Makeapp – Frauen ohne Makeup bzw Schminke

Gerade ein großes Thema, welches auch hier schon in den Kommentaren behandelt worden ist: Makeapp, eine App, die aus den Bildern geschminkter Frauen das Makeup „wegrechnet“.

Hier ein paar Bilder:

Zum Vergleich auch noch einmal die Bilder aus der „Nomakeupbewegung„:

 

Alicia Keys

Alicia Keys

Alicia Keys ohne Makeup

Alicia Keys ohne Makeup

Interessant wäre dabei aus meiner Sicht, was Schminke überhaupt macht. Einer der wichtigsten Aspekte scheint mir das Betonen der Augen zu sein, die durch auffälliger werden und mehr betont werden. Der zweite wichtige Aspekt dürften häufig die Lippen sein und der dritte eine gleichmäßigere Haut mit weiteren Konturen.

Dazu finde ich Übersichten von Schminkseiten wie diesen ganz interessant:

Der Grundsatz ist, dass man alles, was man dunkler macht kleiner wirken lässt, während alles, was heller gemacht wird, besonders hervortritt.

In der Bilderserie auf dem zweiten Contourbild sieht man gut, dass ihre Nasenflügel dadurch schmaler wirken und überhaupt das Gesicht insgesamt schmaler wirkt.

Das Betonen der Augen düfte diese sowohl größer wirken lassen als auch den Rest des Gesichtes dann noch schmaler machen.

Mich würde mal ein Ansatz interessieren, der genau darlegt, was mit den jeweiligen Techniken jeweils erreicht wird und warum dies auf uns attraktiver wirkt.

Ich hatte schon einmal in einem Artikel ausgeführt, warum sexuelle Selektion gerade im Bereich Schönheit Raum für Manipulationen und Verbesserungen lässt:

Ein solches Merkmal erfordert aber, dass die Weibchen Vorlieben für Männer mit schönem Pfauenschwanz eingespeichert haben und diese vererben, da ansonsten der notwendige Prozess zur Entstehung des Pfauenschwanzes nicht entstehen kann. Der Prozess wird nicht nur die natürliche Selektion gesteuert, sondern allein durch das Auswahlverhalten der Weibchen (bzw. bei einem Merkmal, das Weibchen betrifft, durch das Auswahlverhalten von Männchen).

Dabei kann das Merkmal, dass durch sexuelle Selektion entsteht, sogar nachteilig für andere Fähigkeiten sein, also einer „natürlichen Selektion“ gerade entgegenstehen. Ein Pfauenmännchen ohne langen auffälligen Schwanz würde bessere Chancen in nahezu jedem Bereich haben, abgesehen von den Chancen beim anderen Geschlecht. Da aber Gene über die Fortpflanzung weitergegeben werden, bringen diese Vorteile wenig, wenn die Gene der Tiere ohne auffälligen Schwanz nicht weitergegeben werden. Oft stellt der Nachteil hier gerade den Wert des Merkmals für die Partnerwahl dar, da es eine bessere Aussage über die Angepasstheit ermöglicht (vgl. Handicap-Prinzip und Costly Signaling).

Ein weiterer stabilisierender Faktor entstammt der „Sexy Son Theorie“ (die bei umgekehrter Wahl eine „Sexy Daughter Theorie“, die Namensgebung beruht darauf, dass Weibchen im Tierreich ganz überwiegend wählen und daher Zeichen sexueller Selektion weitaus häufiger bei Männchen zu finden sind). Die Theorie erläutert, warum es so schwer ist, sich von einer einmal in Gang gekommenen sexuellen Selektion wieder zu lösen: Eine Pfauenhenne, die den Trend bricht und lieber ein Männchen aussucht, das keinen hochwertigen Pfauenschwanz hat, dafür aber ein leichteres Leben, mischt dessen Gene mit den eigenen und hat daher eine hohe Chance, Söhne zu bekommen, die keinen schönen Pfauenschwanz haben. Diese werden dann aber von den anderen Hennen als unattraktiv bewertet werden. Mit der Wahl eines unattraktiven Partners produziert man damit weniger Nachkommen (sofern der Trend sich nicht allgemein umkehrt), so dass eine Überhöhung des Merkmals und eine Beibehaltung auch für die Weibchen sinnvoll ist. Die Geschlechter produzieren eben einander, die Gene des einen können sich jederzeit in einem Phänotyp des anderen wiederfinden, was genetische Optimierung für beide Geschlechter notwendig macht. Demnach kann sexuelle Selektion ein Merkmal wie den Pfauenschwanz fördern, obwohl dieser so gesehen für das Überleben nachteilhaft ist. Da sich die Pfauenmännchen untereinander in einem Wettrüsten um die Kunst der Weibchen befinden muss jede Generation bei Beachtung nur der sexuellen Selektion ein prächtigers Rad entwickeln um mit den positiven Mutationen innerhalb der Spezies mitzuhalten (Red Queen Race). Irgendwann würden dann aber das Pfauenrad so schwer und Kosten aufwendig werden, dass die Männchen diese Last nicht mehr tragen können und sie entweder zu schwach sind, um sich hinreichend zu ernähren oder nicht mehr vor Feinden fliehen können. Die natürliche Selektion begrenzt hier also irgendwann die sexuelle Selektion.

Die natürliche Selektion hat aber nicht zwangsläufig feste Grenzen. In Gegenden oder Zeiten mit hohem Nahrungsangebot und geringen Beutegreifern können Gene für größere Pfauenschwänze erfolgreich sein als ine Gegenden oder zu Zeiten, in denen ein niedriges Nahrungsangebot oder viele Beutegreifer bestehen. Dies macht Nischenbildung (Gene für schlechte oder sehr schlechte Zeiten bzw. Gene für gute oder sehr gute Zeiten möglich). Dadurch kommt es gerade bei Merkmalen, die auf sexueller Selektion beruhen zu schwankungen. Das bedeutet aber nicht, dass ein bestimmtes Merkmal nicht aus biologischen Gründen von der Mehrzahl als attraktiv angesehen wird.

Auf den Menschen übertragen bedeutet dies, dass beispielsweise große Augen aufgrund einer Übertragung der Schutzbedürftigkeit aus dem Kindchenschema heraus gewisse Vorteile boten und dies im Wege der sexuellen Selektion zu einem Attrkativitätsmerkmal wurde, dass Gene für große Augen förderte. Gleichzeitig steht dem aber die natürliche Selektion entgegen, die Augen auf klares Sehen hin optimiert, sie vielleicht zur Vermeidung einer zu leichten Verwundbarkeit eigentlich kleiner produzieren würde. Das durch sexuelle Selektion bestimmte Maß an Augengröße kann damit von dem durch natürliche Selektion bestimmten Maß an Augengröße abweichen. Die erzielte Größe wird dann irgendwo in der Mitte liegen. Deswegen haben kulturell geschaffene Mittel, die die Augengröße optisch dem Ideal, welches bei alleiniger sexueller Selektion bestehen würde, angleichen, einen Ansatzpunkt.

Vieles dürfte schlicht auch mit dem Stichwort „jünger“ zu erschlagen sein, etwa weniger Falten, eine glattere Haut etc.

Interessant wäre auch, warum Männer sich nicht auch im gleichen Maße schminken. Vielleicht sind ihre optischen Vorzüge schwerer zu erreichen, vielleicht liegt es daran, dass soziale Komponenten wie Status und Ressourcen wichtiger sind und daher eher gefälscht werden, vielleicht werden Täuschungen bei Männern auch eher erkannt oder führen zu einem stärkeren Abzug (Eggs are expensive, Sperm is cheap) oder waren schlicht zu schlecht mit den Tätigkeiten von Männern vereinbar. Sicherlich werden sich zu bestimmten Zeiten Adelige auch geschminkt haben, aber auch dort dürfte es zugleich ein Costly Signal gewesen, sein, dass sie sich das leisten können, weil sie nicht arbeiten müssen, genau wie feine Kleidung etc und sie hatten eh einen klaren Status durch Geburt, der damit betont wurde.

 

114 Gedanken zu “Makeapp – Frauen ohne Makeup bzw Schminke

  1. Ich denke, bei aller Komplexität dieser Kunst, die Ziele lassen sich sehr einfach beschreiben, Jünger, eventuell kindlicher, ebenmäßger, d.h. gesünder auszusehen.
    Das Männer sich nicht schminken (eigentlich nur Mainstream-Hetereos ??)ist kulturell bedingt. Denken wir, wie richtig bemerkt war an andere Zeiten (Barock, Rokoko) da haben sich Männer durchaus auch geschminkt. Oder denken wir an die indianischen Kulturen – Kriegsbemalung wo sich Männer schminkten, wobei die Intentionen hier andere sind, als beim weiblichen Schminken der heutigen westlichen Kultur.
    Das Männer (eigentlich Mainstream-Heteros, also die die als dressierte Männer bezeichnet werden, aber das ist ja die absolute Mehrheit) heute sich selbst so funktional betrachten, zeigt einmal mehr, das wir keine Männer- sondern eine Weiberherrschaft haben.

    Wie sehr manche Männer heute in den USA schon verinnerlicht, nur die Trottel ihrer Frauen zu sein, zeigt schon folgende Meldung im Boulevardteil einer Tageszeitung:

    Der US- Schauspieler Patton Oswald hat bei seiner Hochzeit einen entspannten Tag genossen: „Bräutigam sein ist das Beste was es gibt. Du bist im Endeffekt eine Requisite, die Appetithäppchen verdrücken darf“

    Stolz ein Drohn zu sein

    • „Oder denken wir an die indianischen Kulturen – Kriegsbemalung wo sich Männer schminkten, wobei die Intentionen hier andere sind, als beim weiblichen Schminken der heutigen westlichen Kultur.“
      Das gibt es immer noch und gerade beim Militär ist es durchaus verbreitet seine Tarnfarbe sehr sorgfältig (schminken) aufzutragen. Das zeigt den Stellenwert des schminkens.

      • „Oder denken wir an die indianischen Kulturen – Kriegsbemalung wo sich Männer schminkten, wobei die Intentionen hier andere sind, als beim weiblichen Schminken der heutigen westlichen Kultur.“

        Ja und nein.
        Die „Kriegsbemalung“ ist die Bemalung, die den Europäischen Eroberern am nachdrücklichsten auffiel, weil sie kaum jemals Kontakte zu einheimischen hatten außer in kriegerischen Auseinandersetzungen.
        Für die Urinwohner selbst war die „Kriegsbemalung“ diejenige, die man zum Kampf auflegte. Zu anderen Anlässen trug man andere Bemalungen. Zu Festen, zum Spiel (Mannschaftssport Lacrosse) etc.
        Es gab eine ausgeprägt „Schmink-Kultur“ auch von Männern.
        Ähnliches gilt für Australische Ureinwohner und viele andere Völker.
        Zu erwähnen sind nicht zuletzt die (Gesichts-) Tätowierungen der Neuseeländer. Und überhaupt Tätowierungen im Gesicht – da, wo sie üblich sind, wurden sie meist auch von Männern getragen.

        Man denke weiter an die alten ägypter. Die ägyptische Kunst und Kultur ist nun mal hauptsächlich durch Überlieferung über die reichen und schönen geprägt, aber mindestens dort wurde sehr fleißig geschminkt – auch die Männer.

        Ein bemerkenswerter Unterschied vieler dieser Männer-Bemalung ist allerdings folgender:
        Die Bemalung ist vor allem „Schmuck“. Als solches nicht nur klar erkennbar, sondern durchaus in der Intention ein Fremdkörper im Gesicht.
        Man malt etwas dekoratives, verfremdendes ins Gesicht. Eventuell signalisiert man durch Kunstfertigkeit, besonders kunstvolle Bemalung, Verwendung bekannt teuerer Farben oder durch die Konvention, bestimmte Symbole nur nach entsprechender Leistung tragen zu dürfen, sozialen Status: Ich kann mir besonders kunstvolle Bemalung leisten, habe sie mir verdient etc. Aber die Bemalung hat nicht das Ziel, natürliche Gegebenheiten des Gesichtes zu „verbessern“, Fehler zu kaschieren, etc.
        Sondern sie ist dekorativ, verfremdend, signalisiert Status.

    • Natürlich tragen auch Hetero-Männer Make-Up: Im Fernsehen. Die Showmaster bzw. Nachrichtensprecher haben tonnenweise Grundierung im Gesicht, damit man im Scheinwerferlicht nicht jede Unregelmäßigkeit der Haut sieht.

    • Ne, ziemlich krass wie scheiße Frauen doch in den meisten Fällen aussehen und wie gut sie das verbergen können. Braucht nur 5 kg Spachtelmasse.

        • Naja, wenn man halt Frauen nur noch auf’s Gesicht schaut…engt man sie ja auf wenige äußere Merkmale ein.
          Ich finde z.B. den Gang und die Gesamtproportionen auch relevant.
          Und naja, ich könnte da jeden Tag Gegenbeispiele bringen, dass Männer schöner seien.
          Ich glaube, männliche Attraktivität wird überwiegend an ihrer Funktionalität gemessen.

      • Solche Schminkvideos sind wirklich tausendmal besser als die ständig gezeigten Vorher/nachher-Bilder.

        Hier ein Beispiel für totales Überschminken – genau das, was von den meisten von uns doch immer abgelehnt wird. Ich erstaunt wirklich, wie widersprüchlich sich hier manche äußern.

        Man stelle sich vor, man begegnete einer Frau, die von Natur aus so einen Mund hätte, wie hier nach dem Schminken. Das wäre total unattraktiv. Jemand mit solchem Mund wäre schwer krank.

      • Echt krass, wie komplexbeladen die meisten Männer sind, und wie sie versuchen, es durch Machosprüche zu verbergen.

        Ich übersetze deinen Kommentar mal so: Ich bin zu unerfahren und meine Sinnesorgane sind zu unempfindlich, um überschminkte Runzeln von glatter Haut unterscheiden zu können.

        • @FS
          „Ich übersetze deinen Kommentar mal so: Ich bin zu unerfahren und meine Sinnesorgane sind zu unempfindlich, um überschminkte Runzeln von glatter Haut unterscheiden zu können.“
          Viel Spaß beim pathologisieren. Und als Hinweis: ich bin ein Macho aus Leidenschaft und komme bei den Frauen deutlich besser an als irgendwelche frauenverstehenden Pseudomänner die beim gucken von Titanic heulen müssen.
          Ach so und auch wenn ich erkenne wenn eine Frau geschminkt ist nehme ich das als Betrugsversuch und halte es so, dass ich mich natürlich auch nicht mehr an welche auch immer gearteten Regeln halte. Betrüger können nämlich nicht betrogen werden.

          • Warum nicht?
            Ein Gesicht, das viel gesehen hat und viel erzählt.

            Ich such eigentlich noch ein Photo von irgendeiner Baronin, oder erbreichen Frau, bei der ich im Dunkeln sofort schießen und erst danach gucken würde. Ein Alptraum an Hässlichkeit, hervorgehoben durch Make-up und diverse Liftings.
            Ich weiß leider nicht, wie sie heißt, aber sie gehört zu dem Monaco-Jetset und leistet sich sogar einen Tarzan-Typ als Lover.

  2. Mapeapp?

    Ich glaube Männern fehlt da vielleicht einfach das Fingerspitzengefühl für und sie haben Probleme die Farbübergänge richtig hinzubekommen. Hier z.B. kann man es gut erkennen:

    oder hier:

  3. Das Gesicht zu wahren, ist wohl das wichtigste Leitmotiv im Leben der Frau, denn sie will sich nur ungern hinter die Fassade schauen lassen – fällt die Maske und man(n) sieht das wahre Gesicht ist das natürlich ein Schock für die Frau, wie man an den Reaktionen auf die App sieht. Wobei die Angst doch völlig unbegründet ist. Frauen kriegen problemlos immer einen Mann, egal wie sie aussehen, oder wie mies ihr Charakter ist. Auch wenn sie morgens aufwachen und die Schminke noch nicht perfekt setzt, werden die meisten Männer bei Ihnen bleiben.
    Frauen brauchen auch im übrigen keine App, um das sichtbar werden zu lassen, was sie wirklich an einem Mann interessiert. Da genügt schon die Frage danach, was der Mann beruflich macht. Die Frage wird ja nicht aus tatsächlichem Interesse an der Tätigkeit oder Inhalten gestellt. Ist die Antwort: „Ich bin Verkäufer“, „Teilzeitjobber“, oder gar: „Ich bin arbeitslos“, war es das dann auch für den Mann, dann kommt die hässliche Fratze der Wertlosigkeit des Mannes hervor, die die Frau abschreckt, wie die Faces of Meth.

    • „Frauen kriegen problemlos immer einen Mann, “

      Nicht den, den sie haben wollen und nicht mit fortschreitendem Alter.

      Vorsicht vor der Apex-Fallacy

      • „Nicht den, den sie haben wollen und nicht mit fortschreitendem Alter.“

        Liegt das dann aber an den Männern, oder eher an den irrational hohen Ansprüchen der Frau?
        Ich kenne mich mit diesen Pick Up Kriterien und Begrifflichkeit nich so aus, deswegen beschreibe ich es mal so: Wenn eine Frau, die in Schulnoten ausgedrückt, nur eine 3-4 ist, aber unbedingt eine 1+ mit Sternchen als Mann sucht und auch in keinster Weise dazu bereit ist, von Ihren Vorstellungen abzuweichen, wird es nunmal schwierig.
        Oder anders ausgedrückt, es gibt bei Frauen eine erhebliche Diskrepanz zwischen dem, was sie von einem Mann fordern und dem, was sie tatsächlich selbst zu bieten haben.
        Anekdotisch: Ich habe neulich eine Single-Frau gedatet, die schon ein Kind hatte (das allein würde mir nichts ausmachen, ist aber für viele Männer wohl bereits ein Problem). Sie beschrieb sich ferner dann aber selbst eher mit negativen Attributen, so sei sie zum Beispiel sehr pedantisch, habe diese und jene Ansprüche an einen Mann usw.. Ich habe dann auch sehr schnell festgestellt, dass Ihr eigentlich nichts gut genug ist und sie eher so eine kleine Luxus-Diva ist. Da wird es dann für so eine Frau in der Tat schwierig, das zu bekommen, was sie will und sagen wir, einen Dummen zu finden, der da mitmacht.

        • „Wenn eine Frau, die in Schulnoten ausgedrückt, nur eine 3-4 ist, aber unbedingt eine 1+ mit Sternchen als Mann sucht …“

          Bei der Partnerwahl geht die Skala von 1 bis 10. Eine Frau auf Niveau 1+ würde danach wie eine weggeworfene Aktentasche aussehen und ein Mann mit 1+ wäre ein Penner mit einem trockenen Plätzchen unter einer Brücke.

          Eine 10 wäre Melania Trump.
          Aber da kannst Du auch sehen, was eine 10 kostet.

          • Laut PU geht die Skala zwar bis 10, reale Frauen erreichen aber bestenfalls nur eine 9.
            Melania Trump wäre mit sehr viel Wohlwollen eine 8.

    • Ganz so fatalistisch würde ich das nicht sehen. Standard-Frauen bekommen leicht einen Mann, dem sie sexuell dienen dürfen. Aber wenn das Gesamtpaket nicht stimmt, bleibt es bei einer rein sexuellen Liaison. Und dieses Gesamtpaket hängt nicht am Lidschatten…

      Schminken (und kleiden) tun sich die Frauen allerdings wirklich in allererster Linie für (besser: gegen) andere Frauen. Ansonsten würde sich der Aufwand gar nicht lohnen.

      Die App wird bestimmt auch eher von Frauen heruntergeladen und die nutzen das dann als Waffe in ihren Zickenkriegen.

      • Je teurer die Schminke, desto höher der soziale Rang der Frau, bezogen auf das Einkommen.
        Wie damals beim Sonnenkönig.
        Frau fragt ja Frau nicht primär „Wie hast du das gemacht?“ sondern „Welche Marke benutzt du?“
        Obwohl mein Einblick vermutlich nicht sehr repräsentativ ist.

        • Die Marke ist beim Schminken wohl kaum zu erkennen und auf die „Welche Marke benutzt du?“ kann man auch lügen.

          Aber der Style des Schminkens hat eine Ähnliche Aussage wie die Marke des Smartphones oder die Wahl der Klamotten.

          Man signalisiert nach außen hin, wie man so drauf ist. Ist man eher introvertiert, umweltbewusst, draufgängerisch, offen für ungewöhnliche Kunst usw.

          Ein dunkler Lippenstift hat eine ganz andere Wirkung wie ein heller. Manche Frauen schminken sich das Gesicht sehr hell, andere wollen lieber einen dunklen Teint.

          Es geht bei der Partnersuche ja auch immer darum, wer in seinen politischen Einstellungen passt, wer ein ähniches Temperament hat und dergl.

    • Ja richtig, „Gesicht verlieren“ wird bei Männern auf etwas ganz Anderes bezogen, als bei Frauen: Auf funktionelles Versagen !
      „Kann seine Familie nicht ernähren, kann nicht seinen Mann stehen, hat sich ehrlos verhalten, hat sein Vaterland nicht verteidigt, hat Feigheit vor dem Feind gezeigt“ Wo wird sowas jemals ernsthaft Frauen vorgehalten? Vielleicht bei der kurdischen Guerrilla in Syrien, aber nicht hier im Westen.
      Frau kann bei Nichtfunktionieren sagen „Ich bin halt eine Frau“ oder „Ich bin halt Opfer des Patriarchats“.

    • Nicht, solange sie sich nach der Heirat weiterschminkt. Meine Frau sieht ohne Makeup wie ein Geist aus, mit Make up wie ein Model. Solange sie täglich eine halbe Stunde in ihr Aussehen investiert, habe ich keinen Grund zu reklamieren.

      • Hoffentlich liest sie nicht dieses Forum, du Armer !;-)
        Ich meine, Christian hat doch die Tage erst eine Oberfeministin hierher eingeladen.

  4. „Interessant wäre auch, warum Männer sich nicht auch im gleichen Maße schminken.“

    Weil 50€-Scheine im Gesicht blöd aussehen würden und es noch kein Parfüm mit dem DFuft nach Reichtum gibt.

  5. …kann es gerade nicht belegen, meine aber, mich zu erinnern, dass dem weiblichen Schminken zugrunde liegt, „sexuelle Bereitschaft“ zu signalisieren:

    – rote Lippen, gerötete Wangen signalisieren erhöhte Durchblutung und damit eine gewisse Erregung;
    – der Anschein grösserer Pupillen und grössere Augäpfel signalisieren Erregung

    und damit die prinzipielle Paarungsbereitschaft…

    Was der Schimpansin der gerötete Hintern war https://de.wikipedia.org/wiki/Regelschwellung
    musste der weibliche Homo Sapiens aufgrund des aufrechten Gangs in besser sichtbare Bereiche des Körpers hinüber bringen…

    • Die Frage ist an der Stelle auch wie gut diese App überhaupt funktioniert. Sie wird ja zum Teil auch deshalb kritisiert, weil sie angeblich zum Teil sehr falsche Ergebnisse liefert. Immerhin soll es wohl auch so sein, dass einen diese App auch dann noch „abschminkt“ wenn man überhaupt keine Schminke trägt.

      • Naja, diese App kann ja nicht unter das make-up „sehen“, das ist ja offensichtlich, da ersetzt doch einfach eine unregelmässigere Haut die geschminkte Variante, ausserdem wird das Bild geschärft, was Konturen härter wirken lässt und die Personen älter erscheinen lässt.

          • Hmmm …
            Ich bin da ganz bei dir, wenn du sagst: „Sie baut jedes Gesicht nach festen Vorgaben um, egal ob geschminkt oder nicht.“
            Um das zu erkennen schlage ich vor, ein Gesicht so zehnmal zu „entschminken“. Wenn die App tatsächlich auf wundersame Weise die Schminke entfernen könnte, dann müsste sich nach dem ersten Durchlauf kein wesentlicher Unterschied mehr feststellen lassen.

      • Sean Connery gehört zu den Ausnahmen, da er in jung wie ich finde noch echt scheiße aussah, erst mit fortgeschrittenem Alter attraktiver wurde.

        Was Frauen angeht ist es Karrieretechnisch meist besser „ein Typ“ – also irgendwie speziell – zu sein als bildhübsch von Natur aus. Was natürlich nicht bedeutet, dass die Erscheinung nicht „enhanced“ werden könnte/dürfte/sollte – inzwischen zeigt genau das einen gewissen „Status“ an und wirkt eher sympathieverstärkend.

        • Ein gutes Beispiel dafür ist Kylie Jenner

          Zunächst hatte sie sogar gelogen und – von der Öffentlichkeit ausgelacht – behauptete, ihr neuer Look wäre allein auf Schminke zurückzuführen gewesen… aber aus „den richtigen“ Gründen, weil sie sich wohl ihrem jungen Publikum verpflichtet fühlte… Alles verziehen (sie selbst war da ja auch erst 16), junge Mädchen fragen in Praxen mitunter explizit nach „Kylie Jenner“-Lippen heutzutage.
          Sie ist ein lebender Beweis dafür, dass Schönheit käuflich ist, sogar kleine, nicht (sonderlich) invasive Veränderungen, die sich jede leisten könnte, riesige Effekte haben können.

      • „Findest Du Sean Connery hässlich?“

        Es gibt noch 100te andere, von denen man sagen müsste: die waren schön, sehr viele…..

        Aber wer weiss? Das ist eine andere Zeit und die Künstler wurden in ihrer Privatheit gelassen, so dass es keine Bilder mit hässlichen Stars aus früheren Zeiten gibt.

        Vor allem aber: es gab noch keine solche APP 🙂

    • So ist es. Und zeigt, dass der ganze Trubel um die App natürlich mal wieder hemmungslos übertrieben ist. Das Ding ist keine magisches Auge, sonder rät und bastelt und kommt dabei zuweilen zu seltsamen Ergebnissen. Daraus so eine große, teils sogar moralische Debatte zu machen, ist albern. Egal, ob man auf der „Durch Schminke zu gucken ist ein Akt der Gewalt!!!!“- oder auf der „Da sieht man, was Frauen für Betrügerinnen sind!!!!“-Seite steht.

      Wie es der Zufall will entschuldigte sich meine Freundin gerade gestern dafür, dass sie es nicht geschafft hatte, sich vor unserem Treffen zu schminken – was mir überhaupt nicht aufgefallen wäre.

      Dass sich Männer normalerweise weniger schminken überrascht mich gar nicht. Denn schließlich generiert sich deren Attraktivität anders. Make-up kann zwar Jugend vortäuschen, aber schlecht einen anders gewonnenen Status.

  6. Das ist kein Artikel über Makeapp. Ich verstehe überhaupt nicht, wie man diese App erwähnen kann, ohne darauf hinzuweisen, dass sie überhaupt nicht funktioniert. Sie baut jedes Gesicht nach festen Vorgaben um, egal ob geschminkt oder nicht.

    • Es kann wird auch niemals eine App unter die Schminke drunterschauen können. Technisch unmöglich, solange eine normale Kamera verwendet wird. Was macht die App eigentlich bei Blackfacing? Kann sie das zurückrechnen?

    • Völlig richtige Aussagen.

      Und jetzt kommen wir mal zum Grund, weshalb m.M.n. die Empörung hier so groß ist:

      während nämlich absolut jedem voll-bewusst ist, dass eine App, die Dich altern lässt oder aus einem Mann eine Frau macht und andersrum eine bloße Spielerei darstellt, wird diese spezielle App vielfach so wahrgenommen (sicher weil sie so angepriesen wird), als würde sie ein Ergebnis liefern, das das wirkliche Aussehen einer beliebigen Frau zeigte, und zwar realistischer als ohne Filter.

      Das ist Irreführung und wie ich glaube auch ein (sexistischer) Angriff auf das Recht am eigenen Bild, auf ein grundgesetzlich geschütztes Persönlichkeitsrecht also.

      • Ich wusste gar nicht, dass es ein speziell weibliches Grundrecht auf Schönheit und abgeleitet auf schöne Darstellung gibt.
        Bei dieser Gemälde-Ausstellung von dieser Künstlerin letztens an irgendeiner Uni, steht irgendwo in diesen Maskublogs, war genau das der feministische Kritikpunkt:
        Frauen würden zu idealtypisch schön dargestellt.
        Liebe semikolon, sie senden hier typisch feministische Double-Bind-Signale aus. Wollen sie die Männer hier in diesem Safe Space etwa zu schizoidem Verhalten manipulieren?
        Bitte bitte nicht !

        • Erinnerst Du Dich zufällig noch an die Aufregung um die erste Generation „Nacktscanner“, die die Körper der Fluggäste (einigermaßen) realistisch abbilden können sollten? Obwohl diese Bilder z.B. anonymisiert waren, man vorschlug, der/die MitarbeiterIn, der/die sie als einziger Mensch überhaupt zu Gesicht bekommen und auswerten sollte, könne weit genug von der durchleuchteten Person entfernt platziert werden um auch für ihn/sie eine Identifizierung zu verunmöglichen, ließen sich die Wogen erst dadurch glätten, dass man umschwenkte auf eine grundsätzlich mehr piktographische Darstellung.
          Weil viele Menschen sich durch diese Technik in ihrem elementaren Persönlichkeitsrecht unnötig verletzt sahen, oder was glaubst Du?

          • Also ist für Sie das ungeschminkte Gesicht gleichzusetzen mit einem völlig unbekleideten Körper?
            Was sagen sie dann erst zu den Abläufen, denen sich Mann seit Generationen bei der Musterung zum Militär unterziehen muss?

            Mal abgesehen davon, dass diese Frauen ihr Gesicht ja selbst in die Öffentlichkeit gestellt haben, und diese App eben nicht das Gesicht ohne Schminke zeigt, sondern nur einen grafischen Algorithmus anwendet, um das Bild etwas zu verändern.
            Ich sehe hier wieder die für Feministinnen typische narzisstische Selbstbezüglichkeit und Empathielosigkeit.
            Ich finde das relativ skandalös, dass Sie mit Ihren Einlassungen diesen Safe Space hier verletzen !

          • Und auch mal davon abgesehen, dass sich Sie hier den Blogersteller einfach mal so eben als „Arschloch“ beleidigt haben.
            Falls Ihnen das noch nicht aufgefallen ist, in diesem hauptsächlich von Männern genutzten Kommentarbereich ist das völlig unüblich.Hier gibt man sich Mühe, sachlich und respektvoll zu diskutieren.Das ist nämlich hier keine Zickenversammlung.

          • Ich bin länger hier als Du (nehm ich an), daher kenn ich die hiesigen Gepflogenheiten wahrscheinlich etwas besser…

            „Also ist für Sie das ungeschminkte Gesicht gleichzusetzen mit einem völlig unbekleideten Körper?“

            Wenn ich nur die Wahl hätte zwischen: „eine einzige Person sieht für einen kurzen Moment ein anonymisiertes und kopfloses Abbild meines Körpers“ und „es wird ein von mir nicht autorisiertes, verzerrtes Bild von meinem Gesicht publiziert, das Manche/Viele für bare Münze halten“, wählte ich sicher Ersteres.

            „Was sagen sie dann erst zu den Abläufen, denen sich Mann seit Generationen bei der Musterung zum Militär unterziehen muss?“

            Das sind (vielmehr waren) ärztliche Untersuchungen, herrje… die nehmen Männer doch ohnehin zu selten in Anspruch!

          • „Das sind (vielmehr waren) ärztliche Untersuchungen…“

            Nein, es waren Musterungen bei denen nicht die Gesundheit des Individuums im Vordergrund stand, sondern in Massenabfertigung Art und Umfang der Tauglichkeit für den Militärdienst ermittelt wurde.

            Übertragen in Deine Lebenswelt war das so, wie wenn Du mit hundert anderen Frauen fast nackt in einer Warteschlange stehen, Urinprobe abgeben und vermessen würdest (90,60,90 bei 50 kg? Nicht?) dann nach längerem Warten zur Ärztin hereingerufen würdest, die Dich kurz abcheckt, Dir einmal kräftig die Brüste quetscht und dann „Sie dürfen gehen, die nächste bitte“ sagt.

            Würde dir vielleicht gefallen, ist aber nichts was man humanärztliche Untersuchung nennen würde. Hat eher was von Veterinär 😉

          • @semikolon:
            „Das sind (vielmehr waren) ärztliche Untersuchungen, herrje… die nehmen Männer doch ohnehin zu selten in Anspruch!“
            „Männer“-ich bin aber nicht „Männer“.
            Hatten Sie schonmal eine monatelange Chemotherapie? Offensichtlich nicht!
            Und Ihre stumpfen sexistischen Verallgemeinerungen und ihre Male-Tears-Attitüde nerven irgendwie. Ich bin ein sensibler Mann.
            Ja, und dann noch zu
            „Ich bin länger hier als Du (nehm ich an), daher kenn ich die hiesigen Gepflogenheiten wahrscheinlich etwas besser“
            Ich habe hier die Beleidigung „Arschloch“ noch nicht gelesen, und „länger hier“ ist wohl keine Entschuldgung für eine noch dazu grundlose Beleidigung.
            Sie erwarten wohl weiße Privilegien, wenn ich als mokkafarbener Österreicher hier etwas später reingekommen bin?!

          • „Mal abgesehen davon, dass diese Frauen ihr Gesicht ja selbst in die Öffentlichkeit gestellt haben, und diese App eben nicht das Gesicht ohne Schminke zeigt, sondern nur einen grafischen Algorithmus anwendet, um das Bild etwas zu verändern.“

            Eben.
            Aber suggerieren tut die App, dem Betrachter ein „originales“ Gesicht zu zeigen.
            Und bei manchen Bildern hab ich schon das Gefühl, dass ein bisschen Bösartigkeit dahinter steckt.

          • „Übertragen in Deine Lebenswelt war das so, wie wenn Du mit hundert anderen Frauen fast nackt in einer Warteschlange stehen, Urinprobe abgeben und vermessen würdest (90,60,90 bei 50 kg? Nicht?) dann nach längerem Warten zur Ärztin hereingerufen würdest, die Dich kurz abcheckt, Dir einmal kräftig die Brüste quetscht und dann „Sie dürfen gehen, die nächste bitte“ sagt.“

            Die Musterungserfahrungen scheinen echt weit auseinanderzugehen… ich sachs gern nochmal: mein Mann bspw. wurde angezogen gemustert.

            Die erste, aus heutiger Sicht noch wirklich heftige ärztliche Untersuchung, die ich persönlich erinnere, fand beim Urologen statt, ich war da vielleicht zehn Jahre alt und meine Eltern brachten mich hin um zu herausfinden zu lassen, ob es eine körperliche Ursache für mein damaliges Bettnässen gab. Das Vorgehen bestand nun darin, dass mir via Harnröhreneinlauf eine Flüssigkeit indiziert wurde, die ich einhalten sollte bis zum anderslautenden Kommando, unterdessen nackig vor irgendsoeine Apparatur (die auf mich wirkte wie ein Fotoapparat) springen und mich in eine bestimmte, halbhockende Position bringen musste, und nachdem ich dann richtig stand, befahl mir der Mann hinter der Kamera Wasser zu lassen während er mich knipste. Das war übrigens auch der Tag, an dem meinen Eltern einfiel, dass es auch sowas wie Namenstag gäbe, und noch in der Praxis eröffneten sie mir, dass ich mir irgendein Geschenk aussuchen dürfe. Wenig später im Spielzeugladen entschied ich mich dann für eine Barbie-Badewanne^^

  7. Alicia Keys ohne make-up: Die kann ohne weiteres auf make-up verzichten, dieser steile Zahn. Das ist aber eben nicht bei allen so. Und Christian findet sie wahrscheinlich auf dem oberen, geschminkten und gefotoshoppten Bild besser, wo sie total unnatürlich wirkt, wie Plastik.

      • Es wirkt auf uns Westler natürlich nicht attraktiv. Aber wenn Christian zur westlichen Make-up-Kultur die Frage stellt Mich würde mal ein Ansatz interessieren, der genau darlegt, was mit den jeweiligen Techniken jeweils erreicht wird und warum dies auf uns attraktiver wirkt., dann übersieht er, dass solche Techniken keine kulturellen Universalien sind. Man kann gerade nicht erklären, warum manche Kulturtechniken plötzlich in einem absurden Ausmaß praktiziert werden, um dann plötzlich wieder in Vergessenheit zu geraten.

        Es gibt keinen Grund dafür, unsere Schminkkultur anders zu erklären als die Kultur der Halsverlängerungen.

        • Der angesagte, europäische Look im 14./15. Jahrhundert bspw. bestand für Frauen in: keine Augenbrauen, keine Wimpern und außerdem auch einem durch Haare-rausrupfen unnatürlich weit nach hinten verschobenen Haaransatz. Menschen – auch Männer! – müssen das damals einfach mehrheitlich als hübsch wahrgenommen haben, so seltsam uns das auch erscheinen mag.

  8. Warum haben die Vergleichsreihen eigentlich immer diese saumäßig schlechte Bildqualität?

    Wie erklärt sich außerdem der unterschiedliche Farbton der Iris, vor allem im letzten Bild (aber nicht nur dort). Kontaktlinse? Oder wurde hier mit Photoshop geschminkt?

      • Von der 1 möchte man gerne einen geblasen bekommen und dann gemütlich mit ihr auf der Couch fläzen, die 6 macht sich dagegen sicher als Begleit-Deko bei einem Empfang gut. 😉

        „Hübsch“ ist als Kategorisierung unterkomplex. Frauen spielen nach außen Rollen und das äußere Erscheinungsbild muss halt zur jeweiligen Rolle passen. Sonst gibts Mecker von anderen Frauen.

  9. Vorteile von Schminkvideos:
    – fast immer hohe Auflösung
    – die Beleuchtungssituation ändert sich in der Regel nicht
    – es ist relativ unwahrscheinlich, dass durch Bildbearbeitung der Effekt nachträglich manipuliert wurde, zumindest ist das bei Video zeitaufwendiger
    – man sieht nicht nur Posen, sondern natürlich Bewegungsabläufe. Man sieht den ganzen Menschen, man sieht ihn reden, man sieht seine Mimik, hat eine Vorstellung vom Typ. Auch wenn ab und zu eine Pose eingeniommen wird, hat man durch die Masse der Bilder einen halbwegs zu vberlässigen Eindruck. Vorher/nachher-Gotos dagegen sind wahrscheinlich aus einer größeren Menge selektiert, meistens um den Vorteil des Schminken herauszustellen

    • „es ist relativ unwahrscheinlich, dass durch Bildbearbeitung der Effekt nachträglich manipuliert wurde, zumindest ist das bei Video zeitaufwendiger“

  10. Ein bißchen Meta-Ebene.
    Ich hab vorhin beim Kekse-Backen mal das Interview von Haidt und Peterson gehört.

    Da gab es einen Passus, den ich mal aus dem Transcript gefischt hab, (die Timecodes hab ich drin gelassen):

    76:51 So iGen (internet generation)
    76:53 this is Jean Twengy’s work you know we
    76:55 used to
    76:59 think that the millennial generation
    77:01 ends in 1998 or 2000 but Jean Twengy
    77:05 shows, looking at four large datasets,
    77:07 that …
    77:09 kids born in 1995 and
    77:11 after are really different. Their values
    77:14 are different. They have much higher
    77:16 rates of anxiety and depression
    77:18 especially the girls. Boys have gone up.
    77:20 Girls gone WAY up and the reason seems
    77:24 to be that Facebook lowered its age so
    77:27 in 2005 you had to be a college student
    77:31 at a certain number of colleges to get
    77:32 Facebook in 2006 you could be any
    77:35 eleven-year-old who lies and says that
    77:38 she’s 13 and you’ve got a Facebook
    77:39 account but then you’re using on your
    77:43 parents PC. And in 2007 the iPhone comes
    77:46 out and it saturates the market faster
    77:48 than any consumer product ever has.
    77:50 So by 2010 or 11 a lot of adolescents
    77:53 have Facebook and other social
    77:56 platforms and this is just devastating
    77:59 especially to girls. Because it’s not
    78:01 texting. Texting is just me to you, you
    78:04 know that’s back and forth that’s fine.
    78:05 tWhen we were kids we
    78:06 called your friends on the phone that’s
    78:08 fine.
    78:08 The problem seems to be according to
    78:10 Twengy it’s especially platforms in
    78:12 which you put something out and then you
    78:14 wait and see what everyone says.
    78:16 And that especially is damaging to girls
    78:19 who already are at risk of eating
    78:20 disorders and image-disorders
    78:22 Girls become more susceptible to
    78:24 negative emotion when they hit puberty
    78:25 … there’s
    78:29 another issue too with regards to female
    78:30 aggression. So you know it’s clearly the
    78:34 case that males are more likely to be
    78:36 physically damaging slash aggressive
    78:39 than females are but what females use is
    78:41 reputation savaging. That’s Nikki Crick’s
    78:44 work Nikki Crick ….
    78:46 showed that if you add it all
    78:48 up boys and girls are equally aggressive
    78:49 but the boys aggression is more physical
    78:51 the girls the more relational so if you
    78:53 imagine a bunch of 13-14 year-olds in
    78:56 their middle schools and then you
    78:58 parachute in a whole bunch of iPhones –
    79:00 everybody’s got one in their pocket now –
    79:02 What are the boys gonna do? They’re gonna
    79:04 play video games. That doesn’t hurt
    79:05 anybody, yeah. But the girls are going to
    79:08 use it to amplify the social
    79:10 interactions. So this is Twenky’s
    79:11 explanation – I think it makes a lot of
    79:13 sense. It’s a it’s a catastrophe! It’s
    79:14 a crisis and we’re really hurting
    79:16 especially the girls so we’ve got to
    79:19 change something about that anyway but
    79:20 social media is is possibly the largest
    79:22 single reason why things are going
    79:24 haywire on campus

    Mit anderen Worten: Das Aussehen gehört buchstäblich zum weiblichen Schlachtfeld. Und dann kommt da eine App, die den Kombattanten die Möglichkeit öffnet, der anderen die Rüstung wegzunehmen.

    Aus der Perspektive verstehe ich jegliche Emotion, die irgendwelche Frauen zu der App entwickeln können, insbesondere jener Frauen, die ihr gesamtes Selbstbild auf dem angemalten Gesicht aufgebaut haben.

    Und da Frauen nicht zugeben dürfen, dass sie sich gegenseitig schlachten (offene Aggression ist Männern vorbehalten), sind die Rationalisierungen dieser Emotionen auch so unbeholfen.

    @Christian, klingt, als sei Nicky Cricks Arbeit ein dankbares Thema für allesevolution, aber ich hatte die vorher auch nicht auf dem Schirm.

    • Spricht mir aus der Seele.
      Ich war in den frühen 2000ern auch wegen IT-Beruf in diversen Social Networks bzw. Chatrooms, also vor allem dem Lycos Chat Ship(was deulich mehr auf direkte Kommunikation abzielte) und danach dem etwas mehr „proletarischen“ Jappy, was gerade in Berlin weit verbreitet war.
      Gerade bei Jappy hat mich dann die Tendenz zu Selbstbespiegelung und permanenter Bewertungssucht und die dauernde Verpflichtung, sich mit Gästebucheinträgen (meist pseudophilosophische Banalitäten und Bling-Bling-Bildchen) im Gespräch zu halten, und die Neigung, Bilder und Bemerkungen zu den banalsten täglichen Vorkommnissen zu posten, also der komplette Drang zur Selbstbespiegelung per Profil, relativ schnell dazu gebracht, mich da auszuklinken. Hinzu kam die oft völlig subjektive Zensurkultur vieler Moderatoren.
      Als fratzenbuch so populär wurde, hat Jappy dann massive Einbußen der Nutzerzahlen erlitten.
      Dann haben sie so relativ witzlose Minispielchen für Clickbait rausgebracht, naja, ich fand es Alles irgendwann öde, nervig und autistisch.
      Und die ganzen :Freundschafts-„blasen samt Zickenkriegen…
      Hat mich irgendwann abgestoßen.
      Ich bevorzuge eher Foren und Blogs, nicht so die Sachen mit Profilen, zumal man da inzwischen krass zum Objekt der kommerziellen und staatlichen Profilierung wird.

      • „Ich bevorzuge eher Foren und Blogs, nicht so die Sachen mit Profilen“

        Geht mir genauso. Ich lege keinen Wert auf die Bewertung meiner Person und ich muss mir und anderen nichts vormachen. Manchmal frage ich mich, was die „social networks“-Nutzer antreibt und warum ich so anders bin.

      • Ehrlich gesagt, diese schwarzen Frauen geben mir Hoffnung.
        Ok, Zickenfaktor einigermaßen hoch, dafür Schneeflöckchenfaktor unter der Nachweisgrenze.
        Ich kann mir vorstellen, dass diese Frauen uns eines Tages von all den Künasts und Hillarys und Kippings befreien. Die hätten in so einem Catfight null Chance.
        Mann sollte sich mit seiner vermutlich auf tatsàchlich benachteiligte Frauen konzentrieren, die wissen häufig ganz genau, wer ihre Unterdrückerinnen sind., nämlich diese ganzen neurotischen Labertanten ohne echte Qualifikation.

        • „die wissen häufig ganz genau, wer ihre Unterdrückerinnen sind., nämlich diese ganzen neurotischen Labertanten ohne echte Qualifikation“

          Würde ich nicht drauf wetten. Unter Butches soll es auch öfter körperliche Gewalt geben, trotzdem fallen Lesbennetzwerke jetzt nicht gerade dadurch auf, dass sie den gesellschaftlichen Frieden fördern oder irgendwie fair oder logisch wären. Dort wo es am ärgsten zugeht, sind die immer mit dabei.

          Das kann man mit BLM in den USA auch beobachten. Mangelnde Impulskontrolle und Aggressivität sind eben nur selten nützlich, ganz überwiegend sind sie destruktiv. Ganz besonders destruktiv sind sie, wenn sie von ideologisierten Nichtdenkern eingesetzt werden.

          Oder anders, die „neurotischen Labertanten ohne echte Qualifikation“ sind, aufgrund ähnlicher Denkweise, vermutlich eher in der Lage, schwarze Unterschichtenfrauen gegen uns zu mobilisieren, als umgedreht. Zumindest ist es das, was man in den USA beobachten kann.

        • Schwarze Frauen sind statisch gesehen überdurchschnittlich gewalttätig UND haben einen Opferkomplex. Ich würde auch die auch keine Hoffnung setzen.

  11. Meines Erachtens ist Diskussion ums Schminken auf einseitige Weise fokussiert, was zu einem falschen Verständnis führt.

    Angeblich wird durch Schminken Jugendlichkeit vorgetäuscht. Zuviel Schminken sei aber auch nicht gut, es wirke angeblich nuttig.

    Das mag nicht völlig falsch sein, aber eben nur halbrichtig.

    Die Bilder, die die Vorzüge des Schminkens belegen sollen, zeigen eigentlich immer sehr stark geschminkte Gesichter. Man meint bei den Gegenüberstellungen zwei völlig verschiedene Gesichter zu sehen.

    Man müsste die geschminkten Versionen deshalb ablehnen: zu viel Spachtelmasse, zu nuttig.

    Aber diese Bilder sind nicht nuttig. Eine Frau, die bevor sie aus dem Haus geht, regelmäßig eine Stunde damit verbringt, sich bis zur Perfektion ein synthetischen neues Gesicht zu zaubern, signalisiert damit ja nicht ihre Verfügbarkeit für den nächstbesten Strolch. Ihr Vorbild ist auch nicht das jugendliche, gesunde Mädel vom Land, sondern eher die Prinzessin in der Klatschzeitschrift. (Auch Christian zeigt ja vorzugsweise reiche Promis.)

    Was die Frau, die diesen Aufwand treibt, um sich ein perfektes Äußeres zuzulegen, motiviert, ist etwas anderes. Sie signalisiert wichtige weibliche Attraktivitätsmerkmale auf der Charakterbene – nämlich Gewissenhaftigkeit und Verträglichkeit. Das sind unter den „Big Five die typisch weiblichen Merkmale. Es ist ja auch nicht das stark geschminkte Gesicht nuttig, sondern das nachlässig geschminkte, das mit dem verschmierten Lippenstift. Ein starkes, aufwendiges und perfektes Make-up ist eher ein Zeichen dafür, dass die Frau sich nicht auf statusniedrige Männer einlassen würde. Eine Art Bitch Shield.

    Christian scheint mir auch beim Make-up vor allem auf geschmackvolles Styling und Perfektion abzufahren. Nicht so sehr auf den Eindruck echter Jugendlichkeit – den seine Beispielbilder nämlich gar nicht vermitteln.

  12. Ist Euch eigentlich schonmal aufgefallen, dass wenn man z.B. explizit Passfotos für seinen Personalausweis machen geht, man ein optimiertes Bild erhält (über das automatisch ein Filter lief)?

    Ja klar: immernoch besser als die Variante vor einigen Jahren, wo man nicht lächeln durfte sondern völlig ausdruckslos in die Kamera schauen musste…

  13. Krass. Also nicht die App, sondern die (anscheinend) echten Vergleichs-Fotos „ungeschminkt“ vs. „geschminkt“. Jetzt weiß ich auch, warum das „Make Up Artist“ heißt. Hut ab, die Leute haben wirklich was drauf.

    Die Ergebnisse von der App können gegen diese Kunst natürlich nicht anstinken. Ein Bisschen verbogen sind die ge-App-ten Bilder sicherlich.

    Off-Topic: Ich kann mich noch gut daran erinnern, wie lange ich gebraucht habe, um einem Kollegen seine geschwollene Herpes-Lippe vom Firmen-Foto wegzuretuschieren (der Scheiß-Katalog musste in den Druck), ohne dass die Lippe am Ende komplett aufgeplustert gewesen ist. Das war noch deutlich vor der Jahrtausendwende, als Photoshop noch richtig Arbeit gewesen ist. Trotzdem war „Glätten“ auch damals schon der einfachere Weg.

    Aber was soll’s. Frauen sind doch so toll in Informatik. Die haben sie doch erfunden. Mädels. Programmiert halt was besseres und heult nicht rum.

    • „um einem Kollegen seine geschwollene Herpes-Lippe vom Firmen-Foto wegzuretuschieren (der Scheiß-Katalog musste in den Druck), ohne dass die Lippe am Ende komplett aufgeplustert gewesen ist. Das war noch deutlich vor der Jahrtausendwende, als Photoshop noch richtig Arbeit gewesen ist.“

      Ja, heutzutage ist das einfach, das Mittel der Wahl: der Kopierpinsel. Glätten funktionierte bei mir nie besonders gut.

      Wahnsinn, was man mit Fotos alles machen kann.

      In einer verspielten Minute habe ich auf einem Mutter-Tochter-Bild mit meiner Frau einen Faceswap gemacht. Darüber kringeln sie sich heute noch 🙂

      • Kopierpinsel gab’s damals schon auch. Aber Beleuchtung und Schattenwurf waren schwierig. Man konnte nicht einfach den linken Teil spiegeln und nach rechts kopieren. Zudem war der Kopf leicht zur Seite gedreht … und ich damals noch in der Ausbildung … Ist am Ende dann doch recht vernünftig geworden.

  14. Ich hab mir noch ein paar andere Reaktionsvideos auf YouTube angeschaut zwischenzeitlich, absolut jede Frau – wie auch immer sie sich zu der App selbst positioniert – scheint zu betonen, dass das schlicht nicht funktioniert. Immerhin.

      • Finde ich nicht so. Die rechts wirkt auf mich wie „Hätätätätäää … und Frau Müller hat schon wiiieder eine neue Dauerwelle“, die links hingegen wirkt auf mich eher wie „So. Drittes Sixpack ist fast leer. Was stellen wir danach an?“ – Keine Ahnung, wer das ist (siehe unten) – aber (jedenfalls dem Gesichtsausdruck nach) könnte ich die mögen.

  15. Pingback: Net Sex Value – Lollipops for equality

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