Diversität als Virtue Signalling für Unternehmen

Die Herald Sun berichtet über die Anfänge der Diversity-Abteilungen:

“Diversity started out as an attempt by some big companies to soften their image”, one said.

“None of the CEOs like being attacked as greedy capitalists, so they used diversity as a shield, as corporate virtue signalling”.

Another argued: “These businesses are usually in oligopoly markets where making money is easy, so financially they can afford to carry the indulgence of diversity and overstaffed diversity units.”

“The big banks, for example, don’t really compete against each other, they’re government guaranteed.”

“Wait for the next recession, the diversity units will be the first ones sacked.”

Then I received a vivid account of how much small- to medium-sized businesses despise the diversity agenda.

“Every business we deal with thinks it’s rubbish, and the small guys can’t afford it anyway.”

“Job applicants are always different, so if you are serious about making a dollar you have no choice but to hire the best people available.”

“The big corporates are at war with this reality.”

It was a great discussion.

Not only do we need new Federal parliamentary laws to restore Australian meritocracy.

We also need a new round of fierce market competition to wipe out the indulgences of corporate socialism and faux diversity.

Um so weniger Konkurrenz, um so eher kann man Geld für Diversity Managment verschleudern. Würde immerhin erklären, warum Google in dem Bereich so stark aufgestellt ist

44 Gedanken zu “Diversität als Virtue Signalling für Unternehmen

  1. Was ist das denn für ein komplett widersprüchliches Gewäsch?

    „These businesses are usually in oligopoly markets where making money is easy,“
    Google, Facebook, Twitter – sind auf ihren jeweiligen Märkten Quasi-MONOPOLE, deshalb sind das auch Gelddruckmaschinen.

    „We also need a new round of fierce market competition to wipe out the indulgences of corporate socialism and faux diversity.“
    Der Witz an Monopolen ist, es existiert eben *kein* Wettbewerb, weshalb diese Monopolprofite einfahren können. Woher also im Kapitalismus der Wettbewerb kommen soll, dessen Entwicklung zwangsläufig zu diesen Monopolen geführt hat, bleibt unverständlich.
    Der Terminus „corporate socialism“ ist einfach nur grenzdebil; seit Ewigkeiten gibt es sozialreformerische Unternehmen und Unternehmer.

    Und weiter:
    “The big banks, for example, don’t really compete against each other, they’re government guaranteed.”
    d.h. der Staat greift ein, um diese Banken zu erhalten (too big to fail), weil übrigens auch die Vertreter von Banken direkt in den Regierungen sitzen oder als „Berater“ tätig sind. Irgendwer muss wohl die Deregulierungen gemacht haben, die zur letzten Finanzkrise führten.
    ABER:
    „Not only do we need new Federal parliamentary laws to restore Australian meritocracy.“
    Die gleiche Regierung, der gleiche Staat, der die diese Entwicklung abgesegnet hat, möge bitte Gesetze zum Erhalt der „Meritokratie“ verabschieden?
    Nachdem festgestellt worden ist, eben der Wettbewerb, der dazu führen *könnte*, *dass* nach Leistung entschieden wird ist *willentlich* ausgeschaltet worden?

    Lasst uns unsere Einhörner satteln und in den Sonnenaufgang reiten…
    Natürlich ist „diversity“ ein Kult.
    Nützen wird er aber nicht den ethnischen Minderheiten, sondern – wie immer – weißen Mittelschichts-Frauen/Feministinnen.
    Hier wird völlig übersehen, dass Tech-Unternehmen in den USA genau aus dem Grund angegangen werden, sie haben prall gefüllte Kassen und sind willige Opfer von medialen Kampagnen.
    Das Einfallstor ist nicht „diversity“, sondern das „don´t be evil“, das voraus ging.
    Aus diesem Grund sind solche Unternehmen moralisch erpressbar, sie haben nämlich Kund gegeben, einen moralischen Anspruch zu haben.

    Subcomandante crumar

    • „Hier wird völlig übersehen, dass Tech-Unternehmen in den USA genau aus dem Grund angegangen werden, sie haben prall gefüllte Kassen und sind willige Opfer von medialen Kampagnen.“

      Richtig, der „Wo gibt es etwas zu holen?“-Aspekt darf nicht unter den Tisch fallen.

      Der Artikel zeigt, dass Marktwirtschaft nicht gegen den Erfolg von hinreichend geeigneten Frauen, Schwarzen, Homosexuellen usw. ist, sondern ein gesunder Wettbewerb würde sie nach oben bringen (siehe auch Thomas Sowell).

      Der Kommentar hingegen ergänzt das dahingehend gut, dass vielfach dieser Wettbewerb außer Kraft gesetzt wurde und die Wirtschaft der großen Konzerne gerade nicht die besten nach oben bringt. Eine schöne Erklärung, warum gleichzeitig „linke“ wie „liberale“ Einstellungen in dieselbe Richtung gehen können!

      • @Adrian

        Das ist erstens ein zentrales Missverständnis, denn marxistische Theorie ist für die Abschaffung des Staates als perspektivisches gesellschaftliches Ziel (ich lasse mal dahingestellt, wie realistisch das ist), zweitens bin ich für Wettbewerb um die jeweils beste Lösung/Produkt/gesellschaftliche Entwicklung, drittens bin nenne ich mich Marxist und nicht Sozialist/Kommunist, weil ich von der Fixierung auf ein gesellschaftliches Modell der Zukunft weg will.

        Wir müssen kurz auf die gesellschaftliche Realität der IT schauen (die Marx trefflich prognostiziert hat):
        – Zwei Hersteller von Prozessoren dominieren den Desktop- und Server-Markt weltweit, ein Design das von mobilen Geräten, wie Handys und Tablets, ein Betriebssystem dominiert ersteres, das andere letzteres.
        – es gibt eine dominierende Suchmaschine, ein dominierendes soziales Netzwerk, einen dominierenden Messenger für private, einen für öffentliche Kommunikation.

        Ich brauche den Kapitalismus der freien Konkurrenz nicht abschaffen – er hat sich selber abgeschafft.
        Wenn auch aus Gründen der Kontrolle und Zensur hat China wenigstens Alternativen zu diesen Monopolen entwickelt, wir (hier in Deutschland und Europa) haben NICHTS GETAN.

        Nicht zu tun heißt, sich diesen Monopolen zu unterwerfen – nicht wir bestimmen hier, wie wir in Zukunft kommunizieren können, sondern es wird für uns entschieden.
        Ich brauche mir noch nicht einmal den Einfluss der „diversity teams“ auf die zukünftige Politik von Google vorzustellen, denn die Zensur beginnt schon jetzt und die Linke wird bereits zensiert.
        Nur nicht ganz so öffentlich.
        Google *hat bereits* die Suchmaschinenalgorithmen frisiert und es gibt eine „künstliche Intelligenz“ (Perpektive), die so funktioniert, wie die Schwarmblödheit politisch korrekter Amis.

        Vor diesem Hintergrund habe ich diesen bescheuerten Artikel gelesen, der jedoch die dahinter stehenden ökonomischen Entwicklungen und Mechanismen ignoriert.

        Dann zum Thema „diversity“: Das ist eine vorgeschobene LÜGE.
        Würde sich irgendjemand wirklich die Zahlen des US-Arbeitsmarkts und der von Google vornehmen, dann wäre das längst bekannt – aber nicht die feministisch frisierte Version.
        Keine der existierenden „Frauendomänen“ in den USA ist tatsächlich „divers“, alle sind hochgradig dominiert von *weißen Frauen*. Asiatische Frauen sind in der Tech-Branche überrepräsentiert – schaut mal auf die Chefin von AMD. Seit wann haben Asiaten aufgehört people of colour zu sein?

        Deshalb ist der Artikel auch so bescheuert, er übernimmt das feministische Narrativ, es ginge wirklich um „diversity“, den es prompt als Sündenbock identifiziert.
        Und jetzt beginnt das bekannte Spiel, denn das Spielfeld ist BEREITS VORGEZEICHNET: Rechts ist *gegen* und Links ist *für* „diversity“.

        Das ist die *Simulation* einer Debatte, Adrian, nichts davon ist real.

        Subcomandante crumar

        • Hmgrmpf, so hat wohl jeder die Zukunft genau prognostiziert, unser Adolf, Mao, Konfuzius, Descartes, Einstein, Freud, Garefield, Goofy, Mikey Mouse und last but not least Mac Donald oder wars Donald the Great?

  2. *Ehm, nein. Jedes Unternehmen fördert Frauen, wo es nur geht.*

    Ja, Unternehmen, die reich genug sind, sich Frauenförderung aus Imagegründen leisten zu können.

    So entsteht die Korrelation, dass der Frauenanteil in Spitzenpostionen in erfolgreichen Unternehmen höher ist als in weniger erfolgreichen.

    Die flugs mal eben als Kausalität verkauft wird.

    Alexander Roslin – 2012

    10 sec Goolge

  3. Über Diversity immer noch am besten Walter Benn Michaels:

    https://www.jacobinmag.com/2011/01/let-them-eat-diversity

    Demnach dient Diversity zur Verschleierung materieller Ungleichheit und wird deshalb von neoliberalen propagiert. Eine Gesellschaft, in der 1% der Menschen über 90% alles Eigentums verfügt, ist völlig legitim, solange dieses eine Prozent zu 50% aus Frauen und anteilsmäßig aus Migranten, Farbigen, Homosexuellen usw. besteht. Hauptsache niemand wird diskriminiert. Die materielle Ungleichheit ist damit legitimiert, und die Linken machen dabei munter mit.

      • @Adrian

        Prinzipiell ja, wäre materielle Ungleichheit ein statischer Zustand und könnte man gleichermaßen davon ausgehen, dass eine Gesellschaft soziale Mobilität ermöglicht.
        Unsere derzeitigen Gesellschaften zeichnen sich aber durch zweierlei aus: Wachsende materielle Ungleichheit und sinkende soziale Mobilität.
        Gerade letzteres deutet jedoch daraufhin, dass von „Meritokratie“ keine Rede sein kann.

        • @crimar
          „Wachsende materielle Ungleichheit und sinkende soziale Mobilität.
          Gerade letzteres deutet jedoch daraufhin, dass von „Meritokratie“ keine Rede sein kann.“

          Falsch gedacht. Nur weil die Bedingungen sich (angeblich) verschlechtert haben, gelten trotzdem die Prinzipien der „Meritokratie“.
          Wollen die Sozialisten, Kommis, also nicht auch du, die Meritokratie nicht ohnehin abschaffen? Dann wäre diese Entwicklung doch an sich arg zu begrüssen. Sollte doch die Revolution beschleunigen….

        • Also ich für mein Teil möchte nicht die Meritokratie abschaffen (Gewinnstreben motiviert nun mal ), sondern nur ihre Auswüchse, die den gesellschaftlichen Zusammenhalt bedrohen, zurechtstutzen.

          Es ist z.B. mit Meritokratie durchaus vereinbar, leistungslose Einkommen wie Zinsen oder Erbschaften möglichst hoch zu besteuern,.

        • @Elmocho
          „Es ist z.B. mit Meritokratie durchaus vereinbar, leistungslose Einkommen wie Zinsen oder Erbschaften möglichst hoch zu besteuern,.“

          Garantiert nicht. Und zwar wegen „möglichst hoch“.

          Mehr als 100% geht nicht, oder? Dann haben wir den de facto Zustand, den die meisten Sozialisten wollen: Geld soll eine rein staatliche Angelegenheit sein, ohne Preis (=Zins) und privates Eigentum soll es nicht geben (was sich als erstes in der Ablehung vom Erben überhaupt niederschlägt).

        • Die Meritokratie funktioniert etwa so: Einige arbeiten sehr viel, andere etwas weniger und manche gar nicht. Dann kommt Jesus, nimmt das Geld aus dem grossen Topf und gibt jeden seinen gerechten Anteil. Dann aber kommen die pööhsen Linken und beginnen mit ihrer Umverteilung und machen die gerechte Verteilung kaputt!

      • Definiere Zwang. Wir sind von so vielen Zwängen umgeben, dass deine Aussage eigentlich nichtssagend ist.

        Nicht falsch verstehen, ich stimme dir mittlerweile zu, nur ist die Argumentation sehr leicht wegwischbar.

  4. Was bedeutet „Virtue signal(l)ing genau?

    Der sehr häufige Gebrauch eines Wortes das im englischen Wikipedia als sehr mehrdeutig beschrieben wird sieht für mich fast so aus als wolle man bewusst nichts genaues damit ausdrücken?

    • Es bedeutet sinngemäß, dass man irgendwelche Eigenschaften bei sich herausstellen möchte, die im aktuellen Mainstream als positiv angesehen werden. Und man möchte das sehr offensichtlich tun, damit es auch alle mitbekommen.

      Vergleiche, ins Altenheim gehen und einer Oma etwas vorlesen gegenüber, dasselbe tun, aber ein Kamerateam dabei haben und es auf Facebook hochladen, damit alle einen dafür loben, was für ein selbstloser Mensch man ist.

      • Ok, das ist eine Erklärung. Bei Christian klang das nach mehr nach evolutionärem Vorteil, also etwas ganz konkretes, einen Gewinn erzielen?

        • „Bei Christian klang das nach mehr nach evolutionärem Vorteil, also etwas ganz konkretes, einen Gewinn erzielen?“

          Ich mach mal den Elmar: Bei Christian klingt das doch immer so! 😀
          Aber natürlich hat es evolutionär einen Vorteil, sich einer Gruppe anzuschließen und dies auch zu kommunizieren. Blöd nur, wenn die vermeintlich Guten im Nachhinein die Loser sind.

        • @yeph

          Virtue Signalling bedeutet erst einmal nur, dass man anderen signalisieren will, dass man für Werte, die in der Gruppe wichtig sind und als moralisch wertvoll angesehen werden, eintritt und diese verteidigt.

          Warum wir das gerne machen, da vermute ich einen evolutionären Hintergrund. Denn es ist eben Außendarstellung eines Wertes und verbindet einem mit einer Gruppe, beides sehr wichtige Sachen.
          ich habe dazu auch mal was geschrieben:
          https://allesevolution.wordpress.com/2016/04/29/virtue-signalling/

          Die enorme Bedeutung des eigenen Rufs auch in evolutionärer Hinsicht ist bei einer Spezies, die kommunizieren kann, leicht erkennbar. Es wäre also verständlich, wenn wir gerne entsprechendes Signalisieren wollen und Gelegenheiten dafür nutzen. Das vielleicht gerade dann, wenn wir unsere Gruppenzugehörigkeit als gefährdet ansehen oder für angreifbar halten – das wird auch der Mechanismus sein, der dazu führt, dass bei vielen Schwulenhassern herauskommt, dass sie selbst schwul sind. Sie signalisieren mit ihrer Ablehnung der Homosexualität eben ihre Tugendhaftigkeit, zB in religiösen Kreisen. Das Phänomen könnte auch gut bei männlichen Feministen greifen, die dann eben besonders signalisieren müssen, dass sie (toxische) Männlichkeit ablehnen und bei radikalen Maskulisten, die besonders deutlich machen müssen, dass sie Frauen verachten und sie abweisen (und nicht etwa andersherum).

      • Dabei braucht man noch nicht mal etwas zu tun. Es reicht ja, sich öffentlich dem aktuellem Mainstream als verbunden zu zeigen. Würde mal sagen, jeder zweite Twitterbeitrag ist so gestrickt.

    • Es sagt genau das wofür es steht. Signalisierung der eigenen Tugendhaftigkeit.
      Hat mittlerweile eher Abwehrcharackter, da niemand in das Fadenkreuz dieser tollwütigen Hunde geraten möchte.

      Verzeihung, aber ich sehe hier keine rationalen Prozesse mehr, das ist alles nur noch blinde Emotion, daher halte ich die Aussage „tollwütige Hunde“ nur für eine leichte Beleidigung.

  5. Zu beachten ist die Aggression, die ein Bild eines blonden Kleinkindes mittlerweile auslöst.

    Diversität ist Krebs und zu nichts gut, außer zu interner Lagerbildung und Anti-Solidarität.

  6. „The level of pathological corporate risk-aversion is directly proportional to the level of freakout the internet generates over dumb shit.“

    • Warum sollte Diversity eine Voraussetzung fürs Zusammenarbeiten sein?

      Diversity ist nichts anderes als eine simple Zustandsbeschreibung, nach der die Einzelelemente einer Gesamtheit eben „verschieden“ und nicht gleich sind. So what? Warum das überhaupt gut sein soll, wird von den Vertretern der „Diversity“ niemals gesagt. Es wird immer nur darauf abgestellt, dass „verschiedene Erfahrungen“, die angeblich auf der „Verschiedenheit“ beruhen würden, irgendwie nützlich sein sollen. Dass dahinter ein krasses Weltbild voll des verrücktesten Sexismus und Rassismus steht, lassen sie natürlich lieber im Dunklen ….

    • Diversity ist ein politisches Konzept, das unterrepräsentierte Gruppen privilegieren will, wobei die Privilegierung als Kompensation für systematische Benachteiligung gerechtfertigt wird.

      Dieses Konzept lehne ich ab, da es nicht das Individuum als solches adressiert, sondern als Teil einer Gruppe klassifiziert und die individuellen Umstände ignoriert. Rasse, Geschlecht und sexuelle Orientierung taugt allenfalls als schwacher Proxyindikator für das wesentlichste Merkmal für Status in einer kapitalistischen Gesellschaft, nämlich, tataa, Einkommen und Vermögen.

      Identitätspolitik ist reaktionär, auch wenn sich die Vertreter derselben als Progressive verkaufen.

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