Selbermach Samstag 256 (23.09.2017)

Welche Themen interessieren euch, welche Studien fandet ihr besonders interessant in der Woche, welche Neuigkeiten gibt es, die interessant für eine Diskussion wären und was beschäftigt euch gerade?

Welche interessanten Artikel gibt es auf euren Blogs? (Schamlose Eigenwerbung ist gerne gesehen!)

Welche Artikel fandet ihr in anderen Blogs besonders lesenswert?

Welches Thema sollte noch im Blog diskutiert werden?

Für das Flüchtlingsthema gibt es andere Blogs

Ich erinnere auch noch mal an Alles Evolution auf Twitter und auf Facebook.

Es wäre nett, wenn ihr Artikel auf den sozialen Netzwerken verbreiten würdet.

Wer mal einen Gastartikel schreiben möchte, der ist dazu herzlich eingeladen.

142 Gedanken zu “Selbermach Samstag 256 (23.09.2017)

    • „Der Kapitalismus“ hat auch seine Massengräber. Warum wird das immer verschwiegen?
      Schau sich einer mal den Kriegsverbrecher Henry Kissinger an, der mit Nixon für einige Millionen tote Vietnamesen verantwortlich ist. Wird der gehängt, vor ein Kriegsgericht gestellt? Nö, er hält Reden und wird hofiert, hat sogar den Friedensnobelpreis erhalten (kein Witz)!

      Laos:

      In den neun Jahren des von 1964 bis 1973 dauernden Krieges warfen die US-Streitkräfte in 580.000 Flügen mehr als 2 Millionen Tonnen bzw. 270 Millionen Streubomben und andere schwere Artillerie auf das Land ab, 30% davon waren, oft aufgrund geringer Abwurfhöhe, Blindgänger.

      Kambodscha:

      In den 1970er Jahren haben die USA mehr als 500.000 Tonnen an Bomben auf Kambodscha abgeworfen. Nun verlangt Washington etwa 662 Millionen Dollar an Kriegsschulden von Kambodscha.

      und:

      In den 1970er Jahren haben die USA mehr als 500.000 Tonnen an Bomben auf Kambodscha abgeworfen. Nun verlangt Washington etwa 662 Millionen Dollar an Kriegsschulden von Kambodscha.

      Tja, was tut man nicht alles für die freie Marktwirtschaft!

      • Zur Verbrechensgeschichte des Kapitalismus (die der des sogenannten real existierenden Sozialismus in nichts nachsteht) an dieser Stelle ein paar Buchhinweise, (die Reihenfolge gibt keine Wertung an):

        1. Domenico Losurdo – Freiheit als Privileg. Eine Gegengeschichte des Liberalismus

        http://www.bol.de/shop/home/suchartikel/freiheit_als_privileg/domenico_losurdo/EAN9783894384319/ID18884669.html?jumpId=9175341&suchId=e28017af-d674-40d5-a9f4-c78e8f3f02ca

        Hier eine kurze Rezension zu dem erstgenannten Buch beim Humanistischen Pressedienst:

        http://hpd.de/node/13383

        (Das Lesen der Rezension ersetzt das Lesen des Buches aber selbstverständlich nicht.)

        2. Robert Kurz – Schwarzbuch Kapitalismus. Ein Abgesang auf die Marktwirtschaft

        Glücklicherweise kann dieses gute und wichtige Buch vollständig im Netz gelesen werden:

        http://www.exit-online.org/pdf/schwarzbuch.pdf

        3. Noam Chomsky – Wirtschaft und Gewalt. Vom Kolonialismus zur neuen Weltordnung

        http://www.bol.de/shop/home/suche/?sq=noam+chomsky+wirtschaft+&sswg=ANY&timestamp=1472407304704

        • „2. Robert Kurz – Schwarzbuch Kapitalismus. Ein Abgesang auf die Marktwirtschaft
          Glücklicherweise kann dieses gute und wichtige Buch vollständig im Netz gelesen werden“

          Der Autor meint allen ernstes, dass der gegenwärtige Lebensstandard nicht höher ist als im Mittelalter, weil u. a. Getreide damals weniger kostete als heute.

          • @ JC Denton

            „Der Autor meint allen ernstes, dass der gegenwärtige Lebensstandard nicht höher ist als im Mittelalter, weil u. a. Getreide damals weniger kostete als heute.“

            Habe ich anders in Erinnerung.
            Hast du das Buch denn gelesen?

          • Oh, ich lese gerade, dass sich die Sache mit dem Getreide auf das 19. Jahrhundert bezieht. Kurz schreibt allerdings an anderer Stelle im Buch, dass der materielle Fortschritt während des Kapitalismus im Grunde nichts wert ist.

          • @ JC Denton

            „Kurz schreibt allerdings an anderer Stelle im Buch, dass der materielle Fortschritt während des Kapitalismus im Grunde nichts wert ist.“

            Auch diese Aussage wäre dann aber korrekt zu zitieren und zu kontextualisieren. 🙂

          • @ Leszek

            „Auch diese Aussage wäre dann aber korrekt zu zitieren und zu kontextualisieren.“

            Dann lese bitte mal die Seiten 9 und 10 und schreibe dann, was du davon hältst. Und wenn du gerade dabei bist, kannst du auch gleich erklären, welche Rolle die Bevölkerungsentwicklungen beim „kapitalistischen Elend“, welches Kurz so gerne beschwört, bei ihm spielt.

          • @ JC Denton

            Also deine Kritik müsstest du schon selbst ausformulieren.
            Ich habe jetzt gerade nicht die Zeit, die Seiten genauer zu analysieren.

          • @ Leszek

            Ich habe meine Kritik formuliert. Du musst auch nur zwei Seiten lesen; ein kurzer Kommentar deinerseits würde mir schon reichen.

          • @ JC Denton

            „ein kurzer Kommentar deinerseits würde mir schon reichen.“

            Ich habe die Passagen kurz nochmal gelesen.
            Die Grundthese ist an dieser Stelle m.E. folgende: Der Frühkapitalismus habe die Lebensbedingungen der europäischen Bevölkerungen nicht verbessert, sondern verschlechtert.
            Der moderne Kapitalismus habe dann – ab einem bestimmten Punkt – die Lebensbedingungen der europäischen Bevölkerungen – trotz zahlreicher weiterhin bestehender Ungerechtigkeiten – verbessert, aber wesentlich auf Kosten der Lebensbedingungen der Bevölkerungen in anderen Ländern, so dass die weltweite Gesamtbilanz trotzdem negativ ausfalle.

          • @ JC Denton

            Ich hab’s genau so verstanden wie Leszek.

            Zum Verständnis noch mal der Grundgedanke: Es geht dem Autor doch nur darum, ein weit verbreitetes Vorurteil in Bezug auf die Marktwirtschaft zu hinterfragen: daß es nämlich so etwas wie einen notwendigen Zusammenhang zwischen Marktwirtschaft und Wohlstand der betreffenden Bevölkerung gebe.

            Der Autor will doch nur sagen: Marktwirtschaft führt nicht zwangsläufig zu Wohlstand, auch nicht wahrscheinlich zu Wohlstand. Damit Wohlstand in einer Marktwirtschaft entsteht, müssen noch weitere Bedingungen hinzukommen, die mit Marktwirtschaft herzlich wenig zu tun haben.

            Mir scheint das empirisch völlig korrekt zu sein. Es ist übrigens kein Argument *gegen* die Marktwirtschaft – aber ein Punkt, der sagt: Wenn für uns Wohlstand die oberste Priorität hat, dann ist Marktwirtschaft eben nicht „alternativlos“, sondern nur eine von mehreren Optionen.

          • @ Jochen Schmidt

            Ich finde, der Autor macht auf den Seiten 9 und 10 sehr deutlich, dass die Marktwirtschaft aus seiner Sicht nur Verschlechterung der Lebensbedingungen für die Menschen mit sich brachte. „Luxusgegenstände“ wie z. B. der Fernseher werden von ihm als nur scheinbare Verbesserungen abgetan, die vom eigentlichen Elend ablenken. Es geht ihm also nicht um die simple Tatsache, dass Marktwirtschaft alleine noch keinen Wohlstand bringt. Für ihn macht sie das Leben der Menschen nur schlechter, nie besser.

          • Äh … bin bei meiner Antwort in der Spalte verrutscht. Falls es Dich interessiert, such‘ einfach nach „Unverschämtheit“ 😉

          • @ JC Denton & Jochen Schmidt

            „„Luxusgegenstände“ wie z. B. der Fernseher werden von ihm als nur scheinbare Verbesserungen abgetan, die vom eigentlichen Elend ablenken.“

            Die entsprechende Passage hierzu lautet allerdings:

            „Ich habe mit eigenen Augen brasilianische Favelas gesehen, wo die Menschen in besseren Hundehütten leben und die Kinder chronisch unterernährt sind, deren Antennenwald aber die Existenz zahlloser Fernsehgeräte anzeigt.“

            In diesem Kontext sind Fernsehgeräte nunmal tatsächlich keine wesentlichen Verbesserungen.

          • @ Leszek

            „In diesem Kontext sind Fernsehgeräte nunmal tatsächlich keine wesentlichen Verbesserungen.“

            Der Witz ist ja, dass es für Kurz überhaupt keine wesentlichen Verbesserungen gab, auch nicht in den reichen Ländern, nur Verschlechterungen. Was hältst du denn von seiner These, dass der Lebensstandard der Menschen in den Industrieländern deutlich schlechter ist als im 13. Jahrhundert?

        • @ JC Denton

          „Für ihn macht sie das Leben der Menschen nur schlechter, nie besser.“

          Ja, das ist natürlich Blödsinn. Ich würde sogar sagen: das ist eine Unverschämtheit. Ob sich das Leben der (normalen) Menschen verbessert, ob ihr Wohlstand steigt u.dgl., hat nicht dieser Autor zu entscheiden, sondern das entscheiden die Leute gefälligst selber.

          Man kann dann immer noch kritisieren (sind Zigaretten wirklich eine Verbesserung im Leben der Menschen?) – aber die Priorität muß klar sein: Die Leute entscheiden selber – der Autor kann hier keine privilegierte Position für sich beanspruchen.

          Insofern hast Du also völlig Recht! Diesen Punkt habe ich bei meiner „Lektüre“ schlicht übersehen. Sorry.

      • „Schau sich einer mal den Kriegsverbrecher Henry Kissinger an, der mit Nixon für einige Millionen tote Vietnamesen verantwortlich ist.“

        Die nordvietnamesischen kommunistischen Aggressoren haben damit natürlich gar nichts zu tun.

        • Wenn Dir deine ideologischen Scheuklappen nicht die Sicht erschweren würden, dann wüsstest Du, dass der Vietnamkrieg ein Krieg gegen Kolonisatoren war. Halbkritisch ist gar nicht kritisch.

          • @ Pjotr

            Wenn du, statt andere über ihre ideologischen Scheuklappen zu belehren, mal in ein Geschichtsbuch geschaut hättest, wüsstest du, dass der Krieg gegen die französischen Kolonisatoren schon längst gewonnen war, als die USA in den Krieg zwischen Norden und Süden eingriffen. Halbgebildet ist gar nicht gebildet.

          • @JCD
            Der erste Krieg gegen die Franzosen dauerte immerhin von 1946-1954 und nachdem die Franzosen abgezogen waren begann das gleiche Spiel mit den US-Amerikanern.

            Natürlich mit einer gezielten Propagandalüge:
            „Am 2. und 4. August 1964 ereignete sich der Zwischenfall im Golf von Tonkin. Die USA starteten ab 1965 massive „Vergeltungsangriffe“ auf Nordvietnam. Die erst 1971 veröffentlichten sogenannten Pentagon-Papiere zeigten auf, dass die USA diesen Krieg unter anderem seit längerem geplant hatten, um in Südvietnam eine Beteiligung der Kommunisten an der Regierung zu verhindern. Ab 1965 führten die USA einen systematischen Luftkrieg gegen Nordvietnam; im Süden operierten US-Bodentruppen.“
            Wiki

            Ich weiß nicht, wie viele Vietnamesen letztlich für die Befreiung von Fremdherrschaft umgebracht worden sind – es müssen auf jeden Fall mehr als vier Millionen Menschen gewesen sein.

            Pjotr hat übrigens *Indonesien* vergessen – selber Zeitraum übrigens, folgend der damaligen „Domino-Theorie“ (fällt ein Stein, fallen alle anderen):

            „Am 30. September/1. Oktober 1965 kam es zu einem Putschversuch von Teilen des Militärs. Der rechtsgerichtete General Suharto schlug den Aufstand nieder und erklärte die am Putschversuch unbeteiligte kommunistische Partei PKI zum Schuldigen. Er verbot sie und veranlasste in der Folge ein Massaker des Militärs unter tatsächlichen und angeblichen Kommunisten, dem nach Schätzungen von Amnesty International in den folgenden Monaten fast eine Million Menschen zum Opfer fiel. Auch die chinesische Minderheit war Opfer des Aufstands. Hinter Suharto standen die USA (1963–1969 regiert von US-Präsident Lyndon B. Johnson).“

            Ich möchte damit aufzeigen, politischen Theorien oder Thesen zur Außenpolitik, wie in „PNAC“ oder „The Grand Chessboard“ oder „Clash of Civilizations“ formuliert haben echte Auswirkungen, so bald sie quasi „materielle Gewalt“ werden.

            *Dass* die meisten Massaker mit Millionen von Toten im 20. Jahrhundert stattgefunden haben, halte ich insofern für logisch, da erst zu diesem Zeitpunkt die technischen und technologischen Mittel dafür bereit standen, diese zu begehen.

          • „Wenn Dir deine ideologischen Scheuklappen nicht die Sicht erschweren würden, dann wüsstest Du, dass der Vietnamkrieg ein Krieg gegen Kolonisatoren war. Halbkritisch ist gar nicht kritisch.“

            wen meinst Du damit?

          • Alle Kriege sind furchtbar, aber der war der erste, den wir am TV sozusagen live miterleben durften.
            Damals waren die Reporter direkt in den ersten Reihen und haben gefilmt, was die Kameras hergaben.
            Man konnte den Amis also sozusagen beim Morden zusehen, wie sie Dörfer in Brand steckten und irgendwelche Personen – vor laufender Kamera – erschossen und am Weg liegen ließen.

            DIE Bilder zeigten sie diese Woche nicht in dem Mehrteiler.
            War allerdings auch nicht nötig.
            Der Vietnamkrieg hat übrigens ganz maßgeblich meine Einstellung zum Militär geprägt.
            „Charakterschule“, „Schule der Nation“, oder was meinte da noch vorhin Gereon über die Bundeswehr?

          • @crumar & Alle

            Es ist extrem wichtig, was die Motive waren. Krieg zum Beispiel war ein völlig normaler Zustand im letzten Jahrhundert, besonders weil es den besonders aggressiven Kommunismus gab. Für eine Ideologie ging man hier über Leichen. Es kann natürlich auch um ökonomische Interessen gehen (Öl, vieles mehr), die angegriffen werden oder die man sich holen will. Da haben sich die meisten Länder nix geschenkt, die Ideologie gab es noch oben drauf. Es ist ja nicht so, dass Kommunisten besonders grausam gewesen wären, das ist nicht das Problem. Das Problem ist, dass die Ideologie zum Selbstläufer wird und so möderisch werden kann. Und genau dafür ist das auch ein Denkmal wert, im Panoptikum des Grauens.
            Leute, die die Linke wählen morgen, sollen sich das mal vergegenwärtigen, welche gewissenlose Partei sie haben wollen.

            Den „Kapitalismus“ im gleichen Masse dafür verantwortlich zu machen, was einfach nur schlichte Habgier und Brutalität ums Erreichen der Ziele ist, ist falsch. Kapitalismus ist keine Ideologie wie der Kommunismus es immer und ausdrücklich war.

            Genauso könnte der Kommunismus statt des Kapitalismus das Atmen verantwortlich machen, was angeblich schlecht am Kapitalismus sei, da wird nichts ausgelassen 🙂

            Den Kapitalismus schert das alles wenig.

          • @ crumar

            „Der erste Krieg gegen die Franzosen dauerte immerhin von 1946-1954 und nachdem die Franzosen abgezogen waren begann das gleiche Spiel mit den US-Amerikanern.“

            Man könnte fast meinen, von 1954 bis 1964 hätte es in Vietnam nur Friede, Freude, Eierkuchen gegeben, bis dann die pöhsen Amis kamen und einfach mal so ein paar Millionen Vietnamensen umbrachten. Realität war dagegen, dass der kommunistische Norden den nichtkommunistischen Süden mit Hilfe eines Guerilliakrieges übernehmen wollte und die USA schließlich zugunsten des Südens militärisch eingriff.

      • Du kannst da noch viel weiter gehen. Die meisten Rechten sehen ja die Hungertoten während der Stalinära und der Maoära als Tote für die der Kommunismus verantwortlich ist und zum Teil ist das auch wahr. Allerdings haben wir seit rund 20 Jahren außer in Kuba und Nordkora keinen Kommunismus mehr. Daher sind die von der UNO angegebenen ca. 24.000 Toten durch Hunger bzw. Fehlernährung dem Kapitalismus anzulasten. Wenn wir diese Zahl auf die letzten 70 Jahre hochrechnen kommen wir auf rund 600 Mio Tote nur durch Hunger. Die Kriege des Kapitalismus sind hier noch gar nicht eingerechnet aber es ist fair zu sagen, dass man dazu sowohl den 1. als auch den 2. Weltkrieg rechnen muss sowie sämtliche Kriege in denen die USA seit ihrer Gründung involviert waren. Die Schätzung von rund 1 Milliarde Toter ist da durchaus nicht falsch. Und das ist nur bis heute – den Kapitalismus wird es ja noch eine Weile geben.
        Ich denke zwar nicht, dass der Kommunismus wie er in der Vergangenheit praktiziert wurde eine Lösung ist, doch ich glaube auch nicht, dass der Kapitalismus eine Lösung ist. Alleine die Zerstörung unserer aller Umwelt ist schlimm und wird, wenn es so weitergeht unsere langfristigen Lebensbedingungen dauerhaft schädigen. Und das alles für den Gewinn einiger weniger.

    • Mal wieder so ein rechter Spinner, der keine Ahnung hat, was der Begriff Kommunismus in der marxistischen Theorie eigentlich bedeutet. (Gähn.)

      Da ich zum Thema Kommunismus bereits kürzlich etwas formuliert hatte, wiederhole ich meinen Beitrag mal an dieser Stelle:

      In meinem Weltbild steht zwar streng genommen nicht der kommunistische Anarchismus, sondern mehr der kollektivistische Anarchismus in der Tradition Michael Bakunins als gesellschaftliche Zielvorstellung im Zentrum, aber ich habe natürlich auch Sympathien für den marxistischen Rätekommunismus und den kommunistischen Anarchismus (Anarcho-Kommunismus).

      Was meint der Begriff Kommunismus in der marxistischen und anarchistischen Theorie? Er meint – und das sogar in beiden Fällen – eine staatslose, direktdemokratisch-organisierte, freiheitliche, an universellen Menschenrechten orientierte Gesellschaft, die – soweit wie möglich – nach dem Prinzip „Jeder nach seinen Fähigkeiten, jedem nach seinen Bedürfnissen“ organisiert ist.

      In dem Teilsatz „Jeder nach seinen Fähigkeiten“ spiegelt sich die Betonung des Wertes individueller Selbstentfaltung und persönlicher Selbstverwirklichung (verstanden im Sinne der Humanistischen Psychologie) wieder.
      In dem Teilsatz „Jedem nach seinen Bedürfnissen“ spiegelt sich die Idee wieder zu versuchen die unterschiedlichen Bedürfnisse jedes Einzelnen gleichermaßen zu berücksichtigen.

      Der zentrale Unterschied zwischen anarcho-kommunistischer und marxistisch-rätekommunistischer Theorie bei diesem Thema einerseits und staatssozialistischer (in Wahrheit staatskapitalistischer) Theorie andererseits ist nun bekanntlich, dass die Staatssozialisten einen Übergangsstaat proklamierten, in dessen Rahmen die Produktionsmittel einige Zeit verstaatlicht sein sollten, (und in der Praxis seit Lenin – aber keinesfalls legitimiert durch die Schriften von Marx – dann auch noch Parteidiktaturen etablierten) und dass der Staat dann erst in einer späteren Phase quasi von selbst „absterben“ sollte. Der Begriff Kommunismus bezeichnet aber selbst gemäß der staatssozialistischen Theorie einen freiheitlichen und demokratischen Zustand jenseits staatlicher Herrschaft, also den Zustand NACH Absterben des Staates.

      Freiheitliche Sozialisten, z.B. Anarcho-Kommunisten und marxistische Rätekommunisten halten dieses Übergangskonzept für eine Katastrophe. Sie lehnen eine Verstaatlichung der Produktionsmittel ab, erst Recht verabscheuen sie Diktaturen und bejahen allein die basisdemokratische Vergesellschaftung des politischen und ökonomischen Teilsystems der Gesellschaft – ohne jegliche Übergangsphasen. Kein Staat stirbt je von selbst ab, schon gar nicht einer mit extremen Machtbefugnissen. Freiheitliche Sozialisten betonten daher, dass die staatssozialistische Auffassung niemals zum Kommunismus, sondern nur zu einem autoritären oder totalitären Staatskapitalismus führen könne.

      Der zentrale Unterschied besteht also genau in diesem Punkt: Die freiheitlich-sozialistische Theorie befürwortet die Abschaffung des Staates, die basisdemokratische Vergesellschaftung der Produktionsmittel und den unmittelbaren Übergang zu direkt-demokratischen und föderalistischen Organisationsformen unmittelbar nach der sozialen Revolution, die staatssozialistische Theorie befürwortet eine Eroberung des Staates und beruht auf der gänzlich unrealistischen und absurden Annahme, der Staat würde dann irgendwann „von selbst absterben“.

      Der Begriff Kommunismus bezeichnet aber in beiden Fällen einen freiheitlichen und demokratischen Zustand jenseits des Staates, er bezeichnet keine Form undemokratischer Herrschaft – im Gegenteil.

      Ich persönlich vertrete, wie oben erwähnt, allerdings keinen reinen Kommunismus. Ich folge in dieser Frage Bakunins Ansatz zur Lohngerechtigkeit, indem ich gewisse Lohn­unter­schiede gelten lasse, wenn sie nicht zu groß ausfallen. Wer schwerer körperlicher Arbeit oder gefährlicher Arbeit nachgeht oder einer Arbeit bezüglich der allgemeine Über­einstimmung hinsichtlich einer besonderen gesellschaftlichen Bedeutung besteht, kann m.E. ruhig mehr verdienen. Dafür befürworte ich eine Einschränkung des Erbrechts, damit sich kein Reichtum über Generationen ansammeln kann.

      Bei der Frage der ethischen oder praktischen Relevanz rein kommunistischer Konzepte halte ich folgende beiden Fragen für entscheidend:

      Ist es gerecht?

      und

      Ist es praktisch umsetzbar?

      Zum Teil würde ein reiner Kommunismus m.E. zu Ungerechtigkeiten führen, Menschen, die z.B. – wie oben erwähnt – mehr arbeiten, schwerer arbeiten oder einer gefährlicheren Arbeit nachgehen, haben m.E. das Recht mehr zu verdienen.

      In manchen Bereichen ist reiner Kommunismus problemlos möglich, z.B. öffentliche Bibliotheken oder Youtube-Musikvideos oder die Bereitstellung bestimmter Schriften von literarischen oder geisteswissenschaftlichen Klassikern umsonst im Internet.

      Man muss halt in jedem Einzelfall prüfen, wo eine Organisation nach kommunistischen Prinzipien gerecht und wünschenswert ist und wo nicht.

      Als Ausgangspunkt für Reflektionen in der Ethik haben sich kommunistische Prinzipen übrigens durchaus bewährt. (D.h. ja nicht, dass man dabei stehen bleiben müsse.)

      Z.B. verwendet der australische Philosoph Peter Singer (leider ausgerechnet in jenem seiner Bücher, das auch Kapitel enthält, die von Interessengruppen von Menschen mit Behinderung berechtigt kritisiert werden) das Prinzip “Jeder nach seinen Fähigkeiten, jedem nach seinen Bedürfnissen” als Ausgangspunkt für seine Überlegungen und leitet sein Konzekt der gleichen Abwägung von Interessen z.T. daraus ab.

      Peter Singer:

      „Chancengleichheit ist somit kein attraktives Ideal. Sie belohnt die Glücklichen, die solche Fähigkeiten erben, die es ihnen erlauben, interessante und einträgliche Berufswege zu beschreiten. Sie bestraft die Unglücklichen, deren genetische Konstellation ihnen einen ähnlichen Erfolg sehr erschwert.
      (…) die Beseitigung von gesellschaftlich bedingten Nachteilen wird nicht ausreichen, um eine gleiche oder eine gerechte Einkommensverteilung zu schaffen – eine gleiche Verteilung deshalb nicht, weil diejenigen, welche die mit hohem IQ verbundenen Fähigkeiten erben, auch weiterhin mehr verdienen werden als die anderen; und eine gerechte Verteilung deshalb nicht, weil die Verteilung nach den ererbten Fähigkeiten auf einer willkürlichen Form von Selektion beruht, die nichts mit dem zu tun hat, was Menschen zusteht oder was sie brauchen. Dasselbe gilt für die visuell-räumliche Fähigkeit und die Aggression, falls diese zu höherem Einkommen oder Status führen. Wenn, wie ich argumentiert habe, gleiche Interessenabwägung die Grundlage von Gleichheit ist und die wichtigsten menschlichen Interessen mit diesen Faktoren wenig oder nichts zu tun haben, dann bleibt etwas fragwürdig an einer Gesellschaft, in der Einkommen und soziale Stellung auf eben diese Faktoren ganz wesentlich bezogen sind.
      (…)
      Beiden wäre besser gedient in einer Gesellschaft, die die bekannte marxistische Devise befolgte: „Jeder nach seinen Fähigkeiten, jedem nach seinen Bedürfnissen“. (…)
      Nur dann hätten wir eine Gesellschaft, die wirklich auf dem Prinzip der gleichen Interessenabwägung beruhte.“

      (aus: Peter Singer, Praktische Ethik, Reclam, 2013, S. 62 f.)

      Der Anarchist Paul Goodman bemerkte in Bezug auf die ökonomische Organisation einer libertär-sozialistischen Gesellschaft einmal, dass Mischformen stets das Beste seien – und das denke ich auch.

      Die Meinungsverschiedenheiten zwischen mutualistischen Marktsozialisten, kollektivistischen Anarchisten und Anarcho-Kommunisten innerhalb des libertären Sozialismus kann man m.E. vernünftigerweise nur auflösen, indem man sorgfältig abwägt und prüft, für welche ökonomischen Bereiche die jeweiligen Konzepte jeweils geeignet sind und für welche nicht – aber die richtige Mischform sollte m.E. das anzustrebende Ziel sein.

      • Ich wiederhole meine Frage zu dieser Thematik gerne: Gibt es ein Kollektiv nennenswerter Größe (sagen wir größer 100000), das über einen signifikanten Zeitraum (sagen wir 2 Generationen) jemals diese grob beschriebene Vorstellung auch nur annähernd in der Realität umsetzen konnte ohne korrumpiert zu werden?

        Noch eine Frage: Wo ist der Unterschied zwischen der anarchistischen Sicht auf Gesellschaft und der des NT? Hat Marx verglichen mit dem NT überhaupt einen Fortschritt erzielt?

        • @ Werlauer

          „Gibt es ein Kollektiv nennenswerter Größe (sagen wir größer 100000), das über einen signifikanten Zeitraum (sagen wir 2 Generationen) jemals diese grob beschriebene Vorstellung auch nur annähernd in der Realität umsetzen konnte ohne korrumpiert zu werden?“

          Historische Versuche von libertären Sozialisten selbst freiheitlich-sozialistische Gesellschaften zu etablieren, bestanden leider nur wenige Jahre, nicht weil sie korrumpiert wurden, sondern weil sie militärisch niedergeschlagen wurden, zwei größere Beispiele hierfür gab es z.B. in Spanien und der Ukraine:

          https://de.wikipedia.org/wiki/Anarchismus_in_Spanien#Die_Revolution_von_1936

          https://de.wikipedia.org/wiki/Machnowschtschina#Geschichte_der_Machnowschtschina

          Libertär-sozialistische gesellschaftliche Modelle wurden stets unter Bezugnahme auf den ethnologischen, geschichtswissenschaftlichen und soziologischen Forschungsstand zu direktdemokratischen politischen und ökonomischen Organisationsformen auf verschiedenen Kulturstufen und in verschiedenen soziokulturellen und historischen Kontexten entworfen, d.h. man schaut stets: Welche direktdemokratischen Organisationsformen existier(t)en bereits in Geschichte und Gegenwart und was hat unter welchen Bedingungen wie funktioniert und versucht dann diese Erkenntnisse nutzbar zu machen für Vorschläge zu libertär-sozialistischen Alternativen und gesellschaftlichen Problemlösungen für die Gesellschaften der Gegenwart.

          Es gibt natürlich viele Beispiele für kleine egalitäre Gesellschaften auf weniger komplexen Kulturstufen:

          – Jäger-und Sammler-Gesellschaften bzw. Wildbeuter-Gesellschaften sind in der Regel egalitär organisiert, es gibt aber auch Ausnahmen.

          – Gartenbauer-Gesellschaften sind häufig egalitär organisiert, wahrscheinlich mehrheitlich, es gibt aber auch eine Reihe von Gartenbauer-Gesellschaften, bei denen dies nicht der Fall ist.

          – Hirten-Gesellschaften sind in vielen Fällen nicht egalitär, sondern hierarchisch organisiert, es gibt aber auch eine signifikante Anzahl egalitär-organisierter Hirten-Gesellschaften, insbesondere in Ostafrika.

          – Bei kleinräumigen, schriftlosen agrarischen Gesellschaften überwiegen m.W. hierarchische Organisationsformen, es gibt aber auch einige egalitäre agrarischen Gesellschaften.

          Tatsächlich kennt die Ethnologie aber auch größere Einheiten, bei denen sich verschiedene egalitäre Stammesverbände zusammenschließen, ohne dass es eine Zentralinstanz gibt. Der ethnologische Fachbegriff hierfür lautet „segmentäre Gesellschaften“.

          Hier der Wikipedia-Artikel dazu:

          https://de.wikipedia.org/wiki/Segment%C3%A4re_Gesellschaft

          Ich zitiere dazu außerdem kurz aus einem Lehrbuch der Ethnologie:

          „Einen weiteren in der Literatur viel diskutierten Fall für die Einbettung des Politischen in verwandtschaftliche und territoriale Organisationsformen stellen die vor allem aus der Ethnologie Afrikas bekannten segmentären Gesellschaften dar. Ihre Basiseinheiten bilden Patrilineages, die genealogisch miteinander verbunden sind und sich je nach Fall zu kleinen, größeren oder auch den ganzen Stamm umfassenden politischen Einheiten zusammenschließen. Sie sind innerhalb der politischen Anthropologie deshalb auf so großes Interesse gestoßen, weil sie zeigen, dass auch große, in manchen Fällen aus mehreren hunderttausend Personen bestehende Stammesverbände ohne politische Zentralinstanzen und formale politische Führerrollen auskommen.“

          (aus: Karl-Heinz Kohl – Ethnologie. Die Wissenschaft vom kulturell Fremden. Eine Einführung, 3., aktualisierte Auflage, C.H. Beck, 2012, S. 55)

          Und auf Ebene von Städten würden wohl solche Städte, in denen es sowohl politische als auch ökonomische Selbstverwaltungsstrukturen gab, libertär-sozialistischen Vorstellungen am relativ nächsten kommen. Es gibt bezüglich der Städte des Mittelalters hierfür viele Beispiele. Allerdings koexistieren dabei basisdemokratische Strukturen stets mal mehr, mal weniger stark mit hierarchischen Strukturen, die es auch gab.

          Ein Buch zur Stadtgeschichte, das die Geschichte der Stadt von der Antike (direkte Demokratie in Griechenland) bis in die Gegenwart in Bezug auf jeweils vorhandene direktdemokratische politische und/oder ökonomische Selbstverwaltungsstrukturen darstellt, ist das Buch des Sozialphilosophen und Historikers Murray Bookchin „Die Agonie der Stadt. Aufstieg und Niedergang des freien Bürgers“. Ich zitiere kurz eine Stelle aus dem Buch zu den Städten des Mittelalters:

          „Hier erscheint nun etwas wirklich Neues: gesellschaftlich lebendige Gemeinden mit einer Politik, in die das Volk einbezogen war – über Gilden, Systeme gegenseitiger Hilfe, eine Bürgermilz und ein Loyalitätsgefühl zur Gemeinschaft.
          (…)
          Die mittelalterlichen Gilden spielten (…) eine besondere Rolle, die es vorher in den Städten nie gegeben hatte: Sie hatten einen so erheblichen Einfluss auf die Regierung und Gesetzgebung, dass sie in vielen Gemeinden die wichtigste kommunale Institution darstellten. Auch wenn uns europäische Kleinstädte heute manchmal eher kleinkariert anmuten, so hatten doch in jener Zeit Tausende von ihnen ein Maß an Autonomie erreicht, das man bei den wenigsten Gemeinden vorher oder nachher vorgefunden hätte.
          (…)
          Das Wachstum und die Ausdifferenzierung der Gemeinden war (…) nichts Künstliches, sondern ein organischer Prozess in einer völlig dezentralisierten Agrargesellschaft. Die europäische Stadt zeichnete sich vor der antiken römischen Stadt dadurch aus, dass ihre Autonomie die Regel war und nicht die Ausnahme. Die Kontrolle von unten setzte sich gegen schon eine institutionell schwache Feudalgesellschaft durch, (…)“

          (aus: Murray Bookchin – Die Agonie der Stadt. Aufstieg und Niedergang des freien Bürgers, Trotzdem Verlag, 1996, S. 153 f.)

          • Korrektur letzter Satz des Zitats:

            „Die Kontrolle von unten setzte sich gegen eine schon institutionell schwache Feudalgesellschaft durch, (…).“

            war natürlich gemeint.

        • @ Werlauer

          „Noch eine Frage: Wo ist der Unterschied zwischen der anarchistischen Sicht auf Gesellschaft und der des NT?“

          Die Hauptströmungen des libertären Sozialismus sehen sich in der Tradition der Philosophie der Aufklärung und beziehen wie gesagt ethnologische, geschichtswissenschaftliche und sozialwissenschaftliche Forschungsergebnisse in ihre Reflektionen ein.

          Es gibt aber auch Strömungen eines christlich-religiös begründeten freiheitlichen Sozialismus, diese vertreten eine freiheitlich-sozialistische Interpretation des Neuen Testaments, insofern ist die Herstellung eines Bezugs zum NT offenbar möglich.

          „Hat Marx verglichen mit dem NT überhaupt einen Fortschritt erzielt?“

          Karl Marx war ja ein Klassiker der Soziologie, Wirtschaftswissenschaft, Geschichtswissenschaft und Philosophie, insofern gibt es bei Marx schon viele Erkenntnisse, die über theologisch begründete Reflektionen hinausgehen.

        • Historische Versuche von libertären Sozialisten selbst freiheitlich-sozialistische Gesellschaften zu etablieren, bestanden leider nur wenige Jahre, nicht weil sie korrumpiert wurden, sondern weil sie militärisch niedergeschlagen wurden, zwei größere Beispiele hierfür gab es z.B. in Spanien und der Ukraine

          Tut mir leid, aber das Beispiel Spanien kaufe ich nicht. Das dortige Verhalten der Linken untereinander haben George Orwell nachhaltig kuriert und neben Stalin zu Farm der Tiere inspiriert.

          Der Rest der Beispiele sind bis auf die freien Städte auch nicht geeignet, da es sich nicht um arbeitsteilige Gesellschaften handelt, in denen diese Beispiele stattfanden. Die Arbeitsteilung und die damit notwendige Einführung von hierarchischen Organisationsstrukturen (um die Komplexität der Arbeitsteilung zu beherrschen) führt meines Erachtens nach notwendigerweise zu eine Entfremdung der Menschen, die mit organisatorischen Tätigkeiten betraut sind und denen, die operative Aufgaben erledigen. Dadurch entstehen Gruppen, die sich mit der Zeit mehr und mehr antagonistisch als wir gegen die gegenüberstehen. Die Arbeiter gegen die Chefs, die Soldaten gegen die Offiziere, usw. Wie eine hierarchiefreie politische Organisation neben diesen Strukturen existieren soll, leuchtet mir nicht ein und ohne diese Strukturen bricht die heute existierende Produktion und vermutlich auch Verwaltung zusammen.

          Die freien Städte brauchten vermutlich tatsächlich keinen König oder Kaiser. Innerhalb der Städte gab es aber sehr wohl Hierarchien und regellos (anarchistisch) war das Zusammenleben garantiert auch nicht. Darüber hinaus gab es deutliche rechtliche Unterschiede zwischen einem Bürger der Stadt und einem Nichtbürger. Eigentlich waren die Städte vergleichbar mit kleinen Staaten.

          Der Verweis auf dezentrale tribale Strukturen Afrikas irritiert mich etwas. Stützt dieser Zweig der Linken etwa Strukturen, die sich auf Verwandschaftsverhältnissen aufbauen? Das wäre für mich ein ungewohnter Zug, der sicher zu interessanten Diskussionen führen könnte.

        • Karl Marx war ja ein Klassiker der Soziologie, Wirtschaftswissenschaft, Geschichtswissenschaft und Philosophie, insofern gibt es bei Marx schon viele Erkenntnisse, die über theologisch begründete Reflektionen hinausgehen.

          Nun, Jesus von Nazareth hatte auch ein ausgezeichnetes Verständnis von menschlicher Psychologie. Es war ein absolutes Novum und ein fundamental neuer Gedanke, dem Menschen als Individuum einen Wert zuzugestehen und zu postulieren, jeder könnte jeden Tag neu anfangen. Bis zu diesem Zeitpunkt war dieser Gedanke alles andere als selbstverständlich. Die Leiden von Menschen wurden als (gerechte) Strafe für Fehlverhalten angesehen und mit entsprechend viel Mitgefühl durften die Pechvögel rechnen.

          Nur weil die Erkenntnisse nicht in Texte mit hoher Fremdwortdichte und viel gestelzten Formulierungen sondern in einfach zu lesende Geschichten (neudeutsch Narrative) gekleidet sind, heißt das nicht, dass es sich um simple Geschichtchen handelt. Ich denke, das Gegenteil ist der Fall. Ich erinnere mich noch gut an die ätzenden Stunden in Marxismus/Leninismus mit den Versuchen das Geschwurbel zu durchdringen. Das geht zwar im NT auch nicht leicht, aber es gibt soviele Ebenen, dass ein Einstieg viel leichter fällt. Eigentlich ist diese Form in meinen Augen der vom oben genannten Klassiker gewählten deutlich überlegen. Dort schreibt ein Intellektueller für andere Intellektuelle. Und alle wesentlichen Ableitungen aus dem Klassiker finden sich im NT auch:

          der Knecht ist nicht größer als sein Herr
          ein Kamel kann leichter durch ein Nadelöhr eingehen, als ein Reicher in das Reich Gottes!

          Der größte Unterschied ist in meinen Augen, dass aus den Marxschen Schriften abgeleitet wird, die Anderen müssten sich ändern, während im NT gefordert wird, jeder selbst müsste sich ändern.

    • Im oben verlinkten Artikel heißt es:

      „Von Stalins Gulags über die Schlachtfelder Kambodschas bis hin zu den Hungernöten unter Mao gab es nicht eine einzige kommunistische Regierung, die nicht sowohl tyrannisch gewesen wäre als auch Tod und fürchterliche Zerstörung mit sich gebracht hätte. […] sind die vom Marxismus-Leninismus inspirierten Regime verantwortlich für den Tod von rund 100 Millionen Menschen (diese Zahl ist noch nicht endgültig). Das macht den Kommunismus zur fatalsten Ideologie des 20. Jahrhunderts.“

      Wir hatten dieses Thema schon mal hier im Forum – aber so ein bißchen Wiederholung kann ja nicht schaden …

      https://allesevolution.wordpress.com/2017/04/30/warum-weisse-menschen-boese-sind/#comment-290089

      Welcher Zusammenhang besteht zwischen dem Tod vieler Menschen einerseits und andererseits dem Kommunismus? Betrachten wir das folgende Argument:

      1. Person X hat Person Y getötet.
      2. Person X ist Kommunist.
      3. Also Person X hat Person Y getötet, weil X Kommunist ist.

      Es ist klar, daß die Konklusion 3 nicht aus den Prämissen 1 und 2 folgt: 1 und 2 könnten wahr sein, obwohl 3 falsch ist.

      Von dieser Art ist der Fehlschluß im oben verlinkten Artikel. Aus der Tatsache, daß kommunistische Regime so-und-so viele Milliarden Menschen umgebracht haben (insgesamt), folgt eben nicht, daß diese Regime so schlimm gehandelt haben, weil sie kommunistisch waren. Und weil dies nicht folgt, kann man eben auch nicht schließen, daß der Kommunismus zwangsläufig (oder wahrscheinlich) zur Tötung von Millionen von Menschen führt (oder führen wird).

      Zwischen den Zeilen des Artikels schwebt aber ein Motiv, das ich durchaus ernst nehmen würde: Man könnte gesellschaftliche Systeme danach beurteilen, wie gut sie in der Lage sind, Gewalt gegen die eigene Bevölkerung zu verhindern oder zu erschweren.

      Und es könnte sein, daß der Kommunismus in Bezug auf dieses Kriterium schlecht abschneidet – daß er auf Grund seiner inhärenten Struktur nicht in der Lage ist zu verhindern, daß eine skrupellose Führungs-Riege Gewalt gegenüber dem eigenen Volk ausübt (im Großen Maßstab). Diese Hypothese müßte man genau prüfen …

  1. Off Topic
    Meine Artikel werden nicht mehr auf „Das Patriarchat“ gelistet, sollte eigentlich automatisch über die Feeds laufen. Weiß jemand eine mögliche Ursache? Ist das vielleicht eine Zensurmaßnahme?

  2. „Accurate Genomic Prediction Of Human Height“
    http://infoproc.blogspot.de/2017/09/accurate-genomic-prediction-of-human.html
    „We applied novel machine learning methods („compressed sensing“) to ~500k genomes from UK Biobank, resulting in an accurate predictor for human height which uses information from thousands of SNPs.
    1. The actual heights of most individuals in our replication tests are within a few cm of their predicted height.
    2. The variance captured by the predictor is similar to the estimated GCTA-GREML SNP heritability. Thus, our results resolve the missing heritability problem for common SNPs.
    3. Out-of-sample validation on ARIC individuals (a US cohort) shows the predictor works on that population as well. The SNPs activated in the predictor overlap with previous GWAS hits from GIANT.“

      • Tu’s nicht.

        Noch vor vier Jahren hätte ich das verstanden und gutgeheißen. Aber mittlerweile hat der Erfolgt dieser Partei dermaßen viele Widerlinge angelockt, daß sie für jeden Menschen mit einem Gewissen unwählbar sein sollte. Ja, Alternativen sind wichtig, eine richtige Opposition ist wichtig, auch Opposition zum Feminismus! Aber doch nicht um jeden Preis …

    • Ich werde AfD wählen. Früher habe ich auch immer FDP gewählt, aber die sind mittlerweile umwählbar für mich. Wo immer sie an der Macht sind, tragen sie die „Asyl“- und Eurorettungspolitik mit (siehe aktuell https://www.tichyseinblick.de/daili-es-sentials/cdu-fdp-koalition-in-kiel-fuer-leichten-familiennachzug/ , http://www.achgut.com/artikel/buergschaften_gut_sein_soll_nix_mehr_kosten ) Und Rebellen wie Schäffler mobben sie ins abseits. In der Opposition sind sie mir lieber.

      • Leute, wählt AfD, und wenn es nur dieses mal ist. Man kann die nicht einfach weiter so machen lassen, ein paar Millionen mehr Moslems und unser Land hat fertig, das muss verhindert werden.

        Danach sieht man weiter. ich würde die auch nicht wählen, wenn sie eine Chance hätten in die Regierung zu kommen, aber gegen diese elende Einheitsmeinung aller Politiker, dass die Massenaufnahme von Moslems moralisch geboten wäre, dagegen muss endlich mal jemand das Wort erheben. Und Sand ins Getriebe des Bundestags zu streuen, ist auch wichtig.

        Also morgen AfD. Wenn die sich als unfähig erweisen, kann man nächstes mal anders wählen.

        • Wie wäre es damit – anstatt die AfD zu wählen, wählst du einfach die Linke. Die verhindert dann, falls es keinen Putsch gibt, dass zukünftig irgendwelche Leute Länder wie Irak, Syrien oder Libyen überfallen und eine Flüchtlingskrise auslösen. Wäre das nicht viel besser?

          Ich wähle übrigens die Partei, weil auch wenn ich eine Wahlempfehlung abgebe selbst nicht daran glaube. Ich glaube weder, dass die Linke, noch das die AfD irgendeinen Einfluss auf den Kurs dieses Landes hat. Wenn selbst der amerikanische Präsident, der angeblich mächtigste Mann der Welt, keine Kursänderung durchführen kann, dann kann es kein Kanzlerdarsteller. Das einzige was dieser Clown den wir Kanzler nennen kann, ist ein paar Nuancen ändern die vor allem denjenigen zu Schaden reichen, der sie wählt. Daher wähle ich lieber den Hofnarren, denn in einem Haus voller Idioten ist der Narr der einig Weise.

        • Merkel ist nicht wählbar, sie hat die Nato infrage gestellt.
          Dann der ekelhafte Schulterschluss mit Iran, SPD für verantwortlich.

          Da ist AfD sicher das kleinere Übel. Und darum geht es in der Demokratie doch!

          Die FDP klingt antifreiheitlich und damit wie Muttis Blockflötenpartei 😀

  3. „Chinese scientists collect DNA from smart people to engineer genius babies“
    http://www.weareresonate.com/2017/07/chinese-scientists-collect-dna-smart-people-engineer-genius-babies/
    „Vice reports BGI scientists collected samples from 2,000 of the world’s smartest people to sequence their entire genomes in order to identify the alleles that determine human intelligence.
    BGI is one of the world’s genome sequencing centres as well as being the biggest in China. The centre also works with plant genetics and animal genetics.
    If successful, embryo screening will allow parents to select their brightest zygote. This could potentially increase every generation’s intelligence by five to 15 IQ points.“

    Im Artikel kommt der hier sicher bekannte Evolutionspsychologe Geoffrey Miller ausführlich zu Wort.

  4. In der SdW wird das heikle Feld der Geschlechterdarstellung in der deutschen Sprache thematisiert:

    http://www.spektrum.de/news/wie-gender-darf-die-sprache-werden/1492931

    „Die männliche Form markiert ‚Männer als Norm‘, die weibliche Form kodiert ‚Frauen als Abweichung‘ durch das an die unmarkierte (männliche) Form angehängte ‚-in‘.“

    Sachlich soweit korrekt. Das „ewige“ Problem dabei: Wird diese Abweichung als was besonderes (positiv) oder als etwas unnormales (negativ) gelesen?

    • „Sachlich soweit korrekt.“

      Äh … wieso ist „als Norm“ korrekt? Wieso sollte die männliche Form normativ sein (oder normativ markieren)? Kann sie nicht einfach nur statistisch sein?

      Allgemein: wie kann Grammatik normativ sein? (Sie ist natürlich normativ in Bezug auf Syntax, Morphologie usw. – aber sie ist nicht normativ in Bezug auf das Geschlecht von Personen.)

      • Der Begriff Norm ist hier ja auch als statistischer Begriff gemeint. Einfach weil die Grundform, die Basis, männlich ist und das weibliche erst durch anhängen von „in“ entsteht.

        Was natürlich durchaus von den Eierstockträger*_innen (hihi) als narzisstische Kränkung gewertet werden kann.

        Wie so oft auf dem Gebiet geht es um Gefühle, nicht um Fakten 😉

    • Es gibt keine „männliche“ Form.
      Es gibt nur eine allgemeine Form, in der Männer mitgemeint sind.
      Es gibt aber keine Form, die unmissverständlich nur Männer meint. Im Gegensatz zur weiblichen Form.
      Von der „männlichen Form“ zu reden, ist also bereits falsch.

      • Das geht aber an der Argumentation der Feministas vorbei. Die meinen die explizit weibliche Umformung von Begriffen durch die Erweiterung „in“, die ansonsten generisch maskulin sind. Dabei spielt es keine Rolle, dass theoretisch generisch maskulin auch Frauen mit einschließt.

        Und ganz ehrlich: So unrecht haben sie nicht. Wenn man sein Kopfkino befragt, was für Bilder erscheinen wenn von „Fußballspieler“, „Koch“, „Moderator“ die Rede ist, dann kommt man schon drauf.

        Oder ein schönes Klischeebeispiel:

        „Balletttänzer“

        Das generische Maskulin ist im Alltags-Sprachgebrauch so generisch nicht… 😉

        • Und ganz ehrlich: So unrecht haben sie nicht. Wenn man sein Kopfkino befragt, was für Bilder erscheinen wenn von „Fußballspieler“, „Koch“, „Moderator“ die Rede ist, dann kommt man schon drauf.

          Stimmt schon. Allerdings gilt das auch für „Mörder“, „Betrüger“ und „Verbrecher“.
          Man könnte als Mann auch behaupten, das Männliche als das Allgemeine und das explizit markierte Weibliche durch das Suffix „in“ sei ein Beleg für die geringe Wertschätzung des Männlichen. Ist so viel oder so wenig plausibel wie die feministische Klage, das Frauen nur mitgemeint und dadurch herabgesetzt seien.

          • Genau.

            Das ist – wie ich oben geschrieben hatte – ein „ewiges“, weil unlösbares Dilemma: Ja nach eigener Perspektive sind beide Auslegungen plausibel.

        • Gegenbeispiele:

          „Ich geh zum Bäcker“ – Siehst du dich in Gedanken einer Frau oder einem Mann dein Geld geben?
          „Alle Schüler haben heute hitzefrei“ – Müssen die Mädchen erst nachdenken, ob sie dableiben müssen?
          „Die Teilnehmer des Berlin Marathons müssen weit laufen“ – Fragst du dich dann ernsthaft, ob das auch für die mitlaufenden Frauen gilt?

          Einzahlbeispiele zählen nicht, da man bei einer einzelnen Baletttänzerin natürlich das -in erwartet.
          Wenn du aber bei dem Satz „Alle Tänzer des Ballets waren in Höchstform.“ denkst: „Warum sagt er nichts über die Frauen?“ dann hat die Dauerberieselung mit „Liebe Menschen und liebe Frauen im Besonderen“ dein Sprachgefühl längst zerstört.

          • „Einzahlbeispiele zählen nicht, da man bei einer einzelnen Baletttänzerin natürlich das -in erwartet.“

            Ich denke mal, es ist genau diese Erwartung einer „-in“ Ergänzung, selbst wenn es aus Lebenserfahrung und Statistik nicht nötig wäre, welche kritisiert wird.

            Auch sind Pluralformen wohl eher nicht gemeint, von Auswüchsen deutscher Gründlichkeit bei Feministas abgesehen. Gruppenbezeichnungen lassen die Geschlechtlichkeit eher in der Anonymität der Masse verschwinden.

            „Ich gehe zum Bäcker“ ist übrigens umgangssprachlich längt eine Kurzform von „Ich gehe in eine Filiale einer Bäckerei-kette“ oder meinetwegen „Ich gehe in eine Bäckerei“, es ist also von der realen Person abgekoppelt. Old-School-mäßig würde ich als Bäcker aber tatsächlich einen gut beleibten Mann denken, der morgens um 3:30 aufsteht um den Ofen anzuwerfen. Und nicht die gelangweilte Tresen-Tussi, die mit manikürten Fingern das Brot aus dem Regal nimmt und in eine Tüte steckt…

            Ob mein Sprachgefühl zerstört ist, kann ich nicht beurteilen 😉 Dennoch (oder gerade deswegen?) stimme ich weiterhin der Aussage zu:

            „Die männliche Form markiert ‚Männer als Norm‘, die weibliche Form kodiert ‚Frauen als Abweichung‘ durch das an die unmarkierte (männliche) Form angehängte ‚-in‘.“

          • „Ich denke mal, es ist genau diese Erwartung einer “-in” Ergänzung, selbst wenn es aus Lebenserfahrung und Statistik nicht nötig wäre, welche kritisiert wird.“

            Äh… von wem kritisiert wird?

            Doch sicherlich nicht von Feministen, oder? Es gab m.W. niemals eine Forderung, die weibliche Form abzuschaffen. Es gab immer nur die Bemühung, diese linguistische Extrawurst auszuweiten.

            Und sicherlich auch nicht von Feminismusgenervten, oder? Kannst du ein Beispiel nennen, wo jemand der Meinung ist, das „Bäckerin“ eine Grammatikverkorksung wäre?

            „Auch sind Pluralformen wohl eher nicht gemeint, “

            „zu Fuß Gehende“ statt „Fußgänger“, „Liebe Bürgerinnen und Bürger“ (gleichbedeutend mit „Liebe Frauen und Menschen im Allgemeinen“), dann aber inkonsequenterweise nicht „Sie bekleidete das Bürgerinnen-und-Bürger-Meisterinnen-und-Meister-Amt“.
            Das würde nämlich allzu deutlich machen, dass es eben gar keine männliche Form gibt.
            Es gibt kein Wort für „männliche Bürger“.
            Es gibt keine grammatische Form, mit der du klar machen kannst, dass du ausschließlich von männlichen Bürgern redest.
            Es gibt aber eine grammatische Form, mir der du klar machen kannst, dass du von weiblichen Bürgern redest.
            Und der letzte Satz ist grammatikalisch vollkommen korrekt. Es hätte nicht heißen müssen „…dass du von weiblichen Bürgerinnen redest“.
            Denn „Bürger“ hat kein Geschlecht.

            Wäre Feminismus tatsächlich an Gleichberechtigung oder meinetwegen Gleichstellung oder auch nur an irgendeiner Form von sprachlicher Gleichheit interessiert, hätten sie entweder daran arbeiten müssen, die weibliche Form abzuschaffen oder eine männliche Form einzuführen.

            Es ging aber noch nie um Gleichheit. Es ging schon immer um eine Sonderbehandlung von Frauen.

            Sonderbehandlung von Frauen ist super, außer in jenen Fällen, in denen frau durch eben genau diese Sonderbehandlung zum „anderen“ wird.

            „Grenz mich ab, aber grenz mich nicht aus“
            Wie soll das denn gehen?

      • Ich denke, Dein Punkt bleibt bestehen.

        Soweit ich es verstanden habe, richtet sich Dein Einwand nicht gegen „die explizit weibliche Umformung von Begriffen durch die Erweiterung „in“, die ansonsten generisch maskulin sind“: aus „der Mond“ soll demnach „der Mondin“ werden, aus „der Esel“ soll „der Eselin“ werden usw.

        Aber Dein Einwand richtet sich gegen einen Teil der Begründung solcher Reform-Forderungen: daß nämlich bei der normalen grammatisch-maskulinen Form („der Esel“) Frauen automatisch ausgeschlossen sein, was wiederum gegen das Inklusions-Gebot verstoße.

        Im Übrigen: Was sich in unserem „Kopfkino“ abspielt, hat mit Sprache, Grammatik usw. wenig zu tun, sondern richtet sich vornehmlich nach unseren Erfahrungen, also z. B. danach, ob wir in der Sportschau überwiegend weibliche Fußballspieler präsentiert bekommen.

        • „Was sich in unserem „Kopfkino“ abspielt, hat mit Sprache, Grammatik usw. wenig zu tun, sondern richtet sich vornehmlich nach unseren Erfahrungen, also z. B. danach, ob wir in der Sportschau überwiegend weibliche Fußballspieler präsentiert bekommen.“

          Ist dem so? Deswegen habe ich ja das Klischee-Beispiel Ballett gewählt. Dort ist es nicht so. Dafür gibt es dort etwas anderes: Ein generischer Begriff für die Balletttänzerin „Ballerina“ in klarer Abgrenzung zum männlichen Balletttänzer „Ballerino“. Zumindest hier wurde das linguistische Problem der Feministas gelöst 🙂

    • Der Strip (Das Original ist nur die obere Hälfte) war einer der Gründe, warum ich aufgehört habe, XKCD zu lesen.
      Mit dieser Ergänzung ergibt er allerdings wieder Sinn.

  5. „The German chancellor is as unglamorous and reliable as a Miele washing machine. I want her to win on Sunday because she can steer the west to safety “

    https://amp.theguardian.com/commentisfree/2017/sep/22/angela-merkel-vote-mutti-miele-washing-machine

    Angela Merkel would get my vote. Mutti’s the leader all Europeans need
    James Hawes

    „And we should all be glad that Mutti, the Miele of politics – the German brand that says unglamorous but dependable – is sure to be chancellor again, and so utterly in charge that the editor of Die Zeit last week suggested she might take the foreign ministry too, which hasn’t happened since Konrad Adenauer at the height of the cold war between 1951 and 1955.“

    „So God bless Mutti, Queen of the Centre, the unexciting but unbreakable Miele of our times. She is our best pilot in the storm.“

    • Ein Kurzwarengeschäft? Scheint mir weniger ideologisch motiviert sondern eine Marketing-Maßnahme um mittels Rückgriff auf die inhärente Misandrie von Frauen diese zum Besuch und Einkauf dort zu motivieren (das Schild links)

      Diese Misandrie gibt es auch ohne Feminismus.

  6. Macron warnt vor europäischem Bürgerkrieg

    http://www.zeit.de/politik/ausland/2017-09/frankreich-emmanuel-macron-rede-bundestagswahl

    „Der europäische Universalismus wird seit zehn Jahren von einem europäischen Bürgerkrieg bedroht“, sagte Macron in einer programmatischen, philosophischen und in weiten Teilen auf die deutsch-französische Freundschaft zielenden Rede.

    Macron scheint grössenwahnsinnig zu sein. Welchen „europäischen Universalismus“ meint er überhaupt?

    „Macron forderte eine „Versöhnung Europas im Geiste des Projektes, das es in sich trägt“.“

    Und wenn das geschieht, dann ist Marcon wohl für Gewalt?

      • Diese Typen glauben doch, dass „Hass“ keine „politische Anschauung“ oder so ähnlich wäre. Für verschiedene Menschen gibt es für die verschiedene Massstäbe – und das nennen sie „Universalismus“, wohl wegen one size (must) fit all ….

  7. Die „Zeit“ macht hemmungslos Reklame für die Scientology-hafte New-Age-Beraterindustrie, in der natürlich neben allem möglichen Irrationalismus auch der Feminismus prächtig gedeiht, wie Stechapfel auf verseuchtem Boden:

    http://www.zeit.de/2017/39/work-life-balance-frauen

    Mamas Tagessatz: 2.500 Euro

    Man kennt das ja von diesen billigen Spam-mails/Werbenachrichten….

    „Die freie Beraterszene wächst rasant – und die Honorare auch. Davon profitieren vor allem Frauen.“

    Der Quatsch hat natürlich eine paywall 😀

  8. Das hier, das ist Christentum in action:

    „Over the last decade, a number of mainline Protestant Churches, including some with a significant presence in New England, have adopted resolutions harshly critical of Israel. During the summer two more were passed by the United Church of Christ and the Disciples of Christ. These measures share three core elements: Each assigns Israel near total culpability ….“

    http://www.bostonglobe.com/opinion/2017/09/20/kairos-palestine-and-unholy-crusade-against-israel/kLirvZhDQOWfdhuyDRONRL/story.html?event=event25

    „…. justifies its claims by referring to a document called Kairos Palestine.

    Kairos Palestine was written in 2009 by a small group of Palestinian Christian leaders. (“Kairos,” from the Greek, means a decisive or opportune moment.) Its opening paragraph calls on “the international community to stand by the Palestinian people who have faced oppression …“

    Und der ganze SJW Sermon.

    „Kairos Palestine’s argument is not only political, but also theological. It declares that “the Israeli occupation of Palestinian land is a sin against God and humanity.” Israel, it states, is the “enemy” who stands in opposition to God himself. Its “occupation,” according to Kairos Palestine, “is an evil that must be resisted.”

    So sieht es aus, mit der Friedens-Reli

  9. „In the aftermath of the so-called Google memo affair, there has been no shortage of misleading and in some cases downright inaccurate media coverage painting the author, James Damore, and his supporters in a very unfavorable light. The most recent example of this arose this past weekend, when The New York Times printed a hit piece on its front page with the inflammatory headline, “As Inequality Roils Tech World, A Group Wants More Say: Men.”1 In a clear display of narrative-driven journalism, the article attempts to smear those in the technology industry who hold dissenting views on gender issues by associating them with a political movement with which the public has little familiarity while providing little explanation of what that movement is or what it stands for.“

    http://quillette.com/2017/09/25/smearing-free-thought-silicon-valley/

    über:

    • A functioning democracy depends on an educated populace, and this requires that the public have access to accurate facts on which to base their decisions. When an institution that has historically been revered as the gold standard in journalism can manage to mischaracterize James Damore, dissenting voices in Silicon Valley, and the men’s rights movement all in a single front-page article, it does not encourage the public’s confidence in the mainstream media. As Senator Daniel Patrick Moynihan once said, “We are all entitled to our own opinions, but not to our own facts.”

  10. Nein heißt nein, außer es geht um Feminismus. Dann heißt es: Komm schon Baby, du willst es doch auch.“

    oder

    „Du sollst keinen anderen Gott haben neben mir.“

    oder

    Anakin Skywalker: If you’re not with me… then you’re my enemy!

    Obi-Wan: Only a Sith deals in absolutes.

  11. Für alle, die sich freuen, dass Maas weg ist. Ihre glaubt doch nicht ernsthaft, dass das NetzDG zurückgenommen wird?

    Na klar, weil die CDU voll und ganz dahinter steht. Also werden sich Grüne & FDP da rumschleimen müssen, wenn sie den lieben Frieden des Regierens wollen….

  12. Drei Feministinnen, mit denen manche von uns gerne Diskussionen führen, haben Artikel mit persönlichen Reflektionen zum Ausgang der Wahl verfasst:

    Onyx – AfD also. Und jetzt?

    https://onyxgedankensalat.wordpress.com/2017/09/25/afd-also-und-jetzt/

    Miria – Amüsiert: Bundestagswahl 2017

    http://nur-miria.blogspot.de/2017/09/amusiert-bundestagswahl-2017.html

    Robin Urban – Bitte jetzt alle kopflos im Kreis rennen

    https://robinsurbanlifestories.wordpress.com/2017/09/25/bitte-jetzt-alle-kopflos-im-kreis-rennen/

    • Higlight bei Onyx:

      Die Partei selbst (AfD), aber auch der Umgang anderer Parteien mit ihr erinnert mich fatal an strunzdummen Antifeminismus, wo man sich in haargenau der gleichen Weise lieber panisch und hysterisch am geliebten Feindbild abarbeitet, statt sich auf konstruktive Inhalte zu konzentrieren.

      Miria bleibt das behauptete Lachen im Halse stecken:

      Besonders amüsiert bin ich auch über die vielen „toleranten und weltoffenen“ Menschen, die im Kampf gegen die AfD die Anwendung faschistischer Methoden nicht nur legitimieren, sondern offen fordern, man solle als Kellner AfD Wähler nicht mehr bedienen, oder als Gastwirt des Lokals verweisen. Die offen fordern, die AfDler mögen sich kennzeichnen, damit sie wissen, wem sie auf der Straße ins Gesicht spucken oder aufs Maul hauen sollten.

      Die dritte Feministin macht sich Sorgen um die sinnvolle Verwendung von Steuergeldern:

      Fakt ist: Sie wird in Zukunft viel zu viel von unseren Steuergeldern bekommen, um ihre Abgeordneten auszustatten, was zum Kotzen ist.

  13. Schock für politisch korrekte postmoderne Linke:

    Der postmoderne Philosoph und Historiker Michel Foucault war mit potentiellem AfD-Wähler befreundet.

    Es handelt sich um den bekannten französischen Historiker Philippe Ariès (1914 – 1984), ein Klassiker der französischen Geschichtswissenschaft, leider hatte Aries in politischer Hinsicht rechts-reaktionäre Einstellungen.

    https://de.wikipedia.org/wiki/Philippe_Ari%C3%A8s

    Obwohl Michel Foucault – und das, wie ich denke, mit guten Gründen – Aries politische Ansichten ablehnte, hielt er ihn für einen großartigen Historiker und war zudem eng mit ihm befreundet.

    Nach Aries Tod im Februar 1984 schrieb Foucault einen Nachruf unter dem Titel „Die Sorge um die Wahrheit“ und verteidigte seinen verstorbenen Freund gegen Anfeindungen aus der damaligen linken Presse.

    In Foucaults Nachruf heißt es u.a. :

    „Philippe Aries war ein Mensch, den nicht zu mögen schwergefallen wäre.“

    (aus: Michel Foucault – Die Sorge um die Wahrheit, 1984, in: Michel Foucault – Dits et Ecrits. Schriften 1970 – 1975, Zweiter Band, Suhrkamp, 2002, S. 796)

    „Die Dummköpfe (…) glaubten, sie enthüllten sein Geheimnis, als sie daran erinnerten, dass er rechts stand, dass er Traditionalist blieb, (…).“

    (ebd. S. 796)

    Im Folgenden wird Aries dann von Foucault über drei Seiten als großer Historiker gerühmt, Aries sei als Historiker so gewissenhaft gewesen, dass er trotz seiner politisch rechten Einstellung in seinen geschichtswissenschaftlichen Werken viele Auffassungen der damaligen französischen Rechten über den Haufen warf, wenn diese den historischen Belegen nicht entsprachen, was die französische Rechte oftmals verärgert habe:

    „Und diesem Denken, von dem er ausgegangen war, brachte er am Ende einige ernsthafte Verletzungen bei, die einige seiner Freunde ihm nur mit Mühe verzeihen konnten. Wie kann man denn, wenn man mit der monarchistischen Tradition die große Kontinuität einer Nation begründen will, jene tiefgreifenden Diskontinuitäten annehmen, die, oft stillschweigend, die Empfindsamkeit und die Einstellungen einer ganzen Gesellschaft prägen? Wie kann man den politischen Strukturen eine größere Wichtigkeit einräumen, wenn man die Geschichte über dunkle Gesten laufen lässt, die (…) Gruppen beibehalten oder abändern? Die ganze Rechte hatte da durchaus Mühe, sich darin wiederzuerkennen. Eine bestimmte Weise, seine Tradition zu sehen und zu lieben, hatte diesen Traditionalisten eine andere Geschichte entdecken lassen.“

    (ebd. S. 798 f.)

    „Seiner Arbeit verdanken wir alle außerordentlich viel. Doch um die persönliche Schuld für das, was ich ihm verdanke zu begleichen, würde ich mir wünschen, dass das Beispiel dieses Mannes bewahrt wird, (…)“

    (ebd. S. 799)

    Also, wie man auch hier wieder sieht: Politische Korrektheit war dem politisch links stehenden Michel Foucault ziemlich fremd, zweifellos würde Foucault von heutigen postmodernen PC-Fanatikern die heftigsten Vorwürfe zu hören bekommen.

    • Meine obige Quellenangabe war nicht ganz korrekt, es handelt sich tatsächlich um den vierten Band, nicht den zweiten, von Foucaults „Dits et Ecrits“, also:

      Michel Foucault – Dits et Ecrits. Schriften 1980 – 1988, Vierter Band, Suhrkamp, 2005

      Die angegebenen Seitenzahlen stimmen.

  14. http://www.dailymail.co.uk/femail/article-4919208/The-women-clever-boyfriend.html

    Yet while the 30-year-old office worker who sat down in front of her was handsome, polite and smartly-dressed, the minute Natasha brought up the Labour leader’s policies, any spark of attraction was extinguished. ‘When I mentioned Jeremy Corbyn he said: “Who’s that?” I couldn’t believe it,’ says Natasha.

    LOL, ich kann mich nicht erinnern das ich auch nur ein Mal eine tiefgehende Unterhaltung mit einer Frau über Politik hatte… aber Männer die davon keine Ahnung oder kein Interesse haben sind doof! LOL

    Recent figures from the university admissions service UCAS showed that 30,000 more women than men are starting degree courses in the UK. On A-level results day last month, 133,280 British women aged 18 secured a university place compared with 103,800 men of the same age.

    The effects of this carry over into the workplace, where women aged from 22 to 29 typically now earn £1,111 more a year than their male peers.

    Auf uns werden Höchstleistungen von mentaler Gymnastik von Feministinnen zu kommen, um das wieder in eine strukturelle Diskriminierung von Frauen umzudeuten.

    Natasha herself admits ‘there’s only so much I can talk about my own interests without sounding patronising.’

    She says that men often try to change the subject matter back to lads’ nights outs, holidays and sporting hobbies.

    ‘I’ll always listen to be polite, but superficial, self-indulgent conversation is an immediate red flag,’ she says.

    Meine Themen sind intelligent und interessant. Seine Themen sind dumm und uninteressant. Ich gehöre zu, empathischen Geschlecht.

    ‘Smart women raise the issue of who would take time off when they have children,’ says Hodgson. ‘After all, why should a female partner stop working if she’s studied hard for her career?

    ‘The reality is that with women getting more — and better — degrees, in the next ten to 20 years women will be smarter than men, in terms of how well they’re educated. And I don’t think men are ready for this.’

    Jupp, deswegen ließt man auch immer wieder Text von Männern darüber das es keine dummen Frauen mehr gibt. ^^

    Es wird sich zeigen ob Frauen überhaupt bereit sind die Rolle des Familienernähres zu übernehmen und dann bei der Trennung auch dem Mann den Großteil des Sorgerechts zu überlassen.

    • Es wird noch weitere 50 Jahre brauchen, bevor feministisch geschulte Frauen auch diese völlig mysteriösen Zusammenhänge entschlüsselt haben.
      Hypergamie, 463 Punkte Checklist. Männer finden andere Sachen attraktiv als Frauen…
      Das ist alles nicht so leicht zu durchschauen.

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