„Ein Ministerium für Frauen behindert die Gleichstellung“

Larissa Holzki schreibt in der Süddeutschen:

Wer immer in der künftigen Regierung den höchsten Posten im Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend zugesprochen bekommt, sollte als Erstes das Wort „Frauen“ aus dessen Namen streichen. Damit wäre keinesfalls gesagt, dass die Chancengleichheit von Frauen und Männern nunmehr realisiert ist: Das Zeitalter der Gleichstellung könnte überhaupt erst anfangen.

Wer Frauen in einer Reihe nennt mit Kindern, Jugendlichen und Senioren, stellt ihre Autonomie in Frage. Bis zum Alter von 18 Jahren dürfen Menschen in Deutschland nicht wählen, weil ihnen nicht zugetraut wird, ihre Interessen wahrzunehmen. Sie dürfen ohne die Zustimmung ihrer Eltern auch keinen Arbeitsvertrag abschließen und ihren Wohnort nicht selbst bestimmen. Deshalb muss jemand für ihre Rechte einstehen. Ältere Menschen verlieren zwar ihre Recht auf Teilhabe nicht, können sie bedingt durch Altersschwäche oder Demenz jedoch in vielen Fällen nur noch bedingt selbst wahrnehmen. Weil stützende familiäre Netzwerke heute keine Selbstverständlichkeit mehr sind, muss sich mehr denn je jemand dafür einsetzen, dass sie nicht vereinsamen und in der digitalisierten Welt unsichtbar werden.

Für die ansonsten eher im Opferfeminismus zuhause seiende Süddeutsche schon ein erstaunlicher Artikel.

Frauen in Deutschland sind hingegen selbstbestimmt und mächtig wie nie zuvor. Dass mal ein Mann das Kanzleramt geführt hat, daran können sich Abiturienten von heute kaum erinnern. Barrieren auf dem Arbeitsmarkt werden nicht zuletzt durch gesellschaftliche und wirtschaftliche Entwicklungen durchbrochen: Bedingt durch den demographischen Wandel können Unternehmen auf Frauen schon jetzt nicht mehr verzichten; Aber der globale Wettbewerb verbessert die Chancen von Frauen noch mehr: Wenn Kreativität und Talent gleich verteilt sind – zwischen Geschlechtern und Nationen, dann muss ein kleineres Land wie Deutschland bald in Geburtsvorbereitungskursen Führungskräfte rekrutieren, um mit der Konkurrenz aus China, Indien und Russland mithalten zu können. Unternehmensberatungen sprechen schon jetzt von einem „War for Talents“ – auch und vor allem um Frauen, die bisher gezwungen oder aber gewillt waren, Familienarbeit zu leisten.

Frauen können die Bedingungen auf dem Arbeitsmarkt also mehr und mehr diktieren, egal ob es um Bezahlung, Arbeitszeiten oder Kinderbetreuung geht.

„Frauen haben die Macht“ und „Frauen können die Bedingungen diktieren“. Die männlichen Feministen wie Dörr werden spätestens hier in Schnappatmung verfallen und sich sicherheitshalber selbst geißeln, irgendwie sind sie sicherlich auch schuld, dass so etwas in der Zeitung geschrieben werden darf

Das zu erkennen, wird ihnen jedoch schwer gemacht. Zum Beispiel weil Konzerne behaupten dürfen, es gäbe nicht genug qualifizierte Frauen, um Führungsgremien paritätisch zu besetzen. Das verdreht die Tatsachen und schadet dem Selbstbewusstsein des ganzen Geschlechts. Viele Frauen zweifeln deshalb selbst an ihrer Eignung und streben höhere Positionen erst gar nicht an.

Und da sind wir dann wieder beim internalisierten Sexismus. Die Frau könnte alles haben, wenn sie nur an sich selbst glauben würden.

Das mangelnde Selbstvertrauen hat aber auch mit dem Namen des Ministeriums für „Frauen und Gedöns“ (Altkanzler Schröder) zu tun. Denn ein Schulkind, das lernt, dass es ein Frauenministerium gibt, verinnerlicht: Jungs können für sich selbst sorgen, um Mädchen muss sich jemand kümmern. Ein solches Rollenbild lässt Frauenquoten aussehen wie Hilfsprojekte.

Auch ein interessanter Ansatz, der aber dann eigentlich weiter gedacht werden müsste: Wenn Frauen Förderung brauchen, wenn ihnen immer wieder erzählt wird, dass alle Männer sie unterdrücken, wenn es einen Feminismus gibt, dann lernen Frauen, dass sich jemand um sie kümmern muss. Gerade dann, wenn dieser immer wieder die Opferrolle betont. Der männliche Feminist als Retter, der Mann, der sich ändern muss, damit es der Frau besser geht, das alles ist höhst passiv. Einen wirklich aktiven Feminismus, der also Frauen auffordert, dass sie etwas verändern, weil nur sie die Veränderung bewirken können und bei dem sie sich in Konkurrenz mit den Männern durchsetzen müssen und nicht darauf hoffen können, dass man für sie Sonderregelungen einführt, gibt es nicht.

Oder die Kinder nehmen den Frauenminister eher als Vertreter wahr. Dann prägt sich viel mehr ein, dass Frauen jemanden brauchen, der für sie spricht. Es ist gruselig, wenn für diese Aufgabe ein Mann ausgewählt wird. Es wird aber kaum besser, wenn eine Frau alle anderen repräsentiert.

Diese Überbewertung solcher einfachen Punkte finde ich ja immer wieder erstaunlich. Als ob alles an der Person hängen würde. Als ob Leute nicht einen Schritt weiter denken und dieses einfache Bild des Mannes oder eben der Frau im Frauenministerium ihnen ausreicht, damit sie in absolute Hilflosigkeit und Passivität verfallen. Dekonstruktive Sozialkonstruktivisten haben da häufig ein sehr sehr einfaches Bild, quasi eine stark vereinfachte Black Box, in der nicht tausende von Vorlieben, Wünschen, Planungen zum Leben, Fertigkeiten, Reaktionen anderer etc eingehen, sondern schlicht ein Bild einer Frauenministerin, das den Schalter auf Passivität umlegt.

Was für eine ungeheuerliche Reduzierung! Die Landwirte haben einen Minister, die Soldaten haben einen Minister und die Frauen eben auch. Als wären sie eine gesellschaftliche Gruppe mit besonderen Bedürfnissen. Etwa die Hälfte der Gesellschaft ist weiblich. Wer an einem Ministerium für Frauen festhält, der sorgt dafür, dass Männer die Norm bleiben.

Herrlicher Satz. Mal wieder ein Beleg, dass alles sexistisch sein kann, eine Sonderbehandlung, aber auch eine Gleichbehandlung. Ein durchaus richtiger Gedanken: Frauen sind keine Minderheit. Aber dann wieder in etwas eingebettet, was sozialkonstruktivistisch ist und eine Unterdrückung herbeiredet. Hört auf Frauen zu unterdrücken, indem ihr sie fördert, als wären sie förderungsbedürftig!

Das Argument, Frauen bräuchten trotz alledem Schutz, weil sie schwanger werden könnten, häufiger mit dem Kind alleingelassen und von Arbeitgebern schon prophylaktisch gemieden würden, darf nicht gelten. Diese Denkweise versucht immer nur eine Benachteiligung auszugleichen, die sie selbst verursacht, weil sie alle Herausforderungen von Schwangerschaft bis Erziehungsverantwortung bei der Frau verortet – auch wenn sie diese davon entlasten will. In einem Gesellschaftsmodell, in dem die Kinder von wenigen Bürgern die Renten von allen bezahlen müssen, muss aber radikal umgedacht werden: Dass Kinder geboren werden und sich gesund entwickeln können, liegt in der Verantwortung von Wirtschaft und Gesellschaft – nicht primär bei den Frauen und der Familie. Fragen der Vereinbarkeit mit der Berufstätigkeit wären deshalb beim Arbeitsministerium besser aufgehoben – sie betreffen Arbeitgeber ebenso wie Arbeitnehmer.

Die Frau hat eben den Nachteil, dass sie diejenige ist, die schwanger wird und den Kosten damit wesentlich schlechter entfliehen kann. Wobei das eben auch eine Frage der gesellschaftlichen Normen ist: In Frankreich sind die Unterbrechungen wegen Schwangerschaft deutlich kürzer.

Frauen aber brauchen nicht eine Ministerin oder einen Minister, sondern ein gesamtes Kabinett – genau wie die Männer. Für die Gleichstellung müssen alle Ministerien gemeinsam eintreten, ob Arbeit, Wirtschaft, Justiz oder Verteidigung. Solange es aber einen Regierungsvertreter gibt, der ganz explizit damit betraut ist, wird das nicht geschehen, weil alle auf das Bundesministerium für Familie, Jugend, Frauen und Senioren verweisen können.

Ihre Argumentation scheint zu sein: Frauen brauchen Förderung (sie will ja Gleichstellung), aber man darf kein spezielles Dezernat dafür einrichten, sondern muss in allen Dezernaten eben diese Förderung mitdenken. Allerdings dürfte das in der Praxis wohl heißen, dass es spezielle Mitarbeiterinnen dafür gibt, die das im Auge behalten, denn zum einen werden die entsprechenden Feministinnen ihre Posten behalten wollen und zum anderen will der Feminismus ansonsten ja gerade die Opferrolle haben. Es könnte ein vernünftiger Ansatz sein, wenn es nicht schlicht zu Unterabteilungen führt, die dann nur einfach aus der Sicht sind. Denn sonst wäre ja auch ihr Ansatz nach hinten losgegangen: Man hätte kein Frauenministerium mehr, aber Frauenabteilungen in jedem Ministerium, was dann den Frauen nach ihrem obigen Ansatz ja noch mehr das Gefühl geben müsste Opfer zu sein.

Das Frauenministerium hat eine Feigenblattfunktion. Anders lässt es sich nicht erklären, dass das Arbeitsministerium unter seinen Themen auf der Internetseite das Thema Gleichstellung nicht mal nennt. Wenn Gleichstellung erreichbar werden soll, darf es im nächsten Kabinett keinen Frauenminister mehr geben.

Sie will also anscheinend schlicht mehr Frauenförderung, in jedem Bereich, aber dezentraler, damit die Frauen es nicht merken und sich deswegen nicht als Opfer fühlen.

65 Gedanken zu “„Ein Ministerium für Frauen behindert die Gleichstellung“

  1. Die gleiche Frage wie gestern an die Mitleser mit besserem Quellenarchiv: Gibt es eine Feministin irgendwo in Deutschland, die den Unterschied zwischen „Gleichstellung“ und „Gleichberechtigung“ verstanden hat?

    „Damit wäre keinesfalls gesagt, dass die Chancengleichheit von Frauen und Männern nunmehr realisiert ist: Das Zeitalter der Gleichstellung könnte überhaupt erst anfangen.“
    Ja, was denn nu?
    A oder sein Gegenteil B?

      • Wenn das die gedankliche Basis ist: a) Das Maß an Gleichstellung ist das beste Anzeigeinstrument für das erreichte Maß an Gleichberechtigung und b) Der beste Weg, ein höheres Maß an Gleichberechtigung zu erreichen besteht darin, irgendein Feld der Ungleichstellung herauszupicken und hier mit social engineering für eine Gleichstellung zu sorgen…

        Ist irgendeine Feministin je auf den Gedanken gekommen, dass man dann Gleichberechtigung noch besser dadurch erzielen könnte, dass man mehr Männer vom Selbstmord abhält, als dadurch, dass mehr (eh schon privilegierte (->Intersektionalität)) Frauen auf Aufsichtsratsposten rutschen?

    • @only_me

      Die zentrale Aufgabe der feministischen Sprachmanipulation ist selbstverständlich, die *Ergebnisgleichheit* für Frauen = *Gleichstellung* als Normalbegriff durchzusetzen.
      Es soll damit diktiert werden, Chancengleichheit = *Gleichberechtigung* sei niemals das Ziel des Grundgesetzes gewesen, sondern die „tatsächliche“ Bedeutung der „tatsächlichen“ Chancengleichheit sei erst erreicht, wenn „outcome“ egal welcher Maßnahme, welcher personellen Besetzung eines Gremiums, einer Institution – welcher Ressourcenverteilung also auch immer – generell dem biologischen Dasein der Frauen in der Bevölkerung entspricht.
      Dieses Ziel als das gemeinte „tatsächlich“ zu verkaufen, ist das Ziel der feministischen Kampagne – also eine Gehirnwäsche.

      Weil Frauen 50% der Bevölkerung stellen, haben sie demnach das *Recht* auf 50% des Ertrags und nicht die *Pflicht*, per Arbeitsleistung diesen Ertrag zu erbringen.
      Das hat ihnen u.a. die Institution der bürgerlichen Ehe vermittelt: Egal was Frauen zum Familieneinkommen beitragen, ihnen steht die Hälfte zu.
      Diese spezifische Sichtweise des bürgerlich-weiblichen Feminismus soll auf die gesamte Gesellschaft ausgedehnt werden.
      Den Vorgang kann man gesellschaftliche „Zwangsheirat“ nennen und zur Rechtfertigung verweist die gute Frau/Feministin auf ihr evolutionär wertvollstes Körperteil:

      „In einem Gesellschaftsmodell, in dem die Kinder von wenigen Bürgern die Renten von allen bezahlen müssen, muss aber radikal umgedacht werden: Dass Kinder geboren werden und sich gesund entwickeln können, liegt in der Verantwortung von Wirtschaft und Gesellschaft“
      und das ist nicht wirklich ihr Gehirn.

      Dass eben diese Gesellschaft die Mittel für Kindergeld, Kinderkrippen, Kindergärten, Schulen und Universitäten, das Ehegattensplitting und die Familienkrankenversicherung, die Anrechnung der Kinderbetreuung auf die Rente usw. usf. erst erwirtschaften muss, um sie so zu verteilen, dass die Sozialisation eines Kindes und Jugendlichen bis zur eigenständigen Einzahlung in die Sozialversicherungssysteme länger dauert als die durchschnittliche Rentenbezugsdauer eines Mannes – was juckt das die bürgerlich-weibliche Feministin?! Siehe Ehe.

      Das Thema Sozialisation wiederum, bei der die alleinige „Erziehungsverantwortung“ Frauen obliegt, lässt es wahrscheinlich sein, der Satz: „Jungs können für sich selbst sorgen, um Mädchen muss sich jemand kümmern.“ habe ein durchaus selbstdienliches Erziehungsziel.
      Denn diese oben genannten Mittel zu erbringen, liegt abstrakt in der Verantwortung von „Wirtschaft und Gesellschaft“, womit konkret der *männliche Teil* von „Wirtschaft und Gesellschaft“ gemeint ist und diese Mittel stehen Frauen per default hälftig zu.
      Man könnte fast meinen, dieses Ziel zu vermitteln gelingt wesentlich besser, wenn es Hänschen früh genug lernt – womit fast der Eindruck entstehen könnte, es gäbe *für Frauen* gute Gründe, „Erziehung“ als Frauenaufgabe zu verstehen…

      Anyway: Daher soll sich nicht nur ein popeliges Ministerium um ihre besonderen Belange kümmern, sondern ALLE. Was auch immer Frau will, HAT eine sogenannte „Querschnittsaufgabe“ aller Ministerien zu sein: „Frauen aber brauchen nicht eine Ministerin oder einen Minister, sondern ein gesamtes Kabinett“.
      Gynozentrismus als Aufgabe der gesamten Gesellschaft, der Politik, des Staates einerseits, aber andererseits nicht so offensichtlich, als wären Frauen „eine gesellschaftliche Gruppe mit besonderen Bedürfnissen.“

      Der offene Gynozentrismus, die Sonderbehandlung und systematische Besserstellung von Frauen soll einerseits als Gemeinschaftsaufgabe verstanden werden, aber nicht so, als wären die Ergebnisse für Frauen Resultat einer Sonderbehandlung und systematischen Besserstellung.
      Sonderbehandlung und systematische Besserstellung von Frauen durch bspw. Quotierung soll also zugleich gesellschaftliches Ziel sein, aber eben so, als hätten Frauen diese verdient.
      Weil es ihnen einfach zusteht (s. Ehe, s. Gehirnwäsche).
      In letzter Instanz: Weil Vagina.

      Der pathologische Feminismus der Neuzeit macht die erbärmliche Herkunft und die vulgären Absichten seiner Ideologie immer klarer, immer deutlicher erkennbar für alle Männer.
      Das macht ihn so spannend; selbst in seinem Zerfall.
      Christiaaaaaaaan! Popcorn!

      Subcomandante crumar

      • @ Crumar:
        „Den Vorgang kann man gesellschaftliche „Zwangsheirat“ nennen“
        Mein Reden seit immer!
        Die moralinübersäuerte Ausdehnung des kirchlich-staatlichen Knebelvertrags der bürgerlichen Ehe auf alles inkl. LSDQX-Dingens, war so ziemlich die saubeknackteste Sozialengeneeringmaßnahme seit 45 ….

        • @Fiete

          Ob es die „saubeknackteste Sozialengeneeringmaßnahme“ war, hängt von der Sichtweise ab.
          Aus männlicher Sicht beknackt, aber m.E. nicht aus weiblicher und auch nicht aus staatlicher Sicht.

          Letzterer bezahlt eben nur im Fall von alleinerziehenden Müttern auch nur annähernd einen kostendeckenden Betrag für die Kinderaufzucht.
          Wobei dies in der Regel ein durchlaufender Posten ist, denn es steht meistens ein Erzeuger zur Verfügung, der dann zur Kasse gebeten wird.
          Oft aber kann der Mann gar nicht zahlen und damit bleibt der Staat auf den realen Kosten sitzen.

          In der Ehe oder einer eheähnlichen Beziehung ist die ökonomische Absicherung von Frau und Kind/Kindern komplett Sache des Mannes und damit ist die Differenz zwischen realen Kosten und staatlicher Subventionierung / Anreizen (bspw. Kindergeld, Ehegattensplitting) höher.
          Dieses Modell zu unterstützen macht also ökonomisch Sinn – aus Sicht des Staates.
          Zumal viele der Subventionen auf das Sozialversicherungssystem abgewälzt werden können und damit auf die (männlichen) Beitragszahler.

          Die feministische Theorie, wonach Ehe quasi eine Zwangskorsett für Frauen ist und als Institution nur geschaffen, um Frauen zu unterdrücken, muss solche „Kleinigkeiten“ natürlich „übersehen“.
          Weil es eben bedeutet, dass die Institution der Ehe schon immer eine *gesellschaftliche* Subvention war, die Frauen *anteilig* zur Verfügung stand.
          KEINE Krankenversicherungs- und Rentenversicherungs- und Pflegeversicherungsbeiträge zu bezahlen, aber dennoch davon zu profitieren ist selbstverständlich ebenfalls eine Subvention.
          Deshalb beschwert sich die gute Frau auch und fordert, Kinder müssten mehr als gesellschaftliche Aufgabe begriffen werden, weil sie EMPFINDET (Feminismus) es wäre bisher nicht so gewesen.
          Und in ihren Augen ist die *gefühlte Wahrheit* einer Frau eben *die* Wahrheit.

          Problematisch wird das Modell, wenn die Legitimation zur Umverteilung nicht mehr zur Verfügung steht, wenn also Ehe nicht mehr der Normalfall ist und Scheidung keine Besonderheit.
          Dann müssen eben „andere“, alternative Modelle zur Subventionierung von „Frau“ her und das Marketing muss sich ändern.

          Das bekommt dann immer absurdere Züge; wie z.B. in Neuseeland einige Jahre zusammen leben automatisch den hälftigen Anspruch auf Haus/Wohnung und Hausrat garantiert.
          Wohlbemerkt: Unverheiratet.
          Und du darfst zwei mal raten, wie sich der Eigentumserwerb nach Geschlecht verhält.
          Oder in Deutschland, wo die Kindererziehung pro Kind automatisch drei Jahren Arbeit für die Rente gleichgestellt wird, aber egal wie das Erziehungsmodell ist, sie werden der Frau zugeschlagen.

          Die gute Frau klingt nicht nur zufällig sich ständig selbst widersprechend, sondern die gesamte Situation führt m.E. notwendig dazu, dass der ganze Schwindel über kurz oder lang auffliegt, weil es immer offensichtlicher wird.

          • Nur der Vollständigkeit halber:
            Ich habe überhaupt nix dagegen, wenn irgendwelche Paare ( welcher erotischen Couleur auch immer ) sich irgendwie verhochzeiten wollen, meinetwegen mit ritueller Schwitzhütte o. Voodoozauberei. Es geht mir logischerweise allein um den Knebelvertrag, den Staat&Kirche da reinkloppen.

            … und nächstes Mal bitte „Erzeuger“ in Anführungszeichen. Ich bin doch kein Brenngasentwickler o. Kartoffelagrarier ….

    • Gleichstellung ist ein absolut missverständlicher Begriff. Männerrechtler tun oft so, als sei der irgendwie fest definiert.

      Man z.B. kann auch sagen: rechtlich gleichgestellt, was soviel wie gleichberechtigt bedeutet.

      Was hat Gleichstellung mit Ergebnisgleichheit zu tun?

      de.wiktionary.org/wiki/Gleichstellung:
      Bedeutungen:
      [1] Gewährung gleicher Rechte

      • „Was hat Gleichstellung mit Ergebnisgleichheit zu tun?“

        Die Bedeutung eines Wortes liegt in seinem Gebrauch.
        Ein typischer Satz ist: „Nur 30% der Bundestagsabgeordneten sind weiblich… wir sind noch längst nicht gleichgestellt.“

        Es geht den „Gleichstellung“sverwendern schon sehr klar um Ergebnisgleichheit.
        Das ein Feminist bei wiktionary die Bedeutungen auch nicht klar auseinanderhält, besagt da wenig.

        • Was für ein Unsinn.

          Das hier ist aber richtig: Die Bedeutung eines Wortes liegt in seinem Gebrauch.

          Wir sehen doch, dass Gleichstellung und Gleichberechtigung ständig synonym gebraucht werden. Statt sich darüber aufzuregen, sollten wir das lieber mal akzeptieren.

          Wer hat eigentlich diese Umdeutung des Worts Gleichstellung in die Welt gesetzt? Das das nur zur Verwirrung führt, war vorauszusehen. Wirklich dumm.

          • Wir sehen doch, dass Gleichstellung und Gleichberechtigung ständig synonym gebraucht werden. Statt sich darüber aufzuregen, sollten wir das lieber mal akzeptieren.

            Nein, das sollten wir nicht. Gleichberechtigung ist die rechtliche Gleichstellung. Die ist längst mehr als erreicht. Frauen werden in rechtlicher Hinsicht nicht benachteiligt, sondern in mancher Hinsicht bevorzugt.
            Die Gleichstellung zielt auf Quoten für einige attraktive Positionen in Politik und Wirtschaft. Die synonyme Verwendung der Begriffe Gleichberechtigung und Gleichstellung ist eine Täuschung, ein Betrug, den man nicht hinnehmen sollte. Spätestens bei der Forderung nach Quoten wird ersichtlich, dass Gleichstellung und Gleichberechtigung nicht nur zwei verschiedene Dinge sind, sondern mehr noch unvereinbar sind. Dass einige Feministentröten das nicht begreifen ändert nichts am Sachverhalt.

          • „Wir sehen doch, dass Gleichstellung und Gleichberechtigung ständig synonym gebraucht werden. Statt sich darüber aufzuregen, sollten wir das lieber mal akzeptieren.“

            Richtig so, „Freiheit ist Sklaverei“ und „Gleichberechtigung ist Gleichstellung“ und die Partei, die Partei hat immer recht!

          • „Wer hat eigentlich diese Umdeutung des Worts Gleichstellung in die Welt gesetzt? Das das nur zur Verwirrung führt, war vorauszusehen. Wirklich dumm.“

            Das war sicher voll beabsichtigt und ist der erfolgreichste Angriff auf die Demokratie und auf die Moderne, den es je gab.

            Die demokratische Moderne beruht auf der Vorstellung, dass alle Menschen gleich sind – vor dem Gesetz. Die „Gleichstellung“ höhlt dieses Fundament der Moderne aus und ersetzt die egalitäre Idee von der Gleichheit und Gleichwertigkeit der Menschen durch eine feudalistische Idee der Ungleichwertigkeit der Menschen (-> Frauen sind der Massstab aller Dinge).

          • Damit wäre keinesfalls gesagt, dass die Chancengleichheit von Frauen und Männern nunmehr realisiert ist: Das Zeitalter der Gleichstellung könnte überhaupt erst anfangen.

            Es ist eigentlich ziemlich klar, dass Frau Holzki Gleichstellung im Sinne von Chancengleichheit meint. Und das ist sprachlich absolut korrekt. Es bringt nichts, sie absichtlich misszuverstehen oder zu behaupten, sie ein falsches Wort benutzen. Es ist eher unsere Definition des Worts, die sprachlich verunglückt ist.

            @Pjotre

            Du meinst, die Verwendung von Gleichstellung im Sinne von Gleichberechtigung sollten wir nicht akzeptieren – um dann gleich darauf anzufügen: „Gleichberechtigung ist die rechtliche Gleichstellung.“ Merkst du nichts? Deutlicher kann man sich wohl kaum widersprechen.

            Du sagst „Gleichstellung zielt auf Quoten“ – das Wort Gleichstellung zielt erstmal auf gar nichts, und es hat auch nicht die Bedeutung: Quote. Mir geht es hier um den korrekten Gebrauch des Worts, nicht um die Frage, ob die damit verbundene Politik korrekt ist. Wir können anderen nicht Ungenauigkeit bei den Begriffen vorwerfen, wenn wir selbst ungenau sind. Ein Gleichstellungsbeauftragter hat z.B. nicht die Aufgabe, Quoten einzuführen.

            @Alex
            Du schreibst: „Die demokratische Moderne beruht auf der Vorstellung, dass alle Menschen gleich sind – vor dem Gesetz. Die „Gleichstellung“ höhlt dieses Fundament der Moderne aus“

            Du gehst offenbar davon aus, dass bereits der Begriff Gleichstellung nicht die Bedeutung von rechtlicher Gleichstellung haben kann. Wie kann man sich so seine Ausdrucksfähigkeit beschränken lassen? Ist ja fast so wie beim Gendersprech.

            Der Begriff Gleichstellung ist in unsern Kreisen irgendwann mal mit einer unsinnigen Bedeutung aufgeladen worden, an die sich kein normaler Mensch hält und die niemand versteht.

            Wir schaffen uns hier völlig unnötige Kommunikationsprobleme.

            @maddes8cht

            DIeser Begriff wurde nicht von Männerrechtlern etabliert, sondern von Feministen.

            Feministen sagen also, dass Gleichstellung und Gleichberechtigung verschiedene Dinge seien? Das wäre mir neu. Quelle?

            Es ist auch nicht sehr effizient, die Quotenpolitik anzugreifen, indem man allgemeinsprachliche Begriffe undefiniert. Damit kann man nichts gewinnen. Es versteht einfach kaum jemand.

          • Du sagst „Gleichstellung zielt auf Quoten“ – das Wort Gleichstellung zielt erstmal auf gar nichts, und es hat auch nicht die Bedeutung: Quote.

            In der Praxis ist es genau das. Gleichstellung ist nicht nur die Gleichheit vor dem Gesetz („Gleichberechtigung“), sondern die Angleichung sämtlicher Lebensverhältnisse (in der Theorie so behauptet), in der Praxis die Forderung nach Quoten gemäss dem Rosinenpickerprinzip.
            Sag doch einem Feministen einfach mal, Gleichstellung sei bereits erreicht, es gäbe keine frauenbenachteiligende Gesetze mehr. Er oder sie wird antworten, dass noch immer die klare Mehrheit der Männer Politik und Wirtschaft beherrschen, dass noch immer 90% der CEOs männlich seien, das noch immer die Hauptlast der „Care-Arbeit“ auf den Frauen laste, dass im Haushalt noch immer blablabla.

            Übrigens findet sich ein Hinweis im GG.

            2) Männer und Frauen sind gleichberechtigt. Der Staat fördert die tatsächliche Durchsetzung der Gleichberechtigung von Frauen und Männern und wirkt auf die Beseitigung bestehender Nachteile hin.

            Was ist wohl mit „fördert die tatsächliche Durchsetzung der Gleichberechtigung und wirkt auf die Beseitigung bestehender Nachteile hin“ gemeint?
            In der Praxis wird dies als Auftrag zur Frauenförderung interpretiert, sprich Gleichstellungsmassnahmen. Dabei wird jede Abweichung von einer 50:50 Gleichverteilung zu Ungunsten von Frauen in attraktiven Positionen (vor allem Politik und Wirtschaft) als ursächlich auf Diskriminierung zurück geführt.
            Der Witz ist doch, dass die formalrechtliche Gleichberechtigung als ungenügend erachtet wird und der Staat nicht nur handelt, wenn Klage erhoben wird sondern proaktiv tätig wird. Damit ist kein Nachweis einer tatsächlichen benachteilgung mehr erforderlich. Es genügt auf eine Ungleichverteilung hinzuweisen und das ist nun mal nicht bloss Gleichheit vor dem Gesetz und faire Beurteilung von Klagen. Diesen Unterschied sollte man nicht verwischen, indem man den Unterschied im Sprachgebrauch nicht mehr kenntlich macht.
            Wenn sich zwei Dinge wesentlich unterscheiden, dann sollte man auch zwei verschiedene Wörter für die beiden Dinge benutzen.

          • „Es ist eigentlich ziemlich klar, dass Frau Holzki Gleichstellung im Sinne von Chancengleichheit meint. “

            Absolut nicht.

            Frauen HABEN die gleichen Chancen wie Männer, sie müssen lediglich ANDERE Kompromisse eingehen als Männer, um die Chancen wahrzunehmen.

            Zu sagen, dass das Zeitalter der Gleichstellung anfangen soll, hat also nichts mit den Chancen oder Rechten zu tun, sondern ausschließlich mit dem Endergebnis. Sie will mehr Frauen in Rosinenpositionen.

          • Das hier ist aber richtig: Die Bedeutung eines Wortes liegt in seinem Gebrauch.

            Zwei wesentlich unterschiedliche Bedeutungen sollten nicht mit ein- und demselben Wort bezeichnet werden. Das nennt sich Differenzierung und dient der Klarheit der Gedanken. Der Gebrauch weist also auf zwei wesentlich unterschiedliche Bedeutungen hin, zumindest in der feministischen Propaganda. Das gilt es sprachlich zu markieren.

        • Ein typischer Satz ist: „Nur 30% der Bundestagsabgeordneten sind weiblich… wir sind noch längst nicht gleichgestellt.“

          Ein typischer Satz wäre auch: „Frauen werden immer noch diskriminiert“ – was eben auf mangelnde Gleichberechtigung abzielt. Der Hintergedanke ist doch: Frauen und Männer haben die gleichen Fähigkeiten und die gleichen Interessen, Frauen jedoch werden kleingehalten.

          Mir scheint es eher so zu sein: Ein Feminist sagt „gleichberechtigt“, wenn es ums Formaljuristische geht, und „gleichgestellt“, wenn es um Rollenverhalten geht. Ein Feminist würde vielleicht sagen, rein juristisch ist die Gleichstellung zwar schon erreicht, aber nicht in den Köpfen der Menschen. Ich glaube kaum, dass ein Feminist sagen würde: frauen und Männer (oder beliebige andere Gruppen) müssen überall zu gleichen Teilen repräsentiert sein. (Ansonsten würden sie an manchen Berufen Männerquoten fordern.)

          • Geh doch mal auf den Vorschlag ein, Quoten und dein Verständnis von Gleichstellung unter einen Hut zu bringen.

            Die feministische Bedeutung von „Gleichstellung“ ist eindeutig: mindestens 50% weibliche CEOs, mindestens 50% weibliche Politiker, mindestens weibliche 50% Regisseure, mindestens 50% weibliche Künstler in Ausstellungen, mindestens 50% weibliche Millionäre…

            Und so lange das nicht erreicht ist, sind Frauen und Männer nicht gleichgestellt.

            Was hat das mit Gleichberechtigung zu tun und inwiefern hat das nichts mit Ergebnisgleichheit zu tun?

          • Es gibt natürlich Radikalfeministen und Intersektionalisten, die alles mögliche in dieser Richtung fordern.

            Mir geht es um etwas anderes: Man kann nicht von der ganzen Welt fordern, dass sie das Wort Gleichstellung in der Männerrechtler-Definition verwenden.

            Normale Menschen sagen auch weiterhin Lampe, auch wenn manche Leute ihnen einbleuen wollen, dass es in Wirklichkeit Leuchte heißt.

          • Geh doch mal auf den Vorschlag ein, Quoten und dein Verständnis von Gleichstellung unter einen Hut zu bringen.

            Habe ich doch gemacht. Die Feministen gehen eben davon aus, dass Männer und Frauen gleich sind und deshalb gleiche Entscheidungen treffen und gleiche Fähigkeiten haben. Darüber dass sie sich selbst ständig widersprechen, brauchen wir uns nicht zu unterhalten.

          • „Ich glaube kaum, dass ein Feminist sagen würde: frauen und Männer (oder beliebige andere Gruppen) müssen überall zu gleichen Teilen repräsentiert sein.“
            Nein, natürlich nicht.
            erstens nicht „beliebige anderer Gruppen“, sondern letztlich eben dioch vor allem: FRAUEN.
            Und zweitens nicht überall, sondern nur an den Stellen, wo es für Frauen von Vorteil ist.

          • „Mir geht es um etwas anderes: Man kann nicht von der ganzen Welt fordern, dass sie das Wort Gleichstellung in der Männerrechtler-Definition verwenden.“

            Du hast die Diskussion nicht verstanden.

            Es geht nicht um eine „Männerrchtler-Definition“.
            Es geht darum, darzustellen, dass da neben dem Begriff Gleichberechtigung ein neuer Begriff etabliert wurde, nämlich der Begriff „Gleichstelung“.
            DIeser Begriff wurde nicht von Männerrechtlern etabliert, sondern von Feministen.
            Und es gab einen Grund dafür, dass Feministen diesen neuen ZUSÄTZLICHEN Begriff etabliert haben, da er etwas anderes beinhaltet und transportiert als der Begriff Gleichberechtigung, und das ist genau so von Feministischer Seite beabsichtigt.

            Männerrechtler haben da keine „Definition“ erfunden, sondern machen penetrant auf die Bedeutungsverschiebung aufmerksam und legen sie offen, und das ist WICHTIG.
            Denn Feministen pflegen an der Stelle eine Nebeltaktik, in dem sie die Begriffsverschiebung zu „Gleichstellung“ im Sinne von Ergebnisgleichheit aktiv verfolgen, andererseits die Grenze der Begriffe dort verschleiern, wo es ihnen passt, und dann beliebig behaupten, wer gegen Gleichstellung (im Sinne von Ergebnisgleichheit) sei, der sei auch gegen Gleichberechtigung (im Sinne von gleichen Rechten).

            Es ist wichtig, klarzustelen, dass das nicht nur zwei unterschiedliche Begriffe sind, die gelegentlich synonym verwendet werden, sodnern dass es sich um zwei unterschiedliche KONZEPTE handelt, nämlich gleiche Rechte vs. Ergebnisgleichheit.
            Es ist wichtig, darauf hinzuweisen, dass man das nicht einfach vermischt und so tut, als wäre es im wesentlichen das selbe, denn das ist es nicht.
            Und es ist wichtig, darauf hinzuweisen, dass die feministische Agenda in einer zunehmenden Verschiebung des Konzeptes der Gleichberechtigung (im Sinne von gleiche Rechte) hin zu einem Konzept von Ergebnisgleichheit besteht (überall dort und nur dort wo es für Frauen von Vorteil ist).

            Deshalb, weil es um die Unterscheidung zweier Konzepte geht, ist die Trennung der Begriffe wichtig, nicht deshalb, weil da eine „Männerrechtliche Definition“ dahintersteckt.

          • @maddes8cht

            In dem Moment, wo man an einen Sozialkonstruktivismus glaubt, bei dem Mann und Frau gleich sind, aber unterschiedlich sozialisiert werden und bei dem beide Gruppen sich in einem Nullsummenspiel um Macht und Geld befinden haben beide Begriffe auch keinen unterschiedlichen Inhalt mehr. Gleiche Rechte bestehen dann auch nur, wenn die sozialen Konstruktionen nicht mehr nur ein Geschlecht abhalten an Macht und Geld zu kommen.

          • @Christian,

            wenn man also die beiden Begriffe synonym verwendet, dann unterschreibt man de facto seine Zustimmung zu der sozialkonstruktivistischen These.

            Denn wenn man die sozialkonstruktivistische These für falsch hält, KANN man die Begriffe nicht synonym verwenden.

            Das ist anscheinend das, wozu FS uns überreden will: Gebt einfach nach. Akzeptiert, dass Geschlechter sozial konstruiert sind. Wehrt euch nicht länger.

          • @Christian
            „In dem Moment, wo man an einen Sozialkonstruktivismus glaubt, bei dem Mann und Frau gleich sind, […] “

            Okay, in dem beschriebenen Sinne glaube ich nich an einen Sozialkonstruktivismus.
            Aber die Schlussfolgerung kaufe ich dennoch nicht bedingungslos ab:
            Dass die beiden Begriffe dann keine unterschiedliche Bedeutung mehr haben.
            Wenn das so wäre, warum haben Feministen ihn dann erfunden, nachdem es den Begriff der Gleichberechtigung doch schon gab?

            Es ist zwar was dran an dem was du sagst, aber ich möchte es mal umdrehen:
            Der Begriff der Gleichstelung ist eben nicht inhaltlich gleich und wurde genau deshalb geprägt, weil Gleichberechtigung im originären Sinn des Wortes eben allein nicht reicht, um „soziale Gerechtigkeit“ im Sinne der sjw herzustelen.
            Erst nachdem diese neue Form von Gleichheit als Begriff etabliert ist, kann man die Begriffsverschiebung von Gleichberechtigung zu Gleichstellung erreichen.
            „Endziel“ ist dann tatsächlich die synonyme Bedeutung der Begriffe, so dass sie keinen unterschiedlichen Inhalt mehr haben, sondern die neue Bedeutung im Sinne der SJW aufgeprägt erhalten haben.

            Im übrigen stimme ich only_me zu:
            Die Konsequenz deiner Aussage ist, dass man sich mit der synonymen Verwendung der eigentlich diametral unterschiedlichen Begriffe Gleichberechtigung und Gleichstellung als Vertreter von sozialkonstruktivismus outet.
            In diesem Sinne also kann ich die synonyme Verwendung der Begriffe nicht akzeptieren.

          • Das ist anscheinend das, wozu FS uns überreden will: Gebt einfach nach. Akzeptiert, dass Geschlechter sozial konstruiert sind. Wehrt euch nicht länger.

            So ein Quatsch.

            Ich glaube allerdings, dass ich das Problem jetzt besser verstehe. Es ist bekannt, dass Feministen mehr als Gleichberechtigung (rechtliche Gleichstellung) wollen, sie wollen eine Vorzugsbehandlung der Frau. (Sozusagen das neue Türaufhalten.) Allerdings wollen sie das nicht offen sagen. Und weil es ihnen an klaren Gedanken mangelt, wissen sie eigentlich auch nicht so recht, ob sie nun eine ganz harte Quotenpolitik wollen oder nicht doch lieber etwas mehr Freiheit des Einzelnen. Man will schließlich auch keine Männerquoten, wo Frauenüberschuss herrscht. Und irgendwie sind ja Frauen doch anders als Männer … Das ist alles irgendwie unklar und schwammig. Klar ist nur, dass der jetzige Zustand ganz furchtbar für Frauen ist. Gern wird auch gesagt, dass „faktische“ Gleichstellung noch nicht erreicht wäre, vermeidet aber zu sagen, welche Fakten relevant sind. Alles ziemlich nebulös.

            Man versucht jetzt eine Begriff zu finden für etwas, wo man eigentlich gar nicht weiß, was es sein soll. Und der Begriff soll positiv klingen. Man vermeidet den Begriff „Gleichberechtigung„, weil der einen ja sofort daran erinnert, dass gleiche Rechte schon längst bestehen. Man redet daher oft von „Gleichstellung“, das ist quasi ein Euphemismus. Der Begriff wirkt klar und einfach, völlig neutral, und sagt ja nur dass alle gleich sein sollen. Was genau gemeint sein soll, ist aber nicht klar, und jeder kann sich etwas eigenes darunter vorstellen. Das bedeutet aber auch: Wenn Larissa Holzki von „Gleichstellung“ schreibt, muss das nicht unbedingt bedeuten, dass die damit eine völlige Gleichheit der Lebenswege von Männern und Frauen meint.

            Wenn wir nun den Begriff Gleichstellung in radkalfeministischer Auslegeung verwenden und sagen: wenn man denn Begriff anders verwendet, z.B. synonym mit „Gleichberechtigung“ oder „Chancengleichheit“, dann ist das falsch – dann machen wir uns diese radikale Umdefinition zu eigen. Das ist nicht nur deshalb problematische, weil ein überhaupt keine klare Definition dieser neuartigen „Gleichstellung“ gibt.

            Wir benutzen dann auch einen Euphemismus für eine ausgrenzende, diskriminierende Politik. Wir unterstützen damit nämlich diese Umdeutung.

            Das ist so als würden wir anderen vorhalten: „Du hast Studentenwerk gesagt, damit grenzt du Frauen aus.“

            Wir sollten anders reagieren, z.B.: Du sagst „Gleichstellung“, aber eigentlich meinst du Diskriminierung.

          • In dem Moment, wo man an einen Sozialkonstruktivismus glaubt, bei dem Mann und Frau gleich sind, aber unterschiedlich sozialisiert werden und bei dem beide Gruppen sich in einem Nullsummenspiel um Macht und Geld befinden haben beide Begriffe auch keinen unterschiedlichen Inhalt mehr.

            Dem stimme ich nicht zu.

            Solange man Männer und Frauen unterscheiden kann, sie also nicht in jeder Hinsicht genau gleich sind (dann wäre eine Unterscheidung ja völlig willkürlich), werden sich Frauen als Frauen identifizieren und Männer als Männer (von wenigen Ausnahmen abgesehen). Die Identifikation mit einer Gruppe ist erst möglich, wenn sich die Gruppe von anderen unterscheidet und unterscheiden lässt. Eine solche Identifikation mit einer Gruppe wird sich zumindest teilweise an den Normen der Gruppe ausrichten, die wiederum einem Distinktionsbedürfnis folgt.

            Das feministische Dogma ist deshalb falsch, weil es ein Distinktionsbedürfnis gibt, gerade auch auf geschlechtlicher Ebene. Den Körper und die Sexualität mal eben so auszuklammern ist realitätsfern.

        • „Gleichstellung“ ist offenbar männerrechtlicher Fachjargon, den kaum einer versteht. Auf die begriffliche Unterscheidung von Gleichstellung und Gleichberechtigung zu bestehen (sprachlich nicht gerechtfertigt und kontraintuitiv) ist ein aussichtsloser Kampf. So stellt man sich selbst ein Bein.

          • Was Feministen anstreben und was sie vorgeben anzustreben, sind offensichtlich so unvereinbar wie die Quadratur des Kreises.

            Dass viele Menschen diese Unvereinbarkeit nicht als solche verstehen, ist keine Rechtfertigung, Krieg Frieden zu nennen, Freiheit Sklaverei oder Ignoranz Stärke.

            Ignoranz ist NICHT das gleiche wie Stärke, und darauf zu beharren, ist nicht das Gleiche wie sich-ein-Bein-stellen.

          • Es geht mir nicht ums Inhaltliche. Wir sollten nur Wörter verwenden, die unmissverständlich sind. Und wir sollten andere nicht missverstehen, nur weil sie Wörter so benutzen, wie sie allgemein üblich sind.

            Wir machen die gleichen Fehler wie Feministen mit ihrem unverständlichen Kauderwelsch, das sie allen aufdrücken wollen.

            Einfach mal schauen, wie der Begriff sonst so verwendet wird, z.B.:
            https://www.leipzig.ihk.de/unternehmen/geschaeftsfelder/ausbildung-und-weiterbildung/gleichstellung-von-abschluessen/

          • @FS
            >>„Gleichstellung“ ist offenbar männerrechtlicher Fachjargon, den kaum einer versteht<<

            Mir klappt die Kinnlade herunter aufgrund der Unverfrorenheit, mit der du grad versuchst, eine feministische Wertschöpfung zum Ziel einer Bedeutungsverschiebung der Idee der Gleichberechtigung in einen angeblichen "Männerrechtlichen" Begriff umzuwidmen.
            Der Begriff wurde doch nicht von Männerrechtlern erfunden, sondern von Feministen. Männerrechtler versuchen lediglich herauszuarbeiten, wozu der neue Begriff erfunden wurde, worin er sich vom Ursprünglichen Begriff Gleichberechtigung unterscheidet, und dass da an einer Bedeutungsverschiebung gearbeitet wird.

          • Der Punkt ist, dass unter Feministen ziemlich unklar ist, was Gleichstellung genau ist, und dass Männerrechtler den Begriff gern sehr radikal interpretieren und anderen dann vorhalten, sie wüssten nicht was der Unterschied zwischen Gleichberechtigung und Gleichstellung ist.

          • >>„Gleichstellung“ ist offenbar männerrechtlicher Fachjargon, den kaum einer versteht<<

            Jupp, so wie Gleichstellungsbeauftragte auf von Männerrechtler erfunden wurden!

          • „Der Punkt ist, dass unter Feministen ziemlich unklar ist, was Gleichstellung genau ist“

            Doch das wissen die sehr genau: Alles was Frauen nützt.

            Ist dir mal in den Sinn gekommen das die das gar nicht genau definieren wollen?

      • Weiß jemand, wer diese Unterscheidung von Gleichstellung und Gleichberechtigung ins Spiel gebracht hat? Ursprünglich gibt es diese Unterscheidung nicht, zumindest nicht in dem Sinne, dass Gleichstellung Ergebnisgleichheit bedeutet. Was sagt eigentlich euer Sprachgefühl, das müsste doch rebellieren.

        Gleichstellung und Gleichberechtigung sind natürlich keine Synonyme, man kann zum Beispiel zwei Dinge einander gleichstellen, indem man ihnen den gleichen Wert zumisst – das funktioniert natürlich nicht mit dem Wort „gleichberechtigt“. (Die Definition bei Wiktionary ist deshalb auch nicht korrekt, oder zumindest fehlen da Bedeutungsebenen.)

        • @FS

          Geh doch einfach mal zur Wikipedia, da toben sich die Erfinderinnen aus!
          https://de.wikipedia.org/wiki/Gleichstellung_der_Geschlechter#Voraussetzungen_f.C3.BCr_Gleichstellungspolitik

          Hier:
          „Gleichstellungspolitik legitimiert sich durch die Bekenntnisse der Völkergemeinschaft zur prinzipiellen Gleichberechtigung von Mann und Frau“
          Mit dem Bekenntnis zur prinzipiellen GleichbeRECHTigung ist es jedoch nicht getan, denn die GleichSTELLUNG legitimiert sich per Definition:

          „- durch eine tatsächliche Ungleichheit der Geschlechter“

          Womit „Ungleichheit“ per se der Beweis ist, es liegt keine Gleichberechtigung vor, also hat Gleichstellungspolitik den Auftrag, die TATSÄCHLICHE Gleichberechtigung zu erwirken, also für Gleichheit der Geschlechter zu sorgen.

          „- durch die Annahme, dass gewisse Ungleichheiten nicht biologisch und somit modifizierbar sind
          durch die Annahme, dass die freie Entscheidung Benachteiligter selbst unter Bedingungen der juristischen Gleichberechtigung nicht gewährleistet ist (also dass die faktische Gleichstellung noch nicht erreicht ist).“

          Selbst die freie Entscheidung „Benachteiligter“ für Nachteile – z.B. durch Mutterschaft – ist kein Beweis für den Zustand der Gleichberechtigung. Sondern so lange die „faktische“=“tatsächliche“ Gleichberechtigung=Gleichstellung nicht erreicht ist, handelt es sich um keine freie individuelle Entscheidung für einen Nachteil, sondern um eine Benachteiligung (Merkspruch: Nachteile *hat* man, *benachteiligt* wird man).
          Wie die Biologie „modifizierbar“ sein soll, Frauen diesen Nachteil zu ersparen, mögen die Göttinnen wissen, wie hier Gleichheit herzustellen wäre auch.

          „Insbesondere die Geschlechtersegregation am Arbeitsmarkt bildet eine Basis, auf der Ungleichheiten entstehen und fortbestehen können.“

          Hier auch ein schönes Beispiel für Sprachmanipulation, denn „Segregation“ weist auf ein geheimnisvolles Wesen hin, welches die Geschlechter eben „segregiert“.
          Menschen folgen keinen Neigungen bei der Wahl einer Ausbildung, eines Berufs, es gibt keine „freie Entscheidung Benachteiligter“, sondern „faktische Gleichstellung“ ist erst erreicht, wenn alle Menschen – ungeachtet des Geschlechts – die gleichen Neigungen haben.
          D.h. so lange keine GLEICHverteilung vorliegt, ist das ein untrügliches Zeichen einer Benachteiligung.

          Und damit die feministische Gehirngymnastik deutlich wird: Gerade die Tatsache, dass bspw. „gender studies“ zu über 90% von Frauen betrieben wird, ist der Beweis für die vorliegende Geschlechtersegregation auf dem Arbeitsmarkt. Jede Frau, die gender studies studiert, ist also Opfer einer Benachteiligung, die erst zu dieser Geschlechtersegregation geführt hat.
          Deshalb sind die Absolventinnen von „gender studies“ auch auserwählt, „tatsächliche“ Gleichstellung einzufordern, denn sie sind das beste Beispiel für deren Notwendigkeit.
          QED!

        • Danisch hat das.

          Das was heute als „Gleichstellung“ eingefordert wird, wurde damals sogar gesetzlich explizit ausgeschlossen:
          http://www.danisch.de/blog/2016/03/19/staatsbetrug-feminismus/

          Zitat:
          „Von anderer Seite wurde dies bestritten und hervorgehoben, daß die vorgeschlagene Formulierung nur die Chancengleichheit – die Gleichheit der Ausgangschancen – einräume, aber keine Ergebnisgleichheit vorgebe. Deshalb sei das Wort „Gleichstellung” bewußt vermieden worden. Sinn der Neuregelung sei es, die Wirksamkeit des Grundrechts der Gleichberechtigung der Geschlechter zu stärken, nicht aber dieses Grundrecht einzuschränken. “

          Klicke, um auf bundesrat_bericht_verfassungsreform800_93.pdf zuzugreifen


          Seite 49/50

          Die Feministinnen lügen also, wenn sie behaupten, Gleichstellung sei gesetzlich vorgeschrieben.

          Und du hast deine Antwort auf die Gleichberechtigungs-Gleichstellungsfrage, es ist explizit nicht dasselbe, schon gar nicht juristisch.

          Und bei der Verwendung der Begriffe muss man dreimal vorsichtig und genau sein, rabulistische Manipulation ist das, was Feministinnen und gender-studies-Irre so stark gemacht hat.

          Es gibt übrigens sogar einen Begriff für das, was die Extremistinnen machen:
          https://de.wikipedia.org/wiki/Eristische_Dialektik#Kunstgriffe_1.E2.80.933
          Schopenhauer hat es „Homonymie“ genannt, Zitat:
          „Die Homonymie, also die Verwendung von mehrdeutigen Bezeichnungen, wird eingesetzt, um eine aufgestellte Behauptung auf das auszudehnen, was nur dem Wortlaut nach etwas mit der Sache zu tun hat“

        • „Weiß jemand, wer diese Unterscheidung von Gleichstellung und Gleichberechtigung ins Spiel gebracht hat? Ursprünglich gibt es diese Unterscheidung nicht, zumindest nicht in dem Sinne, dass Gleichstellung Ergebnisgleichheit bedeutet. Was sagt eigentlich euer Sprachgefühl, das müsste doch rebellieren.“

          Der Begriff wurde vom Feminismus erfunden, weil der Begriff Gleichberechtigung nicht mehr ausreichte für die eigene Agenda.
          Der Begriff wurde etabliert, da er schon vom Sprachgefühl etwas anderes beinhaltet, nämlich das aktive betreiben einer „Gleichstellung“, die sich durch „gleiche Rechte“ nicht von alleine einstellt.
          Von diesem neu etablierten Begriff wird dann abgeleitet, dass Frauen darauf halt doch irgendwie ein „Recht“ hätten, und betreibt dann eine Begriffsverschiebung des ursprünglichen Begriffs der Gleichberechtigung hin zum Bedeutungsinhalt des neuen Begriffs Gleichstellung.

          Die von dir beobachtete „synonyme“ verwendung betreibt aktiv diese Begriffsverschiebung. Sie nicht eubnfach zu akzeptieren bedeutet, sie offenzulegen. Es geht um die Benennung einer Agenda, die durch die Begriffsverschiebung und die falsche synonyme Verwendung von Feministen verschleiert wird.

        • Der Wikipedia-Artikel „Gleichstellung“ hilft etwas weiter:

          Unter Gleichstellung versteht man die Maßnahmen der Angleichung der Lebenssituation von im Prinzip gleichberechtigten heterogenen Bevölkerungsgruppen

          Da würde mich aber mal interessieren, wo diese Bedeutung herkommt. Auch Danisch meint ja in seinem Artikel, dass das nie irgendwo definiert wurde.

          Es ist auf jeden Fall eine neue, irgendwie „fachliche“ Bedeutung, die im Wort ursprünglich nicht angelegt ist. Aber wo ist definiert, was es genau bedeutet?

          Und warum sollten wir solche schwammigen Begriffe verwenden? Damit legitimiert die seltsame Umdeutung nur.

          • Von den ganzen Wortklaubereien in irgendwelchen den meisten Menschen unbekannten Theorierhetoriken mal abgesehen, gibt es Praxis, die sich auf alle Bürger auswirkt.
            Gleichstellung fordert Millionärinnenquoten, also leistungslose Ergebnisgleichstellung weniger per se Privilegierter.
            Und kämpft gegen die Gleichberechtigung, u.a. mittels Entziehung des Wahl- u. Vertretungsgrundrechts auf rein geschlechtlicher Basis, bspw. im BGleiG und der GleibWV.
            Ergo: Gleichberechtigung und Gleichstellung sind diametral gegensätzliche Geschichten.
            Reicht als Definition vollkommen aus.

          • @FS

            Ein feministischer Klassiker: „Verschiebe die Torpfosten und erfinde neue Spielregeln!“
            Der Satz drückt es aus: „Unter Gleichstellung versteht man die Maßnahmen der Angleichung der Lebenssituation von im Prinzip gleichberechtigten heterogenen Bevölkerungsgruppen.“

            Eine „tatsächliche Gleichstellung“ einer auf Benachteiligung basierenden unterschiedlichen Lebenssituation wäre bspw. die Behebung der Einkommensdifferenz zwischen den alten und den neuen Bundesländern Deutschlands.
            Diese sind *im Prinzip gleichberechtigt*, weil Bürger und Bürgerinnen der Bundesrepublik Deutschland, bekommen jedoch (auch tarifvertraglich) für die gleiche Arbeit weniger Lohn. Beweis: Es gibt diese Tarifverträge (Ost). Beweis: Der Lohn für die gleiche Arbeit ist geringer als im Westen.
            Will man einheitliche Lebensverhältnisse in Deutschland schaffen, ist die Beseitigung dieser *objektiven Benachteiligung* geboten.
            Dass „heterogene Lebenssituationen“ entstanden sind, lag nicht an der individuellen Leistung oder sonstigen individuellen Merkmalen, sondern einem überindividuellen, nämlich der „Region“.

            Wenn ich nun „Region“ ersetze durch „Geschlecht“, wird die Problembeschreibung scheitern, weil keine Beweise für eine Benachteiligung nach einem überindividuellen Merkmal wie dem Geschlecht existieren. Ganz im Gegenteil ist es so, dass eine *Frau* in den alten Bundesländern für die gleiche Tätigkeit besser bezahlt wird, als eine Frau (oder ein Mann) in den *neuen Bundesländern*.
            Und im Gegensatz zu einer Ungleichbehandlung/-bezahlung nach dem Geschlecht, die nämlich verboten ist, ist *diese* kollektive Ungleichbehandlung völlig legal.
            Dass die Bewohner und Bewohnerinnen der neuen Bundesländer „im Prinzip“ als Bürger und Bürgerinnen gleichberechtigt mit denen in den alten Bundesländern sind, ist irrelevant.

            An diesem Beispiel wird erstens ersichtlich, die homogene Gruppe „Frau“ existiert ebenso wenig wie die homogene Gruppe „Mann“ und zweitens, der individuelle Anspruch auf Gleichberechtigung produziert nicht automatisch kollektive Gleichbehandlung oder Ergebnisgleichheit.

            *Dieses* Verständnis von „Homogenität“ der Geschlechter versuchen jedoch Feministinnen gleichzeitig mit einzuschleusen, um „Heterogenität“ als Produkt einer *nicht* „tatsächlichen“ Gleichberechtigung, ergo als Produkt von (ungerechter) Benachteiligung/Diskriminierung des Kollektivs der Frauen darzustellen.
            Suggeriert wird, WÄRE die „tatsächliche“ Gleichberechtigung existent, so herrschten identische „Lebenssituationen“ für die vorgestellt a. homogenen zusammengesetzten b. Kollektive Mann und Frau.

            Wie gesagt: Selbst beim Vergleich der Bezahlung von Ost- und West-Frau für die identische Tätigkeit lässt sich leicht nachweisen, dass die Entstehung „heterogener Lebenssituationen“ nichts mit dem Geschlecht zu tun haben muss. Die Ost-Frau wird tatsächlich „strukturell benachteiligt“, aber die Strukturkategorie ist eben nicht Geschlecht.
            Auch der Ost-MANN würde für die identische Tätigkeit schlechter bezahlt werden als die West-FRAU.
            Dumm gelaufen. 😉

            Mein Problem mit der feministischen Argumentation ist, hier werden nicht „soziale Konstruktionen“ verhandelt, die objektiv und beweisbar existieren und als eine Benachteiligung wirken, sondern reine Hirngespinste propagandistisch in Dauerschleife wiederholt.
            Und das nervt.

      • Guter Artikel über die Situation in Kanada

        the argument that equal outcomes are the one true measure of equality is corrosive. It means we’re doomed to see people through the prism of race and gender instead of talent and achievement. It means that people who refuse to reverse discriminate will be perceived as racist. It means that some people will have to go to the back of the bus because, for whatever reasons, their ancestors were at the front of the bus.

        Maybe you think it’s fine to rectify past injustices with fresh ones. Maybe you think diversity matters more than excellence. In that case, you’re going to make a very fine university administrator. Because that’s their job these days.

  2. Ausnahmsweise ist hier NRW mal moderner. Der stellvertretende MP ist Minister für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration (nix Frauen).
    Das Resort „Gleichstellung“ findet man beim Heimat- und Bauministerium.

  3. Die eigentliche Motivation der Autorin klingt im letzten Teil durch:
    Eigentlich sollten alle Ministerien an der Gleichstellung von Frauen arbeiten. Sprich: alle Ministerien sollten ein Referat für Frauen haben. Viele tolle Pöstchen für die Sawsan Cheblis dieser Welt…

    • „alle Ministerien an der Gleichstellung von Frauen arbeiten. Sprich: alle Ministerien sollten ein Referat für Frauen haben.“

      Eine enge Kooperation mit den Religionswächtern in Saudi-Arabien und der Austausch von Erfahrungen bei der flächendeckenden Überwachung der Bevölkerung bieten sich an.

      „Das Zeitalter der Gleichstellung könnte überhaupt erst anfangen.“

      Die Wiedergeburt der DDR?

  4. „Sie will also anscheinend schlicht mehr Frauenförderung, in jedem Bereich, aber dezentraler, damit die Frauen es nicht merken und sich deswegen nicht als Opfer fühlen.“

    Oder sie will nur überall ihre Gesinnungspolizei unterbringen.

  5. „Dass Kinder geboren werden und sich gesund entwickeln können, liegt in der Verantwortung von Wirtschaft und Gesellschaft – nicht primär bei den Frauen und der Familie“

    „Für die Gleichstellung müssen alle Ministerien gemeinsam eintreten“

    Ferkelplanwirtschaft für das liebe Rentenvieh also.
    Und was raucht die sonst so?

  6. Aus dem SZ-Text: Frauen in Deutschland sind hingegen selbstbestimmt und mächtig wie nie zuvor. Dass mal ein Mann das Kanzleramt geführt hat, daran können sich Abiturienten von heute kaum erinnern.“ — „Frauen aber brauchen nicht eine Ministerin oder einen Minister, sondern ein gesamtes Kabinett“

    Eine geniale Verbindung von weiblicher Suprematie und Jammerfeminismus.
    Ich frage mich immer, wie der/die/das SZ-Leser eigentlich drauf ist. Merkt er die inneren Widersprüche und die ständige feministische Gehirnwäsche noch? Wer liest das freiwillig oder zahlt sogar dafür? Sind da auch CSU-Wähler darunter? Irgendwie ein kurioser Gedanke (unter der Annahme, daß München Teil von Bayern ist).

  7. Frau Holzki ist offensichtlich etwas verwirrt und widerspricht sich andauernd selbst.

    Wer Frauen in einer Reihe nennt mit Kindern, Jugendlichen und Senioren, stellt ihre Autonomie in Frage.

    Und wer tut das andauernd? Feministen.

    Frauen in Deutschland sind hingegen selbstbestimmt und mächtig wie nie zuvor.

    Also braucht es Feminismus weniger denn je?

    Frauen können die Bedingungen auf dem Arbeitsmarkt also mehr und mehr diktieren, egal ob es um Bezahlung, Arbeitszeiten oder Kinderbetreuung geht.

    Nette Omnipotenzphantasie, aber die Wirklichkeit ist eine andere: Es ist ein Arbeitgebermarkt. Der Durchschnittsarbeitnehmer diktiert rein gar nichts. Aber das kann eine Berufsfeministin natürlich unmöglich wissen.

    Das zu erkennen, wird ihnen jedoch schwer gemacht. Zum Beispiel weil Konzerne behaupten dürfen, es gäbe nicht genug qualifizierte Frauen, um Führungsgremien paritätisch zu besetzen.

    Ich dachte, die Frauen könnten mehr und mehr die Bedingungen diktieren? Ja was denn nun?

    Oder die Kinder nehmen den Frauenminister eher als Vertreter wahr. Dann prägt sich viel mehr ein, dass Frauen jemanden brauchen, der für sie spricht.

    Also nicht nur die Frauenministerin abschaffen, sondern den ganzen Feministenquatsch zumindest zurückfahren?

    Was für eine ungeheuerliche Reduzierung! Die Landwirte haben einen Minister, die Soldaten haben einen Minister und die Frauen eben auch. Als wären sie eine gesellschaftliche Gruppe mit besonderen Bedürfnissen.

    Verstehe. Frauen sind keine Gruppe mit besonderen Bedürfnissen, somit eine falsche politische Kategorisierung. Also Feminismus raus aus den Institutionen. Weg damit. Einverstanden!

    Frauen aber brauchen nicht eine Ministerin oder einen Minister, sondern ein gesamtes Kabinett

    Ööööhm …
    Weil Frauen mächtiger sind als je zuvor und die Bedingungen auf dem Arbeitsmarkt mehr und mehr diktieren können und weil sie keine Gruppe mit besonderen Bedürfnissen sind braucht es nicht bloss eine Frauenministerin, sondern ein ganzes Kabinett, das sich um ihre Belange kümmert ? Ööööhm ..

    • Nun, ich denke, Frau Holzki ist mit der Gesamtsituation so im Allgemeinen irgendwie unzufrieden. Sie hatte möglicherweise ihre Tage, als sie diesen Text schrieb. Da geht so manches durcheinander. Als moderner, sensibler und aufgeschlossener Mann habe ich Verständnis dafür.

  8. Die süddeutsche Zeitung ist seit geraumer Zeit ein feministisches Blättchen. Keine popelige Gina-Lisa-Story ist da zu dünn, um nicht breitgetreten zu werden. In allen anderen Fällen ist man feigenblattmäßig unterwegs, immer ein wenig zu faul, um die Themen wirklich zu recherchieren und durchzuarbeiten. Immer ein bißchen zu faul, um dicke Bretter zu bohren. Immer bereit investigativen Aktionismus zu zeigen ohne wirklich dauerhaft am Thema zu bleiben. Neuester Aktionismus mal wieder offshore leaks. Ein wahrer Skandal – fehlen doch durch diese Machenschaften den Staaten der EU jährlich auf diese Art und Weise 1 Billion (!) € jährlich. Man wird sehen, das versickert wieder, anstatt tagtäglich in der Wunde zu bohren, man ist ja schließlich eine Tageszeitung. Was alles konnte man anpacken mit dieser Billion? Müsste langfristig auch nur ein Rumäne oder Bulgare zum Wanderarbeiter werden, wenn man mit einem Teil davon einen ordentlichen Entwicklungsfont auflegte? Aber es ist doch so viel bequemer über den Mehrwertsteuersatz von Tampons zu lamentieren, der im übrigen auch der angesprochenen Hinterziehung in Billionenhöhe zum Teil geschuldet ist. Man sollte den Feministen sagen, dass Genderlehrstühle nur dann finanziert werden, wenn das aus Mitteln der zurückgeholten Billion möglich wäre. Dann wäre der Spuk schnell vorbei, denn dazu wäre die versammelte Power der feministischen Zeitungen und von ASF und Co. nicht bereit – das wäre echte politische Arbeit und damit sollte man es doch nun echt nicht übertreiben..

    • Neuester Aktionismus mal wieder offshore leaks. Ein wahrer Skandal – fehlen doch durch diese Machenschaften den Staaten der EU jährlich auf diese Art und Weise 1 Billion (!) € jährlich.

      Nicht so wichtig, solange man bei Harz IV noch den einten oder anderen Euro abschrauben kann … Bild dir deine Meinung!
      Wer Sarkasmus findet, hat gut aufgepasst!

  9. Frau Holzki klotzt für den totalen Feminismus — ein Ministerium reicht ihr nicht, nur ein Maxisterium aller öffentlichen Organe kann die totale Gleichstellung herbeiführen und dass die Frauen zur uneingeschränkten Norm werden können.

    Dieser Aufsatz ist völlig irre, feministische Götzendämmerung vom Allerfeinsten 😀

  10. „Ministerium für Frauen etc.“ ist vllt. wirklich kein guter Name. Das Verteidigungsministerium ist aber nicht das Ministerium, dass sich für die Belange von Soldaten einsetzt, und das Außenministerium kümmert sich nicht um die Belange von Ausländern.

  11. Wer immer in der künftigen Regierung den höchsten Posten im Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend zugesprochen bekommt, sollte als Erstes das Wort „Frauen“ aus dessen Namen streichen.

    Für die ansonsten eher im Opferfeminismus zuhause seiende Süddeutsche schon ein erstaunlicher Artikel.

    Weit gefehlt. Denn selbstverständlich gibt es auch hier wieder das typische, feministische Rumgeheule über die armen, benachteiligten Frauen, denen man jetzt die Autonomie abspricht.

    Würden die Frauen nicht wieder eine Art der Diskriminierung durch das böse Patriarchat erleiden, würde es diesen Artikel vermutlich nicht geben.

    • Wenn Feministen es durchsetzen würden, dass das Wort Frauen aus dem Namen gestrichen wird, werden sie ein paar Jahre später behaupten das Patriarchat habe ihnen diese wichtige Vertretung im Kampf für die Bevorzugung gegen die Unterdrückung weggenommen.

  12. „Dass mal ein Mann das Kanzleramt geführt hat, daran können sich Abiturienten von heute kaum erinnern.“

    Kann ich mir vorstellen, war ja auch Wochenende … Filmriss. Das Kanzleramt wird von einem Mann geführt. Ist dieser dicke Glatzkopf.

  13. „Gerade dann, wenn dieser immer wieder die Opferrolle betont. Der männliche Feminist als Retter, der Mann, der sich ändern muss, damit es der Frau besser geht, das alles ist höhst passiv. Einen wirklich aktiven Feminismus, der also Frauen auffordert, dass sie etwas verändern, weil nur sie die Veränderung bewirken können und bei dem sie sich in Konkurrenz mit den Männern durchsetzen müssen und nicht darauf hoffen können, dass man für sie Sonderregelungen einführt, gibt es nicht.“
    Also der Feminismus, den ich noch in meiner Jugend in den frühen 80ern hatte war durchaus so. da wurde zwar auch in der „Männer“-Projektwoche Bukoswskis „irgendwas mit einer Vietnamfahne“ zu Verdeutlichung des männlichen Wesens gelesen, aber die Zielsetzung, war Frauen zu ermächtigen.
    Nur offensichtlich hat der Feminismus heute das Problem, dass es gesetzlichen Benachteiligungen der Frau beseitigt sind und Frauen sich immernoch nicht im gleichen Maße für Karriere etc. interessieren. Frauen können zwar, aber offensichtlich wollen sie das nicht. und deshalb bemüht sich der Feminismus heute nur noch Unterdrückungserklärungen zu finden.

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