Traditionelle Geschlechterrollen sind nicht vorteilhaft, der Feminismus löst aber das Problem nicht

Leszek hatte in einem Kommentar, der dann zu einem Artikel gemacht worden ist, zwei häufige häufige Argumente aufgegriffen, die den Feminismus rechtfertigen sollen

Die entsprechende Diskursstrategie beinhaltet auf der inhaltlichen Ebene also zwei zentrale Vorwürfe gegenüber Männerrechtlern:

  1. Männerrechtler würden die Nachteile der traditionellen männlichen Geschlechterrolle nicht als Ursache männlicher Benachteiligungen erkennen. (Von Diskriminierungen darf dabei auf feministischer Seite ja häufig noch nicht einmal gesprochen werden, denn »nur Frauen können diskriminiert werden«.)
  2. Männerrechtler würden nicht begreifen, dass der heute in westlichen Gesellschaften vorherrschende Feminismus auch Männern nützen würde, da sich der vorherrschende Feminismus doch gegen traditionelle Geschlechterrollen richte und daher auch die Beseitigung männlicher Benachteiligungen anstrebe.

Beide Behauptungen sind falsch und beruhen entweder auf mangelnden Kenntnissen der theoretischen Grundlagen zeitgenössischer Hauptströmungen des Feminismus und des Maskulismus oder auf oberflächlicher und mangelhafter Analyse und Reflektion oder es handelt sich um reine Propagandalügen, also um für die Wahrung der öffentlichen ideologischen Hegemonie bestimmte propagandistische Diskursstrategien

1. Traditionelle Geschlechterrollen als Nachteil

  • Eine der erstaunlichsten Punkte am Feminismus ist, dass er gleichzeitig von einer absoluten Privilegierung des Mannes ausgehen kann, die durch die Geschlechterrolle entsteht und gleichzeitig die Nachteile als ebenso groß darstellen kann ohne damit die Privilegierung zu hinterfragen.
  • Tatsächlich ist der Nachteil bestimmter Aspekte der Geschlechterrolle sehr einfach zu erkennen. Man streitet sich eigentlich um die Ursachen: im Feminismus ist das ein Machtkampf in einem Nullsummenspiel, der um erfolgreich zu sein auch Männer unter die Räder kommen lässt. Man kann das ganze aber auch als Ausformung bestimmter biologischer Grundlagen sehen, bei der zum einen eine Arbeitsteilung besteht und zum anderen ein gegenseitiges Werben um Partner bei dem anderen Geschlecht nach verschiedenen Anforderungen.
  • Viele Punkte der traditionellen Geschlechterrollen sind damit auch Anforderungen der Frauen und Prdoukt intrasexueller Konkurrenz. Sie bieten damit Vor- und Nachteile und können nicht isoliert als Nachteile betrachtet werden. Sie erlauben beispielsweise das Erlangen von Status oder eine Absicherung der Frau, evtl ein besseres Mateguarding oder zumindest eine höhere Verpflichtung aus dem konservativen Wertvorstellungen heraus

2. Feminismus nützt auch Männer

Der größte Fehler in dieser Hinsicht ist die Auffassung, dass nur der Feminismus und nur feministische Theorien Geschlechterrollen aufbrechen können. Das ist aber längst nicht mehr ein Alleinstellungsmerkmal sondern kann auch auf ganz anderem Wege erfolgen. Etwa indem man sich auf bestimmte Sachen nicht mehr einlässt, bestimmte Vorteile nicht mehr gewährt und auf Regeländerungen drängt, die die neue Lage besser widergeben.

So kann man Aspekte der Geschlechterrollen ablehnen, muss dazu aber nicht die Abwertungen hinnehmen, die der Feminismus Männern auferlegt, indem diese zur Buße für die angeblichen Privilegien Unterwürfigkeit demonstrieren müssen.

Der Feminismus behauptet, dass nach seinen Lehren eine Verbesserung für Männer eintreten sollte. Tatsächlich führt er aber ein untaugliches Mittel ein, indem Männer sich selbst verleugnen sollen und dabei auch noch eine Gruppenschuld eingestehen sollen und sich dazu verpflichten, dass sie in einer Endlosspirale immer nach mehr schuld bei sich und anderen suchen, die so gar nicht besteht

Insofern nützt Männern dieser Weg gerade nicht und andere sind wesentlich effektiver

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