„In der feministischen Zukunft werden alle Minderheiten das Recht auf die Objektifizierung haben, die sie wollen“

Ein anderer passender Artikel zu dem Thema „feministisch richtiges Begehren“

Dort heißt es:

In a society that either desexualizes or hypersexualizes trans and gender nonconforming people, my whole existence is pretty much devoid of good sexual energy. While many of my cis women friends are trying to figure out how to drain out a swamp of unwanted male attention, I’m stuck in a desert trying to suck water from a cactus.

Jacob Tobia
Jacob Tobia

I can show literally my entire leg and get nothing. I can wear a skimpy dress to a club and people just look the other way. I can wear five inch heels and, while I might get lots of attention, it won’t be sexual attention. Instead of being a “madonna” or a “whore,” I’m simply considered a “diva” or a “freak” (and not the good kind). In the very best case scenario, when my sexual agency and desirability are recognized (about as often as a total solar eclipse, tbh), it’s almost always as “an experiment,” or as “something exotic,” a weak, token attempt to diversify someone else’s sexual portfolio.

I want to be sexually objectified and it never happens. I want people to appreciate the time and effort that I put into my body and my look. I want people to look at my perfectly applied lipstick and want me because of it. I want my long legs to give people feels. I want to dance on the bar and leave boys breathless, panting, and desperate to talk to me.

Natürlich ist es vollkommen okay, wenn man begehrt sein möchte. Wer möchte das nicht. Aber hier finde ich es ja doch erstaunlich. Es ist verständlich, dass die Leute nicht auf das Bein oder die Absatzschuhe reagieren, weil sie (er?)  schlicht eher wie ein Freak aussieht. Ich kann verstehen, dass weder Frauen noch Männer sich sonderlich angesprochen fühlen.

Das mag hart klingen, aber es gibt eben keinen Anspruch darauf, dass man als sexy wahrgenommen wird. Attraction is not not a choice

Das wird dort aber anders gesehen:

I think it begins with each of us shifting our internal monologue. It begins with learning to admit that it is okay to desire consensual objectification. If we want it, it is okay to enjoy being looked at. It is okay to enjoy being thought about and desired. It is human.

I want to be objectified in certain circumstances and in certain places. I want to be objectified at a gala when I’ve spent five hours on my makeup and weeks picking out the perfect dress. I want to be objectified when you’re looking at my picture on Tinder. I want to be objectified at a friend’s intimate cocktail party, when I’m lounging on the couch with my legs intentionally positioned just so. I want to be objectified in a nightclub when I’m dancing on the bar, and I want you to continue to objectify me when I’m back on the dancefloor. I’m even okay being objectified in the grocery store (but only when there’s comedic value, like when I’m shopping for bananas or cucumbers or vegan sausages or something).

And just because I want to be objectified in some places, that doesn’t mean that I want to be objectified in all places. I don’t want to be objectified in the office. I don’t want to be objectified in a meeting with a producer or an editor. I don’t want to be objectified by a director on set. I don’t want to be objectified on the street or on the subway or in the parking lot when I’m trying to get through my day. And if you see me in a coffee shop working on an article for Playboy, please don’t objectify me then either because odds are I’m in the zone and just need to get this shit done. (…)

In a feminist future, we stop saying that all objectification is categorically bad. In a feminist future, all trans people, people of size, people of color, and people with different abilities have the chance to get the types (if any) of objectification that we crave. In a feminist future, we each have the chance to own the types of objectification (if any) that we like and the types of objectification that we’d rather do without.

Dabei geht es darum, dass gefälligst Transsexuelle genauso ein Recht darauf haben, als begehrenswert angesehen zu werden wie andere. Wie man Begehren auf diese Weise steuern sollte bleibt unklar, es folgt schlicht daraus, dass die Welt gerecht ist.

Hardcore Transaktivisten sind, ich hatte es an anderer Stelle schon gesagt, mit die verrücktesten Feministen, die es gibt, weil sie jede Andersbehandlung als nach dem gewünschten Geschlecht als Transfeindlichkeit ansehen. Wer also die oben dargestelle Person nicht schön findet, der ist damit transfeindlich. Eine nichttransfeindliche Person würde schlicht eine (wunderschöne) Frau sehen und sie als solche akzeptieren.

 

37 Gedanken zu “„In der feministischen Zukunft werden alle Minderheiten das Recht auf die Objektifizierung haben, die sie wollen“

    • Das dacht ich mir auch grad, kurze Haare, ein T-Shirt oder Polo, eine Jeans und Sneaker, und ich würde ihn nicht von der Bettkante schubsen.

    • Habe alles aus dem Blog gelesen. Das half mir den Balztanz der Menschen anzuerkennen. Bis dahin lief ich tatsächlich mit dem Glauben herum, dass ich ein Hausmann werden könnte.

  1. CXhristian hat auf das wesentliche hingewiesen: Begehren kann man nicht steuern. Man kann vielleicht erwarten, dass der Typ nicht ausgelacht oder angepöbelt wird, aber mehr auch nicht.

    Vielleicht sollten die Transsexuellen mal darüber nachdenken, ob es nicht sinnvoller wäre, ihr Empfinden dem Körper anzupassen, anstatt umgekehrt.

    • Vielleicht sollten wir Männer mal darüber nachdenken, ob es nicht sinnvoller wäre, auch Frauen zu werden, damit wir von Frauenquoten & Co. profitieren können, anstatt uns darüber zu ärgern.

  2. „In a feminist future, we stop saying that all objectification is categorically bad.“

    Übersetzung: Im Schlaraffenland ist alles so, wie ich es gerne haben möchte, ohne dass ich mich anstrengen muss. Und obwohl ich zu faul bin, mir Gesicht und Beine zu rasieren, werden mich Männer als wunderschöne Frau ansehen – natürlich nur die, die ich auch attraktiv finde und nur dann, wenn ich es will.

    m|

  3. Immerhin wissen wir jetzt, wie man aktuellen Feminismus noch satirisch überspitzen kann: Transaktivismus. Gut, dass den Feministinnen mal einer den Spiegel vorhält um diesen ganzen Schwachsinn zu entlarven.

  4. Ich unterstütze das Anliegen.
    Ich habe mir extra einen Bauch angefuttert und trage nur schlabberige Klamotten und werde trotzdem von niemandem begehrt.
    Wenn der Feminismus es hinkriegt, dass Frauen nicht fast ausschließlich junge, große, sportliche, wohlsituierte Männer sexuell begehren, dann hat er meine Stimme.

    Natürlich erst, nachdem er unter Beweis gestellt hat, dass er dieses Wunder vollbringen kann.

  5. Zwei Gedaken dazu:
    1) Das Leben und die Geschichte verlaufen nicht linear. Es gibt immer wieder Zäsuren und Kataklysmen und in diesen Zeiten ist sehr wenig Zeit für Hobbys, Kapriolen , Selbsttäuschung , Seinsbestreitung wird das Hauptthema sein. Eine solche Figur ist in Zeiten des Umbruchs nicht überlebensfähig. Dass wir in solchen Zeiten leben, kann man mit etwas Überblick und Geschichtskenntnis feststellen. Die Dinge spitzen sich in allen Bereichen zu und viele Fässer warten auf ihren finalen Tropfen. Ohne einen Plan B würde ich mich solcher Hobbys nicht befleissigen.

    2) Aus eines Mannes Sicht ist das ein Mann. Da kann er sich verkleiden, wie er will, den Schwanz absäbeln lassen, sich rasieren und frisieren bis er blöd ist. Es kommt auf meine Sicht an, und nicht auf seine. Jemand der mich liebt, liebt , was er in mir sieht (was hoffentlich substantiiert ist) und nicht das Bild, was ich von mir habe.

  6. Fordern und „Argumentieren“ wie eine Frau kann er ja schon recht gut.
    Wieso er es sich aber so unnötig schwer macht mit den haarigen Gliedmaßen und dem Bart ist mir schleierhaft.
    Frauen müssen ja nicht unbedingt aalglatt sein um schön zu sein, kommt auf den Typ an, aber Bart geht gar nicht. Und wenn man schon trans ist und naturgemäss nicht so wirken kann wie eine Frau, dann sollte eigentlich sonnenklar sein dass man sich zur Kompensation Arme und Beine rasiert. Dann könnte er als Frau auch was reissen.

    Aber so, als Mann-Frau-Hybrid daherzukommen und von allen volle Akzeptanz zu erwarten … man kann’s auch übertreiben.

    Realistisch erwarten kann er das nur von anderen Hybriden. Besserung ausgerechnet von einer „feminist future“ zu erwarten, obwohl Transsexuelle von Feministinnen sowieso nur gnadenlos für ihre Zwecke instrumentalisiert werden (denn auf ihren Toiletten wollen sie die ja auf gar keinen Fall haben), das wiederum ist ganz typisch weiblich hoffnungslos naiv.

    Man kann es den Transen nicht oft genug sagen:
    Die Frauen sind nicht Eure Freunde, die benutzen Euch bloss!

    • „obwohl Transsexuelle von Feministinnen sowieso nur gnadenlos für ihre Zwecke instrumentalisiert werden (denn auf ihren Toiletten wollen sie die ja auf gar keinen Fall haben), das wiederum ist ganz typisch weiblich hoffnungslos naiv.“

      intersektionale hätten nichts lieber als transsexuelle auf allen Toiletten

      es sind die „männer gegen Frauen“ feministinnen (eher: Beauvoir) wie Störenfridas die das nicht wollen

    • Ich schau mir das Bild an und halte den ganzen Charakter für einen Fake. Eine gestörte Persönlichkeit die vermutlich vor allem irgendwie in die Öffentlichkeit will. Wer auf abgefahrene VTs steht: Gaslighting, Geschlechterdekonstruktion, Konditionierung auch noch den absurdesten Blödsinn fraglos hinzunehmen.

      Denn: wenn der sich wie eine Frau fühlen würde, hätte er sich wenigstens die Beine rasiert, um sich dem Klischee anzupassen. Kleid, Handtasche und Lippenstift fand er ja offenbar auch nötig…

  7. Das ist doch völliger Blödsinn! Begehren ist doch nicht steuerbar (was nicht heißen soll, dass man Begehren nicht kontrollieren kann). Man kann doch teilweise nicht einmal benennen, warum man sich plötzlich zu einer Person hingezogen fühlt.

    Ist wie beim Sex. Es gibt keinen politisch korrekten Sex. Es gibt nur guten Sex und schlechten Sex.

  8. „I want people to appreciate the time and effort that I put into my body and my look.“
    Interessanterweise etwas, worüber ich schon oft mit Kommunisten gestritten habe. Nur weil jemand arbeitet, heißt das noch lange nicht, dass das Wert haben muss (ganz besonders, wenn dazu noch nicht mal eine Rasur gehört)

    Aber das nur am Rande. Dieses Prinzip, dass (Trans-)Frauen mal objektifiziert/begehrt werden wollen und dann wieder respektiert, lässt sich ewig weiterdrehen. Mal angenommen, wir fänden irgendwann eine zuverlässige Methode, das zu erkennen (farbcodierte Armreife zum Beispiel), dann würden doch bald irgendwelche daherkommen und sagen, sie stehen darauf, dass ihre Signale überwunden werden (auch bekommen Frauen dadurch bestimmt mehr Aufmerksamkeit auf einem Haufen als ihnen lieb sein wird). Irgendwann werden alle einfach einsehen müssen, dass ein bisschen Geflirte immer geht und man für den perverseren Kram passende Absprachen braucht (Entführungsfantasien zum Beispiel)

    Kurz: Viel Generve um am Ende wieder da rauszukommen, wo man herkommt.

  9. Wir müssen diese Diskussionen unbedingt zulassen und unterstützen, möglichst anheizen.
    Leute wie Jacob Tobia oder Dennis Riley sind einer der besten Waffen, um das Denkgebäude der Regressiven zum Einsturz zu bringen. Der Konflikt zwischen TERFs und den „anderen“ (also Standard-SJWs) ist vermutlich unsere beste Waffe, die regressiv-autoritäre Tumblr-Linke von innen zu spalten.

    Sollen die doch von ihren „woken“ Gesinnungsgenoss*innen verlangen, Frauen mit Schwänzen geil zu finden. Oder Kerle mit Titten. Was weiss denn ich. Find ich super. Vielleicht wachen dann einige von den noch nicht ganz verlorenen Schafen auf, und bemerken, was für eine kaputte, menschenfeindliche Ideologie sie bisher vertraten.

    • edit: Der nächste Ansatz wäre natürlich auch, die Opferhierarchien noch feiner auszustrukturieren. Auch das findet statt („Bist Du schwarz genug, um wirklich eine PoC zu sein?“ „Sind schwarze Hetero-Männer die weissen Männer der Schwarzen Bevölkerung?“). Aber die TERF vs Queer-Debatten scheinen mir da vielversprechender, weil dort ja Menschen gezwungen werden sollen, gegen ihr Sexualempfinden zu leben und zu fühlen.

      • Gute Strategie – aber für weiße, Hetero-Männer nicht so leicht umzusetzen. Weil, weiße Hetero-Männer können ja immer nur alles falsch machen (in den Augen gerade dieser Zielgruppe) – wie willst Du da „die Opferhierarchien noch feiner ausstrukturieren“ usw.?

    • Der Artikel ist heftig, z.B.:
      After a 30-minute consultation with a physician’s assistant, Molly was given an appointment for the following week to begin testosterone injections. There was no exploration of her other physical and mental health issues, and whether these may have influenced her belief that she was trans. …. Molly simply had to sign a consent form stating that she identified as male and understood the risks associated with testosterone.
      The PA (physician assistant) also suggested that Molly schedule top surgery – a double mastectomy – within a few months.

  10. Ich will tolerant sein. Jeder so, wie er will. Aber ich finde den(?) Typen da oben einfach nicht attraktiv. Jeder kann sich so geben wie er will, er kann aber nicht erwarten, auf andere so zu wirken, wie man es sich wünscht.

    • Lustigerweise ist das ja eigentlich die Bedeutung von Toleranz. Mehr als sich um seinen eigenen Kram zu kümmern, in Gegenwart eines Transvestiten ist nicht nötig.

  11. Und da wundern sich noch Leute, was wir komischen Maskus gegen Feminismus haben? Natürlich wollen wir nicht in dieses feministische Utopia, wo wir gezwungen werden sollen behaarte Männerbeine in Frauenkleidern oder fette Frauen mit blauen Haaren toll zu finden.
    Damit dürfte der Feminismus unter den Grausamkeiten totalitärer Ideologien übrigens recht weit vorne landen.

  12. Nanu, der Playboy-Artikel taucht ja gar nicht in seiner (hihi) Publikationsliste auf:

    http://jacobtobia.com/Writing

    Noch zu neu oder gibt es da einen Schamfaktor? 😉

    Der Artikel selber ist ja durchaus mehrdeutig. Und das wird in den Kommentaren im Playboy auch deutlich. Eine Lesart kann durchaus sein „Stellt Euch nicht an, ihr Bio-Zicken. Objektifiziert zu werden ist doch geil. Ich würde es sehr gerne werden“

    Wobei in den Kommentaren auch – zu recht wie ich finde – die mittlerweile übliche Schlampigkeit bei der Verwendung von Begriffen beklagt wird. Hier „Objektifizierung“ wo eigentlich „Sexualisierung“ gemeint ist.

    Ansonsten fällt mir noch das dazu ein:

  13. Das ist Blaire White:

    https://www.youtube.com/channel/UCDmCBKaKOtOrEqgsL4-3C8Q

    bei der auch schon mal bezweifelt wurde, dass sie wirklich Trans ist.
    Wenn ich jemals eine Trans-Frau mit tatsächlich femininer Ausstrahlung gesehen habe, dann Sie – ganz im Gegensatz zu dem Freak oben im Bild.
    Und interessanterweise ist sie erklärter Gegner der Trans-feministischen Weltsicht.

    Was fällt auf?
    Wie Blair White aussieht, sich gibt und wie sie wirkt ist nicht zuletzt Ergebnis eines beträchtlichen Aufwandes. Und zwar Aufwandes über die reine Operation hinaus.
    Eines Aufwandes, den im Übrigen auch schöne Frauen aufwenden müssen. (und männliche Männer eben in anderer Hinsicht).
    Bei Blaire White sieht man halt keine Bartstoppel, nicht im Gesicht und auch nicht an den Beinen.

    Blaire White ist insofern als Frau überzeugend – und kann insofern auch sexuelle Aufmerksamkeit als Frau erhalten.

    Der Mensch oben im Bild ist als Frau nicht überzeugend, und wird konsequenterweise eher als Freak wahrgenommen.

    Er kann nicht hergehen und sagen, ich will als attraktive Frau wahrgenommen werden, aber den Aufwand nicht betreiben, den selbst attraktive Frauen dafür betreiben müssen – weil er sich nämlich inhärent immer noch als Mann gibt.

    An der Stelle stoße ich auf das Problem, dass (ob) ich viele (möchtegern-)Transmenschen nicht so ganz Ernst nehmen kann in ihrer Auffassung, „eigentlich“ als Mensch im falschen Körper zu stecken, und „eigentlich“ das andere Geschlecht zu sein.
    Ich werde den Verdacht nicht los, dass die sich was vormachen. Aus welchem Grund auch immer. Es wird mutmaßlich immer viel damit zu tun haben, dass Trans-sein in bestimmten Kreisen eben Hip ist – ganz egal, wie viel Anfeindung und Repression dafür aus anderen Kreisen kommt (mit denen man sich aber auch nicht verbunden fühlt).
    Wer wirklich von seinem „Wesen“ her eigentlich ein anderes Geschlecht hat, der wird im Agieren als dieses andere Geschlecht auch glaubwürdig sein können – so wie Blaire White. Ist das nicht so, dann empfinde ich es als deutliches Signal, dass da mit diesem „Trans“- Dingens irgendwas nicht stimmt.

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