpunkt.

Vieles dürfte schlicht auch mit dem Stichwort „jünger“ zu erschlagen sein, etwa weniger Falten, eine glattere Haut etc.

Interessant wäre auch, warum Männer sich nicht auch im gleichen Maße schminken. Vielleicht sind ihre optischen Vorzüge schwerer zu erreichen, vielleicht liegt es daran, dass soziale Komponenten wie Status und Ressourcen wichtiger sind und daher eher gefälscht werden, vielleicht werden Täuschungen bei Männern auch eher erkannt oder führen zu einem stärkeren Abzug (Eggs are expensive, Sperm is cheap) oder waren schlicht zu schlecht mit den Tätigkeiten von Männern vereinbar. Sicherlich werden sich zu bestimmten Zeiten Adelige auch geschminkt haben, aber auch dort dürfte es zugleich ein Costly Signal gewesen, sein, dass sie sich das leisten können, weil sie nicht arbeiten müssen, genau wie feine Kleidung etc und sie hatten eh einen klaren Status durch Geburt, der damit betont wurde.

 

Selbstmach Samstag 164 (18.11.2017)

Welche Themen interessieren euch, welche Studien fandet ihr besonders interessant in der Woche, welche Neuigkeiten gibt es, die interessant für eine Diskussion wären und was beschäftigt euch gerade?

Welche interessanten Artikel gibt es auf euren Blogs? (Schamlose Eigenwerbung ist gerne gesehen!)

Welche Artikel fandet ihr in anderen Blogs besonders lesenswert?

Welches Thema sollte noch im Blog diskutiert werden?

Für das Flüchtlingsthema gibt es andere Blogs

Ich erinnere auch noch mal an Alles Evolution auf Twitter und auf Facebook.

Es wäre nett, wenn ihr Artikel auf den sozialen Netzwerken verbreiten würdet.

Wer mal einen Gastartikel schreiben möchte, der ist dazu herzlich eingeladen.

Bei Männern, die einen Herzstillstand erleiden, machen Leute vor Ort eher eine Herzdruckmassage als bei Frauen

Eine interessante Studie, die ich im Original leider nicht gefunden habe, in der die Forscher  bei der Auswertung von Akten dazu gekommen sein sollen, dass Umstehende bei Männern, die einen Herzstillstand erleiden, eher eine Wiederbelebung mittels Herzdruckmassage durchführen, zumindest in den USA:

Das Ergebnis: nur 39% der Frauen, die einen Herzstillstand in der Öffentlichkeit erleiden, bekommen eine notwendige Herzdruckmassage. Männer, die sich in der gleichen Situation befinden, erhalten hingegen in 45% der Fälle Hilfe. Schätzungen der Gesundheitswissenschaftler zufolge haben sie damit eine 23% höhere Überlebenschance als Frauen.

Dieser Unterschied tritt nur auf, wenn der Herzstillstand in der Öffentlichkeit stattfindet. Bei einer Herzdruckmassage sollte der Ersthelfer ungefähr 100 Mal pro Minute so kräftig auf die Mitte des Oberkörpers drücken, dass dieser etwa fünf Zentimeter tief einsinkt. Die Studienautorin Audrey Blewer von der University of Pennsylvania in Philadelphia vermutet, dass viele Menschen unsicher sind, ob sie Frauen in der Öffentlichkeit im Brustbereich berühren dürfen.

Es wäre interessant, dass näher aufzuschlüsseln. Anzunehmen wäre ja, dass es für Frauen kein so großes Problem darstellt wie für Männer und daher bei den Frauen eher Frauen Ersthelfer sein müssten. Ich vermute mal, man wird auch eher zuwarten, ob es nicht jemand anderes macht, wenn man die Frau nicht anfassen will.

Interessant wäre auch, was „in der Öffentlichkeit“ bedeutet und was dort abschreckt: Schlicht der Umstand, dass jemand anderen einen als Belästiger ansehen könnte oder ist es eher so, dass man außerhalb der Öffentlichkeit die Leute eher kennt?

Dass mehr Hemmungen bestehen eine Frau anzufassen ist aus meiner Sicht gut verständlich. Irrt man sich und sagt dann später „ich dachte sie hat einen Herzanfall“, dann steht man eher blöd dar.  Auch erstaunlich in einer Rape Culture.

Eine andere Idee, die ich gelesen habe, als ich versuchte, die Studie zu finden, ist, dass man immer mit männlichen Puppen trainiert und bei Brüsten im Weg eher das Gefühl hat, dass man es nicht kann. Dass würde aber nicht erklären, dass es nur auftritt, wenn der Anfall in der Öffentlichkeit stattfindet.

 

Wie es ist, eine Feministin im Netz zu sein

Wenn man einen Blog mit täglichen Artikeln schreibt, dann ist man immer auf der Suche nach neuen Materialien. Ich hatte bereits eine gute Übersicht über die maskulistische Szene eingerichtet (Twitter/Blog). Dem folgte eine Übersicht über feminismuskritische Videos (Twitter/Blog).

Was lag näher als das gleiche noch einmal für den Feminismus einzurichten? (Twitter) Es hatte den Vorteil, dass man einen Überblick über die feministische Szene im Netz gewinnen konnte, zumindest soweit sie RSS-Feeds verwendete, und sich schnell orientieren konnte, was dort so passierte.

Ich richtete also im Februar 2017 einen entsprechenden Twitteraccount ein und ließ ihn von der entsprechenden Datenbank aus allen feministischen Blogs, die ich gefunden habe, füttern, wobei ich die Datenbank immer wieder erweiterte.

Der angenehme Nebeneffekt war, dass es neben den Blogs auch eine gute Übersicht über die Twitterszene bot, die von meinem Hauptaccount aus nicht gut einsichtig war, da ja Feministen alles wegblocken, was nicht ihrer Meinung ist.

Also entschied ich mich dafür, den Account von einer schwarzen lesbischen Feministin betreiben zu lassen, denn einen feministischen Block muss man von einer unterprivilegierten Person betreiben lassen, sonst ist es ja witzlos. Die machte ihre Arbeit auch sehr gut, zumindest für das, was ich ihr an Material über die Datenbank in den Twitteraccount schickte. Sie retweetete eifrig alles, was Virtue Signalling Potenial als Feministin hatte, mit Vorliebe natürlich die absurderen feministischen Tweets und mit ganz besonderer Vorliebe männerfeindliches.

Jeder Tweet, der in ihrer Timeline auftauchte, der sich gegen Männer richtete, wurde umgehend retweetet oder positiv aufgegriffen.

Kritik daran gab es aus dem Feminismus nicht. Statt dessen kam die Kritik aus einer ganz anderen Richtung:

Ich hatte in die Datenbank alle feministischen Blogs aufgenommen, darunter auch den auch hier schon häufiger besprochenen Blog der Störenfridas (vergleiche zB ). Und da die Störenfridas einen nichtintersektionalen Feminismus vertreten und sich eher an dem „Altfeminismus“ orientieren, der einen Kampf Männer gegen Frauen sieht, bei dem Männer nicht aus ihrer Sozialisierung ausbrechen können und immer eine Gefahr für Frauen darstellen, und sich deswegen zB in Artikeln wie dem hier besprochenen „Ein Schwanz aber ist eine potenzielle Waffe. Opfer sexueller Gewalt müssen ein Recht auf schwanzfreie Räume haben“ gegen M-> F Transsexuelle auf Frauentoiletten ausgesprochen haben, sind sie ein NoGo im intersektionalen Feminismus, da transfeindlich.

Es wurden zwar durch die Betreiberin auch Tweets wie dieser hier geliked und retweetet:

Aber das reichte natürlich nicht aus, da TERFS Raum gegeben wurde.

Die Betreiberin hatte einen kurzen Dialog dazu, dass sie auch die Störenfridas nicht gut findet, aber das Projekt eben alle feministischen Blogs abbilden soll, woraufhin ihre gesagt worden ist, dass TERFs doch keine Feminsten sind. Der Hinweis darauf, dass TERF für „Trans-Exclusionary Radical Feminist“ steht wurde natürlich nicht akzeptiert.

Wie war das Leben sonst? Eigentlich sehr angenehm, und es wäre noch angenehmer gewesen, wenn ich es mir selbst einfacher gemacht hätte. Solange man in der Blase konform mit schwimmt wird man geliked und retweetet. Es gab aber natürlich dennoch wegen der obigen Problematik Blocks und böse Worte und einige kleine Streitigkeiten, weil die Betreiberin Leute, gerade männliche Feministen, auf ihre Privilegien hinwies. Andre Teilzeit beispielsweise hat es erst eingesehen als die Betreiberin ihn auf einen übergriffigen Tweet hinwies, hat den Account aber dann geblockt, als sie ihm vorhielt, dass er trotz seines Enbyseins nach wie vor „Männlich gelesen“ wird und daher nach wie vor privilegiert ist.

Einige „Maskus“ versuchten zu diskutieren, aber durchaus überwiegend sachlich. Die Betreiberin trat recht arrogant auf, weil das immer der einfachste Weg ist, Kritik abzutun. Wenn sonst nichts blieb, dann blieb immer noch ein GIF.

Natürlich wäre eine echte Feministin gar nicht groß in Debatten eingestiegen. Aber die Gelegenheit war eben zu schön, es einfach mal von der anderen Seite zu sehen, Argumente mit vagen Behauptungen und Arroganz niederzumachen und einfach immer darauf zu verweisen, dass eben alles durch das Patriarchat konstruiert ist und Leute ihre Privilegien nur nicht sehen. Man kommt mit ein paar solcher Phrasen erstaunlich weit, ich entschuldige mich aber für das Behalten der Betreiberin bei allen die meinten, dass sie ernsthaft diskutiert.

Leider kam es jetzt kürzlich dazu, dass ich einen Account verwechselte und statt die Betreiberin ihre Arbeit machen zu lassen einen Tweet, der eigentlich für meinen Account bestimmt war auf ihrem absetzte:

Immerhin: Einige Feministinnen fanden die Verlinkung der Störenfridas nach wie vor schlimmer:

Und da haben sie durchaus recht, denn ansonsten ist der Dienst ja voll nutzbar und die Betreiberin gibt sich alle Mühe feministisches zu präsentieren. Man muss nur eben TERF-Verlinkungen (und andere Richtungen, die etwa dem intersektionalen Feminismus nicht gefallen) aushalten.

Ich hatte eigentlich damit gerechnet als Feministin wesentlich mehr angegriffen zu werden. Tatsächlich war die Kritik für mich gut auszublenden, trotz radikaler Inhalte. Natürlich war die Followerzahl mit 1.200 auch noch relativ gering, aber genug Maskus haben den Account durchaus wahrgenommen. Von „Hetze auf Feministinnen“ und unsäglichen Angriffen war jedenfalls nichts zu bemerken, dass mag aber auch daran liegen, dass hauptsächlich fremde Inhalte wiedergegeben worden sind und relativ wenig eigenes.

Ich danke der Betreiberin, dass sie mir auf diese Weise einen Einblick in den Feminismus gegeben hat und ich denke der Ausflug hat das Klima durchaus bestätigt, welches viele andere Berichte zeigten: Die Kritik und die Vorwürfe kommen eher von Innen, eben weil man mit den autoritäreren und radikaleren feministischen Strömungen in Konflikt kommt, die abweichendes Verhalten nicht dulden.

Email an Frau Näser-Lather von Reverse

Ich habe Frau Näser-Lather mal eine Email geschickt

Hallo Frau Dr. Näser-Lather,

ich habe gelesen, dass Sie in einem Forschungsprojekt zu antifeministischen Diskursen schreiben und dachte ich eröffne einmal einen Dialog mit Ihnen. 
 
Ich betreibe einen Blog, auf dem einiges an antifeministischen Diskurs stattfindet und auch viele Studien aus der Biologie, die man entsprechend einordnen können, besprochen werden:
 
Es handelt sich aus meiner Sicht um den größten deutschen Blog zu diesem Thema und ich habe etwa 120.000 Zugriffe pro Monat. 
 
Eine Übersicht gerade zu Argumenten für Geschlechterunterschiede finden sie hier:
 
 
Evolutionsbiologische Argumentatitionen finden sie hier:
 
Und Feminismuskritik hier:
 
 
Ich bin auch bereits auf Artikel eingegangen, die Gender Studies gegen Unwissenschaftlichkeit in Schutz nehmen:
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Gerne veröffentliche ich auch einen Gastbeitrag von ihnen, wenn sie etwas Feedback zu bestimmten Kritikpunkten haben wollen, die sie an der Kritik anbringen (…)

Ich kenne mich in den evolutionären und biologischen Argumentationen sehr gut aus und würde mich freuen, wenn ich Ihnen in dem Bereich helfen kann. 
 
Mit freundlichen Grüßen
 
Christian Schmidt

 

Forschungsprojekt „KRisE der Geschlechter-VERhältnisSE? Anti-Feminismus als Krisenphänomen mit gesellschaftsspaltendem Potenzial“ (REVERSE)

Die Uni Marburg erhält knapp eine Million für die Erforschung von Antifeminismus. Aus einer Pressemitteilung:

Das Zentrum für Gender Studies und feministische Zukunftsforschung der Philipps-Universität Marburg erhält knapp eine Million Euro vom Bundesministerium für Bildung und Forschung für das Projekt REVERSE. Ziel ist die Erforschung anti-feministischer Diskurse in Deutschland, die Forscherinnen und Forscher als Gefährdung für die Demokratie einschätzen.

„In politischen und medialen Debatten wird die Modernisierung der Geschlechterverhältnisse häufig als Krise dargestellt“, sagt Prof. Dr. Annette Henninger, die das Projekt REVERSE leitet. „Oftmals ist von einem regelrechten ‚Gender-Wahn‘ die Rede, der Menschen in ihren Werten und ihrer Mündigkeit angreife. So wird beispielsweise gendergerechte Sprache als ‚Kulturfrevel‘ bezeichnet, und Gender Studies werden als unwissenschaftliche Ideologie gesehen.“ Gegen staatliche Gleichstellungspolitiken, Genderforschung und die gesellschaftspolitische Liberalisierung der Geschlechterverhältnisse formiere sich aktuell politische Kritik von rechts, die teils auch im konservativen oder liberalen Lager auf Zustimmung stoße. „Zwar adressieren diese Diskurse durchaus brisante Fragen in Bezug auf die gesellschaftliche Neuverhandlung der Geschlechterverhältnisse“, sagt Henninger. „Die Art und Weise, wie diese Themen verhandelt werden, bedroht zugleich aber auch den gesellschaftlichen Zusammenhalt.“ Fragen von Geschlechterpolitik und geschlechtlicher beziehungsweise sexueller Identität seien verstärkt ideologisch aufgeladen und bisherige Errungenschaften würden zum Teil sehr aggressiv in Frage gestellt. Neu sei auch, dass Geschlechterforscherinnen und -forscher zunehmend mit persönlichen Drohungen konfrontiert seien. „Anti-Feminismus spaltet die Gesellschaft. Das gefährdet die Akzeptanz von Pluralität und damit verbunden auch die Werte einer Demokratie.“

Im Projekt REVERSE („Krise der Geschlechterverhältnisse? Anti-Feminismus als Krisenphänomen mit gesellschaftsspaltendem Potenzial“) soll diese Entwicklung innerhalb der zweijährigen Projektlaufzeit genauer analysiert werden. An dem interdisziplinären Forschungsprojekt sind die Fächer Politikwissenschaft, Psychologie, Kultur- und Sozialanthropologie, Europäische Ethnologie sowie die Erziehungswissenschaft beteiligt. Im Rahmen des Projekts werden Fallstudien zu Anti-Feminismus in der Wissenschaft, zur Debatte um „Frühsexualisierung“, zur Ethnisierung von Sexismus sowie zu Diskursen über Mutterschaft durchgeführt. Das Ziel: Die verschiedenen Dimensionen des Anti-Feminismus auszudifferenzieren und Handlungsempfehlungen zu entwickeln. „Damit leisten wir einen wichtigen Beitrag zur empirischen Analyse anti-feministischer Bewegungen und Diskurse in Deutschland – bisher eine Forschungslücke. Wir möchten Erkenntnisse darüber gewinnen, was genau am Wandel der Geschlechterverhältnisse als krisenhaft empfunden wird, wie anti-feministische Diskurse vor diesem Hintergrund mobilisierend wirken und wie der gesellschaftliche Zusammenhalt wieder gestärkt werden kann“, sagt Henninger. Für das Vorhaben erhält das Zentrum für Gender Studies und feministische Zukunftsforschung der Philipps-Universität Marburg über 975.000 Euro vom Bundesministerium für Bildung und Forschung. Prof. Dr. Henninger und ihr Team haben Anfang Oktober ihre Forschungsarbeit aufgenommen.

Seit 2001 verfügt die Philipps-Universität Marburg über ein Zentrum für Gender Studies und feministische Zukunftsforschung (ZGS), das interdisziplinäre Lehr- und Forschungsaktivitäten im Bereich der Geschlechterforschung bündelt und an verschiedenen Forschungsarbeiten zum Wandel der Geschlechterverhältnisse beteiligt ist. Dazu gehören unter anderem Projekte zu Arbeits- und Sozialpolitik und zur Demokratieentwicklung, z.B. das Projekt „Rechtsextremismus und Gender: politische Sozialisation und Radikalisierungsprozesse im ländlichen Raum. Eine Fallstudie“. Auch Studien zur Repräsentation der Geschlechterverhältnisse in Medien, Kunst und Kultur, zu Religion und Geschlecht und zu Fragen von Körper, Identität und Gesundheit werden am Zentrum durchgeführt.

Und von der Uni-Seite:

Angesichts des Wandels der Geschlechterverhältnisse formiert sich in Deutschland ein breites Spektrum gegen staatliche Gleichstellungspolitiken, Genderforschung und die weitere Liberalisierung der Geschlechterverhältnisse. Der Diskurs über den sogenannten ‚Gender-Wahn’ wird zum Teil sehr polemisch geführt. Dies trägt nicht zur sachlichen Auseinandersetzung über Geschlechterpolitik und geschlechtliche bzw. sexuelle Identität bei und bedroht die Akzeptanz von Pluralität als normativen Grundpfeiler einer demokratischen Ordnung.

Das Forschungsvorhaben REVERSE will die anti-feministische Diskursproduktion, ebenso wie deren Akteurs- und Adressat_innen-Gruppen untersuchen. Dabei liegt ein Fokus auf der (De-)Thematisierung sozialer Fragen. Zugleich werden Anrufungen von (Handlungs- und Meinungs-)Freiheit sowie deren Verknüpfung zum subjektiven Erleben rekonstruiert. Fünf Fallstudien erlauben die vertiefende Betrachtung unterschiedlicher Diskursfelder, deren Querverbindungen ebenfalls in den Blick gebracht werden sollen. Das ermöglicht eine genauere Analyse des Phänomens Anti-Feminismus:


Fallstudie 1, Migrationsgesellschaft: Ethnisierung der Geschlechterverhältnisse

Fallstudie 2, Wissenschaft: Anti-‚genderistische‘ Argumentationen in akademischen Kontexten

Fallstudie 3, Sexualpädagogik: Der Kampf um sexuelle Bildung als Krisensymptom

Fallstudie 4, Elternberatung: Mutterschaft als Krisenarena

Fallstudie 5, Fallstudie zur ‚Ehe für alle‘

Gerade die zweite Fallstudie ist hier natürlich interessant:

Wissenschaft: Anti-‚genderistische‘ Argumentationen in akademischen Kontexten

Die Fallstudie analysiert die im akademischen Diskurs an Gender Studies, Gender Mainstreaming und der Infragestellung heteronormativer Zweigeschlechtlichkeit geäußerte Kritik. Antifeministische Argumentationen im Wissenschaftsbereich wurden bislang noch nicht untersucht, obwohl sie zur Erforschung gesellschaftsspaltender Potenziale höchst relevant sind, da die wissenschaftliche Diskursebene in Alltagsdiskursen im Sinne einer „Superstruktur“ als Letztbegründungsinstanz mit hoher Autorität fungieren. Anti-feministische Argumentationen werden nicht nur durch Evolutionsbiolog*innen oder Neurowissenschaftler*innen vorgebracht, sondern auch von Soziolog*innen oder Vertreter*innen anderer Fachrichtungen. Gender Studies werden dabei als Ideologie oder quasi-religiöse Strömung diffamiert und den Forscher*innen Wissenschaftlichkeit und somit die Zugehörigkeit zur Scientific Community abgesprochen. Gleichzeitig finden Gegenmobilisierungen statt, z.B. durch die Sektion Frauen- und Geschlechterforschung der Deutschen Gesellschaft für Soziologie und Netzwerke zur Unterstützung angegriffener Personen.

Leitung: Dr. Marion Näser-Lather (marion.naeser@staff.uni-marburg.de)

Eigentlich ein interessantes Thema, wenn man es nicht so ideologisch, sondern wissenschaftlich angehen würde. Hier wird bereits durch die Angaben wie „diffamiert“ deutlich gemacht, dass das Ergebnis der Prüfung bereits feststeht.

Von Marion Näser -Läther dürfte das nicht zu erwarten sein, sie wird wahrscheinlich ihren bisherigen Vortrag zu dem Thema noch mal etwas aufbessern und das war es.

Ich habe bereits früh dafür geworben, die Forschung zu unterstützen:

Ich befürchte allerdings, dass sie dort nicht auf diese Kritik eingehen werden

#ohnemich – Frauen sollten ihren Körper nicht stärker zur Schau stellen als der durchschnittliche Mann

In der Zeit erschien ein kontroverser Artikel, in dem die Autorin vertritt, dass Belästigungen ihre Ursache darin haben, dass es Männern zu leicht gemacht wird, Frauen als knackige Körper und leichte Beute zu sehen.

Die #MeToo-Debatte hat ein enorm verbreitetes Verhalten zutage gefördert: die Selbstverständlichkeit, mit der Männer Frauen als knackige Körper und leichte Beute betrachten und ernsthaft glauben, ein kurzer Griff oder markiger Spruch sei kein Grund zur Aufregung. In gewisser Weise ist das aber nur die Oberfläche eines tiefergehenden Problems

Darunter liegt die sozial verfestigte Asymmetrie, dass es bei Frauen mehr aufs Aussehen ankommt als bei Männern.

Das geht etwas in „Dann mach doch die Bluse zu“, und kann dem Feminismus daher nicht gefallen.

Dabei ist es ja erst einmal ein einfaches Bild:

Wer als etwas anderes wahrgenommen werden will als als sexueller Reiz, der muss eben auch andere Signale senden und das sexuelle reduzieren. Gerade wer dagegen protestiert, dass Frauen als zu sexuell dargestellt werden, etwa in Werbungen etc, dem müsste der Gedanken durchaus einleuchten, dass es dann nicht hilft, wenn Frauen selbst sich so darstellen, wie man es in der Werbung nicht sehen möchte.

Die vorgeschlagene Lösung ist entsprechend simpel_

Wenn aber – mit Marx – radikal sein heißt, ein Problem bei der Wurzel zu packen, dann müssen Frauen schon auf dieser tieferen Ebene dazu ansetzen, aus dem asymmetrischen Regime des Gutaussehenmüssens auszubrechen. Sie müssen aufhören, sich zu schminken, zu schmücken und zu stylen, sich selbst permanent als Körper zu präsentieren. Sie müssen einfordern, dass berufliche Dresscodes symmetrisiert werden und auch für Frauen eine stilvolle, aber nicht körperbetonte Businesskleidung zur Verfügung steht. Der #MeToo-Diskurs muss zu einem #OhneMich-Diskurs weiterentwickelt werden, der die Botschaft verkündet und verbreitet: „Ich mache dieses Spiel nicht mehr mit. Ich tue nicht mehr für mein Aussehen als der durchschnittliche Mann, und ich stelle meinen Körper nicht stärker zur Schau als der durchschnittliche Mann.“

Da bestehen natürlich mehrere Probleme:

  • Jeder Mensch möchte sich gerne attraktiv darstellen, weil Attraktivität enorm wichtig in der Bewertung und im zwischenmenschlichen Verhalten ist. Es ist nicht so, dass Männer das nicht machen, sie stellen sich eben innerhalb der Attraktivitätsmerkmale, die Frauen eher interessieren, als attraktiv dar. Und da ist eine zu starke Betonung des sexuellen und damit des Körpers zeigen eben häufig uninteressanter als andere Sachen, wie Status und dezentere Hinweise auf einen guten Körper.
  • Es sind Maßnahmen innerhalb der intrasexuellen Konkurrenz, die eben nicht nur auf Männer abzielen, sondern häufig auf die anderen Frauen. Männer stellen eher nur indirekt eine Rolle
  • Und natürlich gilt gerade im Feminismus: Niemals darf man verlangen, dass die Frau (oder breiter: der Nichtprivilegierte) etwas macht, das wäre Victim Blaming, denn alle Schuld muss auf den Mann (oder: den Privilegierten) projiziert werden, die Frau darf unverantwortlich bleiben

 

Hier müsste der Bruch beginnen, und nicht erst bei der Abwehr von Übergriffen. Solange wir uns bereit erklären, unsere Hintern in hautenge Hosen zu zwängen, unsere Beine in Strumpfhosen vorzuführen und auf hohen Absätzen daherzuklappern, brauchen wir uns nicht zu wundern, wenn wir als „knackiger Hintern“ oder „scharfe Schnitte“ wahrgenommen werden. Dass enge Hosen und hohe Schuhe Männern kein Recht zum Grapschen und zu schlüpfrigen Sprüchen geben, bleibt dadurch unbenommen. Männer müssen sich kontrollieren und ihre Hände und Zunge im Zaum halten – selbst wenn die Wahrnehmung von Körperattributen sich aufdrängt, ist der Überschritt zum Handeln in keinem Fall erlaubt. Aber zwischen dem Recht auf körperliche und kommunikative Unversehrtheit und einem Auftreten im Geiste des Egalitarismus liegen Welten. Solange wir nur auf Erstere pochen, sind wir Teil des Systems. 

Nur das System gänzlich anders aussieht als sie denkt. Es wird immer ein System intrasexueller Konkurrenz geben, und wenn es Bekleidungsvorschriften gibt, dann gibt es immer Bemühungen diese bestmöglich zu umgehen.

Deshalb, Frauen, Schwestern, Geschlechtsgenossinnen: Lasst das Schminken sein! Legt die Kosmetikdosen in den Schrank und kauft sie nie mehr nach. Wenn ein Männergesicht ohne Tünche schön genug ist für die Welt, warum nicht auch ein Frauengesicht? Hört auf, jeden Tag schicke, formlich und farblich aufeinander abgestimmte Klamotten zu tragen! Zieht das an, was im Schrank gerade oben liegt. Spart die Energie, die das Schminken, Augenbrauenzupfen, Nägellackieren, Beinerasieren, Schmuckanlegen, Shoppen, Durchblättern von Modemagazinen kostet, und steckt sie in das Voranbringen eurer Karriere durch Lernen, Leistung, Sachverstand, oder wahlweise in Spaß und Erholung. Geht nicht mehr als einmal im Vierteljahr zum Friseur.

Hässlich sein dürfen ist ja durchaus ein sehr feministischer Gedanke. Nur darf er eben nicht mit Victim Blaming/fehlender Projektion/Verantwortung für eigenes Handlen kombiniert werden. Ein solcher „Stillhaltepakt“ in dem Wettlauf innerhalb der intrasexuellen Konkurrenz würde schlicht nicht klappen.

Werft die High Heels auf den Müll! (Oder reserviert sie für seltene private Gelegenheiten.) Der Mann trägt sein Leben lang Schuhe, die so geformt sind, dass sie der Anatomie des Menschen als Laufwesen angepasst sind. Dass Frauen dazu gebracht werden, Schuhe zu tragen, die des anatomischen Baus des Menschen spotten, ist ein haarsträubender Missstand, gegen den sich schon lange eine Bewegung aus Ergonomen, Ärzten und bewegungsbewussten Frauen hätte formieren müssen.

Aber sie machen längere Beine und betonen beim Gang das Becken. Und sie sind natürlich gleichzeitig auch ein gewisses Statussymbol, ein Signal dafür, dass man eine höhere Position hat (zumindest in Kombination mit Buisnesskleidung) und sie machen größer.

Frauen könnten sich auf neue Signale einigen, neue Berufskleidung erfinden, die weniger figurbetont sind und weniger auf Attraktivität abstellen. Aber eine solche Verabredung ist nachteilhaft, weil man eben die passenden Signale nicht mehr sendet.

Das Echo: