Merkels Strategie?

Natürlich ist es immer gefährlich, eine Strategie zu unterstellen, wenn auch ganz andere Motive bestehen können. Aber ich möchte einfach mal folgendes in den Raum werfen.

Die Flüchtlingskrise wird von Merkel – ganz christlich – als menschliches Anliegen gesehen, bei dem sie helfen muss. Gleichzeitig könnte sich hier aber auch eine Strategie für sie bieten:

Merkels Strategie könnte schlicht die Absicherung nach links sein.

Kohl als Vorgänger von Merkel wurde abgelöst als mit Schröder und Fischer zwei Politiker auftraten, die die SPD bzw die Grünen mehr zur Mitte rückten.

Merkel bietet der SPD quasi keine Angriffsfläche mit den klassischen Themen. Der Ehe für alle hat sie bereits vor der Wahl zugestimmt. In der Flüchtlingskrise werden viele in der CDU eigentlich einen schärferen Kurs wollen, sie hält aber nach wie vor einen eher linken Kurs der großzügigen Einreise.

Das Thema dürfte eines der ganz zentralen Themen dieser Wahl sein. Aber auf der linken Seite kann man Merkel damit nicht angreifen. Dazu müsste man fast schon über die CDU hinaus in die Mitte rücken. Das bekommen die SPD, die Linke und die Grünen aber nicht hin, im Gegenteil sie sind eher noch unterstützender.

Alle anderen Themen sind vergleichsweise wischi-waschi. Ein klares Profil, eine Abgrenzung zwischen SPD und CDU ist kaum möglich. Die die „mehr Sicherheit“ wollen müssen dennoch eher CDU und FDP wählen, wenn ihnen die AFD zu rechts ist (was bei vielen der Fall sein wird). Ähnlich wie nach dem Ruck zur Mitte die Linke gestärkt wurde musste die CDU vielleicht auch mit einem erstarken der AFD rechnen, aber man kann gut begründen, dass das ein kleineres Risiko ist als eine SPD, die sich stärker profilieren kann.

Eine Krise auf einem Gebiet, auf dem die Gegenseite Probleme hat, sich zu etablieren, weil die Mittel dazu nicht zu dem passen, was ihre Wähler üblicherweise vertreten, kann durchaus günstig sein. Und gerade in Krisen wählt man auch eher die Beständigkeit statt eines neuen vergleichsweise unbekannten Kandidaten.

Ein Schröder könnte das vielleicht verwerten, weil er es mit genug Charme verbinden könnte um es für die eigenen Genossen abzumildern. Ein Schulz kann es glaube ich nicht.

92 Gedanken zu “Merkels Strategie?

  1. Ich bin der Auffassung, wenn die CDU an der Regierung sitzt, die Politik linker ist als wenn die SPD oder die Grünen alleine an der Macht wären. Deshalb ist es für linke Politik eher besser, wenn die CDU die Wahlen gewinnen wird. 🙂

      • @ Henrik

        Zwischen 2015 bis Mitte 2016 habe ich mich genauer in der CDU umgesehen , zahlreiche Veranstaltungen besucht und festgestellt: die Basis der Union ist alles andere als Links.

        Es gab ja lustigerweise dieses Jahr den basisdemokratischen! Beschluss! in der Union, Nein zur doppelten Staatsbürgerschaft. Und Merkel ganz nonchalant direkt danach in die Kameras: äh, nö, das wirds mit mir nicht geben.

        Seither verzweifle ich an der Frage, wie sich Basis und Spitze so weit voneinander entfernen können.

        Vllt sitzt sie schlicht und ergreifend deshalb so fest im Sattel, weil sie Wahlen gewinnt.

          • „Merkel zählt, denn sie sagt wo es lang geht. Somit ist die CDU eine linke Partei.“

            Dass nur ein erlauchter Kreis bestimmt und heute das, morgen das Gegenteil dazu deklamiert, ist das Kennzeichen von sehr *rechten* (oder sehr linken) Parteien.

      • @Henrik
        Das die CDU unter Merkel eine linke Partei geworden wäre, hört und liest man ständig. Aber was bitte, ist an Merkels Politik links, und generell, was ist ihrem Verständnis nach überhaupt eine linke Politik (und passend dazu, eine rechte Politik)? Diese Frage wird ohne Wertung und Vorwurf gestellt.

          • Oh, ich glaube, dann bin ich doch rechts. Wenn das meine alten Häuserkampfgenossen erfahren;).
            Nein, im Ernst, kann jemand, der freien Waren- und Kapitalverkehr fordert, letztlich gegen offene Grenzen für Menschen sein? Oder ist das für Sie keine originär rechte Position? In einem Europa der 28 (bald vielleicht nur noch der 27) wird das doch mehr oder weniger schon praktiziert. Schauen sie sich doch die ganzen jungen Wirtschaftsflüchtlinge an, beispielsweise in Berlin, die aus Spanien, Italien, Großbritannien, Irland oder Polen kommen. Die haben doch auf den heimischen Arbeitsmärkten keine Chance auf einen Arbeitsplatz. Sollte man als „rechter“ Politiker nicht klar sagen, liebe Regierung des Staates XY, sorge bitte dafür, dass deine Staatsbürger verdammt noch mal bei dir in deinem Staat ausreichend Möglichkeiten erhalten, um sich selbständig zu versorgen? Oder ist es rechts zu sagen, ich scheiß drauf, Hauptsache ich und meine Kumpels können sich die Taschen füllen?

            Atomausstieg? Weshalb ist es links, wenn die Nutzung einer Technologie, die mit tatsächlich nicht zu leugnenden existierenden Gefahren verbunden ist und für deren Abfallstoffe zum Beispiel es bis jetzt keine sichere Lagerungsmöglichkeit gibt, beendet wird?

            Ehe für alle? Gut, wenn ich der Ansicht bin, dass eben nicht alle menschlichen Geschöpfe vor Gott gleich sind und sie deswegen eben nicht die gleichen bürgerlichen Rechte bei uns haben sollen/dürfen, wie heterosexuelle Paare (egal ob sie gemeinsam Kinder zur Welt bringen oder nicht), dann ist das vielleicht links. Anders ausgedrückt, wenn Eltern, die gemeinsam Kinder zur Welt bringen und erziehen, einen besonderen Status erhalten sollen, den man meinetwegen Ehe nennt, stimme ich zu. Ich als Linker sage zur Ehe, was soll der scheiß? Wenn ich einem Partner dauerhaft treu bleibe, mit ihm durch dick und dünn gehe, brauche ich nicht das Konstrukt der Ehe.

            Die Aussage, der Islam gehört zu Deutschland, habe ich noch immer nicht verstanden. Wenn, dann kann man sagen, dass der Islam als Religion mittlerweile ein Teil der Gesellschaft in Deutschland ist, weil es eben eine ganze Reihe muslimischer Mitbürger gibt. Als Linker sage ich dazu, Religion ist Opium für das Volk, ich scheiße darauf. Wobei es ja so ist, dass der Mensch schon immer ein geistiges Konstrukt gesucht hat und immer noch sucht, das ihm eine Orientierung in seinem irdischen Dasein gibt. Dabei ist es egal, ob das ein monotheistischer (das Leben bejahender oder negierender/satanistischer) oder polytheistischer, nihilistischer (G.G. Alin) oder okkultistischer Glaube ist, oder wie auch immer man das nennen mag.

            Mal anders Pferd andersherum aufgezäumt. Welche Positionen sind dann für Sie rechts, in einem bejahenden Sinn?

            Fr. Merkel ist nicht links. Die CDU auch nicht. Fr. Merkel ist eine radikale Opportunistin, die in die Macht verliebt ist. Ein wirkliches Konzept oder eine eigene Idee kann ich bei ihr wahrlich nicht erkennen.

          • Freier Waren- und Kapitalverkehr ist keine orginäre rechte Position. Diese Ideen sind viel eher im Liberalismus verankert. Was die Migranten (es sind nämlich keine Flüchtlinge) aus den EU-Ländern angeht. Wir haben Verträge unterzeichnet und an diese müssen wir uns halten. Ob die EU für die Zukunft eine gute Sache ist, habe ich für mich noch nicht entschieden.

            Atomenergie ist gemessen an gefährliche Stoffe pro Kwh die sauberste Form der Energiegewinnung. Das hat man aber in der allgemeinen Atomhysterie unter den Tisch fallen lassen. Auch Kohlekraftwerke erzeugen krebsererregende Partikel und nicht wenige davon. Solaranlagen erhalten viele Giftstoffe, die, wenn sie in die Umwelt gelangen, es in Sachen Gefährlichkeit mit Plutonium und Co aufnehmen können. Links ist es deshalb, weil sowohl die Grünen als auch die Linke sich diese Sache auf die Fahnen geschrieben haben (und zwar im Fall der Grünen über Jahrzehnte)

            “ Ich als Linker sage zur Ehe, was soll der scheiß? Wenn ich einem Partner dauerhaft treu bleibe, mit ihm durch dick und dünn gehe, brauche ich nicht das Konstrukt der Ehe.“
            Das ist dann ja Ehe. Nur eben keine staatliche sanktionierte. Wir können gerne darüber reden, ob sich der Staat dort überhaupt einmischen sollte. Begrifflich ist die Ehe aber ein Bund zwischen Mann und Frau. Dies ist die konservative Position, die die CDU unter Merkel aufgegeben hat. Ein weiteres Indiz für den Linkskurs.

            „Wobei es ja so ist, dass der Mensch schon immer ein geistiges Konstrukt gesucht hat und immer noch sucht, das ihm eine Orientierung in seinem irdischen Dasein gibt. “
            Warum schreiben Sie eigentlich hier von „irdischen Dasein“. Wollen Sie damit implizieren, dass es auch ein andere Form des Daseins gibt oder war das schlicht Unachtsamkeit?

            „Mal anders Pferd andersherum aufgezäumt. Welche Positionen sind dann für Sie rechts, in einem bejahenden Sinn?“
            Nun alle aufzählen dürfte mir nicht möglich sein, aber ich kann sicher einige Grundregeln darlegen.
            Grundsätzlich ist das rechts, was Grenzen zieht. Also sowohl die Grenzen zwischen Staaten als auch die Grenzen zwischen Konzepten. Zum Beispiel die Abgrenzung zwischen Ehe und Lebenspartnerschaft. Hier ziehen ja Linke gerade keine.

            Rechts sind definitiv: Nationalismus (linker Nationalismus ist eigentlich nur eine besondere Spielart des Populismus), Ablehnung von Sozialleistungen oder Beschränkungen dieser, Patriotismus, Betonung der Hierarchie (Zum Beispiel besonderer Fokus auf formale Abschlüsse, während links orientierte darauf seltener Abstellen), Fokus auf Recht und Ordnung (Die Bereitschaft Sachen durchgehen zu lassen ist geringer als bei links eingestellten Personen), Fokus auf traditionelle Familie (vielleicht auch nur eine Unterform von „Ordnung“)

            „Fr. Merkel ist nicht links. “
            Das Gegenteil habe ich oben und in den Kommentaren davor belegt.

          • Hi, nette Diskussion. Bei so vielen Dingen in der Politik kann man gar nicht so recht sagen, ob diese links oder rechts sind, ausser man will alles unbedingt einsortieren. Atomaustieg, Ehe für Alle, sogar Fragen der Staatsbürgerschaft oder Grenzen — all das ist kein besonders guter Gradmesser für politische Grundsatzpositionen.

            Den einzigen wirklich relevanten Hinweis sehe ich beim Verhältnis zum Islam. Hier kann mE kein Zweifel bestehen, dass Islam selbst extrem rechts ist und jede Sympathie dafür kann auch nur rechts sein.
            Da die Partei, die dem Islam ernsthaft aufs gesellschaftliche Pakett gehoben hat die CDU ist, mit dem Spruch Schäubles und dann vom Präsi Wulf, ist diese damit als *sehr* rechts anzusehen. Gefolgt von der SPD und den Grünen. Das „Hufeisen“, bzw die Geschichte der 60er/70er erklärt, warum die radikal Linken den Islam mögen, Teile von SPD, Grünen und natürlich die SED-Nachfolgepartei.

          • „Hier kann mE kein Zweifel bestehen, dass Islam selbst extrem rechts ist und jede Sympathie dafür kann auch nur rechts sein.“
            Das ist Blödsinn. Der Islam ist zwar durchaus autoritär, doch dies ist kein Maßstab für rechts oder links. Tatsächlich erinnert der Islam in vielen Sachen viel eher an Sozialismus und ist damit politisch eher links einzuordnen. Linksautoritär im Sinne so mancher kommunistischen Diktatoren.

          • @Henrik
            „Tatsächlich erinnert der Islam in vielen Sachen viel eher an Sozialismus ….“

            Damit ein Totalitarismus überhaupt funktioniert, muss er notgedrungen „sozialistisch“ sein. Also taugt das nicht zur Unterscheidung von rechts und links, kann beides sein.

            Was Islam rechts macht, ist der Ausschluss der „anderen“, die als Menschen zweiter Klasse anzusehen sind, wie im Rassismus zB. Der Islam kennt auch keine linken Selbstverständlichkeiten wie Rationalismus.

          • “ Der Islam kennt auch keine linken Selbstverständlichkeiten wie Rationalismus.“
            Rationalismus ist keine linke Selbstverständigkeit. Weder Kommunismus noch Feminismus sind in irgendeiner Weise rational. Noch ist eine Politik der offenen Grenzen rational. Ferner ist Sozialismus als Vorstufe des Kommunismus zwangsläufig links.

        • Der orthodoxe Scharia-Islam und der islamistische Scharia-Islam wären beide gemäß gängiger Kriterien der Rechtsextremismusforschung als rechtsradikale bzw. rechtsextreme Ideologien zu klassifizieren.
          Dass dies meist nicht geschieht, ist der Political Correctness geschuldet.

          Als rechtsradikal/rechtsextrem werden politische Ideologien klassifiziert bei denen sich antidemokratische/autoritäre/totalitäre Ideologie-Aspekte mit Ideologien, die eine Ungleichwertigkeit von Menschengruppen postulieren, verbinden.

          Selbstverständlich ist es wichtig in dieser Hinsicht klar zwischen den Kategorien Islam und Muslimen zu differenzieren, denn konkrete Muslime können den Islam subjektiv auch anders interpretieren und es gibt des Weiteren auch den liberalen Reform-Islam als Minderheitenströmung.
          Diesbezüglich ist jeder Mensch als Individuum zu beurteilen.

  2. „Merkels Strategie könnte schlicht die Absicherung nach links sein.“

    Das glaube ich nicht (mehr), Christian.

    Die Energiewende hat sie derart abrupt übers Knie gebrochen, von heute auf morgen die AKWs runtergefahren und stattdessen die Kohlekraftwerke angeheizt und Strom importiert, bspw. aus uralten Ölkraftwerken aus Österreich.

    Der emotionale Auslöser für das mitunter vollkommen überhastetes, irrationales Vorgehen: Fukushima.

    Trotzdem haben alle gemutmaßt, die Kanzlerin habe taktiert, wolle starken Grünen die Grundlage entziehen.

    Jetzt dasselbe Schema: ein emotionales Krisenereignis. Diesmal: Krieg und Fluchtmigration. Wieder ein völlig überhasteter Alleingang. Wieder der Versuch, das moralisch Richtige zu tun, koste es was es wolle.

    Nein, ich glaube nicht mehr dass sie taktiert. Ich bin mittlerweile überzeugt, dass eine etwas gefühlige Oma im Kanzleramt sitzt, die das Evangelium und ihre emotionale Tagesform zur Grundlage ihrer Politik macht.

  3. Unter Merkel ist die CDU zu einer linken Partei geworden. Kurzfristig hat sie das auf ihren Machterhalt positiv ausgewirkt. Doch der Preis, denn sie zahlt ist, dass die rechte Flanke der Union völlig zusammengebrochen ist. Die AfD prescht mit großer Wucht in diese Bresche und kann sich ohne Gegenwehr hier etablieren. Das bedeutet, dass es keine Möglichkeit für die CDU mehr gibt alleine zu regieren, sie wird immer auf einen Koalitionspartner wahlweise von links oder von rechts angewiesen sein.

    Fakt ist, Konservative und Rechte haben nur noch eine Heimat: Die AfD (vielleicht noch die NPD, aber die ist im Moment irrelevant). Möglicherweise kann die AfD langfristig die CDU überflügeln und zum Juniorpartner machen. Die SPD hat man ja fast.

    • „Fakt ist, Konservative und Rechte haben nur noch eine Heimat: Die AfD (vielleicht noch die NPD, aber die ist im Moment irrelevant). “

      Das verallgemeinert zu sehr, und zwar von dir auf andere Konservative. Da gibt es viele, die ihren Kurs stützen, bspw. aus christlichen Ansichten heraus.

      Habe erst gestern in einem Gespräch mit einem Bekannten milde entsetzt feststellen müssen, dass es auch auf Seiten konservativer Christen Leute gibt, die Grenzen abgeschafft sehen wollen. Weil: Gott hat die Welt ohne Grenzen geschaffen.

      🤔😂

      Ich fänds halt ganz nett, wenn sich Politik am Ist-Zustand unserer Weltordnung orientierte und nicht an schönen Sollensanordnungen.

      Dir sage ich, @Henrik, es gibt Konservative die das anders sehen. Ganz abgesehen von einer größeren Gruppe von Wählern, die IMMER schwarz wählen, einfach wegen dem C im Namen, ganz egal wie unglücklich sie mit der tatsächlich gemachten Politik sind.

      • „Habe erst gestern in einem Gespräch mit einem Bekannten milde entsetzt feststellen müssen, dass es auch auf Seiten konservativer Christen Leute gibt, die Grenzen abgeschafft sehen wollen.“
        Einspruch! Diese Leuten sind vielleicht Christen, konservativ sind sie aber mit Sicherheit nicht. Grenzen um Dinge ziehen ist ein zentrales Element konservativen Denken. Hier liegt der Hauptunterschied zu mehr liberal eingestellten Menschen (liberal hier in de ursprünglichen Bedeutung, nicht im modernen Sinne).
        “ Ganz abgesehen von einer größeren Gruppe von Wählern, die IMMER schwarz wählen, einfach wegen dem C im Namen, ganz egal wie unglücklich sie mit der tatsächlich gemachten Politik sind.“
        Diese Leute gibt es sicher, aber sie definieren sich dann nicht durch ihre politische Einstellung. Ich bezog mich natürlich in meiner ursprünglichen Aussage auf Leute, die nach ihrer politischen Einstellung wählen und nicht nach Gewohnheit.

    • Glaube ich nicht. Die AfD wird ihr Schmuddel-Image so schnell nicht los. Das ist wie bei den Linken, da haben sich SPD und Grüne auch immer gesträubt, mit denen zu koalieren.

      Wenn Merkel mal abtritt, werden die Karten wohl neu gemischt. Und momentan ist eine Koalition CDU-AfD keine Option.

      • Das Schmuddel-Image fällt gerade wie ein Kartenhaus in sich zusammen. Die Presse hat jede Glaubwürdigkeit verloren. Die AfD ist die erfolgreichste Neugründung der Bundesgeschichte.

    • Ich denke Merkel ist für die CDU das, was Schröder für die SPD war: der Anfang vom Ende. Ein SPDler der zutiefst wirtschaftsliberale Politik macht und eine CDU-Kanzlerin, die sich in volksfeindlicher Pose gefällt. Das ist irgendwie wie Karneval.

      Diejenigen, die die Kernthemen der Partei oben halten (Sozialpolitik/SPD und nationaler Konservatismus/CDU) springen ab und wechseln die Partei. Das führt innerhalb der Partei zu einer tödlichen Übergewichtung der vollkommen überzeugungslosen Opportunisten, die fürderhin in ihrer Haltlosigkeit das Schiff von Klippe zu Klippe steuern und irgendwann gänzlich versenken…

  4. Merkwürdige Strategie. Was hat die CDU davon? Ein Kernpunkt der CDU war es immer, keine Partei rechts von ihr zu dulden. Die AfD hat mühelos die Lücke gefüllt, die Merkel in das rechte politische Vakuum gerissen hat.

  5. Natürlich ist es Merkels Strategie immer da zu stehen, wo sie den gesellschaftlichen Konsens oder jedenfalls den Ausgleich der verschiedenen Kräfte in der Gesellschaft verortet. Dagegen ist leider auch kein Kraut gewachsen. Der Preis dürfte aber die Radikalisierung der Bürger sein.

        • @Christian
          Wobei ich natürlich sagen muss, dass dies schon deutschlandspezifisch ist. In Deutschland besteht aufgrund der Geschichte eine viel grössere Angst, dass man in die Nazi-Ecke gestellt wird, also zum Beispiel im Vergleich mit der Schweiz. Weil die schweizerische SVP ist vermutlich um eingies rechter als die AfD und hat knapp 30%.

      • Die Radikalisierung passiert nach links wie nach rechts. Es geht bei der Demokratie um die Möglichkeit in geordneter Form Veränderung wählen zu können. Das ist wesentlich wichtiger als die Richtung der Veränderung an sich. Merkel versucht gewissermaßen das zuzustellen und so auszuhebeln. Aber der Wunsch nach Veränderung geht davon nicht weg. Ihm bleibt dann aber nur die Möglichkeit sich auf Positionen zu richten, die Merkel zu radikal sind. Überall sonst ist Merkel gewissermaßen schon da.

        • „Es geht bei der Demokratie um die Möglichkeit in geordneter Form Veränderung wählen zu können.“

          Genauso ist es.

          Das Problem ist aber m.E. nicht Merkel allein, sondern die Tatsache, dass eine Art Paradigmenwechsel stattfindet, der Globalismus und mit ihm der universelle Humanismus („alle Menschen sind gleich“) in dem Moment vor dem Aus stehen, indem sie sich gegen die bestehende nationalstaatliche Ordnung zunehmend durchzusetzen beginnen.

          Der Grund ist, dass beide schon logisch gar nicht konsequent umsetzbar sind, aber gewaltige Verwerfungen erzeugen, wenn man es doch versucht. An diesem Punkt sind wir gerade. Die Anhänger der globalistisch-humanistischen Sichtweise sehen sich kurz vor dem endgültigen Sieg (EU! Rettung aller Elenden! Stopp der Umweltzerstörung! Gleichstellung der Frau! Abschaffung aller Ungleichheiten!) abrupt von den Anhängern der nationalstaatlichen Ordnung ausgebremst und kapieren nicht, wieso. Sie sind nicht in der Lage zu erkennen, dass sie sich mit der Schleifung des Nationalstaates auch ihrer eigenen Ideologie berauben würden, weil damit all der zu verteilende Wohlstand ebenso weg wäre, wie die Möglichkeit der demokratischen Mitbestimmung. Einen Vorgeschmack darauf haben viele 2015 bekommen können…

          • „Das Problem ist aber m.E. … dass eine Art Paradigmenwechsel stattfindet, der Globalismus und mit ihm der universelle Humanismus („alle Menschen sind gleich“) …“

            Ganz im Gegenteil. Was sich da als „universeller Humanismus“ in Szene setzt, ist alles andere als universell, sondern ein grosser Angriff auf eben jenen Universalismus. Klar daran zu erkennen, dass dieser „Humanismus“ irrational ist und eine partikularistische sexistische und rassistische Weltanschauung („alternative, regressive oder postmoderne, globale Linke“) hat.

            Auch das ganze Gefasel mit dem „Paradigmenwechsel“ (Kuhn) ist postmodern, irrational und damit anti-universell.

        • Das ist die Strategie der extremen Mitte. Die Alternativlosigkeit besteht darin Alles außer der Mitte zu eliminieren. Dabei ist nur schiefgegangen, dass die Wähler zur rechten Alternative tendieren, weil die Extremisten der Mitte auf dem rechten Auge blind sind und keine Angst vor den Rechten haben (noch nicht).

      • Bei Trump dachte man auch, er könne NIE Präsident werden. Selbst ich dachte, der Brexit würde aus Angst nie stattfinden. Ich habe mich getäuscht (und bin froh darüber).

        Ich glaube auch nicht, dass es bei dieser Wahl in D einen Wechsel geben wird, aber das Ausmaß der Gleichschaltung und Realitätsverleugnung hat mittlerweile ein dermaßen unerträgliches Niveau erreicht, dass es nicht mehr hingenommen wird. Niemand, absolut niemand redet mehr mit anderen, die nicht gerade enge Freunde sind, über Politik. Jeder hat Angst, für die „falsche“ Meinung gekreuzigt zu werden. Nichtmal in der DDR war das Klima so mies.

        Und die AfD ist an dieser Stelle das, was Trump in den USA war: der letzte Brückenkopf der Verteidigung. Jeder, der nur Fünkchen Erfahrung und Verstand hat, hat eigentlich gar keine andere Wahl, als die zu wählen (und sei das Bauchgrimmen auch noch so heftig dabei).

          • Ich war 13. In den 80igern erzählte man sich mehr oder weniger offen Witze über die Parteigranden (das mag davor anders gewesen sein, aber das erodierte damals vermutlich rapide) und alle meckerten über die Zustände. Die Stasi kam vermutlich nicht mehr nach mit bestrafen (ganz ähnlich jetzt die Stasi-Kahane bei Facebook) oder war ähnlich frustriert. Der Umbruch-Willen war vor 89 deutlich zu spüren, zumindest für manche, ich habe mich irgendwann kurz vorher, 87 oder 88 mal zu der Vorhersage hinreißen lassen, dass irgendwas passieren wird, weil alle nur noch am schimpfen waren. Und genauso war es.

            Ich habe auch selbst noch Zurechtweisungen erlebt. Da wir Oppositionelle waren, war ich nicht in den Pionieren und machte mich damals immer lautstark lustig über diejenigen, die nachmittags ihre Pionier-Pflichtveranstaltungen hatten, wenn ich bereits nach Hause durfte. Das ging ziemlich lange gut, bis das wohl irgendwann mal ein Kind den falschen Eltern vorgejammert hat, dann durfte ich in ein persönliches Gespräch mit unserer Lehrerin. Das hat auch gereicht, um mich einzuschüchtern, aber mehr war damals nicht die Folge.

          • Wie alt warst du, und wie lange hast du in der DDR gelebt .. dein „OMG“ lässt ja daruf schließen das du dich so richtig gut auskennst.

            Ich bin Jahrgang 65, und 89 hab ich in Dresden an der TU studiert .. und ja, sooooooo komplett falsch liegt Androsch da nicht, glaub mir.

          • Wieso sollte ich?

            Ich hab nie wat mit der DDR zu tun gehabt, und obwohl wir auch viel Schlechtes von Euch übernommen haben, halte ich uns für noch weit entfernt von einer Diktatur. Mit kleinen Abstrichen nur.
            Die offizielle Version von 9/11 und der man-made-climate-change-swindel scheinen medial kaum ungestraft angezweifelt werden zu dürfen, z.B. – im Privaten kann ich aber dagegen steuern und meinen Kindern usw. eine etwas differenziertere Sichtweise auf diese Epochenbestimmenden Themen mitgeben ohne deshalb Angst vor Staatsbediensteten haben zu müssen. Ich glaub auch nichtmal, dass sie da in Schule Schwierigkeiten bekommen werden, aber das werden wir ja noch sehen.

            Ach so: ät Androsch
            Thema Brexit… m.A.n. wird da schlussendlich Nichts Handfestes draus werden, einfach weil: (ich glaube) immer wenn man die Bevölkerung irgendeines Landes zu irgendetwas mit „EU“ im Titel befragt hat, signalisierte der Volksentscheid Ablehnung (der EU^^). Und am Ende wars dann aber immer wurscht, entweder hat man solange „nachgefragt“ bis das Ergebnis passte, oder man hat was auch immer man vorhatte einfach trotzdem umgesetzt. Das Schockierende am Brexit für mich war, dass nun plötzlich die Politiker (die das Alles noch viel Besser wissen müssten als icke) allsamt so taten, als sei man an diese spezielle Abstimmung irgendwie gebunden. Humbug. Gerad, weil bis heute niemand zu sagen wüsste, was genau die Bürger sich denn nun in der Konsequenz vorgestellt hatten.

          • Und bezüglich Trump steht noch immer meine Prophezeihung, dass er das Ende seiner Amtszeit nicht erleben wird. Ob durch impeachment oder (vermeintlichen) Suizid ist zwar im Prinzip durchaus offen, ich aber tippe auf Letzteres.

          • @Semikolon
            anders formuliert, das hast selbst nur sehr ungefähre Vorstellungen und keine eigenen Erfahrungen, das hindert dich aber nicht dran einem „Augenzeugen“ zu unterstellen er habe gar keine (oder völlig falsche) Kenntnisse.

            Note: es ging nicht um „In der DDR war alles besser“ oder „wir haben hier ne Diktatur die ist schlimmer als in der DDR“ oder sonstige undifferenzierte Totschlagargumente, es ging einzig um das Klima der möglichen Meinungsäußerungen, d.h. um die Bandbreite akzeptabler Meinung/Argumente die öffentlich unsanktioniert vorgebracht werden können. Und die ist in der Tat sehr sehr schmal geworden, zu viel in diesem Land ist mittlerweile „alternativlos“.

          • Trump wird als der mit Abstand unbeliebteste (nicht von der Mehrheit der Wahlberechtigten gewählte) US-Präsident in die Geschichte eingehen, soviel steht immerhin schon fest.

          • Die Scheiß-afD lässt (wie ich es als Nicht-Zuschauer wahrnehme) seit Jahren in gottverflucht jeder verdammten Polit-Talkshow in den öffentlich-rechtlichen ihren Senf ab und setzt so die Agenda.
            Das wolltest Du kritisieren? Ok…

          • „… soviel steht immerhin schon fest.“

            Nein, tut es nicht. Die Demokraten sind mit ihrem SJW, überdrehtem Feminismus, Antifa, Bilderstürmerei und BLM Unsinn die beste Werbung für Trump.

            Ohne Obama und Klinton kein Trump, so einfach ist das.

            Mehrheit der Wähler? Was habt ihr Trumpgegner davon? Gewählt ist gewählt … 🙂

          • Im übertragenen Sinne kotze ich im Strahl deswegen.
            Noch mehr Geld für die Nazis, die ja eh schon gekauft wurden, siehe:
            https://www.lobbycontrol.de/tag/afd/

            „AfD-Wähler seien Pessimisten, schreiben die Autoren der IW-Studie. 82 Prozent der AfD-Anhänger sorgen sich um das Thema Zuwanderung. In der Gesamtheit der Befragten sind es nur 32 Prozent.“
            http://www.zeit.de/politik/deutschland/2017-03/iw-studie-afd-waehler-gehalt-bundesdurchschnitt

            Wenn mir als Linksliberaler die Merkel zu weit rechts positioniert ist, während Andere sie als zu links betitulieren, hält sie wahrscheinlich tatsächlich die Position der Mitte. Dass sie unsere Kanzlerin bleibt, damit kann ich leben. Als Kind fand ich es absolut schrecklich wie vier Jahre lang immer Alle in meiner Umgebung über Kohl und seine Politik schimpften um dann kurz vor der Wahl zu sagen „ich mach mein Kreuz bei der CDU, weil: uns geht’s doch gut…“, aber wahrscheinlich gehört das schlicht irgendwie zum Proporz hierzulande. (Mein Mann und ich wählen selbstredend Anderes… ob meine Eltern erstmals seit Ewigkeiten wieder wählen werden? Who knows? Ich werde jedenfalls wie immer die Werbetrommel rühren…)

          • @Semikolon:

            „Trump wird als der mit Abstand unbeliebteste (nicht von der Mehrheit der Wahlberechtigten gewählte) US-Präsident in die Geschichte eingehen, soviel steht immerhin schon fest.“

            Äh, na ja:
            http://www.huffingtonpost.de/2017/02/07/umfragen-trump-beliebtheit_n_14635572.html
            „Der Umfragen-Krieg: Keiner weiß, wie beliebt Donald Trump wirklich ist – das steckt dahinter“

            Und nur weil die Medienlügner im Mainstream kein gutes Haar an ihm lassen, ist seine Bilanz nicht wirklich schlecht. Er hat z.B. die Unterstützung für die syrischen Terroristen abgeschafft:
            http://www.sueddeutsche.de/politik/krieg-in-syrien-trump-stoppt-cia-waffenlieferungen-an-rebellen-in-syrien-1.3595839
            die der tolle schwarze Halbgott, sicher der bliebteste Schwätzer aller Zeiten, gestartet hatte. Der hatte mal versprochen Guantanamo zu schließen, hat er nicht, dafür am Ende täglich Drohnenmorde genehmigt.

            Trump hat: die Einreise aus muslimischen Ländern erschwert, TTIP offenbar abgeblasen, ist (was bei seinen Anhängern wiegt) aus dem Pariser Klimaabkommen ausgestiegen, Transgender aus dem Militärdienst geworfen. Ein Dekret zur Überprüfung internationaler Handelsabkommen unterzeichnet (in Hinblick auf Nachteile für die USA). Er hat Erfolge gegen MS-13 zu verzeichnen usw.

            Aber ich stelle gerade fest, dass ich, egal was ich über ihn suche, immer nur Artikel der deutschen Lügen- und Hetzpresse finde. Sicher kein Zufall. Hat jemand eine neutrale Bilanz oder wenigstens keine einseitig negative?

            An sich ist aber all das egal, sein großer Verdienst ist es, Killary verhindert zu haben. Sein zweiter großer Verdienst ist es, das korrupte, arrogante, globalistische Establishment erschüttert zu haben und das US-Imperium dadurch weltweit zu schwächen. Sein dritter: die US-Lügenmedien wie cnn bloßgestellt zu haben.

            Der Rest wird schwierig, weil er zuviele Feinde hat, selbst unter den Republikanern, die ihn nicht als ihresgleichen empfinden. Er stört die Demokratieshow, durch seinen Erfolg und seine Beliebtheit.

          • @Semikolon:

            „halte ich uns für noch weit entfernt von einer Diktatur“

            Das liegt daran, weil deine Meinung derzeit nicht zensiert wird und deine Partei keine Probleme hat, Veranstaltungsorte zu finden. Wer auf Linie der DDR-Führung war, oder überzeugter Nationalsozialist, konnte sich im entsprechenden Regime auch vollkommen frei fühlen und natürlich auch vollkommen frei seine Meinung sagen, passte sie doch zur öffentlich vorgegebenen.

        • Und uns wurde abgepresst, dass wir in den nächsten 4 Jahren 14 Milliarden _zusätzlich_ zu den bislang jährlichen rund 34 Milliarden für „Verteidigung“ auszugeben hätten. Wenn nicht noch ein Wunder geschieht…

          Barack Obama hat Guantanamo nicht geschlossen, weil er dafür keine Mehrheit zusammenbekommen hat, hat es aber immerhin mehrmals versucht. Was er uns aufgezeigt hat, ist die faktische Begrenztheit eines US-Präsidenten (trotz aller guten Absichten) positiv in der Welt zu wirken.

          Man muss nun aber schon ziemlich gestört sein, wenn man Trump zu verteidigen sucht.
          Was muss der eigentlich noch Alles anstellen, damit Ihr Euch von ihm distanzieren mögt?

    • „Solange die wirtschaftliche Lage gut ist, wird eine Regierung eigentlich wiedergewählt; “

      Aber gleichzeitig haben ja viele ein enormes „Bedrohungsgefühl“´. Könnte Merkel besser abschneiden, wenn sie alle Routen dicht macht und Massenabschiebungen vornimmt?

        • Die SPD könnte Merkel jagen, wenn sie ihre Haltung zur Flüchtlingsfrage überdenken und eine Schließung der Grenzen, Abschiebungen usw. fordern würde. Das sind die Probleme, die SPD-Wählern auf den Nägeln brennen: Konkurrenz um Arbeitsplätze und Wohnungen, die Belastung der Sozialsysteme durch immer mehr Leistungsbezieher, denen immer weniger Einzahler gegenüber stehen.

          Ich war kürzlich bei einem Bekannten zu Besuch, schätze ihn auch als SPD-Wähler ein. In der Straße, in der er wohnt, wird an der Ecke eine große Flüchtlingsunterkunft gebaut, alles ganz neu. Gleichzeitig hat sein Sohn jetzt Unterricht in einem Container, weil die Schule kein Geld für die Sanierung der Gebäude hat. Er ist stinksauer und wird jetzt wohl AfD wählen.

          Die SPD würde ihm wohl mit moralischen Appellen begegnen, die seiner Lebenswirklichkeit und seinen Interessen überhaupt nicht entsrpechen.

          • Ich kann mir vorstellen, dass es vielen SPD Wählern auch nicht gefällt, vielen aber doch. Die würden sich dann von der FDP abwenden und eher Linke oder die Grünen wählen. Ich glaube nicht, dass die SPD sich das erlauben kann.

          • „Die SPD könnte Merkel jagen, wenn sie ihre Haltung zur Flüchtlingsfrage überdenken und eine Schließung der Grenzen, Abschiebungen usw. fordern würde.“

            Der Weihnachtsmann könnte auch zum Osterhasen werden, würde er sich Löffelohren und lange Schneidezähne wachsen lassen.

          • „Ich war kürzlich bei einem Bekannten zu Besuch, schätze ihn auch als SPD-Wähler ein. In der Straße, in der er wohnt, wird an der Ecke eine große Flüchtlingsunterkunft gebaut, alles ganz neu. Gleichzeitig hat sein Sohn jetzt Unterricht in einem Container, weil die Schule kein Geld für die Sanierung der Gebäude hat.“

            Wir hatten das Glück, dass in unserer – über Jahre politisch vermeintlich von kompletter Schließung bedrohten! – Grundschule der gut 20-jährige Renovierungsstau noch vor 2015 abgearbeitet wurde… in Köln aber solls derzeit für ca. 150 der jüngsten Schüler weder reguläre Klassenräume, noch Container geben (weil die Firmen diese alle bereits verliehen haben als Wohnräume)…

        • „Ich denke das Bedrohungsgefühl ist (noch) nicht stärker als Zufriedenheit mit der ökonomischen Situation.“

          Da ist was dran. Ein guter Freund, der wirtschaftlich sehr gut dasteht, sagte zu mir:

          „Wenn wir uns die Gesellschaft als Kreis vorstellen, bin ich genau in der Mitte. Was kümmert es mich, wenn der Kreis an den Rändern größer wird?“

        • Ist es auch nicht. Merkel wird weiterregieren.

          Ich finde es ohnehin erstaunlich, dass noch nichts Größeres passiert ist. Die Eurozone verharrt in Nullzinsen und versinkt in frisch gepressten Geldnoten (60 Mrd. Euro pro Monat), die Zuwanderung hat nicht mehr 2015-Niveau, aber ist immer noch skandalös und ruinös ungesteuert hoch. Der USA-Russland-Konflikt schaukelt sich halt so auf (sinnlos und auf Lügen und Doppelmoral basierend). Die Zensurbestrebungen nehmen eine Hürde nach der anderen. Erst die Legalisierung der NSA-Abhörpraxis, nun noch Netzwerkdurchsetzungsgesetz, privatisierte Internetzensur (Kahane), zunehmende Richterwillkür, ungestrafter Antifaterror, Jagd auf Andersdenkende, immer unglaublichere Propaganda etc. pp. Von Frauenquoten und Gleichstellungsstuss mal gar nicht zu reden oder von dem Dieselblödsinn, der vor allem der Weltfremde deutscher Politiker geschuldet ist (die natürlich NIE schuld sind). Diskussion über die Rente mit 70, während wir gleichzeitig muslimische Großfamilien mit 20-30 Mrd Euro pro Jahr in unserem Sozialsystem willkommen heißen (open end, versteht sich). Dass es TTIP nicht geschafft hat, verdanken wir auch Trump, nicht Merkel, die sich natürlich prompt mit ihm überwirft (und wir dachten, deutsche Politiker seien aus Zwang Lakaien der USA!).

          Juchee! Und das ist vermutlich nur die Spitze des Eisberges… oder besser Vulkans! Merkel reitet ihn perfekt. Und das ist es, was mich am meisten ärgert: sie schafft es, den Deutschen eine heile Welt vorzugaukeln, obwohl mittlerweile Fußgängerzonen mit Betonböllern abgeschottet werden und man bei jeder Veranstaltung Taschenkontrollen über sich ergehen lassen muss (sind die Leute wirklich so vergesslich?, noch vor 2 Jahren, war das keine Normalität bei uns).

          Wenigstens spricht sich langsam herum, dass die Kriminalstatistik eine Kehrtwende gemacht hat.

          Es ist egal, es hat letztlich keine Bedeutung.

      • Könnte Merkel besser abschneiden, wenn sie alle Routen dicht macht und Massenabschiebungen vornimmt?

        Ersteres ist ja durchaus geschehen, zumindest wurde der große Zustrom von Flüchtlingen Anfang 2016 gestoppt. Weil das Thema an Brisanz verloren hat, ist die AfD ja längst schwächer geworden.

        Hab das Gefühl, dass die AfD momentan stark gehalten wird durch die andauernden Anfeindungen und vor allem die Zensurbestrebungen. Die AfD bekommt auch Zulauf von Liberalen.

        • 1) Die „Rechten“ trauen Merkel nicht, sondern sehen sie auf Linie der europäischen „Replacement-Migration“-Befürworter. Alle anderen glauben schon, dass Merkel alle Routen dicht gemacht hat (wenn auch mit Zahlungen an Erdogan), wer weiß schon, dass seit Anfang des Jahres 100k+ Leute kamen? Die Presse hängt das nicht an die große Glocke und Merkel verweigert zwar eine Obergrenze, aber wiederholt ständig die „2015 darf sich nicht wiederholen“-Lüge. Naive Geister glauben dem.

          2) Merkel KANN NICHT massenweise abschieben. Keine wollen-, sondern eine können-Frage. Realistischerweise werden wir die meisten Menschen NIE WIEDER los. Die sind ohne Pass eingereist, die Behörden sind überfordert und die Zuwanderer nutzen jeden juristischen Kniff, während ihre Heimatländer die nicht zurück wollen. Es gäbe schon eine Möglichkeit: man knastet sie ein (Abschiebehaft), bis sie von selbst zustimmen, abzureisen. Aber das Gejammer der Bessermenschen, darüber, höre ich bis in meine Alpträume. Schon bei den kürzlich abgeschobenen afg. Schwerkriminellen, gab es wieder Demos.

          • Nachtrag zum „Abschieben“. Nur einige Eindrücke über die Stimmung, aus Foren die nicht sauberzensiert werden, wie die bei Facebook:
            http://www.dasgelbeforum.net/forum_entry.php?id=442704

            Zwei meiner Brüder haben sich bewaffnet, der eine ist in den Schützenverein eingetreten, der andere macht sogar den Jagdschein, damit er immer mit Knarre rumlaufen darf. Allein das halte ich für eine brechreizauslösende Fehlentwicklung mit Langzeitwirkung. Was waren wir stolz auf das Deutschland, wo eben nicht jeder mit Knarre herumlief und es auch nicht musste!

      • Könnte Merkel besser abschneiden, wenn sie alle Routen dicht macht und Massenabschiebungen vornimmt?

        Ersteres ist ja durchaus geschehen, zumindest wurde der große Zustrom von F*lingen Anfang 2016 gestoppt. Weil das Thema an Brisanz verloren hat, ist die AfD ja längst schwächer geworden.

        Hab das Gefühl, dass die AfD momentan stark gehalten wird durch die andauernden Anfeindungen und vor allem die Zensurbestrebungen. Die AfD bekommt auch Zulauf von Liberalen.

  6. „Das kapitalistische Wirtschaftssystem ist den staatlichen und sozialen Lebensinteressen des deutschen Volkes nicht gerecht geworden. Nach dem furchtbaren politischen, wirtschaftlichen und sozialen Zusammenbruch als Folge einer verbrecherischen Machtpolitik kann nur eine Neuordnung von Grund aus erfolgen.

    Inhalt und Ziel dieser sozialen und wirtschaftlichen Neuordnung kann nicht mehr das kapitalistische Gewinn- und Machtstreben, sondern nur das Wohlergehen unseres Volkes sein. Durch eine gemeinschaftliche Ordnung soll das deutsche Volk eine Wirtschafts- und Sozialverfassung erhalten, die dem Recht und der Würde des Menschen entspricht, dem geistigen und materiellen Aufbau unseres Volkes dient und den inneren und äußeren Frieden sichert.“

    – CDU: Ahlener Programm 1947

    • Dass die Nazis und Nationaldeutschen ein „kapitalistisches Wirtschaftssystem“ gehabt hätten und dies ein Grund für den „Zusammenbruch“ gewesen wäre, diese These kennt man vor allem von Kommunisten, Marxisten etc. …. aber dann natürlich von den Nazis selbst, die keine Gelegenheit ausliessen, die Verderbtheit des „Kapitalismus“ für das „deutsche Volk“ zu beschwören.

      Das Ahlener Programm repliziert diesen völkischen Sozialismus des NS im Wesentlichen mit dem zentralen Satz:

      „Inhalt und Ziel dieser sozialen und wirtschaftlichen Neuordnung kann nicht mehr das kapitalistische Gewinn- und Machtstreben, sondern nur das Wohlergehen unseres Volkes sein.“

      „Volkes“, nicht „unserer Bürger“!

      Der Individualismus, also indirekt Kapitalismus und Liberalismus, kommt immerhin auch zum Zug mit dem „die dem Recht und der Würde des Menschen entspricht“.

      • „Volk“ ist, bzw. war es damals, identisch mit „unserer Bürger“. Du musst jünger sein, als ich dachte.

        „Kapitalismus“ und „Liberalismus“ fliegen uns gerade (mal wieder) um die Ohren, auch wenn du das vermutlich anders siehst.

        • „Du musst jünger sein, als ich dachte.“

          Weil früher das jeder ohne sich dabei was zu denken sagte? 😉

          Es ist nicht so, dass „Volk“ ein schlechter Begriff wäre. Doch seine Verwendung hier ist betont ausgewogen mit dem Individuum. Man kann die politische Auseinandersetzung noch ahnen, die zum Text geführt hat.

          Ich habe das Aalener Programm auch immer bewundert, für das Schwungvolle. Wie Beethovens 5te. 🙂

          Später dann erst die negative Seite gesehen, die ich hier darlegte. Die sich ergibt, wenn man die Begriffe und wie sie verwendt werden analysiert.

          • „Weil früher das jeder ohne sich dabei was zu denken sagte?“

            Nein, weil „Volk“ und „deutsche Bürger“ Synonyme WAREN!

            Welcher Deutsche in den 40iger oder 50igern hatte schon den Individualismus im Blick? Der kam zeitigstens in den 60igern so richtig auf, die großen Zuwanderungswellen m.W. noch später.

            Die Leute hatten gerade einen großen Krieg hinter sich, in dem sie (als „deutsches Volk“) gegen den Rest der Welt kämpften und verloren. Sie hatten ihr vollkommen zerstörtes und am Boden liegendes Land wieder aufzubauen und mit ihren eigenen Traumata und Verlusten fertig zu werden. Individualismus ist lediglich eine dekadente Folge langanhaltenden Wohlstandes und Friedens, im Krieg verschwindet er unmittelbar und notwendigerweise…

          • „Nein, weil „Volk“ und „deutsche Bürger“ Synonyme WAREN!“

            „Bürger“ war ausdrücklich der Staatsbürger und Volk hatte immer eine viel breitere Bedeutung. Im Grunde wäre Volk heute zB all die im Lande geduldeten mit einschliessend…
            Auf die Idee kommt heute nur keiner mehr, da eingeredet wurde, Volk müsse unbedingt rassisch zu deuten sein. Deswegen sollte ja „Bevölkerung“ benutzt werden, was aber nicht beliebt wurde.

            „Welcher Deutsche in den 40iger oder 50igern hatte schon den Individualismus im Blick?“

            Die geschichtliche Erfahrung mit Faschismus und Kommunismus sollte doch wohl ausgereicht haben, den Kollektivismus für alle Zeiten verpönt gemacht zu haben — das hat sicher jeder vernünftige Mensch damals realisieren müssen. Und es war den Leuten schon vorher klar, dass es ein Massen-Problem gab und Lösung bei dem Respekt vor dem Individuum zu suchen war. Also kein „Individualismus“ als Selbstverwirklichung, sondern als Selbstbestimmtheit und Autonomie.

          • @Alex

            „„Bürger“ war ausdrücklich der Staatsbürger und Volk hatte immer eine viel breitere Bedeutung. Im Grunde wäre Volk heute zB all die im Lande geduldeten mit einschliessend…“

            Ich hätte das spontan andersherum definiert, bist du sicher, dass du nicht die angelsächsische Version von „Volk“ im Kopf hast? Dort ist es m.E. so, wie du es sagst. In Nichtzuwanderungsländern ist die Bedeutung des Begriffes m.E. historisch schon anders.

            Davon abgesehen, kann das im Ahlener Programm aber keine große Rolle gespielt haben, denn wer war 1947 denn im Land „geduldet“? Da waren nur noch deutsche Bürger und die Besatzer. Wenn du auf die Juden anspielst, die galten m.W. nach den preußischen Judengesetzen von 1847 als deutsche Bürger und Teil des deutschen Volkes (im Übrigen ein interessanter und leider wenig beachteter historischer Vorgang, der ziemlich genau die Möglichkeiten und Grenzen von Integration/Assimilation auslotet). Nach dem dritten Reich dürfte deren Anteil aber vermutlich kaum noch eine Rolle gespielt haben, die waren entweder den Rassengesetzen entgangen, geflohen oder tot.

            „Die geschichtliche Erfahrung mit Faschismus und Kommunismus sollte doch wohl ausgereicht haben, den Kollektivismus für alle Zeiten verpönt gemacht zu haben — das hat sicher jeder vernünftige Mensch damals realisieren müssen.“

            Du machst einen Fehler, der für die heutige Zeit typisch ist. Du beurteilst die Situation DAMALS, mit deinem HEUTIGEN Wissen und unter der HEUTIGEN Ideologie. Das geht immer fehl, bzw. hat keinerlei Nutzen. Du musst eine historische Situation immer aus der damals gültigen Perspektive zu beurteilen versuchen, sonst kannst du keine Erkenntnisse gewinnen.

            1) Der Kommunismus war zur damaligen Zeit noch jung und nicht gescheitert und galt vielen Linken sogar noch bis zum Zusammenbruch des Ostblocks 1989 als mögliche Alternative. Die DDR war noch gar nicht gegründet (erst 1949).

            2) Es waren die russischen Kommunisten, die Hitler-Deutschland besiegt haben (vgl. Opfer der Russen mit denen der Amerikaner), nicht die Amerikaner, die typisch bauernschlau, erst in letzter Sekunde 1944 in Frankreich anlandeten, überstürzt und unter hohem Blutzoll, weil sie realisierten, dass Russland sonst ganz Deutschland bekommen hätte. Der Kommunismus, in einer „kollektivistischen“ Anstrengung, hatte also gerade den Faschismus „besiegt“.

            3) War es das Versagen der Weimarer Republik gewesen (Massenarbeitslosigkeit und Elend), welches Hitler an die Macht gebracht hatte. Im Ggs. zu dem was suggeriert wird, war Hitlers Wirtschaftspolitik ein voller Erfolg, wenige Jahre nach seinem Antritt herrschte Vollbeschäftigung, alle wurden wieder satt und große zukunftsfähige Projekte (Autobahnen, VW…) erzeugten Aufbruchstimmung und Zukunftsoptimismus. Leider hat er schlussendlich alles sinnlos riskiert.

            4) Den Begriff „Kollektivismus“ (gab es den 1947 überhaupt schon?) halte ich im Übrigen für einen billigen, nicht näher spezifizierbaren, Propagandabegriff der Finanzeliten, um geeinten Widerstand gegen deren Plünderei zu verhindern. Ein Kollektiv ist nichts schlechtes, wenn es sich demokratisch reguliert, sich gegen Plünderer zur Wehr setzen kann und seine Zukunft gemeinsam planen. Problematisch sind hingegen Diktaturen, wie auch das dritte Reich eine war…

            „Und es war den Leuten schon vorher klar, dass es ein Massen-Problem gab und Lösung bei dem Respekt vor dem Individuum zu suchen war. Also kein „Individualismus“ als Selbstverwirklichung, sondern als Selbstbestimmtheit und Autonomie.“

            Selbstbestimmtheit und Autonomie sind in einer dicht besiedelten Industriegesellschaft keine sinnvollen Konstrukte. Jemand ohne Einkommensmöglichkeit ist niemals selbstbestimmt oder gar autonom. Jemand mit abhängigen Einkommen ebenfalls nicht. Solche Konstrukte machten in einer Agrargesellschaft vielleicht noch irgendwie Sinn oder in einer Glücksrittergesellschaft wie den USA, mit großen Flächen und Möglichkeiten (wenn man pleite war wechselte man halt den Bundesstaat und versuchte es nochmal), nicht aber in einem alten regulierten Land wie Deutschland, wo es keinen Quadratmeter unvergebene Fläche mehr gibt, selbst Juristen keinen Überblick mehr über die Gesetze haben und das Leben von Anfang bis Ende sauber durchdokumentiert ist.

            Heute ist das teilweise anders, zumindest reden uns das Sendungen wie „Goodby Deutschland“ ein. Faktisch steht die globale Option vermutlich auch nur einer überschaubaren Bildungselite zur Verfügung (so wie früher auch schon).

          • „Du machst einen Fehler, der für die heutige Zeit typisch ist. Du beurteilst die Situation DAMALS, mit deinem HEUTIGEN Wissen und unter der HEUTIGEN Ideologie.“

            Du argumentierst wie ein Marxist, der überall nur geschichtliche Einzelfälle („der historische …..“) sehen will. Dass sowohl Marxismus als auch Faschismus, Nationalismus und all die anderen -ismen gefährliche unmenschliche politische Bewegungen waren, haben zahllose Leute auch schon damals gemeint.

            „Volk“ nach dem Missbrauch, der soeben mit diesem Begriff stattgefunden hatte, ist es sehr bezeichnend, dass man ihn in dieser Bedeutung weiterzuführen gedachte. Zeigt klar, dass die halbe CDU diese romantisch-nationalistische Vorstellung noch hatte. Der ursprüngliche Begriff bezeichnet die „Unfreien“, die Leibeigenen, alle Menschen, die nicht zum Adel, zum Klerus oder zum Bürgertum der freien Reichsstädte gehörten. Erst im 19. Jhrh. wurde der Begriff romantisch-nationalistisch verklärt und nach der damals wissenschaftlich daherkommenden Rassenlehre als Abstammungslinie uä ausgedeutet.

            Das „Volk“ als die Rechtlosen und Ausgestossenen lebt zB weiter in „das fahrende Volk der Zigeuner“ (auch eine durchaus romantisierte Vorstellung, aber eine unschuldig-positive).
            Die Politik hat es eigentlich auch wieder aufgegriffen, Clintons „deplorables“ und Gabriels „Pack“ sind ja auch Synomyme für den alten Begriff „Volk“, auf das die elitären Stände herabblicken…..

  7. Diese Idee, Merkel würde die CDU nach links positioniert haben, um sich dort breit zu machen und eine unschlagbare Position einzunehmen hört sich erst ganz überzeugend und so strategisch schlau an. Doch diese Hypothese geht davon aus, dass der Schwanz mit dem Hund wedelt und rein machtstrategische Überlegungen sich in einer grossen Partei mit so einigen mächtigen Figuren durchgesetzt haben, in der immer konservativer und rechter Beton angerührt wurde und das ohne nennenswerten Widerstand.

    Also denken wir besser, dass die Ziele Merkels gar nicht links sind, sondern in Wirklichkeit rechts. Davon würden sich auch all die Rechten überzeugen und nach ein paar Scheingefechten beim System Merkel mitmachen und die pseudolinken Ziele akzeptieren. Relativ wenige wollten da nicht mitmachen und brachen zur AfD weg. Das war der Preis, den die CDU zahlen musste für ihren programmatischen Wechsel.

    Die CDU hat selbst das grösste Interesse dran, als links zu gelten (populär!) und kann auch die weggebrochenen Teile ihrer Partei nutzen, die als unvernünftig rechts hingestellt werden können.

    Die Parteien, auf deren Kosten sich die CDU breit machte, sind zu schwach zu reagieren, weil Spaltungen und toxischer, *rechter* Irrationalismus sie gelähmt haben. Als das rechte Gedankengut in SPD (Hartz4 zb) und Grünen (Ökologismus) herangereift war, konnte die CDU das abpflücken und SPD und Grüne fühlten sich noch gebauchpinselt.

  8. Wer weiß schon, was die will? Allein, dass wir darüber spekulieren, wie welcher zukünftiger Machthaber, mit welchen Tricks, an die Macht zu kommen versucht, beweist, dass wir keine Demokratie haben. Dass sie dabei lügen und taktieren, ist fast schon eine Binse.

    Merkel hat Deutschland gespalten! Was diskutieren wir über die?

    Und demnächst ist dieser korrupte, psychopathisch-egomanische, menschliche Sondermüll nur noch aller 5 Jahre austauschbar:
    http://www.zeit.de/politik/deutschland/2017-09/bundestag-parteien-plaedieren-fuer-verlaengerung-der-wahlperiode

    Dass die AfD vielen „zu rechts“ ist, obwohl sie Positionen vertritt, die noch vor 20 Jahren vollkommen normal bei der CDU waren (abgesehen von „Demokratie nach Schweizer Vorbild“, sowas hat die „Volkspartei“ immer torpediert!!!) ist nur eine Folge der intensiven verleumderischen Dauerpropaganda, der ins linksextreme gerutschten Definitionen, der zunehmenden Verblödung usw.

    Es ist mir egal, bin schlecht und fatalistisch drauf. Ich habe gerade Radio gehört, dumme junge Weiber, die dumme junge Weiber interviewen. AfD-Bashing, Trump-Bashing, Lügen, Transatlantik-Hirnwäsche, dazwischen jammernder, unerträglicher und unmusikalischer Britpop. Was für eine Zeit! Manchmal wünsche ich mir, alles möge in einem atomaren Inferno draufgehen! Das ist wenigstens nicht so schmerzhaft und langanhaltend, wie dem Geburtendschihad zu unterliegen. Andererseits raubt es einem die Genugtuung, die ersten gesteinigten Gutmenschenfrauen und Linken zu sehen…

  9. Also wenn ich die Kommentare hier lese, dann scheint es zwei Meilen rechts von der NPD noch ein paar Rechte zu geben, der ganze Rest ist links. Liegt wohl daran, dass rechts und links Relativbezüge sind.

    Bemerkenswert ist, dass sich die Klagen von links und rechts gleichen. Die Linken (diejenigen, die sich selbst als links verstehen) klagen darüber, dass mittlerweile sogar die SPD und die Grünen sowieso in der politischen Mitte angelangt sind, währen bei den Rechten (wiederum diejenigen, die sich selbst als rechts verstehen) klagen, CDU/CSU betrieben mittlerweile eine linke Politik und seien in der Mitte oder Mitte-links angelangt.

    • Hängt lediglich davon ab, ob du „rechts/links“ auf Wirtschafts ,Sozial- und Hegemonialpolitik beziehst oder auf Nationalpolitik. Das erklärt sicher mehr als 90% der wahrnehmbaren Unterschiede.

      Merkel vereint das Schlechteste von beiden Welten: unsozial, wirtschaftsliberal und dabei bedingungslos zuwanderungsfreundlich und volksfeindlich (auch wenn sie vor der Wahl so tut, als ob sie bekehrt sei).

      • So ähnlich wollte ich das auch ausführen. Merkel ist allenfalls kulturpolitisch links (Beispiel „Ehe für alle“, weil sie da die Mehrheiten vermutet, in der Einwanderungsfrage hat sie bereits eine Kehrtwende vollzogen, Flüchtlingsdeal mit Erdogan, Flüchtlingslager in Libyen, Küstenüberwachung auf europäischer Ebene etc.), wirtschaftspolitisch ist sie keinesfalls links.

        • „in der Einwanderungsfrage hat sie bereits eine Kehrtwende vollzogen“

          Das will sie uns glauben machen. Lehnt Obergrenzen aber weiterhin ab, zahlt Quasi-Despoten Mrd. dafür, dass sie Routen schließen, statt unsere Grenzen abzusichern (und macht sich dadurch erpressbar). Weiterhin ist die Zuwanderung sehr hoch und sehr ungesteuert (es kommen überwiegend Leute, die mehr schaden als nützen), wie lang der Familiennachzug noch blockiert wird (wird er überhaupt? man erfährt so wenig konkretes) ist auch noch eine ungeklärte Frage. Und angeblich wurde die Facebook-Zensur hauptsächlich etabliert, um zu verhindern, dass da soviel „Anti-Migration-Stuff“ publiziert wird (angeblich O-Ton Merkel zu Zuckerberg).

          Ich halte auch Zuwanderungsbefürwortung eigentlich nicht für links, es sei denn, man setzt naives Gutmenschentum gleich damit.

          „Ohje, ich habe „Jehova“ geschrieben, deshalb hängt mein Beitrag in der Warteschlaufe!“

          Hihi, steinigt ihn! Ist hier etwa Weibsvolk unter uns? *brummel* Nein, nein *brummel*

          Schreib künftig einfach „Hinzukommende“, „noch nicht so lange hier Lebende“ oder „edle Wilde“, das hat Christian alles nicht im Filter 🙂

          • „zahlt Quasi-Despoten Mrd. dafür, dass sie Routen schließen, statt unsere Grenzen abzusichern (und macht sich dadurch erpressbar)“

            Im Interview mit Schulz hat Merkel durchblicken lassen, dass sie Geiseln freikaufen würde. Ist wirklich für jeden „ein verlässlicher Partner“.

            Diesen „Deal“ mit dem Halbnazi Erdogan, ein Geschäft um Menschen „wertvoller als Gold“ wie ihr Ersatzkanzler in spe sekundiert….

            Kein Wunder, dass die eine Nazi-Partei brauchen, die sie laut beschimpfen können & Hilfe ihrer nützlichen Idioten von der Linken….. Daher die „Linksdrift“ der CDU. Huiuiui.

            Hat Deutschland doch den alten Zombie des Osmanischen Reiches wieder aufgepeppel, wie die Russen, bzw frühen Bolschewiken die Deutschen. Kommt dann auch der Merkel-Erdogan-Packt zum Aufteilen des Balkan? Oder greifen die Türken Griechenland an?

            Wenn Erdogan wie Hitler ist, wird der in Zypern irgendwann „zurückschiessen“. Oder eine ähnliche Aktion…

            Na, das kann ja eiter werden.

          • Und Russland beliefert mittlerweile die Türkei mit Waffen. Gestern noch schoss man noch ein Flugzeug ab, über dem Amanus… Diktatoren unter sich.

            Heute kam dann in den „Tagesthemen“ im Prinzip der Kommentar Putins zu dem 13.000 (100.000) Mann Manöver, wie „hysterisch“ im Westen manche seien.

            Wann wird der Krieg kommen, in 10 Jahren?

  10. Ich habe schon Anfang Februar geschrieben, warum ich die „arme Merkel“ für Angela, die Alternativlose halte.

    Merkel hat keine große Strategie. Sie hat immer auf Sichtweise regiert, so bei Fahren im Nebel. Oder wie die NZZ schrieb:

    Kontroversen weicht Merkel aus. Politisch hat sie wenig mehr erreicht, als den Zustand ordentlich zu verwalten.

    Angela Merkel hat die Grenzen auch nicht aus Barmherzigkeit geöffnet, sondern weil sie Angst vor den negativen Bildern hatte: Fefe dazu aus der Welt zitierend.

    Merkel hat keine Vision für Deutschland oder Europa. Die Nachdenkseiten vom 16.03.2016 dazu.

    Fazit: Angela Merkel hat sich alternativlos gemacht. Sie hat keinen großen Plan und weicht Konflikten aus.

    • Wenn Merkel wirklich aus irrationaler Angst den Einwanderungsstrom einfach so reinliess oder im Kurzschluss das Abschalten der Atommeiler verfügte, dann haben wir eine Kanzlerin, die als Alleinherrscherin nach Gusto, nach Lust und Laune regiert.

      Dann haben wir eine Art Diktatur der richtigen populistischen Wohlfühligkeit, in der Angela Merkel die Vollstreckerin ist…

      Das passt aber gar nicht zu dieser hölzernen, rationalen Person, die viel eher wie eine reine Funktionärin der Macht wirkt und von keinen Emotionen gesteuert zu werden scheint.

      Daher ist es wohl besser davon auszugehen, dass die Stategie Merkels ist, als planlos und emotionsgesteuert zu wirken, so dass man ihr über ihre „Fehler“ immer hinwegsehen kann, die sie am Fliessband produziert.

  11. Es ist jetzt aber schon ewig bekannt, das Merkel alles tut um gewählt zu werden. Das hat man nach Fukushima gesehen, das sieht man jetzt auch nach der Migrationskrise. (Das sind weder nach dem GG noch nach der UN-Flüchtlingskoalition Flüchtlinge. Im GG steht übrigens nichts von Flüchtlingen).

    Diese altbekannte Tatsache nun neu aufwärmen zu wollen ist… gelinde gesagt… etwas naiv. Insbesondere wenn du, Christian, da auch noch zur Vorsicht rätst. Das ist lange bekannt. Merkel ist gerne Kanzlerin. Dazu kommt, dass sie ihre eigene Partei entzahnt hat, und die SPD immernoch im post-schröderischen Sumpf versinkt. (Schröder wurde vor 12 Jahren (!) abgewählt)

    Sorry Christian, da muss ich doch mal in aller Deutlichkeit sagen: Hab mehr Mut Offensichtlichkeiten auch so zu benennen.

  12. Die wahre Meta-Strategie Merkels: sie will die neue Religion des Friedens stiften!

    „Also sprach die große Vorsitzende zur Eröffnung des Weltfriedenstreffens in Münster: „Religionen haben den Auftrag zum Frieden. Und deshalb kann es keine Rechtfertigung von Krieg und Gewalt im Namen einer Religion geben.“

    Man muss weder Theologie noch Philosophie, nicht einmal Religionsgeschichte studiert haben, um zu erkennen, dass diese Aussage so absurd ist wie der Auftritt eines Osterhasen, der sich als Weihnachtsmann verkleidet hat, um bei Germany’s Next Top Model mitmachen zu können. Der Satz übertrifft an Sinnlosigkeit alles, was die Kanzlerin im Laufe ihrer zwölfjährigen Regentschaft gesagt hat, einschließlich der drei Worte, die ihr Vermächtnis sein werden: „Wir schaffen das!““

    http://www.achgut.com/artikel/es_werde_frieden_mutti_pfuscht_gott_ins_handwerk

    „Erstens: Wer soll den Auftrag erteilt haben? Gott, Moses, Jesus, Mohammed, Margot Käßmann?“

    Herr Broder, nein, Merkel ist der neue Moses, der die Deutschen aus der babylonischen Gefangenschaft des Westens führen wird, mit dem neuen ersten Gebot:

    DU SOLLST KEINEN ANDEREN GOTT HABEN ALS DEN FRIEDEN

    Und Merkel ist seine Prophetin.

    „fanatischen Muslimen, die sehr wohl davon überzeugt sind, im Namen ihrer Religion zu handeln“ … „zuzurufen: „Ihr versteht eure Religion falsch, euer Auftrag ist Frieden!“ zeugt zum einen von einer gründlichen Unkenntnis des Objekts, zum anderen von einer grenzenlosen Anmaßung.“

    Dafür muss man sich schon als neuen Moses inszenieren. Das mit dem Meer teilen zB hat Merkel auch schon vollbracht, indem sie die Gesetze Deutschlands und der EU aussetzen konnte, die neuen Israeliten in das neue gelobte Land, das neue Zion, Deutschland zu führen!

    „Die Kanzlerin regiert schon eine Weile am Parlament vorbei. Und jetzt pfuscht sie auch noch Gott ins Handwerk. Allmächtiger, unternimm was!“

    Ich bewundere Herrn Broders Gottvertrauen. Aber was wird dem da oben auch anderes übrigbleiben?!

  13. Eigentor-„Strategie“?

    Die AKW-Abschaltung war wegen der Abrüstung. Bravo, aber danach wurde noch mehr Druck ausgeübt Kraftwerke mit Kohle und andere Energieträger nach Art der Salamitaktik den Leuten madig zu machen.

    Das ist so irre, dass kann nur ein Eigentor sein, bzw Eigentore am laufenden Band.

    Dann das mit Syrien, Leute aufzunehmen, null Überblick und dann noch jede Kontrolle verloren. Ist ja nett, welche Arglosigkeit dort bei der CDU herrscht, was „Fremdenfeindlichkeit“ auf den Plan gerufen hat. Eine Eigenfeindlichkeit gibt es aber auch noch und die wird eifrigst selbstverleugned. Auch Eigentore am laufenden Band. Und ein Dikator beschimpft die CDU noch als Nazis, das ist ja nicht völlig verkehrt, aber von Herrn Erdogan schon. Auch ein Eigentor. Immer nur Eigentore.

    Am eigentorigsten erschiene es mir für die CDU jetzt den Guttenberg zum Kanzlerkandidaten zu machen. Dann bekommen die nur noch 25 % ….

    • „Aber inzwischen ist in Berlin alles Chefsache – die Energiewende, die Lösung der Flüchtlingskrise und neuerdings auch die Rolle der Religionen.“

      Wir brauchen noch ein Religionsministerium! Vielleicht bereichert Merkel die BRD mit einem solchen Ungetüm. Damit die ewige Wahrheit der Kanzlerin über uns kommen kann. Ave Merkel.

      Dort, in diesem Ministerium könnte man auch die neuen Sakralbauten der neuen Religionen alle verwalten, die Kirchen….

      Und Merkel die erste Kaiserin des Neudeutschenlands, als Säulenheilige aus Salz.

  14. Wem das kein ernsthafter Grund ist, der Unmenschentruppe von Merkel und ihren Satrapen bei der Wahl die rote Karte zu zeigen, hat kein Herz. Und schon gar keins auf der linken Seite.

    Aber sich mit Religion & Frieden wichtig machen, wie ein Möchtegern-Prophet Israels….

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