Cockblock

Das Wort „Cockblock“ aus der „Pickupsprache“ hat es auch durch die Verwendung in diversen amerikanischen Serien schon recht weit gebracht, es ist verhältnismäßig gut bekannt.

Ich hatte das Konzept dahinter schon einmal hier kurz angerissen:

Es steht für die Behinderung eines Flirtens durch eine weitere Person und beruht auf der Feststellung, dass insbesondere in einer Frauengruppe häufig eine Frau vorhanden ist, die Anmachversuche gegen eine andere Frau für diese abwehrt. Böse Zungen behaupten, dass es gerne mal die nicht so attraktive Freundin ist. Dies beruht auf einer Gruppendynamik in Frauengruppen. Wenn Frauen als Gruppe weggehen, dann gebietet ein gewisser Ehrenkodex, dass die Gruppe zusammenbleibt, alle miteinander nach Hause gehen und gegenseitig auf sich aufpassen. Dieses Aufpassen kann auch dazu führen, dass durch die Gruppe Annährungsversuche an eine Freundin, selbst wenn diese von dieser gut aufgenomnen werden, abgewehrt werden. Wie man mit einem Cockblock umgeht ist daher eine gerne diskutierte Frage im Pickup Bereich.

Das Wort wird aber nicht nur in diesem Zusammenhang gebraucht, sondern bei jeder „Blockierung“ und auch wenn Frauen ein Annährungsversuch blockiert wird.

Ich fand als ich mich seinerzeit mit Pickup beschäftigt habe, vieles an den dort diskutierten „Gruppentheorien“ sehr interessant.

In einem Interview aus der „Dating Guru“ Reihe schlüsselte beispielsweise der Interviewte einige interessante Dynamiken auf, die Frauen in Gruppen betreffen. Der „Cockblock“ kann hier eine beschützende Funktion haben, jemand der hilft den anderen vor blöden anmachen zu schützen. Es kann auch schlicht deswegen dazu kommen, weil das andere Mädchen nicht allein sein möchte, weil die Freundin mit einem Typen rummacht. Insofern ist es auch ein Appell an das Gruppengefüge und den eigenen Schutz. Und es kann auch eine Wahrung der Gruppenidentität sein: „Wir sind keine Schlampen“ bzw eine Form des Shittests, mit dem man eben störende Leute los wird, die nicht interessant genug sind. Und es kann auch eine Form intrasexueller Konkurrenz hineinspielen, wenn ein Mädchen immer angemacht wird und sie indirekt ermahnt wird, jetzt keinen Wettstreit um die Aufmerksamkeit von Männern loszutreten, sondern diese eben auszublenden und wieder loszuwerden.

Etwas entsprechendes passiert in Männergruppen nicht oder seltener. Es geht vielleicht ein Wettstreit um ein interessantes Mädchen los, welches die Gruppe anspricht, aber die Regel in der Männergruppe ist weit aus eher, dass man einen Freund allein zurücklassen darf, wenn man Aussicht auf Erfolg hat und dieser weit eher Wingman sein muss und nicht Verhinderer.

Die Theorie zur Vermeidung von Cockblocks ist, dass man in der Gruppe, aus denen einen Frau interessiert, nicht das „Target“ anspricht, sondern eher den Rest der Gruppe und diesen zuerst zu Freunden macht, während man zum Aufbau von Attraction das Target zuerst ignoriert und irgendwie merkwürdig findet, also etwas neggt, etwas herausfordert, bis man, weil sie passend dagegen hält und IOIs sendet, schließlich doch Interesse an ihr zeigt.

Weil man sich zuvor mit dem Cockblock gut verstanden hat und er zugestanden hat, dass man ein toller Typ ist kann er nunmehr nichts mehr gegen einen sagen.

Ebenfalls beliebtes Mittel gegen den Cockblock ist natürlich der Wingman, also ein Freund, der sich um die andere Person kümmert.  Allerdings kann das ein ausdauerndes kümmern erfordern, denn gerade wenn beide zusammen gekommen sind, wollen sie vielleicht auch wieder zusammen gehen und eine Freundin, die frustriert ist, weil sie allein in einer Kneipe/einem Club steht, während die Freundin mit einem Typ flirtet, wird eben schnell anfragen,  wie lange sie noch bleiben wird und ob man nicht langsam gehen sollte.

 

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14 Gedanken zu “Cockblock

  1. Wenn wir früher in der Gruppe weggegangen und auf interessante Mädchen getroffen sind, haben wir eigentlich unter uns klar gemacht, welche für wen sein sollte. Gab da selten Probleme, und manchmal ist dann auch einer mit einem Mädchen verschwunden.

  2. Ist das nicht ein allgemeineres Phänomen?
    Außenstehende, die mit einzelnen Personen innerhalb einer bestehenden Gruppe kommunizieren wollen, werden meistens erst mal auf Vorbehalte oder gar Ablehnung der anderen Gruppenmitgliedern stoßen.

    • @breakpoint

      Zum Teil sicherlich. Wobei eine andere Frau, die mit einer Person aus der gruppe spricht, sicherlich seltener entsprechende Probleme hat meinst du nicht?
      Ein Mann wird eben eher als jemand, der abzuwehren ist aufgefasst.

      Umgekehrt, also bei einer Männergruppe, bei der eine Frau einen Mann anspricht, wird man das Verhalten hingegen eher selten erleben. Männer sind insofern nicht der Auffassung, Frauen abwehren zu müssen. Deswegen wird man den Begriff „Pussyblock“ nicht finden. Allenfalls vertreibt er die Frau, weil er unbeholfen und Creepy ist.

  3. Zitat: „Ich fand als ich mich seinerzeit mit Pickup beschäftigt habe …“

    Wie jetzt? Vor ein paar Monaten hast Du was davon geschrieben dass Du irgendwie fast süchtig danach wärst. Woher der Sinneswandel?

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