Forschungsprojekt „KRisE der Geschlechter-VERhältnisSE? Anti-Feminismus als Krisenphänomen mit gesellschaftsspaltendem Potenzial“ (REVERSE)

Die Uni Marburg erhält knapp eine Million für die Erforschung von Antifeminismus. Aus einer Pressemitteilung:

Das Zentrum für Gender Studies und feministische Zukunftsforschung der Philipps-Universität Marburg erhält knapp eine Million Euro vom Bundesministerium für Bildung und Forschung für das Projekt REVERSE. Ziel ist die Erforschung anti-feministischer Diskurse in Deutschland, die Forscherinnen und Forscher als Gefährdung für die Demokratie einschätzen.

„In politischen und medialen Debatten wird die Modernisierung der Geschlechterverhältnisse häufig als Krise dargestellt“, sagt Prof. Dr. Annette Henninger, die das Projekt REVERSE leitet. „Oftmals ist von einem regelrechten ‚Gender-Wahn‘ die Rede, der Menschen in ihren Werten und ihrer Mündigkeit angreife. So wird beispielsweise gendergerechte Sprache als ‚Kulturfrevel‘ bezeichnet, und Gender Studies werden als unwissenschaftliche Ideologie gesehen.“ Gegen staatliche Gleichstellungspolitiken, Genderforschung und die gesellschaftspolitische Liberalisierung der Geschlechterverhältnisse formiere sich aktuell politische Kritik von rechts, die teils auch im konservativen oder liberalen Lager auf Zustimmung stoße. „Zwar adressieren diese Diskurse durchaus brisante Fragen in Bezug auf die gesellschaftliche Neuverhandlung der Geschlechterverhältnisse“, sagt Henninger. „Die Art und Weise, wie diese Themen verhandelt werden, bedroht zugleich aber auch den gesellschaftlichen Zusammenhalt.“ Fragen von Geschlechterpolitik und geschlechtlicher beziehungsweise sexueller Identität seien verstärkt ideologisch aufgeladen und bisherige Errungenschaften würden zum Teil sehr aggressiv in Frage gestellt. Neu sei auch, dass Geschlechterforscherinnen und -forscher zunehmend mit persönlichen Drohungen konfrontiert seien. „Anti-Feminismus spaltet die Gesellschaft. Das gefährdet die Akzeptanz von Pluralität und damit verbunden auch die Werte einer Demokratie.“

Im Projekt REVERSE („Krise der Geschlechterverhältnisse? Anti-Feminismus als Krisenphänomen mit gesellschaftsspaltendem Potenzial“) soll diese Entwicklung innerhalb der zweijährigen Projektlaufzeit genauer analysiert werden. An dem interdisziplinären Forschungsprojekt sind die Fächer Politikwissenschaft, Psychologie, Kultur- und Sozialanthropologie, Europäische Ethnologie sowie die Erziehungswissenschaft beteiligt. Im Rahmen des Projekts werden Fallstudien zu Anti-Feminismus in der Wissenschaft, zur Debatte um „Frühsexualisierung“, zur Ethnisierung von Sexismus sowie zu Diskursen über Mutterschaft durchgeführt. Das Ziel: Die verschiedenen Dimensionen des Anti-Feminismus auszudifferenzieren und Handlungsempfehlungen zu entwickeln. „Damit leisten wir einen wichtigen Beitrag zur empirischen Analyse anti-feministischer Bewegungen und Diskurse in Deutschland – bisher eine Forschungslücke. Wir möchten Erkenntnisse darüber gewinnen, was genau am Wandel der Geschlechterverhältnisse als krisenhaft empfunden wird, wie anti-feministische Diskurse vor diesem Hintergrund mobilisierend wirken und wie der gesellschaftliche Zusammenhalt wieder gestärkt werden kann“, sagt Henninger. Für das Vorhaben erhält das Zentrum für Gender Studies und feministische Zukunftsforschung der Philipps-Universität Marburg über 975.000 Euro vom Bundesministerium für Bildung und Forschung. Prof. Dr. Henninger und ihr Team haben Anfang Oktober ihre Forschungsarbeit aufgenommen.

Seit 2001 verfügt die Philipps-Universität Marburg über ein Zentrum für Gender Studies und feministische Zukunftsforschung (ZGS), das interdisziplinäre Lehr- und Forschungsaktivitäten im Bereich der Geschlechterforschung bündelt und an verschiedenen Forschungsarbeiten zum Wandel der Geschlechterverhältnisse beteiligt ist. Dazu gehören unter anderem Projekte zu Arbeits- und Sozialpolitik und zur Demokratieentwicklung, z.B. das Projekt „Rechtsextremismus und Gender: politische Sozialisation und Radikalisierungsprozesse im ländlichen Raum. Eine Fallstudie“. Auch Studien zur Repräsentation der Geschlechterverhältnisse in Medien, Kunst und Kultur, zu Religion und Geschlecht und zu Fragen von Körper, Identität und Gesundheit werden am Zentrum durchgeführt.

Und von der Uni-Seite:

Angesichts des Wandels der Geschlechterverhältnisse formiert sich in Deutschland ein breites Spektrum gegen staatliche Gleichstellungspolitiken, Genderforschung und die weitere Liberalisierung der Geschlechterverhältnisse. Der Diskurs über den sogenannten ‚Gender-Wahn’ wird zum Teil sehr polemisch geführt. Dies trägt nicht zur sachlichen Auseinandersetzung über Geschlechterpolitik und geschlechtliche bzw. sexuelle Identität bei und bedroht die Akzeptanz von Pluralität als normativen Grundpfeiler einer demokratischen Ordnung.

Das Forschungsvorhaben REVERSE will die anti-feministische Diskursproduktion, ebenso wie deren Akteurs- und Adressat_innen-Gruppen untersuchen. Dabei liegt ein Fokus auf der (De-)Thematisierung sozialer Fragen. Zugleich werden Anrufungen von (Handlungs- und Meinungs-)Freiheit sowie deren Verknüpfung zum subjektiven Erleben rekonstruiert. Fünf Fallstudien erlauben die vertiefende Betrachtung unterschiedlicher Diskursfelder, deren Querverbindungen ebenfalls in den Blick gebracht werden sollen. Das ermöglicht eine genauere Analyse des Phänomens Anti-Feminismus:


Fallstudie 1, Migrationsgesellschaft: Ethnisierung der Geschlechterverhältnisse

Fallstudie 2, Wissenschaft: Anti-‚genderistische‘ Argumentationen in akademischen Kontexten

Fallstudie 3, Sexualpädagogik: Der Kampf um sexuelle Bildung als Krisensymptom

Fallstudie 4, Elternberatung: Mutterschaft als Krisenarena

Fallstudie 5, Fallstudie zur ‚Ehe für alle‘

Gerade die zweite Fallstudie ist hier natürlich interessant:

Wissenschaft: Anti-‚genderistische‘ Argumentationen in akademischen Kontexten

Die Fallstudie analysiert die im akademischen Diskurs an Gender Studies, Gender Mainstreaming und der Infragestellung heteronormativer Zweigeschlechtlichkeit geäußerte Kritik. Antifeministische Argumentationen im Wissenschaftsbereich wurden bislang noch nicht untersucht, obwohl sie zur Erforschung gesellschaftsspaltender Potenziale höchst relevant sind, da die wissenschaftliche Diskursebene in Alltagsdiskursen im Sinne einer „Superstruktur“ als Letztbegründungsinstanz mit hoher Autorität fungieren. Anti-feministische Argumentationen werden nicht nur durch Evolutionsbiolog*innen oder Neurowissenschaftler*innen vorgebracht, sondern auch von Soziolog*innen oder Vertreter*innen anderer Fachrichtungen. Gender Studies werden dabei als Ideologie oder quasi-religiöse Strömung diffamiert und den Forscher*innen Wissenschaftlichkeit und somit die Zugehörigkeit zur Scientific Community abgesprochen. Gleichzeitig finden Gegenmobilisierungen statt, z.B. durch die Sektion Frauen- und Geschlechterforschung der Deutschen Gesellschaft für Soziologie und Netzwerke zur Unterstützung angegriffener Personen.

Leitung: Dr. Marion Näser-Lather (marion.naeser@staff.uni-marburg.de)

Eigentlich ein interessantes Thema, wenn man es nicht so ideologisch, sondern wissenschaftlich angehen würde. Hier wird bereits durch die Angaben wie „diffamiert“ deutlich gemacht, dass das Ergebnis der Prüfung bereits feststeht.

Von Marion Näser -Läther dürfte das nicht zu erwarten sein, sie wird wahrscheinlich ihren bisherigen Vortrag zu dem Thema noch mal etwas aufbessern und das war es.

Ich habe bereits früh dafür geworben, die Forschung zu unterstützen:

Ich befürchte allerdings, dass sie dort nicht auf diese Kritik eingehen werden

51 Gedanken zu “Forschungsprojekt „KRisE der Geschlechter-VERhältnisSE? Anti-Feminismus als Krisenphänomen mit gesellschaftsspaltendem Potenzial“ (REVERSE)

    • Einer der Gründe warum ich Leute, die Steuern hinterziehen, dies nicht wirklich übel nehmen kann. Man zahlt in Deutschland Steuern ohne Ende und der Staat schachert Millionen um Millionen irgendwelchen „zivilgesellschaftlichen Gruppen“ zu.

  1. Da möchte ich meinen Kommentar von Samstag noch mal recyclen:

    Es lohnt sich immer, für Gendertexte den Bullshit-Index mit dem Blablameter zu messen:
    Hier die Werte für die Fallstudien des Projektes REVERSE
    https://www.uni-marburg.de/genderzukunft/forschung/REVERSE

    Fallstudie Geschlechterpolitik: Akteur*innen und Adressat*innen von Liberalisierungsdiskursen und Gegendiskursen
    0,60

    Wissenschaft: Anti-‚genderistische‘ Argumentationen in akademischen Kontexten
    0,89

    Sexualpädagogik: Der Kampf um sexuelle Bildung als Krisensymptom
    0,95

    Elternberatung: Mutterschaft als Krisenarena
    1,01
    “Glückwunsch, Ihnen ist es tatsächlich gelungen, unsere Bullshit-Skala von 0 – 1 zu sprengen! Diesen Text tut sich ein Leser wohl nicht freiwillig an, aber uns haben Sie beeindruckt.”

    Migrationsgesellschaft: Ethnisierung der Geschlechterverhältnisse. Figurationen des Anti-Feminismus nach Köln
    0,73

    Da wird für 1 Million so viel heiße Luft produziert, dass die aktuellen Klimaziele niemals erreicht werden können.

  2. „..spaltet die Gesellschaft“

    „..als Gefährdung für die Demokratie einschätzen.“

    „..bedroht die Akzeptanz von Pluralität als normativen Grundpfeiler einer demokratischen Ordnung“

    „..gefährdet die Akzeptanz von Pluralität und damit verbunden auch die Werte einer Demokratie“

    Neostalinism at work.

    Moralische Panik (aus englisch moral panic) bezeichnet ein Phänomen, bei dem eine soziale Gruppe oder Kategorie aufgrund ihres Verhaltens von der breiten Öffentlichkeit als Gefahr für die moralische Ordnung der Gesellschaft gekennzeichnet wird. Ziel des öffentlichen Aufruhrs ist die Unterbindung des als Bedrohung empfundenen Verhaltens auf langfristige Sicht. Die dabei entstehende öffentliche Dynamik wird durch eine sensationsfokussierte Medienberichterstattung und privat organisierte Initiativen begleitet. Häufig handelt es sich dabei um Problematiken wie Kindesmissbrauch, Drogenmissbrauch oder Jugendkriminalität. Letztendlich führt die moralische Panik zu einer Verstärkung der sozialen Kontrolle und der Verringerung der Wahrscheinlichkeit für einen normativen Wertewandel.[1] Der Begriff ist von dem der Massenhysterie abzugrenzen, die nicht der sozialen Kontrolle gilt.

    https://de.wikipedia.org/wiki/Moralische_Panik

    • ..bedroht die Akzeptanz von Pluralität als normativen Grundpfeiler einer demokratischen Ordnung

      Sagen die Gendersektierer, die Meinungspluralität im Keim ersticken würden, wenn sie es denn könnten. Deren Pluralität ist eine Ansammlung von Leuten, die sich in ihrer Herkunft, in ihrer Hautfarbe und ihrer sexueller Orientierung unterscheiden, aber alle die gleiche Meinung haben.

    • Was soll man auch machen, wenn man Frauen in Positionen bekommen will. Von selber studieren sie nichts Sinnvolles, so hat der Staat sich dann irgendwann entschieden, quasi ABM-Jobs in der Genderbranche für faktisch nutzlose Frauen zu schaffen. Und so werden hier halt ständig Programme aufgemacht und Millionenbeträge zur Verfügung gestellt, damit die Frauen glauben können, sie würden irgendetwas Wichtiges machen. Eigentlich ist es nichts anderes als die übliche Querfinanzierung von Männern auf Frauen, nur dass es jetzt nicht mehr der Ehemann ist, sondern Papa Staat, der die Steuern im Wesentlichen von Männern erwirtschaftet, um die Frauen damit zu pampern.

      • Ja, im Prinzip ist es schon lustig. Frauen beweisen sich hier einmal mehr als volkswirtschaftliche Kostgänger.

        Sie könnten ja auch mal selber den Arsch hochbekommen, Naturwissenschaften studieren, Erfindungen machen, eigene Unternehmen gründen, sich am Markt behaupten. Aber nein, das ist dann doch zu unweiblich und anstrengend…

        Die ganze Frauenförderung ist verschwendetes Geld.

      • Wenn der Staat unbedingt Geld für Frauen ausgeben will, soll er doch Mutterschaft fördern. Ich wette der Zufriedenheit von Frauen wäre das nur zuträglich. Und beide Geschlechter könnten sich dann wieder auf das konzentrieren, was sie am Besten können.

        • Es ist doch grotesk: Der Staat fördert auf Teufel komm raus Studium und Arbeit für Frauen während der fruchtbarsten Phase ihres Daseins. Das wäre ja nun noch nicht so schlimm, wenn Frauen den Job ebenso gut machen würden wie Männer.
          Aber Pustekuchen. Entweder sie studieren staatlich geförderten Blödsinn, der keinen volkswirtschaftlichen Mehrwert generiert, oder sie arbeiten halbtags in Jobs, die jeder Mann effektiv ebenso gut Vollzeit ausführen könnte.
          Und wenn sie dann doch endlich soweit sind, dass sie volks- und betriebswirtschaftlich sinnvoll verwendet werden könnten, geraten Frauen ob ihres fortgeschrittenen Alters in Panik und setzen aus, um ihr eines Kind zu gebähren und zu versorgen.
          Und gleichzeitig sind Frauen so unzufrieden mit ihrem Leben wie nie zuvor.
          Demokrafsch, volkswirtschaftlich und gesellschaftlich vollkommener Humbug.

      • „Und so werden hier halt ständig Programme aufgemacht und Millionenbeträge zur Verfügung gestellt, damit die Frauen glauben können, sie würden irgendetwas Wichtiges machen.“

        Also praktisch sowas wie das Jodeldiplom von Loriot.

        Von der intellektuellen Tiefe ist das ja auch nicht so weit weg von „holeri dudödeldu“.

        • >>> Von der intellektuellen Tiefe ist das ja auch
          >>> nicht so weit weg von „holeri dudödeldu“.

          Da Kunst und Musik tatsächlich auch so typische Frauenstudiengänge sind, die am Markt vorbei produzieren und eigentlich mehr ein privates Hobby darstellen, ist der Vergleich in der Tat passend. Und falls jemand sagen sollte, dass Kunst und Kultur auch wesentliche Bestandteile einer Gesamtgesellschaft sind bzw. auch eine größere Wirtschaft nach sich zieht, dann mag das vielleicht grundsätzlich stimmen, doch braucht man dafür halt kein Studium. Und neue Stilrichtungen oder besondere Leistungen auf diesem Gebiet werden auch hier in der Regel wieder von Männern erschaffen (und das oft nicht studiert haben). Wie oft hört man von Künstlern, dass sie nicht einmal richtig Noten lesen könnten.

      • In der DDR gab es um die Vollbeschäftigung zu sichern – angeblich – zwei Pförtner: 1 zum Aufmachen und 1 zum Zumachen
        Bei der englischen Eisenbahn fuhren – gesichert – auf den ersten elektrischen Lokomotiven auf Druck der Gewerkschaften noch Heizer mit.
        Bei uns schafft man Gender-Posten.

  3. Was mich daran am meisten stört ist, dass die ganz offen politische Agitation in den Hochschulen betreiben. Die verstecken das nicht einmal mehr. Aber niemanden scheint es zu stören.

    Ich komme aus der DDR. Bei uns war es mal üblich, dass man Fördergelder besonders gerne dann bekommen hat, wenn man in der Forschung die Überlegenheit des Marxismus-Leninismus angepriesen hat. Eigentlich haben wir mal versucht, das abzuschaffen. Konnte aber auch niemand ahnnen, dass der gleiche Bullshit 25 Jahre später wieder zurück kommt, diesmal aus dem Westen. Wir Ossis waren auch zu gutgläubig und dachten, im Westen gäbe es sowas nicht…

    • „Wir Ossis waren auch zu gutgläubig und dachten, im Westen gäbe es sowas nicht…“

      Es ist m.E. ungeklärt, wie viel dieser DDR- und Stasi-Mentalität mit euch Ossis in den Westen geschwappt ist. Man könnte vermutlich mit gleicher Berechtigung sagen: „Wir Wessis waren auch zu gutgläubig und dachten, da kommen nur nette und unbedenkliche Leute in den Westen“

      • Na ja, wenn der Trend zur politisch korrekten Zensur nur von Kahane und co. kommen würde, könnte man auf die Idee kommen. Allerdings sind die Ursprungsherde dieses Trendes ja die amerikanischen Universitäten. Und da gibt es vergleichsweise wenige Ossis.

        • „Und da gibt es vergleichsweise wenige Ossis.“
          Das ist richtig.
          Dann wiederum stellt sich die Frage, wer hier besonders fruchtbaren Boden für diese Ideen abgibt?

          • Den Ossis wurde der Sozialismus nach dem Krieg ja aufgezwungen. Gegründet wurde das System eigentlich in Russland. Wär mal interessant, welche Bedingen herrschen müssen, damit sich eine solche Ideologie Bahn bricht.

          • „Dann wiederum stellt sich die Frage, wer hier besonders fruchtbaren Boden für diese Ideen abgibt?“

            In Skandinavischen Ländern ist der boden ja noch viel fruchtbarer. Aber zB auch in UK.

            Hier zu Lande gibt es da zwei Anlaufstellen, wo ich zuerst anfangen würde:

            1 SPD
            2 Grüne

            Und praktisch das ganze Gesocks, dass sich in Laberfächern bequem gemacht hat.

          • @mindph @Adrian

            Ich denke, es zeichnet alle Ex-Ossis aus, dass sie besonders sensible gegenüber einer Herrschaftsideologie und deren Zumutungen sind.
            Ungeachtet des politischen Systems, das dahinter steckt.

            Ich tippe z.B. auf die Erfahrung damit, im öffentlichen Raum nur auf eine bestimmte, von oben definierte Art und Weise sprechen zu dürfen.
            Was eine Trennung von privater und öffentlicher Sprache nach sich zieht – während man im offiziellen Raum bemüht ist, möglichst die verordneten Sprachfloskeln und offiziell verkündeten Wahrheiten zu verwenden, gibt es einen privaten Raum, in dem man sagt was ist und wie es wirklich ist.

            Womit der öffentliche Raum sich quasi in ein Raum der „geteilten Lüge/Halbwahrheit“ verwandelt und der gesellschaftliche Diskurs damit verpestet wird. Und man sich die Kenntnis aneignen muss, „zwischen den Zeilen zu lesen“, um aus der offiziellen Propaganda wenigstens ein Quentchen Wahrheit zu destillieren.

            Noch einmal zu dem dusseligen „Kulturmarxismus“ und 1968 ff: Einer der größten Anlässe zur Verwunderung in den USA war, die 68er begannen ihre Karriere an eben den Universitäten als free speech Aktivisten, die heutzutage als die größten Zensoren auftreten.

            Diese „Ironie“, dass 1968 mit den genau *entgegen gesetzten Zielen* zu denen der heutigen Pseudo-Linken gestartet ist, wird C. Paglia nie müde zu betonen.
            Ebenfalls nicht, dass die heutigen Universitäten von einer Bürokratenschicht geleitet werden, die die Fakultäten quasi entmachtet haben.
            Und wie jede Bürokratenschicht tendiert diese dazu, die eigene Wichtigkeit/Nützlichkeit unter Beweis stellen zu müssen und zu wollen.

            In den USA haben sie damit bezahlte Sittsamkeitswächter geschaffen und verwandeln ihr universitäres Klientel in Opfer, *weil sie zugleich* auch die Therapieszene bilden.

            Der Riesenunterschied zu 1968 ff. ist, die Studenten und Studentinnen haben sich damals gegen eine solche Bevormundung und Unmündigkeit gewehrt, die heutigen hingegen FORDERN DAS EIN!
            Das ist das, was mir so zu denken gibt.
            Es kommt nicht allein von oben; die Psyche dieser jungen Menschen ist so strukturiert, als wollten sie die Pubertät nicht verlassen.

            Zugleich finde ich es hochgradig kennzeichnend, ein Sponti-Spruch aus den 70ern der BRD, wie „Lebe wild und gefährlich!“ ist das komplette Gegenteil der Forderung nach „safe spaces“ und der, die Universität zu einem „sicheren Ort“ zu machen, in der schon „micro aggressions“ den öffentlichen Frieden bedrohen.

            Der Gedanke, „Sicherheit“ vor „Freiheit“ zu stellen – damit hat bei uns früher die CDU geworben, wie auch der ganze Sicherheitsdiskurs normalerweise ein konservativer ist.

            Womit ich meine Fassungslosigkeit zum Ausdruck bringen möchte, wie sich das KOMPLETTE GEGENTEIL von dem, was für mich „links“ ist, sich nicht nur hat durchsetzen können, sondern heute als „links“ gilt.
            Das Beispiel C. Paglia zeigt, das immerhin in den USA vereinzelt Linke begreifen, was gerade auf dem Spiel steht und ich hoffe, hier werden immer mehr wach und greifen ein.

    • Was mich daran am meisten stört ist, dass die ganz offen politische Agitation in den Hochschulen betreiben. Die verstecken das nicht einmal mehr. Aber niemanden scheint es zu stören.

      Übel auch die Feigheit der Professoren. Es gibt keinen Widerstand innerhalb der intellektuellen Elite – bis auf ein paar Biologie-Professoren, die man an einer Hand abzählen kann.

  4. Man muss es sich mal durch der Kopf gehen lassen:

    Zentrum für Gender Studies und feministische Zukunftsforschung

    Das ist ein Institut an einer deutschen Universität!
    Wie zu DDR-Zeiten, zu der jede Uni ein Institut für die Staatsdoktrin Marxismus-Leninismus haben musste.

  5. Ich hoffe mit diesem Projekt, dass eigentlich „PERVERS“ heissen müsste, schaufeln sich die Gleichstellungs-Priesterinnen ihr eigenes Grab.
    Ich bin entsetzt über soviel intellektuellen Schwachsinn im Land der „Dichter und Denker“.

    • „Ich bin entsetzt über soviel intellektuellen Schwachsinn im Land der „Dichter und Denker“.“

      Genau das bedeutet eigentlich das mit dem „Land der Dichter und Denker“. Gerne auch ergänzt durch „Richter und Henker“ — und hier bemühen sich die Gender-Ideologen ja bezeichnenderweise auch um die Pole Position! Das tiefste Mittelalter könnte glatt neidisch werden.

  6. Eine antidemokratische und totalitäre irrationale Weltanschauung soll jetzt also über das Wohlergehen der Demokratie wachen!

    „Gender“ läuft politisch auf nichts anderes als Antisemitismus, Rassismus und Sexismus hinaus und auf einen Totalitarismus, der dem Faschismus und Kommunismus als gleichberechtigte Schwester zur Seite treten will. Sowas ist jetzt Leitkultur im „intellektuellen“ – sagen wir lieber antiintellektuellen – Deutschland. Na, dann gute N8, so eine Farce.

  7. „Die Art und Weise, wie diese Themen verhandelt werden, bedroht zugleich aber auch den gesellschaftlichen Zusammenhalt.“

    Bullshit. Da wird gar nichts verhandelt. Gender Mainstreaming ist als „top-down-Implementierung“ konzipiert. Das ist keine Fantasie von mir, sondern offizielle Strategie. Den Menschen soll die Sektiererideologie übergestülpt werden.

    Wer Zeit und Nerven hat, der kann sich mal den Webauftritt des Gender Kompetenzzentrums anschauen (nur noch im „Archiv“, warum, gibt es Dinge zu verbergen?). Da war Susanne Bär, jetzt Richterin am obersten Gericht der BRD, massgeblich beteiligt (Leiterin).

    https://web.archive.org/web/20070812015557/http://www.genderkompetenz.info:80/gendermainstreaming/implementierung/implementierungskonzept/

    Gruselig!

    • „Ist „REVERSE“ tatsächlich ein Akronym von „Krise der Geschlechterverhältnisse“?“

      Nein, ist es offenkundig nicht.
      Aber soll es sein, deswegen wurde da krampfhaft konstruiert. Bei einem vierwortigen (wenn man die Trennung Geschlechter-Verhältnisse berücksichtigt) Begriff ein Akronym aus dem zweiten und vierten Buchstaben des ersten Wortes und aus fünf Buchstaben des vierten Wortes zu bauen ist, ähm, kreativ…

      • Passt gut zu dem auch sonstigen infantilen Gehabe („Feminismus Fuck Yeah!“). Man blubbert nur irgendwas raus, eigentlich geht es mehr um den Klang der Worte.

        Vielleicht meinen die, dass Wissenschaft diese Art von Sprachspielen braucht, um glaubwürdig und authentisch zu sein. Normalerweise würde man darin einen geistigen Verfall sehen.

        Irgendwie kann ich mich Danisch immer mehr anschließen.

      • „… ein Akronym aus dem zweiten und vierten Buchstaben des ersten Wortes und aus fünf Buchstaben des vierten Wortes zu bauen ist, ähm, kreativ…“

        Nu hör aber mal auf!

        Da wird hier in jedem 5. Post gemeckert, Frauen würde die Kreativität fehlen, und wenn sie sie mal entwickeln, ist das auch nicht richtig.

        Man hätte vorhandene Buchstaben auch zu „Reise der Schleicher“, oder „Hirnrisse“ zusammensetzen können – was wesentlich naheliegender war.
        Aber sie haben sich für REVERSE entschieden.
        Also ICH finde das kreativ 😀

  8. Welch eine Überraschung:
    Gendarm.-Forschung äh Genderm.-Forschung dient nicht der Erforschung von Geschlechterverhältnissen, sondern der Erforschung, wie man die eigenen Axiome über Patriarchat etc. verstärken, propagieren, wirkmächtiger machen und mit staatlichem Zwang und staatlicher Knete konkurrenzfrei durchsetzen kann.
    In dem Prozess darf Vieles geschehen, nur niemals die Axiome in Frage gestellt werden, vielmehr zielt diese Forschung darauf ab, diese Axiome samt Schlussfolgerungen rekursiv immer mehr zu verstârken.
    Es ist ganz simple Marketingforschung bzw. Lobbyismusoptimierung.
    Hier mal ein Zitat aus der von Pjotr genannten Seite:

    „Implementierungskonzept – Evaluation/Controlling

    Gute Arbeitsergebnisse erfordern auch eine steuernde Begleitung. Bei der Umsetzung von GM als Querschnittsaufgabe handelt es sich um einen dynamischen Prozess, den es zu beobachten gilt. Die dabei gewonnenen Erkenntnisse, sind laufend in den Prozess einzuspeisen. Im Implementierungskonzept sollte daher auch eine Planung für die Evaluierung bzw. ein Controlling vorgesehen sein. Die gesammelten Erfahrungen können dann dazu genutzt werden, das bestehende Implementierungskonzept zu optimieren.“
    Sic!
    Die vorigen Ergebnisse sollen in laufende Prozesse eingespeist werden.
    In einen Prozess namens GM, der auf unbewiesenen Axiomen beruht, sollen Erkenntnisse eingespeist werden, wie man Axiome durchsetzt, die unbewiesen sind, indem man die Axiome nie wieder überprüft, sondern weiter danach forscht, wie man sie durchsetzt.Also alles, was Angriffsläche für Kritik bieten könnte, aus der eigenen Argumention und Strategie rausfiltert, um die Grundbehauptung zu stützen.
    Natürlich muss dieser Prozess begleitet, evaluiert und kontrolliert weren, damit auf gar keinen Fall herauskommen kann, dass die Axiome sich vielleicht deswegen nicht demokratisch durchsetzen oder gar diskutieren lassen, weil sie falsch sein könnten. Stattdessen braucht man mehr Mittel, um gerade diese Diskussion zu unterbinden.
    Am besten durch neue ergänzende Axiome wie „GM-Kritiker sind Nazis“.
    Man stelle sich mal vor, eine Gruppe geht aufgrund ihres Glaubens davon aus, die Erde sei eine Scheibe, und gründet eine Bewegung mit Top-Down-Ansatz
    namens „Scheibenerdemainstreaming oder SM“ und macht Mittel locker für SM-Forschung, dann ginge obige Absatz so:

    Implementierungskonzept – Evaluation/Controlling

    Gute Arbeitsergebnisse erfordern auch eine steuernde Begleitung. Bei der Umsetzung von Scheibenerdemainstreaming als Querschnittsaufgabe handelt es sich um einen dynamischen Prozess, den es zu beobachten gilt usw.“

    Es muss einfach immer sichergestellt werden, dass die Erde eine Scheibe ist, und wir evaluieren und controllen permanent, dass sich diese Auffassung von oben herab optimal durchsetzt.
    Nehmen wir jetzt mal den REVERSE-Text hinein (Repressive EValuation des ErdrundungsRevanchismus gegen das ErdScheibenmainstreaming):

    „Angesichts des Wandels der geometrischen Planetenverhältnisse formiert sich in Deutschland ein breites Spektrum gegen staatliche Planetengleichstellungspolitiken, Scheibenerdeforschung und die weitere Liberalisierung der geometrischen Planetenverhältnisse. Der Diskurs über den sogenannten ‚Scheibenerde-Wahn’ wird zum Teil sehr polemisch geführt. Dies trägt nicht zur sachlichen Auseinandersetzung über Planetenpolitik und planetare bzw. planetengravitationale Identität bei und bedroht die Akzeptanz von Pluralität als normativen Grundpfeiler einer demokratischen Ordnung.“
    und
    „Damit leisten wir einen wichtigen Beitrag zur empirischen Analyse anti-erdscheibenistischer Bewegungen und Diskurse in Deutschland – bisher eine Forschungslücke. Wir möchten Erkenntnisse darüber gewinnen, was genau am Wandel der geometrischen Planetenverhältnisse als krisenhaft empfunden wird, wie anti-erdscheibenistische Diskurse vor diesem Hintergrund mobilisierend wirken und wie der gesellschaftliche Zusammenhalt wieder gestärkt werden kann“.
    Usw. usf.
    Ich werde dieses Erdscheibenaxiom von jetzt ab immer in Gendarmainstreaming-Texten mit hineinlesen. 😉

    • „Die dabei gewonnenen Erkenntnisse, sind laufend in den Prozess einzuspeisen.“

      In der Technik nennt man das Rückkopplung und die führt selten zu was Gutem.

      Es sei denn, das System, auf das sie angesetzt wird, soll tatsächlich zerstört werden.

  9. Wenn etwas auf erhebliche Kritik stößt und sich diesbezüglich eine Kontroverse entwickelt, welche die Gesellschaft spaltet, liegt das selbstverständlich allein an der Kritik. Demzufolge muss ausschließlich die Kritik untersucht werden, um der Spaltung entgegenzuwirken. Hinsichtlich des Gegenstands der Kritik ist eine Hinterfragung schon aus Prinzip in keiner Weise geboten.
    So läuft das eben heutzutage in bestimmten Bereichen. Dass der Steuerzahler nicht nur die gegenständliche umstrittene Sache, sondern zusätzlich auch noch die Bekämpfung der Kritik hieran zahlen darf, zeigt das Funktionieren unserer Demokratie. Oder so…

  10. Pingback: Email an Frau Näser-Lather von Reverse | Alles Evolution

  11. @Christian

    Solltest Du überhaupt eine Antwort kriegen, dann vermutlich die folgende: Sie bedankt sich höflich an Deinem Interesse für das Forschungsprojekt und Sie hat mit Interesse Deine E-Mail gelesen. Sie meint jedoch, dass Du sicherlich Verständnis dafür hast, dass Sie aus Gründen der Arbeitsbelastung keine Zeit dafür aufbringen kann, sich mit Dir über diese Thematik auseinanderzusetzen. 🙂

    • @Mark

      Ich würde es ja witzig finden, wenn ihr, Arne und andere Blogs auch ihre freundliche UNterstützung anbieten würden und ihnen ein paar Hinweise schicken, dann können sie später wenigstens nicht sagen, dass sie es nicht gewußt haben und man kann gut dokumentieren, dass der Staat da eine Million für nichts gezahlt hat

  12. „Sie meint jedoch, dass Du sicherlich Verständnis dafür hast, dass Sie aus Gründen der Arbeitsbelastung keine Zeit dafür aufbringen kann, sich mit Dir über diese Thematik auseinanderzusetzen.“

    Wobei man sich in dem Falle fragen müsste, wofür sie denn dann die Mio. Steuergelder eingestrichen hat.

  13. Pingback: Geld und Gender – Die Marburger Millionenstudie | man tau

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.