Homosexualität am Gesicht erkennen

Die Studie war bereits Thema in den Kommentaren:

We show that faces contain much more information about sexual orientation than can be perceived and interpreted by the human brain. We used deep neural networks to extract features from 35,326 facial images. These features were entered into a logistic regression aimed at classifying sexual orientation. Given a single facial image, a classifier could correctly distinguish between gay and heterosexual men in 81% of cases, and in 74% of cases for women. Human judges achieved much lower accuracy: 61% for men and 54% for women. The accuracy of the algorithm increased to 91% and 83%, respectively, given five facial images per person. Facial features employed by the classifier included both fixed (e.g., nose shape) and transient facial features (e.g., grooming style). Consistent with the prenatal hormone theory of sexual orientation, gay men and women tended to have gender-atypical facial morphology, expression, and grooming styles. Prediction models aimed at gender alone allowed for detecting gay males with 57% accuracy and gay females with 58% accuracy. Those findings advance our understanding of the origins of sexual orientation and the limits of human perception. Additionally, given that companies and governments are increasingly using computer vision algorithms to detect people’s intimate traits, our findings expose a threat to the privacy and safety of gay men and women.

Quote: Deep neural networks are more accurate than humans at detecting sexual orientation from facial images.

Aus dem Spiegelartikel dazu:

Sie zeigten, wie ein Computer mithilfe von Gesichterkennungssoftware die sexuelle Orientierung von Menschen erkennt.

Und das mit extrem hoher Trefferquote: Ausgehend von nur einem Foto erkannte das Programm 81 Prozent aller schwulen Männer und 74 Prozent aller homosexuellen Frauen. Menschliche Probanden, denen die gleichen Bilder vorgelegt wurden, kamen hier nur auf 61 und 54 Prozent Trefferquote. Noch gruseliger wurden die Ergebnisse, wenn man dem Rechner fünf Bilder einer Person vorlegte. Dann erkannte die Software 91 Prozent der homosexuellen Männer und 83 Prozent der Frauen.

Auch interessant: Das dort verlinkte Bild:

homosexuell Gesicht

homosexuell Gesicht

Das linke Gesicht wurde aus heterosexuellen Personen zusammengesetzt, das rechte aus homsoexuellen Personen.

Interessanterweise kommen mir in beiden Fällen die heterosexuellen Gesichter unattraktiver vor. Vielleicht auch nur, weil  sie jeweils dicker aussehen.

Aus meiner Sicht ein durchaus zu erwartendes Ergebnis:

Die vorherrschende Theorie führt an, dass Homosexualität in einer engen Verbindung mit insbesondere pränatalen Hormonen steht:

Und auch Gesichter sind männlicher oder weiblicher unter der Einwirkung der Hormone:

vgl zB diese Studie:

Prenatal testosterone may have a powerful masculinizing effect on postnatal physical characteristics. However, no study has directly tested this hypothesis. Here, we report a 20-year follow-up study that measured testosterone concentrations from the umbilical cord blood of 97 male and 86 female newborns, and procured three-dimensional facial images on these participants in adulthood (range: 21–24 years). Twenty-three Euclidean and geodesic distances were measured from the facial images and an algorithm identified a set of six distances that most effectively distinguished adult males from females. From these distances, a ‘gender score’ was calculated for each face, indicating the degree of masculinity or femininity. Higher cord testosterone levels were associated with masculinized facial features when males and females were analysed together (n = 183; r = −0.59), as well as when males (n = 86; r = −0.55) and females (n = 97; r = −0.48) were examined separately (p-values < 0.001). The relationships remained significant and substantial after adjusting for potentially confounding variables. Adult circulating testosterone concentrations were available for males but showed no statistically significant relationship with gendered facial morphology (n = 85, r = 0.01, p = 0.93). This study provides the first direct evidence of a link between prenatal testosterone exposure and human facial structure.

Ich hatte einmal zu den Gründen für Homosexualität ausgeführt:

1. Männliche Homosexualität:

  • Die Hoden des Fötus produzieren nicht genug Testosteron
  • Die Hoden des Fötus entwickeln sich zu spät und produzieren erst nach der entscheidenen Phase Testosteron
  • Das Testosteron wird mangels entsprechender Rezeptoren an der Blut-Hirn-Schranke/im ganzen Körper nicht erkannt.
  • Das Testosteron wird mangels entsprechender Rezeptoren an der Blut-Hirn-Schranke nur teilweise/abgeschächt erkannt
  • Das Östrogen wird im Gehirn mangels entsprechender Rezeptoren nicht erkannt.
  • Die Mutter stellt in der entscheidenden Phase nicht genug Testosteron bereit.
  • Der Schwellenwert ist überhoch eingestellt, so dass das weibliche Programm trotz ausreichend Testosteron nicht durchgeführt wird.
  • Antiandrogene blockieren die Rezeptoren in der entscheidenden Phase.
  • Medikamente/andere Stoffe senken den Testosteronspiegel in der entscheidenden Phase
  • Umweltbedingungen senken des Testosteronspiegel in der entscheidenden Phase
  • Ein Zusammenspiel dieser Faktoren

2. Weibliche Homosexualität:

  • Der Fötus hat einen erhöhten Testosteronspiegel (über eine Überproduktion der Nebennierenrinde und der Eierstöcke)
  • Die Mutter stellt ein Übermass an Testosteron bereit.
  • Der Schwellenwert für das 2.  Bauschema Mann ist in diesem Bereich extrem niedrig angesetzt.
  • Medikamente sorgen für eine Erhöhung des Testosteronspiegels in der empfindlichen Phase
  • überempfindliche Rezeptoren suggerieren einen erhöhten Testosteronspiegel.
  • Ein Zusammenspiel dieser Faktoren

Wie man sieht muss damit nicht zwangsläufig die Homosexualität sich auch im Gesicht zeigen. Etwa weil der „Schwellenwert“ niedrig angesetzt ist oder der Wert nur in einer bestimmten Phase sehr hoch ist. Gerade wenn der Hormonspiegel aber dauerhaft erhöht ist spricht vieles für eine Übereinstimmung.

Insofern aus meiner Sicht ein sehr nachvollziehbares Ergebnis

 

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78 Gedanken zu “Homosexualität am Gesicht erkennen

  1. Ja, finde die Hetero-Frau auch eher unattraktiv, liegt vielleicht daran, dass das Amis sind, mit entsprechend runden Proportionen. Würde sicher anders aussehen, wenn man nur Idealgewichtler untersucht hätte. Auch das Lächeln könnte Einfluss haben. Soviel ich weiß, haben die Bilder aus einer Partnerbörse ausgewertet, das verfälscht natürlich. Trotzdem beeindruckend.

    Der Hetero-Mann sieht aber eindeutig männlicher aus, irgendwie ausgepägtere Kiefer-Kinn-Konstruktion, allerdings auch flachere Stirn. Frage mich, wo ich landen würde 🙂

    Wenn man also, mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit, davon ausgehen kann, dass Homosexualität überwiegend im Mutterleib entsteht, sollte man dann nicht versuchen, das bei der werdenden Mutter zu monitoren und mit Hormongaben auszugleichen? Oder sollte man da der Evolution freie Hand gewähren? Hängt natürlich davon ab, ob man es als Krankheit oder, sagen wir mal, Fehlbildung wahrnimmt oder gar als anstrebenswert.

    In jedem Fall sollte man dazu mehr forschen, auch um eine künstliche Beeinflussung durch Umwelteinflüsse ausschließen zu können.

    • Ich kenne Homos mit deutlich kleinen Stupsnasen und in der Länge des Gesichts reduzierten Massen. Anderseits kenne ich Homos die gewöhnlich aussehen.

      Ich kenne Butches vor denen ich Angst habe aber mir gegenüber erstaunlich liebenswürdig sind…….

    • Interessanterweise kommen mir in beiden Fällen die heterosexuellen Gesichter unattraktiver vor. Vielleicht auch nur, weil sie jeweils dicker aussehen.

      Nein, Christian, du bist schwul, du weisst es nur noch nicht! 🙂

      • Das Resultat erscheint mir unlogisch. Beim Mann wirkt der Hetero männlicher, bei der Frau ebenso. Bei den Frauen würde ich wenn schon, denn schon erwarten, dass die Hetera weiblicher wirkt und die Homosexuelle männlicher.
        Wenn ich mir unsere Kampflesben so anschaue, dann sehen die eher so wie Arnold Schwarzenegger nach einer Geschlechtsumwandlung aus und nicht ausgeprägt weiblich.

  2. Ich muss sagen, ich finde tatsächlich den heterosexuellen Mann attraktiver. Das homosexuelle Gesicht schaut wirklich sehr kindlich weich aus, wäre nicht mein Fall. Bei der Frau finde ich auch das homosexuelle Gesicht attraktiver, aber bin mir nicht sicher, ob das an der Fülle liegt, oder grundsätzlich daran, dass es als Frau ja wenig Sinn machen würde, eine heterosexuelle Frau attraktiv zu finden 😉

    Interessant fände ich, was die Software dann zu bisexuellen Menschen sagt, ob das überhaupt auch erkennbar ist.

    @Christian: Wie entwickelt sich Bisexualität vor der Geburt, gibt es dazu auch Untersuchungen?

    • Mir scheint, dass die Autoren der Studie nicht wissen, dass der Bart rasiert werden kann und kein biologisch festes Merkmal ist. Da Schwule wie Männer eben mehr auf jung und gesund stehen, werden die weniger Bart tragen, da dies eher für ältere Männer steht.

      Solche Biases können auch ein Grund sein, um die Datenbasis anzuzweifeln, je nachdem wie die Datingseite von der die Bilder stammen operiert und entsprechend Leute mit Bias anzieht.

          • Ich finde die homsexuelle Frau auch wesentlich hübscher.

            Der hetereosexuelle Mann sieht für mich so aus wie ein rechtsextremer Schläger, nicht besonders intelligent. Der andere wie ein Müsli.

            Das wird heute als Wissenschaft verkauft. Wo bleiben die Merkmale für Schönheit die reife Sängerinnen und Schauspielerinnen zu Auslaufmodellen machen und der Wunsch nach Jugend bei hetereosexuellen Männern und der Wunsch nach xxxx bei homosexuellen Männer.

            Zum Merkmal eines Heteros/Homos sollte es doch wohl das begehrenswerte Pendant geben?!

        • Hmm, sieht eher aus wie ein Bartschatten oder 2-Tage-Bart. Starker Bartwuchs ist vermutlich auch hormonbedingt. Wäre aber tatsächlich interessant, ob Schwule seltener Bart tragen. Da gibt es ja auch jung-alt-Kombinationen, maskuliner-femininer Mann usw., zumindest im Klischee. Bei den Lesben ist es mit den Butches noch etwas deutlicher, die sehen ja zum Teil extrem männlich aus, man nehme etwa Judith Butler:

          Die würde auch locker als Mann durchgehen.

          • Das ist ein gutes Beispiel für die Suggestivkraft von Bildern. Absolut richtig: das Porträt wirkt ausgesprochen männlich und man könnte sich sogar einbilden, das wäre ein abgebildeter Mann.
            Woher kommt das?
            Diese Studie, die hier besprochen wird, würde uns nahe legen, das sind die breien ausladenen Wangen. (Behaarung sehe ich übrigens nicht).

            Ich denke, das liegt vor allem nur am Haarschnitt, der klare Männermode ist. Wenn du dir zB lange Haare vorstellst, bist du sofort wieder bei einer Frau….

            Ausserdem kenne ich jedenfalls unten breite Gesichter ganz wie das von Butler vor allem von femininen Frauen … Hat mir ja auch niemand beigebracht, dass das jetzt homo sein soll … 😉

          • Das Foto zeigt doch deutlich, was es mit Butler auf sich hat. Sie sieht weder wie eine Frau, noch wie ein Mann aus. Und daran arbeitet sie sich ab, weiß nicht, wo sie hin gehört und projiziert das nach außen. Da darf es dann auch nichts festes, eindeutiges mehr geben.

          • Es gibt durchaus Menschen, wo die korrekte Geschlechtsbestimmung anhand einer Abbildung des Gesichts schwierig bis unmöglich ist, Judith Butler gehört m.M.n. nicht dazu.

            Ein besseres Beispiel wäre z.B. der – rein biologisch betrachtet – schwule Mann, der als Blaire White bekannt ist und dem wir sicher Alle durch seine Genderperformance allein sein Wunschgeschlecht bereits abnahmen. Diese/r hat sich jüngst übrigens einer mehrteiligen facial feminization OP unterzogen, wodurch er_sie imho jetzt (von vorne – nicht jedoch im Profil!) deutlich schlechter aussieht als zuvor, dicker und dumpfer:

            Irgendwo ist ihr_ihm Ausstrahlung abhanden gekommen, ohne dass sich das Passing (noch weiter) erhöht hätte. Sowas find ich merkwürdig.

          • „Sie sieht weder wie eine Frau, noch wie ein Mann aus. Und daran arbeitet sie sich ab, weiß nicht, wo sie hin gehört und projiziert das nach außen.“

            Gegen Lann-Hornscheid ist sie aber direkt ne Schönheit.

            Und das Problem betrifft beide.

    • @Miria
      Gibt es denn Frauen die nicht latent Bisexuell sind? Ich hatte mal gelesen, dass praktisch jede Frau eine bisexuelle Neigung hat. Frauen definieren ja auch lesbisches Verhalten ganz anderes als Männer. Ein paar Küsse unter Frauen sind da gar nix, bei Männern gilt so was bereits als extrem schwul.

      • Ein urbaner Mythos, so wie dreimal Sex in der Woche. Meine Frau findet die Vorstellung, was mit einer anderen Frau zu machen, abstoßend. Aber wer weiß, vielleicht würde entspannte Atmosphäre, ein Glas Rotwein und eine attraktive Frau das auch drehen können. Frauen und Verführbarkeit ist ja auch nochmal ein anderes Thema…

  3. @Christian @all FAKESTUDIE

    Ich brauche nur kurz die Studie aufschlagen und meine Lieblingsfragen zu stellen:
    WIE VIELE MENSCHEN HABEN WIRKLICH TEILGENOMMEN?
    WIE ERFOLGTE DIE AUSWAHL?

    Dazu in der Studie aus Seite 9:
    „Facial images. We obtained facial images from public profiles posted on a U.S. dating website. We recorded 130,741 images of 36,630 men and 170,360 images of 38,593 women between the ages of 18 and 40, who reported their location as the U.S. Gay and heterosexual people were represented in equal numbers. Their sexual orientation was established based on the gender of the partners that they were looking for (according to their profiles).“

    Auf Seite 12 hingegen (Herv. von mir):
    „Frequencies of Users and Facial Images, and the Age Distribution in the FINAL SAMPLE Used in“
    nämlich:
    Unique users
    men gay: 3,947
    men heterosexual: 3,947
    wonen lesbian: 3,441
    women heterosexual: 3,441

    – Von 36.630 Männern haben es 7.894 in die Auswahl geschafft, von 38.593 Frauen 6.882
    – Von 301.101 Bildern, die Anfangs genannt werden 35.326 verwendet

    Das heißt:
    – 21,6% der Männer
    – 17,8% der Frauen
    – 11,7% (!!!) der Bilder
    des ursprünglich genannten samples gelangten in das endgültige sample.
    Das muss doch irgendwem aufgefallen sein.
    Nur noch RELIGIOTEN unterwegs?

    NACH WELCHEN KRITERIEN wurde diese Auswahl getroffen?
    Sie sagen: „Finally, we randomly removed some users to balance the age distribution of the sexual orientation subsamples and their size—separately for each gender.“ was eine unwahre Behauptung ist, denn als Median Alter wird für Männer 33 Jahre mit SD 3 und für Frauen mit 29 SD 5 angegeben.
    D.h. sie haben gezielt Gruppen nach den Kriterium „Alter“ (Männer unter 30 und über 36 Jahren bspw.) herausgeworfen, nicht „randomly“.

    Wenn nur noch 21,6% der Männer nach diesen Kriterien ÜBRIG geblieben sind, dann kann man man sich ausrechnen, dass 78,4% der Männer anscheinend NICHT in dem range gelegen haben. Womit sich die Frage erübrigt, ob das „final sample“ repräsentativ ist – natürlich nicht.

    Kurz: Sie haben die Auswahl so zurechtgebogen, damit das Ergebnis „eindeutig“ ausfällt. Die Auswahl erfolgte mit betrügerischer Absicht.
    Fake Studie.

    Subcomandante crumar

      • irgendeine Dating-Site (ich glaube es steht nicht, welche) und dann haben sie „ich suche Kontakt zu ….“ ausgewertet und das als sex. Orient, genommen.

      • Gute Frage. Seiten, die auch für Heteros sind, sind im Allgemeinen eher unnütz. Also, bei Elitepartner oder Parship gibt es keine Infos, die mich als Mann interessieren, bei sowas wie Planetromeo (gay) ist das anders. Tinder und so hab ich aber bisher nicht angeschaut. Vielleicht orientiert sich das ja mehr an Männern.

      • @Adrian

        Sie haben die sexuelle Orientierung aus den Profilen von online dating Portalen abgelesen.

        Bei der Zusammenstellung des finalen samples haben sie ebenfalls beschissen, indem die Auswahl 50:50 für gay und heterosexuell erfolgte, was dem realen Vorkommen von Schwulen und Lesben in der Gesamtbevölkerung natürlich widerspricht.

        D.h. bei einer Schätzung auf der Basis der Zusammensetzung hätte man bei „schwul“ sowieso eine 50:50 Chance richtig zu liegen, entgegen einer von 5:95 bis 3:97 in der realen Welt.
        Ein repräsentatives sample hätte die Wahrscheinlichkeit „falsch schwul“ zu schätzen – nämlich auf der Basis der Physiognomie – drastisch erhöht, aus diesem Grund hat man die Wahrscheinlichkeit eben reduziert, falsch liegen zu können.

        Und um die „künstliche Intelligenz“ nicht künstlich zu „irritieren“ mit jungen männlichen Gesichtern, deren Physiognomie eben noch nicht männlich genug ist oder älteren Frauen, deren weibliche Züge die Weiblichkeit sukzessive verlieren, hat man eben diese Altersgruppen entsorgt.

        D.h. sie hatten theoretische Vorannahmen, wie sie zum angestrebten Ergebnis kommen und demzufolge haben sie die Auswahl der Teilnehmer vorgenommen.
        Und wenn 90% der Bilder und 80% der Teilnehmer nicht zum angestrebten Ergebnis passen, dann müssen die eben gehen.

        So geht Wissenschaft! 🙂

        • @crumar
          „Bei der Zusammenstellung des finalen samples haben sie ebenfalls beschissen, indem die Auswahl 50:50 für gay und heterosexuell erfolgte …“

          Sie haben ihrem System (und auch menschlichen Probanden) immer zwei Bilder vorgelegt und es war gesetzt, dass eine Person hetero und die andere homo ist! Während die Menschen nur so knapp über 50 % Trefferquote lagen, soll sich das Programm angeblich mit der Erkenntnis über die sex. Orient. der Abgebildeten zu guten Erkennungsquoten gesteigert haben, bis zu 90 % Erkennung.
          Bei niedigerer Häufigkeit der Homos würde die Trefferquote absinken, das räumt auch der Autor ein.

          Ich weiss nicht, ob das aus-dem-Wege-räumen „untypischer“ Gesichter (homos werden ja durch schmalere Gesichter, anders runter/raufgezogene Mundwinkel uä ausgemacht) zu diesem Ergebnis führen würde, die „KI“ täte das leisten… Ich fürchte eher, das ist noch viel mehr gefälscht, also total erfunden. Ich würde vermuten, dass man einfach nachträglich einer konkreten Person die sex. Orientierung vergepasst hat, die der Algorithmus aussuchte. Also so richtig krass vorgegangen ist. Würde auch zum logischen Stil der Arbeit passen…

          • @Androsch

            Zwei Portraits der identischen Frau.
            Zuerst im Alter von 24:
            http://www.gettyimages.fr/detail/photo-d'actualité/american-actor-daphne-zuniga-wearing-a-sleeveless-photo-dactualité/3238770#25th-february-1986-american-actor-daphne-zuniga-wearing-a-sleeveless-picture-id3238770

            Dann im Alter von 47:
            http://www.gettyimages.fr/detail/photo-d'actualité/actress-daphne-zuniga-arrives-to-the-entertainment-photo-dactualité/90900417#actress-daphne-zuniga-arrives-to-the-entertainment-weekly-and-women-picture-id90900417

            Wenn du genau auf das Gesicht schaust, hat sie eine Menge von dem verloren, was „messbar“ feminin ist.
            Würdest du die gleiche KI mit identischen Voreinstellungen über die Gesichtserkennung laufen lassen, hättest du zwei verschiedene Personen.
            Die Gesichter sind einem ordinären Alterungsprozess unterworfen, deshalb haben sie bei der Vorauswahl die Auswahl getroffen, die sie getroffen haben.

          • @Androsch, s. thread im aktuellen S-M

            Und wozu das dienen soll?
            Nur meine Spekulation: die flächendeckende Überwachung an öffentlichen Plätzen sabotieren: wenn da „Persönlichkeitsrechte“ auf dem Spiel stehen, weil etwa sexuelle Orientierung angeblich erkennbar ist, könnte man fordern Überwachung abzuschaffen. Jemand wie Künast würde das dann hierzulande machen.

          • @Alex

            „Während die Menschen nur so knapp über 50 % Trefferquote lagen, soll sich das Programm angeblich mit der Erkenntnis über die sex. Orient. der Abgebildeten zu guten Erkennungsquoten gesteigert haben, bis zu 90 % Erkennung.“

            Wenn die Zusammenstellung des samples – ENTGEGEN des realen prozentualen Anteils an der Gesamtbevölkerung – sowieso bei 50% schwulen/lesbischen Männern und Frauen lag, was ist die Aussage WERT, es habe eine „nur so knapp über 50 % Trefferquote“ gegeben?

            Die Wahrscheinlichkeit richtig (oder falsch) zu RATEN liegt sowieso bei 50% – und zwar, OHNE das Bild anzuschauen.

            Wissenschaftlich wäre es gewesen, separat auszuweisen, wo RICHTIG und wo FALSCH schwul geraten worden ist, sie haben aber nur die Erkennung von schwul ausgewiesen. Also nur die HÄLFTE der möglichen Fehler.

          • @crumar

            „was ist die Aussage WERT, es habe eine „nur so knapp über 50 % Trefferquote“ gegeben?“

            Das dient dem Autor cer Arbeit später in der Arbeit dazu zu behaupten, Menschen könnten die sexuelle Orientierung anderer *überhaupt gar nicht* erkennen. Dies soll nämlich der Beruhigung von irgendwelchen Bedenkenträgern dienen.

            „eparat auszuweisen, wo RICHTIG und wo FALSCH schwul geraten worden ist“

            Es sind notgedrungen immer beide Tipps richtig oder falsch, wenn man raten muss, wer ist homo, wer ist hetero. Es werden ja immer beide Fälle präsentiert und nicht einmal zwei Homos, dann zwei Heteros. Jede Stichprobe ist ja zur Hälfte homo und hertero. Du wählst also den „schwuleren“, wenn man so will. Oder überlegt dir andersrum: wer sieht mehr hetero aus.

            Ich denke, Menschen können das ganz gut einschätzen und besser als hier in der Studie getan wird. Allerdings rein nach *modischen Merkmalen*. Früher war es der Stecker im Ohr, dann der Haarschnitt oder Färbung…. Dann ist noch ganz wichtig der Umgang, die Art. Nur mit dem Aussehen alleine hat das (so glaube ich) absolut gar nichts zu tun.

          • Nur mit dem Aussehen alleine hat das (so glaube ich) absolut gar nichts zu tun.

            Nur dass das halt mittlerweile in zig Studien nachgewiesen wurde und auch subjektiv augenscheinlich ganz gut funktioniert bei den meisten.

          • @chris
            Das sind dann die idealisierten Bilder von Homo versus Hetero, wie sie alleine durch die ganzen ausgewerteten Bilder nebst Selbst-Einschätzung zusammengefasst werden können….
            Bestätigt das typische Vorurteil auf perfekte Weise: Schwule sind irgendwie „weiblich“, Lesben irgendwie „männlich“.

          • @Christian

            Mir fällt noch etwas auf: Wie war eigentlich die „ethnische“ Zusammensetzung des samples?
            Weil asiatisch stämmige Menschen bspw. in der Regel ebenfalls kleinere Nasen haben als europäische Menschen.
            Gibt es eigentlich Vergleichsbilder, die auf Vergleiche zwischen diesen beiden Ethnien hinweisen?

        • @crumar: Zu deiner Methodenkritik, Punkt Altersverteilung:

          „Die Männer im final sample waren zwischen 30-36 und die Frauen zwischen 24-34 alt.“

          Nein, die Männer (und Frauen) waren zwischen 18 und 40 Jahren alt – eben das, was sie im ursprünglichen sample an Bildern zusammengetragen haben. Der Interquartilabstand ist 30-36 (für Frauen 25-34). Das heißt nicht, dass Männer jünger als 30 bzw. älter als 36 nicht vorkommen.
          Du kannst jetzt natürlich statt der Beschränkung 30-36 die Beschränkung 18-40 kritisieren, das ändert aber nichts an den Ergebnissen. Ist es weniger bedenklich, wenn die Erkennung der sex. Orientierung in einem bestimmten Altersbereich funktioniert?

          Methodenkritik, Punkt Zusammenstellung, bzw Klassifikationsfehler:

          „Bei der Zusammenstellung des finalen samples haben sie ebenfalls beschissen, indem die Auswahl 50:50 für gay und heterosexuell erfolgte, was dem realen Vorkommen von Schwulen und Lesben in der Gesamtbevölkerung natürlich widerspricht.“

          Eine Datenverteilung wie in der Gesamtbevölkerung (5% homosexuelle) zu fordern ergibt überhaupt keinen Sinn: ein neuronales Netz kann nur lernen was in den Daten vorhanden ist. Wenn in den Daten 95% hetero sind, dann ist das zum Zwecke der Unterscheidung hetero/homo UNBRAUCHBAR. Es wäre sogar methodisch falsch mit solchen Daten zu lernen, weil sie einen Bias enthalten. Der Bias lautet: 95% hetero. Auf solchen Daten kann man sogar mit geschlossenen Augen mind. 95% Genauigkeit erreichen, indem man einfach immer hetero tippt. Du siehst das Problem?
          Eine 50/50 Verteilung macht die Aufgabe für das neuronale Netz SCHWIERIGER, weil es nämlich wirklich eine Unterscheidung lernen muss, und sich nicht einfach auf den Bias verlassen kann so wie du das vorschlägst.
          Beim machine learning gibt die Aufgabe die Datenbasis für Lernen vor, nicht die wirkliche Welt.

          „Wissenschaftlich wäre es gewesen, separat auszuweisen, wo RICHTIG und wo FALSCH schwul geraten worden ist, sie haben aber nur die Erkennung von schwul ausgewiesen. Also nur die HÄLFTE der möglichen Fehler.

          Hier stimme ich dir zu. Ich verstehe nicht, wieso sie so ein komisches Protokoll zur Auswertung benutzen.

          „Mir fällt noch etwas auf: Wie war eigentlich die „ethnische“ Zusammensetzung des samples?
          Weil asiatisch stämmige Menschen bspw. in der Regel ebenfalls kleinere Nasen haben als europäische Menschen.
          Gibt es eigentlich Vergleichsbilder, die auf Vergleiche zwischen diesen beiden Ethnien hinweisen?“

          Die Auswahlkriterien lauteten: „adult, Caucasian, fully visible, and of a gender that matched the one reported on the user’s profile.“
          Ich halte das für legitim, sie haben mit den Daten gearbeitet die zur Verfügung standen. Ein nächster Schritt könnte nun sein, dasselbe Experiment für mehrere Ethnien und Altersgruppen durchzuführen. Wobei es vermutlich schwieriger sein dürfte da an geeignete Trainingsdaten zu kommen.

          Allgemein zu machine learning:

          „Und um die „künstliche Intelligenz“ nicht künstlich zu „irritieren“ mit jungen männlichen Gesichtern, deren Physiognomie eben noch nicht männlich genug ist oder älteren Frauen, deren weibliche Züge die Weiblichkeit sukzessive verlieren, hat man eben diese Altersgruppen entsorgt.
          […]
          Würdest du die gleiche KI mit identischen Voreinstellungen über die Gesichtserkennung laufen lassen, hättest du zwei verschiedene Personen.“

          Ich habe den Eindruck, du gehst mit einem zu „menschlichen“ Verständnis an die Sache. Wir wissen nicht was genau NN lernen, aber wir wissen dass sie WESENTLICH besser darin sind Strukturen in großen Datenmengen zu erkennen, als wir Menschen. Insbesondere gibt es bei einem NN keine „Voreinstellung“. Es lernt Strukturen aus Daten. Es gibt keinen Grund zur Annahme, ein NN könnte Schwierigkeiten mit dem Alterungsprozess menschlicher Gesichter haben, wir wissen bereits dass das funktioniert – ein NN kann ohne weiteres die Information wie ein Gesicht altert „lernen“.

          Ich setze das in Anführungszeichen, weil es sich dabei mehr um ein abstraktes Prinzip handelt, als darum wie ein konkreter Mensch altert. Wiederum gilt, wir wissen nicht genau wie, aber man kann sehr einleuchtend zeigen das es funktioniert. Falls du interessiert bist, kannst du mal in folgendes paper reinlesen:
          https://arxiv.org/abs/1611.05507
          Die Autoren zeigen, dass ein NN alle möglichen Charakteristika menschlicher Gesichter „kennt“, und zwar auf eine Art und Weise die es möglich macht aus dem NN neue (!) Bilder zu synthetisieren. Man kann ein gegebenes Gesicht älter machen, eine Bart hinzufügen, lächeln lassen usw. Und die Ergebnisse sehen durchaus vernünftig aus.

          Von links nach rechts: Original Bild, sowie 2 synthetisierte (!) Bilder mit Veränderung entlang der Dimension „Alter“. Das NN hat NUR das erste Bild gesehen (die anderen beiden Personen gibt es ja in Wirklichkeit gar nicht!)

    • „Die Auswahl erfolgte mit betrügerischer Absicht.“

      Die betrügerische und manipulative Absicht sah ich in dem ganzen Argumentationsstil der Arbeit, das hat mir ehrlich gesagt schon vollkommen gereicht.

    • Haben die auch was zur Unterscheidung Trainingset und Testset gesagt? Wenn die Daten zur Erkennungsrate für die gelernten Bilder sind und nicht für unabhängige Testbilder, dann ist das aus Machine Learning Sicht unsauber.

      Bei genug Features und mächtigen Strukturen wie Deep Learning kann sich das ziemlich verquer anpassen, was dann aber nicht allgemein gilt.

    • „denn als Median Alter wird für Männer 33 Jahre mit SD 3 und für Frauen mit 29 SD 5 angegeben.
      D.h. sie haben gezielt Gruppen nach den Kriterium „Alter“ (Männer unter 30 und über 36 Jahren bspw.) herausgeworfen, nicht „randomly“.“

      Wie kommst du zu der Schlussfolgerung? Kann es nicht auch sein, dass im entsprechenden Alter einfach eine Häufung in der Partnerbörse ist und man dann im entsprechenden Altersspektrum jeweils leichter gleichaltrige Homo-Hetero-Paare findet?

      Wenn ich mir praktisch vorstelle, was die getan haben, dann sieht das so aus:

      a) zigtausende Fotos aus einer Datenbank holen

      b) verwertbare (richtige Perspektive, ordentliche Farben und Belichtung, scharf genug usw.) rausziehen (da bleibt nur noch ein Bruchteil)

      c) Gleichaltrige Paare suchen (sonst scheitert die K.I)

      Eine solche Vorauswahl ist absolut notwendig, bei jeder Studie, erst Recht auf dem primitiven Niveau, auf dem unsere K.I.s arbeiten. Oder? Ich sehe da nicht zwangsweise einen Erwartungsbias in Aktion. Auch wenn die K.I. in der Praxis wahrscheinlich nichts taugt.

      • @Androsch
        „Gleichaltrige Paare suchen“

        Ehrlich?
        Und die gleichaltrigen Paare in einer KI führen zu einer Vorauswahl, in der alle Männer unter 30 herausfliegen?

        Weil sich schwule und heterosexuelle Männer UNTER 30 Jahren NICHT gleichermaßen repräsentativ auf einer dating platform befinden, dafür aber FRAUEN in dieser Altersspanne?

        Klingt – so formuliert – nach Schlangenöl, oder?

        • Wo steht, dass Männer unter 30 rausfliegen?

          Deine „Methodenkritik“ ist an Lächerlichkeit nur schwer zu überbieten.

          Die Selektionsschritte sind doch alle nachvollziehbar beschrieben. Sehr naiv, einem peer-reviewten Artikel aus Stanford derart aberwitzige Selektionsfehler vorzuwerfen. Die Bilder flogen raus, da sie mehrere Gesichter enthielten, zu klein waren etc. Einzig der letzte Selektionsschritt ist ein wenig missverständlich geschrieben („Finally, we randomly removed some users to balance the age distribution of the sexual orientation subsamples and their size“), aber du darfst davon ausgehen, dass hier statistisch bewährte Verfahren zum Einsatz kommen um Selektionsfehler zu verhindern und nicht etwa Handauslese im Sinne eines gewünschten Ergebnis stattfindet.

          Dass statt der Basisrate (von nur ca. 2-3%) mit gleich großen Subsamples gearbeitet wird, wurde auch schon bei früheren Gaydar-Studien kritisiert. Es geht aber eben nicht darum, eine „natürliche“ Gaydar-Akkuratheit zu bestimmen, sondern es ist erstmal interessant, dass sowohl Mensch als auch Maschine dies überzufällig gut beherrschen, dafür muss es ja Gründe geben. Auch bei einem Erwartungswert von 50% kann ich leicht bestimmen (z.B. über einen Binomialtest), ob meine Vorhersage signifikant besser ist als der Zufall. Das beginnt bei der Stichprobenzahl schon bei 51 und hier kommen wir auf herausragende 80%.
          Es mag dir ökologisch valider scheinen, ein repräsentatives Sample aus der Bevölkerung zu ziehen und sich auf deren self-reports bei der Teilnahme zu verlassen. Methodisch ist es aus vielen Gründen aber sinnvoller und auch letztlich doch valider, ein sehr großes, „natürliches“ Sample aus „sich selbst sexuell orientierenden“ Individuen zu nehmen, wo man dann eben über das Matching mehr statistische Power bekommt.

          • @david

            „Wo steht, dass Männer unter 30 rausfliegen?“
            In der Studie – ich habe sogar die Seitenzahl genannt.
            Die Männer im final sample waren zwischen 30-36 und die Frauen zwischen 24-34 alt.

            „Finally, we randomly removed some users to balance the age distribution of the sexual orientation subsamples and their size“
            Steht im krassen Gegensatz zum Ergebnis.
            Es sei denn, du glaubst, die age distribution auf einer solchen online dating platform beschränkt sich auf diese Altersgruppe.

            D.h. der Fokus auf eine bestimmte Altersgruppe, die zudem noch nach Geschlecht differiert kann nicht zufällig gewesen sein.
            Noch einmal deshalb meine Fragen: Warum wurden Männer zwischen 30-36 und Frauen zwischen 24-34 ausgewählt? Wenn es keine nachvollziehbare Begründung für diese Auswahl gibt, dann würde ich meinen, hier hat die Auswahl der Altersgruppe einen *gewollten* Einfluss auf das Ergebnis.

            „Sehr naiv, einem peer-reviewten Artikel aus Stanford derart aberwitzige Selektionsfehler vorzuwerfen.“
            Ich finde Appell an Autoritäten auch toll, david. 🙂

            „Es geht aber eben nicht darum, eine „natürliche“ Gaydar-Akkuratheit zu bestimmen, sondern es ist erstmal interessant, dass sowohl Mensch als auch Maschine dies überzufällig gut beherrschen, dafür muss es ja Gründe geben.“

            Das wiederum fände ich wesentlich überzeugender, wenn die Anzahl der *falsch* schwul/lesbisch-Klassifizierungen ebenfalls veröffentlicht würde.
            Wenn die heitere Raterunde nämlich Heterosexuelle für schwul/lesbisch hält, die es gar nicht sind.

            Ich schlage daher ein negatives Experiment vor: Je 100/50 Bilder von heterosexuellen Männern und Frauen und man erzählt den Teilnehmern/innen der Studie, unter denen befänden sich 25/15 schwule/lesbische Frauen und Männer, die sie bitte aussortieren sollen.
            Es wäre doch spannend, wie die Erkennungsrate *dann* ist.
            Das wäre ein echter Test für das gaydar! 😉

          • „Es wäre doch spannend, wie die Erkennungsrate *dann* ist.
            Das wäre ein echter Test für das gaydar! 😉“

            eher interesant würde ich es finden, wenn man dann die jeweiligen Abweichungen von dem Schema überprüft und feststellt, ob die, die fälschlicherweise für Homosexuell gehalten worden sind, näher an dem Schema für schwul sind.
            Es kann ja unproblematisch Leute geben, die zB als Männer ein „weiblicheres gesicht“ gesicht haben, aber nicht schwul sind, etwa wegen unterschiedlicher Zeiten der Hormonstände oder epigeneticher Effekte

          • @Christian

            Die Frage ist für mich immer noch, ob die „ethnische“ Zusammensetzung des samples „zufälligerweise“ ethnisch sehr homogen ist, um nicht zu sagen „weiß“. 😉

            „eher interesant würde ich es finden, wenn man dann die jeweiligen Abweichungen von dem Schema überprüft und feststellt, ob die, die fälschlicherweise für Homosexuell gehalten worden sind, näher an dem Schema für schwul sind.“

            Eine interessante Frage, mit der du aber nicht das „Schema für schwul“ testet, sondern das, was Menschen für (stereotypisch) schwul halten.

            Eigentlich, nur ganz eigentlich, müsste jeder als *falsch schwul* deklarierte Heterosexuelle ein Beweis dafür sein, dass das *Schema selbst* eine falsche Generalisierung der Vorannahme ist, wonach Schwule eher weibliche Gesichtszüge haben und Lesben eher männliche (u.a.).
            Während dein Test davon ausgeht, dass das Schema richtig ist und die *falsch schwulen* entweder nicht existieren oder die absolute Ausnahme sind.
            Was mich dann zur Frage veranlasst, wieso sich Schwule als schwul outen können, wenn das gaydar der Gesellschaft so zuverlässig funktioniert…

            Die Studie geht daher in die Richtung, in die alle anderen solcher Studien auch gehen; statt versuchsweise das Schema vor die Wand zu fahren (mein Vorschlag für ein Experiment), geht es immer nur um die Bestätigung der Vorannahmen.
            Dabei kann man bei rein heterosexuellen Paarvergleichen ganz einfach herausfinden, ob es stimmt: Werden in den Vergleichen schwule Männer und lesbische Frauen identifiziert, die heterosexuell sind, dann ist das Schema Schrott.

            Im vorliegenden Fall – das ist meine Meinung – wurde dazu die Studie manipuliert und mit dem Buzzword „Künstliche Intelligenz“ versehen, um diese Vorannahmen zu bestätigen und zu verkaufen.

  4. Politisch ist die Frage nicht, ob die Studie bestehende bzw. rational konstruierbare Muster zeigt, sondern ob sie politisch zur Strukturierung und Hierarchisierung verwendet werden kann. Also ob sie politisch abstrakt-konkretisierbar ist, d.h. dazu geeignet zu normieren, einzuteilen und zu ‚Orienteriung‘ zu erzählen. Wenn das so ist, dann wird sie verwendet, wenn sie auf strukturell relevanten Widerstand stößt wird etwas anderes entwickelt.

    • Fällt mir schwer, mir eine Anwendung dafür vorzustellen. Zumal die guten Erkennungswerte in der Praxis ganz sicher nicht eingehalten werden und Homosexualität im Westen kein Stigma mehr ist. Um Vorteile daraus zu ziehen, benötigt man die K.I. auch nicht, es reicht die Behauptung, die eigene Sexualität sei irgendwie anders oder besonders.

      In islamischen Ländern könnte sie Anwendung finden, aber das bezweifle ich. In Ländern in denen Homosexualität unterdrückt wird, gibt es sehr viel versteckte, nicht selten in Machtpositionen. Man stelle sich vor, die homophobe katholische Kirche würde mit sowas durchgescannt und die Hälfte der Priesterschaft flöge raus. Niemand im Vatikan würde sowas jemals riskieren. Eine gewisse Doppelmoral gehört zur Macht immer dazu.

      • „Zumal die guten Erkennungswerte in der Praxis ganz sicher nicht eingehalten werden…“

        Noch nicht, wird aber besser werden.

        „…und Homosexualität im Westen kein Stigma mehr ist.“

        Offiziell nicht, aber weißt Du, wie es in den Köpfen von bspw. Personalern aussieht? Wird da nicht eher der Hetero eingestellt, dessen Lebensweise man für „solider“ hält? Oder bei Frauen eher die Lesbe, weil die „Gefahr“ der Schwangerschaft kleiner ist?

    • @kosinsky
      „Politisch ist die Frage nicht, ob die Studie bestehende bzw. rational konstruierbare Muster zeigt, sondern ob sie politisch zur Strukturierung und Hierarchisierung verwendet werden kann“

      Die politischen Implikationen können sicher für diskriminierende Staaten dramatisch sein weil die automatisch gestützte Klassifizierung von einem wahrscheinlich zutreffenden und kulturell unerwünschten Verhalten nicht mehr durch persönliches Verhalten versteckt werden kann. In unseren Gesellschaften werden offensiv und affektiv Symbole genutzt die Präferenzen unabhängig vom Gesicht erlauben.

      Die kommerzielle Verwertung der Erkennung im Rahmen von optimierten Zielgruppeneinteilung wird nicht lange auf sich warten lassen wobei ich skeptisch bin ob gegenüber anderen persönlichen Metadaten noch ein signifikanter Mehrwert erzeugt wird.

      Wissenschaftlich ist die Studie mindestens bereichernd weil ich vermute das der Zusammenhang zwischen Gehirnprägung und sexueller Prägung weitreichender untersucht wird. Persönlich vertrete ich jedoch eher die Auffassung das die sexuelle Prägung durch sozio-kulturelle Konformität oder Ablehnung entsteht die ein von der Gemeinschaft getragenes Rollenmodell voraussetz. Daher Prägung durch empathisch motiviertes Erleben das abhängig von in dieser Dimension unterschiedlicher Hirnformung. Wenn dann eine bestimmte Hirnformung die nicht mit den äusseren Geschlechtsmerkmalen konform ist und dann mit bestimmten Gesichtsmerkmalen korreliert die wir kulturell nicht lesen gelernt haben ist dieses Ergebnis der KI zu erwarten.

      Interessant fände ich ob Homosexuelle selbst andere Quoten als Humanoide erreichen. Das wäre eine Argumentation das diese selbst die Gesichtskodes lesen gelernt haben. Im Mittel ist ja die KI besser weil sie besser trainiert werden kann als jeder Mensch. Wobei in einer tatsächlichen Welt oft wenige Sekunden Interaktion ausreichen. Aus dieser Perspektive betrachtet ist die Studie eher wissenschaftlich relevant.

  5. Man kann auch interpretieren, dass jede geordnete/strukturierte ‚Moral‘ eine Doppel (bzw. Partikular-)Moral ist.
    Dass Homsexualität als Abgrenzungskategorie derzeit auf der formalen ‚Ebene‘ (institutionell, etc.) keine große Rolle spielt interpretiere ich auch so.

    • „Man kann auch interpretieren, dass jede geordnete/strukturierte ‚Moral‘ eine Doppel (bzw. Partikular-)Moral ist.“

      Warum sollte das so sein? Eine Moral ist so gut wie die Kategorien, die sie zur Unterscheidung nutzt. Eine „Doppelmoral“ kommt immer nur dann zustande, wenn Kategorien *künstlich* und *nicht nachvollziehbar* (typischerweise für nachfolgende Generationen) unterschieden werden und ganz verschiedene Massstäbe und Erwartungen angelegt werden.

      Eine der verbreitesten Doppelmoralen heute ist in Bezug auf die Unterscheidung Christentum / Islam zu beobachten, hier wird jeder Bruch von offensichtlicher Logik, Fakten etc in Kauf genommen, um zum gewünschten Resultat zu kommen, welches geradezu pathologisch ist. Paradebeispiel für diese kollektiven Irrsinn: Christentum ist schlimmer, da in der Bibel mehr Gewaltszenen geschildert sind als im Koran ….

      „Dass Homsexualität als Abgrenzungskategorie derzeit auf der formalen ‚Ebene‘ (institutionell, etc.) keine große Rolle spielt interpretiere ich auch so.“

      Natürlich tut es das, gerade und insbesondere *institutionell*. Vieviele Institute, websites, e.Vs, Projekte für/gegen Etwas, Stiftungen, NGOs, ich weiss nicht was sind hier unterwegs? Das kann man fast schon eine „Industrie“ nennen.

      • Das mit der Moral ist jederzeit/zeitlos ein grosses Fass ohne objektiv fixierten Boden (auch interpretierbar als Zustand und Anklang allgemein der Philosophie).
        Das mit den Kategorien ist bezogen auf partikulare Bewertungen richtig. Aber gerade deshalb sind es ja aus metapartikularer (am Konstrukt des Subjekts konstruiert: metasubjektiv) Abstraktion: Partikularmorale (plural). Dualistisch formuliert sind es Doppelmorale.

        Zur Homosexualität: Ja, als sekundäre Distinktion (Indentitäten, Positionierungen, Rolleninterpretationen, etc.) wird es verwendnet. Aber/Gleichzeitig herrschaftlich/hierarchisch ist es derzeit keine Hierarchisierungs-Kategorie. Gemeint damit: Keine institutionelle Kategorie der Trennung von richtig/falsch, erlaubt/illegal, unverdächtig/verdächtig etc.

        • Ich finde Moralvorstellungen sehr interessant, da sie ein gutes Bild der Vorstellungswelt einer Gesellschaft liefern. Gerade weil Moral eben nicht fixiert ist und Moden und ganz spezielle Bedingheiten, die man nur geschichtlich fassen kann, greifen. Warum eine Moral automatisch zur Doppelmoral tendieren sollte, habe ich nicht kapiert.

          „Zur Homosexualität: Ja, als sekundäre Distinktion (Indentitäten, Positionierungen, Rolleninterpretationen, etc.) wird es verwendnet “

          Dafür gibt es ja eigens „gay“ (und viele andere labels). Insbesondere „queer“ hat sich ja völlig verselbstständigt von der Vorstellung der Homosexualität. Irgendetwas, was „gay“ ist, sollte heute nicht mehr auf „Homosexuelle“ beschränkt sein. Es wird zu einem rein identitätspolitischen Kriterium und dann zu einer „Wahl“ gemacht. Besonders auffällig bei der Trans-Sexualität.
          Diejenigen, die das ernst meinen, sehen das nicht als „sekundäre Distinktion“, sondern als primäre und vor allem *als einzige mögliche*, als alternativlos. Deshalb sehen die es auch als schwerstes Verbrechen an einer „Menschenwürde“, wenn jemand falsch angesprochen („falsch gegendert“) wird. Weil diese Ansprache nach ihrer Ansicht die Realität erschafft (genau das, was man „magisches Denken“ nennt (daher lieben diese Leute ja auch Einhörner und andere Fabelwesen und Harry Potter so sehr).

          • @Alex
            „Insbesondere „queer“ hat sich ja völlig verselbstständigt von der Vorstellung der Homosexualität.“

            Eine eigene Identität die weitergehend als die durchaus positiv von der Mehrzahl akzeptierten Identitäts-Rollen sich von gesellschaftlich dominierenden Rollenmodellen emanzipiert hat keinen direkten Zusammenhang mit sexueller Orientierung. Das sind zweierlei Dinge.

            “ Deshalb sehen die es auch als schwerstes Verbrechen an einer „Menschenwürde“, wenn jemand falsch angesprochen („falsch gegendert“) wird.“

            Die gesellschaftlich und rechtlich korrekte Verwendung des Genus in Übereinstimmung mit der Identität ist genau wegen sprachlichen Formung der Realität ein Aspekt der Menschenwürde .

          • „Die gesellschaftlich und rechtlich korrekte Verwendung des Genus in Übereinstimmung mit der Identität ist genau wegen sprachlichen Formung der Realität ein Aspekt der Menschenwürde .“

            Niemand kann die Identität anderer im Voraus erfassen, diese ist rein willkürlich subjektiv und jederzeit änderbar.
            Dies ist kein Zustand, der in irgendeiner Weise stabil sein kann und vor allem keine Stabilität zwischen Menschen schafft. Er passt nur zu Despotie und Willkür des Einzelnen und führt auf der Überholspur in das erbarmungslose „Alle gegen Alle“. Hier ist keine „Menschenwürde“ abholbar, ausser der des Usurpators und Triumphators. Und hier erfährt der Begriff der „Würde“ auch seine dunkelst-romantische Erfüllung. Die Erfüllung, die die Gläubigen der absoluten Wandelbarkeit Allens und die darauf ihre Macht aufbauen suchen, die absolute Macht. Die das einzige Verbindliche zu sein hat. Einzig das steckt hinter der „neuen“ post/modernen Philosophie als „Letztes“.
            Wenn dieses Denken entzaubert ist, kann mal wirklich ein „Paradigmenwechsel“ eintreten. Das Zeitalter des Irrationalismus seit dem 2. Wk muss ein Ende finden und ein „Back to Earth“ stattfinden. Auch ökologisch. Peace.

          • „Die gesellschaftlich und rechtlich korrekte Verwendung des Genus in Übereinstimmung mit der Identität ist genau wegen sprachlichen Formung der Realität ein Aspekt der Menschenwürde .“

            Nein, ist es nicht. Allenfalls Höflichkeit.

            Was wenn plötzlich verlangt wird, daß der Verwender eines Genus, die von ihm frei gewählte Verwendung des Genus als Aspekt seiner Menschenwürde betrachtet? Willst Du anderen dann ihre Menschenwürde auf selbst gewählte Worte absprechen? Das könnte nämlich passieren, wenn man der Logik folgt und dann habt ihr den Salat … 🙂

          • „Warum eine Moral automatisch zur Doppelmoral tendieren sollte, habe ich nicht kapiert.“ Eine (von verschiedenen) strukturale Antwort: Weil jede Moral sich ’selbst‘ auflösen würde, wenn sie ‚eingelöst‘ werden würde. Das heißt, die Moral existiert nur so lange, so lange auch jemand/etwas dagegen verstößt. Das wiederum heißt: Der Moral-Postulierer muss entweder seine Moral sein lassen, oder er muss mit der Moral auch ihren “Gegener“/das Unmoralische mitkonstruieren.
            Eine existenziale Antwort: Es gibt keine Moral als universale Existenz. Die Moral ist eine Interpretation/Musterung menschlicher Existenz als ein Aspekt, der niemals einheitlich konkretisiert/umgesetzt werden kann. Daher ist eine Moral entweder eine partikulare Wertung oder die gleichzeitige Akzeptanz ihrer Widersprüche, die nicht aufgelöst werden können.

  6. Strenggenommen hat die KI nur Homosexuelle auf einer Datingplattform erkannt, daraus kann man nicht automatisch ableiten dass die KI generell Homosexuelle erkennt.
    Man kann z.B. vermuten dass sich auf der Datingplattform hauptsächlich „mutige“ Lesben anmelden, also jene die mehr männlich sind und breitere Gesichter haben. Die schmalgesichtigeren weiblichen Lesben hätten die Treffsicherheit der KI ganz schnell ruiniert wenn sie auch präsent gewesen wären.
    Unvollständige bzw. selektive Datensätze gaukeln also eine Treffsicherheit der KI vor die diese in der freien Wildbahn gar nicht hat.

  7. Die Arbeit ist definitiv ein Fortschritt in der Forschung über Mustererkennung durch künstliche neuronale Netze. Mal sehen, ob nachfolgende Forschungsarbeiten diese Ergebnisse bestätigen oder sogar noch übertreffen können (also größere Samples, erschwerte Bedingungen etc.).

    Noch interessanter wird es, wenn KNN Mustererkenner nicht nur Photos (also zweidimensionales) sondern auch Videoaufnahmen oder sogar dreidimensionale oder vierdimensionale Rohdaten in nahezu Echtzeit verarbeiten können und Ergebnisse mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit auswerfen…

  8. Und hier wird die Sache schon politisch eingesetzt, wie zu erwarten war:

    „Weil die automatisierte Erfassung der Passanten und die Verarbeitung ihrer Gesichter in deren Grundrechte eingreift, ist ein Datenschutzkonzept das Minimum, was von den Verantwortlichen zu erwarten ist. Da eine biometrische Auswertung von Gesichtern auch sensible Informationen wie Alter, Geschlecht, Gesundheitszustand oder gar sexuelle Orientierungen preisgeben kann, ist es nachvollziehbar, dass sich Fragen danach aufdrängen, wer unter welchen Umständen Zugriff auf die Daten hat, sie eventuell weiterverarbeitet und wer sie wann löschen muss. All das und mehr sollte das bisher geheime Datenschutzkonzept umfassen.“

    https://netzpolitik.org/2017/innenministerium-verweigert-antworten-zur-automatisierten-gesichtserkennung/

    Politische Gebrauchsforschung…. Wie früher eben, die gleiche Platte wird wieder aufgelegt….

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