Spielverhalten in der Jugend und sexuelle Orientierung

Eine interessante Langzeitstudie beobachtete Spielverhalten und verglich sie dann später mit der sexuellen Orientierung als Erwachsener:

Abstract
Lesbian and gay individuals have been reported to show more interest in other-sex, and/or less interest in same-sex, toys, playmates, and activities in childhood than heterosexual counterparts.

Yet, most of the relevant evidence comes from retrospective studies or from prospective studies of clinically-referred, extremely gender nonconforming children. In addition, findings are mixed regarding the relationship between childhood gender-typed behavior and the later sexual orientation spectrum from exclusively heterosexual to exclusively lesbian/gay.

The current study drew a sample (2,428 girls and 2,169 boys) from a population-based longitudinal study, and found that the levels of gender-typed behavior at ages 3.50 and 4.75 years, although less so at age 2.50 years, significantly and consistently predicted adolescents’ sexual orientation at age 15 years, both when sexual orientation was conceptualized as two groups or as a spectrum. In addition, within-individual change in gender-typed behavior during the preschool years significantly related to adolescent sexual orientation, especially in boys. These results suggest that the factors contributing to the link between childhood gender-typed behavior and sexual orientation emerge during early development. Some of those factors are likely to be nonsocial, because nonheterosexual individuals appear to diverge from gender norms regardless of social encouragement to conform to gender roles.

Quelle: Childhood Gender-Typed Behavior and Adolescent Sexual Orientation: A Longitudinal Population-Based Study

Ein Junge, der eher mädchentypisches Spielzeug mag, ist also mit einer höheren Wahrscheinlichkeit schwul.

Die Frage ist nun, in welcher Richtung die Kausalität verläuft:

  • macht spielen mit Mädchenspielzeug schwul?
  • spielen Schwule eher mit Mädchenspielzeug, weil sie „weiblicher“ sind

Letzterer Theorie würde gut zu den „Hormontheorien“ passen. Danach entsteht Homosexualität, weil bestimmte Hormone nicht zur richtigen Zeit vor der Geburt, in der die für die sexuelle Orientierung zuständigen Gehirnbereiche angelegt werden, einen bestimmten Hormonstand haben. Die Hormone, insbesondere pränatales Testosteron, regelt, ob man Männer oder Frauen attraktiv findet: Ist zu dieser Zeit ein hinreichend hoher Stand an Testosteron vorhanden (und spielen andere, vielleicht epigenetische Faktoren mit), dann wird der Junge heterosexuell, wenn nicht, dann besteht eine Chance, dass er homosexuell wird. Die gleichen Hormone beinflussen auch die Vorliebe für bestimmte Spielzeuge. Dabei wird davon ausgegangen, dass Spielen eine Vorbereitung auf das Erwachsenenleben sind, so dass es auch sinnvoll ist, dass Personen, die ganz andere Aufgaben im Erwachsenenleben erfüllen werden, sich auch eher für andere Bereiche interessieren, mit denen sie dies spielerisch erlernen können.

Die erste Theorie hingegen würde wohl eher stark konservativen Kräften in die Hände spielen, würde aber immerhin zu einem Blank Slate und Rollentheorien passen: Weil er später lernt, dass es Frauenspielzeug ist, würde er sich eher als Frau verhalten und deswegen auch eher auf Männer stehen. Wäre für mich eher ein sehr gewagter Schluss, der auch nicht dazu passt, dass auch andere Kinder, bei denen man die Hormone gemessen hat, etwa CAH-Mädchen ein von der Geschlechterrolle abweichendes Verhalten zeigen und lieber mit dem anderen Geschlecht und dessen Spielzeug spielen.

Hier die Werte:

sexuelle Orientierung und Spielverhalten Mädchen

sexuelle Orientierung und Spielverhalten Mädchen

sexuelle Orientierung und Spielverhalten jungen

sexuelle Orientierung und Spielverhalten jungen

In Beiden sieht man, dass die Unterschiede immer größer werden. Mit etwas unter 5 Jahren erreichen die 100% heterosexuellen Mädchen einen Wert bei „männliches Spielverhalten“ von 34,79 und die 100% lesbischen Mädchen einen Wert von 53,97

Bei den Jungs ist es für „männlicheres Spielverhalten “ bei den älteren Kindern bei den Heteros 63,79 und bei den Homosexuellen 54,83.

Es ist auch interessant, dass sich die Unterschiede im Spielverhalten bei den Jungs durchgehend mit dem „Grad“ der späteren sexuellen Orientierung hin zum gleichen Geschlecht vergrößern.

Bei den Mädchen ist dies weniger eindeutig, der große Sprung kommt erst bei denen, die 100% lesbisch sind. Das übrige Feld liegt teilweise recht dicht beieinander.

Das könnte damit zusammenhängen, dass die notwendige „Schwelle“ in den Hormonen bei Frauen höher liegt.

Die Studie passt aus meiner Sicht sehr gut zu den biologischen Erklärungen und es scheint mir schwer zu sein, sie in ein soziales Modell zu bringen. Wer dazu eine Idee hat, der kann es gerne in den Kommentaren darstellen.

In der oben verlinkten Tabelle ist auch noch am Ende eine Auswertung der Daten zu einzelnen Aktivitäten vorhanden: Mit dem gleichen Geschlecht Händchen halten zeigt geringere Unterschiede im Spielverhalten als tatsächlicher Sex, gerade bei Männern.

66 Gedanken zu “Spielverhalten in der Jugend und sexuelle Orientierung

  1. Die Studie passt aus meiner Sicht sehr gut zu den biologischen Erklärungen und es scheint mir schwer zu sein, sie in ein soziales Modell zu bringen. Wer dazu eine Idee hat, der kann es gerne in den Kommentaren darstellen.

    Soweit das in den letzten Jahren öffentlich diskutiert wurde, ist die wissenschaftliche Theorie der Gender-Studies dazu offenbar: Du Nazi!

    Derartige Highlights genderistischen wissenschaftlichen Arbeitens könntest Du auch einfach mal zur Kenntnis nehmen und Anerkennen anstatt Deine androzentrischen und patriarchal unterdrückenden Vorstellungen von rationalem Diskurs in der Wissenschaft anderen aufdrängen zu wollen.

      • @Adrian

        Wenn ich das richtig in Erinnerung habe, wusstest du schon sehr früh, du bist nicht heterosexuell.
        Gibt es eigentlich Studien, wie das Durchschnittsalter von Homosexuellen ist, die durch Selbstbeobachtung feststellen, dass sich ihre sexuelle Orientierung von der mehrheitlich heterosexuellen unterscheidet?

        Weil in der vorliegenden Studie die Kategorisierung nach „a valid response of sexual
        orientation at the fourth time point were included in this study“, also im Alter von 15 vorgenommen worden ist.
        D.h. demnach für Mädchen in einer mehr oder weniger abgeschlossenen pubertären Phase, während bei Jungen in laufender Pubertät.

        Mich interessiert das deshalb, weil der prozentuale Anteil von schwulen Jungen in der Studie ungewöhnlich niedrig ist.

        • @Truth

          Auch das wäre eine spannende Forschungsfrage, ob es das „gaydar“ gibt und wie zuverlässig es ist.
          Ich wurde öfter gefragt, ob ich schwul bin; interessanterweise zu 95% von Frauen.
          Da ich heterosexuell bin, fände ich es interessant herauszufinden, welche Bilder von „normaler Männlichkeit“ im weiblichen Hirn existieren, da ich anscheinend von dieser Normvorstellung abwich.

          Kleiner Tipp für alle Männer, die als schwul gelten wollen: Vorliebe für Schnittblumen und eine gestylte Wohnung helfen. Letzteres hatte der „American Psycho“ auch, aber leider haben viele Frauen den Witz nicht verstanden. 😦

          Subcomandante crumar
          (Organisation MGTOW)

        • @Truth

          „Also bei denen die ich kenne konnte man das seeehr früh sehen. Circa 10-11. Bei einem mit 9.“

          An was, auch am Spielverhalten?

          Kommt mir sehr zeitig vor, ich weiß nicht genau, wann mein Interesse für Frauen erwachte, aber es war m.E. später. Aber gut, ich bin eh immer Spätentwickler gewesen.

        • @Truth
          Ist das nicht ein wenig simpel?
          Nur wenn man nicht mit traditioneller Bindungswilligkeit unterwegs ist, dann hat Mann ein abweichendes Verhalten an den Tag gelegt?
          Vielleicht denke ich auch zu kompliziert…

          @lh
          Ok, könnte auch ein shit-test gewesen sein.
          Kam aber nie von Frauen, die mich interessiert haben. Wahrscheinlich habe ich es auch einfach ignoriert und mich eher gewundert.

          Nachdem ich deine Links gelesen habe, schlage ich folgendes vor:
          „Bist du schwul?“
          „Keine Ahnung, aber ich bin (alternativ „war“) sexuell sehr aktiv. Wie hieß noch mal dein Ex-Freund?“
          Alternativ: „deine Ex-Freundin“, das dreht die Frage um.

          Wie findest du die Antwort?
          Allerdings scheitere ich sehr oft daran, dass Frauen meine Witze/Ironie/subtilen Andeutungen nicht verstehen. Die sind wesentlich besser, wenn ich sie nicht erklären muss. 😦

        • Zu kompliziert wenn Du mich fragst. Es gibt dem Test zu viel Bedeutung.

          Es ging mir aber auch nicht um die „richtige Antwort“, sondern um die Einordnung dieser Art von Feedback.

        • „Ok, könnte auch ein shit-test gewesen sein.
          Kam aber nie von Frauen, die mich interessiert haben.“

          Das deutet mehr in die Richtung meiner spontanen Vermutung, dass „Bist du schwul“ eine Variation von „Die Trauben hängen sehr hoch, die sind bestimmt sauer“ ist.
          Du hast vermutlich auf drei Dutzend IOIs nicht reagiert.

        • @lh @only_me @Matze

          „Zu kompliziert wenn Du mich fragst. Es gibt dem Test zu viel Bedeutung.“
          Ok, ich hatte so was schon befürchtet.
          Das Problem ist, wenn ich auf punk mode umschalte, dann, ähhhh, richtig.

          „Das deutet mehr in die Richtung meiner spontanen Vermutung, dass „Bist du schwul“ eine Variation von „Die Trauben hängen sehr hoch, die sind bestimmt sauer“ ist.
          Du hast vermutlich auf drei Dutzend IOIs nicht reagiert.“

          Diese Interpretation schmeichelt mir, die nehme ich! 🙂

          „Vielleicht hilft dir das hier weiter:“

          Musste ich googeln, ich schaue nämlich wirklich seit über 10 Jahren kein TV mehr.
          Das ist kein virtsig, sondern ein echtes Manko, weil ich diese memes nicht kenne.
          Als The Last Psychiatrist (Tipp: http://thelastpsychiatrist.com/2013/05/dove.html) anführte, es ließen sich alle neuzeitlichen Phänomene nur noch popkulturell bzw. im Umweg über Popkultur deuten, habe ich (innerlich) begeistert genickt.
          Dann ist mir klar geworden: Warte mal, ich bin am Arsch! 😦

        • „Musste ich googeln, ich schaue nämlich wirklich seit über 10 Jahren kein TV mehr.“

          Die Serie heißt King of the Hill und lief bereits 2002 in DE 😉

        • @Matze

          Die letzte Serie, die ich gesehen habe war Dr. House und da auch nur auf DVD / herunter geladen bis zur 4. Staffel, weil es danach langweilig wurde.
          Seitdem habe ich keine einzige mehr gesehen und Zeichentrick finde ich besonders langweilig.
          Ansonsten gehe ich gerne ins Kino und habe die Server von Freunden. 😉

        • Androsh nein. Die haben jeden als Schwuchtel beschimpft und einer hat immer seine Nudel rausgeholt und wollte wissen, ob uns das gefällt und sowas.

        • Und Du meinst der den Schwanz rausgeholt hat war schwul? Ich sehe da erstmal eine recht eindrucksvolle Lösung des Shit-Tests dieser Typen. (Dieser Shit-Test, nicht aller Shit-Tests zu dem Thema!)

      • Ne bei mir solche Babies. Denen man Fläschchen gegeben hat etc.
        He-Man ist eine Actionfigur. Hatte ich später auch sowas. Vor allem Batman und Dragonball aber auch einen He-Man.
        Apropos He Man. Merkel klaut immer Comicsprüche. Damals 2009 „wir haben die Kraft“ das war eindeutig aus He Man.
        Und jetzt „wir schaffen das“. Das ist doch Bob der Baumeister.
        Was kommt da als nächstes?

        • Jetzt wo du es erwähnst, das mit Deutschland als „nützliche [Konjunktur] Lokomotive“, stammt doch wohl von „Thomas und seine Freunde“ und Gabriel spielte immer den „dicken Kontrolleur“ 🙂

          Als nächstes kommt hoffentlich: „wir sagen Dankeschön und auf Wiedersehen“ von Bugs Bunny.

          Immerhin vorstellbar, ein Dialog zwischen Schäuble und Merkel:
          Schäuble: „Hey Angela! Was wollen wir denn heute abend machen?“
          Merkel: „Genau das selbe, wie jeden Abend Wolfgang. Wir versuchen, die Weltherrschaft an uns zu reißen.“
          aus
          https://de.wikiquote.org/wiki/Pinky_und_der_Brain

          Aber dazu bräuchte man einen Plan und der ist bei Merkel zumindest nicht erkennbar.

  2. „macht spielen mit Mädchenspielzeug schwul?“

    Das ist doch grober Unfug! Wer das glaubt, meint auch, dass man homosexuelle Menschen „umerziehen“ kann. Die daraus entstehenden Repressionen treffen dann vor allem Männer.

    • Meines Wissens ist noch nicht wissenschaftlich geklärt, was jetzt Homosexualität verursacht. Oder bin ich da nicht auf dem aktuellen Stand?

      Also läuft alles (noch) auf eine Glaubensfrage hinaus. Aber ich kann mir ehrlich gesagt nicht vorstellen, dass Spielzeug die Sexualität verändern kann, schon deshalb, weil Kinder selbst entscheiden, mit was und wie sie spielen.

      Wir hatten z.B. ein Puppenhaus (obwohl kein Mädchen in der Familie), weil irgendjemand sich eines gewünscht hatte. Das wurde aber ausschließlich „männlich“ bespielt, d.h. die Türen wurden verbarrikadiert und Räuber versuchten einzudringen und wurden überwältigt und solche Sachen 🙂

      Nix „Mutter, Vater, Kind“ spielen…

  3. @Christian

    Ich habe mal einen kurzen Blick auf die Zahlen der Studie geworfen und bin ziemlich verblüfft.
    Aber eine Frage an dich zuerst:

    Haben sie die Studie so zusammengestellt, dass
    – die *Selbstauskunft* bspw. „lesbian“ zu sein die Einordnung in „lesbian“ ermöglicht oder
    – haben sie „lesbian“ als Einordnung später selber vorgenommen auf der Basis beobachtbaren Verhaltens und wenn ja
    – welche Formen von Verhalten waren das?

    Dann zu den Zahlen und meine Verblüffung:
    1. Die Anzahl von „gay“ im sample der Jungen ist viel niedriger, als die Schätzung der Gesamtverbreitung von Homosexualität in der Bevölkerung erwarten lässt. Selbst wenn ich „mostly gay“ dazurechne, sind es knapp über ein Prozent.
    2. Schau dir mal die Standardabweichungen zu den Mittelwerten an.

    Subcomandante crumar

    • @crumar

      Die großen Abweichungen würden grundsätzlich zu der „drei zentren Theorie“ passen, nachdem Verhalten und sexuelle Orientierung zwar beide durch den Stand des pränatalen Testosterons beeinflusst werden, aber zu unterschiedlichen Zeiten
      https://allesevolution.wordpress.com/2012/03/02/wie-geschlechtsunterschiede-im-gehirn-durch-pranatale-hormone-entstehen/

      Stimmt, die absoluten Zahlen sind relativ niedrig. Es wäre interessant, wie zB sonst 4% homosexuelle Männer und ca 1-2% Lesben berechnet werden. Wie ordnet man jemanden ein, der zB 10 Jahre lang heterosexuell verheiratet war und dann zu der Erkenntnis kommt, dass er schwul ist?

      • @crumar

        The current study analyzed ALSPAC data using four time points, when the children
        were 2.50, 3.50, 4.75, and 15 years of age. The participation rate at each time point was 74%,
        71%, 65%, and 36%, respectively. Children who had at least one valid assessment of
        childhood gender-typed behavior at the first three time points and a valid response of sexual
        orientation at the fourth time point were included in this study, N = 4,597 (2,428 girls and
        2,169 boys), representing 32% of the eligible ALSPAC child cohort. Girls were more likely
        to be included in the current study (34%) compared to boys (29%), χ
        2
        (1, n = 14498) = 44.75
        Running head: GENDER-TYPED BEHAVIOR AND SEXUAL ORIENTATION 10
        (with Yates’s correction of continuity), p < .001, and so were White than non-White families
        (37% vs. 30%, respectively), χ2
        (1, n = 11923) = 15.25 (with Yates’s correction of continuity),
        p < .001.

        • @Christian

          Das ist natürlich Mist:
          „The participation rate at each time point was 74%, 71%, 65%, and 36%, respectively.“
          Wieso haben die das zugelassen??? 😦
          Das mindert den Wert der Studie, zumal einer *Langzeitstudie* erheblich.

          Ich schau sehr penibel auf die Teilnahme an einer Studie (z.B. wie war die Antwortrate bei einer schriftlichen Befragung?) und ob sich die Zahl der Teilnehmenden verändert, weil sich dann nämlich prozentuale Angaben, die sich auf sich eine verändernde Grundgesamtheit beziehen in ihrer Aussagenwert in Luft auflösen.

        • Crumar da halte ich mich mit MGTOW. Frauen wollen eher Aufmerksamksamkeit als Sex. Da das über Social Media läuft brauchen sie keim Sex mehr für Aufmerksamkeit.
          Muss da an ein Video einer Genossenschaft für Versicherungsmakler denken mit der Azubine. Da gabs zig notgeile Kommentare auf der Seite. Auch von anderen Mitarbeitern und unser Azubi stellt ihr auf Facebook nach.
          Der meiste Sex in Beziehungen? Halte ich für gewagt. Bei vielen um mich herum bin ich mir sehr sicher, die hatten nie was mit einer Frau. Also ich denke da stimmen MGTOW Theorien zum großen Teil.

      • „Wie ordnet man jemanden ein, der zB 10 Jahre lang heterosexuell verheiratet war und dann zu der Erkenntnis kommt, dass er schwul ist?“

        Ich würde es für eher falsch halten anzunehmen, dass so jemand „eigentlich immer“ schwul war.
        Dass sexuelle Orientierungen u.ä. im Laufe des Lebens wechseln (können), sehe ich als sehr verbreiteten Umstand an. Du vermutlich nicht, weil das bedeuten müsste, dass sie eher nicht pränatal deterministisch in der Gehirnstruktur fixiert sein könnten?

        • „Du vermutlich nicht, weil das bedeuten müsste, dass sie eher nicht pränatal deterministisch in der Gehirnstruktur fixiert sein könnten?“

          Wenn das stimmt, ist damit nicht ausgeschlossen, dass es sich nicht ändern könnte. Das Hirn ist zu seltsamen Dingen imstande. Dann kann man die sexuelle Orientierung zu jedem Zeitpunkt auch von aussen steuern oder darauf Einfluss nehmen, wenigstens theoretisch.

        • „Dass sexuelle Orientierungen u.ä. im Laufe des Lebens wechseln (können), sehe ich als sehr verbreiteten Umstand an.“

          Woher stammt dieser Eindruck? Ich kenne eine Menge Heteros und einige Homos, von denen hat nie jemand die Orientierung gewechselt. Was es gelegentlich gibt: dass sich jemand nicht richtig entscheiden kann und erst nach einem langen Leidensweg z.B. eine Geschlechtsumwandlung macht oder sich zu seiner Bisexualität (mit Homo-Vorzug) bekennt (jemand der schon hetero verheiratet war, ist niemals nur homo).

          Das wechselt m.E. auch nicht so einfach, zumindest bei Männern nicht. Ich finde andere Männer körperlich abstoßend (Geruch usw.) das ist irgendwo tiefer vergraben und lässt sich nicht einfach ausknipsen.

        • @Semikolon und @Alex

          Seit der „sexuellen Revolution“ hat die Zahl der homosexuellen Handlungen unter männlichen Jugendlichen abgenommen.
          Ich schreibe bewusst „Handlungen“, nicht, dass es weniger Schwule gibt.
          Die Erklärung, dass seitdem heterosexueller Sex für Jugendliche verfügbar wurde halte ich für nachvollziehbar.

        • @crumar
          Homosexueller wird man nicht durch homosexuelle Handlungen, klar.

          Die Gender-Typen, btw, müssen das aber ganz anders sehen. Für die sind ja Handlungen das ein und alles der Realität. Lustig, dass auch hier die Konservativen mit ihren Verschwulungsängsten ganz ähnliche Grundideen haben wie die Genderleute.

        • @Alex

          „Die Gender-Typen, btw, müssen das aber ganz anders sehen. Für die sind ja Handlungen das ein und alles der Realität. Lustig, dass auch hier die Konservativen mit ihren Verschwulungsängsten ganz ähnliche Grundideen haben wie die Genderleute.“

          Ja, im Grunde zwei Seiten derselben Fäkalie. 😉
          Die Konservativen denken damit *auch*, es gibt keine biologische Disposition zu einer sexuellen Orientierung, sondern diese ist herstellbar, bzw. „konstruierbar“.
          Das ist die Komik.

          D.h., sexuelle Orientierung kann man den armen, unschuldigen Kindern (wenn die wüssten, was „Doktorspiele“ sind, gar nicht auszudenken!) *kulturell aufzwingen*.
          Während die Genderisten denken, die *existierende* sexuelle Orientierung ist den armen, unschuldigen Kindern *kulturell aufgezwungen worden*.
          Erstere meinen, „schwul“ ist eine Verfehlung, die man wieder rückgängig machen kann, die letzteren denken identisch über „heterosexuell“.
          Beide leiden daran, dass die objektive, biologische Realität sich nicht so verhält, wie sie es gerne hätten und beide Ideologien leiden unter der Hybris, die sei Realität gemäß ihrer Ideologie *beliebig umzugestalten*.

          BEIDE interessieren sich einen Scheißdreck für die Kinder, sondern sie möchten sie formen nach ihrem Ebenbild und das ist leider hochgradig narzisstisch verseucht.

          Ist es eigentlich zuuuuuuu stalinistisch oder so gedacht, wenn man bspw. Prügelstrafen an offensichtliche Hohlköpfen verhängen und öffentlich durchführen möchte?
          Manchmal, nur manchmal wünsche ich mir das…

          Subcomandante crumar

        • „Woher stammt dieser Eindruck?“

          Ich wüsste spontan von keiner Lesbe, die nicht als Hetera gestartet wäre, ums abzuschwächen sagen wir mal nur, dass das auf die Mehrheit zutreffen dürfte. Und auch jeder xte Schwule hat gegengeschlechtliche Erfahrungen gemacht bzw. würde sie „bei Gelegenheit mitnehmen“ bzw. konsumiert (auch) Pornos mit Frauen drinne. Man muss auch nicht jede menschliche Entwicklung als Leidensweg beschreiben btw.

          Übrigens eine interessante Frage: warum wird es nicht „objektiv“ als Anzeichen für zumindest Bisexualität gewertet, wenn man sich als Mann auf das Abspritzen fremder Schwänze einen runterholt z.B.? Das könnt man doch einfach so definieren, wenn man denn wollte…

          „Seit der „sexuellen Revolution“ hat die Zahl der homosexuellen Handlungen unter männlichen Jugendlichen abgenommen.“

          To be fair: seit der sogenannten sexuellen Revolution hat die Zahl der direkten sexuellen Handlungen insgesamt – gerade bei Jugendlichen/jungen Erwachsenen, gerade unter denen mit höherer Bildung – deutlich abgenommen. Die kommende, gesellschaftlich-bedeutendste Minderheitenbewegung in diesem Bereich wird imho diejenige der Asexuellen werden – als Folge der Hypersexualisierung der vergangenen Jahrzehnte.

          Weil es hier ums Spielverhalten ging: ich war u.a. die totale Puppenmutti, mein Liebling Susi wurde täglich bespielt, musste meist überallhin mit, große Wünsche waren bspw. eine Perücke für sie oder als ich in die Schule kam auch ein Puppen-Tornister, natürlich auch in pink (so sind unsere Töchter nicht). Ich „wusste“ früh, dass ich Kinder haben wollte, und daraus habe ich dann womöglich gleich geschlossen, dass ich heterosexuell sein müsste und meine große Aufgabe darin bestünde, herauszufinden, mit was für einem Typen ich Nachwuchs zeugen wollte. Zwar habe ich – strenggenommen – auch lesbische Erfahrungen gesammelt, aber da ich nach wie vor behaupten kann, dass auf dieser Erde weit mehr für mich attraktive Männer als entsprechende Frauen herumwandeln, fühle ich mich mit der Bezeichnung (größtenteils) Hetera gut getroffen. „Objektiv“ bin ich aber natürlich auch ein bißchen bi, wie imho die meisten Menschen „eigentlich“.

        • @Semikolon

          „To be fair: seit der sogenannten sexuellen Revolution hat die Zahl der direkten sexuellen Handlungen insgesamt – gerade bei Jugendlichen/jungen Erwachsenen, gerade unter denen mit höherer Bildung – deutlich abgenommen. Die kommende, gesellschaftlich-bedeutendste Minderheitenbewegung in diesem Bereich wird imho diejenige der Asexuellen werden – als Folge der Hypersexualisierung der vergangenen Jahrzehnte.“

          Das ist m.E. eine der interessantesten Mythen überhaupt, nämlich die, es hätte eine „Hypersexualisierung“ im Gefolge der sexuellen Revolution seit 1968 gegeben.

          Es gab bspw. eine recht weit getragene Propaganda, wonach das Durchschnittsalter für das „erste Mal“ immer weiter sinken würde – ist aber in keiner empirischen Studie zur Jugendsexualität nachvollziehbar gewesen.
          Auch die Behauptung der PU-community, junge Frauen würden das „cock carousel“ fahren, lässt sich empirisch einfach widerlegen.
          Hingegen ist es richtig, dass die *Anzahl der Sexpartner* gesunken ist, was jedoch nicht zwangsläufig bedeutet, die *Anzahl der Sexakte* sei gesunken.
          Denn – auch hier liegt PU falsch – den meisten Sex hat man im Rahmen einer Partnerschaft.

          Dann finde ich es erstaunlich, wie wenig die Entstehung sozialer Medien ins Kalkül gezogen wird, die keinesfalls der „sexuellen Revolution“ zuzurechnen sind.
          Es gab vorher nicht die Möglichkeit, in derart geballter Form Selbstdarstellung zu betreiben, m.E. eines der Hauptanliegen dieser Medien, solche zu eröffnen.
          Der Einstieg erfolgte jedoch erst ab 2004/2005 mit Facebook.
          Dabei ist auffällig, alle Register zur Darstellung weiblicher sexyness werden gezogen – wenn man so will, wird weiblicher Exhibitionismus ebenso befördert, wie männlicher Voyeurismus.

          Die „sexyness“ führt jedoch – da hast du Recht – nicht automatisch zu Sex, sondern es scheint einen negativen Zusammenhang zu geben.

        • Crumar da halte ich mich mit MGTOW. Frauen wollen eher Aufmerksamksamkeit als Sex. Da das über Social Media läuft brauchen sie keim Sex mehr für Aufmerksamkeit.
          Muss da an ein Video einer Genossenschaft für Versicherungsmakler denken mit der Azubine. Da gabs zig notgeile Kommentare auf der Seite. Auch von anderen Mitarbeitern und unser Azubi stellt ihr auf Facebook nach.
          Der meiste Sex in Beziehungen? Halte ich für gewagt. Bei vielen um mich herum bin ich mir sehr sicher, die hatten nie was mit einer Frau. Also ich denke da stimmen MGTOW Theorien zum großen Teil.

        • Das Seite 1 Girl der Bild gab’s seit 1984, was man womöglich als Wendepunkt, immerhin aber wichtige Wegmarke für die Durchsetzung der Medien/Öffentlichkeit mit nackter Weiblichkeit annehmen kann. Das Privatfernsehen hat dann das Tempo beschleunigt.

          Bei Facebook jedenfalls kann sich heutzutage und wohl auch zukünftig keine Frau so freizügig zeigen (dafür gibt’s natürlich reichlich andere Optionen).

          Eine Behauptung, die ich bislang von der Forschung (meist an Studentinnen) bloß bestätigt sah ist dafür, dass Frauen inzwischen so häufig fremdgingen wie Männer.

          Man muss auch einfach sehen, dass sexuellen Aktivitäten durch die vielfältigen Möglichkeiten der Freizeitgestaltung größere Konkurrenz bekommen hat über die Zeit.

          Was die Asexuellenfraktion interessant oder vielfach anschlussfähig machen dürfte, ist ihr inklusiver Ansatz: Asexuelle könnten sexuell aktiv sein aus verschiedenen Gründen, sie könnten auch locker romantische Gefühle hegen, sie könnten masturbieren und Sextoys nutzen oder auch nicht. Entscheidend sei nicht einmal die Libidostärke, sondern die Frage, ob das Bedürfnis nach Sex mit einem anderen Menschen als intrinsisch erlebt/angenommen wird oder nicht. Es müsste mit dem Teufel zugehen, damit das als Rohrkrepierer endet…

        • @Truth @Semikolon

          „Der meiste Sex in Beziehungen? Halte ich für gewagt. Bei vielen um mich herum bin ich mir sehr sicher, die hatten nie was mit einer Frau.“

          Es ging mir um den Vergleich von Singles zu Menschen in Beziehungen und Studie um Studie um Studie hat festgestellt, den meisten Sex Akte haben nicht Singles, sondern Menschen, die liiert sind, also sich in einer Partnerschaft befinden.

          Die letzte Studie, die ich gelesen habe war die „ElitePartner-Studie“ von 2015, hier auf S. 10:
          „Personen mit festem Partner haben deutlich häufiger Sex als Singles. Knapp die Hälfte der in Beziehung lebenden Deutschen sind mindestens einmal die Woche sexuell aktiv. 31 Prozent haben nur einmal im Monat oder seltener Sex. Ein gutes Drittel der Singles ist mindestens einmal im Monat sexuell aktiv, 28 Prozent sogar mehrmals im Monat.“
          Mehrmals pro Woche: 6,7% aller Singles, 19,2% aller Paare.

          Ich sage das schon seit Jahren, dass ich das Ziel von PU nicht so richtig nachvollziehen kann, vor allem weil der Aufwand in keinem Verhältnis zum Nutzen steht.
          Wer regelmäßigen Sex will, sollte sich Freund/Freundin zulegen.

          „Frauen wollen eher Aufmerksamksamkeit als Sex. Da das über Social Media läuft brauchen sie keim Sex mehr für Aufmerksamkeit.“

          Ja, scheint wohl etwas dran zu sein.
          Ich habe aber nicht wirklich verstanden, warum das so ist.
          Was bringt diese *gesteuerte* „Aufmerksamkeitsökonomie“?
          Ist das ein Effekt der Hypergamie, der auf Quantität setzt (wenn man dies kontrastiert mit der Qualität der Aufmerksamkeit einer partnerschaftlichen Beziehung)?

          „Bei Facebook jedenfalls kann sich heutzutage und wohl auch zukünftig keine Frau so freizügig zeigen (dafür gibt’s natürlich reichlich andere Optionen).“

          Der Unterschied zu „Bild“ oder „Playboy“ ist, diese Frauen wurden und werden mit ganz viel Geld gezwungen, ihre Nacktheit, bzw. „sexyness“ zur Schau zu stellen.
          Bei Facebook machen sie es freiwillig und unentgeltlich und in Massen.
          Auch das ist mir einigermaßen unverständlich.
          Natürlich werden „sexy“ Posen aus vorhandenen Medien imitiert, aber die pure Anzahl von selfies in solchen Posen, diese Bedürfnis an Selbstvergewisserung und an feedback finde ich unheimlich.

          „Eine Behauptung, die ich bislang von der Forschung (meist an Studentinnen) bloß bestätigt sah ist dafür, dass Frauen inzwischen so häufig fremdgingen wie Männer.“

          Nach dem neuesten Bericht des „Deutschen Ärzteblatt“, „Sexualverhalten in Deutschland“ berichteten 21% der Männer und 15% der Frauen, *jemals* sexuelle Außenkontakte in einer Beziehung gehabt zu haben. Für die *aktuelle* Beziehung waren es 8%, respektive 6%.
          Im Mittel waren es 2,7 Partner für die aktuelle Partnerschaft.
          Der Wert ist natürlich nichtssagend, wenn man nicht weiß, wie lange die Partnerschaft schon dauert.
          Man kann also sagen, Frauen haben „aufgeholt“ – man kann aber auch anderseits mutmaßen, dass Frauen noch immer sozial erwünscht antworten; d.h. bei der Anzahl der „Seitensprünge“ kräftig nach unten korrigieren.
          Die Zahlen umgekehrt, nämlich 92% zu 94% der Männer und Frauen *leben* eine monogame Beziehung sagen jedoch wesentlich mehr aus.

          „Was die Asexuellenfraktion interessant oder vielfach anschlussfähig machen dürfte, ist ihr inklusiver Ansatz: Asexuelle könnten sexuell aktiv sein aus verschiedenen Gründen, sie könnten auch locker romantische Gefühle hegen, sie könnten masturbieren und Sextoys nutzen oder auch nicht.“

          Hmmm…
          Was genau macht diese Fraktion dann a!!!sexuell?

          Letztlich klingt das nach einer Gruppe von Menschen, die für sich beschlossen hat, den empfundenen Zwang aus der Sexualität zu nehmen, indem die eigenen sexuellen Bedürfnisse geleugnet und von sich behauptet wird, diese nicht zu haben.
          Was ich suboptimal finde, denn der Kern des Anliegens scheint mir die erwünschte Zwanglosigkeit zu sein.
          Wieso stellen sie dann nicht genau das in den Mittelpunkt?

          Subcomandante crumar
          (Organisation MGTOW)

          • „Es ging mir um den Vergleich von Singles zu Menschen in Beziehungen und Studie um Studie um Studie hat festgestellt, den meisten Sex Akte haben nicht Singles, sondern Menschen, die liiert sind, also sich in einer Partnerschaft befinden.“

            Was auch recht eingängig ist:
            Selbst wenn das paar nur einmal im Monat Sex hat kommt es auf 12 mal Sex im Jahr.
            Um das mit One-Night-Stands zu schaffen muss man schon die Anzahl an Sexualpartnern pro Jahr erreichen, die die meisten Menschen im Leben haben.

        • Crumar glaubst du solchen Studien? Ich denke, da wird viel gelogen. Gerade Männer in Beziehungen wollen da ihren Lebensentwurf schön reden ubd machen die Zahlen besser, als sie sind.
          In Beziehungen sind, denke ich, die meistem Männer sexlos. Bestätigt auch mein Umfeld. Früher, als ich mit dem Puffbesuchen hausieren ging, sagten viele irgendwann, irgemdwo hätte ich ja Recht und sie hatten sein Monaten keinen Sex mehr.

        • @Christian @lh @truth

          Ich glaube, der Ansatz für die Überlegenheit sexueller Befriedigung in einer Paarbeziehung ist tatsächlich in der Regelmäßigkeit von Sex zu suchen.
          Selbst wenn er nur einmal in der Woche stattfinden sollte, wie wahrscheinlich ist es, diese Menge an ONS in einem Jahr zu generieren?
          Das spricht nicht gegen PU, sondern ich finde es unwahrscheinlich, diese Erfolgsquote über Monate und Jahre aufrecht zu erhalten.

          Das wäre die quantitative Ebene, die qualitative ist in meinen Augen, dass ONS / Affären / friends with benefits die Tendenz haben, keine Weiterentwicklung für die Beteiligten zu bieten.
          Ich glaube PfefferundSalz war es, der gesagt hat, der Sex wiederholt sich und ich unterstütze das.
          „Magische Momente“ lassen sich nicht beliebig wiederholen, die „friends“ sind irgendwann selber in einer festen Beziehung und Affären werfen über kurz oder lang die Frage: „Wie geht´s mit uns weiter?“ auf.
          Sicher wäre es eine Reduktion von Komplexität für Sex Prostituierte aufzusuchen; weniger zeitaufwändig auf jeden Fall. An dem Punkt bin ich einfach starrköpfig nicht bereit, für Sex Geld auszugeben. 😉

          Dann zu den Studien: Es ist aus diesen bereits abzulesen, das sexueller Interesse erlahmt mit der Zeit (Beziehungsdauer, jedoch auch Alter), besonders wenn Kinder ins Spiel kommen.
          Wie wahrhaftig die Befragten tatsächlich antworten, ist nicht mit Sicherheit zu sagen, ich schätze irgendetwas zwischen 75-95%.
          Erstaunlicher finde ich jedoch die bereitwillige Artikulation von sexueller Unzufriedenheit (beider Geschlechter) in den Studien; für mich wäre viel interessanter, wenn in irgendeiner Studie nachgehakt worden wäre, ob diese Unzufriedenheit jemals Thema IN der Beziehung war.

          Und wenn ja, welches Geschlecht es zuerst zum Thema gemacht hat.
          Mein persönlicher Tipp: Männer halten die Klappe und leiden still vor sich hin.
          Was meint ihr?

          Subcomandante crumar

        • Und wenn ja, welches Geschlecht es (sexuelle Unzufriedenheit) zuerst zum Thema gemacht hat.
          Mein persönlicher Tipp: Männer halten die Klappe und leiden still vor sich hin.

          Ich glaube das thematisieren eher Männer als Frauen, und zwar aus mehreren Gründen:

          1. Solange die hypergame Gleichung für die Frauen aufgeht, werden sie die Beziehung nicht unnötig belasten. Und viele haben einen Instinkt, dass dem Mann zu suggerieren, dass er ihr „sexuell nicht genügt“ oder er das so verstehen könnte, sehr gefährlich ist.
          2. Weibliche Sexualität ist auf die Herstellung von Bindung ausgerichtet. Daher muss eine kluge Frau, die die Bindung der sexuellen Erfüllung vorzieht, ohnehin immer ihre eigenen sexuellen Interessen tendenziell hinter die des Mannes zurückstellen.
          3. Und nicht zuletzt wissen wir spätestens seit 50 Shades, dass Frauen Männern quasi nie direkt sagen, was sie eigentlich richtig wild macht. Damit würden sie sich zum einen zu verwundbar machen und außerdem funktioniert die große sexuelle Erfüllung überhaupt nur durch einen Aspekt von Überraschung, überwältigt werden.
          4. Und schließlich ist die Methode „suchen wir das Problem, denken wir uns eine Lösung und setzen sie dann um“ ein zutiefst männliches Konzept. Frauen fordern zwar immer „mehr drüber reden“, aber in Wirklichkeit ist das eben nur ein Shit-Test, der das Problem zwar signalisiert, aber gleichzeitig die Verantwortung für die Lösung alleine auf den Mann verlagert. Etwas Ausverhandeln, gemeinsam nach einer Lösung suchen, ist ein Männerding und deshalb ist der „drüber reden Fehler“ bei Männern auch so pathologisch.

          Für Männer dagegen funktioniert der Frau klare Ansagen zu machen, was man im Bett will, im Prinzip sehr gut. Das erregt Frauen. Es sei denn natürlich, man hat diese Stellung längst verloren weswegen sie gar keinen Sex mehr will. Darunter leiden wahrscheinlich wesentlich mehr Männer als Frauen. Aber das Problem lässt sich mit „wir sollten mehr Sex haben“ eben nicht lösen.

  4. Für mich stellt sich die Frage, wann eine Frau sich als lesbisch bezeichnet. Kenne genug Frauen die andere Frauen küssen, sogar miteinander rumfummeln (oder es in der Vergangenheit gemacht haben), sich aber trotzdem als stockhetero bezeichnen. Ich glaube gerade bei Frauen gilt das hetero/homo-Schema noch weniger als bei Männern, obwohl es auch da oft nicht ganz klar ist.

  5. Immer diese seelenlose , mechsnistische Weltund Menschensicht der linken Linken. Der Mensch ist mehr als nur eine Bio-Maschine.
    Ja, die pränatale Testosteron-Studie zeigt in Richtung der konservativen Sichtweise, auch wenn Euch das nicht behagt. Es würde auch als Schutzmechanismus des Lebens erklären, warum grade nach einer gewissen Anzahl bereits vorhandener Kinder die Wahrscheinlichkeit schwul/lsbisch veranlagt zu sein, steigt.
    Aber ich gebe (als Buddhist) auch zu bedenken, das ebenso ein Mensch in einem früheren Leben das andere Geschlecht innehatte und im jetzigen mit der neuen Rolle nicht ganz klarkommt.

    Es gibt Studien, die Seelenwanderung nachweisen, allein in Deutschland konnten im letzten Jahr in einer Studie über 400 Kinder gefunden werden, die sich nachweislich an ein früheres Leben erinnerten und diese frühere Person verifiziert und die Erinnerung als nicht in diesem Leben gewonnen nachgewiesen wurde.

    Dies würde die Unschärfe in der Testosteron-Theorie erklären.
    Aber nicht den mechanistisch-konstruktivistischen Ansatz der Genderirrlehre.
    Diesen halte ich für nachweislich wiederlegt.

    Also ist die Spielzeugwahl Wirkung und nicht Ursache.

    • Ich staune immer, dass quasi alle, die sich an ein früheres Leben erinnern, in diesem Leben afrikanische Prinzessin waren und Latinengräber augenscheinlich nicht wiedergeboren werden.

      • @only_me

        Ich glaube, da hat der Grenzwissenschaftler Thilo Sarrazin ein Buch drüber geschrieben:
        „Latrinengräber schaffen sich ab!“

        Seine These ist, Latrinengräber sind einfach zu doof und deshalb werden sie nicht wiedergeboren.
        Wären sie intelligenter gewesen, dann wären sie auch keine Latrinengräber geworden. Sic!
        Nach Ockhams Rasiergerät hört sich das plausibel an.

        Subcomandante crumar

        • Dass Latrinengräber aussterben ist ja die eine Sache.
          Dass Latrinengräber augenscheinlich nicht wiedergeboren werden, eine andere.

          Letzteres ließe sich ausschließlich dadurch erklären, dass durch das Graben von Latrinen unweigerlich das Nirvana erreicht wird.
          Und da haben wir sie wieder, die Unterdrückung der Frau. Wir lassen die keine Latrinen graben, weil wir ihnen das Nirvana nicht gönnen.

          Wobei eine Frau das Nirvana ja eh nicht erreichen kann, wie wir alle wissen. Dazu muss sie erst als Mann wiedergeboren werden.

        • @only_me

          „Wobei eine Frau das Nirvana ja eh nicht erreichen kann, wie wir alle wissen. Dazu muss sie erst als Mann wiedergeboren werden.“

          Gnihihi!
          Wir müssen unbedingt Schopenhauers eristische Dialektik ins genderistisch/feministische übersetzen!

          Bis dahin werde ich das „Nirvana-Privileg“ bzw. „nirvana oppression“ auf die Liste der Tagesordnungspunkte des Zentralkomitees der MGTOW setzen (wir tagen gleich neben den Weisen von Zion und gegenüber dem Patriarchat).

          Dank dafür!

  6. Wen jemand einmal eine Puppe angefasst hat, wird er oder sie für den Rest des Lebens auf Männer stehen; das hat nichts mit Hormonen zu tun, sondern mit den Weichmachern in den Puppen.
    Und wer einmal ein Spielzeugauto angefasst hat, wird autosexuell. Sorry, aber das ist halt Schicksal.

  7. Pingback: Sexuelle Orientierung und Neurokognitive Eigenschaften | Alles Evolution

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