Das gläserne Kliff

Der Feminismus scheint eine gewisse Vorliebe für Glas zu haben: Den gläsernen Aufzug und die gläserne Decke kannte ich schon, denen gesellt sich jetzt noch das gläserne Kliff hinzu.

Gläsern sind sie eigentlich, weil man sie nicht sieht:

  • Die gläserne Decke ist eine unsichtbare Barriere nur für Frauen, die diese angeblich hindert in Führungspositionen zu kommen
  • Der gläserne Fahrstuhl bringt Männer schneller nach oben, ohne das man diese Hilfe bemerkt, sie steigen selbst in Organisationen mit hohem Frauenanteil eher an die Spitze.

Das „gläserne Kliff“ tanz da etwas aus der Reihe. Es geht darum, dass man Frauen eher „über die Klippe springen lässt“, indem man sie gerade dann befördert, wenn der Job besonders problematisch ist, also wenn man beispielsweise eine Vorstandsposition besetzen will, aber davon ausgeht, dass die Person, die diese Position besetzt, eh untergehen wird.

In der Wikipedia heißt es dazu:

The glass cliff is the phenomenon of women in leadership roles, such as executives in the corporate world and female political election candidates, being likelier than men to achieve leadership roles during periods of crisis or downturn, when the chance of failure is highest

In der Wikipedia wird zudem dieser Artikel in „Psychology of Women Quarterly“ als der dazu wesentliche zitiert:

Recent archival and experimental research has revealed that women are more likely than men to be appointed to leadership positions when an organization is in crisis. As a result, women often confront a “glass cliff” in which their position as leader is precarious. Our first archival study examined the 2005 UK general election and found that, in the Conservative party, women contested harder to win seats than did men. Our second study experimentally investigated the selection of a candidate by 80 undergraduates in a British political science class to contest a by-election in a seat that was either safe (held by own party with a large margin) or risky (held by an opposition party with a large margin). Results indicated that a male candidate was more likely than a woman to be selected to contest a safe seat, but there was a strong preference for a female rather than a male appointment when the seat was described as hard to win. Implications for women’s participation in politics are discussed.

Quelle: Politics and the Glass Cliff: Evidence that Women are Preferentially Selected to Contest Hard-to-Win Seats (Abstrakt/Full)

Zu den dort gefundenen Zahlen:

On average, women contested seats that were held by the opposition by a margin of 5.1% of the votes. In contrast, men contested seats that were held by the opposition by 2.6% of the vote.

However, these two main effects were qualified by a two-way interaction, F(1, 1,161) = 20.46, p < .001, η2 =.017. In line with Hypothesis 1, tests of simple effects to decompose this interaction revealed that gender differences in the winnability of seats occurred only for Conservative party candidates. Here, women ran for seats that were significantly less winnable in the sense that they were held by the opposition party by a much larger margin (M = 26.2%, SD = 21.9) than those contested by men (M = 12.4%, SD = 23.4), F(1, 1,161) = 27.42, p < .001, η2 = .023.

Ein Beispiel aus der deutschen Politik könnte Gesine Schwan sein, die von der SPD ohne tatsächliche Chance als Bundespräsidentin aufgestellt worden ist

Aus meiner Sicht wäre die wahrscheinlichste Erklärung, dass um Stellen, die man Gewinnen, die sich also lohnen, ein erbitterter Konkurrenzkampf geführt wird. Aus dem gehen meist Männer als Sieger hervor, weil diese eher bereit sind, eine entsprechende Stelle zu besetzen und sich der Konkurrenz zu stellen.

Ist die Stelle hingegen nicht zu gewinnen wird es uninteressant darum zu kämpfen (zumindest in einem System wie dem britischen, aus dem die Studie stammt, bei dem es nur darum geht die Mehrheit zu erhalten und nicht etwa bundesweite Stimmen). Dann muss lediglich noch geprüft werden wie man

  • das Gesicht wahrt
  • zumindest noch anderweitig einen gewissen Profit aus der Sache schlägt

Beides geht hervorragend mit Virtue Signalling. Man stelle eine Frau auf, die dann nicht gewählt wird, und schon kann man zeigen, dass man modern und weltoffen ist. Man hat nicht verloren, weil man die Leute nicht überzeugt, sondern weil die Zeit leider noch nicht reif für eine Frau ist. Es ist auch wesentlich leichter, eine passende Frau zu finden, wenn man ihr sagt, dass sie nur die Kandidatur machen muss, es gibt keinen Druck zu gewinnen. 

Es könnte also nicht ein Opfern der Frau sein, mit der man ihr Posten vorenthalt, sondern eher der Umstand, dass es keine Konkurrenz um den Posten gibt und auch keinen wirklichen Posten der Frauen dazu bringt, sich dort eher aufstellen zu lassen.

Ich komme auf das Thema, weil gerade zwei Artikel die These aufstellen, dass Frau Nahles nur deswegen Fraktionsvorsitzende geworden ist, weil der Job gerade stressig ist.

Am 27.09.2017 schrieb Christina Wächter in dem Jugendmagazin der Süddeutschen darüber:

Frauen bekommen erst dann Macht, wenn der Karren im Dreck steckt

Andrea Nahles ist seit Mittwoch Fraktionsvorsitzende und damit die erste Frau in der 150-jährigen Geschichte der SPD auf dem Posten. Damit hat Nahles die Spitze der Partei und ihr Ziel erreicht, auf das sie schon seit Jahrzehnten hingearbeitet hat.

Die Nachricht von der Berufung Nahles’ wurde allgemein wohlwollend aufgenommen. Endlich wird mal eine Frau rangelassen, auch im Jahr 2017 noch ein kleines Wunder, noch dazu bei der SPD, so der Tenor.

Doch bei genauerem Hinsehen bleibt ein schales Gefühl zurück, weil einem dieses  Postenbesetzungs-Manöver irgendwoher unheimlich bekannt vorkommt: Scheinbar bekommt immer dann eine Frau eine Chance, sich an der Spitze zu beweisen, wenn der Karren so richtig tief im Dreck steckt. Und  der SPD-Karren steckt, da sind sich alle einig, seit Sonntag so tief im Dreck, dass er kaum mehr manövrierfähig ist, nachdem die Partei das schlechteste Wahlergebnis in der Nachkriegsgeschichte eingefahren hat.

Immerhin wird das „Gläserne Kliff“ dann noch mit einer Vielzahl evtl Beispiele dargelegt und Erklärungen dafür angeboten:

Es gibt mehrere Theorien, warum das so ist: Ryan und Haslam glauben, dass Frauen besondere Kompetenz nachgesagt wird, Unternehmen mit unzufriedenen Mitarbeitern zu führen. Denn Frauen werden als besonders mütterlich, kreativ und intuitiv wahrgenommen – lauter Eigenschaften, mit denen man in schwierigen Situationen besonders gut voran kommt. Doch Ryan und Haslam glauben auch, dass Frauen sich einfach besonders gut als Sündenböcke eignen. Die Psychologie-Professorin der University of Houston Kristin Anderson hat dagegen die provokante These aufgestellt, Unternehmen würden vor allem deshalb Frauen in solchen Situationen an die Macht lassen, weil sie so viel einfacher ersetzbar und bessere Sündenböcke sind als Männer. Viele Firmen würden nach dem Schema vorgehen, weil sie sicher sein können: Sollte dieser Versuch schief gehen, hätten sie keine wertvollen Mitarbeiter verbrannt und könnten noch dazu die Schuld einer offensichtlich unfähigen Frau in die Schuhe schieben. Sollte die Frau wider Erwarten Erfolg haben, könnte sich das Unternehmen hingegen aufgrund seiner fortschrittlichen Unternehmenskultur und Diversity-Strategie öffentlich selbst gratulieren. Eine Frau den Karren aus dem Dreck ziehen zu lassen, erscheint aus dieser Perspektive als echte Win-Win-Strategie.

Jetzt kann man sich natürlich fragen, warum Frauen überhaupt bereit sind, sich auf so eine Schleudersitzposition zu begeben. Das liegt laut Ryan und Haslam daran, dass Frauen oft nicht die nötigen Insider-Informationen zur Hand haben, mit denen sie wissen könnten, wie riskant die Position ist, die ihnen da angeboten wird. Und selbst wenn sie wissen, welches Risiko sie eingehen werden – und bei Andrea Nahles kann man damit rechnen, dass sie sehr genau weiß, worauf sie sich einlässt – den meisten Frauen ist klar, dass solche Trouble-Shooter-Jobs fast immer ihre einzige Chance sind, ihr Können zu beweisen.

Interessant finde ich, dass sie die Position der Fraktionsvorsitzenden als so bedrohlich ansehen. Eine Fraktionsvorsitzende hat keinen so dramatischen Job:

Die Fraktionsvorsitzenden haben nach § 69 Abs. 4 der Geschäftsordnung des Deutschen Bundestages vorbehaltlich gesetzlicher Beschränkungen beratende Stimme in allen Ausschüssen. Der Fraktionsvorsitzende verkündet Vorschläge und Beurteilungen der Fraktion im Bundestag. Zu seinen Aufgaben gehört darüber hinaus die Organisation der Fraktionsgeschäfte, die Vorbereitung von Fraktionssitzungen und die Pflege der Kommunikation zwischen dem Fraktionsvorstand in der übrigen Fraktion, insbesondere über Inhalte und Ergebnisse von Fraktionssitzungen. Aus Sicht der prozessorientierten Politikwissenschaft fungiert der Fraktionsvorsitzende innerhalb seiner Fraktion als Garant der Fraktionsdisziplin in der Bestrebung ein einheitliches und zuverlässiges Abstimmungsverhalten seiner Partei zu gewährleisten. In der heutigen parlamentarischen Praxis haben Parteien dem Fraktionsvorsitzenden mehrere Stellvertreter beigeordnet, die mit Zuständigkeit für bestimmte Politikfelder ausgestattet sind und den zugehörigen Arbeitsgruppen vorsitzen. Der Fraktionsvorsitzende und die stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden bilden zusammen mit dem parlamentarischen Geschäftsführer den geschäftsführenden Fraktionsvorstand (GfV).

Die meisten Menschen werden die vorherigen Fraktionsvorsitzenden der Parteien noch nicht einmal nennen können. Bei der SPD war es bisher Thomas Oppermann. Und ein Fraktionsvorsitzender ist eben auch in der Opposition wichtig, Nahles ist ja nicht für eine hoffnungslose Wahl aufgestellt worden, sondern hat tatsächlich ein Amt bekommen, welches sie auch ausübt. Sie ist dann sogar eigentlich relativ frei, denn in einer Opposition ist es auch nicht so schwierig, Fraktionsdisziplin zu erzeugen. Aber vielleicht unterschätze ich auch die Schwierigkeiten eines Fraktionsvorsitzenden.

Man könnte im übrigen anführen, dass Martin Schulz auch ein Kliff vor sich hatte. Bei den Zahlen zu dem Zeitpunkt als er das Amt übernommen hat, war abzusehen, dass er scheitert. Aber bei einem Mann zählt es wahrscheinlich nicht.

Margarete Stokowski haut in eine ähnliche Kerbe:

Seitdem ist zwar viel passiert, und wir sehen eine Frau als Kanzlerin, eine Frau als Oppositionsführerin, aber die nackte Freude darüber kommt nicht so richtig auf. Unter welchen Umständen ist Andrea Nahles jetzt SPD-Fraktionschefin geworden? Exakt zu dem Zeitpunkt, als alle verfügbaren und irgendwie relevanten Männer den Wagen einmal vollständig vor die Wand gefahren haben. In der „Süddeutschen Zeitung“ schrieb Nico Fried dazu: „Merkel wie Nahles wurden in ihren strukturkonservativen Parteien erst vorgelassen, als auch der letzte Mann an der Wiederaufrichtung des jeweiligen Ladens gescheitert war. Nahles ist somit wie Merkel eine politische Trümmerfrau.“

Tatsächlich steht zwar dieser Satz in dem Artikel, in dem Rest des Artikels in der Süddeutschen geht es aber eher darum, dass Nahles ein Machtmensch ist

Vielleicht von der Kanzlerin abgeguckt hat sich Nahles ihren ausgeprägten Pragmatismus. 2009 betrieb sie mit dem Argument, es müsse endlich eine Frau Bundespräsidentin werden, vehement die erneute Kandidatur Gesine Schwans gegen Horst Köhler. Genützt hat diese Kampagne nur Nahles. Und acht Jahre später reichte ihr dann auch Frank-Walter Steinmeier. In den Verhandlungen zur letzten großen Koalition wiederum setzte Nahles 2013 die Rente mit 63 durch und beschimpfte deren Kritiker. Mit steigendem Ansehen in der Wirtschaft und neuen Karriereplänen ließ sie die Legende streuen, sie sei eigentlich gegen die Rente mit 63 gewesen. Auch Nahles hat längst der süße Lockruf der politischen Mitte ereilt.

Die neue SPD-Fraktionschefin ist längst das, was man ein politisches Viech nennen darf – willensstark, erfahren, abgebrüht. Und bei Kritik schon fast so empfindlich, wie sie es ihren Altvorderen immer vorgeworfen hat. Nahles wird Parteichef Martin Schulz als Moderator des Übergangs dulden, aber nicht als Mann mit Zukunft sehen. SPD-Chefs sollen potenzielle Kanzlerkandidaten sein. Das hat Schulz hinter sich. Aber seine Schwäche ist einstweilen ihre Stärke.

Nahles‘ Chance liegt im absehbaren Ende der Ära Merkel. Nach dieser Kanzlerin wird die Union nach rechts ziehen. Für die SPD gibt es wieder den Platz in der Mitte, wo man Wahlen gewinnt. Eigentlich wäre dieser Raum bis 2021 als Regierungspartei in einer großen Koalition leichter zu besetzen als aus der Opposition. Aber die Debatte ist vorerst entschieden. Dass Nahles selbst 2021 kandidiert, erscheint noch schwer vorstellbar. Aber das war bei Merkel vier Jahre vorher auch nicht anders.

Eigentlich erstaunlich: In feministischen Artikeln geht es darum, dass Nahles geopfert wird, in dem Artikel des Mannes geht es darum, dass sie sich nach oben arbeitet und Kanzlerin werden will.  Dort wird beschrieben, wie sie voran kommt und was ihre Pläne sein können, sie ist eine aktive Politikerin mit Ambitionen auf das höchste Amt. In den anderen ist sie passiver Spielball der Männer, ein Objekt, ein Platzhalter.

Im Feminismus darf eben eine Frau nur Opfer sein. Das sie eine Chance nutzt ist unvorstellbar.

 

 

33 Gedanken zu “Das gläserne Kliff

  1. tl;dr
    Wenn es für Erfolg nicht reicht, dass eine Frau weiblich ist, sondern sie auch noch was leisten muss, dann ist das Patriarchat.
    Denn bei Männern reicht ja das Mann-sein.

  2. „Frauen bekommen erst dann Macht, wenn der Karren im Dreck steckt“

    Genau wie am 1. Mai 1945: Da war die Kacke so richtig am Dampfen und dann hat der Herr Reichspräsident doch glatt Frau Dönitz als seinen Nachfolger bestimmt! Und die Einhaltung von Godwin’s law hätten wir auch gleich erledigt.

    So. ein. Gelaber. Einfach mal was behaupten; Daten haben wir keine. Obwohl wir uns in 5 Minuten bspw. historische hätten besorgen können. Aber wozu dieser Aufwand, wenn wir vorher schon wissen, dass diese unsere These widerlegen?

    • Es ist die Neuauflage der feministischen Trümmerfrauenlegende mit einem Schuss Dolchstosslegende.
      Männer machen alles kaputt und dann kommen die Trümmerfrauen und räumen auf. Wer das für einen Tick zu unterkomplex hält, dem empfehle ich dringend einen Kurs in „Gender studies“. Da wird ihm geholfen.

  3. Verheizt wird doch nicht Nahles, verheizt wurde der Schulz (sehr unübersehbar), so wie man früher den nuschelnden Scharping verheizt hat. Ob der Gabriel nochmal ans Licht kommt, muss sich auch erst zeigen. Gibt es bei der SPD zur Zeit überhaupt noch einen unproblematischen Posten? Ich bezweifle das.

    Fraktionsvorsitzende ist einer der Posten, wo man hin- und wieder in der Presse erwähnt wird (wichtig für Politiker), anders als wenn sie ins Lobbyisten- und Versagerparadies Brüssel abgetaucht wäre. Und vermutlich kann man da nicht so arg viel falsch machen, wenn man die Partei in- und auswendig kennt und Nahles ist mittlerweile fast sowas wie ein Urgestein.

    Wer trifft eigentlich die Entscheidungen? Von außen wirkt das wie Gemauschel, welches dann nur noch von der Basis abgesegnet wird. Stimmt das?

  4. Ich halte die ganzen Erklärungsversuche für sehr gewagte Thesen.
    Genauso könnte es sein, dass es einfach mehr Frauen gibt, die bereit sind, Aufgaben aus reinem Pflichtbewusstsein zu übernehmen und nicht um „ihr Können zu beweisen“ (das besonders in der Politik oft ebensowenig vorhanden ist wie bei den Männern) oder weil es Aussicht auf Erfolg und Status gäbe.
    Das ist aber genauso Spekulation wie alle anderen hier genannten Erklärungen.
    Das ist wieder so ein Fall, wo aus objektiven, belegbaren, empirischen Fakten völlig willkürliche, politisch gewollte Schlussfolgerungen gezogen werden.

  5. Lol, wenn etwas unter der Verantwortung von Männern schief läuft, wird doch mittlerweile ihr Geschlecht als Grund angegeben. Dann macht es doch Sinn das man dann als nächstes Frauen nimmt. Wieder ein Problem das Feministen selbst zu verantworten haben, denn sie waren es maßgeblich, die Mannsein als eine negative Eigenschaft eingeführt haben.

    • „Lol, wenn etwas unter der Verantwortung von Männern schief läuft, wird doch mittlerweile ihr Geschlecht als Grund angegeben. Dann macht es doch Sinn das man dann als nächstes Frauen nimmt.“

      Wieso?
      Was ändert sich dadurch?
      Wenn etwas unter der Verantwortung von Frauen schief läuft, sind die Männer doch auch schuld.

      Nicht erst Hillary Clinton hatte präzise auf den Punkt gebracht, wie getötete Männer Leiden bei ihren Frauen verursachen würden.
      Dasselbe hatte man der Arbeiter Samariter Bund in seiner Mitgliederzeitschrift zu südamerikanischen Frauen erläutert, die ihre Hütten ganz allein reparieren müssten, weil sich ihre Männer immer wieder auf dem Atlantik mit den Fischerbooten davonmachen – sprich: ersaufen – würden.

      Aus der Erbsünde Deiner Gene kommst Du auch dann nicht raus, wenn Frauen ALLE Führungspositionen inne hätten.

  6. Glas-Feminismus.

    Sie wollen alles haben aber irgendwie geht das nicht, irgendwas scheint dazwischen zu sein was sie aber nicht sehen können. Es muss Glas sein.

    • Das stimmt ja auch. Zwischen den Fiministen und Ihren gefühlten Problemen ist eine Glasscheibe.
      Was sie allerdings nicht verstehen ist, dass direkt hinter der Glasscheibe eine dünne Silberschicht ist.

    • Bei den ganzen Glas-Sachen muss ich unweigerlich an Aschenputtel denken. Wurde die auch irgendwie mit dem Glas-Schuh vom Prinzen-Patriarchat unterdrückt? Oder sind die gläserne Decke etc. nur Projektionen des Märchens von Möchtegern-Prinzessinnen? Oder symbolisiert Glas schlicht Penis-Neid und ich hatte Aschenputtel bisher falsch interpretiert? Und gibt es das gläserne Kliff auch von Swarovski?

  7. „Eigentlich erstaunlich: In feministischen Artikeln geht es darum, dass Nahles geopfert wird, in dem Artikel des Mannes geht es darum, dass sie sich nach oben arbeitet und Kanzlerin werden will. Dort wird beschrieben, wie sie voran kommt und was ihre Pläne sein können, sie ist eine aktive Politikerin mit Ambitionen auf das höchste Amt. In den anderen ist sie passiver Spielball der Männer, ein Objekt, ein Platzhalter.

    Im Feminismus darf eben eine Frau nur Opfer sein. Das sie eine Chance nutzt ist unvorstellbar.“

    Ich habe es einmal gesagt und ich sage es immer wieder:

    Wenn es ein Patriarchat gibt, dann ist der Feminismus sein bösartiger Masterplan.

  8. Andere These: Frauen kommen erst dann an die Macht, wenn es dem letzten kompetenten und integren Mann in der Organisation zu blöd geworden ist.

    Ab da geht es dann natürlich den Bach runter.

  9. „Ein Beispiel aus der deutschen Politik könnte Gesine Schwan sein, die von der SPD ohne tatsächliche Chance als Bundespräsidentin aufgestellt worden ist“

    Bei der Bundespräsidentenwahl läuft es doch so: Es ist aufgrund der Mehrheitsverhältnisse schon vorher absehbar, wer gewinnt, die Wahl nur noch eine Formalie.

    Daher sucht die absehbar unterlegene Partei den möglichst coolsten Kandidaten raus, damit sie wenigstens einen moralischen Sieg erringt. Gesine Schwan verbinde ich in erster Linie mit den Stichworten Akademiker, intellektuell, kritisch und nicht mit „Frau“. Sonst hätte man auch Erika Steinbach aufstellen können (oder eine ähnlich durchgeknallte Linke).

    Dass aber der Machtanspruch von Andrea Nahles, die eigentlich wie die gesamte SPD-Führungsriege nach der Wahlniederlage hätte zurücktreten müssen (Der Postillon berichtete), jetzt als „Gefahr“ oder „Nachteil“ verkauft wird, ist an Weltfremdheit nicht mehr zu überbieten. Was kommt als nächstes? Fiese Falle für Angela Merkel: Sie wird vier weitere Jahre Kanzlerin!

  10. Es geht darum, dass man Frauen eher „über die Klippe springen lässt“, indem man sie gerade dann befördert, wenn der Job besonders problematisch ist, also wenn man beispielsweise eine Vorstandsposition besetzen will, aber davon ausgeht, dass die Person, die diese Position besetzt, eh untergehen wird.

    Problematisch ist nicht der Job, sondern problematisch ist, dass eine Quotenfrau als einzige Qualifikation das Frausein mitbringt.

  11. Ich wusste gar nicht, dass Martin Schulz eine Frau ist? Der hat doch den Job übernommen, als die Aussichten wohl übler kaum gingen und die sonstige Parteispitze dazu offenbar nicht bereit war. Ich habe mich jedenfalls sehr über Martin Schulz gewundert, da der vorher kaum als potentieller Kanzlerkandidat in Betracht kam und offensichtlich in der SPD keiner bei dieser relativ aussichtslosen Wahl verheizt werden sollte bzw. wollte.

    Hätte die SPD als Nachfolger von Oppermann erneut einen Mann gewählt, hätten ziemlich sicher die gleichen Heulsusen darüber geplärrt, dass Frauen nicht in die Positionen gelangen würden.

    Es ist im Übrigen nicht ungewöhnlich, dass man die Führungspositionen genau in dem Moment wechselt, wo eine verhältnismäßig negative Lage vorherrscht. Ansonsten bei einer positiven Ausgangslage wird nämlich gewöhnlich derjenige wiedergewählt, mit dessen Lage man ganz zufrieden ist.

    • „Ich wusste gar nicht, dass Martin Schulz eine Frau ist? “

      Martina Schulz selbst weiß das aber.

      Der Autor ist Schriftsteller und war lange SPD-Mitglied. Er hatte Martin Schulz zur Kandidatur gratuliert und darauf hingewiesen, dass es Themen der Männer gibt, die nur FDP und AfD besetzen. Schulz antwortete persönlich und unterschrieb mit „Deine Martin“.

      Genderama Punkt 1

  12. Das eigentlich interessante an dem Bild des „gläsernen Kliffs“ ist doch etwas ganz anderes:

    Scheitert die Berufene, kann diese ganz bequem ihr Scheitern auf die äußeren Umstände oder die fiesen Männer schieben.

    Wunderbar! Verantwortungslos in Verantwortlichkeit.

    Und im Übrigen:

    Was ist eigentlich mit Herrn Lindner? Hat die FDP in einer hoffnungslosen existentiellen Krise nach mehreren verlorenen Landtags- und der letzten Bundestagswahl in einem vierjährigen Kraftakt zurück zu alter Stärke geführt.

    Wäre Herr Lindner Frau Lindner, dann würden Femis sie als Beispiel nehmen, mehr Frauen in politische Positionen zu heben. Wäre Frau Lindner gescheitert, würden Femis von gläsernen Klippen fabulieren. Wäre Herr Lindner gescheitert, wäre er einfach gescheitert.

    Sorry, diese feministischen Wirklichkeitsverklärungen sind mittlerweile so offensichtlich, dass es Fremdscham auslöst.

    • „Scheitert die Berufene, kann diese ganz bequem ihr Scheitern auf die äußeren Umstände oder die fiesen Männer schieben.“

      Sehe ich ähnlich. Die Rede vom gläsernen Kliff ist in vielen Fällen einfach nur eine Ausrede dafür, daß die entsprechende Frau keinen Erfolg hat(te), also nicht gut genug ist oder nicht fleißig genug ist. Die Frau scheitert also nicht an ihrem eigenen Unvermögen, sondern ihr wurde gewissermaßen von den Männern eine Falle gestellt.

      Plausibel finde ich auch die Erklärung oben im Haupttext, daß bei Stellen, die eigentlich nicht zu gewinnen sind, gerne „virtue signalling“ betrieben wird, indem man eine Frau als Kandidatin aufstellt …

  13. Liebe Männer, das sind gefüüüüüühlte Wahrheiten. Fakten spielen doch keine Rolle. Wenn das Klageweib das so füüüüühlt, dann ist das so!
    Die gläsernen Decken und Kliffe sind unsichtbar, also Teil des Okkulten, die somit nie sichtbar, jedoch erfühlbar sind. Männer können diese Schwingungen des Äthers nicht wahrnehmen. Das ist okkultes Geheimwissen der Frauen und ihr kommt mit Fakten, Fakten, Fakten. Pffff…

  14. Wenn alle Machtpositionen auf der ganzen Welt von Frauen besetzt wären, wäre das für den Feminismus der ultimative Beweis, daß das Patriarchat existiert und Frauen von ihm ausgebeutet und ausgenutzt werden.
    Feminismus ist Krebs.

  15. Mein Englisch scheint für dieses Zahlenwirrwarr nicht auszureichen, wie viel höher ist die Wahrscheinlichkeit für Frauen in so eine Position während schwieriger Zeiten zu kommen und wie ist das zahlenmäßige Verhältnis zu den Männern in dieser Zeit im Vergleich zu besseren Situationen?

  16. Das ist mal wieder typische feministische Vorgehensweise.

    Auf den Unterschied von Korrelation und Kausalität scheissen, und sich alles zurechtbiegen bis zur eigenen Agenda passt.
    Mir kommt da auf Anhieb Marissa Mayer in den Sinn.

  17. Ein Beispiel aus der deutschen Politik könnte Gesine Schwan sein, die von der SPD ohne tatsächliche Chance als Bundespräsidentin aufgestellt worden ist.
    Und sofort muss ich an die arme Martin Schulz denken. Die gute hatte auch nie eine Chance.

    Jetzt gibt es aber auch Gegenbeispiele. Hillary Clintin hatte durchaus eine Chance, ist aber am Ende über ihre Ideologie gestolpert. Theresa May hatte 2016 Erfolg, muss aber nun mit den Wahlversprechen ihrer Partei kämpfen. Und Angie darf seit über 10 Jahren ohne Erfolg scheitern. Die macht offensichtlich was falsch.

    Andrea Nahles ist seit Mittwoch Fraktionsvorsitzende und damit die erste Frau in der 150-jährigen Geschichte der SPD auf dem Posten. Damit hat Nahles die Spitze der Partei und ihr Ziel erreicht, auf das sie schon seit Jahrzehnten hingearbeitet hat.
    Womit die SPD die letzte Bundestags-Partei ist, die eine Frau an die Fraktionsspitze lässt. Das dürfte allerdings dem „Weiter so!“ innerhalb der Partei geschuldet sein. Eine Erneuerung mit frischem Personal, analog zur FDP könnte der Partei durchaus gut tun. Nahles wird auf die Füße fallen, dass sie eben ein Urgestein ist und dazu beigetragen hat die SPD in die jetzige Lage zu bringen.

    Ich weiß nicht was die Erfinder solche Theorien konsumieren. Jedenfalls stimmt die Dosierung nicht. Sie sollten mehr oder weniger davon nehmen.

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