Wie man feministisch richtig weitere Weinsteins verhindert (und warum das nicht klappt)

Julian Dörr schreibt in der Süddeutschen, warum man gerade jetzt noch feministischer werden muss:

Was heißt das nun für die Kulturprobleme der sexuellen Diskriminierung und der sexuellen Belästigung? Ganz einfach: Wenn wir die Weinsteins dieser Welt loswerden wollen, dann müssen wir dringend verändern, wie wir als Gesellschaft über die halbabsorbierte Gegenkultur des Feminismus sprechen. Oder etwas überspitzt: Wer die Weinsteins dieser Welt loswerden will, der muss endlich aufhören, über das Binnen-I zu witzeln. Frauenfeindliche Strukturen lassen sich nur dann auflösen, wenn ihnen Stück für Stück der Platz in der Gesellschaft genommen wird. Wenn die Rückzugsorte sexueller Diskriminierung und Belästigung ausgeräuchert werden. Um das zu erreichen, braucht es eine starke Gegenkultur. Eine Gegenkultur, die auch von Männern getragen werden muss. Von Männern, die sich nicht vom Label Feminismus abschrecken lassen dürfen. Im Fall Weinstein dauerte es Tage, bis sich die ersten männlichen Schauspieler zu Wort meldeten.

Es ist dieser naive Glaube, dass man Leute mit Binnen-Is umerziehen kann. Und das Binnen-Is etwas daran ändern, dass Leute Macht mißbrauchen.

Warum sollte es für Weinstein weniger interessant sein, mit Frauen schlafen zu wollen, wenn er Binnen-Is verwendet? Warum sollte es für Frauen, die etwas davon wussten, nicht mehr gefährlich sein, einen mächtigen Mann zum Feind zu haben, wenn sie überall Binnen-Is sehen.

Der Feminismus kann dabei nichts erreichen, weil er zu verrückt ist. Es ist eine Ideologie, die man nur mit einigen Verrenkungen vertreten kann, weil sie schlicht nicht mit der Wirklichkeit übereinstimmt. Und deswegen interessiert sie auch einen Großteil der Menschen nicht und wenn man ihnen mehr darüber beibringt, dann fällt ihnen das eher noch mehr auf. Die Unwissenheit darüber, was der radikale Feminismus vertritt, ist für diesen mit das wichtigste um nicht unterzugehen.

Im Fall Weinstein dauerte es nicht nur Tage, bis sich männliche Schauspieler zu Wort meldeten, es dauerte insbesondere Jahre bis sich Frauen, die bereits voller Feminismus waren, wie etwa Jennifer Lawrence, die gerade noch für gleiche Löhne kämpfte, zu Wort meldete.

Der gegenwärtige Feminismus kann keine Gegenbewegung sein, weil er zu Hasserfüllt ist und zu sehr in Lager spaltet. Er ist zudem zu unpraktisch um umgesetzt zu werden.

Wer die Unterdrückung, die Diskriminierung und den Missbrauch von Frauen durch Männer wie Weinstein verhindern will, der muss aufhören, die manche Facetten der Debatte um Gleichberechtigung als kleinlich und ein bisschen übertrieben wegzulächeln. Der muss aufhören, dem Feminismus dogmatische Umerziehung zu unterstellen, wie es Claus Kleber im Gespräch mit Maria Furtwängler getan hat, als die ihre Studie über die Rolle der Frau im deutschen Film und Fernsehen vorstellte (wenig überraschendes Ergebnis: Frauen sind unterrepräsentiert).

Ich denke er muss es gerade machen und es wäre besser, wenn es möglichst viele machen. Denn zum einen muss was wahr ist auch wahr bleiben, zum anderen ändern diese Vorhalte nicht und der Feminismus behindert sogar eher erfolgsversprechende Gegenmaßnahmen.

Wer sexuelle Übergriffe verhindern will, der braucht Geschlechtergerechtigkeit, der braucht das Binnen-I, der braucht die Quote, der braucht gleichen Lohn für gleiche Arbeit. Der Weg dorthin verlangt kleinliche, langwierige und frustrierende Arbeit. Aber sie ist notwendig. Diskriminierung und sexuelle Übergriffe werden nicht von selbst mit den jetzigen alten weißen Männern verschwinden. Diese Probleme sind strukturell. Und sie reproduzieren sich. Frauenfeindlichkeit hört nur dann auf, wenn sich die Kultur ändert. Mit anderen Worten: Frauenfeindlichkeit hört nur dann auf, wenn Männer damit aufhören.

Da ist er schon wieder, der Hinweis auf die Hautfarbe, eine rassistische Struktur im Feminismus. Als hätte es Vorwürfe gegen Bill Cosby, R. Kelly, CeeLo Green, Kobe Bryant, Myke Tyson oder Tupac Shakur nicht gegeben.

Sexuelle Belästigung hört schlicht nie auf. Weil der Markt nicht einfach verschwindet, der es für die Handelnden interessant macht.  Es wird immer Leute geben, die Macht einsetzen um andere Ziele zu erreichen. Und Leute werden auch immer dazu schweigen, wenn es ihnen selbst Vorteile bringt. Shaming oder Belehrungen ändern daran nichts, weil es ja von vorneherein darauf ausgelegt ist, im Dunklen zu bleiben.

Das wäre die wesentlichste Einsicht, die man haben müsste, und genau die behindert der Feminismus mit seinen falschen Theorien.

Wenn man etwas machen wollte, dann müsste man die Vorstellung, dass man Leute wie Weinstein nur in eine Seminar für Binnen-Is stecken muss und sie ändern sich, aufgeben. Sie wären dann vielleicht etwas vorsichtiger oder würden noch nachhaltiger die Leute einschüchtern, aber ansonsten blieben die Motivationen bestehen.

Wenn man etwas produktives machen wollte, dann kann man nur Gelegenheiten nehmen und Vorbeugen bzw. die Gefahren eines Nachweises erhöhen.

Ein Verein für weibliche Schauspieler beispielsweise, der Gerüchte anonym sammelt und Produzenten Gefahrenstufen zuweist und deren Mitglieder dann grundsätzlich eine Freundin mitbringen, wenn sie mit ihm in Kontakt treten, wäre wohl effektiver.

Und genau das passiert ja auch: Jeder in Hollywood wusste davon, dass Weinstein jemand ist, mit dem man als Frau besser nicht allein ist. Es gibt entsprechende Gerüchte, man sichert sich ab, kann so sogar mit ihm zusammen arbeiten. Man könnte das ausbauen, aber es unnötig machen, das wird nie gelingen.

 

 

 

Landstagswahl in Niedersachsen 2017

Heute wählt Niedersachsen.

Gerade nach der Bundestagswahl kann diese Wahl auch erhebliche bundespolitische Auswirkungen haben. Verliert die SPD beispielsweise viel, dann würde das wahrscheinlich für Martin Schulz einige Probleme auslösen. Wobei direkt nach einer Bundestagswahl auch die Opposition häufig profitiert. Allerdings hatte ja auch die Bundestagswahl keinen klaren Sieger.

Die Umfragen haben zuletzt folgendes Ergebnis gebracht:

  • CDU 33%
  • SPD 34,5%
  • Grüne: 9%
  • FDP: 9%
  • Linke: 5%
  • AFD: 7%

Was meint ihr wie es ausgeht?

„Der Mann ist demnach das handelnde Subjekt der Weltgeschichte und das Maß aller Dinge.“

In einem Blog fand ich eine Herleitung des Sexismus als etwas, was gerade (weiße) Männer machen:

Sexismus ist nicht einfach immer dann, wenn Menschen benachteiligt sind, die ein Geschlecht haben. Sexismus ist ein Konzept mit historischen und philosophischen Dimensionen, die miteinander verwoben sind.
Ich versuche es so einfach wie möglich zu formulieren.

Wie auch beim Rassismus fängt es mit der Vorstellung an, was normal ist.

Normal ist der (weiße) Mann, das ist ein Narrativ, der sich aus einer langen Geschichtsschreibung ergeben hat, die von (weißen) Männern dominiert wurde und in vielen Teilen der Welt immer noch wird. Der Mann ist demnach das handelnde Subjekt der Weltgeschichte und das Maß aller Dinge.

Als jemand, der sich viel mit der Evolutionbiologie beschäftigt, denkt man vielleicht etwas weiter zurück. Und da würde man erst einmal feststellen, dass es wahrscheinlich schon vor unserem Menschsein Sexismus gab, weil auch in vormenschlichen Gruppen genau wie in heutigen tierischen Gruppen Männer Anführer gewesen sind, eher Kriege geführt haben, eher die damaligen Legenden beherrscht haben, und das ganz überwiegend als schwarze Menschen, denn der weiße Mann ist ja erst wesentlich später, nach der Auswanderung aus Afrika, entstanden.

Die ersten menschlichen Sexisten, soviel ist sicher, waren schwarz. Schlicht weil die ersten Menschen schwarz waren. Aber auch diese Idee, dass nur ein Geschlecht gehandelt hat, wirkt auf mich immer etwas naiv. Auch damals dürfte die Mutter eine wichtige Stellung gehabt haben, dürfte es Schamaninen, wichtige Ehefrauen, Mütter des Anführers oder gar weibliche Anführer gegeben haben, wie es sie heute auch gibt, wenn auch in geringerer Zahl.

In patriarchalen Gesellschaften hatten (und haben) die Männer Namen, Frauen sind „die Frau von“. Männer machten Politik und prägten die Geisteswissenschaften. So entstand ein Kreislauf, in dem Frauen nicht die Möglichkeit hatten, etwas zur Geschichte beizutragen und deswegen Männer sich darin bestätigt fühlen konnten, dass Frauen dazu auch gar nicht imstande sind.

Aus meiner Sicht wesentlichere Gründe als diese rein kulturellen dürften die folgenden sein:

  • Männer sind körperlich stärker als Frauen und weit aus eher auf Kampf hin optimiert.
  • Frauen mussten stillen und Kinder aus Gefahren weghalten, sie waren weitaus häufiger schwanger und sollten auch dann nicht in der Nähe von Gefahren sein
  • Mateguarding ist bei Frauen wichtiger als bei Männern, weil eine schwangere Frau problematischer ist als die Schwängerung einer anderen Frau, das gilt auch bei einer Tochter: Wenn sie von dem falschen geschwängert wurde, dann mussten die Eltern die Kosten für die Aufzucht tragen statt des Vaters. Frauen eher einzuschränken und weniger Freiheiten zu lassen folgt insofern (auch gerade vor der Erfindung von Verhütungsmitteln und vor einer einigermaßen sichern Gesellschaft) aus biologischen Unterschieden

Mitunter ging (bzw. geht) man so weit, Frauen überhaupt einen Intellekt oder gar eine Seele abzusprechen, was sie im Grunde auf die Stufe von Tieren stellt. Ein Mensch, so ist es auch in vielen Sprachen zu erkennen, ist erst einmal ein Mann. Mann ist gleich Mensch. Eine Frau ist ein weiblicher Mensch, also eine Abweichung der Norm.

Das wäre klassisches Beauvoir: Die Frau als das Andere. Bei zwei Geschlechtern mit Arbeitsteilung waren aber beide zu einem gewissen Teil „das Andere“.

Aus der Dominanz der Männlichkeit ergibt sich außerdem ein Konzept von Besitz und Besitztum, sowie von Subjekt und Objekt: Männer sind Subjekte und werden als diejenigen wahrgenommen, die etwas leisten und etwas erschaffen. Sogar die Kraft der Schöpfung wird der Männlichkeit beigeordnet (ungeachtet dessen, dass Kinder schon immer von Frauen geboren wurden). Auch Simone de Beauvoir sieht die schöpferische Transzendenz noch als männlich an, die in sich ruhende Immanenz dagegen als weiblich. Frauen sind Objekte. Sie machen nicht, sie sind. Männer treffen in patriarchalen Gesellschaften Entscheidungen, über Frauen wird verfügt.

Gut, dass über Männer nie verfügt worden ist. Etwa in Weltkriegen, in Bergwerken, in Fabriken oder bei der Frage, wer eher ins Rettungsboot kommt.  Gut das Frauen nie über Männer verfügt haben, etwa über ihre Söhne oder Männer oder ihre Landsleute (die weiße Feder wäre ein Stichwort)

Selbst wenn man das so sehen würde: Wir leben im Jahr 2017. Mit einem Grundgesetz, dass Frauen seit vielen Jahrzehnten gleichstellt. Mit einer Frau als Kanzlerin und Frauen, die jeden Beruf antreten können, den sie wollen.

(…)

Sexismus ist nicht gleich Benachteiligung. Sexismus ist eine Struktur, die unter anderem verschiedene Formen der Benachteiligung bewirkt. Lassen wir die Frage nach der Verhältnismäßigkeit ruhig mal außen vor: der Sexismus, unter dem Männer leiden ist im Prinzip derselbe Sexismus, unter dem die Frauen leiden. Wenn wir gegen den Sexismus kämpfen, dem die Frauen ausgesetzt sind, kämpfen wir ebenso für die Befreiung der Männer von diesem Sexismus. Es gibt nicht den einen und den anderen Sexismus. Ihr müsst Euch nicht gegen Feminismus stellen, es sei denn, Ihr wollt genau den Sexismus, unter dem ihr zu leiden vorgebt, stärken.

Was auch schlecht begründet ist. Warum muss da eine Wesensgleichheit bestehen? Warum können Frauen da nicht ihre eigenen Vorteile sichern, etwa im Familienrecht über Vorteile wie dem Residenzmodell, Unterhalt, dem vorrangigen Behalten und bessern Kontakt zu den Kindern?

Es ist immer wieder erstaunlich, dass diese Theorien, die angeblich so sorgsam darauf achten, dass Frauen keine Objekte sein sollen, sie dann nie Subjekt werden lassen und sie absolut passiv sehen.

Vermutlich wollt Ihr das

Aber Schuldvorwürfe gibt es ja bekanntlich nicht.

Twitter will seine Regeln noch mal verschärfen

Twitter kündigt an, dass es die Regeln noch einmal verschärfen will.
„We see voices being silenced“ wären dann wahrscheinlich die Stimmen der Unterdrückten und benachteiligten, man darf annehmen, dass Twitter dafür andere, die als Störer angesehen werden, eben zum Schweigen bringen wird. „Hate symbols“ die nicht mehr geduldet werden sollen, sind ein weiter Begriff, ebenso „violent groups“.

Man darf gespannt sein, was da passiert.  

Selbermach Samstag 259 (14.10.2017)

Welche Themen interessieren euch, welche Studien fandet ihr besonders interessant in der Woche, welche Neuigkeiten gibt es, die interessant für eine Diskussion wären und was beschäftigt euch gerade?

Welche interessanten Artikel gibt es auf euren Blogs? (Schamlose Eigenwerbung ist gerne gesehen!)

Welche Artikel fandet ihr in anderen Blogs besonders lesenswert?

Welches Thema sollte noch im Blog diskutiert werden?

Für das Flüchtlingsthema gibt es andere Blogs

Ich erinnere auch noch mal an Alles Evolution auf Twitter und auf Facebook.

Es wäre nett, wenn ihr Artikel auf den sozialen Netzwerken verbreiten würdet.

Wer mal einen Gastartikel schreiben möchte, der ist dazu herzlich eingeladen.

Der Mann als Beschützer: Vergewaltigung, Freund ruft Polizei

Ein Fall geht schon seit einiger Zeit durch die Presse:

B. und seine Freundin Denise W. campieren auf den Wiesen nahe der Sieg, als sie kurz nach Mitternacht plötzlich eine Stimme hören. Ein Mann schlitzt mit einer kurz zuvor geklauten 80 Zentimeter langen Astsäge das Zelt auf. Es kommt zum Wortgefecht, in Panik bietet ihm das Pärchen Bargeld und eine Bluetooth-Box an. Dennoch habe er nicht ablassen wollen.

„Come out bitch. I want to fuck you“, soll er gesagt haben. Daraufhin habe sich das Pärchen kurz beraten. Denise W. habe schließlich alleine die Entscheidung getroffen, das Zelt zu verlassen. In Todesangst habe sich die 23 Jahre alte Studentin aus Freiburg den Befehlen des Angreifers gefügt, sich aufs Gras gelegt und die Tat über sich ergehen lassen.

Als der Täter bemerkte, dass B. aus dem Zelt heraus über sein Handy flüsternd mit der Polizei sprach, sei er kurz ausgeflippt. Dennoch habe Denise W. die Nerven behalten, dem Täter beruhigend über die Wange gestrichen, ihn an sich herangezogen und ihn angefleht, er solle es zu Ende bringen und anschließend einfach verschwinden.

Laut Vernehmungsbeamten überlegte B. kurz, ob er mit seinem Schweizer Taschenmesser seiner Freundin zur Hilfe eilen soll. Er entschied sich, im Zelt zu bleiben und die Polizei zu rufen. „Sie haben alles richtig gemacht“, beruhigte ihn der Beamte, der ihn wenige Stunden nach der Tat auf der Wache vernahm. B. sei anzumerken gewesen, wie der moralische Konflikt in ihm gearbeitet habe.

In den sozialen Medien war man mit B. nach Bekanntwerden des Falls wenig zimperlich umgegangen. Als Weichling wurde der Student beschimpft. Was er denn für ein Mann sei? Der Polizist versicherte Montag vor Gericht, dass ein Eingreifen zu nicht kalkulierbaren Konsequenzen hätte führen können.

Was hätte der Freund machen sollen?

Ist es fair ihn als Weichling zu bezeichnen?

Mächtige Männer, Sex und Harvey Weinstein

Gerade führen immer mehr Frauen an, dass Harvey Weinstein, einer der großen Filmproduzenten von Hollywood, sie belästigt haben soll bzw. die Vergabe von Rollen in einem Film von sexuellen Gefälligkeiten abhängig gemacht haben soll bzw angedroht haben soll, dass man in Hollywood nie wieder einen Fuß auf den Boden bekommt, wenn man sich nicht darauf einlässt.

Ob es stimmt oder nicht sollen andere klären. Der Fall, dass ein mächtiger Mann gegen sexuelle Gefälligkeiten Förderungen verspricht oder Förderungen davon abhängig macht, ist denke ich für jeden gut vorstellbar und erscheint auch nicht unrealistisch

Die Gründe scheinen mir auch nicht so schwer zu entschlüsseln zu sein:

  • Wie immer: Eggs are expensive, Sperm is cheap: Männer haben ein hohes Interesse an casual Sex mit jungen schönen Frauen
  • Schauspielerinnen die Jung und schön sind gibt es wie Sand am Meer und eine Rolle in einem großen Hollywoodfilm ist insofern häufig leicht zu besetzen., kann aber ein unglaublicher Karrierestarter sein
  • Demnach entsteht ein höheres Interesse an der Besetzung einer Rolle für viele aufstrebende Schauspielerinnen während der Produzent nur eine von ihnen braucht und die Auswahl groß ist: Damit entsteht ein Markt, eine Option für ein Zusatzgeschäft.
  • Eine umfassende Marktmacht des jeweiligen kann es noch attraktiver machen, eine solches Geschäft vorzuschlagen: Wenn die Macht desjenigen so groß ist, dass man ihm keine Probleme machen möchte, dann kann man mit geringeren Risiko solche „Zusatzgeschäfte“ vorschlagen. Sie wird dann im Zweifelsfall nur ablehnen, aber nichts erzählen, weil sie es sich nicht verderben will
  • Weinstein soll gerne in einem Bademantel geschlüpft sein und um eine Massage gebeten haben, wenn das nicht zog, dann eine Schultermassage. Oder er ging Duschen um einen Vorwand zu haben, sich auszuziehen.
    All das sind im Endeffekt Überleitungen, die den Bruch abmildern: Statt sich direkt zu überlegen, ob sie sexuelle Handlungen wollen, können sie erst einmal etwas kleineres machen und man kann dann immer einen Schritt weiter gehen. Es verringert auch zusätzlich die Kosten, man kann anführen, dass man ja nur eine Massage wollte, nur kurz geduscht hat, ja immerhin einen Bademantel anhatte.
    Es dient damit der Risikoverminderung und der Schaffung von Gelegenheiten
  • Frauen, die sich darauf einlassen, haben ebenfalls kein Interesse daran, dass es publik wird, schon gar nicht, wenn sie weit nach oben gekommen sind. Frauen, die nicht angesprochen worden sind haben auch kein Interesse daran, sich mit ihm anzulegen, wenn sie in seinen Filmen mitspielen wollen oder er sie zu Persona non grata machen kann. Sie können auch schlicht auf die Personen herabsehen, die sexuelle Gefälligkeiten getauscht haben und davon ausgehen, dass diese selbst schuld sind
  • Beide Geschlechter sind sich vollauf bewußt, dass der Markt existiert und Mitglieder beider Geschlechter nutzen ihn auch. Es gibt Frauen, die sexuelle Gefälligkeiten anbieten um nach oben zu kommen, es gibt Männer, die auf diese Weise Rollen etc vergeben. Beides wird schlicht nicht zu vermeiden sein, solange der Markt besteht.  Denn Sex ist in der Hinsicht eine „Währung“
  • Männer wie (vielleicht) Weinstein sind reich genug um sich auch reiche Escorts leisten zu können. Es geht ihnen nicht schlicht um Sex mit schönen Frauen. Vielleicht geht es um Macht, vielleicht geht es um das Gefühl, dass diese Frauen ihn nicht abweisen und die Bestätigung mit bestimmten Stars etwas gehabt zu haben. Vielleicht macht es schlicht das Spiel für ihn interessanter und er will sehen, bei welchen es klappt und bei welchen nicht. Vielleicht sind ihm Escorts auch zu sehr aufs Geld fixiert und zu langweilig.