Frauenanteil in den Parteien und der fehlende Appell an Frauen

Der neue Bundestag soll einen sehr niedrigen Frauenanteil haben. Anscheinend 30,7%.

Bei der Wikipedia findet sich eine Tabelle über den Anteil der Frauen in vorherigen Bundestagen:

Frauenanteil im Deutschen Bundestag seit 1949

Frauenanteil im Deutschen Bundestag seit 1949

Gegenwärtig sieht es so aus:

  • Grüne 58%
  • Linke 53%
  • SPD 42%
  • CDU/CSU 24,5%
  • FDP 22,5%
  • AFD 12%

(Wenn die Zahlen, die ich über Twitter gefunden habe, stimmen)

Interessant ist, dass der Frauenanteil ab 1983 steigt, anscheinend als Reaktion auf die Grünen und später dann die Linken.

Der Anteil der Frauen in Parteien ist allerdings auch nicht sehr hoch:

Frauenanteil in den politischen Parteien in Deutschland 2016 Statistik

Frauenanteil in den politischen Parteien in Deutschland 2016 Statistik

Tatsächlich wären Frauen damit eher übervertreten.

Ein Artikel in der Huffington-Post  

Laut Bundeswahlleiter waren von den 61,5 Millionen Wahlberechtigten bei dieser Bundestagswahl 31,7 Millionen Frauen – und nur 29,8 Millionen Männer.

Also sogar mehr Frauen, die als stärkste Partei eben nicht die mit dem höchsten Frauenanteil wählten, sondern die CDU.

Im Artikel heißt es weiter.

Der hohe Frauenanteil von SPD, Linken und Grünen hat nicht etwa den Grund, dass es in diesen Parteien einfach mehr Frauen gibt – sondern daran, dass diese Parteien eine Quote haben.

1986 führten zunächst die Grünen das sogenannte Frauenstatut ein. Seitdem mussten die Hälfte der Listenplätze bei der Partei mit Frauen besetzt sein, wobei den Politikerinnen immer die ungeraden Plätze zufallen – also auch der Spitzenplatz.

1988 zog die SPD mit einer 40-Prozent-Quote nach, bei den Linken gilt seit 2011 eine 50-Prozent-Quote für die Wahllisten.

Einer der ersten beiden Plätze muss mit einer Frau besetzt werden, danach fällt jeder ungerade Platz einer Frau zu. Bei der CDU gibt es seit 1996 ein so genanntes Frauenquorum. Das empfiehlt eine Quote von 30 Prozent – verpflichtend ist sie jedoch nicht. FDP und AfD sperren sich gegen jede Form der Quotierung.

Also folgende Quoten:

  • Grüne: 50% für Frauen + Spitzenplatz
  • Linke: 50% für Frauen
  • SPD:40%
  • CDU: 30% (Empfehlung)
  • FDP: –
  • AfD: –

Wie man sieht entspricht die jeweilige Sitzverteilung auch in etwa diesen Quoten.
In dem Artikel heißt es:

Doch die neu im Bundestag vertretenen Parteien und der geringe Anteil der weiblichen Mitglieder sind nicht die einzigen Gründe für den niedrigen Frauenanteil. Es sind die Strukturen, die in der deutschen Politik stark männlich geprägt sind.

Politik ist, wie viele Bereiche in der Wirtschaft auch, ein Business der Männer. Viel wird in Hinterzimmern und auf Kumpelbasis ausgehandelt. Kurz: Frauen haben es weitaus schwerer als Männer, sich in einer Partei hochzuarbeiten.

So landen sie oft auf den weniger aussichtsreichen Listenplätzen und nicht auf den Plätzen für die Direktmandate.

Auch ein anderer Artikel zeigt diesen Unterschied auf:

So zeigt sich etwa: Sämtliche Parteien stellen in den Wahlkreisen deutlich mehr Männer als Direktkandidaten auf, als sie Frauen auf die Landeslisten setzen. Das gilt auch für die Grünen und die Linkspartei, bei denen auf der Liste zwar eine strikte Quotierung herrscht. Wenn es um die Auswahl eines Direktkandidaten geht, fällt die Entscheidung jedoch meist zugunsten eines Mannes. 51 Prozent aller Listenkandidaten der Linkspartei sind Frauen, aber nur 33 Prozent der Wahlkreisbewerber. So groß ist der Unterschied sonst nur noch bei der CDU. Dort belegen Frauen 40 Prozent aller Listenplätze, stellen aber nur 22 Prozent der Direktkandidaten.

Was dabei etwas übergangen wird: Direktmandate sind in vielen Fällen auch wesentlich arbeitsintensiver und kostenträchtiger:

Aus einem anderen Artikel:

Die großen Parteien erwarten von Bewerbern für ein Direktmandat im Bundestag offensichtlich eine erhebliche Eigenbeteiligung an den Wahlkampfkosten. Das zeigen Recherchen des ARD-MagazinsMonitor. Laut einer Studie geht es dabei um bis zu 70.000 Euro.

Tausende Hände schütteln, an fremden Türen klingeln, Menschen anspreche: Barbara Roth aus München hätte all das gerne gemacht, im Wahlkampf vor der bayrischen Landtagswahl 2013. Landtagsabgeordnete zu werden war ihr Traum. Doch dann erfuhr sie, dass ihre Partei, die CSU, eine Eigenbeteiligung an den Wahlkampfkosten erwartete: „Von verschiedenen Delegierten ist mir gesagt worden, dass das schon sinnvoll wäre, so circa 100.000 Euro mit in den Wahlkampf zu bringen, und ob ich die überhaupt zur Verfügung stellen könnte.“

(…)

Die parteiunabhängigen Kosten für den Wahlkampf beziffern die befragten Vertreter von CDU, CSU und SPD mit „mindestens 10.000 bis nicht selten 70.000 Euro“. Kosten, die offensichtlich die Bewerber bezahlen sollen, so die Studie: „Die Kreisvorsitzenden betonten, dass daher die notwendigen Ressourcen für den Wahlkampf ein zentrales Thema der Sondierungsgespräche seien.“

Auf einem Listenplatz ist man also weitaus weniger in der Verantwortung, muss auch weniger ausgeben, hat dafür, wenn man für eine große Partei antritt, die ein Direktmandat erhalten kann, auch weniger Chancen. Das dürfte bei der CDU auch erklären, warum die Frauenquote trotz 30% Soll geringer ausgefallen ist: Bei den Direktkandidaten sind mehr Männer vorhanden gewesen.

Natürlich ist es aber nicht nur wichtig, auf der Liste zu sein, der Platz ist insbesondere wichtig. Um so höher um so eher hat man tatsächlich Aussicht auf einen Platz, in den hintersten Plätzen sind die Aussichten hingegen sehr gering. Hier findet sich eine Übersicht, inwieweit Frauen auf aussischtsreichen Listenplätzen zu finden sind.

Bei den Grünen haben Frauen überproportional aussichtreiche Plätze, bei den Linken leicht überpropotional, bei der SPD und der FDP recht proportional und bei der CDU ist es etwas schlechter.

Wie bereits mitgeteilt scheint aber der Frauenanteil für viele Wählerinnen nicht so interessant gewesen zu sein. Sonst wären die Grünen nicht bei 10% und die CDU nicht bei 36% der Stimmen der Frauen gelandet.

Was ich immer wieder erstaunlich finde:

Es gab nach der Wahl diverse Tweets und viele Artikel, die anführten, dass Frauen unterrepräsentiert sind, weil sie 50% der Bevölkerung darstellen.

Dafür wurden die sexistischen Parteien oder wer auch immer verantwortlich gemacht und allgemein gefordert, dass dieses Verhältnis angepasst werden müsste und ein Skandal sei.

Was aber vollkommen fehlt ist jeder Hinweis darauf, dass Frauen im wesentlichen etwas machen müssen, wenn sie Veränderung wollen. Wie man sieht bewegen sich auch konservative Parteien mit den Plätzen etwa in den Prozentsätzen, die sie auch an Mitgliedern haben. Wer mehr Frauen will, der wird damit nicht darum herum kommen, dass mehr Frauen Parteien beitreten und dort aktiv mitarbeiten wollen. Ebenso, dass Frauen auch für Listenplätze bereit stehen müssen.

Selbst bei den Grünen war es ja anscheinend schwer für den Vorstand mehr als eine Frau zu finden, die zu einer Kandidatur bereit war.

 

48 Gedanken zu “Frauenanteil in den Parteien und der fehlende Appell an Frauen

  1. Dazu ein interessanter Artikel im Tagesspiegel:

    „“Im neuen Bundestag mehr als doppelt so viele Männer wie Frauen“

    Der Wahlausgang ist auch ein Schock für Gleichstellungspolitikerinnen. Die Vorsitzende des Deutschen Frauenrats über neue Herausforderungen nach dem 24. September.“

    http://www.tagesspiegel.de/politik/wahl-und-geschlecht-im-neuen-bundestag-mehr-als-doppelt-so-viele-maenner-wie-frauen/20375912.html

    Frau Dernbach interviewed die Chefin des Frauenrates, Mona Küppers:

    „Tatsache ist aber, dass wir deutlich weniger Frauen im künftigen Bundestag haben werden, ihr Anteil sinkt auf 31 Prozent, das sind fünf Prozent weniger als im letzten Bundestag! Oder anders ausgedrückt: Im neuen Bundestag werden mehr als doppelt so viele Männer sitzen wie Frauen. Wir fordern schon lange ein Paritätsgesetz und es gibt ja Parteien, die zeigen, dass Geschlechterquoten funktionieren, ohne dass es weh tut.

    Sie meinen Grüne und Linke?

    Ja. Was wir aber jetzt brauchen, sind keine Lippenbekenntnisse, die „freiwillige Selbstverpflichtung“ heißen, sondern Verpflichtungen, nach denen gehandelt wird. Es ist einfach beschämend, wenn ein Parlament nicht spiegelt, dass die Gesellschaft zur Hälfte – mindestens zur Hälfte! – aus Frauen besteht. “

    Ein interessanter Satz von Frau Küppers, für den jeder Automobil-Manager beschimpft worden wäre:

    „Wir sind so nahe an der Politik wie nie zuvor.“

    • Die alten Anti-Demokraten mal wieder. SED-Quoten fordern und dabei den demokratischen Willen des Soveräns aushebeln.

      Diese Leute müssen verschwinden.

    • „es gibt ja Parteien, die zeigen, dass Geschlechterquoten funktionieren, ohne dass es weh tut.“

      Bei Grünen und Linken sitzen mehr Frauen als Männer im Parlament, trotzdem werden sie als Positivbeispiel angeführt. Hätten alle Parteien eine Ordnung wie die Grünen, dann hätten wir 58% Frauen. Die Quote bei den Grünen sorgt also nicht für eine 50/50-Vertretung zu sorgen, sondern für eine Überbevorzugung von Frauen. Aber scheint dann kein Problem zu sein, man nennt es dann „gleichberechtigt“. Die Idiotie der Feministen passt auf keine Kuhhaut.

      • @mindph @Christian

        1. Vor allem sind alle Frauen im Verhältnis zu der Mitgliedschaft in einer Partei in allen Posten ÜBERrepräsentiert. Die Referenz der „Repräsentation“ ist IMMER das Verhältnis zum prozentualen Anteil in der Bevölkerung, nie das, was Frauen selber für sich entscheiden zu TUN – z.B. in eine Partei einzutreten.
        Die vertretene Position ist demnach kurz:
        a. Es steht mir – auch ohne eigene Leistung – zu.
        b. Wegen meines biologischen Daseins als Frau.
        Die Letztbegründung ist eine ganz simpel biologistische.

        2. Es ist nicht idiotisch,was Feministinnen fordern, sondern es ist ausgesprochen selbstdienlich für Frauen. Bei den Grünen sind 39% aller Mitglieder Frauen, sie bekommen aber *vollautomatisch* mindestens 50% aller Posten und stellten 56% der Mitglieder der Fraktion.
        Würden sie gemäß ihres Anteils an den Mitgliedern gewählt, müssten sie auf ein Drittel der Posten verzichten.
        Oder anders herum:
        a. So bekamen sie fast 50% mehr Posten, als ihnen eigentlich zustünde, wäre der *Anteil an den Mitgliedern* einer Partei eine relevante Größe für die „Repräsentation von Frauen“.
        b. Es ist ein netter Fahrstuhleffekt für Blitzkarrieren (Schwesig) und sorgt
        c. dafür, dass es „Wahlen“ gibt, in der Frauen außerhalb jeder Konkurrenz (Göring-Eckardt) stehen.

        3. Deshalb hat man auch den bizarren Effekt, dass eine „Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokratischer Frauen“ (ASF) auftritt, als stünde sie gleichzeitig inner- und AUSSERHALB der SPD.

        Sie stellt Forderungen wie: „Die SPD soll weiblicher werden und bei der Wahl von Parteigremien und der Aufstellung von Kandidaten Frauen und Männer paritätisch berücksichtigen.“, was auf eine 50% Quote hinausläuft.
        Aber bereits 1988 wurde eine Frauen-Quote von mindestens 40% übergangsweise für 25 Jahre beschlossen, seit 2013 läuft sie unbegrenzt.
        Versprochen wurde seitens der ASF, durch die legendären „weiblichen Vorbilder“ in Partei und politischen Ämtern diese Partei für Frauen attraktiver zu machen.

        Die Bilanz: Der Frauenanteil der Mitglieder der SPD stieg zwar von 1988 bis 2014 von 26% auf 32%, jedoch entwickelte sich die SPD zu einer Partei von ca. 910.000 Mitgliedern im Jahr 1988 zu einer mit 470.000 Mitgliedern 2013, bzw. ca. 435.000 2016.
        Hatte die SPD im Jahr 1988 236.600 weibliche Mitglieder, waren es 25 Jahre später 150.400.
        Der prognostizierte Effekt der Quote, nämlich eine größere Anzahl weiblicher Mitglieder, ist nicht nur nicht eingetreten, sondern das genaue Gegenteil.

        Damit hat man m.E. auch den Grund erkannt, warum es als SPD-Frau mit Karriereambitionen wesentlich sinnvoller ist, diesen „gap“ permanent anzuklagen (wohlbemerkt gegenüber einer Partei, in der man selber Mitglied ist und evtl. einen Posten bekleidet) statt ihn *tatsächlich* zu schließen.
        Denn erstens, wozu soll man sich weibliche Konkurrenz ins Haus holen?
        Und zweitens hat das (erwiesenermaßen existierende) *geringere Interesse* von Frauen an Politik nur dann ein Potential zu moralischen Erpressung, wenn es feministisch als Produkt männlicher Diskriminierung verstanden wird.
        D.h. es wird ein Massenandrang weiblicher Mitglieder und selbstverständlich Wählerinnen in Aussicht gestellt, wenn die böse Diskriminierung verschwindet.
        Findet diese prognostizierte Entwicklung nicht statt, dann ist das der Beweis für die Fortexistenz der Diskriminierung. Ideologisch wasserdicht, aber völlig irrational.
        Nur so kann jedoch an der Schraube der (weiblichen) innerparteilichen Ansprüche beliebig gedreht werden, gerade *weil* das Ziel der „Parität“ nicht zu erreichen ist und die Maßnahmen nicht daraufhin abgerechnet werden, ob die prognostizierten Effekte eingetreten sind.

        Niemand verlangt jedoch von der ASF eine kritische Bilanz oder ein Eingeständnis des Scheiterns der Strategie, weil es der ASF gelungen ist so zu tun, als gäbe es eine ANDERE SPD (der sie angehören und zugleich nicht angehören, weil sie nicht „weiblich“ ist), die für die Umsetzung und Niederlage gleichermaßen verantwortlich sei.
        So ideologisch gerüstet und abgesichert, wird das Stöckchen von 40% auf 50% eben ein wenig höher gehängt. Wobei bei der SPD die unter 2. beschriebenen Effekte bei einem Frauenanteil von 32% noch heftiger wären.

        Das Spiel läuft allerdings seit 29 Jahren mit der bekannten Entwicklung der Wahlergebnisse (Frauen wählen überproportional CDU und Grüne, nicht SPD) und dem aufgezeigten Mitgliederschwund der SPD.
        Pjotr trifft mit seiner Ansicht m.E. einen wahren Kern, dass die „Piraten“ im Zeitraffer die gleiche Entwicklung durchgemacht haben, wie die SPD in einem langen Zeitraum.
        Ist nur zu wünschen, dass sie sich nicht ebenso selbst zerlegt und in die Bedeutungslosigkeit abrutscht.

        • @crumar

          Also die These, dass weibliche Politiker nicht an mehr Frauen interessiert sind, weil sie sonst mehr Konkurrenz hätten.
          Dem würde ja entgegenstehen, dass sie mehr umsetzen könnten, wenn mehr Frauen dabei sind, die so denken wie sie.
          Da könnte man aber wieder entgegenhalten, dass man dazu auch die Männer benutzen kann, ohne Konkurrenz zu haben.

          • @Christian

            „Dem würde ja entgegenstehen, dass sie mehr umsetzen könnten, wenn mehr Frauen dabei sind, die so denken wie sie.“

            Noch mehr?!
            Sie haben den 50%-Bonus in allen „linken“ Parteien, Veto-Rechte, Sonderversammlungen, quotierte Redelisten, den Spitzenplatz auf Listen bei den Grünen, ebenfalls dort sind sie *alleine* zuständig für „Geschlechterdemokratie“, es gibt Frauenräte, geschlechterhomogene Arbeitsgemeinschaften usw. usf.
            Was soll noch kommen?
            ALLE Spitzenplätze automatisch für Frauen?

            „Da könnte man aber wieder entgegenhalten, dass man dazu auch die Männer benutzen kann, ohne Konkurrenz zu haben.“

            Ja, nur Männer sind so blöd, diese moralische Erpressung mitzumachen und an Hand des Mitgliederanteils kann man klar erkennen, es wäre ohne männliche Beteiligung überhaupt nicht gegangen.
            Hätte das „Patriarchat“ solidarisierend gewirkt, weil es nämlich existiert, dann wäre KEIN EINZIGER Antrag von Frauen jemals durchgekommen, weil sie in keiner einzigen Partei eine Mehrheit stellen.

            „Also die These, dass weibliche Politiker nicht an mehr Frauen interessiert sind, weil sie sonst mehr Konkurrenz hätten.“

            Ja. Wann hast du jemals gehört, mit Maßnahme X versprechen wir uns ein mehr an Y weiblichen Mitgliedern bis zum Zeitpunkt Z?!
            Die ASF schreibt: „Wir laden ein zu aktuellen politischen Diskussionen, formulieren konsequente Forderungen und werben gezielt weibliche Mitglieder, die in der SPD aktiv sein wollen.“
            Das ist aber a. keine Formulierung eines konkreten Ziels, gar einer Zielzahl, sondern sind reine Absichtsbekundungen und b. waren sie – gemessen an den vorliegenden empirischen Daten –
            sensationell erfolglos.
            Selbst wenn sie eine Zielzahl genannt hätten, sind sie *jemals* für das Ausbleiben eines höheren weiblichen Mitgliederanteils zur Rechenschaft gezogen worden oder wurden kritisiert oder hätten gar Selbstkritik geäußert? Aber nur DAS würde m.E. auf ein ernsthaftes Interesse hindeuten – ein Streit um die Mittel zur Erreichung eines Ziels.
            Es gibt stattdessen nur die stumpfe Wiederholung des feministischen Mantras, wonach etwas „weiblicher“ werden muss oder über die „Vereinbarkeit“.
            Seit Jahrzehnten!

            Wer so desinteressiert ist, aus offensichtlichen Fehlern zu lernen, dem unterstelle ich Vorsatz.

          • @Christian

            Schau doch mal auf ihren Stimmanteil, als sie die parteiinterne 40%-Quote durchgesetzt haben – 26% der Mitglieder der SPD waren 1988 Frauen.
            Heute sind es 32% und es läuft auf paritätisch=“Gleichstellung“=Ergebnisgleichheit=50% voraus.

            WOZU brauchen die mehr Stimmen?
            Die bekommen doch sowieso immer, was sie wollen.

  2. „Was aber vollkommen fehlt ist jeder Hinweis darauf, dass Frauen im wesentlichen etwas machen müssen, wenn sie Veränderung wollen.“

    Das wollen die Feministinnen aber nicht, die anderen sollen das machen, besonders die weißen Männer.

    Es wird wieder nur ein Phänomen festgestellt und eine Bewertung dazu ausgesprochen, Ursachenanalyse findet nicht statt. Was braucht man auch Ursachen, wenn man genau über gut und böse bescheid weiß.

  3. Was ich aber grundsätzlich daneben finde, ist die hohe Eigenbeteiligung, die von den Direktkandidatinnen und – Kandidaten eingefordert wird. Da muss mann/frau schon recht wohlhabend sein, um das stemmen zu können. Kein Wunder, das im Parlament hauptsächlich nur noch Politik für „die da oben“ gemacht wird, während der Rest sehen kann, wie er zurecht kommt.

    Frau Schwesig mit ihren Gesetzen für ohnehin schon hoch privilegierte (weiße) Frauen ist dafür ein leuchtendes Beispiel.

    Ansonsten das übliche Gejammer: Feministinnen wollen den Rahm abschöpfen (die bestens dotierten Plätze im Bundestag), ohne vorher die harte Arbeit an der Basis machen zu müssen.

      • @Adrian

        Die Parteien natürlich.
        Die Direktkandidaten kandidieren ja nicht als Persönlichkeit für die persönliche Wahl in den Bundestag, sondern für eine Partei.

        • Das überlasse ich gerne der Entscheidung der Partei. Wichtig ist für mich, dass ich nicht den Wahlkampf irgendeinem Partei finanzieren muss.
          Was ich momentan wegen der Parteifinanzierung muss.

  4. „Was dabei etwas übergangen wird: Direktmandate sind in vielen Fällen auch wesentlich arbeitsintensiver und kostenträchtiger“

    Etwas übergangen? Nett formuliert. Das wird so gut wie nie thematisiert, dabei dürfte das der Hauptgrund sein, warum Männer unter den Direktkandidaten einen so hohen Anteil haben. Nur wenige Frauen sind wohl bereit, diesen Aufwand zu betreiben.

    Es gibt also eine ganz einfache Möglichkeit, die Frauenquote unter den Direktkandidaten zu erhöhen – die Parteien werden verpflichtet, Direktkandidatinnen von Kosten freizustellen und ihnen Arbeitsaufwand nur insoweit zuzumuten, wie nach dem Gefühl der jeweiligen Kandidatin im Rahmen einer angemessenen Work-Life-Balance zumutbar ist. Ich bin mir sicher, dass man so mehr Gerechtigkeit herstellen kann.

    • „… nur insoweit zuzumuten, wie nach dem Gefühl der jeweiligen Kandidatin im Rahmen einer angemessenen Work-Life-Balance zumutbar ist.“

      War das ironisch gemeint?

      Innerhalb der Parteien sind viele Personen, die – wohlwollend formuliert – gerne was zu sagen hätten und deren ganzes Streben darin liegt, sich nach vorne zu drängeln. Die werden so oder so immer darum kämpfen, diese vorderen Plätze zu bekommen, egal wie die äußeren Bedingungen gestaltet werden, und dazu beliebig viele Ressourcen aus eigenen Mitteln beisteuern.

      Es gibt also prinzipiell immer einen Wettbewerb innerhalb der Partei um Machtpositionen, und die Idee, diesen Wettbewerb abzuschaffen oder so zu dämpfen, daß auch der letzte Mitläufer eine Chance hat, ist weltfremd.

      • „War das ironisch gemeint?“

        Natürlich. Wobei es wohl den Zeitgeist zu gut trifft, um ironisch zu sein…

        „Innerhalb der Parteien sind viele Personen, die – wohlwollend formuliert – gerne was zu sagen hätten und deren ganzes Streben darin liegt, sich nach vorne zu drängeln. Die werden so oder so immer darum kämpfen, diese vorderen Plätze zu bekommen, egal wie die äußeren Bedingungen gestaltet werden, und dazu beliebig viele Ressourcen aus eigenen Mitteln beisteuern.“

        Völlig korrekt, und die Mehrzahl dieser Personen sind Männer, was dann zu einem hohen Männeranteil bei den Direktkandidaten führt. Da dies aber ungerecht, ungerecht, ungerecht ist, muss man eben Frauen fördern, also gezielt die Anforderungen für Frauen senken. Funktioniert doch in anderen Lebensbereichen auch so. Es ist offenkundig diskriminierend, wenn Frauen nicht die gleichen Erfolge erzielen, nur weil sie weniger investieren.

  5. „Was dabei etwas übergangen wird: Direktmandate sind in vielen Fällen auch wesentlich arbeitsintensiver und kostenträchtiger“

    Hey, das liegt natürlich auch am Sexismus gegen Frauen. Schließlich verdienen die ja 21% weniger als Männer. Also können Frauen gar nicht so viel Geld haben. 😉

    Wohl nicht nur meiner Ansicht nach, ist diese „erwartete Eigenbeteiligung“ verfassungswidrig. Schließlich soll jedem Menschen der Weg in ein politisches Amt möglich sein, unabhängig von Religion, Herkunft, GESCHLECHT und GELD.

    Ganz abgesehen davon halte ich jegliche Quotierung für falsch bis verfassungswidrig, insbesondere dann, wenn sie, wie bei den Grüninnen, eine FREIE Wahl dahingehend einschränkt, dass mindestens eine Frau gewählt werden muss.
    Aber es ist ja altbekannt, dass Sexismus vollkommen in Ordnung ist, so lange er Frauen dient.

    • „Wohl nicht nur meiner Ansicht nach, ist diese „erwartete Eigenbeteiligung“ verfassungswidrig. Schließlich soll jedem Menschen der Weg in ein politisches Amt möglich sein, unabhängig von Religion, Herkunft, GESCHLECHT und GELD.“

      Kann er ja auch. Nur eben nicht in jeder Partei.
      Ein System in dem man Geld als Faktor ausschalten kann wird man kaum hinbekommen. Werbung zieht eben bis zu einem gewissen Grad

    • „Wohl nicht nur meiner Ansicht nach, ist diese „erwartete Eigenbeteiligung“ verfassungswidrig. Schließlich soll jedem Menschen der Weg in ein politisches Amt möglich sein, unabhängig von Religion, Herkunft, GESCHLECHT und GELD.“

      Wo in der Verfassung steht das?

  6. Es gibt einen wichtigen Unterschied zwischen CDU und CSU: Die CSU hat alle Direktmandate gewonnen, deswegen wird auch kein einziger Kandidat vom Listenplatz in den Bundestag kommen. Bei der CSU gelten also andere Regeln.

  7. Die Argumente waren bei der letzten BTW genau die gleichen, es bleibt dabei,
    Frauenquoten in Parlamenten und Parteien sind verfassungsfreindlich und ein direkter Angriff auf die repräsentative Demokratie.
    Eine der besten Artikel zu dem Theme, heute so aktuell wie damals:
    http://www.faz.net/aktuell/politik/staat-und-recht/gastbeitrag-die-gendergerechte-demokratie-12602100.html

    Soziale Probleme sind sozial konstruiert, die Frauenquote in den Parlamenten ist ein Musterbeispiel. Die ist nämlich kein Problem, sie wird durch die feministische Propaganda dazu gemacht. Wer Geschlechter-, Linkshänder- oder Schwulenanteile in Parlamenten als Problem ansieht, hat vor allem die Prinzipien der repräsentativen Demokratie nicht verstanden. Oder er will sie abschaffen, das dürfte in vielen Fällen die Hauptmotivation sein.

  8. Ich kann als Lehrer eine Erfahrung beisteuern, von der ich weiß, dass viele Kollegen UND Kolleginnen sie teilen. Insgesamt ist das Interesse an der Politik, nicht nur der Parteipolitik, in den Klassen sehr gering – nicht nur bei Kindern, sondern auch bei 16-20jährigen. Die Kenntnisse sind oft entsprechend marginal. Es gibt wenige Ausnahmen, aber das sind zum weitaus überwiegenden Teil Schüler, nicht Schülerinnen. Gerade gestern erst wurde ich Zeuge eines regelrecht verzweifelten Rants einer Kollegin, die sich über das fast flächendeckende politische Desinteresse ihrer SchülerINNEN aufgeregt hat. Insbesondere in den Klassen der Sek1 (bis 10. Klasse) ist dieses Bild absolut deutlich.

    Wenn sich dieses Bild so verallgemeinern lässt (und da bin ich mir sicher), heißt das: Der Gedanke hat sich als falsch erwiesen, fehlendes politisches Interesse und Engagement von Frauen und Mädchen wäre einfach dadurch zu erklären, dass Politik allen durch Männer repräsentiert werde. Es gab für diese Erklärung durchaus einmal guten Grund ( https://pictures.abebooks.com/WCLEMENS/21185659404.jpg ), aber die Situation hat sich mittlerweile so nachdrücklich geändert, dass sich eigentlich auch das Engagement von Frauen klarer hätte ändern müssen.

    Wenn es aber überhaupt eine Änderung gibt, dann geht das Engagement und Interesse von Mädchen und jungen Frauen zurück.

    Es ist seltsam, das niemand von den vorgeblichen Frauen- und Mädchenförderern auf die Idee kommt zu fragen, ob nicht die bislang ergriffenen Maßnahmen kontraproduktiv sind.

    Eine feministisch inspirierte Politik ( https://man-tau.com/2017/09/18/rot-gruener-rechtspopulismus/ ) erweckt mit ihren ritualisierten Slogans vom „Gender Pay Gap“ oder der „Diskriminierung“ von Frauen den Eindruck, weibliches Engagement sei ohnehin hoffnungslos, weil es an den Mauern der Männermacht zerschelle. Zugleich werden Frauen dadurch auch von ihrer (politischen) Verantwortung freigesprochen – es wird ihnen vermittelt, dass es Sache der Männer wäre, ihnen über Quoten, Listenplatzierungen, Frauenstatut etc. politischen Einfluss zu verschaffen.

    Die Quotenpolitik übersetzt dabei eigentlich lediglich das bürgerliche Geschlechtermodell in die Institutionen. In den Quotenparteien wird der Großteil der Basisarbeit von Männern geleistet, während Frauen überproportional viele Funktionsposten zugesichert werden – bei den Grünen sogar zwangsläufig mehr als die Hälfte. Männer müssen arbeiten, um Positionen von Frauen zu sichern: Das ist ein stinknormales, längst überholtes, konservatives bürgerliches Geschlechterarrangement, das weder mit linker Politik noch mit den Erfordernissen einer modernen Gesellschaft viel zu tun hat.

    Es signalisiert Frauen aber beständig, dass sie a. ohnehin nichts tun können und b. auch gar nicht die Verantwortung hätten, etwas zu tun. Politische Verantwortung von Frauen – eben erst einmal: im Sinne einer Basisarbeit für eine Gestaltung allgemeiner Verhältnisse, nicht im Sinne einer Besetzung von Posten – wird dadurch geradezu systematisch ausgebremst.

    • „verzweifelten Rants einer Kollegin …. Wenn sich dieses Bild so verallgemeinern lässt (und da bin ich mir sicher),“

      Stimmt auch mit meiner privaten anekdotischen Evidenz überein 😉 Wenn ich mir alleine ansehe, wieviel Stunden am Tag im Gesichtsbuch herumgeklickt wird, um den neusten Klatsch und Tratsch mitzubekommen, anstatt ein paar politische Zeitungsartikel zu lesen (nur einen Klick weiter).
      Als Biologist neige ich zu der Hypothese, daß Mädchen / Frauen statistisch viel weniger Spaß als Jungen an Debatten, also verbalen Auseinandersetzungen – Raufereien sozusagen – haben.

    • Ich bin immer mehr der Meinung, dass es Frauen einfach zu gut geht. Frauen werden überall gefördert und bevorzugt, warum sich also anstrengen? Warum sich in einer Partei nach vorn pushen, auf Parteitagen und in -Organen reden und politische Arbeit leisten, wenn man dafür keine Notwendigkeit sieht?

      Frauen haben eine (wenn auch leicht) geringere Wahlbeteiligung und eine (deutlich) geringere Beteiligung in Parteien, sie bringen sich seltener ein und wenden weniger Energie dafür auf, selbst in Parteien, wo sie überall bevorzugt werden, auf Spitzenplätzen und Vorständen nicht mit Männern konkurrieren müssen, wie bei den Grünen und in Anteilen auch bei Linken und SPD, machen sie weniger als die Hälfte der Mitglieder aus. Sollte das nicht eigentlich umgekehrt sein, bei all den Teufeln, den Feministinnen und Medien ständig an die Wände malen ob des harten Lebens der Frauen?

      Ich meine, wenn wir in einem fürchterlichen Patriarchat leben würden, dass dafür sorgt, dass Frauen sich nicht alleine auf die Straße trauen, alle zwei Meter, im Kino, Fahrstuhl, Tiefgarage, zu Hause ständig befürchten müssten, vergewaltigt zu werden, sich abrackern und nie einen gerechten Lohn dafür bekommen, überall unterdrückt und benachteilgt werden würden, würden sie dann nicht in Massen in Parteien strömen, die sagen: „kommt her Frauen, wir machen Politik in erster Linie für EUCH, hier bekommt ihr eine Chance und Männer, die euch sonst überall unterdrücken, stehen euch nicht im Weg!“? Jeder logisch denkende Mensch würde davon ausgehen. Das passiert aber nicht.

      Ich werte das als ein Zeichen dafür, dass das ganze Fearmongering der Feministen bullshit ist und es den meisten Frauen in Wirklichkeit besser geht, als den meisten Männern.

    • Die Quotenpolitik übersetzt dabei eigentlich lediglich das bürgerliche Geschlechtermodell in die Institutionen.

      Genau meine Rede. Die Frauen haben einen Versorgungsanspruch, der von den Männern verwirklicht werden soll. Und sind sie dann per Quotenkrücken ins Parlament katapultiert, so machen sie „Frauenpolitik“, um den Versorgungsanspruch gesamtgesellschaftlich zu sichern. Solange das so ist, halte ich selbst eine 30%-Frauenanteil für zu hoch.
      Es ist mir eigentlich egal, ob meine Interessen von Frauen oder Männern wahrgenommen werden. Da aber Frauen glauben, sie müssten wegen den 8 Milliarden Jahren Patriarchat und Unterdrückung Politik von Frauen für Frauen, Frauenfrauen und Frauenfrauenfrauenfrauen machen, sind 30% Frauen im Parlament zu viel.
      Die immer wieder reklamierte ungenügende Repräsentation von Frauen bezieht sich immer auf den Anteil an der Bevölkerung. Das vermittelt den Eindruck, Frauen hätten ein Recht auf die Hälfte von allem, unabhängig davon, was sie tun oder nicht tun. Sie sind einfach da und das muss dann auch genügen.
      Es wäre mal interessant zu wissen, wieviele der Parlamentarier einen handwerklichen Hintergrund haben. Wie viele der Parlamentarier Juristen sind. Wieviele schon einmal Harz IV bezogen – so von wegen Repräsentation.

      • „Und sind sie dann per Quotenkrücken ins Parlament katapultiert, so machen sie „Frauenpolitik“, um den Versorgungsanspruch gesamtgesellschaftlich zu sichern.“

        Beispiele aus Merkels Kanzlerschaft dafür wären:

    • Eine feministisch inspirierte Politik (…) erweckt mit ihren ritualisierten Slogans vom „Gender Pay Gap“ oder der „Diskriminierung“ von Frauen den Eindruck, weibliches Engagement sei ohnehin hoffnungslos, weil es an den Mauern der Männermacht zerschelle.

      Absolut richtig! Ich habe das bei mindestens einem der bloggenden Väter (Lutz Bierend, Martin Domig, Tom174) gelesen: Sie möchten nicht, dass ihre Tochter glaubt, es gäbe ein allmächtiges Patriarchat, dass sie ausbremst.

  9. „Es gab nach der Wahl diverse Tweets und viele Artikel, die anführten, dass Frauen unterrepräsentiert sind, weil sie 50% der Bevölkerung darstellen.“

    Und ich dachte immer, der Wähler würde von der Partei repräsentiert, die er gewählt hat?

  10. Alle parteiliche und parteiische Frauenförderung hat dazu geführt, dass z.B. in der SPD gerade mal 32% weibliche Mitlgieder zu verzeichnen sind, die aber 42% der Mandate erhalten. Da kann man ruhig weiterjammern. Die Verankerung beginnt jedoch auf kommunaler Ebene, da hat diese Partei wie in allen Bereichen seit Jahrzehnten ja bereits die Quote eingeführt, man nennt dies verschleiernd Reißverschluß. Wer für kommunale Wahlen schon einmal versucht hat genügend Frauen zu gewinnen, um den Reißverschluß auch zu erfüllen, dem wird mit Sicherheit ein Stück Ernüchterung eingebrannt haben. Meist gelingt das nicht, oder man muss es auf Biegen und Brechen versuchen, was vorsichtig ausgedrückt der Qualität des Pools der zu Wählenden nicht förderlich ist. Wer es nicht schafft, wird dann spätestens im Parteibezirk trotz aller Mühen ordentlich zusammengeschissen, obwohl es dann meist so aussieht, dass bis zu den noch aussichtsreichen Listenplätzen der Reißverschluss greift und danach die Männer stehen. Wenn es dann darum geht, Plakate zu kleben, Infostände aufzubauen, Kleister zu rühren, Prospekte auszutragen etc. etc. dann dienen dazu schwerpunktmäßig die männlichen Exemplare nicht zuletzt des hinteren Listenteils, so ein bißchen uneigennütlige Begeisterung kann man hier schießlich erwarten! Solche Jobs eignen sich reißverschlußfrei dann halt doch besser für die Männer, so wie halt manche Berufsbilder wie das anstrengend, schwierige des Fäkalientauchers, für das man bekanntermaßen qutoenseitig täglich trommelt. Deshalb konnte man am Sonntag, nach der Schlappe, die auch daraufhin abgeklopft gehört, inwieweit diese Art der realexistierenden Geschlechtergerechtigkeit beigetragen hat, hören, dass die SPD weiblicher werden müsse. Als ob jemals eine Frau daran gehindert worden wäre in die SPD einzutreten! Ich für meinen Teil wähle aufgrund all dieser Erfahrungen Reißverschluss, das heißt halt jeden zweiten Platz und es wird mir leicht gemacht, ich muss selten aufpassen, ich beginne dabei mit Platz 2, denn auf 1 steht mit größter Wahrscheinlichkeit eine Frau ob berechtigt oder nicht. Bei den Wahlen zu Landtag und Bundestag kann man das leider nicht. Dabei wäre es gerade hier notwendig die Besten aussuchen zu können. Eigentlich Schade, denn es gibt auch wirklich gute Frauen, aber der praktizierte Irrsinn zwingt eben zu brachialen Konsequenzen.

  11. Ach Chris, mit solchen Artikeln spielst Du den Frauen doch nur in die Hände.

    Die richtige Sichtweise ist, dass im Parlament 100% Menschen sitzen, und die Frage nach einer Quote hirnrissig ist, weil eine geschlechtliche Quote genauso willkürlich ist, wie eine Quote nach Haarfarbe, Alter, Vermögen, Herkunft, oder sonstwas willkürlich wären.

    Es ist hier auf diesem Planaten anscheinend so, dass die Frauen sich in ihrem Selbstverständnis als eigene Spezies betrachten, und es da noch eine andere, aus Sicht der Frauen weigehend feindliche Spezies namens Männer gibt.

    Wenn ich z.B. auf der Strasse als Mensch angesprichen werde (z.B. „Was sagen Sie als Mensch zu …“), dann störe ich mich daran nicht, finde es sogar angenehmer, da ein Ansprechen als Mann („Was sagen Sie als Mann zu …“) subtil viel fordernder ist (Männer müssen dies und das und jenes).

    Bei Frauen macht das kaum einer, dass die als Menschen angesprochen werden, weil man dann meist erstmal ein säuerliches Gesicht erntet. „Wie kann der das wagen mein Frausein auszublenden“, oder sowas ähnliches wird sie sich dann denken. Als Mensch bezeichnet zu werden ist für eine Frau kritisch, erstmal eine Herabwürdigung.

    Wir haben es also weniger mit einem Geschlechterkampf Frauen gegen Männer, sondern mehr mit einem Spezieskampf Menschen gegen Frauen zu tun. Das erklärt auch die fanatische Forderung nach Gleichstellung, dass also alles bedingungslos halbiert werden soll, unabhängig von Leistung, Engagement usw.
    Würden hier auf dem Planeten tatsächlich zwei zahlenmässig etwa gleichstarke intelligente Spezies leben, z.B. Menschen und Klingonen, dann könnte der Frieden wohl tatsächlich nur mit bedingungsloser Gleichstellung erhalten bleiben, weil unterschiedliche Befähigungen von Menschen und Klingonen keine Rolle spielen dürfte.

  12. Ich habe da zwei Gedanken dazu:
    1. Aufgrund eines durch die Forschung bestätigten Ingroup Biases der Frauen führt die Erhöhung des Frauenanteils zu einer feministischen Schlagseite in der Politik. Es scheint einfach so, also ob Frauen noch nicht gelernt hätten, für die ganze Gesellschaft zu denken.
    2. Die SPD hat längst herausgefunden, wie man den Frauenanteil erhöht: Man macht die Partei für Männer unattraktiv, wodurch sie austreten. Voila, der prozentuelle Anteil der Frauen steigt stetig an.

    • „Es scheint einfach so, also ob Frauen noch nicht gelernt hätten, für die ganze Gesellschaft zu denken.“

      Ich gehe sogar weiter und äußere den Verdacht, dass Frauen überhaupt mal anfangen sollten, zu denken.
      Fast alle großen Parteien haben irgendwo im Wahlkampfgetöse wider besseres Wissen mit vor Empörung zitternder Stimme (besonders gut gelungen bei Martin Schulz) die 21% GPG ins Publikum gestreut.
      Offensichtlich taten sie dies in der Absicht, dass Frauen auf solche „Wahrheiten“ besonders ansprechen, so wie sie ja auch problemlos glauben, dass jede 3. Frau von ihrem Partner/Ehemann zusammengeschlagen wird.
      Wer also die 21% GPG bestreitet, riskiert, dass die Frauen ihn links liegen lassen und sich lieber in ihrer Opferrolle bei der Konkurrenzpartei sonnen.

      Kurz: Frauen brauchen klare, einfache Botschaften, die sie am besten auch noch gut aussehen lassen.

  13. Es würde mich, Chris, an dieser Stelle mal interessieren was Du als Evolutionsbiologe dazu sagen würdest, wenn ein anderer Evolutionsbiologe ankommen und sagen würde:
    „Die Einführung der Kategorie ‚geschlecht‘ in unserer Wissenschaft war willkürlich und überflüssig, und sollte durch eine reine Kategorisierung nach Spezies ersetzt werden.
    Die Ansichten zur Fortpflanzung sollten dahingehend überarbeitet werden, dass Fortpflanzung immer dann stattfindet, wenn daran zwei Spezies beteiligt sind, die evolutionär dazu geformt wurden mit einer ganz bestimmten anderen Spezies zusammenzukommen“.

    Wie würdest Du vorgehen um die Existenz der Kategorie ‚geschlecht‘ zu verteidigen?
    (Und falls Du jetzt mit ‚Penis‘ kommst, die meisten männlichen Vögel haben keinen)

    • @Peter

      Ich würde auf die Gameten verweisen:
      https://de.wikipedia.org/wiki/Gamet
      Gameten, auch als Geschlechtszellen oder Keimzellen bezeichnet, sind haploide Zellen (mit einem Satz von Chromosomen), die sich bei der geschlechtlichen Fortpflanzung paarweise zu einer diploiden Zygote (mit zwei Chromosomensätzen) vereinigen (Befruchtung).

      Solange wir zwei verschiedene Gametentypen zur Fortpflanzung brauchen gibt es auch Geschlecht

      • Das könnte der andere Evolutionsbiologe auch im Rahmen seiner Inter-Spezies-Fortpflanzung erklären, dass bei der Anpassung zweier Spezies aufeinander eben auch zwei Gametentypen verwendet werden.

        „Geschlecht“ könnte also einfach nur ein Axiom der Evolutionsbiologie sein (Axiom = unbegründete Basis-Annahme), und durch ein anderes Axiom ersetzt werden (z.B. Inter-Spezies-Fortpflanzung).

        Mit Axiomen ist das ja so eine Sache. Einerseits sind sie unwissenschaftlich, andererseits notwendig um überhaupt erstmal ein Fundament herzustellen. Spitzfindig könnte man sagen dass alle Wissenschaft unwissenschaftlich ist, weil alle Wissenschaft auf Axiomen aufgebaut ist.

        (In der Physik gibt es z.B. das Axiom das Licht sich geradlinig ausbreitet. Setzt man ein anderes Axiom (z.B. Lichtbahnen sind immer gekrümmt, nie gerade) kann das zu radikalen Änderungen im Weltbild führen. Der Physiker Roman Sexl hat zum Spass mal bewiesen dass es eine mathematisch gültige Raum-Zeit-Lösung für die Innenweltkosmos- bzw. Hohlwelttheorie basierend auf diesem Axiom gibt, wir also auf der inneren Oberfläche einer Hohlwelt leben könnten und das für uns nur so aussieht als ob wir auf einer Kugel in einem Kosmos leben, weil uns gekrümmtes Licht das so vorgaukelt)

        Im Gegensatz zur Physik ist die Evolutionsbiologie ziemlich schwammig, man findet immer und überall Ausnahmen mit denen man strikte Aussagen (Geschlecht existiert) aufweichen kann. Man kann also auch ganz ohne Gender-Gedöns die Evolutionsbiologie radikal ändern indem man einfach Axiome austauscht. Man kann, wenn man will, im Rahmen der Evolutionsbiologie Männer und Frauen als zwei verschiedene Spezies betrachten.

    • „wenn daran zwei Spezies beteiligt sind, die evolutionär dazu geformt wurden mit einer ganz bestimmten anderen Spezies zusammenzukommen“

      Ob man jetzt „zwei Spezies“ oder „zwei Geschlechter“ sagt, wo ist da der Unterschied?

      • Zitat: „Ob man jetzt „zwei Spezies“ oder „zwei Geschlechter“ sagt, wo ist da der Unterschied?“

        Der Unterschied ist, dass man eine überflüssige Kategorie eingeführt hat.

        Man hat die Kategorie ‚Spezies‘, die auch Sinn macht, und führt eine weitere Unterkategorie ‚Geschlecht‘ ein, die zwar die Anschauung vereinfacht, den Blick dadurch aber auch einengt.

        Chris nimmt Gonaden als Hilfsmittel der zweiten Kategorisierung, in diesem Artikel werden dazu Mitochondrien herangenommen, was bei bestimmten Pilzen zu 13 Geschlechtern führt:
        http://www.zeit.de/1992/37/energie-dominiert-den-sex
        Und dann meint ein Dritter vielleicht noch was anderes zur Geschlechterbestimmung, und ein Vierter … alles nicht eindeutig und schwammig.

        Warum also das Axiom „geschlechterbasierte Fortpflanzung“ nicht einfach ersetzen durch „Inter-Spezies-Fortpflanzung“?

        Zitat aus dem Artikel:
        „Vor über einer Milliarde Jahren traf ein relativ hoch entwickelter Einzeller auf ein Bakterium, das über geniale Methoden zur Energieverwertung verfügte. Unser Ururahn schluckte die Mikrobe, verdaute sie jedoch nicht. Dies erwies sich als ein Glücksfall, denn der Gast belieferte seinen Wirt von nun an mit kostbarer Energie. Die Kombination dieser beiden war so erfolgreich, daß ihre Nachkommen nun die ganze Welt bevölkern.“

        Diese besondere Fortpflanzung war also eindeutig eine Inter-Spezies-Fortpflanzung, warum also nicht alle Fortpflanzung als fortentwickelte Inter-Spezies-Fortpflanzung ansehen? Die Zusammenfassung zweier oftmals sehr unterschiedlich aussehender Spezies in ein Geschlecht ist da doch willkürlich.
        Pferde und Esel sind z.B. auch zwei Spezies und können Nachwuchs erzeugen (der zwar wiederum meistens nicht fortpflanzungsfähig ist, manchmal aber doch).

        • „Chris nimmt Gonaden als Hilfsmittel der zweiten Kategorisierung, in diesem Artikel werden dazu Mitochondrien herangenommen, was bei bestimmten Pilzen zu 13 Geschlechtern führt:
          http://www.zeit.de/1992/37/energie-dominiert-den-sex
          Und dann meint ein Dritter vielleicht noch was anderes zur Geschlechterbestimmung, und ein Vierter … alles nicht eindeutig und schwammig.“

          Gameten. Nicht Gonaden

          Du kannst eine Abgrenzung nicht deswegen für schlecht erklären, weil ein anderer noch etwas anderes dazu nimmt. Und meinetwegen können Pilze mehrere Geschlechter haben.

          „„Vor über einer Milliarde Jahren traf ein relativ hoch entwickelter Einzeller auf ein Bakterium, das über geniale Methoden zur Energieverwertung verfügte. Unser Ururahn schluckte die Mikrobe, verdaute sie jedoch nicht. Dies erwies sich als ein Glücksfall, denn der Gast belieferte seinen Wirt von nun an mit kostbarer Energie. Die Kombination dieser beiden war so erfolgreich, daß ihre Nachkommen nun die ganze Welt bevölkern. Diese besondere Fortpflanzung““

          Das war keine Fortpflanzung. Es war eine Symbiose.

        • „Diese besondere Fortpflanzung war also eindeutig eine Inter-Spezies-Fortpflanzung, warum also nicht alle Fortpflanzung als fortentwickelte Inter-Spezies-Fortpflanzung ansehen?“

          Weil Fortpflanzung nicht inter-Spezies ist, sondern Männlein und Weiblein zur selben Spezies gehören.
          Es gibt Spezies, die unterscheiden da nicht besonders. Es gibt welche, die haben männliche und weibliche Gameten in einem Individuum, aber die meisten, und insbesondere alle höheren Tiere, zu denen wir auch gehören, haben einen Geschlechtsdimorphismus, dass heißt, Männlein und Weiblein sind unterschiedlich.

          Und der Artikel ist auch ungenau: „Damit war die Idee des männlichen Geschlechts geboren.“
          Nein war es nicht. Damit wurden die beiden Geschlechter geboren, also männlich und weiblich. Ein weibliches Geschlecht existiert nicht ohne ein männliches. Zellen, die sich ungeschlechtlich fortpflanzen, sind eben genau das: Ungeschlechtlich. Dass das als „Mutter“ und „Tochterzelle“ bezeichnet wird, ist eigentlich falsch und ein Resultat ungenauer Sprache, denn es gibt weder eine Mutter noch eine Tochter ohne dass es Geschlecht gibt. Männchen und Weibchen bilden haploide Zellen aus, ein Geschlecht hat in den diploiden Zellen zwei gleiche Geschlechtschromosomen und das andere hat zwei unterschiedliche. Bei den Säugetieren sind das die Weibchen mit den gleichen Chromosomen und die Männchen mit den unterschiedlichen. Bei Vögeln ist das umgekehrt. Und dann gibt es noch die Varianten mit unterschiedlicher Anzahl von Geschlechtschromosomen. Aber es ist immer so, dass das eine Geschlecht entscheidet, welches Geschlecht die Nachkommen haben, indem es unterschiedliche Gameten zur Fortpflanzung beiträgt.

  14. Ich bin überzeugt, dass nahezu alle Gaps zwischen den Geschlechtern letztlich ihre Hauptursache in den unterschiedlichen Selektionskriterien der Geschlechter bei der Partnerwahl haben.

    Und auch im Hinblick auf das geringere Interesse der Frauen an Politik bzw. Streben nach Macht und Übernahme von Verantwortung, dürfte meiner Meinung nach erneut die Hauptursache die unterschiedliche Partnerselektion der Geschlechter sein.

    Vereinfachend ausgedrückt, suchen Frauen ihre Partner nach Kriterien wie Stärke, Macht, Geld, Durchsetzungsfähigkeit und Bereitschaft von Verantwortungsübernahme aus. Ist es daher ein Wunder, dass Männer im Durchschnitt ein höheres Interesse haben bzw. mehr dafür zu leisten bereit sind, Stärke, Macht, Geld, Durchsetzungsfähigkeit zu erlangen bzw. mehr Bereitschaft zeigen, die Verantwortung Gruppen zu übernehmen, um auf diese Weise möglichst eine höhere Attraktivität zu erlangen?

    Umgekehrt sind das Kriterien, die Männer bei der Wahl ihrer Partnerinnen ziemlich irrelevant sind. Männer stellen im Rahmen der Partnerschaftswahl hingegen an Frauen kaum echte Leistungsanforderungen, sondern selektieren Frauen im Wesentlichen nach Optik und sympathischen Verhalten (mehr bleibt Männern in der Regel auch nicht) Ist es daher ein Wunder, dass Frauen ihre Interessen im Wesentlichen in Bereichen der optischen Selbstoptimierung (Mode, Fitness, Nahrung) haben, um auf diese Weise möglichst eine höhere Attraktivität zu erlangen?

    Und da der Mensch in der Regel ein träges Lebewesen ist, der nur das tut, was ihm einen ausreichenden Vorteil oder Nutzen in Aussicht stellt, bringt es Männern und Frauen auch nicht viel, andere Interessen zu entwickeln. Ein Mann, der sehr viel Energie in seine eigene Optikoptimierung steckt, wird gewöhnlich eher belächelt und bringt ihm auch keine wirklichen Vorteile (ein Streben nach Status, Geld, Macht, … bringt ihm deutlich mehr). Das bedeutet nicht, dass die eigene Optik für den Mann irrelevant ist, sondern nur, dass es es ihm wenig bringt, besonders viel Energie in diesen Bereich zu stecken, da er mit einem Vorankommen in anderen Bereichen viel mehr erreichen kann und die eigene Optik allenfalls ein i-Tüpfelchen bzw. ein nettes zusätzliches Nice-to-Have darstellt.

    Umgekehrt bringt es Frauen auf dem Partnermarkt nicht viel, nach Stärke, Macht, Geld, Durchsetzungsfähigkeit und Bereitschaft zur Verantwortungsübernahme zu streben, denn Männer schauen bei Frauen nicht bzw. nur nachrangig nach diesen Kriterien, so dass es auch hier der Frau nicht viel bringt, besonders viel Energie in diese Bereiche zu stecken.

    Warum sollte die Frau daher eine Veranlassung haben, nach Übernahme von Verantwortung über eine Gruppe streben zu wollen, wenn es wenig bringt und sie andere Möglichkeiten hat, auf einfachere Art und Weise am Status anderer zu partizipieren (> Partnerselektion nach oben). Wieso sollte eine Frau sich an die Spitze einer Gruppe stellen wollen und die diesbezüglichen unangenehmen Seiten ertragen (wer an der Spitze steht, muss eine höhere Opferbereitschaft haben, Risiken übernehmen, hat Feinde, muss mit harter Kritik und Neidern umgehen können, …)?

    Hinzu kommt zudem noch eines: Wie ich bereits sagte, selektieren Frauen nach Stärke des Mannes. Ein Mann, der über Widrigkeiten herumplärrt, ist unattraktiv. Ein Mann hat null Vorteile, wenn er plärrt, sondern wird als sozial schwach erst recht in der Gesellschaft sozial aussortiert. Ein schwacher Mann braucht nicht darauf zu hoffen, dass er nur zu plärren braucht und schon kümmern sich andere um seine Probleme. Der Mann wird somit von Frauen (Mutter, Lehrer, Freundinnen, …) von Anfang an darauf dressiert, dass es für ihn total negativ ist, wenn er Schwächen zeigt („Indianerherz kennt kein Schmerz“, „Sei kein Mädchen“, „mimimi“, „Heulsuse“, …). Bei der Frau ist das anders. Wenn eine Frau plärrt, kommen gleich eine Vielzahl von Interessenten, lila Pudel und Helferindustrien zur Seite gesprungen, um sich um das zarte Schneeflöckchen zu kümmern. Solange eine Frau es nicht übertreibt, wird sie als schwache plärrende Frau nicht gesellschaftlich aussortiert und da Männer auch nicht nach Stärke der Frauen selektieren, zertrümmert sie damit auch nicht den eigenen Marktwert auf dem Partnermarkt. Im Gegenteil gibt sie dem Mann damit die Möglichkeit, seine Stärke ihr zu beweisen, indem er sich um sie kümmern kann. Die Frau hat gewöhnlich daher auch hier die Möglichkeit, durch einfachere Art und Weise ihre Ziele zu erreichen, ohne Eigenverantwortung zur Problembeseitigung übernehmen zu brauchen. Sie kann einfach andere machen lassen.

    Die unterschiedliche Partnerselektion der Geschlechter sorgt somit dafür, dass der Mann von Kind auf darauf trainiert wird, nach Stärke zu streben, mit seinen Problemen alleine zurecht zu kommen, auch bei harter Kritik nicht zur plärrenden Heulsuse zu werden, eine höhere Opferbereitschaft zu beweisen, …, während die Frau genau umgekehrt lernt, bei jedem kleinen Wehwehchen über Geplärre ihre Helfer aktivieren und zu ihrem Ziel kommen zu können. Männer lernen somit, mit den Nachteilen von Führungspositionen (z.B. Neider, harte Kritik, Übernahme von Verantwortung…), während Frauen das nicht lernen brauchen und davon abgeschreckt werden. Denn die Frau muss es nicht lernen, da sie auch als konfliktscheuer Mensch einen Partner finden kann.

    Und so ist es auch kein Wunder, dass Frauen eine Neigung dazu haben, lieber in geschützer 2. Reihe zu stehen und andere ihren Kopf an der Spitze hinhalten zu lassen.

    Wenn man daher wirklich die Gendergaps beseitigen wollen würde, müsste man zuerst dafür sorgen, dass Männer und Frauen ihre Partner nur noch nach den gleichen Kriterien selektieren dürfen, was völlig absurd und unmöglich sein dürfte.
    Männer werden über den Partnermarkt von Frauen erzogen und Frauen von Männern und das wird man nicht beseitigen können, so lange Menschen sich über Sex fortpflanzen und die Partner nicht über Lotto und ohne Trennungsmöglichkeit zugewiesen bekommen.

  15. Gerade wo gelesen:

    „Wer im Lotto gewinnen will, muss auch mitspielen. Aber wer nicht mitmacht und nachher laut rumheult, dass er/sie schon wieder nicht gewonnen hat, ist doch ziemlich peinlich.“

  16. Ich hab mal die Frauenanteile (%) gegen die Wahlergebnisse der jeweiligen Parteien (%) korreliert :

    CDU: -0,6087
    FDP: 0,2197
    SPD: -0,4805
    Grüne: 0,6453
    Linke: -0,1909

    (1949 .. 2013, bei den Parteien, die noch nicht so lange existieren fließen die Jahre nicht ein)

    Ich weiß, Korrelation keine Kausalität bla bla bla, spekulieren wir einfach mal:

    Bei den Grünen scheinen die Quotierungsambitionen durchaus Sinn zu machen.
    Da die anderen Parteien von einer Frauenquote mehr in Mitleidenschaft gezogen werden, während die Grünen davon profitieren.

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