Zu weißen Männern als Gruppe und ihrer „Schuld“

Zwei Texte, die sich dagegen wehren „weißen Männern“ die Schuld an allem zu geben:

Jochen Bittner in der Zeit

Mir wird immer etwas mulmig, wenn sich Beobachter des Zeitgeschehens darüber beklagen, dass irgendwo immer nur „weiße Männer“ oder „alte weiße Männer“ auftreten. Nicht, dass ich etwas dagegen hätte, überall mehr Frauen zu sehen, junge Frauen gar, und Menschen anderer Hautfarbe. Ich frage mich bloß immer: Muss man denn die einen herabwürdigen, um die anderen zu emanzipieren?

In der Beschwerde über „weiße Männer“ steckt ja mehr als die Abwehr von offener oder unterschwelliger Diskrimierung. Sie ist eine Unterstellung, die selbst auf eine Diskrimierung hinausläuft: Jemand, der weiß ist, männlich und ein gewisses Alter hat, bringt höchstwahrscheinlich ein bestimmtes, nämlich falsches Denken mit.

Ich persönlich kenne eine Menge älterer weißer Männer, das bleibt in Deutschland ja nicht aus. Und wenn man ein paar von denen auf ein Podium setzen würde, stritten sie sich, dass die Fetzen flögen. Was mich auf den total radikalen Gedanken bringt: Wir alle, ob weiß, braun, schwarz, männlich, weiblich, alt, jung, sind Bürger mit demselbem Anspruch auf Gehör, Achtung und Differenzierung. Und dieser selbe Achtungsanspruch verbietet es, irgendwen wegen nicht veränderbarer Eigenschaften anzugreifen oder in ein Lager einzusortieren. Natürlich gilt das auch gegenüber weißen Männern.

Claudia Klinger in ihrem Blog:

INHALTLICH habe ich nichts gegen diese Kritik (soweit sie bestimmte Autoren meint), teile sie sogar immer mal wieder. Voll daneben ist jedoch das verallgemeinernde Anprangern von „alten weißen Männern“, als gäbe es im breiten Spektrum dieser Personen zwangsläufig Gemeinsamkeiten abseits von Hautfarbe, Lebensalter und Geschlecht. Dass Seemann gleich zu Beginn kokett darauf verweist, dass er „seine eigene Identitätsgruppe“ kritisiere (weil er grade mal 40 geworden ist!), macht die Sache nicht besser. Warum?

Schlimm, dass man es heute wieder sagen muss: Menschen wegen ihrer Hautfarbe, ihres Alters oder Geschlechts zu diskriminieren, ist eine Gemeinheit! Ein Übel, das zumindest unter allen, die sich im weiten Sinne „links“ einordnen, überwunden schien. Taten und Meinungen sind in einer Demokratie selbstverständlich kritisierbar, aber Hautfarbe, Alter, Geschlecht? Im Ernst?

Nie hätte ich gedacht, dass diese Denke wieder akzeptabel werden könnte! Aber es passiert und greift immer weiter um sich. Personen, die ich eigentlich für intelligent halte, nutzen das „alte-weiße-Männer-Bashing“ und erkennen nicht einmal, warum sie auf dem falschen Dampfer sind. Beispiel: Auf ZEIT ONLINE hat sich ein „alter weißer Mann“ mit dem Artikel Identität ist kein Argument gegen diese gruppenspezifische Menschenfeindlichkeit gewehrt.

Eigentlich ist das auch etwas ganz klares: Wenn man die meisten Menschen danach fragt, was Rassismus ist, dann werden sie antworten, dass es Abwertungen aufgrund der Hautfarbe sind und bei Sexismus eben Abwertungen nach dem Geschlecht.

Das etwas so normales dennoch im intersektionalen Sexismus so schwer zu verstehen ist, ist traurig

38 Gedanken zu “Zu weißen Männern als Gruppe und ihrer „Schuld“

    • Weil es moralisch begründet wird und viele Gute einfach zu dumm sind, um zu erkennen was sie tun. Gegenrede (Verantwortungsethik) gegen vordergründig „Moralisches“ (Gesinnungsethik) ist auch immer sehr viel schwieriger zu halten (siehe Zuwanderung), lässt sich leicht niederschreien und wird oft nicht verstanden. Ich sehe da einen Gradienten, es ist umso schlimmer, je jünger (=unerfahren) und je weiblicher (=extremer Gruppenzwang und Dumpfbackenmoral) die Gruppe ist.

      Verstärkt wird das also zweifelsohne dadurch, dass die Redaktionen, Parteien usw. besonders gern auf junge Weibchen setzen und von denen die besseren längst vernünftige Jobs machen oder eine Familie gründen, also nicht mehr zur Verfügung stehen. Der studierte und gehirngewaschene Bodensatz wird rekrutiert und das am besten noch in einer Stadt wie Berlin, wo der Durchschnitt eh schon schlechter ist…

  1. Ich bin gespannt auf eine Welt ohne weisse Männer und ohne ihre Kultur und Ingnieursleistung.

    Denn obwohl die so verachtet und beschimpft werden, nutzt alle Welt selbstverständlich die von ihnen geschaffenen Wohltaten, ohne die der Existenzkampf viel existenzieller wäre und die ganze Dummschwäterinnen damit beschäfzigt wären einigermassen sauber am Leben zu bleiben und feuerholz heranzuschaffen.

  2. Ich habe „Critical Whiteness“ so verstanden, dass es dabei nicht um Hautfrabe geht, sondern um „Machtverhältnisse“. Nach Noah Sow sind Schwarze„alle, die sich als Schwarz definieren, … alle anderen sind Weiße. Schwarz zu sein ist nichts, was man wirklich ist, sondern steht eher für gemeinsame Erfahrungen, die man in der Gesellschaft gemacht hat. Weiße können daher nicht bestimmen, wer Schwarz ist, und wer nicht.“

    Man hat das also so hinzunehmen. Schwarze sind Opfer von Diskriminierung, nicht Leute einer bestimmten Hautfarbe. Weshalb wohl auch so viele Feministinnen auf die Weißen Männer schimpfen, denn da sie sichals Frauen selber als Opfer von Diskriminierung verstehen, sind gewissermaßen auch Schwarze.

    • @El Mocho

      Diese Rinken (Pseudo- und Simpelgimpel-Linke) sind irgendwo im letzten Jahrhundert stecken geblieben:

      „Schwarz zu sein ist nichts, was man wirklich ist, sondern steht eher für gemeinsame Erfahrungen, die man in der Gesellschaft gemacht hat.“

      Damit hätten dann *alle* Schwarzen die gemeinsame Erfahrung mit Oprah Winfrey teilen können, deren Privatvermögen auf 3 Milliarden USD geschätzt wird. Oder das Jahreseinkommen von Beyonce, nämlich 89 Millionen Euro.

      Ich will nicht sagen, es gäbe keine Möglichkeit für diese Damen, immer noch Rassismus in den USA zu erleben – es hilft aber ungemein, die Möglichkeit zu haben, ein halbes Dutzend Staranwälte dagegen vorgehen lassen zu können.

      Die Rinken haben völlig verschlafen, dass sich die communities der Minderheiten in den USA intern sozial differenziert haben.
      Der permanente Appell an die Hautfarbe ist ein klammern an soziale Gemeinsamkeiten, die so nicht mehr existieren, weil die gemeinsame soziale Lage nicht mehr existiert.

      Besonders hilflos: „Nach Noah Sow sind Schwarze„alle, die sich als Schwarz definieren, … alle anderen sind Weiße.“ Da freut sich der Asiate natürlich, als „weiß“ gesehen zu werden.
      Wie tragfähig ist es überhaupt für eine Persönlichkeit oder „Identität“, sich über etwas zu „definieren“, in das man *hineingeboren* worden ist?!

      Besonders blöd: „Schwarze sind Opfer von Diskriminierung, nicht Leute einer bestimmten Hautfarbe.“ Das würde die Geschichte des Rassismus in den USA, die auf der Sklaverei basiert, auf den Kopf stellen.
      Der Rassismus war die Legitimationsideologie für die Sklaverei und nicht anders herum. Sklaven hatten keine beliebige Hautfarbe.

      Besonders dreist: „Weshalb wohl auch so viele Feministinnen auf die Weißen Männer schimpfen, denn da sie sichals Frauen selber als Opfer von Diskriminierung verstehen, sind gewissermaßen auch Schwarze.“

      Was ein weiterer feministischer Revisionismus ist. Sklaven waren in den USA Familienbesitz und gehörten selbstverständlich auch der FRAU des Sklavenhalters.
      D.h. die feministische Ideologie hat wieder einmal die Möglichkeit für Frauen geschaffen, sich aus der Verantwortung für die Geschichte zu stehlen und sich von der (MIT-)TÄTERSCHAFT zum Opfer zu lügen.
      Das ist eine der Formen der ideologischen Enteignung der *echten Opfer* der Geschichte, indem Frau sich zum *gefühlten* Mitopfer macht.

      „Critical Whiteness“ ist Schrott.

      • „D.h. die feministische Ideologie hat wieder einmal die Möglichkeit für Frauen geschaffen, sich aus der Verantwortung für die Geschichte zu stehlen und sich von der (MIT-)TÄTERSCHAFT zum Opfer zu lügen.“
        Ein zentraler Punkt, warum solcherart „identitäre“ Argumentationen immer wieder aufgemacht werden.
        Und ein Grund dafür ist eben, dass der postmoderne Relativismus, besonders der Feminismus, vorwiegend OPERATIV konzipiert ist, und kaum analytisch.
        Mit solchen identitären Schuldzuweisungen lässt sich einfach in der Praxis (zumindest in bestimmten Bereichen) viel erreichen, vor allem, wo man nach und nach kleine oder große Machtpositionen besetzen kann.
        Man kann mit solchen Grundaussagen, wenn ihnen nicht mehr widersprochen wird oder werden kann, hervorragend mobben, intrigieren und jammern, aus einer Opferrolle heraus.
        Also gerade Rationalität in der Argumentation ist gar nicht eforderlich.
        Egal, ob Feministinnen das nicht drauf haben, oder nicht wollen, auf solche Art hat jede in der Ingroup eine gewisse Macht, sich durchzusetzen.
        Besonders, wo es auf objektiv nachvollziehbare Ergbnisse nicht oder kaum ankommt. Dass ein Stuhl wackelt oder zusammenbricht, fällt spätestens bei der Gesellenprüfung auf. Und selbst da kann man immer noch Opferrolle konstruieren, weil konkrete Funktionalität, Physik, Mechanik, Geometrie usw. böse mànnliche Konstrukte sind (als innere Rechtfertigung), und natürlich kann man immer noch behaupten, sexistisch benachteiligt oder sexuell belàstigt worden zu sein, vom Meister, vom Prüfer usw.
        Die Ideologie besonders des Feminismus ist operativ konstruiert, nicht wissenschaftlich. Man braucht ab und zu mal den wissenschaftlichen Anschein, dafür gibt es dann halt diverse „Studien“.

        • „Die Ideologie besonders des Feminismus ist operativ konstruiert, nicht wissenschaftlich.“

          Jein.
          Es gab tatsächlich einmal ernstzunehmende feministische Wissenschaftlerinnen und die traten vor langer Zeit als „akademischer Feminismus“ in öffentliche Erscheinung, als es ihnen mit dem feministischen Aktivismus zu blöd wurde. Neumodisch gesagt: Sie „intervenierten“.

          Das Problem mit feministischer Forschung ist der politische Anspruch, bzw. der nach politischer Wirksamkeit – ich denke, das ist das operative, wenn ich dich nicht missverstanden habe.
          Dagegen wäre nichts einzuwenden, diktierte nicht offensichtlich dieses dezidierte Interesse die Forschungs*resultate* – es gibt einen großen Unterschied zwischen „parteilich“ und „parteiisch“.
          Es lohnt inzwischen nicht, von einer feministischen Studie mehr als das abstract zu lesen, weil man sowieso weiß, worauf es hinauslaufen wird.

          Wenn du in diesem Satz den „postmoderne(n) Relativismus, besonders der Feminismus“ *zusammen denkst*, dann war das nicht immer so. Diese Allianz hat sich erst in der dritten Welle hergestellt.
          Die Entschlossenheit allerdings, mit der die dritte Welle „mobben, intrigieren und jammern“ als Mittel zur Zielerreichung nutzt, ist in der Intensität neu.
          Zumal die Mittel nun ebenfalls gegen die zweite Welle eingesetzt werden, was ich bizarr finde, aber der intersektionale Feminismus hat wohl einen echten Alleinvertretungsanspruch.

          Wobei ich den in erster Linie betroffenen radikalen Feminismus nicht bedaure, denn ich Sache „identitärer Schuldzuweisungen“ waren dieser Flügel ebenfalls Höchstleister – zumindest, wenn es um Männer generell ging.

          • Ach Du immer mit deinen „Jeins“. 😛

            Das respektiert meine Gefühle nicht und drängt mich mal wieder in die althergebrachte Männerrolle, noch mehr leisten zu müssen, und dann kommt vielleicht wieder ein „Jein“, vielleicht auch „Nein“, aber nie ein „Ja“.
            So wie bei einem typischen Flirt mit doppelten Botschaften.
            „Operativ“ kann ich noch mal explizieren, aber jetzt hab ich Hunger und mach mir Tortelloni.
            Die koche ich mit den Male Tears, die Du mir immer verursachst. Spart Kochsalz.

      • „Wie tragfähig ist es überhaupt für eine Persönlichkeit oder „Identität“, sich über etwas zu „definieren“, in das man *hineingeboren* worden ist?!“

        Tust du doch auch, als Mann, oder?
        😉

  3. Die Art zu sprechen (weiße Männer) ist auf einer noch tieferen, impliziteren Ebene rassistisch. Wer so spricht, der denkt nunmal in solchen Kategorien wie „Rasse“ und Hautfarbe und für den gibt es logischerweise nicht nur „weiße“, sondern auch „schwarze“ und Menschen anderer Herkunft und Hautfarbe. Diesen weist man dann allen auf pauschalisierende Weise und auf irrationalen und ideologischen Kriterien basierenden Attribute zu. Das ist nunmal nichts anderes als Rassismus. Wenn auch eine schräge Form von benevolentem Rassismus, da man denjenigen die nicht „weiß“ sind eher eine Opferrolle zuschreibt.

  4. Sehen wir es positiv: Meiner Wahrnehmung nach überreizen diese Kreischhexen inzwischen ihr Blatt derartig heftig, dass sich mehr und mehr Menschen (Männer wie Frauen) angewidert abwenden. Hatte letzte Woche mal wieder ein längeres Gespräch mit einer Frau aus dem Großstadtmilieu, dass sich selbst als linksliberal und klar feministisch ansieht.
    Habe oft mit ihr kontrovers diskutiert, aber jetzt hat sie sich abgewendet. Sie war so empört über die #metoo Verlogenheit und Einseitigkeit, dass sie nicht mehr eine Feministin genannt werden will.

  5. Neben dem dahinter steckenden Lagerdenken wird da auch übersehen, dass der durchschnittliche weiße Hetero seine Privilegien theoretisch schon wahrnimmt, aber eben nicht als etwas, was ihm sein Arbeitgeber oder Staatsoberhaupt wegen Geschlecht, Hautfarbe und sexuelle Orientierung „schenkt“, sondern was hart erstritten wurde: Gescheite Löhne, gescheiter Arbeitsschutz, Wahlrecht etc., pp.; weiße Heteros nehmen andere weiße Heteros nicht generell als Verbündetet wahr, sondern ebensosehr als Konkurrenten.

  6. Ich bin mir ziemlich sicher, dass man so ganz in dieser Szene leben kann, dass man die Welt außerhalb kaum noch wahrnimmt, bzw. nur durch den Moralfilter als feindliche rassistische Umgebung. Die Theorie ermöglichte einem, jeder Kritik am eigenen Standpunkt auszuweichen, und in der Umwelt gibt es immer genug Unterstützer, dass man nicht mit der Welt der Andersdenkenden konfrontiert wird.

    Wäre aber interessant zu sehen, was sich in der Szene tut, wenn die staatliche Unterstützung wegbricht….

  7. Soso, Claudia Klinger hat „inhaltlich“ also nichts gegen Rassismus …

    „INHALTLICH habe ich nichts gegen diese Kritik (soweit sie bestimmte Autoren meint), teile sie sogar immer mal wieder.“

    Wenn es dann allzu konkret gegen Menschen geht, dann zieht man die Samthandschuhe an. SO schmutzig will man sich dann auch nicht machen! Man ist ja schliesslich was Besseres und lässt sich nicht zu solchen plebejischen „Gemeinheiten“ wie Rassismus herab!

    Noch fadenscheiniger ist die Pseudokritik am neuen linken Rassismus seitens der „Zeit“, was schon deshalb unsäglich ist, da die „Zeit“ eine der Leuttürme dieses neuen Rassismus — natürlich auch des intersektional untrennbar verknüpfen Antisemitismus, der als „Israelkritik“ daherkommt und des männerhassenden Frauenkults, der sich als emanzipatorischer Feminismus tarnt.
    Als allererstes und vordringlichstes würde man bei der „Zeit“ gar nicht mehr schreiben wollen!

  8. Diese Leute können sich selbst nur nicht als rassistisch sehen, weil sie glauben das man gegenüber Weißen nicht rassistisch sein kann. Es ist die gleiche Argumentation wie sie sich von Feministinnen mit dem Sexismus gegen Männer ausgedacht haben.

    Im Grunde legen sie an die alten, weißen Männer einen moralischen Standard an, den sie anderen Gruppen nicht zutrauen. Ein bisschen Minderwertigkeitsgefühl.

  9. Dieser Rassismus (ebenso wieder Sexismus feministischer Richtung) ist vermutlich deshalb so erfolgreich, weil er auf verschiedenen Ebenden der Dummheit funktioniert.
    Die unterste Ebene sind Leute, die generell keine Zusammenhänge verstehen. Die haben als (ja an sich brauchbare Arbeitstheorie) gelernt, dass Rassismus bedeutet, was gegen Schwarze zu haben. Entsprechend passt diese neue Richtung nicht in ihre Definition.
    Dann gibt es ja aber auch jene Art Dummheit, für die man eine gewisse Grundintelligenz braucht. Die wird hier auch bedient, weil denen wird ja das Gewäsch von wegen „Rassismus = Vorurteil + Macht“ in Verbindung mit inhumanem und unlogischem Gruppendenken („Die mächtigsten Menschen sind weiße Männer => Weiße Männer sind mächtig“) serviert und das können die dann mit stolz erhobenem Zeigefinger als Fakt präsentieren und stolz darauf sein, wie klug sie doch sind.

    Und wenn ein Kind ruft, dass der Kaiser nackt ist, wird es zusammengebrüllt, es solle lieber seine Privilegien schecken, anstatt Hate Speech zu äußern. Und das Zusammenbrüllen übernehmen dann gern wieder die Dummen erster Ebene, die nur allzu froh sind, sich ihren Vordenkern als gute Menschen beweisen zu können.

  10. Das Problem an alten, weißen Männern ist, dass sie es mit sich machen lassen. Eigentlich ist die richtige Vorgehensweise die Feministen und Linken auszulachen.
    Jaja, früher waren die Rechten rassistisch und heute sind es die Linken auch. Seit dem sie verstanden haben, dass die Mehrzahl hierzulande kein Interesse an der Revolution hat, haben sie sich den Rassismus als neues Steckenpferd ausgesucht.

    • „Jaja, früher waren die Rechten rassistisch und heute sind es die Linken auch.“

      Ja, nur: heute sind es die „Rechten“ nicht mehr. Zumindest nicht im engen Sinne und nicht die Mehrheit derer, die man mittlerweile als „Rechte“ tituliert.

      • „Ja, nur: heute sind es die „Rechten“ nicht mehr. Zumindest nicht im engen Sinne und nicht die Mehrheit derer, die man mittlerweile als „Rechte“ tituliert.“
        Stimmt, heute ist ja schließlich jeder mit einer anderen Meinung als die Feministen oder SWJ schon ein Nazi. Allerdings meinte ich tatsächlich die Brüder von NPD & Co.

  11. Den Schluss des von Claudia Klinger kritisierten Beitrags find ich übrigens ziemlich gelungen:

    „Es ist fast peinlich, das erklären zu müssen: natürlich ist „weiße Männer“ nur die Schiffre für die Homogenität zum Beispiel in Redaktionen wie der der ZEIT, die über „weiß“ und „männlich“ weit herausreicht und natürlich immer auch den Arbeiter, den Behinderten den Schwulen, die Transsexulle, die PoC etc. strukturell ausgeschließt. Und den arbeitslosen polnischen Fabrikarbeiter natürlich auch. Sich auf ihn zu berufen, um auf eine vermeintliche innerweißmännlichen Pluralität zu verweisen, zeugt von einem derartigen Unverständnis der Problemlage, dass ich ernsthaft zweifle, dass Bittner für seinen Job geeignet ist.

    Ich bin sowas von genervt von der Unoriginalität dieses vor sich hergetragenen Unverständnisses, dass mir nur noch bleibt, diese Demonstration geballter Ignoranz als Beweis der Legitimität der Kritik an alten, weißen Männern vorzuführen.

    Also, mal von altem weißen Mann zu altem weißen Mann: Ich will gar nicht, dass ihr alle aus den Redaktionen verschwindet. Ich will nur gerne eine breitere Perspektive haben. Aber vor allem fehlt mir Originalität, Ideenreichtum und ein Mindestmaß an Selbstreflexion. Meine Hoffnung: wenn Redaktionen diverser werden, dann werden auch die Ansprüche an euch steigen. Dann kommt ihr mir euren wehleidigen, tausend mal gelesenen Gejammer nicht mehr weit. Dann müsst ihr euch plötzlich anstrengen, wenn ihr noch mitspielen wollt. Das wär doch mal was!“

    • „Ich will nur gerne eine breitere Perspektive haben. Aber vor allem fehlt mir Originalität, Ideenreichtum und ein Mindestmaß an Selbstreflexion.“

      Das ist lustig, ein alter weißer Feminist, der gegen sich selbst argumentiert und es noch nicht mal merkt ….

      • Ich finde es sehr interessant, auch wenn das Gesagte nicht von der Hand zu weisen ist, dass „weiße Frauen“ hier wieder mal komplett nicht stattfindet.
        Die gab und gibt es einfach irgendwie nicht, ob in der Reichskanzlei oder Redaktion, und auch nicht als „weibliche Arbeiterin“. Es wird zwar impliziert durch „die über ‚weiß‘ und ‚männlich‘ weit herausreicht“, aber der feministische Gruppendruck zwingt wohl dazu, nur zaghaft und indirekt auf die jeweiligen Rollen von Frauen hinzuweisen, und um Göttin Willen nicht explizit.

    • „Ich will gar nicht, dass ihr alle aus den Redaktionen verschwindet. Ich will nur gerne eine breitere Perspektive haben.“

      Das ist kompletter Bullshit. Gibt nach wie vor kein Gesetz, welches verbieten würde, dass nicht weiße, nicht alte in Redaktionen sitzen. Und außerdem ist es Identitätspolitik, wenn man davon ausgeht, dass „alte weiße Männer“ eine homogene Meinung hätten.

    • „Den Schluss des von Claudia Klinger kritisierten Beitrags find ich übrigens ziemlich gelungen“

      Dieser Schluss ist genauso Rassismus-apologetisch, wie die „Kritik“ Klingers selbst rassistisch ist….

      „Es ist fast peinlich, das erklären zu müssen: natürlich ist „weiße Männer“ nur die Schiffre für die Homogenität zum Beispiel in Redaktionen wie der der ZEIT …“

      Was schreibt der nicht alles an Geschwurbel, um nur von der Tatsache abzulenken, dass das Konzept dahinter nichts als reiner Rassismus ist…. Genauso kennt man das von den Rechtsextremen.

    • „die über „weiß“ und „männlich“ weit herausreicht und natürlich immer auch den Arbeiter, den Behinderten den Schwulen, die Transsexulle, die PoC etc. strukturell ausgeschließt.“

      Das Schwule aus Redaktionen ausgeschlossen würden, ist mir nicht bekannt, im Gegenteil, da sie meist keine Familie am Bein haben, sind sie in Medien und Politik m.E. überproportional vertreten.

      Dass „Arbeiter“ nicht in Redaktionen sitzen, ergibt sich aus ihrem Beruf.

      Ob Behinderte dort hineingelangen, hängt von ihrer Behinderung ab, davon abgesehen, dass sie nur eine kleine gesellschaftliche Gruppe bilden.

      Warum Geschlechtsidentitätsgestörte irgendein Recht auf einen Redaktionsplatz haben sollten, außer um da ihre schräge und kranke Mini-Minderheitenpropaganda vorzutragen, leuchtet mir nicht ein. Zumal offenbar weiße Männer, wie bei der ZEIT, sich ja schon längst der Regenbogenfahne unterworfen haben. Wie hoch würde etwa eine Transenquote sein müssen, um die „gesellschaftlich zu repräsentieren“? So um die 0,001%?

      Auch „PoC“, wie man zugewanderte Unverschämte mit Anspruchsdenken neuerdings nennt, gibt es in den Redaktionen. Für meinen Geschmack sogar schon viel zu viele, vor allem antideutsche Typen wie den lieben Deniz, um den sich dankenswerterweise Erdogan der Weise neuerdings kümmert. Ein Grund selbigem auch mal dankbar zu sein!

      „Ich will nur gerne eine breitere Perspektive haben. Aber vor allem fehlt mir Originalität, Ideenreichtum und ein Mindestmaß an Selbstreflexion.“

      Vielleicht sollte er mehr alternative Medien lesen? Die werden natürlich auch, weit überwiegend, von alten weißen Männern gemacht. Von Danisch bis Berger, von Stürzenberger bis Klonovsky, einfach aus dem Grund, weil die sich als einzige noch getrauen, gegen die ständig anrollenden Verblödungswellen aus Transatlantien anzuargumentieren…

    • „ch will gar nicht, dass ihr alle aus den Redaktionen verschwindet. Ich will nur gerne eine breitere Perspektive haben. Aber vor allem fehlt mir Originalität, “
      Dann mach es doch wie die ganzen alten, weißen Männer – lies einfach eine andere Zeitung. Ich für meinen Teil unterstütze in keinster Weise die feministisch verseuchten Massenmedien.
      Ich kaufe auch nicht von Firmen die sich als feministisch geoutet haben und unterstütze ansonsten auch keine Freunde von Feministen. Ich weiß, dass mein Beitrag nur ein einzelner Regentropfen auf einen Waldbrand ist aber vielleicht ist es der eine Regentropfen der fehlt um diesen zu löschen.

  12. Pingback: Stokowski: „Weiße und Männer können alles haben, aber das nicht“ | Alles Evolution

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