„Virtue Signalling, männliche Feministen und sexuelle Belästigung“

Eine interessante These:

Wenn es stimmt, dann wären potentielle Erklärungen:

  • Übertriebenes Virtue Signalling könnte das Gefühl bewirken, dass die andere Seite einen doch nun anerkennen muss und einem etwas schuldet
  • könnte so übertrieben sein, weil man seine eigenen Ansichten so besser verstecken kann
  • übertriebenes Virtue Signalling ist ein Zeichen der Unterwürfigkeit  und jedenfalls nicht von Status, wenn man zu „Unterdrückerklasse“ gehört.  Leute, die es verwenden, werden nicht als attraktiv wahrgenommen, so dass sie zu anderen Strategien greifen müssen.

24 Gedanken zu “„Virtue Signalling, männliche Feministen und sexuelle Belästigung“

    • Der Tweet bezieht sich auf Joss Whedon, dem alten Schein-Feministen, von dem kürzlich rauskam, wie ungehemmt er sich durch die Schauspielerinnen gevögelt hat, obwohl er verheiratet war.

      Und der ist ja kein Einzelfall.

      • Männer gehen fremd? Ja Wahnsinn, wie überraschend.

        Ich weiß nicht, ob Dir und den anderen hier klar ist, dass Eure Theorie darauf hinausläuft, dass männliche Feministen die Superhengste sind?

        Ich kann mir schon vorstellen, dass es Leute gibt, die ihre aggressive männliche Sexualität durch Assoziation mit Feminismus verbergen. Und das entspricht sogar der postmodernen „Logik“ dabei, was der Sache vermutlich nützlich ist. Aber ich glaube nicht, dass dies der Hintergrund aller oder auch nur der meisten männlichen Feministen ist.

        • „Aber ich glaube nicht, dass dies der Hintergrund aller oder auch nur der meisten männlichen Feministen ist.“

          Ich schon!

          „Ich weiß nicht, ob Dir und den anderen hier klar ist, dass Eure Theorie darauf hinausläuft, dass männliche Feministen die Superhengste sind?“

          Sicher ist uns das klar, glasklar. Deshalb bemühen wir uns hier alle ganz tolle Feministen zu werden!

        • „Ich weiß nicht, ob Dir und den anderen hier klar ist, dass Eure Theorie darauf hinausläuft, dass männliche Feministen die Superhengste sind?“

          Hä? Wo klingt das nach einem superhengst?

          Übertriebenes Virtue Signalling könnte das Gefühl bewirken, dass die andere Seite einen doch nun anerkennen muss und einem etwas schuldet
          könnte so übertrieben sein, weil man seine eigenen Ansichten so besser verstecken kann
          übertriebenes Virtue Signalling ist ein Zeichen der Unterwürfigkeit und jedenfalls nicht von Status, wenn man zu „Unterdrückerklasse“ gehört. Leute, die es verwenden, werden nicht als attraktiv wahrgenommen, so dass sie zu anderen Strategien greifen müssen.

        • Bezogen auf den Tweet ist die Frage natürlich, was mit „being a sexual predator“ genau gemeint ist. Only_me und der Tweet wohl auch führten Joss Whedon an, dessen Eigenschaft als „sexual predator“ darin bestanden haben soll, obgleich verheiratet an jungen attraktiven Schauspielerinnen flachzulegen, was er flachlegen konnte. Und das waren eben einige, weil er gute Gelegenheiten hatte.

          Was Deine Analyse des feministischen Virtue-Signalings angeht, hast Du ja Recht. Aber man kann das nicht isoliert betrachten. Ich schätze zum Beispiel durchaus, dass viele prominente Männer solches Signaling als eine Art Comfort-Element benutzen können um menschlicher zu wirken. Sie können sich das leisten und das bedeutet auch etwas.

          Alles worauf ich hinaus will ist: Ich glaube es gibt auch genug Männer, die keine Ahnung von Frauen haben und nur hoffen, sich durch fleissiges Feminismussen die Pussy von irgendeiner lilahaarigen Fragmichnichtwas zu verdienen oder wie im Falle viele Politiker dafür gewählt zu werden.

          Oder noch anders gesagt:

          Die in dem Tweet zum Ausdruck kommende Theorie (die es ja schon in Gamergate gab), besteht im Grunde daraus, die feministische Wertung von „böser Mann“ gegen den feministischen Mann zu wenden. Vom Prinzip her keine schlechte Idee, aber wenn man das hier macht, geht man den Feministinnen auf den Leim. Denn die feministische Wertung von „böser Mann“ ist nur ein Shit-Test.

        • “ die feministische Wertung von „böser Mann“ “

          Solange das klar ist… Wir reden von Männern, die offensichtlich gegen feministische Spielregeln handeln. Oder, in diesem Fall, gegen weibliche Spielregeln.
          Das macht sie natürlich nicht „böse“. Aber das macht sie zum Gegenteil von „Feminist“.

          „Ich bin Feminist und scheiße auf fundamentale Spielregeln aller Frauen“ funktioniert halt nicht. Genauer: Es funktioniert solange, bis es rauskommt.

          Joss Whedon ist nicht dumm. Es kann nicht sein, dass ihm nie aufgefallen ist, wie unfeministisch sein Verhalten ist. Da ist Mutmaßung, warum er das Banner extra hoch hält, durchaus erlaubt.

          Was Männer, i.e. wir, davon halten, dass Whedon sich als wilder Stecher rausgestellt hat, steht auf einem ganz anderen Blatt. Ich persönlich gönne es ihm und habe kein Problem damit.

    • Ich schon. Es ist kein Zufall, dass so viele männliche Feministen mit sagen wir etwas fragewürdigen Sexualpraktiken auffallen. Dies ist ja auch bei weitem nicht der erste Fall.

      • Die Frage ist in dem Sinne dann doch eher ob eine sexuelle Störung (im weiteren Sinne – im Sinne einer Störung der Selbstwahrnehmung der sexuellen Neigungen) eventuell dafür ursächlich ist, dass ein sonst (geistig) gesunder Mann sich dem Feminismus nähert?

      • Also muss es ja bei den Frauen irgendwie ankommen, denn es gehören ja immer zwei dazu. Ich bin auch der Meinung es ist ein starkes Statussignal.
        Ich kann mir den Luxus leisten Feminist zu sein, ohne das es anbiedernd wirkt, da ich es im leben geschafft habe.
        Meist sind es ja erfolgreiche Männer. Oder „Guru-artige“ Männer, die bei Frauen irgendwelche feuchten Fantasien auslösen.

  1. Die naheliegenste Erklärung ist doch, dass Leute, die zu „allem“ fähig sind, dazu tendieren auch am extremsten zu schauspielern.
    Feminismus ist auf der einen Seite eine so radikal absurde Idee, gegen jeden common sense, so dass die Übernahme dieser Ideen entweder aus purer Dummheit oder aus purer Skrupellosigkeit (es ist ja klar, dass diese Ideen wertgeschätzt werden, man durch sie Macht erhält) übernommen werden.

  2. Übertriebenes Virtue Signalling könnte das Gefühl bewirken, dass die andere Seite einen doch nun anerkennen muss und einem etwas schuldet

    Über diesen Mechanismus habe ich auch nachgedacht, als ich über den letzen Aufschrei gelesen habe. Er scheint mir zumindest eine innere Logik zu besitzen.

  3. Ich denke dabei immer schlicht und ergreifend hier dran:

    Der dunkle Trieb, welcher der eigenen Überzeugung widerspricht wird voller Entsetzen wahrgenommen und kann einfach nicht da sein, weil er nicht sein darf. Entsprechend wird sich gleich doppelt verbissen auf den Feind geworfen, weil man doch beweist, einer der Guten zu sein, weil man das Böse SO entschieden bekämpft.
    Nichts anderes, als die konservativen Politiker, die immer wieder mit schwulen Strichern ertappt werden, nachdem sie öffentlich so lautstark für traditionelle Familienwerte donnern.

    Es genügt ihnen nicht, Mensch zu sein, also versuchen sie, Heilige zu werden und stürzen dabei viel tiefer als andere.

  4. Übertriebenes Virtue Signaling kennen wir schon eine Weile, das letzte Beispiel waren evangelikale Pastoren bzgl. Homosexualität. Je härter die Agitation, desto eher war derjenige selbst Homosexuell.

    Ich finde es nicht überraschend, dass die männlichen Feministen auch so sind. Es ist die gleiche Geißelung, die damals die Kirche vollführt hat, das gleiche „Buße tun“.

  5. Pingback: #Metoo: Kuschelhasen, Scheißkerle und andere Sünder | man tau

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