Antje Schrupp: „Was sind schon wissenschaftliche Beweise gegen einen tiefen Glauben?“

Antje Schupp sieht Kritik an Gender Studies aus unterschiedlichen Lagern:

Die Angriffe gegen die Gender-Studies kommen von ganz unterschiedlichen Seiten.
Oft widersprechen sich die Vorwürfe sogar gegenseitig. Rechtspopulisten und Maskulinisten werfen dem Fach vor, eine feministische Agenda zu betreiben, also nicht wissenschaftlich objektiv zu sein, sondern eine Ideologie zu verfolgen.
Andere beschuldigen die Gender-Theoretikerinnen, nicht feministisch genug zu sein, sondern sich in akademischen Spitzfindigkeiten zu verheddern und die wirklichen Anliegen von Frauen aus dem Blick zu verlieren. Beide Argumente stehen einander zwar diametral entgegen, können im konkreten Fall aber Hand in Hand gehen.

Und sie hat recht, wenn sie sagt, dass diese wenig miteinander zu tun haben:

Der erste Vorwurf bezieht sich darauf, dass Gender Studies Axiome voraussetzen, die sie nicht mehr hinterfragen, die aber falsch sind. Ausgangspunkt aller Fragen ist eine „gefühlte Wahrheit“ der Unterdrückung, die absolut gesetzt wird, so wie in der Theologie die Existenz Gottes absolut gesetzt wird.  Sicherlich kann man auf dieser Aussage eine „Wissenschaft“ aufsetzen, genauso wie man auf Literatur eine Wissenschaft aufsetzen kann, die sich mit der Analyse eines fiktiven Geschehens beschäftigt. Das macht dieses nicht wahr, es bildet nur den Ausgangspunkt für weitere Überlegungen.

Und der zweite Vorwurf erfolgt üblicherweise aus einer anderen feministischen Richtung, es ist ein innerfeministischer Streit zwischen dem „alten“ und dem „Neuen Feminismus“, dem Feminismus, dem es an Beauvoir orientiert um den Kampf Männer gegen Frauen um Macht geht und dem intersektionalen Feminismus, der möglichst viele Gruppen von Privilegierten und Unterdrückten finden will unter denen Frauen nur eine unter vielen und auch nicht die wichtigste sind und die in eine Hierarchie und einen Ausgleich gebracht werden sollen damit man alle Diskriminierungen abbauen kann.

Schrupp schreibt:

Am Vorwurf der Unwissenschaftlichkeit gegenüber den Gender-Studies wird deutlich, wie stark auch in unserer Kultur, die doch so stolz auf ihren Rationalismus ist, die Widerstände dagegen sind, sich von wissenschaftlicher Forschung von Vorurteilen abbringen zu lassen. Da mögen Myriaden von Studien mehr oder weniger zu dem Ergebnis kommen, dass es in der typischen Unternehmens- und Organisationskultur starke Verzerrungen in der Wahrnehmung von Frauen und Männern gibt und dass deshalb Männer strukturell bevorzugt werden und Frauen weniger Chancen haben: Die meisten Menschen sind trotzdem der felsenfesten Überzeugung, sie behandelten Frauen und Männer objektiv und unparteiisch gleich. Was sind schon wissenschaftliche Beweise gegen einen tiefen Glauben? Nichts. Daran hat sich seit den Zeiten Galileos leider nicht viel geändert.

Ein schöner Strohmann: Tatsächlich gibt es tausende Studien für das Gegenteil. Weswegen Schrupp auch vorsichtshalber gar keine für ihre Behauptung zitiert. Die meisten werden auch nicht unbedingt davon ausgehen, dass sie Leute gleich behandeln, weil sie davon ausgehen, dass Männer und Frauen im Schnitt anders sind und man daher auch im Schnitt anders auf sie reagiert. Die meisten Frauen wären empört, wenn man sie so wie Männer behandelt, nicht begeistert. Und sie verhalten sich auch nicht wie Männer und sind gerne Frauen. Es ist geradezu bizarr, dass Schrupp hier tatsächlich meint, dass die wissenschaftlichen Beweise für ihre Sicht sprechen. Welche denn Frau Schrupp?

Interessant ist noch der folgende Abschnitt:

Der Fokus auf „Gender“ hat die Akzeptanzprobleme des Feminismus keineswegs gelöst. Die allermeisten Männer interessieren sich für „Gender-Kram“ ganz genauso wenig wie für „Frauenkram“ – auch wenn es natürlich Ausnahmen gibt (und gar nicht mal so wenige), gerade unter jüngeren Männern.

Ein kleiner Erfolg mag also zu verbuchen sein, aber der Feminismus hat einen viel zu hohen Preis für die vermeintliche Einbeziehung aller Geschlechter in seine politische Agenda bezahlen müssen. Im Zuge dieses Paradigmenwechsels wurden Frauen nämlich von Subjekten des Handelns zu Objekten des Erforschtwerdens. „Frauenforschung“ hatte sich noch dafür interessiert, was Frauen taten und sagten. „Gender-Forschung“ hingegen erforscht, was über Geschlecht gesagt wird. „Frauenbeauftragte“ versuchten, der weiblichen Perspektive und den Wünschen von Frauen in traditionell männlich dominierten Institutionen Gehör zu verschaffen. „Gleichstellungsbeauftragte“ messen Frauen wieder am Maßstab von Männern oder zumindest an dem von Geschlechtlichkeit. Der Fokus auf „Gender“ hat dazu geführt, dass der Aspekt des Gender-Seins überdimensional aufgeblasen wurde, während die Originalität einzelner Frauen in den Hintergrund gedrängt wurde. In krassen Fällen hatte er sogar zur Folge, dass Gleichstellungsbeauftragte (m/w) die Interessen von Männern gegen den Willen und die Interessen von Frauen durchsetzen. Wenn Männerrechtler die Logik der Gleichstellung für ihre Interessen kapern, ist das nur folgerichtig.

Da spricht sie eigentlich recht offen aus, dass für sie zwei Sachen nicht richtig sind:

  • Frauen am Maßstab von Männern zu messen, obwohl sie oben angeführt hat, dass es ein Unding ist, dass Frauen anders behandelt werden
  • Das Interessen von Männer umgesetzt worden sind um mehr Gleichberechtigung zu erreichen statt nur auf Frauen abzustellen.

Sie hat meiner Meinung nach aber Unrecht, wenn sie das auf dem erstarken von „Gender statt Frauen“ herleitet. Es ist eine Folge davon, dass Gleichberechtigung eben abseits der Gender Studies tatsächlich häufig so verstanden wird, dass dann Nachteile für beide Geschlechter abgebaut werden. Es ist insbesondere eine Folge davon, dass Gesetze üblicherweise neutral formuliert werden und damit auch Männer sich bei Benachteiligung darauf berufen können.

106 Gedanken zu “Antje Schrupp: „Was sind schon wissenschaftliche Beweise gegen einen tiefen Glauben?“

  1. „In krassen Fällen hatte er sogar zur Folge, dass Gleichstellungsbeauftragte (m/w) die Interessen von Männern gegen den Willen und die Interessen von Frauen durchsetzen.“

    In einer „gerechten“ Welt, so wie Schrupp sie sich wünscht, darf sowas niemals passieren.

    Und ist Schrupp jetzt eine Feministin oder nicht? Das würde ich gerne so einige Feministinnen fragen, die immer noch behaupten das Feminismus für Gleichberechtigung von Mann und Frau kämpft.

  2. Wiki: „Die Myriade steht für eine Anzahl von 10.000. Der Plural Myriaden steht meist für eine unzählbare Menge.“

    „Da mögen Myriaden von Studien mehr oder weniger zu dem Ergebnis kommen, …“
    >>Unendlich bestimmt nicht, und auch keine 10000. Die würde wohl Mühe haben mehr als 10 zu finden.

    „… dass es in der typischen Unternehmens- und Organisationskultur starke Verzerrungen in der Wahrnehmung von Frauen und Männern gibt …“
    >>Hä? Haben die alle deformierte Linsen oder halluzinieren die?
    Was genau nehmen die Frauen verzerrt wahr? Und was die Männer?

    „… und dass deshalb Männer strukturell bevorzugt werden und Frauen weniger Chancen haben.“
    >>Wieso nur die Männer? Es sollen doch alle verzerrte Wahrnehmung haben.
    Oder jetzt doch nur die Frauen?

    Versuch einer Übersetzung weiblicher Logik:
    Unendlich viele Studien, mindestens aber 10000, beweisen dass alle neben der Kappe, und deswegen Frauen im Nachteil sind.

    Wie kann man soviel Bullshit in nur einen Absatz packen?
    Als Frau würde ich mich fremdschämen für sowas.

  3. @Matze

    Besser sich selbst entlarven als zu äußern: „In krassen Fällen hatte er sogar zur Folge, dass Gleichstellungsbeauftragte (m/w) die Interessen von Männern gegen den Willen und die Interessen von Frauen durchsetzen.“ geht doch gar nicht.

    Natürlich ist „Gleichstellung“ in dem Schruppschen Feminin-ismus lediglich die Fortsetzung von „Frauenförderung“ unter einem unverdächtigeren label, das vorgibt etwas anderes zu sein, als es wirklich ist und gemeint ist.
    Was der Schwarzersche Feminismus an den gender studies kritisiert, verfehlt den Punkt, nämlich die *offene* Abwesenheit *expliziter* Parteilichkeit.

    Dabei ist diese feministische Parteilichkeit bereits in der Aussage, „es (gäbe) in der typischen Unternehmens- und Organisationskultur starke Verzerrungen in der Wahrnehmung von Frauen und Männern“, welche dazu führt, „dass deshalb Männer strukturell bevorzugt werden und Frauen weniger Chancen haben“ enthalten.

    Es gibt demnach eine FALSCHE Wahrnehmung von Männern und Frauen und die gender studies beanspruchen, die RICHTIGE Wahrnehmung zu haben und durchzusetzen.
    Die „Richtigkeit“ der Wahrnehmung der gender studies beruht darauf und beweist sich darin, die „Strukturen“ zu sehen, die Männer „strukturell“ bevorzugt und Frauen „strukturell“ benachteiligt (diskriminiert).
    Denn eine „typische Unternehmens- und Organisationskultur“ ist selbstverständlich eine männliche bzw. „traditionell männlich dominiert“, was identisch ist. Eben WEIL diese Männer bevorzugt und Frauen benachteiligt.
    Und ja, das ist tautologisch und eine Erschleichung des Beweisgrundes.

    Da es ein „objektiv und unparteiisch“ in der Beurteilung und Wahrnehmung des Geschlechterverhältnisses demzufolge nicht geben kann, ist eine „Kultur, die doch so stolz auf ihren Rationalismus ist“ nicht in der Lage, die Wissenschaftlichkeit der gender studies zu beurteilen (ich würde sogar sagen, noch nicht einmal zu *begreifen*). D.h. idealerweise ist die „Logik der Gleichstellung“ die Gleichstellung mit der subjektiven Logik der gender studies. Und wir lernen den Schrupp zu begreifen: Unlogik=Logik, subjektiv=objektiv, Irrationalismus=Rationalismus, parteiisch=unparteiisch, Ideologie=Wissenschaft, Lüge=Wahrheit.

  4. „Ausgangspunkt aller Fragen ist eine „gefühlte Wahrheit“ der Unterdrückung, die absolut gesetzt wird, so wie in der Theologie die Existenz Gottes absolut gesetzt wird. Sicherlich kann man auf dieser Aussage eine „Wissenschaft“ aufsetzen, genauso wie man auf Literatur eine Wissenschaft aufsetzen kann, die sich mit der Analyse eines fiktiven Geschehens beschäftigt.“

    Oder man kann eine „Wissenschaft“ aufsetzen, die vorgibt, die Wirkung embryonaler Hormonenstände (bis ins Erwachsenenleben hinein) zu „erforschen“ – die aber niemals (zum relevanten Zeitpunkt innerhalb der ersten Schwangerschaftswochen) gemessen werden (können).
    Wieso sollte Dein Glaube denn besser sein?

    „Die meisten Frauen wären empört, wenn man sie so wie Männer behandelt, nicht begeistert.“
    Und andersrum…

    Vielleicht sind Angst und Wut/Ärger ja auch _eigentlich_ dasselbe – gibt’s da Forschung zu?^^

    • [X] Ich habe nicht verstanden was Wissenschaft ist und wie sie funktioniert.

      (und ja, natürlich sind die Leute voreingenommen .. das ist ja der Hauptpunkt warum es Wissenschaft braucht)

    • „Oder man kann eine „Wissenschaft“ aufsetzen, die vorgibt, die Wirkung embryonaler Hormonenstände (bis ins Erwachsenenleben hinein) zu „erforschen“ “

      *Die Geschlechtshormone mit embryonalem Ursprung. Die geschlechtliche Differenzierung findet zwischen der 3. und 12. Woche statt. Verantwortlich hierfür sind genetische wie auch hormonelle Faktoren.*

      http://www.embryology.ch/allemand/iperiodembry/controle01.html

      Geschlecht hat Wirkung bis ins Erwachsenenleben.

    • „Vielleicht sind Angst und Wut/Ärger ja auch _eigentlich_ dasselbe – gibt’s da Forschung zu?“

      Sie sind schon ganz unterschiedlich definiert:

      „Wut (auch lateinisch Furor ‚Raserei, Leidenschaft, Wahnsinn‘ oder französisch Rage [ʀaʒ] ‚Raserei, Zorn, Toben‘) ist eine sehr heftige Emotion und häufig eine impulsive und aggressive Reaktion (Affekt), die durch eine als unangenehm empfundene Situation oder Bemerkung, z. B. eine Kränkung, ausgelöst worden ist. Wut ist heftiger als der Ärger und schwerer zu beherrschen als der Zorn.“
      https://de.wikipedia.org/wiki/Wut

      „Angst ist ein Grundgefühl, das sich in als bedrohlich empfundenen Situationen als Besorgnis und unlustbetonte Erregung äußert. Auslöser können dabei erwartete Bedrohungen, etwa der körperlichen Unversehrtheit, der Selbstachtung oder des Selbstbildes sein. Krankhaft übersteigerte Angst wird als Angststörung bezeichnet.“
      https://de.wikipedia.org/wiki/Angst

      Was Erwachsene (angeblich, das glaube ich erst, wenn ich die Studie dazu sehen konnte) in die Äußerungen eines Babys fehlinterpretieren, spielt dabei keine Rolle.

    • „Oder man kann eine „Wissenschaft“ aufsetzen, die vorgibt, die Wirkung embryonaler Hormonenstände (bis ins Erwachsenenleben hinein) zu „erforschen“ – die aber niemals (zum relevanten Zeitpunkt innerhalb der ersten Schwangerschaftswochen) gemessen werden (können).“

      Können sie nicht? Wieso?

      • Weil es ethisch schlicht nicht vertretbar wäre, einen Embryo (so früh im ersten Trimester wie nötig für die Bestätigung der Hypothesen) dahingehend zu untersuchen.

        • „einen Embryo [..] dahingehend zu untersuchen.“

          Es reicht die Abnahme einer winzigen Menge Nabelschnurblutes?

          Würde ich jetzt mal vermuten. Habe leider nichts dazu gefunden. Wenn du seriöse Quellen zu deiner Behauptung hast: her damit!

          • Schwerpunktmäßig interessiert im Modell (wie ich es verstehe) das, was zwischen der dritten und (ich glaube) der sechsten SSW in utero stattfindet. Zu dem Zeitpunkt wissen häufig nichtmal die werdenden Eltern sicher, dass eine Schwangerschaft besteht. Als Untersuchungen gibt es Urintests und Ultraschall, wo man dann eine Fruchthöhle im positiven Fall erkennen kann, soweit ich hörte.
            (ich persönlich gehörte ja zu denjenigen, die so spät wie möglich – also nach Ablauf der 12 Wochen-Frist – zum Gyn gingen und würds auch immer wieder so machen)

          • @semikolon:

            Es ist wohl insbesondere die Zeit zwischen der 8. und der 24 Woche. Ab etwa der 8. Woche nehmen die Hoden die Funktion auf.
            Gerade in der 12 bis 21 Woche treten wohl sehr hohe Testosteronstände bei männlichen Föten auf.

          • Beleg?

            Mir ist gerad noch eingefallen: nahezu allen Schwangeren wird ja angeraten Folsäure(Folat) einzunehmen als Vorbeugung gegen den Neuralrohrdefekt.

            Das Zeitfenster hierfür schließt sich nun wann?

            Laut Wissenschaft bis zum 28. Schwangerschafts_tag_… d.h., die allseits beworbene Nahrungsergänzung ist eigentlich i.d.R. sinnlos – aber bestimmt ein gutes Geschäft.

          • @Semikolon:

            „die allseits beworbene Nahrungsergänzung ist eigentlich i.d.R. sinnlos – aber bestimmt ein gutes Geschäft.“

            Sie ist es nur, wenn man erst mit Bekanntwerden der Schwangerschaft darauf zurückgreift.

            „In Kanada [..] mit der Anreicherung von Getreideprodukten ab November 1998 wurde deren Auftreten deutlich vermindert (1,17 pro 1000 Geburten im Zeitraum 1998–2000, RR 0,46).[5]“
            und
            „In den USA ist seit 1996 durch die FDA eine Anreicherung von Brot, Cerealien, Mehl und anderen Getreideprodukten vorgeschrieben.“
            https://de.wikipedia.org/wiki/Neuralrohrdefekt

            Auch in D gibt es z.B. mit Folsäure angereichertes Salz. Wir hatten das, sieht komisch gelblich aus.

            Und das allgemeine Anreichern ist sogar ein NOCH besseres Geschäft 😉

          • Die Hoden werden aber in der 6. bis 7. Woche gebildet. Als beliebtestes (populärwissenschaftliches) Indiz für „die wesentlichsten“, gehirn-vorformatierenden, pränatalen (T-)Hormonwerte gilt – Dir ja auch – die D2:D4 Ratio, die ihrerseits ebenfalls ungefähr in der 7. SSW verortet wird.

            Ich bin nun die Letzte, die sagen würde, was danach passiert sei unwesentlich, aber meines Wissens nach spricht die Theorie der verschiedenen Gehirnzentren etc. über die _embryonale_ Entwicklung – womit per Definition das Geschehen jenseits der 11. SSW für irrelevant erklärt wurde.

          • „Die Hoden werden aber in der 6. bis 7. Woche gebildet.“

            Deswegen können sie ja dennoch ab der 8. Woche ihre Funktion aufnehmen.

            „die ihrerseits ebenfalls ungefähr in der 7. SSW verortet wird.“

            Wo nimmst du denn diese Zahl her?

          • @Semikolon

            „Ich bin nun die Letzte, die sagen würde, was danach passiert sei unwesentlich, aber meines Wissens nach spricht die Theorie der verschiedenen Gehirnzentren etc. über die _embryonale_ Entwicklung – womit per Definition das Geschehen jenseits der 11. SSW für irrelevant erklärt wurde.“

            Welche Studie oder Behauptung kritisierst du eigentlich konkret?

            Dass die „verschiedenen Gehirnzentren“ sich im Embryo bilden, lässt sich sicherlich an abgetriebenen oder abgegangenen Embryos feststellen? Man könnte also nur noch über die Ursachen des Unterschiedes spekulieren. Oder kritisierst du die Behauptung des Unterschiedes? Oder die Verwendung des Begriffes Embryo?

          • Vorläufig noch halbwegs harmlos, aber kritisierenswert ist für mich, dass so etwas wie Homosexualität eben damit erklärt werden soll, oder, dass sich Transgender-People selbst auf dieses frühe Stadium der Menschwerdung berufen wollen bzw. ein Konzept wie „Gehirngeschlecht“ existieren kann.
            Hier versanden Forschungsgelder m.M.n. tendenziell tatsächlich ohne Nutzen, in Gender Studies könnte man sie gesellschaftlich betrachtet jedenfalls gewinnbringender anlegen … deshalb schreie ich jetzt aber natürlich nicht: Biologie abschaffen! Ich bin ja kein Vollpfosten.

          • @semikolon

            Die Forschung dort ist schlicht näher an der Wahrheit. Alle Forschung spricht dafür, dass die Theorien aus der Biologie stimmen. In Tierversuchen ist sie ebenfalls nachgewiesen.

            Es gibt keine Studien aus den Gender studies die man da entgegen halten könnte. Oder kennst du welche?

          • @Semikolon:

            „Vorläufig noch halbwegs harmlos, aber kritisierenswert ist für mich, dass so etwas wie Homosexualität eben damit erklärt werden soll, oder, dass sich Transgender-People selbst auf dieses frühe Stadium der Menschwerdung berufen wollen bzw. ein Konzept wie „Gehirngeschlecht“ existieren kann.“

            Hä? Und was hat das jetzt mit Wissenschaft zu tun? Eine Hypothese „Gehirngeschlecht“ kann verifiziert oder falsifiziert werden, aus beiden Sachen lernt man was. Meines Wissens wurde sie verifiziert.

            Du hast, mit Verweis auf Details, daran herumgekrittelt. DAS war der letzte Stand und ich wollte wissen, wieso. Du kommst mit Hormonprofilen und der Behauptung man könne gar nichts nachweisen und jetzt machst du einen auf: „da werden nur Forschungsgelder verschwendet“? Was sollte dann die ganze bisherige Diskussion?

            „Hier versanden Forschungsgelder m.M.n. tendenziell tatsächlich ohne Nutzen, in Gender Studies könnte man sie gesellschaftlich betrachtet jedenfalls gewinnbringender anlegen“

            Gender studies hat schonmal irgendwelche Erkenntnisse gebracht, außer mit Zirkelschlüssen und pseudowissenschaftlichem Gehampel die eigenen Axiome zu bestätigen?

            Wenn ja, welche?

            “ … deshalb schreie ich jetzt aber natürlich nicht: Biologie abschaffen! Ich bin ja kein Vollpfosten.“

            Ähm, allein Biologie mit gender studies auf eine Stufe zu stellen, spricht eher dafür, dass deine Aussage falsch ist. Aber ich warte mal noch auf deinen nächsten Kommentar, vielleicht schaffst du ja massiv seriöse Forschungsergebnisse heran, die dieses Lesben-Beschäftigungsprogramm bisher erreicht hat.

          • „Eine Hypothese „Gehirngeschlecht“ kann verifiziert oder falsifiziert werden, aus beiden Sachen lernt man was. Meines Wissens wurde sie verifiziert.“

            „Verifiziert“ wahrscheinlich im selben Sinne, wie jüngst noch AI unterstellt wurde, die sexuelle Orientierung einer Person aus (manchen) Gesichtsporträts rauslesen zu können?

            Ich hab zugegebenermaßen mal selbst einen Internet-Test auf Seiten der BBC gemacht, das wenig überraschende Ergebnis: mein Gehirngeschlecht sei männlich.

            Lachhaft und beleidigend ist das doch!

            Wie kann man auch nur meinen, es stünde einem zu (für – häufig – Steuergelder und nicht rein zum persönlichen Spaß) solche und ausgefeiltere Tests zu konzipieren? Genau sowas belegt dann netterweise aber, dass es bei Gender (von keiner Seite aus) primär um Biologie gehen kann.

            „Du hast, mit Verweis auf Details, daran herumgekrittelt. DAS war der letzte Stand und ich wollte wissen, wieso. Du kommst mit Hormonprofilen und der Behauptung man könne gar nichts nachweisen“

            Ich hätts mir auch leichter machen und sagen können: bis einschließlich 10. SSW lässt sich von außerhalb auch mit modernster Technik nicht einmal das Gewicht eines Embryos bestimmen … klar, dass man da nicht die Hormonwerte, denen (insbesondere) ein nur wenige Millimeter großes werdendes Leben ausgesetzt ist, messen könnte.

            „Die Forschung dort ist schlicht näher an der Wahrheit. Alle Forschung spricht dafür, dass die Theorien aus der Biologie stimmen.“

            Laut Standard-Biologie umfasst die menschliche Gehirnentwicklung neben den pränatalen (in dem Fall) ca. 37 auch noch postnatal min. 1040 Wochen, warum fallen die – für Dich als Baron-Cohen-Jünger so gnadenlos unter den Tisch?

            Dinge wie das sexuelle Begehren oder auch das Genderrollen-Empfinden etc. muss man doch nun wirklich nicht als vorgeburtlich determiniert ansehen (zumal sich das ja auch ändern kann im Laufe des Erwachsenendaseins)?

            Ja, ich hab auch mal gehört, dass Fruchtfliegen, denen man genetisch die Augenfarbe verändert hatte, überraschenderweise homosexuell im Kreis herumliefen. Daraus kann ich aber bloß schließen, dass wir bittschön unsere Drecksfinger von solcherlei Prozeduren lassen sollten – mehr aber nicht!

      • Sign!
        Ziemlich peinlich, wie mal wieder die „ganze Gemeinde“ mittels hanebüchener Strohmädchen vom Satzzeichen am Nasenring durch die Manege geschleift wird.
        Merken die Deppen nicht, daß es der Torte um nix anderes geht, als „externen“ Mitlesern zu suggerieren, das hier Idioten zu dumm sind sich auf ein Eingangsposting zu konzentrieren?
        Nach div. Monaten müßte das doch mal langsam bemerkt werden, oder?

  5. Bei Lichte betrachtet ist Schrupp einfach nur eine weibliche Chauvinistin. Ihr Programm und ihr Denken lassen sich problemlos mit „Frauen über alles“ zusammenfassen.

    In dem Text hier geht es aber vor allem darum, dem Publikum Sand in die Augen zu streuen. Das Prinzip wird in dem ersten von Christian zitierten Absatz deutlich: Weil Gender-Studies aus gegensätzlichen Richtungen kritisiert werden, muss die Kritik (nach Vorstellung von Schrupp) falsch sein weil sie sich ja offensichtlich widerspricht. Dass die eine Kritik sehr berechtigt und die andere völlig hanebüchen ist, kommt ihr nicht in den Sinn.
    Wenn sie dann im Folgenden die Gender-Studies kritisiert, versucht sie zu einer ähnlichen Situation zu kommen: Indem sie Gender-Studies nicht für ihre Unwissenschaftlichkeit sondern für ihre (behauptete) Wissenschaftlichkeit kritisiert, versucht sie eine Art Immunisierung der Gender-Studies gegen diese Kritik. Denn schließlich können die Gender-Studies nicht gleichzeitig zu wissenschaftlich und zu unwissenschaftlich sein, oder?

    • <i<Wenn sie dann im Folgenden die Gender-Studies kritisiert

      Sie kritisiert ja nicht die Gender Studies, sondern den Feminismus. Ihrer Meinung nach hat der Feminismus die Gender Studies zu sehr in den Fokus gerückt.

      • Sie kritisiert, dass sich Feministinnen hinter Gender-Studies versteckt haben anstatt gleich bei „Frauenkram“ zu bleiben. Das ist allenfalls eine Kritik einzelner Methoden des Feminismus, nicht aber des Feminismus an sich.

        • Ja klar, sie ist ja selbst Feministin.

          In gewisser Weise stellt sie sich natürlich gegen Gender Studies, aber mehr in dem Sinne, dass die Ergebnisse der Gender Studies für die feministische Agenda im Zweifel irrelevant sein sollten.

          • Bei den profanen Gender Studies spielen eben auch Männer eine Rolle, durch queer, homo, trans. Was für Proles!

            Schrupp zeigt sehr schön, dass Feminismus im Kern Suprematie des Weiblichen bedeuetet.

        • Ich hab sie mal bei einer Veranstaltung gefragt. Sie meinte, ihr „Differenzfeminismus“ sei ein italienischer und unterscheide sich vom dem, was man üblicherweise unter Differenzfeminismus versteht. Sie glaubt nicht an biologische Unterschiede bezüglich Psyche und Verhalten.

          Kann mich auch erinnern, dass sie oft über Treffen mit italienischen Feministinnen gebloggt hat.

        • Sie ist Differenzfeministin in jener Tradition des Differenzfeminismus, die bei der französischen poststrukturalistischen Feministin Luce Irigaray ihren Ausgang nahm und dann von italienischen Differenzfeministinnen weiterentwickelt wurde. Im italienischen Differenzfeminismus ist z.B. die Feministin Luisa Muraro ein Bezugspunkt für Antje Schrupp (aber auch andere Feministinnen dieser Richtung).
          Diese Einflüsse werden von Antje Schrupp aber in individueller Weise verarbeitet, sie vertritt also nicht immer genau das, was die Zuvorgenannten vertreten.
          Was sie alle gemeinsam haben ist allerdings eine sehr einseitige Frauenzentrierung. Dass Jungen und Männer auch berechtigte Anliegen haben können, das wäre hier eine ganz neue Idee.

        • Ich hatte an anderer Stelle mal was zu dieser differenzfeministischen Strömung geschrieben und kopiere es mal hier rein:

          Antje Schrupp ist Differenzfeministin in der Tradition der Philosophie der Geschlechterdifferenz von Luce Irigaray und Luisa Muraro.

          Die Vertreterinnen des ursprünglichen französischen poststrukturalistischen Feminismus waren Differenzfeministinnen. Der poststrukturalistische Feminismus wurde erst im Zuge der US-amerikanischen Poststrukturalismus- Rezeption zu einem Gleichheitsfeminismus.

          Antje Schrupp knüpft nun anstatt an den zeitgenössischen poststrukturalistischen Gender/Queer-Feminimus, der im Netzfeminismus dominiert, an den ursprünglichen poststrukturalistischen Differenzfeminismus an und zwar an die von Luce Irigaray begründete differenzfeministische Strömung und insbesondere an deren Weiterentwicklung im italienischen Differenzfeminismus.

          Luce Irigaray, die Begründerin dieser Strömung des Differenzfeminismus, wendete den Begriff der symbolischen Ordnung des französischen Psychoanalytikers Jaques Lacan vor einigen Jahrzehnten ins Feministische. Sie war der Ansicht, dass die symbolische Ordnung – die Werte, Normen und unbewussten Überzeugungen in der Gesellschaft – Männer privilegierten und den Frauen keinen eigenen Platz innerhalb der symbolischen Ordnung ließen, die Frau sei das „Andere“ (im Sinne von Simone de Beauvoir), d.h. die Frau werde lediglich als vom Mann Abweichendes oder Abgeleitetes gesehen, habe keinen „kulturellen Ort“ für eine authentische und autonome weibliche Identitätsbildung und keine gesellschaftliche Anerkennung. (Diese einseitige Sichtweise ist durch die Forschungsergebnisse und Theorien von Christoph Kucklick und Warren Farrell längst mit guten Gründen widerlegt.)

          Dieser genannten einseitigen Analyse würden die postmodernen Gender-Feministinnen als Gleichheitsfeministinnen nun tendenziell zustimmen, in ihrem Lösungsansatz unterscheiden sich der poststrukturalistische Differenzfeminismus und der poststrukturalistische Gleichheitsfeminismus jedoch.
          Die Gender-Feministinnen wollen diese Situation überwinden durch eine kulturelle Dekonstruktion traditioneller Geschlechterrollen oder durch eine kulturelle Dekonstruktion des Konzepts der Zweigeschlechtlichkeit. In politischer Hinsicht werden von Gender-Feministinnen Gleichstellungsmaßnahmen bejaht (männliche Diskriminierungen werden dabei ausgeklammert, durchschnittliche Unterschiede bezüglich der Präferenzen der Geschlechter bleiben unberücksichtigt).

          Luce Irigaray vertrat hingegen einen anderen Lösungsansatz. Die Frauen sollten eine spezifische weibliche Identität entwickeln, weibliche Autonomie ausbilden und eine weibliche symbolische Ordnung erschaffen, die der männlichen symbolischen Ordnung entgegengestellt wird. Dabei behauptete Irigaray allerdings nicht, dass Frauen und Männer sich biologisch disponiert groß unterscheiden würden – ich glaube, sie lässt diese Frage offen – Irigaray war jedoch der Ansicht, dass weibliche Freiheit und Autonomie nur verwirklicht werden könnten, wenn Frauen eine eigene weibliche symbolische Ordnung entwickeln. Irigaray legte großen Wert auf die Mutter-Tochter-Beziehung, diese sei besonders wichtig für die Ausbildung einer weiblichen Identität und weiblichen symbolischen Ordnung.

          Luise Muraro, italienische Philosophin, hat Irigarays Ansatz aufgegriffen und weiterentwickelt. Auch sie legt Wert auf die Mutter-Tochter-Beziehung, sie hat dazu auch ein Buch geschrieben.
          Muraro vertritt die Ansicht, dass Gesetze der männlichen symbolischen Ordnung angehören und für Frauen keine Verbesserungen bewirken könnten, Gleichstellungsmaßnahmen, wie sie von Gender-Feministinnen gefordert werden, lehnt sie ab. Sie ist nicht der Ansicht, dass alle durchschnittlichen geschlechtsbezogenen gesellschaftlichen Ungleichverteilungen auf Diskriminierung beruhen. Sie plädiert für eine weibliche Identitätsbildung in Frauengruppen und in der Mutter-Tochter-Beziehung. Luisa Muraro vertritt heute die Ansicht, dass das Patriarchat weitgehend am Ende sei, da Frauen heute im Schnitt weit autonomer seien als früher.

          Die Sichtweisen in dieser feministischen Strömung sind, soweit ich sie bisher kenne, ausschließlich frauenzentriert und mit einer integral-antisexistischen Perspektive nicht vereinbar.

          • Antje Schrupp ist Differenzfeministin in der Tradition der Philosophie der Geschlechterdifferenz von Luce Irigaray und Luisa Muraro.

            Also bei dir klingt das so, als habe man es bei diesem geschruppten Unsinn mit einer philosophischen Tradition zu tun, mit einer Denkerin, deren Gedanken neue Horizonte erschliesst. Bei allem Respekt: Was Du Tradition nennst ist die Tatsache, dass ähnlicher Blödsinn schon anderswo geäussert wurde. Was daran Philosophie sein soll erschliesst sich mir nicht.
            Sie kann den Hals nicht voll genug kriegen, wie sie selbst sagt. Auf Kosten anderer. Tolle Tradition, tolle Philosophie. Sie ist doch wohl eher Philodoof als Philosoph.

          • @ Pjotr

            „Also bei dir klingt das so, als habe man es bei diesem geschruppten Unsinn mit einer philosophischen Tradition zu tun, mit einer Denkerin, deren Gedanken neue Horizonte erschliesst.“

            Ich hatte zuerst auch kurz überlegt, ob ich das „Philosophie“ in meinen Beitrag nicht besser in Anführungszeichen setzen sollte, habe es dann aber gelassen, da es halt formal oft unter „feministische Philosophie“ läuft.

            Du hast natürlich Recht, dass dies, wenn überhaupt, dann ziemlich schlechte Philosophie ist und hinsichtlich des intellektuellen Niveaus im Vergleich zur großen Mehrheit der europäischen philosophischen Traditionen gewaltig abfällt.
            Die faktisch konservativ-reaktionären mutterschaftsfeministischen Aspekte in dieser feministischen Richtung erinnern übrigens z.T. sogar an den rechten Psychotherapieguru Bert Hellinger, nur eben auf feministisch.

            Da dies aber eine andere feministische Richtung ist als diejenigen, die wir sonst hier meistens kritisch analysieren, wollte ich die ideologische Ausrichtung mal kurz darstellen, um eine etwas bessere Kontextualisierung zu ermöglichen.

          • Luce Irigaray also. Die Privilegierung der männlichen Lichtgeschwindigkeit gegenüber allen weiblichen Geschwindigkeiten, in der sexistischen Gleichung E=mc².. Die systematische Vernachlässigung der Strömungsmechanik (fluid mechanics), weil fluid doch weiblich ist..

            Das sind also die „Myriaden von Studien [die] mehr oder weniger zu dem Ergebnis kommen, dass es in der typischen Unternehmens- und Organisationskultur starke Verzerrungen in der Wahrnehmung von Frauen und Männern“ gibt.

            Wenn solche an voraufklärerische Zeit gemahnenden Betschwestern nicht auch noch eine Plattform in den „Leitmedien“ kriegen würden, könnte man sich ziemlich kaputt lachen. Vielleicht sollte man es trotzdem tun.

  6. Was sind schon wissenschaftliche Beweise gegen einen tiefen Glauben? Daran hat sich seit den Zeiten Galileos leider nicht viel geändert.

    Ein schöner Strohmann: Tatsächlich gibt es tausende Studien für das Gegenteil.

    Es waren seinerzeit Universitätsprofessoren, die sich weigerten, auch nur durchs Teleskop zu gucken, um die Monde des Jupiters zu sehen. Schrupp ist in bester Tradition der Kollegen Galileos: Behauptet Wissenschaftlichkeit, ignoriert Beweise.

    • @Graublau
      „Schrupp ist in bester Tradition der Kollegen Galileos“

      Das ist doch noch viel besser!

      Schrupp sieht das naturwissenschaftliche Zeitalter, die Moderne, welches sie mit der Person Galileos verknüpft, als eigentliches Zeitalter des Glaubens. Eines irrationalen Glaubens an eine Objektivität, der zum falschen Bewusstsein, zur Illusion geführt hätte, „Frauen und Männer objektiv und unparteiisch gleich“ zu behandeln. Das ist die Schlüsselstelle, die klarmacht, was Schrupp mit ihrem verquasten Text ausdrücken will.

      Die einzige echte Wissenschaft seien nämlich die „Gender Studies“, wie sie lang und breit ausbreitet. Für Schrupp hat das wissenschaftliche Zeitalter damit also erst mit den Gender Studies angefangen.

      Beim Lesen würde man reflexhaft denken, Schrupp identifiziere sich (und die Gender Studies) mit Galileo. Das Gegenteil ist aber der Fall, „Galileo“ ist nach Scrupp der erste Gläubige der Naturwissenschaften, die auch nur Diskriminierung von Frauen zur Folge hatten.
      Nur indirekt kann man sich denken, dass Schrupp die Rechtgläubigen auf der Seite der Kirche sieht, denn diese waren es ja, die Galileo und das aufziehende naturwissenschaftliche Patriarchat aufhalten wollten und scheiterten.
      Da Schrupp ja aus der Kirche kommt, ist es besonders naheliegend, dass sie genau diese Sicht ausdrücken wollte. Auch ist klar, dass sie nicht so offen den heute etwas unbeliebten christlichen Fundamentalismus (Islam ist Trumpf) nicht so offen vertreten will und ihre Aussage derartig versteckt.

      Gut möglich sogar, dass Schrupp eine „flat-eartherin“ ist, das scheint in feministischen Kreisen verbreitet zu sein (lol, ja!).

      Aber was sagt sie ja selber: „Was sind schon wissenschaftliche Beweise gegen einen tiefen Glauben?“

      Schrupp bekommt das Kunststück hin, die antiwissenschaftliche Gender-Ideologie mit beiden Armen zu umfassen, als wahre Wissenschaft, und sich trotzdem davon zu distanzieren, als Vestalin des einzig echten Feminismus.

  7. Ich stelle immer wieder fest: hat der Mensch einmal den Schalter umgelegt von rationaler Vernunft auf Glauben (menschlicher Instinkt, evolutionär erworben), dann ist der Weg zurück zur Vernunft fast unmöglich. Als christliche Bloggerin kann sie nicht anders! Feministinnen sind strukturell wie die Zeugen Jehovas. Deswegen läuft eine rationale Ansprache ins Leere.

    • Der Feminismus kommt ohnehin zum besseren Teil aus dem organisierten Christentum. Denen war und ist nichts zu blöd, um mit irrationalen Durchlauferhitzern, den Kirchen gläubige Schäfchen zuzuführen.

      Leute schauen immer gerne auf das ihnen wirklich Fremde, sie abstossende, wie den Islam. Dass man eigene Leichen in der Gruft hat, wie das Christentum diesen wahnwitzigen Feminismus einer Schrupp, das übersieht man gerne, besonders natürlich die lautstarken „Kritiker“ aus der „konservativen“ Ecke.

      Fangen wir doch lieber mal bei uns selbst an 🙂

      Früher haben die evangelischen Kirchen (die waren immer besonders schlimm) die Leute in den ersten Weltkrieg gehetzt, dann haben sie mit Adolf gemeinsame Sache gemacht und heute verkaufen sie uns Gender Studies, Feminismus und Islam!

      • Früher haben die evangelischen Kirchen (die waren immer besonders schlimm) die Leute in den ersten Weltkrieg gehetzt, dann haben sie mit Adolf gemeinsame Sache gemacht und heute verkaufen sie uns Gender Studies, Feminismus und Islam!

        Ohje, die Kirchen und insbesondere die Evangelen waren doch diejenigen, die jahrhundertelang die natürliche (Geschlechter-)Ordnung gepredigt haben. Jetzt belehren sie alle, die da mühsam und beladen des Weges daher kommen, dass Frauen doch ganz genau gleich und sogar noch besser als Männer sind und wer das nicht glaubt, der ist ein Ketzer (Frauenfeind, homophob, islamophob, phibaphabophobophob, Nazi) und wird als solcher behandelt.
        Die hecheln dem Zeitgeist hinterher um irgendwie als „modern“ wahrgenommen zu werden.

        • „Die hecheln dem Zeitgeist hinterher um irgendwie als „modern“ wahrgenommen zu werden.“

          So war das durch die Moderne hindurch immer. Die Geschichte, wie sich die Kirchen verbogen haben und ihre Doktrinen umgeschrieben haben, um anschlussfähig an den *Nationalismus* zu werden (auch Jesus wäre ein stolzer Deutscher gewesen, uä) und mit dem mitzuhetzen, ist besonders aufschlussreich.
          Deswegen haben sie auch ihre ganzen Sonderrechte, die bis heute gelten, bekommen. Wem da nicht der Begriff „Judaslohn“ in den Sinn kommt, der kennt das Christentum nicht ….

          Sie haben zwar gute Prinzipien, aber seltsamerweise werfen Christen die immer über Bord und formulieren die bedingsungslos um, um ihre Fähnchen in den übelsten politischen Wind zu halten.

          • Man muss fairerweise sagen, dass es auch da solche und solche gab:
            https://de.wikipedia.org/wiki/Dietrich_Bonhoeffer
            (sogar ein Protestant)

            Die katholische Kirche mochte den „Sozialisten“ Hitler nicht, ließ sich aber 1933 teilweise durchs Reichskonkordat kaufen:
            http://www.katholisch.de/aktuelles/aktuelle-artikel/kreuz-und-hakenkreuz

            Allerdings, Zitat aus dem Link:
            „Bereits im Herbst 1933 stellten die deutschen Bischöfe fest, dass das NS-Regime das Konkordat fortwährend brach. So unterwarfen die Nationalsozialisten die kirchliche Presse einer immer stärkeren Zensur, die Bekenntnisschulen wurden mehr und mehr bedrängt und es entbrannten Auseinandersetzungen zwischen der katholischen Caritas und der nationalsozialistischen Volkswohlfahrt um die Kinder- und Jugendfürsorge.
            [..]
            1935 kam ein weiterer Konfliktherd hinzu, als das NS-Regime begann, katholische Geistliche und Ordensleute durch inszenierte Gerichtsverfahren bei den Gläubigen in Misskredit zu bringen. Nachdem die Kirche zwei Jahre lang vergeblich versucht hatte, diese Praxis zu unterbinden, entschloss sich Papst Pius XI. (1922-1939), die Nationalsozialisten öffentlich anzuklagen. In seiner deutschsprachigen Enzyklika „Mit brennender Sorge“ kritisierte das Kirchenoberhaupt die Politik Hitlers und griff die Weltanschauung des Nationalsozialismus scharf an.
            [..]
            Nach der Verlesung des Rundschreibens in allen deutschen Gemeinden erreichten die Verfolgungen von Geistlichen einen Höhepunkt. Zahlreiche Pfarrer mussten für ihre Opposition gegen das Regime mit mehrjährigen Haftstrafen und Misshandlungen in Konzentrationslagern bezahlen. Ab 1940 wurden sie in Dachau in einem eigenen „Priesterblock“ interniert; insgesamt waren dort bis 1945 mehr als 3.000 Priester und Ordensleute inhaftiert, rund 1.000 von ihnen kamen ums Leben.“

            „Sie haben zwar gute Prinzipien, aber seltsamerweise werfen Christen die immer über Bord und formulieren die bedingsungslos um, um ihre Fähnchen in den übelsten politischen Wind zu halten.“

            Es ist allzu leicht, zur jetzigen Zeit, den Stab über die Leute damals zu brechen. Das dritte Reich war eine mörderische Diktatur.

            Die Katholiken standen immer etwas quer (tun sie auch heute mehrheitlich, trotz Papst Franziskus, aber sie sind überall in der Defensive), die Orthodoxen (im Ostblock) auch. Die Protestanten sind weniger hierarchisch und daher leichter angreifbar und auch leichter indoktrinierbar. Allerdings sind auch da nicht alle einer Meinung, eine meiner Schwägerinnen ist Tochter eines freikirchlichen Priesters, der sehr unter dem islambejahenden Regenbogenfetisch seiner Konfession leidet.

          • auch Jesus wäre ein stolzer Deutscher gewesen

            Jo, also aaaahm.

            Ja das kenne ich, diesen Topos oder wie immer man das nennen will.
            Auch Jesus war ein Obdachloser. Auch Jesus war Flüchtling. Auch Jesus war ….

            In meiner Jugendzeit wurde ich genötigt, Religionsunterricht zu besuchen. Ich erinnere mich noch, dass wir einmal an einem Sonntag in ein kleines Kino mit dem Pfarrer gingen. Der Film war – heutigen Massstäben folgend – superislamophob und behandelte die nach wie vor de facto bestehende Sklaverei oder sklavenähnliche Zustände in muslimisch geprägten Staaten. Ja so ist das. Damals waren sie bemüht, den Islam als etwas durch und durch Verwerfliches darzustellen, heute beschimpfen sie jeden, der begründete Kritik äussert als islamophoben Fremdenhasser oder Nazi.

          • „Ja das kenne ich, diesen Topos oder wie immer man das nennen will.“

            Yepp, genau der wurde auf dem Weg in den 1.WK geboren. Wie die Kirchen in Europa ihre Lehren abänderten und sich dem Nationalismus mit Haut und Haaren verschrieben ist eine Geschichte, die heute praktisch nicht erzählt wird und die fast niemand kennt.

            „Damals waren sie bemüht, den Islam als etwas durch und durch Verwerfliches darzustellen“

            Ja, diese Religion ist schliesslich der ärgste und akuteste Konkurrent, mal ganz objektiv gesehen. Da kann man natürlich keine Sympathie erwarten. Also muss es eine enorme Bedeutung haben, wenn die Kirchen ihre Haltung zu einer hemmungslos pro-islamischen gemacht hat. Dass diese Leute dabei naiv oder gar von Menschenfreudlichkeit geleitet werden, das ist *ganz* sicher auszuschliessen.

  8. Da mögen Myriaden von Studien mehr oder weniger zu dem Ergebnis kommen, dass es in der typischen Unternehmens- und Organisationskultur starke Verzerrungen in der Wahrnehmung von Frauen und Männern gibt und dass deshalb Männer strukturell bevorzugt werden und Frauen weniger Chancen haben:

    Muddi will versorgt werden. Kann sie aber so nicht sagen, die Empowerte, also wird behauptet, die männlichen materiellen Zuwendungen für Wonderwoman seien eine Kompensation für okkulte Benachteiligung. Darauf läuft es eigentlich immer hinaus.
    Die sogenannten „männlichen Strukturen“ sind in vielen Fällen lediglich Ausdruck einer globalen Konkurrenz für viele Produkte. Das ist für manchen Arbeitnehmer hart. Diese Härte des Erwerbsleben soll doch gemäss schruppscher Anschauung den Männern vorbehalten bleiben, die Früchte der Anstrengungen aber sollen selbstverständlich geteilt werden. Diese Auffassung artikuliert sich in gewohnt verschwurbelt-verschruppter Weise als: „Frauenbeauftragte“ versuchten, der weiblichen Perspektive und den Wünschen von Frauen in traditionell männlich dominierten Institutionen Gehör zu verschaffen.“ Ja nee, ist klar. Die Wirtschaft in Zeiten der Globalisierung ist primär dazu da, Muddis Wünsche zu erfüllen und sie zu versorgen.

    • „Diese Härte des Erwerbsleben soll doch gemäss schruppscher Anschauung den Männern vorbehalten bleiben, die Früchte der Anstrengungen aber sollen selbstverständlich geteilt werden.“

      Richtig und zu der Überzeugung dass das so fair für alle ist, kommt sie weil auch der Überzeugung ist das Frauen in der Gesellschaft umfassend diskriminiert werden und es daher gerecht ist das Frauen sich mit den Früchten männlicher Arbeit den Hals vollstopfen und dafür im Gegenzug nichts anbieten.

  9. Was sind schon wissenschaftliche Beweise gegen einen tiefen Glauben? Nichts. Daran hat sich seit den Zeiten Galileos leider nicht viel geändert.

    Sagt die Katholikin und Feministin.

  10. Die meisten Menschen sind trotzdem der felsenfesten Überzeugung, sie behandelten Frauen und Männer objektiv und unparteiisch gleich.

    Schön wärs! Sobald eine Gendertante einen Artikel schreibt, der unter dem Label „Von Frauen für Frauen und Frauenfrauen und Frauenfrauenfrauenfrauen und Gleichberechtigung“ erscheint, sinken die Qualitätsanforderungen ins Bodenlose.
    Schrupp, Stokowski, Schmollack, um nur wenige zu nennen, dürfen in der „Zeit“, dem „Spiegel“ und der „TAZ“ jeden Flachsinn veröffentlichen, der regelmässig in den Beiträgen der Leser auseinander genommen und teilweise klar widerlegt wird. Und in der nächsten Woche wiederholt sich das Ganze und der gleiche Schrott erscheint wieder, diesmal in grün, und wird wieder von den Lesern auseinander genommen, ohne dass auch nur der geringste Lernprozess bei den Damen erkennbar wird. Und das seit gefühlten Ewigkeiten! Das ist so borniert.
    Die drei, die ich hier exemplarisch genannt habe sind doch Schwätzer. Warum kriegen die eine Plattform? Weil sie erstens weiblich und zweitens Feministen sind. Da ist jede Kritik ein Akt der Aggression. Und dann jammern sie noch über „Benachteiligung“. An die Männer gerichtet, ihre Klagen, an die Männer, die doch so völlig entbehrlich sind und von den Frauen in allen belangen überholt werden. Ich kann diesen Schwachsinn nach gefühlten 80 Jahren einfach nicht mehr hören.

    • „Warum kriegen die eine Plattform? “

      Weil sie damit die angepeilte Zielgruppe emotional ansprechen und damit Aufmerksamkeit erzeugen. Die „Fakten“ sind dabei völlig irrelevant. Im Grunde könnten die auch über rosa Elefanten und fliegende Einhörner schreiben, wenn damit die Emo transportiert würde.

      Das witzige ist, es funktioniert perfekt. Sogar in beide Richtungen. Bei Frauen wird der Minderwertigkeitskomplex bedient (der dann durch den Erwerb der daneben beworbenen Produkte kompensiert wird. Jede wütende Response von Männern ist ebenfalls Aufmerksamkeit und sogar ein verstärkendes Element.

      Ausserdem ist es ein harmloses Thema der Kategorie circenses.

      • @Peter Müller:
        Weil sie damit die angepeilte Zielgruppe emotional ansprechen und damit Aufmerksamkeit erzeugen.

        Das kann ich nicht so ganz glauben. Kennt irgendjemand aus dem realen Leben auch nur eine einzige Frau, der die Namen Schrupp, Stokowski oder Schmollack etwas sagen? Ich nicht.

        Ich glaube langsam, außer MRAs liest kaum irgendeine Sau den Müll – Offensichtlich nicht einmal die Redaktionen in den „Leitmedien“. So etwas zu veröffentlichen ist doch wohl eher eine schöne Tugendfeder, mit der man sich als ganz toll „modern“ markiert. Der Inhalt ist dabei vollkommen unwichtig, es geht um das Bekenntnis.

        • Naja, welche Frau kennt denn im Gegenzug irgendeine Redakteuse von Vogue o.ä. Zeitschriften? Die Schrupp-Arie in ZON z.B. ist ja innerhalb der Serie „10 nach 8“ erschienen, eine explizit auf die weibliche Emo zielende Rubrik. „Finde die Weisheit der Gebärmutter“ und so…Es dient der Leserinnenbindung jenseits trockener politischer Themen und soll ja nicht an konkrete Frauen sondern an die Zeitschrift gebunden sein. „In der ZEIT stand neulich…“

          Aber klar, die Aufmerksamkeit der wütenden Männer wegen provokanter Textergüsse ist natürlich auch ein Benefit für die zuständigen Redakteusen. Ich habe mir erzählen lassen, dass Themen zu Kinder- und Partnererziehung, Haushaltstipps, Kochrezepte und Reiseberichte für die Leserinnenschar deutlich attraktiverer Lesestoff sind denn feministische Themen. Von daher könnte ZON wohl auch auf „10 nach 8“ verzichten und stattdessen Thermomix-Rezepte publizieren 🙂

        • Ich glaube langsam, außer MRAs liest kaum irgendeine Sau den Müll – Offensichtlich nicht einmal die Redaktionen in den „Leitmedien“.

          Wenn das tatsächlich so sein sollte – und die Leserbeiträge deuten in diese Richtung – dann wäre es vielleicht mal an der Zeit, nicht mehr auf jeden feministischen Schwachsinn zu reagieren.

  11. „Galileo, Galileo, Galileo, Galileo, Galileo, Figaro – magnifico“

    Queen, Bohemian Rhapsody

    Das ist eines der schwächeren Stücke der Platte, deren Auftakt ist das hier:

    Könnte und sollte eigentlich eine MRA-Hymne sein ….. 🙂

  12. Es gibt kein Patriarchat, aber es ist dennoch wirksam:

    „Wenn wir schon keine Pflichten haben, wollen wir wenigstens Rechte! (Herr Lindner kämpft für das Patriarchat).“

    „Es gibt kein Patriarchat.“

    „Selbst wenn es so wäre, könnte man aber trotzdem dafür kämpfen.“

    Das Patriarchat ist hier ganz offenbar „die Welt“, die nach radikalchristlicher Vorstellung immer die „des Teufels“ war.

    Nur den Eingangsspruch vestehe ich überhaupt nicht. Ist das der neueste Trick des Patrarchats den Frauen alle Pflichten zu entziehen, etwa deswegen, um sie dann entrechten zu können?

    • Aber Männer können vor dem Gesetz nicht gleich sein, weil sie nicht schwanger werden können!

      Das ist so retro — kommt man da im Mittelalter schon raus, in der Antike oder gehts gleich zurück in die Steinzeit? 😀

  13. Off topic:

    Bald ist Wahl. Wie sehen eure Prognosen aus?

    Leider werden die Grünen die 5%-Hürde locker schaffen. Ich sage:

    Grün: 9 %
    AfD: 11%
    die Linke: 12%
    FDP: 9%
    SPD: 22%
    CDU/CSU: 34%
    Übrige: 3%

      • Wird spannend. Es ist durchaus möglich, dass die AfD wesentlich besser abschneidet als prognostiziert, weil ein Bekenntnis zur AfD bei Umfragen oft nicht gemacht wird (d.h. es wird gelogen). Allerdings glaube ich, dass die 18% der SPD und die 15.5% der AfD dort eher Wunschdenken sind.

        Unsere Wahlprognose basiert anders als die Wahlprognosen, die man bei ARD oder ZDF kurz nach 18:00 Uhr gestern bewundern konnte, nicht auf so genannten “Exit-Poll-Befragungen”, bei denen in der Regel 5.000 Wähler in ausgewählten Wahlkreisen befragt wurden, was sie gerade gewählt haben, sondern auf 1274 Stimmen, die die Leser von ScienceFiles bis Mitternacht des Freitags vor der Wahl abgeben konnten.

        Und:

        Unsere Wahlprognose basiert im Gegensatz zum ARD Wahltrend auf keinerlei behaupteter Repräsentativität und entsprechend umfangreichen Datenmanipulationen (Gewichtung), sondern auf einem eigens gebauten Entscheidungsmodell, unserem ScienceFiles-Fuzzy-Wahlprognostik-Tool.

        Ist das Satire oder im Ernst gemeint? Ich kann nicht glauben, dass die Leser und Teilnehmer bei science files ein Ergebnis liefern, das ohne nachträgliche „Korrekturen“ brauchbar ist.

  14. Gehört glaube ich zum Grundkurs Feminismus: Behaupten es gibt Studien, die die eigene Position belegen und diese dann auf Anfrage partout nicht nennen.

  15. Am Vorwurf der Unwissenschaftlichkeit gegenüber den Gender-Studies wird deutlich, wie stark auch in unserer Kultur, die doch so stolz auf ihren Rationalismus ist, die Widerstände dagegen sind, sich von wissenschaftlicher Forschung von Vorurteilen abbringen zu lassen. Da mögen Myriaden von Studien mehr oder weniger zu dem Ergebnis kommen, dass es in der typischen Unternehmens- und Organisationskultur starke Verzerrungen in der Wahrnehmung von Frauen und Männern gibt und dass deshalb Männer strukturell bevorzugt werden und Frauen weniger Chancen haben: Die meisten Menschen sind trotzdem der felsenfesten Überzeugung, sie behandelten Frauen und Männer objektiv und unparteiisch gleich. Was sind schon wissenschaftliche Beweise gegen einen tiefen Glauben? Nichts. Daran hat sich seit den Zeiten Galileos leider nicht viel geändert.

    Das kann sie doch nicht ernsthaft glauben.

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