Hass auf Rechtsanwälte und Richter

Ich finde den Hass auf Rechtsanwälte und Richter, der sich bei vielen von familienrechtlichen Verfahren Betroffenen in einigen Foren zeigt, immer wieder erstaunlich. Deswegen muss ich meinem angesammelten Frust aus dem Lesen dieser Foren mal hier wieder Luft machen.

Gerade las ich wieder häufiger etwas in dieser Richtung:

  • Richter sind alle korrupt, sie sind entweder Sadisten, die einfach aus Spass am Leid anderer Familien zerstören oder gar an „dem Kinderhandel“ verdienen. Sie sind jedenfalls unfähig das Recht zu begreifen (welches sich der Kommentierende ohne Hinzuziehung weiterer Quellen durch reine Lektüre des Gesetzestextes besser erschließt als der Richter) oder brechen es vorsätzlich, um Männern/Vätern zu schaden.Sie gehören alle weggesperrt.
  • Rechtsanwälte sind wohl in den Augen vieler noch schlimmer, sie sind geldgierige Idioten, die ebenfalls keine Ahnung von Recht haben, auch Spass daran haben, Familien zu zerstören, stecken mit den Richtern unter einer Decke und überhaupt ist das ganze Familienrecht nur deswegen konzipiert, damit Anwälte Geld verdienen können.

Dabei geht vollkommen unter:

  • Das Richter an die gegenwärtigen Gesetze gebunden sind und diese nicht beliebig auslegen können. Diese Gesetze sind wiederum durch eine Rechtsprechung der Obergerichte konkretisiert worden, die Kriterien für Entscheidungen vorgeben, an denen sich Richter orientieren sollen und innerhalb derer sie sich auch sehr häufig bewegen. Viele Richter sind sehr gute Juristen, die die Rechtsprechung in ihrem Gebiet, beispielsweise im Familiengericht genau kennen und sich auch an diese halten. Die allermeisten sind innerhalb dieser Regeln bemüht gerechte Entscheidungen zu treffen.
  • Rechtsanwälte sind natürlich Vertreter der Interessen ihrer Mandanten. Die allermeisten Rechtsanwälte vertreten genauso Frauen wie Männer und würden sich an anderer Stelle genauso für ihre männlichen Mandanten einsetzen. Viele Rechtsanwälte sind ebenso spezialisiert und arbeiten täglich im Familienrecht. Natürlich wollen sie Geld verdienen. Sie leben aber auch von ihrem Ruf und davon, wie gut sich ein Mandant bei ihnen betreut fühlte. Wenn sie zu der Gegenseite gemein sind, dann häufig nicht, weil sie zu Männern gemein sind, sondern weil sie eben die Gegenseite ist. Alle großen Urteile, die positiv für Männer oder Väter sind, wurden auch mit Hilfe von Rechtsanwälten bestritten, die ihre Mandanten engagiert begleitet haben.

Einige steigern sich da in einen unglaublichen Hass hinein, der auch etwas von Verfolgungswahn haben kann. Der Einzige, dem sie damit schaden sind sie selbst. Man sollte dem Richter und dem Rechtsanwalt zugestehen, dass sie ihren Job machen und sich davor hüten, dass man alles persönlich nimmt.

Nein, du bist nicht besser als der Rechtsanwalt. Nein, Gesetzestexte lesen ist vollkommen unzureichend, um Jura zu verstehen. Nein, sich selbst Theorien zu Gesetzen auszudenken bringt dich keinen Schritt weiter und ist auch nicht Anzeichen dafür, dass du mehr weißt und besser bist als der dumme Richter und der dumme Rechtsanwalt. Wenn du beide für Idioten hältst und dich für besser, obwohl du nie in juristische Bücher geschaut hast, dann bist du selbst der Idiot, nicht die. Nein, deine Sonderanträge, deine Befangenheitsanträge und dein hartes Vorgehen gegen den Richter sind nicht pfiffig. Mit hoher Wahrscheinlichkeit machst du juristischen Unsinn und schadest dir damit nur selbst. Du zeigst es dem Richter nicht mal richtig, sondern bringst ihn lediglich auf die Idee, dass du dich wahrscheinlich ansonsten genau so herablassend und besserwisserisch verhältst und nicht einsehen kannst, dass du keine Ahnung hast und andere mehr von dem Thema wissen.  Das kann ihn zum Beispiel auf die Idee bringen, dass das Kind vielleicht doch bei der Mutter besser aufgehoben ist. Und ein Großteil der Angriffe auf dich bildest du dir tatsächlich nur ein, weil du keine Ahnung von der Praxis hast und sie recht damit haben, dass du juristisch unsinniges beantragst.

Aber ich merke gerade, dass es immer wieder ein sehr ähnlicher Rant ist. Aber es ist eben frustrierend. Wenn sie sich weniger an Richtern etc abarbeiten würden und mehr an den Gesetzen an sich, dann wäre es so viel produktiver.

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