Was müssen Männer „gegenleisten“ wenn Machtpositionen ihnen gegenüber ausgenutzt werden?

Auf Twitter wurde, ich vermute mal als Reaktion auf „Rolle gegen Sex/sexuelle Gefälligkeiten“ in Folge des Fall Weinstein, eine gute Frage gestellt:

Bei weiblichen Stars oder solchen die es werden wollen und Männern mit Macht , liegt natürlich Sex nahe.

Bei männlichen Stars hingegen wird es gelegentlich auch Sex oder sexuelle Gefälligkeiten gewesen sein, gerade bei schwulen Männern mit Macht,  aber, wenn mehr heterosexuelle Männer in Machtpositionen sind, eben eher etwas anderes_

Natürlich gibt es im Geschäftsleben das alte Spiel „wenn ich dich geschäftlich beauftrage, dann machst du mir das private Gartenhaus umsonst“, was aber eher auf Bauunternehmer oder andere Geschäftsbereiche passt und eher normale Bestechung bzw. Vorteilsnahme ist.

Andere Formen des Macht sind natürlich das Ausleben von Launen, die zeitliche Inanspruchnahme auch über Bürozeiten hinaus, dass gegeneinander Ausspielen in einem Wettbewerb  (2 Leute einstellen wobei langfristig nur eine Stelle da ist) etc.

Und auch ein Verhalten wie bei „Der Teufel trägt Prada“ dürfte in diese Richtung gehen.

Was meint ihr, was es da noch für Ausnutzungen gibt?

 

37 Gedanken zu “Was müssen Männer „gegenleisten“ wenn Machtpositionen ihnen gegenüber ausgenutzt werden?

  1. Erst einmal freundlich und höflich sein, dann unterwürfig und folgsam, und letztendlich korrupt. Bei „korrupt“ gäbe es Geldzuwendungen, materielle Zuwendungen und letztendlich Sex.

    Ich würde aber nicht von Missbrauch reden, wenn das „Opfer“ bewusst damit spielt. Im gesetzlichen Sinne ist Korruption selbstverständlich strafbar (Sex nicht unbedingt;-)).

    • „Ich würde aber nicht von Missbrauch reden, wenn das „Opfer“ bewusst damit spielt.“

      Genau. Männer wägen ihre Grenzen und ihre Situation ab und überlegen, wie weit sie mitgehen. Können sie es gar nicht, suchen sie sich einen anderen Job und zerren ihren Arbeitgeber danach vors Arbeitsgericht.

      Bei so mancher professionellen OpferfeministIn (m/w) habe ich den Eindruck, dass ihnen alleine das Abwägen von Interessen und Positionen und das Auferlegen einer Kompromißfindung schon als Zumutung/Mißbrauch erscheint.

      Allerdings muss ich sagen, dass z.B. im Falle Weinsteins den betroffenen Frauen mangels echter Alterntiven (aufgrund seiner monopolähnlichen Marktmacht) das Abwägen zwischen Alterntiven kaum möglich gewesen ist.

      • „Allerdings muss ich sagen, dass z.B. im Falle Weinsteins den betroffenen Frauen mangels echter Alterntiven (aufgrund seiner monopolähnlichen Marktmacht) das Abwägen zwischen Alterntiven kaum möglich gewesen ist.“

        Seh ich nicht so.
        Vielmehr haben sich die unseligen Verhältnisse wahrscheinlich aus einer Wechselwirkung heraus entwickelt, deren Ursprung keiner mehr kennt.
        Will heißen, es KANN sein, dass Weinstein von Anfang an Sex als Voraussetzung für eine erfolgreiche Bewerbung einer Frau gefordert hat, es kann aber genauso gut sein, dass am Anfang eine Frau stand, die von sich aus dieses Angebot zur Unterstützung ihrer Bewerbung machte.

        Außerdem WISSEN wir nicht, ob eine Verweigerung die Chancen einer Bewerberin tatsächlich verringerte. Wir setzen es aufgrund der Aussage von Betroffenen voraus, haben also subjektiv gefilterte Informationen.

        Die Alternativen einer Actrice sind
        – sich Vögeln lassen für den Job,
        – sich nicht Vögeln lassen,
        – sich woanders bewerben,
        – die Branche wechseln.

        Alles echte Alternativen. Die Frau muss sich nur entscheiden, was ihr wichtiger ist.

  2. Es ergeben sich Korruptionsnetzwerke. Ich tue jemand einen Gefallen und verpflichte ihn damit, mir auch einen zu tun. Wenn dies mehrfach geschieht, ergeben sich Seilschaften von Leuten, die sich gegenseitig unterstützen auf Kosten der Allgemeinheit. Das kann die ganze Gesellschaft durchdringen, so in Südamerika oder Afrika oder arabischen Ländern, und das Gemeinwohl schädigen.

    Mir hat mal ein Bekannter in Kolumbien gesgt: „Wenn die Korruption nicht wäre, wären wir das reichste Land der Welt.“

    Interessante Frage für mich ist: Warum ist das so unterschiedlich verbreitet? IN Skandinavischen Ländern z.B. extrem wenig Korruption, in Afrika extrem viel. Und was könnte man tun, um es zu ändern?

    • Ich habe 12 Jahre in Afrika gelebt und glaube nicht, dass man an der Korruption etwas ändern kann, da sie allgemein akzeptiert ist. Sie gehört seit tausenden von Jahren zum normalen Geschäftsgebahren und ist tief in den familiären und tribalistischen Gebräuchen verankert. Ohne ’sidekick‘ kein business. Moralische Appelle aus der eurozentrischen Kultur werden nur mit einem müden Lächeln abgetan. Das findet man in den Bonbon-dealings von 4 jährigen bis zum Präsidenten. Eine Chance sähe ich darin, die Korruption zu legalisieren und transparent zu machen. Das würde aber vermutlich Neid Debatten auslösen, die die Vorteilsnehmer nicht wollen. Menschliche Gier abzuschaffen dürfte unmöglich sein, da selbst die Reichen oft die Gierigsten sind. Viele Menschen streben doch nach Macht und Reichtum, um vorwiegend den Sexualtrieb zu befriedigen.

      • @jochen

        Ich glaube ein korruptes System wieder einzufangen ist unglaublich schwierig. Man muss dann eben eine effiziente Verwaltung schaffen, die da aufräumt und sich an größere Spieler herantrauen. Wenn alle mit drin steckten, dann haben aber alle eher anreize, dass zu blockieren

        • Es gibt keine Anreize die Korruption abzuschaffen, außer. wenn an die Vergabe europäischer Entwicklungshilfe moralische Bedingungen geknüpft werden. Dafür werden Anti-Corruption-Commissions gegründet, die auch korrupt sein können. Chinas Erfolg in Afrika beruht auf dem Fehlen moralischer Bedingungen. Es ist also niemand ernsthaft an der Abschaffung der Korruption interessiert, so wie bei uns niemand an der Abschaffung der Marktwirtschaft interessiert ist.

        • „Ich glaube ein korruptes System wieder einzufangen ist unglaublich schwierig.“

          Nach meinem Eindruck sind besonders die Länder korrupt, die eine sehr geringe bis keine Identität haben.
          Was nachvollziehbar ist.
          Wenn mir „der Staat“ scheißegal ist, ist mir auch sein Wohlergehen wurscht. Gerade afrikanische und asiatische Staaten sind oft Kunstprodukte aus der europäischen Kolonialzeit. Da treffen Ethnien und Kulturen aufeinander, die nichts miteinander gemein haben, abgesehen von gemeinsamen Stammesgrenzen.
          Vermutlich würden solche Staaten besser als Föderationen funktionieren. Viele würden dann aber wahrscheinlich sofort auseinanderbrechen.
          Anschauliche Beispiele sind Afghanistan und der Irak.

      • Nun war das ja in Europa nicht schon immer besser. Wenn man sich das Mittelalter anschaut, dann herrschten hier die selben korrupten Strukturen wie heute in Afrika, die Fürsten begünstigten ihre Familie und die Verwaltung war ineffizient.

        Offenbar ist seit dem etwas geschehen; Stichwort Aufklärung. Wie sich das aber genau ins Alltagsleben der Menschen umgesetzt hat, ist mir auch nicht klar.

    • „Warum ist das so unterschiedlich verbreitet? IN Skandinavischen Ländern z.B. extrem wenig Korruption, in Afrika extrem viel.“

      Es liegt wohl hauptsächlich an der Abwesenheit des Tribalismus, oder anders: an der „Kleinfamilie“ im Vergleich zum „patriarchalen Clan“. Die „neurechten“ Philosophen und Historiker denken da schon lange drauf herum:

      „Weshalb aber ist das so? Nach Sieferle war es sei ein hoch unwahrscheinlicher Prozess, der in den europäischen Ländern über Jahrhunderte hinweg Mentalitäten und Institutionen geschaffen hat, deren Ergebnisse wir heute vor uns haben. Dieses Erfolgsmuster könne nicht ohne weiteres kopiert werden.“
      https://philosophia-perennis.com/2016/10/30/rolf-peter-sieferle/
      Titel: „Deutschland, Schlaraffenland“ oder: der Untergang Europas – Rolf Peter Sieferles† letzter Essay“

      Hängt vermutlich mit dem Christentum zusammen, dem harten Klima, Rittertugenden usw. ein nicht-monokausaler historischer Prozess halt. All das, was man unter „Kultur“ versteht und heute geleugnet wird.

      Möglich wären auch genetische Faktoren, aber das will niemand untersuchen.

      „Und was könnte man tun, um es zu ändern?“

      Einfach weiter Merkel wählen, dann ist der „hoch unwahrscheinliche Prozess“ bald an seinem Ende. Ich weiß, du meintest es umgedreht. Aber außer Hilfe anbieten, können wir gar nichts tun. Zumal wir genug mit uns selbst beschäftigt sein werden:

      „Sieferle knüpft hier offebar vor allem an Gedanken des Soziologen Robert Putnam an. Das wichtigste Produkt kulturellen Kapitals sei dabei Vertrauen innerhalb einer Gesellschaft. Massenzuwanderung von Menschen, die dieses kulturelle Kapital nicht aufwiesen, löse das Vertrauen in einer Gesellschaft auf und erzeuge eine „multitribale Gesellschaft“, die weder als Sozial- noch als Rechtsstaat funktionieren könne und katastrophal scheitern müsse.“
      https://bundsanktmichael.org/2017/04/06/rolf-peter-sieferle-die-kommenden-verwerfungen-in-europa/

      Deshalb wird Sieferle ja auch so gehasst und die Linksfaschisten haben bei der Buchmesse seine Bücher verschmutzt oder entfernt:
      https://www.michael-klonovsky.de/acta-diurna/item/671-13-oktober-2017

      • Ich denke auch, dass genetische Faktoren eine Rolle spielen, insbesondere wenn man epigenetische Anpassungen berücksichtigt. Als notwendige Voraussetzung, um Prozesse zu einer anti korrupten Kultur in Gang zu setzen, wäre die materielle Armut der Bevölkerung zu beseitigen. Ein leerer Magen erzeugt Korruption.

        • „Ich denke auch, dass genetische Faktoren eine Rolle spielen, insbesondere wenn man epigenetische Anpassungen berücksichtigt.“

          Das ist Quatsch. Dann wären in die entwickelten Länder eingewanderte Schwarzafrikaner korrupter, als Einheimische. Dafür gibt es aber keine Indizien.

          „Ein leerer Magen erzeugt Korruption.“

          DAS ist die entscheidende Aussage. Ich setz mich nur für eine Gemeinschaft ein, von der ich eine adäquate Gegenleistung erwarten kann. Wenn ich sehe, dass mein Einsatz (als Steuer, oder als Arbeitsleistung) in die Taschen anderer fließt, werde ich versuchen, mein Verhalten anzupassen.
          Korruption blüht überall dort, wo der Staat schwach ist.

          In D ist z.B. die Familienjustiz partiell korrupt, was von einer breiten Schicht der Gesellschaft getragen wird. Als Reaktion darauf war es zumindest noch vor wenigen Jahren für Väter erfolgversprechender, die von der Mutter – gesetzwidrig(!) – verschleppten Kinder mit Hilfe einer eindrucksvollen Truppe vom Kiez zurückzuholen, als mit Hilfe des Rechtsstaats.

          • „Das ist Quatsch. Dann wären in die entwickelten Länder eingewanderte Schwarzafrikaner korrupter, als Einheimische. Dafür gibt es aber keine Indizien.“

            Wenn es welche gäbe, würde man sie, politisch korrekt, verschweigen.

            Um korrupt sein zu können, muss man auch erstmal in einer Position sein, in der es sich lohnt, sich korrumpieren zu lassen.

            Genetische Komponenten sind m.E. ohnehin höchstens subtile Verstärker. Sie schaffen halt eine „Anlage zu“, die in günstiger Umgebung (etwa wenn der Clan auch mit einwandert) zum tragen kommt und überformend oder zumindest beeinflussend wirkt, ansonsten aber keine Auswirkungen hat.

            Aber es ist sinnlos das zu diskutieren, so lange man lieber alle Unterschiede leugnet. Gegen das „alle Menschen sind gleich“-Dogma anzuforschen, ist z.Z. fast unmöglich. Vielleicht auch nicht wünschenswert, so lange wir unvorteilhaftes Erbgut nicht auch korrigieren können. Kurz: wir wissen es nicht und wollen es nicht wissen.

            „DAS ist die entscheidende Aussage. Ich setz mich nur für eine Gemeinschaft ein, von der ich eine adäquate Gegenleistung erwarten kann. Wenn ich sehe, dass mein Einsatz (als Steuer, oder als Arbeitsleistung) in die Taschen anderer fließt, werde ich versuchen, mein Verhalten anzupassen.
            Korruption blüht überall dort, wo der Staat schwach ist.“

            Das sind mehrere falsche Aussagen auf einmal.

            a) Hunger ist keinesfalls ursächlich (siehe mein anderes Posting)

            b) eine Gemeinschaft, in der ich eine adäquate Gegenleistung erhalte, ist nicht korrupt, also bin ich es auch nicht (und umgekehrt) eine Nullaussage, ein Zirkelschluss der nichts erhellendes beiträgt

            c) eine Selbstbedienungsdiktatur ist auch ein „starker Staat“, du verwendest das Wort im abendländischen bzw. nordeuropäischen Sinne und meinst damit einen (einigermaßen) funktionierenden Sozialstaat der an Schwache umverteilt und deren Recht sicherzustellen versucht, den gibt es aber eben erst dann, wenn die Korruption niedrig ist, womit wir wieder bei Punkt b sind, wieder ein Zirkelschluss

            „In D ist z.B. die Familienjustiz partiell korrupt, was von einer breiten Schicht der Gesellschaft getragen wird. Als Reaktion darauf war es zumindest noch vor wenigen Jahren für Väter erfolgversprechender, die von der Mutter – gesetzwidrig(!) – verschleppten Kinder mit Hilfe einer eindrucksvollen Truppe vom Kiez zurückzuholen, als mit Hilfe des Rechtsstaats.“

            Ja, da sieht man schön den Mechanismus der Erosion, wenn Institute nicht mehr funktionieren, wenn Rechtsprechung nicht mehr als gerecht empfunden wird oder nur noch partiell zur Geltung kommt.

            Diesen Mechanismus kann man in vielen Staaten recht direkt studieren, das Gegenteil hingegen, den Aufbau (den es sicher auch gibt) bekommt man viel schwieriger zu greifen. Von wem geht er warum aus? Was sind die nötigen Angelpunkte usw.?

        • „Ein leerer Magen erzeugt Korruption.“

          So habe ich auch mal gedacht, begünstigen tut er sie auf jeden Fall, aber der einzige Erzeuger ist er keinesfalls. Siehe Saudi Arabien, dort hungert auch niemand, aber die Korruption ist legendär…

          Das Problem beißt sich an dieser Stelle auch böse in den Schwanz, denn wie willst du in einer korrupten Gesellschaft wirkungsvoll den Hunger bekämpfen? Sie hungert, weil sie korrupt ist und sie ist korrupt, weil sie hungert. Auch wird Armut immer auch ideologisch überformt, Selbstlosigkeit ist in unserem Kulturkreis ein Ideal, stark auf christlichen Wurzeln basierend (Jesus der jeglichen weltlichen Besitz ablehnte, spiegelt sich auch in Märchen, wie „Sterntaler“ und allerlei Erzählungen:
          https://de.wikipedia.org/wiki/Die_Sterntaler
          )

          Ehrlichkeit und Aufrichtigkeit wurde oft (oder gerade) auch in sehr armen Zeiten hochgehalten. Natürlich nie von allen praktiziert, aber eben doch von einem wichtigen stabilen Durchschnitt. Wie du mir, so ich dir, gipfelnd in Kants „kategorischen Imperativ“.

          Uns erscheint das naheliegend und nützlich, aber ich habe auch schon mit Leuten diskutiert, die eher der Auffassung waren: „ach komm, wenn du die Möglichkeit hättest, würdest du auch…“ oder „Beziehungen schaden nur dem, der sie nicht hat“. Versuche mal, jemanden der so denkt, vom Gegenteil zu überzeugen!
          Es wird dir nicht gelingen! Diese Ebene ist kulturell mental verwurzelt, prägt sich jeder jungen Generation nur durch „vorleben“ und Sozialisation ein, sie ist nicht rational zugänglich.

          Deshalb (und das ist das tragische) wird sie von zu Vielen nichtmal wahrgenommen und damit leichtfertig etwas geopfert, was wir u.U. niemals zurückholen können…

      • Das ist ziemlich genau das was ich auch denke. Ich bin aber nicht so pessimistisch, was Änderungsmöglichkeiten betrifft. Man könnte z.B. Stipendien an begabte Afrikaner vergeben, und sie nach dem Studium zur Rückkehr in ihre Heimatländer verpflichten. Und es wäre auch ein kuklturelle Offensive für das westliche System vorstellbar, aber das wäre ja Imperialismus und Eurozentrismus.

        • „Man könnte z.B. Stipendien an begabte Afrikaner vergeben, und sie nach dem Studium zur Rückkehr in ihre Heimatländer verpflichten.“

          Es gibt Indizien, die nahelegen, dass das eher einen gegenteiligen Effekt hat. Wenn jemand top ausgebildet in ein korruptes Land kommt, kann er direkt an die Spitze durchmarschieren, nur einige Beispiele:
          http://www.zeit.de/studium/uni-leben/2013-04/diktator-nordkorea-syrien-studium-europa

          Lenin war auch lange Zeit in der Schweiz und hat in Russland dann trotzdem eine kommunistische Diktatur aufgebaut, statt eine mittelständische direkte Demokratie.

          Oder ein ganz altes Beispiel Cheruskerfürst „Arminius“, der sogar römischer Bürger und „Ritter“ wurde, bevor er dann gegen die Römer kämpfte.

          Es geht eben nicht nur um Bildung, es ist viel mehr. Du musst sie überzeugen können! Das wiederum kannst du höchstens dann, wenn du ihre gesamte bisherige Sozialisation und ihre Lücken kennst. Und ganz ehrlich: welche Überzeugungskraft haben die dekadenten, müden, unfruchtbaren, gender-gemainstreamten, westlichen Gesellschaften wohl noch? Die ringen doch mit ihrem Untergang und ihren verfehlten Ideologien.

          „Und es wäre auch ein kuklturelle Offensive für das westliche System vorstellbar, aber das wäre ja Imperialismus und Eurozentrismus.“

          Wie stellst du dir das konkret vor?

          • So wie du das schon angedeutet hast:Man müsste das westliche Gesellschaftssystem und seine Übernahme offensiv empfehlen und dafür werben. Und du hast auch damit recht, dass dazu kaum jemand aktuell bereit wäre aus politisch korrekter Rücksichtnahme. Da nimmt man sie lieber als Flüchtlinge auf, obwohl das erkennbar zu nichts gutem führt.

  3. Die bedingungslose Unterwerfung unter die Karriereambitionen der/des Vorgesetzen: Sprich, ALLE Erfolge und guten Ideen werden ihr/ihm zugeschanzt. Die Gegenleistung? Man darf erwarten, im Außenverhältnis gegen Kritik und Blaming bei Fehlern abgeschirmt zu werden. Richtige EgomanInnen zeigen aber auch bei Fehlern gerne auf die Untergebenen und verheizen die Leute rücksichtslos.

  4. Die Frage ist völlig falsch gestellt, weil sie dem Framing der Hollywood-Sternchen folgt. Natürlich sind die Mehrheit der Mann-Mann-Verhältnisse nicht sexueller Natur. Und so ziemlich alle Härten des Lebens sind Folge davon, dass jemand anders mächtiger ist und einen ausbeutet (der gute alte Hauptwiderspruch!). Der wesentliche Unterschied ist, dass Frauen mittels Sex einen Short-Cut haben um sich nach oben zu arbeiten, der Männern so nicht zur Verfügung steht.

    Aber wenn man mit diesen Hollywood-Sternchen ernsthaft glauben will, sie hätten ihre Karrieren wegen ihres „ausdrucksstarken Spiels“ und die Produzenten seien nur unverschämte Schmarotzer an ihrer Kunst, die ihre Machtposition ausnutzen, anstatt diejenigen, die diese Karrieren wesentlich gemacht haben, dann lebt man eben in einer Fantasiewelt, in der man die Zusammenhänge fast schon absichtlich nicht versteht.

          • Man kann die Besetzungscouch nicht wegdenken, solange man nicht ’sex appeal‘ wegdenkt. Dann hat man aber auch Hollywood weg-gedacht. Bei Film und Literatur (aller Kunst) geht es doch wesentlich um Sex. Man kann den Sex nicht aus dem Sexbusiness wegdenken. Dieses ganze ‚Gegendere‘ versucht doch nur den Sex zu eliminieren: soziale Konstruktion gegen Biologie.

          • @jochen

            Zumindest die Besetzungscouch, wo sie außerhalb des Films als „bestechung“ sexuelles machen müssen kann man aus meiner Sicht schon wegdenken.
            Mir geht es eigentlich auch nur darum, dass der Ansatz von LH aus meiner Sicht etwas einfach ist:
            Vielleicht wären dann andere nach oben gekommen, weil man mit Schauspielerei etc konkurriert hätte, aber das ist ja jetzt auch so. Man weiß nie, ob nicht eine hübschere schlampiger ist.

      • Und was wäre, wenn man sich das Bild beim Film wegdenkt?

        Tatsache ist, dass gerade wenn es um den ersten großen Film einer Schauspielerin geht, es ziemlich viele Frauen gibt, die attraktiv genug sind um unter denen immer noch genug zu finden, die vor der Kamera ausreichend gut agieren und die mit den Mechanismen des Geschäfts klarkommen. Das macht die Verhandlungsposition so einer Jungschauspielerin ziemlich schlecht, aber sie kann eben auch sehr leicht Karriere machen und zur Marke aufsteigen, wenn nur ein mächtiger Mann genug in sie investiert.

        Es ist bei Schauspielerinnen eben nicht wie bei Schauspielern, dass die sich häufig über Jahre und aus Serien und kleineren Filmen heraus langsam an den Blockbuster heranarbeiten, wie das z.B. bei Johnny Depp oder Brad Pitt der Fall war. In dem Zeitraum, den die beiden gebraucht haben, ist eine Schauspielerin längst „verblüht“ und als junge, attraktive Unschuld nicht mehr zu besetzen.

      • „Was wäre denn, wenn man die Besetzungscouch wegdenkt?“

        Hab ich grad mal versucht – und schwupps, war sie wieder da.

        Wenn sich auf eine Filmrolle 10 gleichattraktive Frauen bewerben, wird mindestens ein Teil von ihnen bei der Bewerbung zusätzliche „Skills“ in die Wagschale werfen.
        Die anderen dürfen dann für sich entscheiden, ob sie nachziehen, oder passen – und verzichten.

        Nicht für jede Frau ist Sex ein Heiligtum, das nur mit dem festen Partner geteilt wird.

  5. Also ich hab’s im Studium so erlebt, dass gewisse ältere Professoren, die das Seminar auch als „Jagdrevier“ auffassen, d.h. Sex mit Studentinnen haben, auch aktiv versuchen, dich als Mann (potentiellen Konkurrenten) herabzusetzen. Zu Studienbeginn war ich auf jeden Fall ein junger Mann, der vom Aussehen her recht attraktiv war (was unter Umständen auch kein besonderes Verdienst ist, an der Uni hängen auch viele verschlonzte Typen rum ;)), Machtstrukturen durchschaut habe ich aber nicht und ich war auch nicht besonders schlagfertig. Es gab zumindest einen Prof, der mich im Gegensatz zu asexuell wirkenden/unattraktiven männlichen Kommilitionen immer versucht hat, runterzumachen. Das war ziemlich offensichtlich.

    In Sportvereinen muss ich sagen, dass ich schwule Trainer zum Teil ganz angenehm finde, weil die halt zu einem als Mann eher aufmerksam und charmant sind, und sich halt nichts aus jedem Problemchen von Frauen machen. Heterotrainer müssen ja auch häuftig ständig zeigen, dass sie der Alpha-Affe sind.

    Es ist alles ein zweischneidiges Schwert.

  6. Selbstredend ist die Tatsache, dass Frauen ihre Sexualität gewinnbringend einsetzen können, ein Vorteil, kein Nachteil.

    Es erinnert mich an einen typisch larmoyanten Zeitungsbericht über eine junge Frau, die anschaffen gehen „musste“, um ihr Studium zu finanzieren.
    Selbstredend hat die Zeitung nicht erwähnt, dass die Prostitution hierbei eine Chance mehr ist, als Männer sie im Normalfall haben.

    • „Selbstredend ist die Tatsache, dass Frauen ihre Sexualität gewinnbringend einsetzen können, ein Vorteil, kein Nachteil“

      Das ist ja gerade in einer Konkurrenzsituation um ´zB eine Rolle etwas zu sehr von der Gruppe her gedacht.
      Für die Frau, die nicht bereit ist, ihre Sexualität einzusetzen (und wer will es ihr verdenken, dass sie nicht mit den Weinsteins dieser Welt schlafen möchte) ist es lediglich ein Vorteil ihrer Konkurrentinnen, den sie nicht hat bzw nicht nutzen kann

  7. Ich mochte sowohl die meisten meiner bisherigen maennlichen und weiblichen vorgesetzten. Ich erinnere mich, dass mir das zu beginn durchaus „invasiv“ vorgekommen ist (d.h. erst durch gruppenzwang, wurde das „normal“) Ich hatte und wuerde es nicht als „belaestigung“ auslegen – sondern als einen… anderen (effektiven) emotionaleren fuehrungsstil. (Das team hatte dadurch einen sehr hohen zusammenhalt, und war sehr effektiv)

    Nicht verallgemeinbar – aber aus meinem Erfahrungsschatz:
    Weibliche Vorgesetzte:
    Am ehesten vergleichbar ist die Erwartungshaltung (von weiblichen vorgesetzten) sich emotional zu oeffnen so dass die Beziehung zum Vorgesetzten/Mitarbeitern auch eine emotionale Komponente (anstatt professionellen abstand) enhaelt. (dies ist schon bei der Einstellung zu beobachten) e.g.:
    – Hochzeit/Geburtstage (Weibliche Vorgesetzte sind eher „verschnupft“ wenn sie nicht eingeladen werden
    – Begruessung (Umarmungen und „kuesschen“) – es wird erwartet sich anzupassen\
    – Real feelz. – „sharing is caring“. d.h. es wird erwartet sich emotional zu oeffnen – mit „belohnung/excuses“ wenn sich emotional geoeffnet wird.
    – Es wird erwartet an privaten Veranstaltungen teilgenommen wird (wenn man in dem „inneren kreis“ ist)
    – Insbesondere bei weiblichen vorgesetzten wenn die position personalverantwortung hat, wird haeufig erwartet auch „emotionalen“ rueckhalt zu geben. (der den „normalen“ Bereich des Vorgesetzten-Mitarbeiter verhaeltnis ueberschreitet)
    – Abteilungsinternen feiern aktiv mitmachen – d.h. tanzen mit mitarbeitern/vorgesetzten
    – Geburtstage persoenlich anrufen – auch wenn die person/vorgesetzte nicht im buro ist.

    • @ p.s.v.m.

      So ganz hab ich Deinen Text nicht verstanden.

      „Ich erinnere mich, dass mir das zu beginn durchaus „invasiv“ vorgekommen ist (d.h. erst durch gruppenzwang, wurde das „normal“)“

      ‚Was ist Dir „invasiv“ vorgekommen und was wurde durch Gruppenzwang „normal“?

      Grundsätzlich habe ich eine neutrale Haltung zum Geschlecht meines Vorgesetzten, solange der Betrieb reibungslos läuft. Tut er das, dann verbuch ich das mal als „positive Erfahrung“, obwohl es eine Selbstverständlichkeit sein soll.
      Unter den drei weiblichen Vorgesetzten, die ich bisher genossen hatte, sind mir zwei in sehr negativer Erinnerung, eine in positiver.
      Unter den negativen Erinnerungen war eine, die ihre nichtpromovierten Kolleg(inn)en mit triefender Herablassung behandelte, was besonders die Laune der Laborantinnen strapazierte. Ich selbst hatte ein entspannteres Verhältnis zu ihr, weil ich gut zu kontern verstand.

      Die andere fiel durch bemerkenswerte Unkenntnis über ihr Fachgebiet auf, mit einigen Kollegen (u. a. mit mir) redete sie selbst bei direkter Anwesenheit nur über dritte Personen, und sie war die erste Vorgesetzte, deretwegen sogar die Konzern-Personalchefin aus den USA eingeflogen werden musste, weil sie sich bei den Kolleg(inn)en öfter im Ton vergriff. Ein männlicher Vorgesetzter, der die weiblichen Kollegen als „dumme Tussen“ tituliert hätte, wäre nicht einmal mehr bis zum Schreibtisch gekommen, um seine Brotdose einzupacken, so fristlos hätte man ihn gefeuert.
      Nun, nachdem unsere Chefin 6 der 7 Fachingenieure innerhalb von drei Monaten vergrault hatte, rollte auch ihr Kopf.

      Insgesamt aber glaube ich nicht, dass man aus drei Erfahrungen verallgemeinern kann.

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