Die evolutionär relevante Zeit

Evolution ist ein Prozess der Zeit kostet. Es treten Mutationen auf, die sich durchsetzen müssen, auf die selektiert wird und die dann wieder auf andere zufällig aufgetretene Mutationen stoßen. Es ist interessant, sich die diesbezüglichen Zeiten einmal etwas mehr bewusst zu machen:

  • vor ca. 4 Milliarden Jahren: Erste Lebewesen
  • vor ca. 2,5 Milliarden Jahren: Mehrzellige Lebewesen
  • vor ca. 600 Millionen Jahren: Erste geschlechtliche Fortpflanzung
  • vor ca. 545 Millionen Jahren: wirbellose Tiere
  • vor ca. 495 Millionen Jahren: Erste Wirbeltiere
  • vor ca. 440 Millionen Jahren: Erste Panzerfische
  • vor ca. 417 Millionen Jahren: Fische verbreiten sich, Erste Amphibien
  • vor ca. 350 Millionen Jahren: Reptilien und Dinosaurier, flugfähig Insekten
  • vor ca. 250 Millionen Jahren: primitive Säugetiere
  • vor ca. 140 Millionene Jahre: die großen Dinosaurier
  • vor ca. 120 Millionene Jahre:  kleinere Säugetiere
  • vor ca. 65 Millionen Jahren:  Aussterben der Dinosaurier
  • vor ca. 65 Millionen Jahren: erste Primaten
  • vor ca. 20 Millionen Jahren: Menschenartige
  • vor. ca. 10 Millionen JahrenTrennung Abtrennung der Gorillas
  • vor. ca. 6 Millionen JahrenTrennung Menschen – Schimpansen
  • vor ca. 3,9 Millionen Jahren: Erste Funde Australopithecus
  • vor ca. 2,8  Millionen Jahren: Erste Funde Homo habilis
  • vor ca. 2,5 Millionen Jahren: Erste Werkzeuge
  • vor ca. 1,9  Millionen Jahren: Erste Funde Homo rudolfensis
  • vor ca. 1,8  Millionen Jahren: Erste Funde Homo erectus
  •  vor ca. 600,000 Jahren: Erste Funde Homo heidelbergensis
  • vor ca. 300,000 Jahren: Erste Funde Homo sapiens
  • vor ca. 300,000 Jahren: Erster Neanderthaler
  • vor 12.000 Jahren: Sesshaftigkeit und Landwirtschaft
  • vor etwa 7000 Jahren: Kupferzeit
  • vor etwa 5000 Jahren: Bronzezeit
  • vor etwa 3000 Jahren: Eisenzeit
  • vor ca. 300 Jahren: Erste Dampfmaschine

Rechnet man eine Generation mit 25 Jahren, dann ist der Beginn der Eisenzeit gerade einmal 120 Generationen her. Kaum ein Zeitraum, in dem sehr viel passieren kann. Die Moderne ist gerade mal 12 Generationen alt. Sie konnte auch nicht viel an Spuren hinterlassen. Und bis vor etwa 480 Generationen waren wir Jäger und Sammler.

Rechnet man die Zeit davor mit 20 Jahren pro Generation Dann betrug die Zeit, die wir als Jäger und Sammler verbracht haben zumindest etwa 2.000.000 Generationen. Man sieht, dass man hier die letzen Generationen der Jäger und Sammler quasi nicht abziehen muss, weil die Zahl so groß ist. Bereits davor lebten wir als Menschenartige auch als nicht sesshafte Jäger und Sammler.

Wann immer angeführt wird, dass aber im Mittelalter dies und jenes stattfand sollte man sich überlegen, welche evolutionären Auswirkungen das gehabt haben soll.

Wann immer soziologische Erklärungen beim Menschen ansetzen, um zB geschlechtliches Verhalten zu erklären sollte man sich bewusst machen, dass Fische vor 440 Millionen Jahren auch schon geschlechtliches Verhalten gezeigt haben und es Säugetiere auch schon 250 Millionen Jahre gibt.

Wenn jemand fragt, warum Evolutionsbiologie auf die Jäger und Sammlerzeit abstellt, dann muss er sich bewusst machen, dass wir Evolutionär gerade eben erst nicht mehr Jäger und Sammler sind. 12.000 Jahre sind eine verdammt kurze Zeit.

Die Moderne ist sogar vollkommen unbedeutend.

 

Daddy Issuses

Drüber gestolpert bei Twitter

Dazu auch:

daddy issues

The result of a messed uprelationship with one’s father, or having an absent father. Results in younger women chasing older men and even seeking mistreatment in some cases.
I was dating a 24 year old when I was 38 but I didn’t try to dress young. I was just a major alcoholic and she was the daughter of an alcoholic and had major daddy issues.

Once I sobered up she lost interest and I got creeped the fuck out thinking about the psychology of it all.

Mythos oder berechtigter Punkt?

Was müssen Männer „gegenleisten“ wenn Machtpositionen ihnen gegenüber ausgenutzt werden?

Auf Twitter wurde, ich vermute mal als Reaktion auf „Rolle gegen Sex/sexuelle Gefälligkeiten“ in Folge des Fall Weinstein, eine gute Frage gestellt:

Bei weiblichen Stars oder solchen die es werden wollen und Männern mit Macht , liegt natürlich Sex nahe.

Bei männlichen Stars hingegen wird es gelegentlich auch Sex oder sexuelle Gefälligkeiten gewesen sein, gerade bei schwulen Männern mit Macht,  aber, wenn mehr heterosexuelle Männer in Machtpositionen sind, eben eher etwas anderes_

Natürlich gibt es im Geschäftsleben das alte Spiel „wenn ich dich geschäftlich beauftrage, dann machst du mir das private Gartenhaus umsonst“, was aber eher auf Bauunternehmer oder andere Geschäftsbereiche passt und eher normale Bestechung bzw. Vorteilsnahme ist.

Andere Formen des Macht sind natürlich das Ausleben von Launen, die zeitliche Inanspruchnahme auch über Bürozeiten hinaus, dass gegeneinander Ausspielen in einem Wettbewerb  (2 Leute einstellen wobei langfristig nur eine Stelle da ist) etc.

Und auch ein Verhalten wie bei „Der Teufel trägt Prada“ dürfte in diese Richtung gehen.

Was meint ihr, was es da noch für Ausnutzungen gibt?

 

#ichwars

Endlich gestehen Männer ihre schändlichen Taten:

Das Alter von Vergewaltigungsopfern

Dazu dürfte allerdings auch beitragen, dass in den Fällen von Kindesmißbrauch meist die Kinder in einem Näheverhältnis zum Täter stehen, in dem es dann immer wieder zu Übergriffen kommt und dann eine Vielzahl von Fällen angezeigt werden.

Interessant ist auch, dass es gewisse Übereinstimmungen mit dieser Kurve gibt:

Unfruchtbarkeit Frau Alter

Unfruchtbarkeit Frau Alter

Was Männer nach Vorstellung radikaler Feministinnen machen können um Frauen zu helfen

Im Rahmen von „HowIwillchange“ wurden auch von einer Twitter-Nutzerin Tipps für Männer veröffentlicht,  was Männer machen können, um die Situation für Frauen zu verbessern.

Hier sind die Tipps:

But if you’re a man unsure of what you can do right now to support women, instant changes you can make this very second in your daily life that will make life better for women (and, bonus, for men too!), here you go:

  1. Overcome your own transphobia. Trans women are women. Trans men are men. Accept the lived truth of NB and GNC people, whether or not they are women.
  2. Be pro-choice and be vocal in support of reproductive rights. (And generous! Give to the National Network of Abortion Funds!) Understand that the opposite of reproductive choice is forced childbearing.
  3. Support subsidized birth control. Support women’s healthcare. Support women’s preventative healthcare. Support medical trials that include (or even prioritize) women.
  4. Support nontaxed menstrual products. Ask your workplace if tampons and pads are free. If they’re not, advocate for them to be free. Get over any embarrassment you may have about menstruation.
  5. Vocally advocate at your workplace for longer and more egalitarian paid parental leave, whether or not parenthood is part of your life. Advocate for lactation spaces. Advocate for on-site or subsidized childcare.
  6. Tell your elected officials that you are a man who votes and you prioritize women’s issues when you decide who to vote for. Then actually prioritize women’s issues when you decide who to vote for. Understand that women’s issues are your issues.
  7. Whenever you are in a group composed of only men (whether it’s social, work, church, or whatever) ask yourself why there are no women present. Then ask out loud why. Force an honest answer.
  8. Cultivate genuine, intimate, nonsexual friendships with women.
  9. Seek out women to be your heroes and mentors.
  10. Any time you see a building, street, institution, etc. named for a man, see how long it takes you to spot another one named for a woman. (Any time you see one named for a woman, check to see if it’s on something oriented specifically toward women, children, or families. Odds are good it will be!)
  11. Ask yourself what things you don’t do, for whatever reason, that you also think of as something women tend to do. (Sew? Send birthday cards? Care about skincare?) Try doing it for a while, just to see what it’s like to be a person who does the thing.
  12. Talk less. In all spaces. At all times. At a lower volume.
  13. When you need support, reach out to men as well as women. Work to be a person your friends of all genders can reach out to when they need support. Create a culture of openness around yourself.
  14. Consume media marketed to women. Don’t perform your consumption.
  15. Deprogram your beliefs about thinness being an optimal state of feminine beauty. Deprogram your beliefs that your desire matters in determining a woman’s worth.
  16. Jerk off without porn for a while.
  17. Learn about racism and intersectionality, and do everything you can to empower and amplify black women and NBWOC.
  18. Detach yourself from straw-man definitions for hot-button issues (intersectionality, cultural appropriation, political correctness, preferred pronouns, etc.) and learn what they’re really about. Unpack the real meanings behind phrases like “SJW” and “feminazi.” Believe people when they say they’re in pain.
  19. Prioritize kindness.
  20. Befriend children.

There are infinitely more things you can do. This is just a start. Pick a few that seem easy — and at least one that seems hard — and start doing them today. You start the rest tomorrow.

Klingt nach dem typischen feministischen Ratschlägen. Akzeptiere alles, unterwerfe dich bedingungslos und richte dein Leben neu auf Frauen aus.
Was sagt ihr zu den Tipps?

#MeToo und #HowIwillchange

In Reaktion auf Weinstein lief gestern auf Twitter eine internationale Version des Aufschreis, #metoo

Männer wurden aufgefordert, öffentlich Besserung zu geloben ode ihre Taten einzugestehen:

Schon war auch der Hashtag #Howiwillchange geboren:

Aber natürlich rief das auch Gegenstimmen auf den Plan:

 

 

Sawsan Chebli, die nicht erkannte Staatssekretärin und (un)passende Komplimente

Sawsan Chebli ist Staatssekretärin in Berlin und wurde auf einer Konferenz, bei der sie einen Vortrag halten sollte, nicht erkannt. Begründet wurde das damit, dass sie zu jung und zu hübsch sei.

Sawsan Chebli Sexismus

Sawsan Chebli Sexismus

Oder noch mal als Text:

Unter Schock – Sexismus

Vorfall: Ich sollte heute Morgen eine Rede halten. Vier Männer sitzen auf dem Podium. Ich setze mich auf den reservierten Platz in die erste Reihe. Vorsitzender vom Podium aus: „Die Staatssekretärin ist nicht da. Ich würde sagen, wir fangen mit den Reden dennoch an.“ Ich antworte ihm aus der ersten Reihe: „Die Staatssekretärin ist da und sitzt vor Ihnen. Er antwortet: „Ich habe keine so junge Frau erwartet. Und dann sind Sie auch so schön.“ Ich war so geschockt und bin es immer noch. Ich bin jedenfalls ans Pult: „Sehr geehrter Herr Botschafter a.D., es ist schön, am Morgen mit so vielen Komplimenten behäuft zu werden.“ Im Saal herrschte Totenstille. Dann habe ich meine Rede abwechselnd in deutscher und englischer Sprache frei gehalten. Es war ein internationales Forum.

Klar, ich erlebe immer wieder Sexismus. Aber so etwas wie heute habe auch ich noch nicht erlebt.

Das sind relativ wenig Informationen und es kommt einem einiges an Fragen in den Sinn:

Die Staatssekretärin ist anscheinend ein wichtiger Gast, aber ihr Eintreten bleibt vollkommen unbemerkt?  Hat sie sich nicht angemeldet, ist sie nicht zum Podium hoch um sich den Herrschaften vorzustellen, wenn sie kommt und da eh gleich eine Rede halten soll?

Und natürlich: Hat sich der Vorsitzende nicht informiert, wer da kommt, wenn er anscheinend wusste, dass die Staatssekretärin erwartet wird? Über Google findet man ja leicht ein Bild.

Es wäre also ein Fehler gewesen, der eigentlich leicht zu vermeiden gewesen wäre: Und zwar von beiden Seiten. Es ist durchaus möglich, dass er dachte, dass man ihm die Staatssekretärin ja ankündigen würde oder sie sich an ihn wenden würde, wenn sie kommt und er nicht erwartet hat, dass sie sich einfach hinsetzt. Es ist auch möglich, dass er dann die Situation überspielen wollte, mit einem Kompliment.

In der Tat sieht sie ja sehr jung aus, auch weil sie zumindest auf ihrem Profilfoto von Facebook stark das Kindchenschema bedient:

Sawsan Chebli

Sawsan Chebli

Sie ist 39 Jahre alt, ich habe das von ihr verwendete Bild mal durch eine Altererkennungsseite laufen lassen:

Sawsan Chebli Alter

Sawsan Chebli Alter

Ich habe natürlich keine Ahnung, wie alt sie auf dem Bild tatsächlich ist, vielleicht hat sie tatsächlich ein Bild genommen, auf dem sie sehr jung aussieht.

Ich habe mal das nächste Foto von Facebook genommen:

Sawsan Chebli Alter

Sawsan Chebli Alter

Ihr etwa gleichaltrige Kollege, ein Staatssekretär aus Berlin, wird übrigens wesentlich besser  erkannt (er ist Jahrgang 1979):

Das er sie nicht erkannt hat mag vielleicht daran liegen, dass er eine 39 Jahre alte Frau erwartet hat und sie tatsächlich jünger aussieht, so jung, dass man nicht erwartet, dass sie Staatssekretärin ist.

So will sie anscheinend auch wirken, denn das Foto, mit dem sie sich präsentiert, ist das, auf dem sie mit am jüngsten aussieht.

Insofern war der Vorsitzende zumindest ehrlich: Er hat aufgrund ihres Alters dem Aussehen nach nicht gedacht, dass sie Staatssekretärin ist und da lag er auch nicht wirklich falsch., wenn man sich andere Staatssekretäre anschaut.

Sie nennt dies als den schlimmsten Sexismus, den sie je erlebt hat. Das spricht aus meiner Sicht eher dafür, dass ihr Leben relativ frei von Sexismus war. Aber auch dafür, dass sie  anscheinend nicht bereit ist, sich ihre eigene Wirkung bewußt zu machen, denn so hätte der Fehler vermieden werden können. Sie hätte sich angemeldet, wäre auf die Leute zugegangen, hätte kurz etwas mit ihnen geschwatzt, vielleicht noch einen Witz gemacht, dass sie es wirklich ist und sich gut gehalten hat, und hätte dann Platz genommen.

Wenn man aber in einer Opferhaltung denkt bzw. eine Anspruchshaltung hat, dass andere einen per se einen hohen Status zuerkennen müssen, dann kommt es zu solchen Vorfällen. Und dann werden sexistische Vorfälle eine sich selbst  verstärkende Prophezeiung. Sie geht nicht auf die Leute zu, weil diese sie so erkennen müssen, denn sonst ist es Sexismus. Also erkennen sie sie nicht und es ist ein Nachweis, dass die Welt sexistisch ist.